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Fritz Gast
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Verfasst am: 14.01.2005, 14:32 Titel: Ein Witz für Freunde der nichteugliedischen Geometrie |
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Uuups, mein Ball ist umgekippt!
(Original aus dem alten Forum vom 27.10.04, 20.54 Uhr) |
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Verfasst am: 14.01.2005, 14:32 Titel: Anzeige |
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Johnny Jungspund


Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.12.2004 Beiträge: 20 Wohnort: Schirgiswalde
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Verfasst am: 14.01.2005, 14:37 Titel: |
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Nach rechts oder links ??
(Original aus dem alten Forum vom 29.10.2004, 19.41 Uhr) |
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El Advocato Gast
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Verfasst am: 02.02.2005, 14:37 Titel: der alte Euklid |
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| Fritz hat folgendes geschrieben: | Uuups, mein Ball ist umgekippt!
(Original aus dem alten Forum vom 27.10.04, 20.54 Uhr) |
Bitte verunstaltet mir den alten Euklid nicht. Schließlich hat er die Axiome festgelegt, folglich kennt die nichteuklidische Geometrie das Paralleleaxiom nicht an.
Und was ist nun ein Axiom?
Antwort: Dazu ein andermal.  |
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Neunmalklug Gast
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Verfasst am: 02.02.2005, 19:02 Titel: |
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Axiom: (v. griech.: tà to~n progónon axiómata = als wahr angenommener Grundsatz) nennt man eine Aussage, die grundlegend ist und deshalb nicht innerhalb ihres Systems begründet werden kann bzw. muss. Sie dient als Grundlage für eine deduktive Theorie (vgl. auch Prinzip) und kann deshalb nicht selber durch diese Theorie begründet werden. Wenn eine Theorie aus begründeten Sätzen bestehen soll, so muss es notwendigerweise solche Axiome geben, denn sonst würde die Argumentation nie enden: Jeder Satz, den ich zur Begründung anführte, bedürfte wieder einer Begründung usw. Daher ist ein Axiom etwas ganz anderes als eine Vermutung.
Ausnahme: der Logizismus, vertreten von Gottlob Frege, der zumindest die elementare Arithmetik rein logisch zu begründen suchte. (Aber dann stellt sich - nicht für ihn, aber für uns - die Frage nach der Begründung der Logik).
Mehrere Axiome können zu einem Axiomensystem gehören, wenn sie in keinem Widerspruch zueinander stehen. So definieren z.B. die Körperaxiome in Verbindung mit den Anordnungsaxiomen und dem Vollständigkeitsaxiom die reellen Zahlen: Alle wahren Aussagen über reelle Zahlen lassen sich aus diesen Axiomen ableiten.
Wenn eine deduktive Theorie irgendeinen Anspruch auf Gültigkeit haben soll, so müssen ihre Axiome wohlbegründet sein (nur eben nicht mit den Mitteln dieser Theorie). Sie müssen "selbstverständlich" und "offenbar" sein. Mit Gödel u.a.: Axiomata in einer logischen Sprache können nur außerhalb ihrer selbst, in einer "Metasprache" begründet werden. Die Axiome dieser Sprache also nur in einer "Meta-meta-Sprache", und so fort. Die allerletzte Sprache (das 'allererste Kettenglied') ist auch für Logiker dann die sog. Umgangssprache.
Beispiele:
Parallelenaxiom: "Zu jeder/m Geraden / Punkt, der nicht auf dieser Geraden liegt, gibt es genau eine Parallele durch diesen Punkt." Dieses Axiom der euklidischen Geometrie war immer als weniger klar und einleuchtend erschienen als die anderen und es gab viele Versuche, es aus den anderen abzuleiten. Schließlich wurden um die Wende zum 19. Jahrhundert nichteuklidische Geometrien konzipiert, die bewiesen, dass es logisch unabhängig ist.
"Zu jedem Prädikat P gibt es die Menge aller Dinge, die dieses Prädikat erfüllen." Dies ist das ursprüngliche Komprehensionsaxiom der Mengenlehre Georg Cantors, das so klar und einfach, so selbstverständlich ist, dass es einen großen Schock bedeutete, als sich herausstellte, dass es nicht widerspruchsfrei zu den anderen Axiomen hinzugefügt werden konnte.
"Jede natürliche Zahl n hat einen Nachfolger n + 1" ist ein offenbar nicht umstrittenes Axiom(enschema) der Arithmetik. Es ist plausibel, weil es die Zählbewegung simuliert (man kann es mit Streichhölzern schreiben), deren protomathematische Evidenz klar ist.
"Der Raum ist homogen", d.h. es darf keine Rolle spielen, an welcher willkürlich gewählten Stelle im Raum ein Vorgang stattfindet, solange nur alle anderen Rahmenbedingungen gleich sind. Sollte dieses Axiom nicht erfüllt sein, gäbe es auf irgendeine Weise ausgezeichnete Stellen im Raum, deren Eigenschaften und Herkunft nur noch im Rahmen einer Religion erklärbar sind (tatsächlich definieren fast alle Religionen so etwas wie ein Jenseits, also einen Ort im Raum, an dem die sonst üblichen Gesetzmäßigkeiten nicht mehr gültig sind). In der klassischen Physik folgt direkt aus diesem Axiom die Erhaltung des Impulses.
"Wahr ist Falsch", ein Axiom muss keine Konsequenz einer übergeordneten Schlussfolgerungskette sein. Aus einer Theorie, die ein solches Axiom enthält, lassen sich aber beliebige Schlussfolgerungen ziehen.
Ein Axiom einer Religion oder Weltanschauung wird Dogma oder Paradigma genannt.
Neunmalkluge Grüße  |
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Fritz Jungspund


Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.01.2005 Beiträge: 22 Wohnort: Schirgiswalde
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Verfasst am: 02.02.2005, 22:33 Titel: |
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Danke für diese Ausführungen! |
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El Advocato Gast
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Verfasst am: 03.02.2005, 14:38 Titel: die Axiome |
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Vielen herzlichen Dank lieber Neunmalklug für die wunderbare Erklärung.
Der kleine Euklid, von dem wir nun wirklich nur wenig wissen (nicht einmal die Lebensdaten sind sicher vebürgt), war schon ein schlaues Kerlchen.
Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer von uns braucht schon eine Gerade, einen Punkt, eine Ebene und noch einmal eine Gerade?
Ich nicht; wäre aber interessant zu wissen, wer Bedarf hat.
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