Sir_No Herrscher

Anmeldungsdatum: 09.01.2005 Beiträge: 818 Wohnort: Hölle
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Verfasst am: 03.04.2005, 18:31 Titel: Papst Johannes Paul II. ist gestorben |
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Auch Stunden nach dem Tod von Johannes Paul II. haben tausende Gläubige ihre Trauerwache fortgesetzt. Auf dem Petersplatz vor dem Vatikan harrten gegen 02.00 Uhr morgens rund 5.000 Menschen weiter aus. In Polen, dem Heimatland des Papstes, waren es Zehntausende.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche war am Samstagabend nach langer schwerer Krankheit in seinen Privatgemächern im Vatikan im Beisein seiner engsten Vertrauten gestorben. Sein Leichnam soll frühestens Montagnachmittag im Petersdom aufgebahrt werden. Am Montag wird auch erstmals die Kardinals-Kongregation zusammenkommen, die die katholische Kirche provisorisch leitet.
Heiliger Vater starb im Kreis seiner Vertrauten
Mit dem Tod des Papstes nach mehr als 26 Jahren im Amt ging im Vatikan eine Ära zu Ende. Laut einer Erklärung von Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls hörte das Herz des 84-Jährigen um 21.37 Uhr (MESZ) auf zu schlagen.
Nach seinen Angaben starb der Papst im Beisein seiner engsten Vertrauten. Diese hätten noch um 20.00 Uhr eine Messe an seinem Sterbebett gefeiert, dann habe der Papst nochmals die Sterbesakramente erhalten. Mindestens 100.000 Menschen trauerten währenddessen unter den Fenstern der Papstwohnung auf dem Petersplatz um das Oberhaupt der 1,1 Milliarden Katholiken.
Nachtwachen in Rom und polnischen Städten
Stunden später harrten immer noch rund 5.000 Menschen zur Nachtwache auf dem Petersplatz aus. In der polnischen Hauptstadt Warschau versammelten sich die Nacht über rund 15.000 Gläubige zum Gebet für den Verstorbenen, in Krakau und anderen Städten Polens strömten tausende weitere Gläubige mit Kerzen und Schlafsäcken zur Nachtwache in die Kirchen. Auch in Madrid und dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima versammelten sich Tausende zum nächtlichen Gebet.
Der Tod des schwer kranken Papstes war erwartet worden, seit sich sein Gesundheitszustand am Donnerstagabend dramatisch verschlechtert hatte. In regelmäßigen Bulletins hatte der Vatikan über den Zustand des 84-Jährigen informiert, die zunehmend alarmiernd klangen. Nach seiner Wahl am 16. Oktober 1978 hatte Johannes Paul II. die katholische Kirche geprägt wie kaum einer seiner Vorgänger. In der zweitausendjährigen Geschichte des Christentums amtierten nur zwei Papste länger als der Pole.
Politiker aus aller Welt würdigten den Papst als einen Vorkämpfer für Menschenrechte und Freiheit, der durch seine tiefen Überzeugungen den Lauf der Geschichte beeinflusst habe. Mehrere Staaten, darunter Italien, Polen und Kuba, ordneten Staatstrauer an.
Begräbnis nicht vor Donnerstag
Mit dem Tod des Papstes wurden laut dem Vatikan alle Verfahren in Kraft gesetzt, die für diesen Fall vorgesehen sind. Nach seinen Angaben werden die Kardinäle Montag Früh zu ihrer ersten Kongregation seit dem Tod des Papstes zusammenkommen, unter anderem um zu entscheiden, wann das Oberhaupt der katholischen Kirche beigesetzt wird. Den vatikanischen Bestimmungen zufolge muss der Papst vier bis sechs Tage nach seinem Tod beigesetzt werden, nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wird dies aber nicht vor Donnerstag geschehen.
Laut vatikanischem Statut kommen die wahlberechtigten Kardinäle frühestens am 15. Tag und spätestens am 20. Tag nach dem Tod des Papstes zusammen. Die derzeit 117 Kardinäle unter 80 Jahren, die wahlberechtigt sind, sind zur Teilnahme verpflichtet. Ein neuer Papst ist in der Regel gewählt, sobald ein Kardinal eine Zwei-Drittel-Mehrheit erhält. _________________
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