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Anmeldungsdatum: 01.11.2006 Beiträge: 702
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Verfasst am: 02.12.2006, 01:36 Titel: Von wegen stiller Ozean ... |
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Von wegen stiller Ozean ...
Mehr und mehr Verkehr und Transport von Menschen und Gütern auf See, Dieselmotoren von Schiffen, Ortungssysteme von U-Booten sowie Bohrungen auf dem Meeresgrund nach Öl und Gas machen Meerestieren zunehmend zu schaffen. Im Pazifik hat sich der Hintergrundlärm in den vergangenen 40 Jahren verzehnfacht, haben nun amerikanische Forscher nachgewiesen.
Hauptsächlich der verstärkte Schiffsverkehr sei an dem ansteigende Lärmpegel schuld, vor allem aber die zunehmende Größe der Schiffe und entsprechend größere Ladung sowie größere Leistung der Motoren. Das Forscherteam hatte Messreihen aus den Jahren 1964 bis 1966 zum akustischen Rauschen in einer Tiefe von rund tausend Metern vor der Küste von Kalifornien mit solchen aus dem Jahr 2003 und 2004 verglichen. Ergebnis: Die Geräuschkulisse steigt immer weiter an.
Aufgrund der guten Ausbreitung von Schall im Medium Wasser spielt der Hörsinn bei vielen Meeresbewohnern eine äußerst wichtige Rolle. Die amerikanische Naturschutzorganisation NRDC (Natural Resources Defense Council) stellte bereits im November 2005 einen Bericht vor, wonach der hohe Lärmpegel der Ozeane die Orientierung vor allem von Walen und Delfinen stört.
So wurden bei gestrandeten Walen, die Sonar-Geräten von U-Booten ausgesetzt waren, Blutungen in Hirn und Gehörorgan sowie Leber- und Nierenschäden festgestellt. Solche Symptome seien zuvor noch nie bei Meeressäugetieren festgestellt worden, so der Autor der damaligen Studie, Michael Jasny.
Die Auswirkungen des Lärms im Ozean reichen nach Einschätzung der kalifornischen Naturschützer von langfristigen Verhaltensstörungen über Gehörverlust bis zum Tod der Meeresbewohner.
Quelle: Mark A. McDonald, John A. Hildebrand, Sean M. Wiggins: "Increases in deep ocean ambient noise in the Northeast Pacific west of San Nicolas Island, California", The Journal of the Acoustical Society of Amer-ica, August 2006, Band 120, Ausgabe 2, Seiten 711-718, doi: 10.1121/1.2216565. |
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