infoshark Administrator
Anmeldungsdatum: 01.11.2006 Beiträge: 702
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Verfasst am: 17.11.2006, 13:18 Titel: Millionen Tiere leiden im Labor |
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Millionen Tiere leiden im Labor
Allein 4900 Hunde für Forschung getötet
In Deutschland müssen immer mehr Versuchstiere ihr Leben für die Wissenschaft lassen: 2,4 Millionen sind im vergangenen Jahr von den Statistikern erfasst worden.
Rund 2,4 Millionen Tiere seien im vergangenen Jahr für wissenschaftliche Versuche eingesetzt worden, 6,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das Bundesagrarministerium in Berlin mit. Darunter seien allein 1,4 Millionen Mäuse gewesen. In den vergangenen beiden Jahren nahm die Zahl der Mäuse für Tierversuche demnach um rund 252 000 zu. Zur Erforschung menschlicher Erbkrankheiten werden vermehrt Mäuse mit veränderten Genen eingesetzt. Tierschützer verurteilten die Entwicklung scharf.
Die meisten Versuchstiere sind mit rund 85 Prozent Nager, darunter etwa 570 000 Ratten. Die Zahl der Hunde als Versuchstiere erhöhte sich im vergangenen Jahr auf rund 4900 ebenso deutlich wie die der Katzen auf etwa 1000. Dagegen wurden mit einer Gesamtzahl von etwa 2100 etwas weniger Affen und Halbaffen als Versuchstiere benutzt. Menschenaffen werden seit 15 Jahren nicht mehr für Versuche verwendet. Des weiteren wurden rund 105 000 Kaninchen und etwa 102 000 Fische eingesetzt. Im Vergleich zum Jahr zuvor waren allerdings weniger Fische im Labor.
Die Bundesregierung will sich nach Angaben des Agrarministeriums dafür einsetzen, dass zügig alternative Methoden für Versuche mit Tieren entwickelt werden. Das ist auch Bestandteil des Koalitionsvertrags von Union und SPD. Dafür sollen in diesem Jahr rund vier Millionen Euro ausgegeben werden.
Die Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" zeigte sich bestürzt. Die Versuchstierzahlen hätten vor zehn Jahren einen Tiefpunkt von 1,5 Millionen erreicht und seien seitdem gestiegen. Der "Bundesverband Menschen für Tierrechte" bezeichnete die jüngsten Zahlen als alarmierend. "Während in vielen Forschungsbereichen wie den Giftigkeitstests tierversuchsfreie Methoden auf dem Vormarsch sind, hinkt die Gentechnik massiv hinterher", sagte der Vorsitzende Kurt Simons. Am 20. November will der Verband mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen in Berlin über Alternativkonzepte diskutieren. |
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