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Fellknäuel Forengründer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.08.2007 Beiträge: 11177 Wohnort: Nähe Rosenheim, Bayern
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Verfasst am: 10.01.2011, 20:34 Titel: Das Ambrosia-Experiment |
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Ein hektisches durchdringendes Fiepen durchbrach die Stille in dem Zimmer, als der Wecker seine tägliche Pflicht tat. Wenige Momente später wurde das penetrante Geräusch von einem unwilligen Stöhnen untermalt, und eine Hand kroch unter der Bettdecke hervor und schlug nach dem Wecker. Sie verfehlte jedoch ihr eigentliches Ziel - den Stop-Button - und beförderte das Gerät stattdessen auf den Teppichboden. Leiser wurde er davon unglücklicherweise nicht, und aufhören, daran dachte es erst recht nicht.
Seufzend richtete sich Max Kazelty in seinem Bett auf und rieb sich erst einmal den Schlaf vollständig aus den Augen. Allzuviel schien das jedoch nicht gebracht zu haben, denn seine Bewegungen waren immer noch ausgesprochen träge, als er sich aus dem Bett quälte, den Wecker auf hob und das Wecksignal, welches mittlerweile einen beachtlichen Lautstärkepegel erreicht hatte, endgültig zum Schweigen brachte. Nun, zumindest für diesen Tag. Der leider zudem der erste Tag in dieser Woche war.
"Welcher Idiot ist eigentlich auf die Idee gekommen, die Wochenenden nur zwei Tage dauern zu lassen?" grummelte Max, während er nach seinen bereit liegenden Klamotten griff. Knielange hellblaue Jeans, ein grünweiß gestreiftes Shirt und ein Paar blauer Sportsocken. Letztere legte er wieder weg, als er helles Sonnenlicht durch die Vorhänge glitzern sah. Bei diesen Temperaturen war er viel lieber barfuß bzw. mit seinen Sandalen unterwegs. Schlußendlich griff er noch nach einem schwarzen Baseball-Cap und beförderte es wenig elegant auf seinen Kopf.
Erst als er sich im Badezimmer zwei Handvoll kaltes Wasser ins Gesicht rieb, erwachte Max so richtig zum Leben. Das war die einzige Möglichkeit, ihn um diese Tageszeit halbwegs wach werden zu lassen - Max war ein echter Morgenmuffel. Am Wochenende bekam man ihn nur selten vor neun oder zehn Uhr vormittags zu Gesicht. Gegen acht geneigte er dann für gewöhnlich wach zu werden, und danach schlief er noch gemütlich aus oder zog sich das Vormittagsprogramm im Fernsehen rein. An den fünf unseligen Tagen jedoch, an denen die Schule statt fand, sah er sich regelmäßig zu vollkommen unchristlichen Zeiten aus dem Bett steigen.
Nachdem er nun einigermaßen wach war, ging die tägliche Morgenhygiene schnell und routiniert über die Bühne - was nicht heißen sollte, daß sie nicht gründlich gewesen wäre. Zähne putzen, ein Deodorant auf tragen, und abschließend noch etwas Gel in die Haare; gerade genug, um diesen Look zu erzeugen, den er so sehr an sich schätze, als wäre er durch einen wütenden Sturm gelaufen. Nun wurde es jedoch Zeit fürs Frühstück, denn ohne die übliche Tasse Kakao und zumindest ein Brötchen war Max ungenießbar.
Seine Mutter saß schon in der Küche, als Max den Raum betrat, und las in der Zeitung. Was immer es war, schien sehr interessant zu sein, denn sie grüßte zwar zurück, als er ihr ein verschlafenes "Morgen" vor warf, doch sie schien es nicht so recht zu schaffen, ihren Blick von der Zeitungsseite zu lösen, auf die er gerichtet war. Erst nach geschätzten zehn Sekunden hob sie den Kopf und betrachtete ihren Sohn, der sich zwischenzeitlich auf seinen Stuhl hatte fallen lassen.
Eileen war eine gut aussehende Frau Mitte 30, die kein Gramm zu viel, aber auch keines zu wenig mit sich trug. Ihre Haare waren von derselben goldblonden Färbung wie die ihres Sohnes, allerdings fielen sie ihr lang über die Schulter hinab.
"Na, gut geschlafen, Maxie?" fragte sie lächelnd. Die Antwort bestand aus einem ausladenden und geräuschvollen Gähnen. "Glaub mir, ich hätte dich auch noch sehr gut verstanden, wenn du dir die Hand vor gehalten hättest," sagte sie schmunzelnd. "Aber zumindest weiß ich jetzt genau, daß du dir die Zähne gründlich geputzt hast."
Max murmelte irgend etwas unverständliches, während er sich eine Tasse Kakao ein schenkte und dann nach einem Brötchen griff, um es mit dem neben seinem Teller liegenden Messer zu zerteilen. Sie sah zu, wie er zuerst Butter und dann Marmelade auf die Brötchenhälften strich. Erst als er einen großen Bissen davon nahm, sprach sie weiter.
"Was ist eigentlich mit Tommy, deinem Schulfreund?" wollte sie wissen.
"Wasch scholl mit ihm schein?" fragte er kauend.
"Maxie, was sage ich dir immer über das reden mit vollem Mund?"
Er zerkleinerte den Bissen schnell und schluckte ihn runter. "Warum stellst du mir auch gerade dann ne Frage, wenn ich den Mund voll habe?" fragte er sarkastisch, nur um sogleich schulterzuckend hinzu zu fügen: "Ich seh ihn jeden Tag in der Schule - genau wie jeden anderen meiner Klassenkamaraden."
"Nun ja, ihr beiden scheint euch gut zu verstehen," erklärte Eileen. "Ich hatte gedacht, daß ihr beiden vielleicht, du und er..."
"Mom, er ist hetero, okay?" unterbrach Max sie rasch. "Da läuft nichts zwischen uns, wir sind nur gute Freunde."
"Ach so..." Sie wirkte enttäuscht, auch wenn sie es zu verbergen suchte. Max verkniff sich mühsam einen genervten Gesichtsausdruck. So sehr er ihr Verständnis für seine Homosexualität schätzte, so sehr nervte es ihn, daß sie ständig versuchte, ihn mit anderen Jungen zu verkuppeln.
Wobei er mit ihr eigentlich Glüch gehabt hatte - er hatte von anderen homosexuellen Kindern gehört, die von ihren Eltern mit Liebesentzug gestraft, ja, regelrecht verstoßen wurden, als hätten sie etwas furchtbar schlimmes getan. Seine, Max´ Mutter, jedoch, akzeptierte ihn nicht nur, sie unterstützte ihn sogar noch nach Kräften. Das wußte er auch durchaus zu schätzen, nur übertrieb sie es dabei manchmal eben.
"Heute kommt diese neue Schulklasse," verkündete er, wobei er eigentlich nur das Thema wechseln wollte. Die neue Klasse war bereits in den vergangenen Wochen ein oft aufgegriffenes Gesprächsthema im Hause Kazelty gewesen.
"Ah, ich erinnere mich," ging sie darauf ein. "Ein Jammer, daß diese Blindenschule geschlossen wurde. Aber vielleicht ist es nicht schlecht, wenn diese Kinder an eine normale Schule kommen."
"Was ich hoffe, ist nur, daß diese ganzen Spinner an unserer Schule die Füße still halten," erwiderte Max finster, sich auf jene Kinder beziehend, die ständig über Minderheiten spotteten, wie eben z. B. über körperlich behinderte Menschen. "Mir tun diese Kinder leid," fügte er leise hinzu. Dabei bezog er sich jedoch nicht allein auf eventuelle Spötter, sondern allgemein auf das Schicksal dieser Neuankömmlinge. Es mußte furchtbar sein, sein Augenlicht zu verlieren. Möglicherweise eines Tages selbst dieses Schicksal zu erleiden, war für Max eine so schlimme Vorstellung, daß er nicht einmal daran denken wollte.
Als er nichts weiter sagte, betrachtete Eileen ihn stirnrunzelnd. Sie sah ihren sonst so fröhlichen Sohn nicht gerne mit so düsteren Themen beschäftigt, weshalb sie sich nun bemühte, ein anderes Gesprächsthema an zu gehen.
"Heute ist doch auch die medizinische Vorsorgeuntersuchung an der Schule, nicht wahr?"
Max zog eine Grimasse. Die hatte er jetzt glatt vergessen - wofür er eigentlich dankbar gewesen war. "Vielen Dank, Mom, daß du mich daran erinnert hast!" maulte er. "Blöde Vorsorgeuntersuchung!"
"Aber warum denn, Maxie? Sei doch froh, daß die Stadt etwas für eure Gesundheit tut!"
"Ich hasse diese dämliche Untersuchung!" gab er sich stur.
"Aber warum denn, warum ist sie denn so schlimm?" hakte Eileen weiter nach.
"Na weil..." Er hielt inne und senkte den Blick. Sollte er ihr etwa wirklich sagen, warum er diese Vorsorgeuntersuchung haßte? Sollte er ihr ernsthaft auf die Nase binden, daß er sie deshalb nicht aus stehen konnte, weil er nicht in der Lage war, bestimmte Regionen seines Körpers unter Kontrolle zu halten, wenn er nur mit einer Unterhose bekleidet in einem Zimmer stand, zusammen mit anderen Jungen, die auch nicht mehr am Leib trugen? Nein, das konnte er ihr doch nicht sagen, allein die Vorstellung...! Sicher, es mochte ein ganz natürlicher Vorgang sein, der ihn in so einem Moment erfaßte, aber peinlich war es ihm trotzdem, wenn das passierte.
Dennoch, irgend etwas mußte er jetzt sagen, wie ihm bewußt wurde, als er zu ihr auf sah und ihrem forschenden Blick begegnete. Jedes Mal, wenn er irgendwelche Andeutungen über etwas machte, das ihn belastete, dann aber nicht mehr weiter sprach, führte sie diese Andeutungen für sich selbst zu einem ihr glaubwürdig scheinenden Ende. Nur lagen diese "glaubwürdigen" Enden für gewöhnlich fernab jeglicher Realität. Max befürchtete ernsthaft, daß sie, wenn er jetzt nichts tat, um ihr Mißtrauen zu zerstreuen, spätestens, nachdem er das Haus verlassen hatte, ihren Anwalt an rufen würde, mit dem dringenden Verdacht, daß ihr Sohn von Schulmedizinern sexuell mißbraucht wurde. Bei der Vorstellung allein wurde ihm flau im Magen.
"...na weil..." wiederholte er gedehnt, um Zeit zu gewinnen. Zeit, die er brauchte, um sich eine halbwegs glaubwürdige Ausrede aus zu denken.
"...weil...?" wiederholte seine Mutter ebenso gedehnt, wobei Ungeduld in ihrer Stimme mit schwang.
"...weil... es mir... unangenehm ist, halbnackt mit anderen Kindern da drin zu stehen!" sagte er schließlich notgedrungen das erstbeste, das ihm in den Sinn kam. Es überzeugte seine Mutter nicht ansatzweise.
"Und das von einem Kind, dessen Kleidung in den heißen Sommermonaten nicht selten aus nicht mehr als einer kurzen Hose besteht?" fragte sie mit skeptisch hochgezogenen Brauen.
"Nicht mit irgendwelchen Kindern," erklärte er. "Mit Mädchen! Ich... fühle mich einfach unwohl... in ihrer Gegenwart, verstehst du?"
Er sah sie dabei um Verständnis heischend an, doch vor seinem geistigen Auge klatschte er sich gerade wuchtig eine Hand an die Stirn.
Du bist echt ´n Genie, Max Kazelty! Welcher Vollidiot soll dir denn bitte DAS ab kaufen?! dachte er zynisch.
Er hatte echte Mühe, sein Erstaunen zu verbergen, als seine Mutter antwortete: "Ach so ist das... ich verstehe..." Sie sah nachdenklich aus - unfaßbarerweise schien sie ihm diesen Blödsinn tatsächlich ab zu nehmen. "Nun... warum bittest du deinen Lehrer nicht einfach, dich in eine reine Jungengruppe zu stecken, wenn du zu der Untersuchung geschickt wirst?"
Max setzte einen erstaunten Gesichtsausdruck auf - was ihm in diesem Moment ohnehin nicht schwer fiel - und sah sie mit großen Augen an. "Du hast recht... Mensch, daß ich da nicht selber drauf gekommen bin!" Er lächelte, und sie lächelte zurück.
"Danke Mom, der Tipp hat mir echt geholfen!" sagte er, während er sich erhob und eilig nach seinem Rucksack griff. Er mußte schnell hier raus, denn er wußte nicht, wie lange er dieses Theater noch durch halten konnte.
"Du gehst schon?" fragte sie verwundert, während sie auf ihre Uhr sah. "Du hast noch zehn Minuten, bis der Bus kommt!"
"Ähm ja, ich... geh lieber etwas früher, denn ich muß noch... etwas mit Scoreman bequatschen... du verstehst, ja?"
"Ja, ich denke, ich verstehe, was du meinst," erwiderte sie strahlend.
"NEIN, verdammt, nicht DAS, okay?!" platzte er erschrocken heraus, als er ihren Gedankengang erkannte. "Wir sind NUR Freunde, okay, Mom? NICHTS weiter!"
"Oh... schade..." Wieder sah sie enttäuscht aus. Max fuhr auf dem Absatz herum, schlüpfte im Flur in seine Sandalen und verließ nahezu fluchtartig das Haus.
Etwa dreißig Minuten später stand er auf dem Gelände der New Heaven Schule, die aus drei Einzelschulen bestand. Von dem ausladenden Parkplatz kommend, welcher auch die Bushaltestellen beinhaltete, führte der Weg durch ein wuchtiges Tor, welches direkt auf den großen Hauptplatz führte. In der Mitte dieses Platzes standen vier quadratisch angeordnete Springbrunnen, und jeder davon wies auf ein anderes der insgesamt vier Tore, die den Platz ein rahmten.
Wenn man vom Parkplatz kam, befand sich zur linken das Tor, welches, durch einen groß angelegten Spielplatz hindurch, zur New Heaven Elementary School führte. Dort verbrachten neu eingeschulte Kinder die ersten vier Jahre bzw. Klassen. Anschließend ging es weiter zur New Heaven Junior High School, wo die Klassen fünf bis acht unterrichtet wurden. Der Zugang lag dem Eingangstor direkt gegenüber. Die letzten vier Klassen wurden schlußendlich auf der New Heaven High School unter gebracht, die zur rechten des Eingangstors lag.
Während Max in seinem üblichen trägen Tempo auf das gegenüber liegende Tor zu schlurfte, ließ er seinen Blick über die vielen anderen Schüler auf dem Platz schweifen, wobei er in erster Linie nach seinen Freunden, aber auch nach dem einen oder anderen Neuzugang Ausschau hielt. _________________
"Letzte Frage: was ist der Unterschied zwischen einer Ente?"
"Sie hat mit den Terroristen geschlafen, um an deren Pläne zu kommen!"
"Geheime Aufklärungsarbeit!"
"Mit deiner Vagina!"
"Aber doch nur für unser Team!"
"Ich denke, wohl eher mit dem ganzen Team!"
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Verfasst am: 10.01.2011, 20:34 Titel: Anzeige |
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Brokknar Schleiferkönig

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.04.2010 Beiträge: 920 Wohnort: So bei Lübeck rum...
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Verfasst am: 10.01.2011, 21:33 Titel: |
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„Zu früh! Ihr habt mich zu früh geweckt!“ dröhnte es leise aus den, extra auf annehmbare Lautstärke heruntergedrehten Boxen, welche in symmetrischer Anordnung links und rechts vom Bildschirm standen, vor denen eine herabgesunkene Gestalt saß, und wie in Trance ein paar Klicks ausführte, als diese aus dem Hintergrund von den Geräuschen eines sich heranbahnenden Morgens, also den Geräuschen seines Radioweckers, ein wenig aus seinem Halbschlaf gerissen wurde, sodass er einen verschlafenen Blick auf den Display richtete, welcher ihm eindeutig zeigte: wenn du jetzt nicht aufstehst kommst du zu spät zur Schule! Den Blick wie in Zeitlupe zurück zum Bildschirm drehend führt er erneut ein paar Klicks aus, als er wie von der Tarantel gestochen aufschreckte. „Ah, shit! Nicht schon wieder! Ohhh, kacke, kacke, kacke!“ Seinen Rechner mit ein paar gezielten Tastenkombinationen in den Standby-Modus umschaltend sprang der rothaarige Junge auf um in Jogging-Hose und T-shirt zum Bad zu eilen, und das nur um mehrmals die Klinke zu rütteln, nur um zu merken, dass bereits jemand in den heimischen Sanitär-Anlagen verweilte. „Oh fuck!“ murmelte er leise vor sich hin, bis er schließlich „Dauert das noch lange?“ brüllte.
Die Stimme seines Vaters, es war eine tiefe Männerstimme, welche von einem rauen aussehen erzählte und ebenso einem belebten Leben, verkündete „Einen Moment noch!“, woraufhin Ronan weiterhin fluchend zurück in sein Zimmer eilte, um hastig die brauchbarsten verstreuten Klamotten von seinem Boden aufzukratzen, diese auf seinem Bett zu stapeln, und kurz darauf seinen Rucksack für die Schule zu packen. Als er schließlich den Schlüssel des Badezimmers hörte, hastete er mit einem großen Stapel Wäsche auf den Armen zu diesem, und warf die dazugehörige Tür hastig hinter sich ins Schloss. Schnell unter die Dusche springend um sich wenigstens die fuchsroten Haare zu waschen begann er damit seine flüchtige Montag-Morgen-Hygiene abzuziehen, welche ihn, trotz einem durchnächtigten Wochenende meistens recht passabel aussehen lies.
Nachdem er diese schließlich abgeschlossen hatte musterte er sich im großen Badezimmer-Spiegel, und gab sich selbst per Nicken zu verstehen, dass er sein Aussehen für halbwegs angemessen hielt. Neben einer alten, ausgeleierten Jeans, und einem schwarzen paar Socken trug er noch ein T-shirt mit der verzierten Aufschrift „The Nexus“, eines seiner Lieblingsklamotten, so wie auch Bands, und einer Uhr ums Handgelenk. Die Haaren waren noch nass, es blieb aber keine Zeit mehr sie zu föhnen. Die Sonne musste bei diesem Problem ihr übrigstes tun. Noch schnell Deo aufsprühend machte er hastig Platz für den nächsten Badezimmer-Besucher, und lief zu seinem Zimmer, wo er eine Bürste in seinen Rucksack packte, und sich diesen über die Schulter schwingend, (und natürlich auch Schuhe anziehend) aus dem Haus floh, ohne zu Frühstücken, oder seine Familie ordentlich zu grüßen.
Ganz davon abgesehen, dass sich dieser Stress beinahe jeden Montag wiederholte war der heutige Morgen doch recht wild gewesen. Er hatte es kaum geschafft zu Speichern, und rannte nun schon wieder zur Bushaltestelle, damit er sich nicht wieder eine haarsträubende Ausrede einfallen lassen musste, warum er denn zu spät sei. Als Ronan hinter sich hörte, wie der Bus langsam in die Straße einbog, in welcher seine Bushaltestelle lag, beschleunigte er sein Tempo maßgeblich, und kam, ermüdet, und leicht verschwitzt, aber froh darüber es geschafft zu haben in dem benötigten Bus an. Sich in eine leere Sitzreihe schiebend lehnte er seinen Kopf an die von der Sonne bereits recht stark erwärmte Fensterscheibe, und lies die Busfahrt im Halbschlaf an sich vorüberziehen.
Als der Bus schließlich vor der Schule anhielt schlurfte Ronan schlaftrunken als einer der Letzten aus diesem, nur um den Blick auf die High-School zu richten, um auf diese langsam zuzutrotten. „Ein weiterer Tag voller Peinlichkeiten und Erniedrigungen...“ murmelte er leise, noch immer fast im Halbschlaf vor sich hin, jedoch ohne irgendein Anzeichen doch noch kehrt zu machen. Er schien sich mit seinem Schicksal bereits abgefunden zu haben. Wer kein Sportler war, der war ein nichts, so war es schon immer gewesen. Herzhaft seufzend schlug er den Weg in Richtung des von ihm angestrebten Eingangs an, und gesellte sich so zu dem Rest der Masse, welcher in bester Montags-Manie vor sich hin schlurfte. _________________ Schlummre, Wächter, lass die Sphären
Kreisen und mich wiederkehren
Nach gut zwanzigtausend Jahr'
An den Ort wo ich jetzt war.
Andre Sterne soll'n aufgehen,
In der Himmelsachse stehen:
Milde Sterne die indessen
Schenken dir ein süß Vergessen:
Erst nach meinem Rundgeleit
Plag' dich die Vergangenheit.
http://www.youtube.com/user/TehRoghan?feature=mhum#g/p
Falls ihr irgendwie Lust verspüren solltet mir beim Zocken zuzugucken. |
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Nemthos Vorbild des Forums

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.08.2010 Beiträge: 2354 Wohnort: Erlangen
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Verfasst am: 10.01.2011, 21:34 Titel: |
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Cekay konnte die Strahlen der Sonne spüren, die durch sein Fenster ins Zimmer fielen. Er setzte sich in seinem Bett auf und rieb sich zunächst den Schlaf aus den Augen. Dann streckte er sich kurz, tastete mit den Füßen nach dem Bettrand und anschließend nach dem Fußboden und erhob sich. Er ging zu seinem Kleiderschrank und tastete dort nach seinen heutigen Sachen. Er wählte eine kurze Hose und ein unauffälliges schwarzes T-Shirt. Nachdem er sich die Zähne geputzt hatte, ging er zu einem kleinen Schreibtisch und betastete nochmals die Nachricht, die er am Samstag erhalten hatte. Von dort nahm er einen Stadtplan mit, in dem der Weg zu seiner neuen Schule makiert war, ebenso wie die schriftliche Erlaubnis, seinen Hund mit in die Schule nehmen zu dürfen.
"Eigentlich komsich, dass die anderen aus meiner Klasse keinen Hund haben, oder, Nanuk?"
Als Antwort bekam er nur ein müdes Bellen. Kurzzeitig sah er den Raum vom Boden aus, wobei er selbst in einer Ecke beim Schreibtisch stand. Ebenso plötzlich, wie das Bild gekommen war, verschwand es auch, hinterließ jedoch einen dumpfen Schmerz in seinem Kopf.
Wieso hab ich schon wieder diese Halluzinationen?
Er schüttelte leich seinen Kopf, entfernte sich vom Schreibtisch, steckte sich einen einfahrbaren Blindenstock in die Tasche und setzte sich seine Sonnenbrille auf.
"Komm, Nanuk. Jetzt gibt's erstmal was zu Essen."
Gemeinsam mit seinem Hund ging er in den Speisesaal des Waisenhauses und setzte sich an seinen gewohnten Platz nahe der Eingangstür. Er konnte andere Kinder hören, die sich unterhielten und aßen, jedoch wurde er von den meisten gemieden, ebenso wie von den anderen Kindern in seiner Klasse.
Nach seinem Frühstück und dem Hundefutter für Nanuk machte er sich auf den Weg zu seiner neuen Schule. Dabei trug er bewusst keine Binde und führte Nanuk an einer gewöhnlichen Leine. Nach einer kurzen Busfahrt ging er durch den Eingang auf den Innenhof seiner neuen Schule und "sah" sich kurz um. Vermutlich würde Nanuk für einiges an Aufsehen sorgen, aber er konnte seinen Begleiter nicht einfach in seinem Zimmer zurück lassen.
Er kramte in seiner Schultasche nach dem Gebäudeplan und tat so, als würde er ihn für seinen Weg zum Unterricht studieren. Stattdessen suchte er die nächste Sitzbank, die, wie er im Näherkommen bemerkte, unbesetzt und was noch viel besser war, auch im Sonnenschein war. Ohne unsicher zu wirken setzte er sich auf diese, ließ sich etwas Sonne ins Gesicht strahlen und streichelte seinen Hund. Während er inständig darauf hoffte, dass er für die anderen wie jemand wirkte, der nur neu an der Schule war und nich wusste, dass keine Haustiere erlaubt waren, konnte er am Klappern der Stöcke die anderen Schüler aus seiner Klasse durch den Eingang kommen hören. Leicht lächelnd sah er ihnen nach, als sie sich unsicher in das Schulgebäude vorarbeiteten, begleitet von einigen spöttischen Bemerkungen. Er selbst blieb einfach sitzen, da er noch genug Zeit hatte, um in die Klasse zu gelangen. |
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Basol Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2010 Beiträge: 1301
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Verfasst am: 10.01.2011, 21:49 Titel: |
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Joey Scoremon stand wie gewohnt an seinem Fenster, wie jeden Morgen. Heute würde wieder die dämliche Schule anfangen, die er so sehr hasste. Sollte man nicht eigentlich meinen, dass er etwas erholter vom Stress wäre nach dem Wochende? Denkste! Aber natürlich musste er ja noch zusätzlich Privatunterricht kriegen! Seit dem Alter von drei Jahren hatte der Junge nicht einen einzigen Tag gänzlich ohne Unterricht verbracht! Dabei wollte er doch nur frei sein...
"Joey! Soll ich dich zum Bus begleiten?", hörte er auch schon die Stimme seiner Mutter.
"Mum, ich bin zwölf!", erboste sich der Junge. "Ich bin alt genug, alleine zum Bus zu gehen!"
"Ach weißt du, da kann so viel passieren! Was, wenn dich ein Auto erfasst? Oder noch schlimmer, ein ordinärer Proleten-Schläger dich überfällt?", rief die Mutter fast hystherisch.
Ja klar, dachte Joey sarkastisch. Als ob das geschehen würde, wenn er weit oben in der Luft schwebte. Der Junge hatte nämlich ein großes Geheimnis: Vor zwei Wochen war er in seinem Schlafzimmer aufgewacht und festgestellt, dass er hoch in der Luft geschwebt hatte. Er konnte fliegen, was ihn total begeisterte. Seine Begeisterung hatte zwar einen derben Dämpfer erhalten, als sein Vater ihn angebrüllt hatte, das ginge verdammt nochmal nicht und er hätte geträumt, aber Joey wusste es besser. Er konnte fliegen!
"Keine Sorge, mir wird nichts geschehen!", rief er munter. "Ich bin ein großer Junge!"
"Nein, ich komme mit!", rief seine Mutter. "Keine Widerrede!"
"Bin schon weg!", rief Joey, packte den Ranzen und rannte durch sein Zimmer, an seiner Mutter vorbei, durch den Flur und zur Haustür hinaus.
"Bleib stehen!", rief sie hinterher, doch er preschte an die Seite des Hauses und versteckte sich hinter der Ecke von Selbigen, während die Mutter ihn nun auf der Straße suchte.
"Das hat noch ein Nachspiel, junger Mann!", rief sie erbost.
Joey allerdings hob nun vom Boden ab. Er flog hoch in die Luft, höher und höher, bis er vom Boden aus nicht mehr von einem Spatz zu unterscheiden war. Von oben aus sah alles ganz anders aus, als auf dem Boden, deshalb hatte Joey noch Schwierigkeiten, sich zu orientieren, doch er kannte sich gut genug, in diesem Nest aus, um den Weg trotzdem zu finden.
Irgendwo in der Nähe des Busses, hinter einem Baum, landete Joey und trat, als wäre er nie in der Luft gewesen, seinen Weg zur Schule an.
Plötzlich bemerkte der Junge vier Vierzehnjährige. Das waren Jack und seine Bande, ein paar wirklich üble Typen, die hier rumlungerten und alle schikanierten, die schwächer oder zahlenmäßig unterlegen waren. Die Bande war in der ganzen Schule berüchtigt und gefürchtet.
"Also, wen machen wir heute richtig fertig?", rief einer von ihnen grinsend.
"Ich wär mal stark dafür, dieser Scheiß-Schwuchtel Kazelty so richtig eine in die Fresse zu schlagen!", rief Jack, der Größte von ihnen, feixend.
"Au Fein!", rief ein Anderer.
Das ging Joey doch ein wenig zu weit. Er ging auf die Jungen zu und sagte wütend: "Ihr wollt doch nicht etwas wieder jemanden fertigmachen?"
"Was geht dich das an, Kleiner?", knurrte einer der Schläger und ging bedrohlich auf ihn zu.
"Warte!", rief Jack leicht ängstlich. "Das ist Scoreman! Ich hab gesagt, der ist tabu!"
"Ach, du hast doch nicht etwa Angst, oder?", knurrte Joey verächtlich.
"Pah!", erwiederte Jack nun doch ziemlich zornig, dann kam er näher. "Hör zu, Milchgesicht! Wenn dein Vater nicht der Boss von Meinem wäre, hätte ich dich längst in den Boden gestampft, also treibs nicht zu weit, verstanden? Sonst könnte ich deine Freunde verprügeln. Gehen wir, Leute!"
Voller Verachtung sah Joey ihnen nach. Wie konnten diese Mistkerle nur so sein? Er konnte es wirklich nicht verstehen!
Dann fiel es ihm ein! Max! Wenn sie ihn zuerst fanden, könnte es übel ausgehen.
Schnell rannte Joey los und kam schlitternd vor dem großen Tor zum Stehen. Fast wäre er in Max hineingerannt, konnte sich gerade noch bremsen.
"Max!", rief er atemlos. "Du musst schnell zu einem Lehrer! Jack und seine Gang... die wollen dich fertig machen!" |
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Fellknäuel Forengründer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.08.2007 Beiträge: 11177 Wohnort: Nähe Rosenheim, Bayern
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Verfasst am: 10.01.2011, 22:05 Titel: |
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"Oh hi, Joey!" grüßte Max erfreut, als er einen seiner Freunde erblickte. "Unkraut vergeht nun mal nicht, was?" meinte er eine Grimasse ziehend, als er die Warnung erhalten hatte. Er sah sich um, als erwarte er, die vier jederzeit auf tauchen zu sehen, doch sonderlich beunruhigt wirkte er nicht. Das lag jedoch in erster Linie an der weithin sichtbaren Gestalt von Mr. Howard, dem Schuldirektor, der sich gerade eben vor dem Eingang ihres Schulgebäudes postiert hatte, zusammen mit Mrs. Wormwood, einer der weiblichen Lehrkräfte. Die beiden warteten vermutlich auf die Mitglieder der Blindenklasse; Max hatte gehört, daß Wormwood die Lehrerin dieser Klasse sein würde.
Wie auch immer, wer versuchte, unter Howards Blicken einen Schüler zusammen zu schlagen, konnte sich auch gleich freiwillig zum Nachsitzen melden.
"Keine Sorge, Joey, siehst du?" sagte er und deutete auf den Direktor. "Ich glaube, wir können ganz beruhigt sein."
Dennoch... er hatte gute Lust, diesen hirnlosen Schlägern einmal eine Lektion zu erteilen, die sie so schnell nicht vergessen würden. Die sonderbaren Fähigkeiten, die er vor etwa zwei Wochen an sich entdeckt hatte, würden ihm dabei sicherlich hilfreich sein. Außer ihm wußte allerdings niemand davon, selbst seine Mutter nicht - er hatte bislang nicht den Mut gefunden, es jemandem zu erzählen.
Plötzlich fiel sein Blick auf einen Schüler, der an der Seite auf einer Bank hockte. Er sah nicht besonders ungewöhnlich aus, doch die auffällige schwarze Sonnenbrille und der Hund an seiner Seite ließen in Max den Verdacht entstehen, daß es sich hier um einen der blinden Schüler handelte.
"Sieh mal," sagte er leise und tippte seinem Freund dabei auf den Unterarm, während er die andere Hand nach diesem Jungen auf der Bank aus streckte. "Scheint einer der neuen zu sein. Ich geh mal zu ihm!"
Er näherte sich dem Jungen bis auf wenige Schritte und baute sich vor ihm auf. Der Umstand, daß der andere ihm nicht gezielt entgegen sah, bestärkte Max zumindest in seinem Verdacht.
"Hi," grüßte er freundlich und hob dabei die Hand. "Hab dich hier noch nie gesehen, bist du neu hier? Max Kazelty mein Name, und deiner?" _________________
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Zuletzt bearbeitet von Fellknäuel am 10.01.2011, 22:17, insgesamt einmal bearbeitet |
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Grimbor Vorbild des Forums

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.04.2010 Beiträge: 4078 Wohnort: Königsbrunn, bei Augsburg
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Verfasst am: 10.01.2011, 22:11 Titel: |
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'Schalt' um! Bitte', flehte Matt in Gedanken und erstaunlicherweise - denn eigentlich zeigte sie seit kaum fünfzehn Sekunden rot, Matt hatte beobachten können, wie sie umschaltete - sprang die Ampel in genau dem Moment, da er schon in die Bremse treten wollte, auf grün. Glück gehabt! Er hatte öfters Glück in letzter Zeit. Grüne Welle, das war ein Luxus, den er aus der Zeit, als er noch mit dem Rad fahren oder sich von den Eltern chauffieren lassen musst, nicht wirklich gewohnt war. Nicht in New Heaven. Wer auch immer für die Verkehrsgestaltung in dieser Stadt verantwortlich war musste ein ausgesprochener Sadist sein. Anders ließen sich diese absonderlichen Ampelschaltungen, die einen bei auch nur leicht überhöhter Geschwindigkeit garantiert an jeder Kreuzung zum stehen zwangen, nicht zu erklären. Aber - lag es daran, dass er mit dem neuen Motorrad selbst entscheiden konnte, wie schnell er fuhr oder an der Route, die er früher nie genommen hatte - in letzter Zeit hatte Matt Glück. Schon wieder sprang eine Ampel nach einem bangen, flehenden Blick um, ließ ihn weiter jagen. Grüne Welle!
Matt hatte den Weg durch einen Randbezirk New Heavens gewählt. Natürlich wäre es durch die Innenstadt kürzer gewesen, aber zum Teufel! Er wollte verflucht sein, wenn er sich zu dieser Stunde da durch quälen wollte. Berufsverkehr! Es gab nichts schlimmeres. Er brauchte freie Straßen. Wo blieb denn der Witz an einem Motorrad, wenn man es nicht ausreizen konnte? Um sich zwischen den schwerfälligen, stinkenden, hupenden Bolliden der Banker und Manager durchzuschlängeln hätte es ein Roller völlig getan. Also durch die Industrieviertel. Die waren zwar reichlich herunter gekommen und was für Gesindel sich hier nachts auf den Straßen rumtrieb wollte Matt gar nicht wissen - schon des öfteren hatte er die schemenhaften Gestalten der Obdachlosen unter der Brücke und bei den Müllkontainern auf den Hinterhöfen gesehen - aber immerhin waren die Straßen frei. Grüne Welle! Über die Kreuzung hinweg, immer geradeaus. Der Motor brüllte auf als er noch etwas mehr Gas gab und hätte er das Visir seines Helms nicht geschlossen, er hätte wohl eine ordentliche Portion Mücken geschluckt, so breit war sein Lächeln. Das war wahre Freiheit! Einfach fahren, immer nur weiter fahren. In die Werkstatt kam er noch zeitig genug. Frei! Grüne Welle! Voller Übermut legte Matt sich in die Kurve, bog nach rechts, zum Fluss hinab obwohl der kürzeste Weg ihn hier direkt nach links geführt hätte. Doch wer nahm schon den kürzesten Weg, wenn er noch so viel Zeit hatte? Es war morgen, die Sonne schien mild und wärmend auf die schwarze Lederjacke und er konnte fahren, fahren wie schon lange nicht mehr. Diesen Spaß würde er sich nicht nehmen lassen. Noch zwei, drei Blocks weiter, das musste sein. Dort vorn an der Brücke konnte er immer noch wieder nach links abbiegen und dann zur Werkstatt. Beinahe zu rasch flogen die Blocks an Matts Linker vorbei. Eine Seitenstraße, dann noch eine. Die nächste würde er abbiegen müssen. Schon flog die Brücke zu seiner rechten vorbei und er legte sich steil in die Kurve.
Und dann geschah es. Irgendwo in seinem Rücken bellte ein Hund. Ein einzelner, scharfer, durchdringender Laut. Aber es genügte, dass Matt für einen Moment zusammen zuckte. Die Konzentration verlor. Mitten in der Kurve. Dass er sich zu weit nach innen gelehnt hatte merkte er noch bevor es ihn aus dem Sitz hob. Oder besser: bevor die Maschine unter ihm sich selbstständig machte. Denn mit einem mal war sie nicht mehr da, wo sie noch eben gewesen war. Für einen irrwitzigen Herzschlag konnte Matt wie im schweben sein Motorrad davon schlittern sehen, dann schlug er auf den harten Asphalt. Jacke, Helm und Handschuhe dämpften den Fall, dennoch war es eine alles andere als angenehme Erfahrung als er sich überschlug, der Maschine einen Meter hinterher rollte und dann bäuchlings aufschlug. "Scheiße!", fluchte Matt in sein Visier, zwang sich dann aber, direkt wieder aufzustehen. Mit den behandschuhten Händen stemmte er sich vom Asphalt ab, kam mit einem Sprung wieder auf die Beine. Das Hochgefühl, das ihn noch vor ein paar Herzschlägen erfüllt hatte, war wie weggeblasen. Missmutig, schnaubend klopfte er sich den Dreck der Straße von Jacke und Hose. Und zuckte zusammen. Ein heißes Pochen ging von seinem Knie aus. Ein kurzer Blick hinab zeigte, dass die Jeans dort in Fetzen hing. Und ein unansehnlicher roter Fleck sich auf dem blauen Stoff ausbreitete. "Scheiße!", fluchte Matt erneut, diesmal das Visier aufreissend und den ganezn frust hinaus schreiend. Irgendwo in seinem Rücken kläffte erneut ein Hund. _________________ Was könnt' schöner sein am siegen,
als fürs Töten Geld zu kriegen?
Was könnt' schöner sein,
als ein Söldnerschwein zu sein? |
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Basol Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2010 Beiträge: 1301
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Verfasst am: 10.01.2011, 22:14 Titel: |
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Joey sah auch den Blinden mit dem Hund, auch er hatte von der Zusammenlegung der Schulen gehört. Ein Jammer, dass die Blindenschule geschlossen worden war, aber nicht zu ändern. Er würde sie auf jeden Fall gebührend willkommen heißen.
Dennoch machte sich er sich ein wenig Sorgen um die Neuankömmlinge. Jemand, der noch nicht einmal sehen konnte, war besonders leichte Beute für Jacks Bande. Zwar waren denen im Moment die Hände gebunden, da keiner von ihnen große Lust hatte, Stress mit dem Rektor zu kriegen (so waren sie eben, die feigen Ratten). Dennoch waren Howards wachsame Augen nicht überall und eine ganze Klasse vor gewaltsamen Übergriffen zu schützen würde sicherlich schwer werden, doch Joey würde sein Bestes geben. Das war nun seine große Mission, für Gerechtigkeit zu sorgen, genau wie Batman, Spiderman und Superman.
"Hi, ich bin Joey.", sagte er und schüttelte direkt die Hand des Blinden. |
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Nemthos Vorbild des Forums

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.08.2010 Beiträge: 2354 Wohnort: Erlangen
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Verfasst am: 10.01.2011, 22:46 Titel: |
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Etwas perplex schüttelte Cekay die ihm 'hingereichte' Hand.
"Hey...Ich bin Cekay Wesker. Nett, euch kennenzulernen."
Er sah zu Joey hoch und ließ dessen Hand los.
"Machst du das immer so direkt, oder gibt es dafür nen bestimmten Anlass?"
Nanuk kam unter der Bank hervorgekrochen und knurrte leicht in Joeys Richtung. Er kraulte seinen Hund kurz hinter den Ohren.
"Ist ja gut mein Kleiner. Er hat's sicher nicht so gemeint."
Er sah Joey mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Oder?"
Ohne eine Antwort zu erwarten wandte er sich der zweiten, schöneren und etwas tiefer gelegenen Stimme zu und nickte kurz.
"Ja, bin heute den ersten Tag hier. Hab die Schule gewechselt, deshalb auch jetzt, mitten im Schuljahr."
Zuletzt bearbeitet von Nemthos am 11.01.2011, 00:59, insgesamt einmal bearbeitet |
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Fellknäuel Forengründer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.08.2007 Beiträge: 11177 Wohnort: Nähe Rosenheim, Bayern
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Verfasst am: 10.01.2011, 22:59 Titel: |
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Max nickte leicht. Reine Gewohnheit, ihm war gar nicht klar, daß Cekay die Bewegung ja nicht einmal sehen konnte. "Ja, hab davon gehört. Deine Schule wurde geschlossen, stimmt´s? Ich hoffe, es wird dir hier gefallen."
Das glaubst du doch selbst nicht, Max, schalt er sich in Gedanken. Er konnte sich nicht vor stellen, wie es Cekay hier an dieser Schule auch nur annähernd so gut gehen sollte wie an seiner alten Schule. Aber zumindest würde er vor Schlägern sicher sein - nicht einmal Jack und seine Bande würden es wohl wagen, sich an einem vollkommen wehrlosen zu vergreifen. Nun, zumindest hoffte Max das - nicht zuletzt in deren Interesse! _________________
"Letzte Frage: was ist der Unterschied zwischen einer Ente?"
"Sie hat mit den Terroristen geschlafen, um an deren Pläne zu kommen!"
"Geheime Aufklärungsarbeit!"
"Mit deiner Vagina!"
"Aber doch nur für unser Team!"
"Ich denke, wohl eher mit dem ganzen Team!"
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Ich bin Batman! |
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Lias Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2010 Beiträge: 2845 Wohnort: Kölle
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Verfasst am: 10.01.2011, 23:51 Titel: |
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Irgendwer brauste vor dem Haus mit dem Motorrad entlang. Laut dröhnte das Motorengeräusch in Pias Ohren. Kurz hielt das Mädchen beim Abspülen inne. Warum fuhr jemand mit einer solchen Maschine durch so ein Viertel? Außer abgewrackten Fabriken und ein paar Dingern, die ironischerweise als "Häuser" bezeichnet wurden, gab es hier nichts. Der Hund der Nachbarn bellte. Gleich darauf ertönte von draußen das Geräusch von Metall auf Asphalt. Jemand brüllte laut. Pia ließ beinahe den Teller fallen. Ob sich da jemand was getan hatte? Besser mal nachsehen. Nicht, dass dort draußen jemand ernsthaft verletzt war.
Ein paar Meter hinter dem Nachbarshaus stand ein junger Mann, mit Motorradhelm auf dem Kopf. Das Motorrad hingegen lag einige Meter weiter.
"Haben Sie sich was getan, Mister? Soll ich einen Krankenwagen rufen?" _________________ "Did you really punch the president of the assassins guild?"
"Yes, sir."
"Why?"
"Didn't have a dagger, sir."
"I thought what i'd do was to pretend i was one of those deaf-mutes, or should i?" |
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Basol Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2010 Beiträge: 1301
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Verfasst am: 11.01.2011, 13:33 Titel: |
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"Hallo, Cekay.", sagte Joey lächelnd. "Tut mir Leid, wenn ich dich überrumpelt habe."
Er sah den bedrohlich knurrenden Hund und wich einen Schritt zurück. Hunde waren nicht die harmlosesten Haustiere, es gab gelegentlich sogar Meldungen von Fällen, wo sie Menschen ernsthaft verletzt hatten. Zumindest der kleine Hund von Joeys Nachbarin war aggressiv und bissig und das tat weh. Schon einige Male hatte sich der Hund übel gerächt, wenn Joey ihn geärgert hatte, weswegen er vorsichtiger mit diesen Tieren geworden war. Vor Allem dieser große Hund war noch gefährlicher und würde sein Herrchen sicherlich bis aufs Blut verteidigen.
"Liebes Hundi, braves Hundi.", sagte Joey beruhigend. |
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Fellknäuel Forengründer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.08.2007 Beiträge: 11177 Wohnort: Nähe Rosenheim, Bayern
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Verfasst am: 11.01.2011, 15:00 Titel: |
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"Hübsches Tier," kommentierte Max, der nun auch mehr auf den Hund achtete. Wenn Cekay diesen Hund jeden Tag dabei hatte, würden sich die meisten Schläger sicher von ihm fern halten. Er streckte seine Hand nach ihm aus und hielt sie ihm vor die Schnauze, damit das Tier seinen Geruch an nehmen konnte. Max hatte gehört, daß einige Hunde niemanden an sich ran ließen, so lange sie keine Gelegenheit hatten, den Geruch einer Person kennen zu lernen. "Wie ist sein Name, Cekay?" _________________
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Basol Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2010 Beiträge: 1301
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Verfasst am: 11.01.2011, 17:17 Titel: |
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Shadow beobachtete die Stelle, an der sich der Unfall ereignet hatte, aus einem Versteck hinter einem Müllcontainer. Das sah aus, wie leichte Beute und er bräuchte mal wieder eine neue Aufladung...
Doch halt! Da kam ein Mädchen zu Hilfe! Brian wog seine Chancen ab. Er gegen einen verletzten Jungen und und ein Mädchen... Das könnte knapp werden, wenn er auf den Einsatz seiner Kräfte verzichten wollte. Diese wollte er nicht verschwenden, wo sie doch knapp wurden.
Dennoch beschloss er, die anderen Beiden aus der Entfernung zu beobachten. Helfen wollte er nicht. Das Leben war eben hart und jeder musste zusehen, wie er zurechtkam. Shadow hatte es auf die harte Tour gelernt, als er damals diese Narbe verpasst bekommen hatte, wurde der blutende Junge, der sich zurück zum Heim schleppte, von den Passanten aus Feigheit oder Gleichgültigkeit ignoriert. Wer half, der machte dies eben auf eigenen Nachteil und wer auch noch glaubte, der Gefallen würde erwiedert werden, der war nicht nur naiv, sondern schlichtweg dumm.
Dennoch beobachtete er die Beiden weiter - er wollte ja wissen, was so alles durch sein Revier fleuchte und kreuchte. Wenn die beiden sich trennen sollten, würde Shadow zuschlagen und sich einen von ihnen schnappen.
Zuletzt bearbeitet von Basol am 03.08.2011, 17:34, insgesamt einmal bearbeitet |
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Vicati Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.02.2010 Beiträge: 3434
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Verfasst am: 11.01.2011, 17:35 Titel: |
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Ein nervtötendes Bimmeln ertönte. Scott Adragòn stöhnte und drehte sich auf seinem Bett dem Wecker zu. Ein nachtblaues Leuchten erhellte für wenige Sekunden den Raum, dann verstummte das Weckgeräusch abrupt. Scott drehte sich wieder auf den Rücken und war erneut eingeschlafen.
Eine halbe Stunde später rüttelte etwas an seiner Schulter. Er stöhnte.
"Scott, steh auf!", befahl die Stimme seiner Mutter auf Spanisch.
"Hmmmrrrr.... Noch zehn Minuten?", murmelte Scott noch im Halbschlaf.
"Ich muss los. Wo ist überhaupt dein Wecker? Kannst du Ann zur Schule bringen? Frühstück steht auf dem Tisch, aber für das Mittagessen konnte ich euch noch nicht einpacken. Kannst du das machen?", sprach seine Mutter eindringlich auf ihn ein. "Und Ann musst du auch wieder aus der Schule abholen, ich schaffe es nicht."
"Aber, Mom, ich habe noch...", versuchte Scott zu erwidern, nachdem er sich langsam aus dem Reich der Träume lösen konnte.
"Bitte, Scott."
"Na, schön, ich kümmere mich darum", willigte er schliesslich ein.
"Danke", seine Mutter drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. "Was würde ich nur ohne dich machen? Gib Ann einen Kuss von mir."
Kaum hatte sie geendet, sprang sie zur Tür hinaus. Scott hörte nur noch das Knallen der Haustür und das Klappern ihrer Absätze auf der Treppe draussen. Nachdem diese verstummt waren, blickte er sich um und streckte dann eine Hand aus. Eine blaue Kugel formte sich und nahm schnell die Gestalt seines Weckers an. Dieser bimmelte immer noch. Schnell schaltete er ihn ab und stellte ihn auf seinen Nachttisch. Dann griff er nach seinen sauber zusammengefalteten Kleider- blaue Jeans, ein graues Hemd, weisse Sportsocken und seine neuen Turnschuhe -, die er gestern bereit gelegt hatte und zog sich an. Dann trat er aus seinem wohlgeordneten Zimmer hinaus ins Chaos. Die Wohnung der Familie Adragòn war ein wildes Durcheinander, nur Scotts Zimmer war eine wahre Oase der Ordnung. Er trat zu der Tür, die seiner gegenüber lag und betrat das Zimmer seiner kleinen Schwester.
"Ann? Aufstehen", er trat über einige Puppen hinweg zu ihrem Bett und wuschelte durch den goldbraunen Lockenkopf, der sich auf dem Kissen ausbreitete. Sie war genauso ein Morgenmuffel wie er. Aber im Gegensatz zu ihr hatte er inzwischen gelernt, früher aufzustehen, sie musste man immer noch förmlich aus dem Bett zerren.
"Noch zehn Minuten..."
"Nein, keine zehn Minuten. Du stehst jetzt auf und zeihst dich an, in zehn Minuten will ich dich am Tisch sitzen sehen", erwiderte Scott mit einem Lächeln. Genau dieselben Worte wie sie jetzt hatte er eben gegenüber seiner Mutter verwendet.
„Mmh…du bist so gemein, Scott. Lass mich doch noch ein wenig schlafen“, murrte sie in ihr Kissen.
„Es ist Montag und heute musst du auch noch zu dieser Untersuchung, also hopp, hopp, du willst da doch nicht ohne Frühstück hin, oder?“
Ann seufzte, dann war das Rascheln einer Decke zu hören und sie quälte sich aus dem Bett.
„Verschwinde aus meinem Zimmer, ich will mich umziehen.“
Scott lächelte erneut und verschwand in die Küche.
Tatsächlich sassen die Geschwister zehn Minuten später am Küchentisch und assen ihr Frühstück. Scott hatte noch ein paar Brote belegt und eingepackt, so dass er Ann gleich zu ihrer Schule bringen konnte. Mit ihren knapp acht Jahren ging sie in eine andere Schule als er, die unglücklicherweise auch noch in der entgegengesetzten Richtung als seine lag.
Nach weiteren zehn Minuten stapelte sich noch ein wenig mehr Geschirr neben dem Küchenbecken. Scott hatte keine Zeit, sich auch noch darum zu kümmern, sie mussten jetzt los. Ann trug ihre rosarote Tasche und Scott hatte sich seinen Rucksack über die Schulter geworfen. Glücklicherweise lag gleich gegenüber von ihrem Haus eine Bushaltestelle, so dass sie nicht auch noch weit laufen mussten. Im Bus setzten sie sich in die hinteren Reihen und fuhren los.
Nach zwei Stationen stieg eine grauhaarige Frau mit einem Mädchen mit Schleife und Kleid ein. Scott kannte sie, das war Mrs Silver und die Kleine, ihre Enkelin, hiess Theresa und war Anns beste Freundin. Demzufolge stürzte sich Ann, kaum waren sie im Bus, auf das Mädchen und plapperte los. Scott trat währenddessen leicht lächelnd zu Mrs Silver.
„Mrs Silver?“, fragte er.
„Nenn mich Martha, Scott, das habe ich dir schon ein paar Mal gesagt“, antwortete die Frau und erwiderte sein Lächeln breit.
„Martha? Würde es ihnen etwas ausmachen, Ann nach der Schule mitzunehmen? Ich habe noch Fechttraining und meine Mutter muss arbeiten. Ich hole sie auch nach dem Training sofort ab, wenn sie möchten“, breitete Scott sein Anliegen vor der Dame aus. Mrs Silver war eine der wenigen Menschen, zu denen Scott nicht schroff und abweisend war. Er mochte die alte Dame.
„Natürlich nicht. Du kannst dir auch einen schönen Nachmittag machen, die Mädchen haben bestimmt nichts dagegen, noch ein wenig länger zusammen sein zu können.“
Nachdem der Bus bei der nächsten Station hielt, beugte sich Scott kurz zu Ann hinunter.
„Ann, nach der Schule gehst du zu Mrs Silver, in Ordnung?“, sie nickte freudig grinsend und hauchte ihm einen Kuss auf die Backe. Er wuschelte ihr noch einmal durch die Haare und verliess dann den Bus, um auf einen zu warten, der in die Richtung seiner Schule fuhr.
Fünf Minuten später kam tatsächlich ein Bus an, doch der fuhr leider nicht weit genug. Noch gut einen Kilometer war er von der Schule entfernt. Scott sah auf die Uhr an seinem Handgelenk, überschlug die Zeit die er noch hatte und die Strecke zur Schule und biss sich auf die Lippen. Er würde zu spät kommen. Es sei denn…
Scott sah sich misstrauisch um und verschwand dann in einer Gasse. Dort hielt er beide Hände, etwa eine zwei Faustbreiten voneinander entfernt vor seine Brust. Eine schimmernde, leicht durchscheinende, blaue Kugel materialisierte sich zwischen seinen Händen. Er konzentrierte sich auf seine Schule und auf eine andere Gasse, eine Sackgasse ganz in der Nähe seiner Highschool. Die Kugel setzte sich in Bewegung und verschwand in der Wand vor ihm. Scott verliess die Gasse und lief los. Trotz seiner seltsamen, neuen Kraft war die Schule noch zu weit entfernt, mindestens einen halben Kilometer musste er noch laufen.
Schliesslich spürte er nach einigem Laufen, dass die Kugel in Reichweite. Er stoppte und hob eine Hand. Eine weitere Kugel, diesmal aber nicht durchscheinend materialisierte sich. Diese drückte er sich nun in die Brust. Mitten auf der Strasse löste er sich in nichts auf.
Sekunden später trat er aus der Gasse. Er befand sich nun im Sichtfeld dreier Jungen bei einer Bank. Doch Scotts Gedanken waren noch an dem Ort, an dem er eben gewesen war. Diese seltsame, blaue Ebene war unheimlich. Er schüttelte sich kurz und ging dann zur Schule. _________________ Schadenfreude ist die schönste Freude!
    
Zuletzt bearbeitet von Vicati am 12.01.2011, 17:34, insgesamt einmal bearbeitet |
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Ena Schleiferkönig

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.08.2008 Beiträge: 5083 Wohnort: Niederbayern
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Verfasst am: 11.01.2011, 17:36 Titel: |
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Der sanfte Duft frisch gebackener Waffeln. Das leise Flüstern seiner Bettdecke, die ihn wohlig warmhielt, während er verschlafen hochblinzelte und in das freundliche, liebevolle Gesicht seiner Mutter schaute, die ihn vorsichtig geweckt hatte.
Hah, bestimmt.
Shawn warf, geweckt von seinem treuen Radio, aus dem es auf voller Lautstärke scholl, die Decke zur Seite. Kurz betrachtete er seine Hand, die voller Tinte war. Wo waren denn seine Haare? Er tastete nach oben, ergriff seinen Haarreif und beförderte ihn irgendwo in die Ecke. Augenblicklich hingen sie ihm ins Gesicht. Halt, da war noch was. Mit einem Knister-Geräusch landete die schwarze Hornbrille auf der Chipstüte am Schreibtisch. Schon Morgen. Und Schule. Verschlafen blinzelte er auf den geöffneten Federhalter auf seinem Laken, direkt neben den reichlich zerknüllten Mathematikaufgaben. Er hätte vielleicht nicht die ganze Nacht lernen sollen. Ein unangenehmes Gefühl drückte auf seine Schläfen. Kopfschmerzen. War ja klar. Shawn entstieg dem Bett, wobei er gleichzeitig die Jeans und den Hoodie vom Wochenende abwarf und sich danach schwarze Boxershorts aus der ihm gähnend entgegenhängenden Unterwäschenschublade nahm. So bepackt wanderte er durch die Wohnung. Seine Eltern schliefen ohnehin noch - dachte er. Als er das Wohnzimmer passierte, hörte er den Fernseher laufen. Seine Mutter blickte ihm entgegen, sagte aber nichts, genausowenig wie er.
Nach der allmorgendlichen Dusche kam er mit nassen Haaren zurück, auch da tat seine Mutter nichts. Bis auf sich auf dem Sofa umfläzen. Beinahe war er vorbei, da hob sie doch den Kopf und er blieb kurz stehen, sah sie mit einer Mischung aus Langeweile und Ungeduld an.
"Hast du die Chips gesehen, Schatz?"
Er grummelte, klopfte sich gegen den Bauch. "Da drin. Gestern abend hatte ich Hunger und der Kühlschrank war wie immer leer..."
"Natürlich, und da isst du einfach MEINE Chips...du hättest einkaufen gehen können!" Sie stieß ein Schnauben aus und drehte sich wieder zum Fernseher, in dem irgendeine Richtershow lief. Ihr Schatten fiel auf dem Boden hinter der Couch, weil das Licht aus dem Fenster sie direkt anschien. Für einen Moment war er versucht, wirklich versucht...
Er fröstelte langsam, nur in Boxershorts. Als er in sein Zimmer ging, musste er wieder innehalten, um sich eine Schimpftirade seines Vaters anzuhören. Was er doch wieder für einen Saustall zusammenhatte, was ihm einfiel den Radio bis zum Anschlag laufen zu lassen...irgendwann in der Mitte ging er einfach vorbei und schmiss die Tür zu, um sich anzuziehen. Ein Schattenfinger leckte unter dem Bett hervor und knippste die Anlage aus. Hach ja, wie er sich auf die Schule freute. Unter normalen Umständen hätte er geschwänzt. Aber heute war die Vorsorgeuntersuchung dran und so sehr er es verachtete mit anderen rumzustehen, sich in derem Armradius aufzuhalten, er konnte sie nicht schwänzen. Man hätte ihn sicherer erwischt als wenn er sich selbst bunt mit Graffiti besprüht nackt tänzelnd dem Direktor präsentiert hätte, indem er ihm eine Rauchfahne aus seiner Zigarette ins Gesicht blies.
Apropos...wo waren seine Kippen?
Eine halbe Stunde (plus Buszeit) später, befand er sich angezogen und gelangweilt auf dem Schulhof, wo reges Treiben herrschte. Ah, er hatte fast vergessen, dass sich einige Blinde jetzt auf der Schule herumtrieben. Die Tasche hing ihm von der Schulter, als er in die Hosentasche griff und sich eine Zigarette ansteckte. Er wollte nicht unbedingt sofort Nachsitzen kassieren (hatte er die letzte Woche schon dreimal ertragen), weswegen er sich an einen Baum nahe einer Bank lehnte, wo ein Hund, ein Junge und zwei weitere Jungen standen. Er war hoffentlich weit genug entfernt, dass sie kein Gespräch anfingen - das würde seinen Tag vollends zerstören... _________________
Savior |
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Nemthos Vorbild des Forums

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.08.2010 Beiträge: 2354 Wohnort: Erlangen
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Verfasst am: 11.01.2011, 17:44 Titel: |
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Cekay vollführte eine wegwischende Bewegung in Richtung Joey.
"Passt schon. War nur etwas überrascht. Bei uns schüttelte man sich nicht so oft die Hände."
Währenddessen schnüffelte Nanuk kurz an Max Hand und begann anschließend diese abzulecken. Cekay klopfte ihm kurz auf den Rücken.
"Das ist Nanuk. Anscheinend mag er dich sehr, Max."
Als er hörte, wie Joey einen Schritt zurückwich lächelte er kurz.
"Keine Angst, der ist meistens nicht gefährlich...er will nur spielen und auf mich aufpassen." |
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Redeyes Schleiferkönig

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 6618 Wohnort: Frostwolf
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Verfasst am: 11.01.2011, 22:09 Titel: |
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Celest schlief noch, während die anderen Kinder in ihrem alter nun bereits aufstanden und zur Schule mussten. Celest hatte dieses problem nicht, dafür genügend andere und eines meldete sich gerade lautstark mit rufen.
"Celest!! Wo Bist du?!?"
Arg nicht schon wieder diese olle Tante vom Jugendamt. Celest seufzte und wollte sich aufsetzen, doch etwas schweres felliges lag auf ihr und verhinderte dies. Sie musste kichern. "Ach Odin.." Celest hatte zwar kein Bett, geschweige den eine Decke, dafür aber unmengen an flauschigen Hunden die sie selbst in kalten nächten besser warmhielten als eine Decke. Sie kraulte den Husky zärtlich hinter den Ohren, worauf dieser erwachte und Celest zur begrüsung ersteinmal ableckte. Als er jedoch bellen wollte legte Celest ihm sanft die hand auf die Schnauze. "Nicht so laut mein bester, die lakeien des Jugendamts sind wiedermal auf der suche nach mir, wir müssen einen stillen abgang machen."
Odin hechelte freundlich und stieg von Celest hinunter damit sie aufstehen konnte. Vorsichtig, um auf niemanden zu treten, schlich das merkwürdige Paar von der rufenden stimme weg. Kurz nachdem sie die schlafende meute von Hunden durchquert hatten erklang wieder die stimme der Jugendamt-tante, diesesmal jedoch viel zu nahe.
"Celest schätzchen da bist du ja endlich habe ich dich gefunden, warum machst du es mir immer so schwer?" "hmm las mich mal überlegen, vieleicht weil ich nicht von euch gefunden werden will? Wie oft muss ich es den noch sagen, lasst mich endlich in ruhe! Ich will eure sogenante Hilfe nicht!" "Schätzchen du weist ja nicht von was du da red..." "Oh das weis ich sehr genau und ich verzichte." Celest steckte sich zwei finger in dem Mund und Pfiff darauf so grellend laut das alle Hunde erwachten und sich aufrappelten. Ohne das Celest noch etwas sagen musste rannten alle Hunde los, unter der Brücke hervor und verteilten sich danach in alle richtungen. Die Jugendamt-Tante wurde dabei einfach umgerannt. Celest musste grinsen und rannte mit Odin zusammen ebenfalls los. Als sie unter der Brücke hervorkam sah sie oben ddas Auto des jugendamts bei dem zwei Handlanger der Jugendamt-Tante standen und ebenfalls völlig von der meute überrumpelt waren, so das sie gar nicht auf Celest achteten. Diese machte sich auf den Weg in die innenstadt wo sie untertauchen konnte. Später würde sie die Schulen abklappern wenn dort Pausen waren, meist hatten die Kantinen Reste oder etwas überschüssig was sie sich dann schnappen konnte. _________________
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Grimbor Vorbild des Forums

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.04.2010 Beiträge: 4078 Wohnort: Königsbrunn, bei Augsburg
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Verfasst am: 11.01.2011, 22:25 Titel: |
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Vor lauter Wut - gegen wen oder was, das hätte er zwar nicht so sagen gewusst, dennoch rauchte er innerlich - hatte Matt überhaupt nicht bemerkt, wie jemand zu ihm auf die Straße getreten war. Erst als sie ihn ansprach wandte er sich verdutzt zu dem Mädchen um. Dunkle Haare, dunkle Haut, dunkle Augen. Südländischer Typ. Doch vor allem fiel ihm auf, wie sie ihn ansprach. Mister... Das klang so förmlich steif, dabei war sie in etwa in seinem Alter. Für einen Moment überlegte er, ob sie vielleicht eine Ausländerin war, die mit der englischen Sprache noch ihre Probleme hatte, doch dann ging ihm auf, dass er nach wie vor seinen Helm trug. Kurzerhand nahm er ihn ab und schenkte ihr sein breitestes Grinsen, seine Wut war wie weggeblasen. Es war ja schließlich sein eigener dummer Fehler gewesen. Kein Grund wütend zu sein, das passierte schließlich jedem mal. Nur ein bisschen peinlich, dass es ausgerechnet vor den Augen dieses Mädchens passieren musste. Doch, was sollte es? Den Eindruck konnte er auch wieder gerade biegen.
"Wegen dem Kratzer wird's keinen Arzt brauchen", antwortete er betont lässig obwohl sein Knie inzwischen ziemlich heftig brannte und das Blut nach wie vor sein Bein hinab rann, "Da kommt ein Pflaster drauf und das hat sich. Heute kommt sowieso so ein Doc in die Werkstatt, bis dahin halte ich es schon aus. Mir geht's gut. Hoffentlich hat mein Baby es auch heil überstanden..." Und ohne eine Antwort abzuwarten wandte er sich um und war mit drei, vier raschen Sätzen bei seiner Maschine. Sie lag ganz ruhig auf der Straße, so als hätte er sie nur eben abgelegt. Der Motor war aus. Wie merkwürdig... Eigentlich müsste er noch laufen. Auch wenn es so natürlich besser war. Die Beine in den Boden stemmend machte er sich daran, sein Ein und Alles wieder auf beide Räder zu hieven. Ein kurzer Ruck genügte, dann stand sie wieder. Matt nahm sich volle zwei Minuten Zeit, die Maschine zu untersuchen, begutachtete sie von allen Seiten und ließ auch den Motor probeweise aufheulen. Alles schien in Ordnung. Glück im Unglück gehabt. "Sie ist heile!", verkündete er dem Mädchen stolz, "Nur der Lack ist ein bisschen ab. Aber das kann ich heute in meiner Pause wieder richten. Auch nur ein Kratzer!" Und er grinste abermals von einem Ohr bis zum anderen, auch wenn die Bemerkung nicht wirklich witzig war. Dafür war das Lächeln umso gewinnender. "Ich bin übrigens Matt." _________________ Was könnt' schöner sein am siegen,
als fürs Töten Geld zu kriegen?
Was könnt' schöner sein,
als ein Söldnerschwein zu sein? |
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Lias Wertvolles Mitglied

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2010 Beiträge: 2845 Wohnort: Kölle
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Verfasst am: 11.01.2011, 23:09 Titel: |
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"Hauptsache Ihnen- Dir ist nichts passiert", plötzlich wünschte sich Pia, dass sie sich etwas schicker angezogen hätte. Die Haushaltssachen sahen nunmal nach nichts aus. Der Junge, denn als der Helm sein Gesicht nicht mehr verdeckte, erkannte Pia, dass Matt kaum älter sein konnte als sie selbst, lächelte recht freundlich. Mit einem schmaleren Lächeln wurde das des jungen Mannes beantwortet: "Pia. Seid Ihr-Bist du dir sicher, dass alles in Ordnung ist? So eine Wunde kann sich leicht entzünden. Ist keine schöne Sache, vor allem, weil man sie leicht verhindern kann." Interressiert machte Pia einige Schritte auf das Motorrad zu. In ihren ungeschulten Augen war das Gefährt ein Prachtstück. Andererseits kannte sie sich nicht aus.
"Wo arbeiten S... arbeitest du denn?" _________________ "Did you really punch the president of the assassins guild?"
"Yes, sir."
"Why?"
"Didn't have a dagger, sir."
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Fellknäuel Forengründer

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.08.2007 Beiträge: 11177 Wohnort: Nähe Rosenheim, Bayern
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Verfasst am: 11.01.2011, 23:47 Titel: |
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"Das Vieh sollte besser auf passen, daß Kazelty es nicht an grapscht!" hörte Max plötzlich eine Stimme in seinem Rücken. Er mußte sich nicht einmal um drehen, um zu wissen, daß Jack und seine Speichellecker den Weg zu ihnen gefunden hatten. "Bei ner Schwuchtel weiß man ja nie, zu was die fähig ist!"
Das Gelächter, das darauf aus brach, ließ Max kalt - es waren ohnehin hauptsächlich Jack und seine Kumpels, die lachten, und noch ein paar andere Kinder im Umkreis. Die meisten Reaktionen fielen bestenfalls neutral aus, aber es waren durchaus auch ein paar feindselige Blicke darunter, die dem Möchtegern-Komiker zu geworfen wurden. Im Gegensatz zu Jack war Max an seiner Schule nämlich durchaus beliebt.
Ohnehin kümmerte er sich nicht um provokante Bemerkungen bezüglich seiner Sexualität, und normalerweise hätte er den älteren Jungen einfach ignoriert. Doch die Gelegenheit, seine neuen Fähigkeiten ein wenig ein zu setzen, war einfach zu verlockend, und schließlich gab Max der Versuchung nach. Er richtete sich auf und schlüpfte unauffällig mit dem rechten Fuß halb aus seiner Sandale heraus, so daß die Ferse das Schulhofpflaster berührte. Sofort spürte er unzählige Vibrationen in seinem Fuß, und ein Bild eines Großteils des Schulhofes erschien vor seinem geistigen Auge, und er erkannte jede noch so kleine Unebenheit darauf, ebenso wie jedes Lebewesen, das sich hier befand.
"Das ist übrigens Jack, der Schultrottel," sagte er lässig an Cekay gewandt. "Er zieht mich immer auf, aber ich glaube, insgeheim ist er scharf auf mich."
Die Provokation wirkte, und Jack wurde wütend. "Was laberst du da, du dreckige kleine Schwuch-!"
Weiter kam er nicht, denn gerade als er einen Schritt auf Max zu machte, brach eine Steinspitze, so klein, daß sie nur sehen konnte, der wußte, wonach er zu suchen hatte, direkt unter Jacks hinterer Ferse wuchtig aus dem Boden, so daß der Junge das Gleichgewicht verlor und mit den Händen rudernd vornüber auf das Pflaster fiel. Sein Gesicht kam dabei nur ein kleines Stück hinter Max zum Liegen. Dieser fuhr schlagartig herum und machte ein vollkommen erstauntes Gesicht. "Aber daß er sich mir gleich zu Füßen wirft, hätt ich auch nicht erwartet...!" rief er mit gut gespielter Überraschung.
Diesmal fiel das Gelächter wesentlich lauter und intensiver aus als gerade eben noch. Die Steinspitze, die Jack zu Fall gebracht hatte, ließ Max rasch wieder im Boden verschwinden. _________________
"Letzte Frage: was ist der Unterschied zwischen einer Ente?"
"Sie hat mit den Terroristen geschlafen, um an deren Pläne zu kommen!"
"Geheime Aufklärungsarbeit!"
"Mit deiner Vagina!"
"Aber doch nur für unser Team!"
"Ich denke, wohl eher mit dem ganzen Team!"
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