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Max1 Weltmeisterschaft
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3702 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 28.06.2012, 12:16 Titel: |
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SWR2-Radiofeature zur britischen Handball-Nationalmannschaft
Am heutigen Mittwochvormittag sendet das Radioprogramm SWR2 in der Reihe "Tandem" einen 25-minütigen Beitrag, der sich dem Aufbau der britischen Handball-Nationalmannschaft für die Olympischen Sommerspiele 2012 widmet. Die Briten haben Millionen in Talentsuche und den Aufbau von Strukturen im Handball investiert. Die Ausstrahlung des Features beginnt um 10:05 Uhr.
Bei den Olympischen Spielen in London ist Großbritannien als Gastgeber automatisch für die Endrunde in den Ballsportarten qualifiziert. Aber es gibt da ein Problem: Handball ist auf der Insel Exotensport. Die British Handball Association schrieb Sichtungslehrgänge aus für Staatsbürger, die irgendwo auf der Welt Handball spielen. Die frischgebackenen Handballer wurden zum täglichen Training ins Sportinternat nach Dänemark geschickt, schreibt SWR2.de in der Vorschau auf das Feature.
Einer davon, Chris Mohr, war damals 17, Vater Deutscher, Mutter Schottin, in Hessen aufgewachsen und seit der Jugend Handballer. Er verzichtete aufs Abitur und zog ins Internat nach Dänemark. Für drei Monate war der Spielmacher im Jahr 2009 beim damals finanziell klammen TuSEM Essen, zusammen mit fünf anderen Briten, in der Bundesliga aktiv. "Die Chance bekomme ich nur einmal: Olympia! Für andere Sachen habe ich später noch Zeit!", freute sich Mohr schon 2009 gegenüber Der Spiegel über seine Chance.
Das Radioprogramm SWR2 ist digital per Satellit über Astra 1H auf PID 1021 zu empfangen. Kabel BW hat das Radio-Programm auf Astra 1L im Tonunterträger 6.48 (BW) bzw. 7.92 (RP) eingespeist. Kunden von Kabel Deutschland können SWR2 ebenfalls hören. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird das Programm über UKW ausgestrahlt. Im Internet ist SWR2 als Webradio verfügbar. Wer am Mittwoch ab 10:05 Uhr nicht zuhören kann: Das Feature wird zeitnah als Podcast abrufbar sein.
Quelle: Handball-world _________________ Die Männer würden den Frauen gerne das letzte
Wort lassen, wenn sie sicher sein könnten, dass
es wirklich das letzte ist.
( Sir Peter Ustinov )
Wenn kleine Leute mit großen Leuten spielen wollen, dann müssen sie mit Konsequenzen rechnen.
" Wenn die Abwehr steht, ist die Mannschaft in der Lage auch auswärts dreißig Tore zu werfen " |
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Verfasst am: 28.06.2012, 12:16 Titel: Anzeige |
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Max1 Weltmeisterschaft
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3702 Wohnort: Essen
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Max1 Weltmeisterschaft
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3702 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 08.07.2012, 00:58 Titel: |
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Ein "historisches" Team: Großbritannien gibt Handball-Aufgebot bekannt
Team Großbritannien will Olympia erobern
Foto: Michele Davison
Es sei die "schwerste Entscheidung" seines Lebens gewesen, erklärte Trainer Dragan Djukic nach Bekanntgabe der Nominierung für das erste britische Männer-Handballteam bei Olympischen Spielen. Die Frauen hatten bereits vorgelegt – am Dienstag gab der Verband nun auch das Männerteam bekannt, welches unter den olympischen Ringen die in Großbritannien weitgehend unbekannte Sportart würdig vertreten soll.
Sie kommen aus aller Herren Länder und wollen Großbritannien in London vertreten. Sieben im Ausland geborene Spieler hat Dragan Djukic in sein Team nominiert. So kommt Chris Mohr aus dem hessischen Dreieich, Jesper Parker aus Göteborg, Steven Larsson aus Oslo, Sebastien Edgar aus dem französischen Saint Peray, Martin Hare aus dem norwegischen Tananger, Gawain Vincent aus Marne, Frankreich und Robin Garnham aus dem schwedischen Sunne. Die hohe Zahl an Exilanten ist nicht nur im Handball typisch, Großbritannien hat gerade vor den Spielen in der Heimat zahlreiche Spitzensportler eingebürgert. Im Handball hatte die Suche nach Exilanten mit britischen Wurzeln ebenfalls Methode.
Seit der Vergabe der Spiele nach London 2006 hat der britische Verband in aller Welt nach geeigneten Spielern gesucht, zudem Briten ins europäische Ausland, vor allem nach Dänemark, geschickt, um aus diesem Pool eine Olympiamannschaft zusammenzubauen. Eine Versechsfachung der aktiven Spieler hat man in Großbritannien in den letzten drei Jahren beobachtet, hofft auf eine nachhaltige Wirkung der Spiele. Ob die Nationalmannschaft in London allerdings über den Staus der krassen Außenseiter hinaus kommt, darf bezweifelt werden. Während die Frauen die seriöse Hoffnung auf einen Sieg hegen können, kämpften sich die britischen Männer zuletzt bestenfalls an Ländern wie Italien oder Bulgarien siegreich ab.
"Bis jetzt gibt es noch keine große Handball-Tradition in Großbritannien, aber ich bin sicher, das die Zuschauer in der Copper Box bald erkennen werden, warum Handball derart populär in Europa ist", gab Andy Hunt, Chef de Mission der britischen Olympiamannschaft, den Ballwerfern einige warme Worte mit auf den Weg. In der "Copper Box", der Spielstätte des Handballturniers, treffen die Briten gleich zu Beginn auf Mitfavorit Frankreich. Aber Angst haben gilt nicht. Mark Hawkins, einer der Erwählten, strahlte den auch vor Stolz: "Es ist eine absolute Ehre, für das Team ausgewählt zu sein. Es gibt keine Wörter, um meine Gefühle zu beschreiben – es ist der Gipfel der Karriere eines jeden Sportlers und eine Ehre, in diesem Wettbewerb für das eigene Land zu starten."
Mit der Nominierung der Handballer steht Großbritanniens Olympiateam nun bei 431 Athleten. Die Handballer nehmen dabei eine besondere Rolle ein – nach der Premiere 1932 in Berlin (auf dem Großfeld) wurde Handball 1972 wieder olympisch, erstmals nimmt nun ein Handballteam von den Inseln an den Spielen teil. "Sie werden in die britische Olympia-Geschichte eingehen", bemühte Andy Hunt denn auch die historische Dimension nach der Nominierung der Frauen und Männer von der Insel, "und werden hoffentlich den Weg ebnen für eine große Zukunft des britischen Teams in diesem Sport. Das ist ein weiterer großer Meilenstein und die Arbeit der Spieler und Trainer wird dazu führen, dass wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft haben, die einige belebende Vorstellungen in London zeigen kann."
Die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit war entscheidend – denn nur, wer Chancen auf eben dieses Charakteristikum hat, wurde von der britischen Sportkasse gefördert. Entsprechend gab es im Laufe der Jahre vor den Spielen 2012 einige Kürzungen, weil man die Entwicklung der Männer nicht so recht zufriedenstellend fand. In den Spielen gegen Frankreich, Schweden und Island wird es wohl nur nach dem Olympischen Motto gehen. Einzig gegen Tunesien und besonders Argentinien rechnet man sich im britischen Lager etwas aus.
Für Trainer Dragan Djukic war derweil erst einmal sie Selektion hart. "Unsere Spieler haben sechs Jahre ihres Lebens in das Handball-Programm investiert, die Möglichkeit, bis zum Viertelfinale noch verletzte Spieler austauschen zu können, gibt uns nun die Chance, die 15 Spieler zu belohnen, die am meisten investiert haben." Der Gedanke an das Viertelfinale spukt in den Köpfen der Handballer, die ihr Wunder von London vollbringen möchten. "Diese Nominierung bedeutet für mich alles", sagte Chris McDermott, "ich bin seit 2006 im Handball Programm dabei und seitdem gab es so viel Auf und Ab, aber das jetzt macht all die Nächte, in denen ich auf dem Boden oder dem Sofa schlafen musste, wett."
Was sportlich aus dem Abenteuer Olympische Spiele wird, mag im britischen Team noch keiner zu sagen. Während Trainer Djukic nun harte Arbeit und volle Konzentration auf Frankreich verkündete, schwelgten seine Spieler erst einmal ihrem ersten olympischen Moment. "Es tatsächlich den ganzen Weg geschafft zu haben und für die Olympischen Spiele ausgewählt worden zu sein, ist das beste Gefühl in der Welt", meinte McDermott. "Jeder in unserem Team hat unglaublich hart gearbeitet, um so weit zu kommen", ergänzte Mark Hawkins, und jetzt werden wir das weiterführen um unser Bestes in London zu geben." Das betont auch Chris McDermott. "Die Arbeit ist nicht vorbei, wir sind voll am trainieren denn wir wissen, dass die Aufgabe vor uns nicht einfach wird." Das offizielle Ziel sei ein Platz unter den ersten Acht, aber, meint McDermott vorsichtig: "Wenn wir dass schaffen – großartig! Aber zu diesem Zeitpunkt müssen wir uns auf unsere Leistung in den Spielen konzentrieren."
Quelle: Handball-world _________________ Die Männer würden den Frauen gerne das letzte
Wort lassen, wenn sie sicher sein könnten, dass
es wirklich das letzte ist.
( Sir Peter Ustinov )
Wenn kleine Leute mit großen Leuten spielen wollen, dann müssen sie mit Konsequenzen rechnen.
" Wenn die Abwehr steht, ist die Mannschaft in der Lage auch auswärts dreißig Tore zu werfen " |
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daene Weltmeisterschaft

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3157 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 09.07.2012, 09:04 Titel: |
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(ehemalige( TUSEM-Spieler bei Olympia, das hat doch was  _________________ Zufriedenheit lähmt den Fortschritt
Hvo intet vover, intet vinder
Honi soi qui mal y pense |
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Max1 Weltmeisterschaft
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3702 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 30.07.2012, 22:08 Titel: |
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"Verlieren hat noch nie so viel Spaß gemacht": Die Briten schließen ihre Handballer ins Herz
Rotsünder: Steven Larsson
Foto: Michael Heuberger
Jerome Fernandez hat mehr Länderspiele auf dem Buckel als das gesamte britische Handballteam zusammen. Und der Routinier hat wohl auch mehr Tore geworfen als all die eigens gecasteten Handballer von der Insel. Dementsprechend klar fiel auch das Ergebnis beim ersten Olympischen Auftritt der Ballwerfer aus. Und trotzdem – die Fans honorierten den Auftritt der chancenlosen Handballer, auch, weil in der Copper Box ein echter "olympischer Moment" stattfand.
Thierry Omeyer drückte sich recht vorsichtig aus. Der Welthandballer und Star aus Kiel und im französischen Team meinte nach dem ersten Spiel seiner Mannschaft: "Es ist schon richtig das die Briten ein etwas niedrigeres Niveau haben, als dass, was wir sonst gewöhnt sind." Das war tatsächlich mit fast britischem Understatement formuliert. Keine noch so kleine Chance hatten die Gastgeber, die ihr Team seit 2006 aus dem Nichts gestampft haben, gegen Frankreich. Und trotzdem hatte dieses Spiel einen ganz besonderen Flair. Vielleicht war es sogar der erste und einzige Moment, in dem der Olympische Gedanke bei den Handballern so richtig zum Tragen kam. Wo sonst durch die Bank Spieler auflaufen, die mit dem Handball lange Jahre verbracht haben und meist auch noch professionell zum Ball greifen, da standen die britischen Amateurhandballer als krasse Außenseiter auf dem Parkett und zahlten reichlich Lehrgeld.
Das jüngste Team der Spiele gegen die erfahrenen Franzosen – aus dem Stand heraus zum Olympioniken aufgebaute Handballer gegen die hartgesottenen Goldmedaillenkandidaten – etwas anderes als das 44:15 war nicht zu erwarten gewesen. Aber, so stellten nicht nur die zahlreichen Fans in der Copper Box fest, die Briten spielten mit viel Herzblut. "Es herrschte eine tolle Atmosphäre und die haben sie genutzt", hatte auch Thierry Omeyer beobachtet. Der etablierte Guaradian schrieb hernach gar von einer "lauten und schamlos parteiischen Menge" in der Copper Box.
2:1 führte Großbritannien gar, ehe Frankreich einmal tief Luft holte und über die Briten hinwegfuhr wie ein Express über die Dampflok. "Wir können hier eine Menge mitnehmen, um in Zukunft besser zu werden und mehr von dem zu zeigen, was wir anfangs hier gespielt haben", meinte Jesper Parker in britischen Medien gleichwohl. "Ich bin richtig stolz auf das, was wir hier 15 Minuten lang gespielt haben. Wir haben uns die Energie von den Rängen zunutze gemacht", befand der Rückraumspieler.
"Wir hoffen jetzt etwas näher zu kommen", schaute Parker unverdrossen auf das nächste Spiel, "unser schwerstes Spiel war die Eröffnungspartie. Wir wollen ein gutes Erbe für den Handball in diesem Land hinterlassen." Geknickt war Rotsünder Steven Larsson, der eine harte Disqualifikation gesehen hatte, weil er Welthandballer Nikola Karabatic etwas unglücklich in die Beine gelaufen war. "Hoffentlich kann ich in den anderen Spielen antreten", sagte Larsson, "ich bin halb schwedisch - also werde ich mit noch mehr Herz spielen, um sie zu schlagen. Ich bin stolz auf das, was wir in einigen Phasen gespielt haben. Wir haben gute 15, 20 Minuten gehabt und mit unserem Herz gespielt".
Das honorierten auch die Fans in der Copper Box. Und nicht nur die. Bill Plaschke, Korrespondent der Los Angeles Times, war ebenfalls Zeuge des Handball-Spektakels. In den USA ist Handball weitgehend genauso unbekannt wie im Vereinigten Königreich – dort zumindest bis zu diesen Olympischen Spielen. "Die "Bad News Brits" sind vom Feld marschiert wie die Champions", schrieb Plaschke etwas fassungslos, "haben ihre Kusshand ins Publikum geworfen, Armbänder zu den Kindern geworfen und fröhlich gewunken angesichts all der Zuneigung."
Der Olympische Geist sei in dieser regnerischen Nacht, "die wohl nur dieser Dickens Typ vollständig verstanden habe", im besten Moment auf das schlechteste Team hernieder gekommen, berichtet Plaschke. Der Journalist aus den USA sah, wie die Fans in der Copper Box – obwohl die meisten davon weitestgehend von Regeln und Spielverständnis unbeleckt waren - ihr Team frenetisch anfeuerten und die Briten trotz der offensichtlichen Chancenlosigkeit unterstützten.
"Wir haben so viel durchgemacht um hier her zu kommen", sagte John Pearce, "und wir haben uns immer gewundert, was sein würde wenn wir hier sind. Dann sind wir raus marschiert und es war es die Aufregung wert." Während das Spiel in Richtung eines Ergebnisses pendelte, das der Beobachter aus den USA als Partie "Mona Lisa gegen Meat Pie", das britische Nationalessen mit eingeschränkter Beliebtheit bei Nicht-Briten, umschrieb, flippten die Fans in der Copper Box aus. Das seien schließlich Briten, ihr Team, hieß es aus den Reihen der Zuschauer, die den Underdog feierten, egal was der auf dem Parkett machte.
Nicht nur die Berichterstatter aus aller Welt mutmaßten, das die Zuschauer so genau gar nicht wussten, was da gerade vor ihnen passiert – und das es ihnen herzlich egal war. Handball sei eine Sportart geprägt von "Schnelligkeit, Kraft und einer überraschenden Brutalität", beobachtete der Guardian. Und versuchte, wie so viele britische Medien am Tag danach, ihren Lesern dieses Spiel – ein bißchen wie Wasserball ohne Wasser - etwas näher zu bringen. So passten auch die anderen Randnotizen von diesem Spiel zur Atmosphäre. Rotsünder Steven Larsson – offenbar der Majestätsbeleidigung an Weltstar Nikola Karabatic schuldig, denn ein Foul war es beim besten Willen nicht – verfolgte den Rest des Spiels eingehüllt in den Union Jack von den Zuschauerrängen und feuerte seine Mitspieler mit den anderen Fans in der Halle an.
"Jawohl, sie sind unser schlechtestes Team", sagte ein Zuschauer, "aber wie oft hast Du die Chance zusammenzukommen und Dein Land zu unterstützen, egal was passiert? Das hier ist so eine Gelegenheit." Der olympische Gedanke, er lebt ganz speziell in den britischen Handballern und ihren Fans, dem "schlechtesten Team", das auf dem Weg, gleichwohl oder vielleicht gerade deshalb die Herzen der britischen Fans zu gewinnen. Denn, meinte ein Zuschauer, "verlieren hat noch nie so viel Spaß gemacht."
Quelle: Handball-world _________________ Die Männer würden den Frauen gerne das letzte
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daene Weltmeisterschaft

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3157 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 31.07.2012, 22:33 Titel: |
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..und inzwischen haben sie gegen Schweden mit 19:41 gespielt. Also schon ganz gut Tore gemacht, davon 3 x Chris Mohr und 3 x Sebastian Prieto. Gegen Argentinien oder Tunesien könnte da schon ein Sieg drin sein. Im Internet hier live zu sehen: www.eurovisionsports.tv/london2012/ _________________ Zufriedenheit lähmt den Fortschritt
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Max1 Weltmeisterschaft
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 3702 Wohnort: Essen
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Verfasst am: 22.08.2012, 22:11 Titel: |
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Großbritannien: Nach der Euphorie der Kater?
Foto: Michele Davison
Die Aufräumarbeiten nach den Olympischen Spielen sind noch in vollem Gange, da erschüttert die Debatte über den künftigen Kurs der Sportförderung das Königreich. Vielen Sportarten drohen Kürzungen – so auch den Handballern die gerade erst gehofft hatten, Großbritannien für die bislang auf den Inseln unbekannte Sportart begeistern zu können.
Trainer Dragan Djukic hatte bereits vor den Spielen seinen Abschied angekündigt – der britische Männernationaltrainer geht lieber nach Israel, um die dortige Nationalmannschaft weiterzubringen. Der Grund für den Abschied war simpel – der Britische Handballverband konnte seinem Trainer nicht garantieren, dass er weiter sein Gehalt beziehen wird. Denn dem Handball droht – wie auch andere Sportarten – eine Streichliste.
Rund 650 Millionen Euro will der britische Staat in die Sportförderung der nächsten Olympiade bis hin zu den Spielen 2016 in Rio de Janeiro stecken. Schon zu den Spielen im eigenen Land hatte Großbritannien enorme Summen aufgewandt, um den heimischen Sport medaillentauglich zu machen - aber eben auch Randsportarten teilnahmefähig und in manchen Fällen auch erfolgreich zu machen. So kam auch der Handball aus dem Nichts zu einer Olympia-Teilnahme. Die allerdings endete sportlich mit klaren Niederlagen, eine internationale Wettkampfreife konnten weder Männer noch Frauen nachweisen.
In Zukunft soll nun das Geld der Sportförderung an Athleten und Sportarten gehen, die Aussichten auf Erfolg haben. "Es macht keinen Sinn, Sportarten zu fördern, die sich nicht qualifizieren werden", sagte Großbritanniens Sportminister Hugh Robertson im Hinblick auf Rio 2016 der BBC. "Wir werden jeden Sport unterstützen, bei dem die realistische Chance besteht, 2016 oder 2020 eine Medaille zu gewinnen", so Robertson, "das klare Aus-Kriterium ist, wenn sich eine Sportart nicht die Spiele qualifiziert."
"Handball und andere Sportarten die einen Gastgeber-Platz erhalten haben, müssen uns beweisen, dass sie sich auch unter normalen Bedingungen qualifizieren können", sagte Liz Nichol, Geschäftsführerin der Förderinstitution UK Sport laut der Nachrichtenseite Metro. "Wenn sie das nicht können, bekommen sie auch kleine Unterstützung." Damit wäre das Urteil gesprochen - ohne intensive, wohl gar noch stärkere Förderung kann der Handball in Großbritannien weder trainieren, geschweige denn Leistungssportstrukturen bilden noch ernsthaft um eine Olympia-Qualifikation kämpfen.
Zwar ließ Robertson auch eine Hintertür für die Verlierer-Sportarten offen, denn schließlich könne man auch aus anderen Quellen Unterstützung erhalten und so die Qualifikationshürde irgendwann einreißen - klar ist aber: Wer nicht 2016 in der Lage ist, mit der Weltspitze mitzuspielen oder mitzukämpfen, der sieht die nächsten Spiele aus dem TV. Damit droht auch dem Handball das Aus. Die Ballwerfer hatten schon im Vorfeld der Spiele in London teils heftige Budgetkürzungen hinnehmen müssen, was zu der Legendenbildung der Spieler und Spielerinnen führte, die Toiletten putzen, in Mehrbettzimmern schliefen um den Traum von den Spielen zu verwirklichen.
Die Strategie des Sportministeriums hat in Großbritannien eine ähnliche Debatte wie auch in Deutschland über die Zukunft der Sportförderung ausgelöst. Nicht nur die Handballer fürchten um die Zukunft, auch Volleyball oder Individualsportarten wie Ringen, die Großbritannien für die Heimspiele aufgehübscht hatte, stehen vor dem Nichts. "Die Leute, die das Geld verteilen, sollten sich mal einige Spiele ansehen und beobachten, wie viel öffentliches Interesse da war", entgegnet Mark Hawkins, Handballer des britischen Handballteams.
In einem offen Brief wandte sich John Brewer, Präsident der britischen Handballer, schon einmal gegen die geplante Förderungsstruktur: "Natürlich ist es wichtig, im Medaillenspiegel oben zu sein", sagt Brewer, "aber unser Land will mehr als das – wir wollen unsere Sportler ihre bestmögliche Leistung abliefern sehen, wollen Großbritannien in vielen Sportarten kämpfen sehen und nicht nur dort, wo die Medaillenchancen hoch sind." Der Sportprofessor führt weiter aus, das gerade die Randsportarten, die in London auf einmal im Fokus standen, die größten Steigerungsmöglichkeiten hätten. Eine Verbesserung gäbe es aber nur, wenn in Elitestrukturen investiert wird. Zudem, mahnt Brewer einen Punkt an, der auch in Deutschland heiß debattiert wird. Die Förderung von Medaillen erhöht die Chancen der Individualsportarten und erschwert die Mannschaftssportarten die Zukunft.
Zwanzig Schwimmer können aufgrund der vielen Wettkämpfe am Ende im besten Fall vierzig Medaillen gewinnen – eine Mannschaft von zwanzig Sportlern kann bestenfalls eine Medaille gewinnen – ein Grund für die Ungleichbehandlung der Teamsportler nicht in Großbritannien, sondern auch in Deutschland.
"Wenn sie uns weiter unterstützen, dann werden wir das Niveau der Nationalmannschaft wettbewerbsfähig halten können und das Spiel an der Basis weiterentwickeln", so Hawkins gegenüber der BBC. Ob die Basis-Förderung einer Sportart, die völlig unbekannt war, überhaupt zu den Aufgaben der Sportförderung gehört, darüber debattiert man in Großbritannien heftig. Dass das Handballturnier in der Copper Box ausverkauft war und dort gute Stimmung herrschte, ist noch lange kein Grund, um eine Rand-Randsportart zu unterstützen, sagen die Kritiker der "Grassroots-Förderung". Bislang ist Handball mehr als ein Exot. Die wenigen Klubs - die noch dazu oft von ausländischen Spielern gegründet und betrieben werden - haben weder Hallen, noch Spieler, noch Außenwirkung. Einzig der lange Weg über die Schulen scheint eine Zukunft aufzeigen zu können.
Und auch die Tatsache, dass sich die meisten Handball-Olympioniken Großbritanniens nach den Spielen wieder auf ganz Europa verteilen werden, sorgt nicht für Optimismus bei den Handball-Idealisten auf der Insel. Der Grund hat allerdings wieder mit den schwachen Strukturen zu tun – es gibt schlicht keine ernsthafte Liga. So droht das zarte Pflänzlein, welches in der Copper Box die ersten Triebe ins Sonnenlicht gestreckt hat, schnell wieder zu verdorren. Mark Hawkins hofft noch auf eine Wende. Man habe so viel positive Reaktionen erhalten, "wir hoffen wirklich, dass wir das nutzen können und damit den Sport anschieben können." Er sei sicher, dass Handball eine Chance hat. Steven Hawkins wird es aus der Distanz beobachten – er spielt auf Island.
Quelle: Handball-world _________________ Die Männer würden den Frauen gerne das letzte
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