Schachklub Turm Schiefbahn
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 14.02.2009, 15:08 Titel: Schule Fragen, Fragen, Fragen ! |
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Hab mir mal überlegt man könnte ja mal einen treat aufmachen wo man schulische fragen stellt zu HA oder so wo man nicht weiterkommt ...
wenn einer also eine frage hat worauf er die antwort nicht weiß oder bei einer HA nicht weiterkommt, kann er sie hier posten
hier soll einem geholfen werden
ich mache einfach mal den Anfang: kann mir jemand sagen ob das staatsmodell von platon gut oder schlecht ist. für diejenigen, die nicht wissen was das staatsmodell von platon aussagt hier eine kurze definition:
für platon ist ein gerechter staat ein staat, indem jeder das tut was er am besten kann. Z.B. muss jemand der z.B. handwerklich begabt ist auch ein Handwerker sein. AUßerdem muss jeder für den anderen mitarbeiten. Das bedeutet ein Bauer müsste nicht nur für sich selber ernten sondern für den ganzen Staat. Auf dem Markt werden dann die ganzen güter und waren die erwirtschaftet wurden z.B. vom Bauern die ernte oder vom handwerker möbelstücke gegeneinander getauscht. Das ganze was ich jetzt beschrieben habe ist die primitive ebene von Platons staatsmodel (1 stufe)
Doch da die leute luxus haben wollen, muss der staat erweitert / vergrößert werden. Es werden künstler schmuckhersteller und andere berufe gebraucht damit der luxus hergestellt werden kann. da die rohstoffe nun nicht mehr für alle ausreichen, da der staat ja vergrößert wurde, muss man vom nachbarstaat nun rohstoffe holen. Es werden "Wächter" benötigt da sich das Nachbarland bedroht fühlt --> es kommt zum Krieg. Die "Wächter" haben zwei wesentliche aufgaben, zum einen verteidigen sie ihren eigenen staat und zum anderen greifen sie den anderen staat an um die rohstoffe zu bekommen. wichtig ist bei den "wächtern", dass sie gegensätzliche Charaktereigenschaften besitzen müssen. sie müssen mutvoll aber auch von philosophischer natur sein etc. sie müssen zwischen freund und feind unterscheiden können ( wissbegierig). die aufgabe des "wächters ist nicht nur röhstoffe zu besorgen, sondern auch im staat selbst den frieden zu erhalten.
Platon benutzt für die verteiteilung der Aufgaben bzw. positionen im reich ein beispiel: Gold wird bei der Erschaffung der erde beigemischt, die zu heerschern berufen sind, silber wurden seinen helfern beigemischt und kupfer bzw. bronze den leuten die handwerker etc werden.
Es kann sein, dass jemand aus einer familie der gold beigemischt wurde silber enthält und somit in seiner position abgewertet wird. es kann aber auch sein, dass jemand vom unteren stand erhoben wird indem ihm gold zugemischt wird.
Soweit zu Platons Staatsmodell. Am wichtigsten ist glaube ich, dass jeder das tun muss, was er am besten kann und das jeder für den staat lebt.
Ich hoffe ihr kommt mit meiner definition klar wäre echt super wenn ihr mir noch am wochenende helfen könntet!
Ach ja ich vergaß noch zu erwähnen, dass der Staat in Bezug auf die Gerechtigkeit kritisch bewertet werden soll! Also es wäre nett wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet, ob der Staat eurer Meinung nach gerecht ist oder nicht und warum das eine oder das andere.
Danke schon mal im voraus,
Benedikt _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch)
Zuletzt bearbeitet von Benedikt am 14.02.2009, 23:13, insgesamt einmal bearbeitet |
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Verfasst am: 14.02.2009, 15:08 Titel: Anzeige |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 14.02.2009, 16:02 Titel: |
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ich mache einfach mal den Anfang: kann mir jemand sagen ob das staatsmodell von platon gut oder schlecht ist. für diejenigen, die nicht wissen was das staatsmodell von platon aussagt hier eine kurze definition:
für platon ist ein gerechter staat ein staat, indem jeder das tut was er am besten kann. Z.B. muss jemand der z.B. handwerklich begabt ist auch ein Handwerker sein. AUßerdem muss jeder für den anderen mitarbeiten. Das bedeutet ein Bauer müsste nicht nur für sich selber ernten sondern für den ganzen Staat. Auf dem Markt werden dann die ganzen güter und waren die erwirtschaftet wurden z.B. vom Bauern die ernte oder vom handwerker möbelstücke gegeneinander getauscht. Das ganze was ich jetzt beschrieben habe ist die primitive ebene von Platons staatsmodel (1 stufe)
Doch da die leute luxus haben wollen, muss der staat erweitert / vergrößert werden. Es werden künstler schmuckhersteller und andere berufe gebraucht damit der luxus hergestellt werden kann. da die rohstoffe nun nicht mehr für alle ausreichen, da der staat ja vergrößert wurde, muss man vom nachbarstaat nun rohstoffe holen. Es werden "Wächter" benötigt da sich das Nachbarland bedroht fühlt --> es kommt zum Krieg. Die "Wächter" haben zwei wesentliche aufgaben, zum einen verteidigen sie ihren eigenen staat und zum anderen greifen sie den anderen staat an um die rohstoffe zu bekommen. wichtig ist bei den "wächtern", dass sie gegensätzliche Charaktereigenschaften besitzen müssen. sie müssen mutvoll aber auch von philosophischer natur sein etc. sie müssen zwischen freund und feind unterscheiden können ( wissbegierig). die aufgabe des "wächters ist nicht nur röhstoffe zu besorgen, sondern auch im staat selbst den frieden zu erhalten.
Platon benutzt für die verteiteilung der Aufgaben bzw. positionen im reich ein beispiel: Gold wird bei der Erschaffung der erde beigemischt, die zu heerschern berufen sind, silber wurden seinen helfern beigemischt und kupfer bzw. bronze den leuten die handwerker etc werden.
Es kann sein, dass jemand aus einer familie der gold beigemischt wurde silber enthält und somit in seiner position abgewertet wird. es kann aber auch sein, dass jemand vom unteren stand erhoben wird indem ihm gold zugemischt wird.
Soweit zu Platons Staatsmodell. Am wichtigsten ist glaube ich, dass jeder das tun muss, was er am besten kann und das jeder für den staat lebt.
Ich hoffe ihr kommt mit meiner definition klar wäre echt super wenn ihr mir noch am wochenende helfen könntet!
Danke schon mal im voraus,
Benedikt _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 14.02.2009, 16:10 Titel: |
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Ach ja ich vergaß noch zu erwähnen, dass der Staat in Bezug auf die Gerechtigkeit kritisch bewertet werden soll! Also es wäre nett wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet, ob der Staat eurer Meinung nach gerecht ist oder nicht und warum das eine oder das andere. _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Frederic Restpartie
Anmeldungsdatum: 28.01.2009 Beiträge: 7
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Verfasst am: 14.02.2009, 18:05 Titel: |
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| Bitte keine 2-fach oder 3-fach Posts...sowas is nich zwingen nötig, editieren tuts auch! |
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Julian DWZ 2000

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.01.2009 Beiträge: 204
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Verfasst am: 14.02.2009, 21:53 Titel: |
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findsch gut joar, aber echt ma, 3fach posts und doppelpost sind echt nich notwendig -.- _________________ Lesen gefährdet die Dummheit  |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 14.02.2009, 23:11 Titel: |
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ja sorry wusste nicht das man edit machen kann, habe ich zu spät gesehen. wollte aber noch fragen was du an dem Staatsmodel von platon gut findest und warum du es gut findest in bezug auf gerechtigkeit. siehst du vielleicht auch irgendwelche kritikpunkte??
P.S.: Hab versucht das oben zu löschen, weiß aber nicht wie! ich lasse es jetzt einfach so stehen okay?
bitte antwort auf meine frage danke schon mal im voraus _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Wolfgang Langer DWZ 1000
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Trier
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Verfasst am: 15.02.2009, 03:13 Titel: |
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Au weia. Das is aber schon harte Kost.^^ Also ich hab das selbst studiert. Vielleicht ganz kurz etwas zur Einteilung in der Philosophie und "oberflächlich-normativen" Bewertung (ob gut ob schlecht): die antike griechische Philosophie ("the big 3": Sokrates, Platon, Aristoteles) orientiert sich an einer Lebensphilosophie, d.h. sie versucht zu beschreiben was das gute tugendhafte Leben ausmacht. Dabei möchte sie gern einen Idealzustand beschreiben, aber berücksichtigt die realen Verhältnisse wie beispielsweise die Tatsache, dass der Mensch fehlerhaft ist und nicht nur tugendhaft. Als Beispiel dafür kann man den Sophistenstreit anführen. Sophisten waren sozusagen "Scheingelehrte", die vor allem rhethorisch begabt waren, und deswegen gut daher redeten ohne aber (zumindest laut Platon) "wahres Wissen" zu lehren bzw. weiterzugeben. Dies deutet schon auf den 2. wichtigen Punkt hin, den es zu berücksichtigen gilt, die Menschen damals hatten nicht alle Zugang zur Bildung. Um ihnen einen Zugang zu ermöglichen entstand beispielsweise Platons Schule. Aber gleichzeitig wurde damit die Idee verbunden, dass man "wahres Wissen" lehrte (oder was man dafür hielt) und nicht das von den rhethorisch-begabten Sophisten angepriesene Halbwissen.
Die spätere mittelalterlich-neuzeitliche Philosophie orientiert sich eher an einer Handlungsphilosophie. Also mit Descartes, Kant und Leibniz entstand die sogenannte Pflichtethik. Diese beschäftigte sich vor allem mit der guten Absicht einer Handlung (Stichwort: Kants Kategorischer Imperativ). Darauf folgte der Utilitarismus, den man auch als Nützlichkeitsethik bezeichnen könnte (vor allem englische Philosophen wie Bentham, Mills, Moore). Dabei spielt die Intention einer Handlung keine Rolle, wichtig ist nur das Ergebnis. Beispiel: ein Nichtschwimmer liegt im Wasser. Die Pflichtethik sagt, es ist eine gute Handlung, wenn man reinspringt und ihn versucht zu retten. Unabhängig davon ob man es schafft oder nicht. Der Utilitarismus besteht jedoch darauf, dass es nur dann eine gute Tat war, wenn man denjenigen auch retten konnte. Denke das verdeutlicht es ganz gut.
So weit ein kleiner Exkurs. Zurück zum Thema: die antike griechische Philosophie beschäftigt sich wie gesagt mit dem ganzen Leben und deren Zusammenhänge und sucht nach einem Ideal, also wie man die Realität verbessern könnte, wobei dann die Idee des "Philosophenstaates" entsteht. Lange Rede, kurzer Sinn. Am besten weiss wie immer die Wikipedia bescheid.^^ Sie bringts im Gegensatz zu mir zumindest deutlich knackiger auf den Punkt.
Wenn man bisserl googelt, findet man schnell diese 3 Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Politeia
http://de.wikipedia.org/wiki/Platon
http://www.uni-duisburg-essen.de/einladung/Vorlesungen/poetik/platonstaat.htm
Im 1. Link findet man zur Gerechtigkeit folgendes:
"Gerechtigkeit im Staat
Platon fragt nun nach der Gerechtigkeit; in seiner Argumentation geht er von folgender Annahme aus: Wenn die Stadt richtig angelegt ist, dann ist sie auch vollkommen gut. Vollkommen gut heißt weise, tapfer, besonnen und gerecht. Wodurch ist nun eine Stadt weise zu nennen, fragt er. Weise ist sie durch die Weisheit der Regenten. Tapfer hingegen müssen in erster Linie die Wächter sein. Tapferkeit ist, so lässt Platon Sokrates argumentieren, eine Art von Bewahren, nämlich der vom Gesetz durch die Erziehung eingepflanzte Meinung über das, was man zu fürchten hat und wie das beschaffen sei.
Besonnenheit ist die Übereinstimmung des von Natur schlechteren und des besseren Teiles in der Frage, welcher von ihnen in der Stadt und in jedem einzelnen Menschen zu regieren habe. Die Besonnenheit muss daher beiden, den Regierenden und Regierten in der Stadt innewohnen, besonders aber den Regierten.
Gerechtigkeit besteht, so schließt Platon seine Argumentation, nun schlicht darin, dass jeder das Seine tut, wenn also der Regentenstand weise ist, die Wächter tapfer und die Regierten besonnen.
Gerechtigkeit beim Menschen
Mit der Gerechtigkeit des Einzelnen verhält es sich analog: Die Seele des Menschen besteht aus drei Seelenteilen, dem vernünftigen (logistikon), dem muthaften (thymoeides) und dem begehrenden (epitymetikon).
Genau wie die einzelnen Stände im Staat müssen auch diese Seelenteile in Harmonie zueinander stehen. Der vernünftige Seelenteil muss die anderen durch seine Weisheit lenken, das muthafte Element, der Wille, muss durch die Tapferkeit die Beschlüsse des ersten vollziehen, und alle müssen darin übereinstimmen, dass der Vernunft die Regentschaft zukommt."
Um da die Hintergründe zu verstehen muss man sich wiederum das 4-Tugenden-Modell ansehen. Und die Kritk daran wäre auch nicht verkehrt um vielleicht zu weiteren Gedankenanstössen zu kommen. Man kommt von Höckscken auf Stöckscken wie es so schön heisst. Ich würd mir da aber nicht so viel Gedanken drüber machen, weil deine Hausaufgabe ja nach einer normativen Frage klingt. Wie empfindest du es, wenn du den vorliegenden Text liest? Empfindest du das Modell als "gut, gerecht und richtig" oder "falsch, ungerecht und/oder so imaginär-abgedriftet, dass es auf keinen Fall die realen Zustände beschreibt"? Also Tor 1 oder Tor 2? Nur ein bisserl Hintergrundwissen schadet ja nicht und man braucht ein Gefühl dafür um sich in die jeweilige Zeit hineinzudenken. Wie lebten die alten Griechen? In Stadtstaaten. Wie gross waren diese? Wie viele Menschen lebten da? Kann man dieses ganze Modell auf heutige Zeiten (Stichworte: Staaten, Globalisierung, zusammenwachsende Welt, Volkssouveränität) übertragen? Sind unsere heutigen (herrschenden) Politiker "Philosophenkönige"? Oder sollten Wissenschaftler an ihre Stelle treten? Und so weiter und so fort.
Wie gesagt, ein bisserl Hintergrundwissen aneignen, in die Zeit hineinversetzen und dann selbst urteilen, ob das gerecht und gut war oder nur ein Modell der Zeit, was aber damals schon nicht geklappt hat, weil kein König oder Herrscher freiwillig seine Macht abgegeben hat. Wenn du noch Fragen zu dem Thema hast, immer raus damit. Aber die Bewertung (inskl. Begründung aus deiner Sicht) musst du schon selbst anfertigen.  |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 15.02.2009, 15:38 Titel: |
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erstmal vielen dank für die ausführliche antwort *THUMBS UP*
dadurch habe ich einige ideen für meine HA bekommen. so jetzt nachdem ich das gelesen habe, mache ich mich mal an die arbeit meine meinung auf papier zu bringen.
nochmal vielen dank,
Benedikt _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 15.02.2009, 16:51 Titel: |
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kann man sagen, dass an platons staatsmodell zu kritisieren ist, dass er die vergabe der Positionen im reich vom schicksal vorherbestimmt sieht und das jemand der z.B. ein bauer im staat ist keinerlei aufstiegsmöglickeiten hat ??? denn er muss sich ja voll und ganz auf seine tätigkeit als bauer konzentrieren
bitte um eine schnelle antwort pls _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Wolfgang Langer DWZ 1000
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Trier
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Verfasst am: 16.02.2009, 01:55 Titel: |
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Sorry, dass ich erst jetzt antworten kann, aber angesichts der Uhrzeiten meiner Posts stellt man sicher schnell fest, dass ich eher zur Gattung der Nachtmenschen gehöre. Auf deine Frage hin kann ich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit antworten und muss mich mit einem "jein" rausretten. Die Konzentration und das Beharren an einer Position im System wie beispielsweise der Bauer ist sicher richtig. Jeder tut das was er für das gute Gemeinschaftsleben am besten leisten kann (Ideal), aber dennoch sieht es Platon nicht unbedingt als unmöglich an sich fortzubilden. So gab es auch unter den "einfachen Leuten" wie den Fischern oder Bauern aus seiner Sicht weise Menschen, deren Erfahrungsschatz im Alter aber sich dennoch eher aus den Erfahrungen ihrer speziellen Tätigkeit ergab. So wusste der Schäfer am besten wie man Schafe hütete oder welche Schafe welche Angewohnheiten hatten, weil er mit ihnen vertraut war. Es stellt sich die Frage, welchen Zugang die Menschen zur Bildung erhalten konnten. Und dabei spielt praktisch ein gewisser Zeitpunkt im Leben des heranwachsenden Jünglings eine besondere Rolle: es gab damals so etwas wie eine übersteigerte Form der Bewunderung für die nächste Generation. Dabei erhielten Männer immer die dominierende und fast einzige Form der infrage kommenden Menschen, da sie mehrere Eigenschaften auf sich verbinden konnten: Kraft, Anmut, Schönheit, Klugheit, etc. Man strebte sozusagen nach einem vollkommenen Ideal wie ein "Talentsucher". Wenn man glaubte dies zu erkennen, dann versuchte man die Talente des rohgeschliffenen Diamanten zu fördern. Sofern man selbst dazu in der Lage war. Lange Rede, kurzer Sinn: es gab Aufstiegschancen damals in der griechischen Polis, allerdings nur sehr begrenzt. Dies würde Platon wohl so sehen. Viele Positionen innerhalb der Gemeinschaft waren aufgrund der Fähigkeiten und Anforderungen festgelegt und praktisch manifestiert. Zumindest im Alter. Aber warum sollte der Jüngling des alten Fischers oder der Sohn des Schafhirten nicht einen besonderen Aufstieg in der Gesellschaft erfahren können - sofern sie die entsprechenden Talente besitzten und den Zugang zur Bildung erlangen konnten. Eben weil dies so schwierig war und es meist nur wohlhabenderen Familien vorbehalten war sich einen Privatlehrer (meist Sophisten!) leisten zu können, entstand Platons Idee eine Schule für alle zu eröffnen.
Vgl:
http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Antike
Zuletzt bearbeitet von Wolfgang Langer am 17.02.2009, 03:00, insgesamt einmal bearbeitet |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 16.02.2009, 18:39 Titel: |
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hallo danke nochmal für die antwort hab die leider nicht mehr vor der schule gelesen. musste das halt heute abgeben was ich geschrieben habe, mein gefühl sagt mir aber das es ganz okay sein wird. habe nämlich ein paar sachen, die du mir vorher gesagt hast übernommen (globalisierung etc. --> das die welt in einem konkurrenzkampf heutzutage ist und das deswegen platons idealstaat nicht funktioneneren kann zumindest heutzutage nicht)
zu dem thema ungerechtigkeit wegen schicksal usw.: wir haben darüber auch in der schule geredet und sind zu dem schluss gekommen, dass jeder die gleichen chancen hat aufzusteigen. jedoch vertrat ich in der debatte einen anderen standpukt als unsere lehrerin. diese war der meinung, dass jeder die selben chancen hatte, weil das bei platon ja ein idealstaat ist. ich war hingegen der meinung, dass die gelehrten bzw. allgemein gesprochen die kinder, die schon von geburt in einer höheren klasse geboren wurden bessere chancen haben. meine begründung war, dass die eltern (da in der höheren schicht die eltern mehr bildung haben) ihren kindern helfen können und diese somit bessere chancen haben aufzusteigen bzw. die position ihrer eltern halten können. hingegen ein bauersjunge dessen eltern weder gebildet sind noch besonders reich waren, hatten nicht die chance ihren sohn genauso zu unterstützen, wie die höheren eltern.
Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Positionsvergabe in dem Staat etwas vom Schicksal bestimmt ist (meine Lehrerin war jedoch anderer Meinung )
Vielleicht kannst du ja mal versuchen mir zu erklären warum meine lehrerin anderer Meinung war. Ich habe ihre Argumentation von wegen Idealstaat und das alle die gleichen Chancen nämlich noch nicht so ganz verstanden. Wäre echt super!!
Nichts desto trotz glaube ich jedoch, dass das was ich geschrieben habe ganz okay ist und freue mich schon auf deine Antwort  _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Wolfgang Langer DWZ 1000
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Trier
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Verfasst am: 17.02.2009, 02:59 Titel: |
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Tja, jetzt bringst du mich schon ein bisserl ins Schwitzen. Also zunächst mal muss ich zugeben, dass ich hier um ein Thema rumdruckse, wo ich mir so nicht sicher bin, ob das hierher gehört. Deswegen versuche ich es zu tabuisieren. Daran möchte ich mich auch halten und verweise in dem Zusammenhang auf meinen letzten Beitrag, wo ich es versucht habe zu skizzieren. Es gab Aufstiegschancen für Jünglinge (egal welchen persönlichen Hintergrund sie hatten; Ausnahmen: Sklaven und Frauen), aber nur zu einem gewissen Zeitraum und wenn sie gewisse Kriterien erfüllten. Danach manifestiert sich eher die Position in der Gesellschaft. Ich denke man braucht eine Menge Hintergrundwissen und auch Fantasie um diese uns fremderscheinende Form gesellschaftlichen Zusammenlebens durchschauen zu können. Ein historischer Zeitgeist, der uns abhanden gekommen ist, ist nötig um die griechische Polis und deren Zusammenhänge verstehen zu können. Am besten wäre es in dieser Frage vielleicht mal Herrn Wallhorn zu konsultieren, der dies studiert hat und noch viel viel mehr darüber weiß.
Ich muss allerdings auch eingestehen, dass ich deiner Lehrerin ebenfalls widersprochen hätte, dass alle die gleichen Aufstiegschancen gehabt hätten. Dies mag nach dem Idealtypus nach Platon so gewesen sein, aber es beschreibt nicht die realen Verhältnisse. Ich hätte mich übrigens ebenfalls auf deine Argumentation gestützt und wäre mit den Aristokraten um die Ecke gekommen. Nach Aristoteles ist dies eigentlich die Herrschaft der Besten (nicht der Adligen wie im Mittelalter). Schlag mal in der Wiki Aristokratie nach und da findest du einiges sehr Interessantes dazu. Genau genommen waren es die wohlhabenderen Bürger (=Aristokraten nach unserm heutigen Verständnis) in der attischen oder spartanischen Oberschicht, die eher einen Zugang zur Bildung erlangen konnten. Aber wie vielen Leuten im Gegensatz dazu blieb diese verwehrt? Es mag sein, dass deine Lehrerin die Interpretation eher enger am Text vorsieht und daher die gleichen Möglichkeiten gemäß dem Idealtypus allen zuspricht, aber über 2000 Jahre danach sollte man soviel Wissen besitzen, dass man sagen kann, ob dies denn zutrifft oder eben nicht. Aus meinen Erfahrungen der Schulzeit weiß ich nur, dass es nicht gut ist den Lehrern zu widersprechen.
Warum ich übrigens auf dem Thema mit der Bildung verharre, liegt an zwei Gründen: zum einen ist nur die Bildung Basis für Vernunft, Gerechtigkeitssinn und Tugendhaftigkeit (womit wir wieder beim Ideal wären), zum andern ist dies etwas was quasi die Zeit überdauert hat oder wir vom antiken Vorbild übernommen haben. Der Vernünftigste, der Weiseste, der Besonnenste und Tugendhafteste sollte den Staat anführen. Und um diese Tugenden zu erlernen bedarf es nun mal eines gewissen Zugangs zur Bildung, zum Verstehen des Unterschiedes zwischen richtig und falsch sowie dem Erkennen und Einnehmen anderer Perspektiven um das Gemeinwohl erfassen zu können. Vergleich dazu ebenfalls die Wiki und die Aristokratie, wo nach Polybios die Grundformen der Verfassungen dargestellt werden, so wie ich es auch in der politischen Theorie gelernt habe. Man könnte vielleicht auch überspitzt sagen, dass nicht unbedingt wir bei Platons Idealtyp abgeschaut haben und dies übernehmen wollten, sondern Platon in die Zukunft gesehen hat und meinte: so müssen wir das erreichen und die Gesellschaft hinbiegen, damit sie bereit ist dieses Modell anzunehmen.
So,ich muss jetzt ins Bett. Wir können morgen gern weiterdiskutieren.  |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 17.02.2009, 18:39 Titel: |
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DANKE ...
Wir haben heute über die abgegebenen Sachen ein bisschen gesprochen und ich glaube,. dass war gut das ich das eingebaut habe, dass jeder Mensch eine Seele hat und sich diese in drei Teile aufteilen lässt, wie du es ja gesagt hast. Da habe ich nämlich Pluspunkte bekommen
Jetzt haben wir ein neues Thema angefangen, nämlichen den guten Philosophen Hobbs, der ja viel viel radikaler als Platon ist.
Nochmal vielen Dank an dich Wolfgang
Ich lasse den Theat weiterhin offen für alle die noch schulische Fragen haben! _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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Wolfgang Langer DWZ 1000
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Trier
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Verfasst am: 18.02.2009, 02:27 Titel: |
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Thomas Hobbes (z.B. Leviathan), ein Leben im Krieg...das ist doch spassig.  |
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Benedikt DWZ 1400

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.02.2009 Beiträge: 96
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Verfasst am: 18.02.2009, 11:23 Titel: |
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Hab nochmal eine Frage was war nochmal der Leviathan war das nicht eine Gottheit ??
Now I have a question for English
Can somebody give me the advantages and disadvantages of Globalization. I need it for tomorrow that is why you have to post very fast. When you use a single word that is very difficult can you give me the german translation please.
Thank you for all, who help me!!! _________________ "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch) |
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