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Online Forum zum HS "Frühe Neuzeit im Geschichtsunterricht" an der Universität Paderborn
 

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These 3


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tkoester
Administrator



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 22.11.2006, 16:27    Titel: These 3 Antworten mit Zitat

3) Kann man durch ein Internetforum "mündlich" schwachen Schülern eine Möglichkeit geben, sich aktiv mit dem Lehr-/Lernstoff auseinanderzusetzen, sich am Unterricht zu beteiligen und ihnen auf diese Weise neue Motivationsanreize zur Auseinandersetzung mit historischen Fragestellungen schaffen?
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BeitragVerfasst am: 22.11.2006, 16:27    Titel: Anzeige

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Gast








BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Auf einige Kinder mag das wohl zutreffen. Sie haben Angst Dinge in der Gruppe zu äußern. Von daher würde ich dem zustimmen, dass es eventuell dem stilleren Schüler leichter fällt es zu schreiben (in ein Forum) statt es in der Klasse publik zu machen.

Aber was sagt denn die Wissenschaft dazu? Gibt es dazu Untersuchungen? Eventuell positive Verstärkung der Leistung eines stillen Schülers im Gegensatz zu der vorherigen mündlichen Leistung im Unterricht in der Gruppe?
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Der müde Joe
Gast







BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Also insgesamt finde ich das nicht schlecht, aber wenn Schüler sich in einem Internetforum mit dem Lehrstoff beschäftigen, ist es eigentlich nichts anderes als wenn sie Hausaufgaben dazu machen. In vielen Klassen ist es ja der Fall, dass Schüler, die im Unterricht selbst schwach mitarbeiten, vom Lehrer öfters zum Hausaufgaben vorlesen drangenommen werden. Von diesem Standpunkt aus betrachtet sollte man so etwas nicht noch zusätzlich in die Benotung mit einbeziehen.
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Joscha




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 06.12.2006, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Aber was ist denn wenn man ähnlich wie hier ein Forum zur Diskussion schaffen würde. Nur der Lehrer würde die Nicks kennen und so hätten auch Kinder, die sich in der Gruppe nicht trauen etwas zu sagen eine Chance aktiv an der Diskussion des Unterrichts teil zu nehmen. Oder?
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Mojo
Gast







BeitragVerfasst am: 06.12.2006, 17:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, dass diese These nur mit einer (zumindest stichprobenmäßigen) Überprüfung beantwortet werden kann (Examensarbeit?). Zunächst ist doch die Frage, ob so ein Internetforum überhaupt von den Schülern genutzt wird. Wenn ich es richtig verstehe, hat der Schüler dadurch zu Hause die Möglichkeit, sich Anregungen für den Unterricht zu holen. Und ob alle Schüler die Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen, geschweige denn in ihrer Freizeit schulische Inhalte aufarbeiten, sei dahingestellt.

Angenommen das Forum wird genutzt, so stellt sich das Problem, wie es aufgebaut wird. Sollen thematische Inhalte noch einmal dargestellt werden, welche Fragen aus dem Unterricht sollen diskutiert werden, usw. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass wenn ein Thema im Forum endlich Anreize zum Diskutieren bietet, das Thema im Unterricht schon lange abgeschlossen ist. Für geschichtsinteressierte Schüler ist so ein Forum also sicher eine schöne Sache, aber ich denke um lernschwachen Schülern zu helfen, muss man andere Möglichkeiten finden.
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tkoester
Administrator



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 10.12.2006, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Mojo hat folgendes geschrieben:
Ich denke, dass diese These nur mit einer (zumindest stichprobenmäßigen) Überprüfung beantwortet werden kann (Examensarbeit?). Zunächst ist doch die Frage, ob so ein Internetforum überhaupt von den Schülern genutzt wird. Wenn ich es richtig verstehe, hat der Schüler dadurch zu Hause die Möglichkeit, sich Anregungen für den Unterricht zu holen. Und ob alle Schüler die Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen, geschweige denn in ihrer Freizeit schulische Inhalte aufarbeiten, sei dahingestellt.

Angenommen das Forum wird genutzt, so stellt sich das Problem, wie es aufgebaut wird. Sollen thematische Inhalte noch einmal dargestellt werden, welche Fragen aus dem Unterricht sollen diskutiert werden, usw. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass wenn ein Thema im Forum endlich Anreize zum Diskutieren bietet, das Thema im Unterricht schon lange abgeschlossen ist. Für geschichtsinteressierte Schüler ist so ein Forum also sicher eine schöne Sache, aber ich denke um lernschwachen Schülern zu helfen, muss man andere Möglichkeiten finden.


An dieser Stelle empfiehlt sich eine didaktisch kluge Einbindung des Forums: Die Vorbereitung einer Unterrichtsstunde sollte beispielswiese die herkömmliche Hausaufgabe (Textlektüre) mit gezielten, im Forum zu beantwortenden und zu diskutierenden Fragestellungen ergänzen. Nach dieser Pflicht folgt dann gewissermaßen die Kür: Die teilverpflichtende oder freiwillige Diskussionsfortsetzung im Forum nach der unterrichtlichen Behandlung in der Schule.
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Joscha




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 11.12.2006, 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch das in diesem Fall Sache des Lehrers ist ein solches Forum geschickt einzusetzen. Klappt dies in Bezug auf die Hausaufgaben, wo die Aufgabe nur sein kann die nächsten Stunden im Vorfeld vorzubereiten, ist es definitiv eine Chance für Lernschwache. LG
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dsiewert




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 16.11.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 14.12.2006, 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Die Anonymität birgt sowohl Vor- als auch Nachteile in sich. Natürlich könne schwache Schüler sich hier auf anderem Weg beteiligen. Allerdings könnten auch Schüler, die keinen Bock haben sich hinter der Anonymität verschanzen und im Forum abgegebene Kommentare können nicht zugeordnet werden.
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tkoester
Administrator



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 16.12.2006, 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Als Lösung bietet es sich an, bei Pflichtleistungen im Forum mit Benutzernamen zu arbeiten und es den Schülerinnen und Schülern bei freiwilligen Beiträgen offen zu lassen, ob sie sich inkognito oder unter Preisgabe ihrer Identität beteiligen.
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Gast








BeitragVerfasst am: 19.12.2006, 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Wäre es denn nun sinnvoll die hier schon öfter vorgeschlagenen freiwilligen Beiträge in die Benotung mit einzubeziehen? Wenn nein, wo liegt der Anreiz für die Schüler dort zu schreiben? Wenn ja, welches Gewicht sollte man dem beimessen?
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tkoester
Administrator



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 28.12.2006, 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Freiwillige Beiträge sollten sicherlich in irgendeiner Form positiv sanktioniert werden, um zusätzliches Engagement zu belohnen, Mehrarbeit zu fördern und die Lerneffizienz zu erhöhen. Schwachen Schülern könnte auf diese Weise die Möglichkeit geboten werden, durch sinnvolle Diskussionsteilnahme oder die Veröffentlichung kurzer Beiträge ihre mündliche Note zu verbessern, so wie das derzeit schon mit Kurzreferaten oder Zusatzaufgaben praktiziert wird. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob man damit nicht langfristig die mündliche Teilnahme am Unterricht so sehr mit Alternativen versieht, dass der Wert einer spontanen, kurzgefassten Unterrichtsmeldung in den Hintergrund gerät. Gerade das sollte man vermeiden und der Unterrichtsbeteiligung eine höhere Gewichtung einräumen als der Forendiskussion. Zentral sollte die Unterrichtsdiskussion bleiben, die durch Forendiskussionen begleitet und ergänzt wird. Letztlich muss das "Forengeschehen" dem dienen, was im Unterricht geschieht und muss darauf beziehbar bleiben, nicht andersherum.
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Gast








BeitragVerfasst am: 29.12.2006, 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, dass man den weniger Interessierten einen Anreiz bieten sollte, damit eine breit gefächerte Beteiligung zustande kommt, und dies dann eben, wie Thomas schon schrieb, in Form von Aufwertung der mündlichen Note. Das Diskutieren und Schreiben im Forum wird sicherlich mehr Anklang finden, als die oftmals angebotenen Kurzreferate, aber wie bereits erwähnt, sollte die Methode des Internetforums keineswegs Überhand gewinnen, denn schließlich muss weiterhin Wert auf mündliche Mitarbeit gelegt werden, ebenso wie das Erlernen und Einüben von kürzeren und längeren mündlichen Beiträgen und deren Präsentation.
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Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 06.11.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 04.01.2007, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Was für einen Stellenwert könnte man denn einem Forenbeitrag geben, bzw. wie könnte man diesen benoten?

Gibt es vielleicht auch weitere Ideen, wie man "mündlich schwache Schüler" gezielt mit einem Forum unterstützen könnte? (Bsp. Forenbeitrag als Referatersatz) Macht so etwas überhaupt Sinn?
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j.hermann




Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 06.11.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 05.01.2007, 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich denke nicht, dass man einen einzigen Forenbeitrag mit der Wertigkeit eines Referats gleichsetzen sollte, ein Referat sollte schon noch einen höheren Stellenwert beibehalten, zumal der Arbeitsaufwand in Eigeninitiative ein ganz anderer ist (sein sollte).
Ein Forum könnte bei der Notengebung durchaus sinnvoll sein, um z.B. zwischen zwei Noten zu entscheiden, sollte aber keineswegs ausschlaggebend für eine erhebliche Notenhebung sein (z.B. um mehr als 3 Punkte).
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tkoester
Administrator



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, dass hier immer noch zwischen der realen Leistung im Unterricht und der im Forum differenziert werden sollte. Aber wie sieht es denn aus, wenn ein ansonsten sehr schwacher Schüler plötzlich über seine Affinität zum Medium Internet und seine Begeisterung für den PC motiviert wird, eigene Gedanken zu äußern, die auch die übrigen Forenteilnehmer weiterbringen und sich rückwirkend auf den Unterricht positiv auswirken?
Muss dann immer noch das schwache Wikipedia-Referat höher gewichtet werden, als der plötzliche Mut, Eigenständiges und Sinnvolles von sich zu geben?

Laut Kultusministerium sind die Neuen Medien, und damit kommen wir auf die Kernthese zurück, ein legitimes Mittel zur Förderung schwacher Schüler, denn im Sinne der Chancengleichheit über die Mehrkanaligkeit von im Unterricht zu wählender Zugangsmedien heißt es hier:

„Insbesondere im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die Lern- oder Verhaltensdefizite erkennen lassen, sollte das motivatorische und kompensatorische Potential der Medien genutzt werden.“

Hier ist ja schon nicht mehr nur von der Möglichkeit des motivatorischen Einsatzes Neuer Medien die Rede, hier heißt es ja bereits "sollte". In diesem Zusammenhang dürfte auch deutlich werden, dass es in einigen Jahren zweifelsfrei zur Kompetenz einer Lehrkraft gehören wird, Medien dahingehend sinnvoll einzusetzen, d.h. das "sollte" wird sich in ein muss verwandeln, oder?
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