Der Stamm der Sturmhufe Rollenspielgilde auf dem abyssischem Rat

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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 05.12.2022, 00:34 Titel: Rp-Plot: Wapis Brotkrumen |
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Die Seiten scheinen mit einem Zauber belegt worden zu sein, dessen Kraft einzig dafür ausreicht um sie in diese Welt materialisieren zu können. Auch scheint es, als seien es nie ihre kompletten Texte zu sein:
Thau Stammes-Tagebuch...
... es ist so dunkel hier... Nicht wie in der Nacht aber trotzdem ganz dunkel. Und irgendwie sieht das hier nicht wie im Brachland aus. Überall sind Blitze und es Donnert immer die ganze Zeit. Aber ich glaub, dass der Donner manchmal wie Schreie sind, weil sie sich dann ein bisschen anders anhören.
Ich hab mich versteckt damit mich die bösen hier nicht finden können, aber ich hab Angst, dass wenn es Blitzt, sie mich sehen können! Ich glaub, ich kann hier nicht so lange bleiben, weil ich mir bald ein neues Versteck suchen muss! Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen, hab mich aber auch nicht getraut die Augen zu zumachen und hab mich immer irgendwo neu versteckt.
Der Ansatz von Zeilen war zu erkennen, bis diese abbricht und zu einem einzelnen, kurzen Strich endet
....Jetzt bin ich in einer kleinen Höhle drinnen, und wo ich rein bin, hab ich erst nicht gemerkt, dass ich nicht alleine da drinnen bin. Erst hab ich nur ein Zischen gehört, dann ein komisches Fauchen und dann war da ganz plötzlich ein Maul wo gebrannt hat!
Ich hab mich dann ganz klein gemacht, weil ich konnte auch nicht mehr aus der Höhle, weil draußen überall Elementare gewesen sind, die ich von der Höhle aus gesehen hab! Aber dann war das Maulfeuer aus und ich hab kurz nur noch Augen gesehen, die dann zu mir geschwebt sind....
...Und dann... dann hab ich gemerkt, das ich nicht mehr zu Hause war... Überall war es dunkel und laut und wenn es geblitzt und gedonnert hat, dann hab ich was am Himmel gesehen und was brüllen gehört...
...Dracheninsel, so hat er sein Zuhause genannt... |
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Verfasst am: 05.12.2022, 00:34 Titel: Anzeige |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 05.12.2022, 19:07 Titel: |
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Offenbar stört etwas die Visualisierung der Tagebuchseite:
Thau ... - ...buch!
Wir... ... raus, aber ... ganz ...wierig!
Feuermund und ..., wir haben abgewar..., ... nicht mehr ... viele ...entare da waren, weil ... ... ....s in der Schlucht ... es ... ... gesurrt und dann... dann ... ... laut gedonnert! Und ... wo unsere Höhle..., haben wir dann Rauch gesehen und dann ... alle Elementare ... hin und wir ... ... ganz schnell ... ... ...! Manchmal hab ... ... Schatten am Himmel ... ... ... waren Steine mit Flügeln ... ... ... zum Rauch hin ... sind! ... wir ... ... ...eitergerannt, weil Fe...mund hat ...sagt... ... oder nie!
Wir sind ... ... gerannt, ... mir ... ... die Hufe weh..., aber wir ... trotzdem gerannt ... gerannt und ...! Dann ... wir ... ... große ... Höhle ... und da hab ich ... gesehen, ... ... überall Stein ... Eis ... . ... wie ... Nordend wo wir Hatho... gesucht...!
Aber jetzt... jetzt ... ... wo anders... Hier... ... überall ganz ... und ich ... ... Sonne sehen! Und ... ... überall ... und Blumen! Woah... ... ..., so ... das Brachland ... ... ... ausgeschaut! Mundfeuer ... ... eine ... Höhle gefunden, aber ... ... ... hier ... Elementare ... . ... geh ich ... raus, weil... Weil manchmal ... ... meinen Stamm ... hören. Also... ich höre ... Dridi und ... Willbur, Voha ... auch gehört und alle ...! Aber... immer wenn ...ganz schnell raus..., dann ... keiner... Nur ... doofe Schreifrösche! Die ... ständig, wenn ... zu nah... ... ran! Das ... voll ... nervig!
Zuletzt bearbeitet von Wapijy am 10.01.2023, 10:21, insgesamt einmal bearbeitet |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 20.12.2022, 15:33 Titel: |
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Ausführlicher Zwischenbricht des Wapi-Plots:
Kapitel I
Die Reise und sie Suche nach Brotkrumen
Ein Teil des Stammmes er Sturmhufe war gerade erst aus dem Eschental zur Heimreise aufgebrochen und ritten auf ihren Kodos, ereignislos und voller Vorfreude zügig ins Brachland zurück. Das Wegekreuz war zum greifen nah, nur noch ein, von den Gezeiten geschliffener Berg aus Sandstein, dessen Spitze beinahe die Wolken berührte, trennte die Sicht auf ihr Heimatdorf. Von Weitem wäre dies ein wohltuender Anblick gewesen, Zelte in allen Größen, Formen und Farben, der aufsteigende Rauch, der das Bewohnen und Treiben der dortigen Bewohner widerspiegelt. Und hätte man den Berg noch passieren können, dann luden einen die ruhigen, rhythmischen Trommelklänge zum Näherkommen ein, denn die Wachen hätten, nach erspähen des Stammes, ein kleines Fest in Gang gebracht.
Wäre da nicht ein anderer Klang zu hören…
…noch leise und dumpf, einem Donnergrollen gleich waren sie. Die Erde begann auf ihrem Weg zu zittern, sodass sogar die kleinen Kieselsteine unter den Hufen und Füßen zu tanzen begannen, auch ein fernes Blätterrauschen, einem Meeresrauschen nicht unähnlich, war zu vernehmen, wenn man die Ohren gespitzt hatte und brachten den kleinen Trupp, bestehend aus Dridi Sternenfeder, Meelah Bluthuf und dem Kalb des Stammes, Wapijy Samthorn erst zum Stillstand, dann auf Abwegen.
Dies ist der Beginn, der die Tauren und deren Freunde auf einen unbekannten Weg führen soll – fern ab vom trauten Heim und Gefilde, fern von alle dem was sie kennen und zu kennen glaubten.
Es war das Kalb Wapijy, die den kleinen Trupp zum Stillstand brachte, sie war es, die mit ihren noch jungen Ohren das Grollen vernahm, aber auch die beiden Erwachsenen hörten bald das dumpfe Erdgewitter, ehe sie sich, fern ab von den Rücken ihrer Reittiere zu Fuß aufmachten, um sich ein genaueres Bild zu machen. Nun war es der frischgebackene und doch stolze Häuptling des Stammes, die ihre Sorgen äußerte – sollte man dem noch leisen Grollen weiter folgen? Der Gedankengang des Häuptlings war noch im vollen Gange als sich der kleine Trupp weiter vorwärtsbewegte, und nun war es Meelah, die ihre sorgenvollen Gedanken teilte, dass es sich hierbei um etwas elementares handelte, sie könne es spüren, doch fällt das zuordnen ungewöhnlich schwer.
Das Grollen weitete sich aus und wurde lauter mit jedem getanen Schritt ihrer Hufe, waren es erst Kiesel die am Boden zu tanzen begannen, folgen dem Tanz nun auch kleinere Steine, verdorrte Äste und gar die Knochen einstig erlegter Beute der hiesigen Raubtiere. Wieder kam der Trupp, nicht fern von einem Baum zum Stillstand, als sie aus der Ferne etwas ausmachten, dass nicht zum bekannten Bild ihrer Welt passte. Es war ein Erdelementar, so riesig, dass dessen schiere Größe ihn ganz nah erscheinen ließ. Ein Schritt dieses Elementares erzeugte ein Beben und ließ Bäume und Bauwerke in seiner direkten Umgebung umstürzen und dem Erdboden gleich machen. Meelah war vom Anblick dieses Wesens ergriffen, war sie doch mit den Elementen vertraut, doch dieses? Seine Wut und die Urtümlichkeit waren ihr fremd.
Dridi rief zum Rücktritt an, schnell sollten sie sein, zügig von dort verschwinden, hurtig, hurtig! Wollte man sich im Stamm darüber beraten, welche Schritte man gehen wollte, um diese Erscheinung zu ergründen und vielleicht gar zu beruhigen, ehe es noch mehr ihrer geliebten Heimat dem Erdboden gleich macht. Doch kamen sie nicht mehr dazu…
Die Wut des Elementars steigerte sich zu Wahn und nichts hätte es aufhalten können, wirkte doch alles in seiner unmittelbaren Nähe bedeutungslos. Die Wut des sich bewegendes Berges aus Erdreich, Geröll und Fels wurde nun unmittelbar und in brennend rhythmischen Schlägen in das Erdreich getrieben, als dieser mit seinen Felsfäusten auf eben jenes einschlug. Der Aufprall war massiv und folgenreich, denn das Erdreich um das Elementar herum reagierte nun dem Wasser ähnlich und begann sichtbare Wellen zu schlagen, dann… so plötzlich wie die Wut ins Erdreich gelang, so plötzlich wurde es still. Zu still…
Die drei Tauren trauten ihren Augen kaum, versuchten standzuhalten, auf ihren Beinen zu bleiben und zu verstehen, was hier vor sich geht. Am schlimmsten musste es wohl Meelah getroffen haben, die plötzlich die Elementare Welt nicht mehr verstand. Wieso? Warum? Was..?
Die Ruhe war trügerisch, das war den erwachsenen klar, Wapijy war just nur froh, dass der Berg sich augenscheinlich beruhigt hatte, doch wurde die Hoffnung des Kalbs jäh zerschlagen, als sich nun auch die Tierwelt in Bewegung setzte. Antilopen, Gazellen, Schreiter kamen aus dem Tal in Richtung der Tauren, sie rannten mit der blanken Angst um ihr Leben, aber es war nicht die Angst vor ihren Feinden, denn selbst Löwen und Raptoren rannten inmitten ihrer Beute um ihr Leben und in die Flucht. Auch ihnen stand die Angst ins Gesicht geschrieben.
Aber es waren nicht nur die erdnahen Bewohner, die ihre Flucht angetreten waren, denn nur wenig später verdunkelte sich der Himmel und Schwärme aus tausenden Vögeln aller Art sammelten sich zu einem einzigen, massiven Schwarm und nur die Lücken der schlagenden Flügel ließen für kleine Momente das Licht der Sonne hindurch, während sie alle in Richtung Osten flohen. Mittendrin, die drei Tauren, die ungläubig dem Schauspiel der Natur um und über sich herum zusahen und selbst vor Starr nicht in der Lage waren zu fliehen. Meelah wurde es nun klar, als sich ihre Linsen zu kleinen Stecknadelköpfen zusammenzogen „Ein… Ruf…“ flüsterte sie, als nun auch Dridi verstand „LAUFT!“ schrie sie, beide packten das Kalb an deren Pranken und flohen. War es dafür nun doch zu spät…
Ein leises Rauschen, gleich eines fernen Erdrutsches war der Vorbote, als sich die Drei an den Pranken haltend zur Flucht zurück aufmachten, aber sie kamen nicht weit. Dridi und Meelah spürten eine Veränderung des Erdreiches, standen sie bis eben noch fest mit ihren Hufen am Boden, begannen sie nun mit jedem Schritt zu versinken und das Rauschen wandelte sich zu einem Markdurchdringenden Grollen. Die beiden ausgewachsenen Tauren rannten mühsam durch das sich auftuende Watt, im Schlepptau das Kalb, dessen kleine Hufe sich stetig, wie Pfähle in das Erdreich bohrten. Die beiden hielten an, Panik machte sich breit als sie notgedrungen kehrt machten, ihr Weg wurde am Horizont versperrt, als sie sahen, dass sich die Erde vor ihnen zu Wellen auftürmte.
„LAUFT SCHNELLER!“ trieb der Häuptling die Truppe an während sie all ihre Reserven sammelte, um durch den flüssiger werdenden Boden zu waten „…dort der Baum!“ kam es keuchend von Seiten Meelahs. Dridi hielt dies für den Moment als keine glorreiche Idee, denn alle drei sahen, dass sich die in rasender, donnernder Geschwindigkeit nähernden Erdwellen den Boden so weit verflüssigten, dass nahestehende und tief verwurzelte Bäume keinen Halt mehr fanden und wie Streichhölzer zu Boden vielen, und das Geräusch hierbei war nervenaufreibend. Knarrend, ächzend und reißend vermischt mit dem nun lauten Tosen hunderter Erdwellen, welche sich im ganzen Tal ausbreitend, hin zum Rufenden Erdelementares bewegten und eines direkt auf sie zu steuerte.
Die Wellen rissen alles mit sich, was nicht mit dem soliden Felsen der Berge verankert war, Bäume, Baumstämme, Teile von Baracken, selbst manch ein unglückliches Tier fand sein jähes, mitgerissenes Ende und die drei Tauren wussten, dass wenn sie sich nicht sputen, ihnen dasselbe Schicksal zu Teil werden würde. Die Fortbewegung wurde zehrend und mühsam, doch erreichten sie den Baum und mit letzter Kraft griffen die beiden Erwachsenen nach starken, hüftnahen Ästen des Baumes, der hoffentlich nahe genug am Fuße eines Berges gewachsen war, als die Wellen an ihnen vorbeizogen.
Die Welle, welche ihnen am nähersten war, saugte ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen weg, welches sich nun wie ein wasserähnlicher Strom bewegte, um flussabwärts zu fließen. Betend und flehend klammerten sich Meelah und Dridi im ohrenbetäubenden Getose an dem Baum, mittendrin das Kalb, welches nun starr vor Angst war und plötzlich begann abzusinken. Die beiden großen zerrten so fest an Wapijy, wie es ihre Kraft zuließ, doch war der Sog, der zwischen dem Wurzelwerk des Baumes entstand, zu mächtig und die Pranken zu verschwitzt um das Kalb zu halten.
Die Welle zog an ihnen vorbei, beachtete das schicksalhafte Drama der Tauren gar nicht erst, auch mutmaßlich nicht das nun schreiende Kalb, welches im Strom der Welle gefangen war. Kraftlos und nicht im Stande just etwas auszurichten, da sonst unnötig mehrere Leben auf dem Spiel stünden, klammerten sich Meelah und Dridi weiter am noch standhaften Baum, dessen Glück es war, dass einige Wurzeln mit solidem Felsen verwurzelt waren, so wurde er nur wenige Meter nach hinten gezogen, statt sein entwurzeltes Ende zu finden. Lediglich der unglückliche Bereich an dem sich Wapijy aufhielt, lag nun frei und würde einem Tier irgendwann als passablen Bau dienen.
Das Getose entfernte sich langsam, mit ihm auch der verzweifelte Schrei des Kalbes, das oft für Sekunden unterbrochen wurde, ehe man deren Schrei wieder vernehmen konnte. Bis… er endgültig verstummte und einige Wellen zum Stehen kamen. Sie türmten sich auf, ballten sich zusammen, zogen Kies, Sand und Felsen an sich heran, bis die Erde schließlich aufbrach und unzählige urtümliche Elementare gebar, welche auch die Wut mit sich brachten, die der sich bewegende Berg aussandte. „Zerstört alles, zeigt ihnen die Macht der wahren Elemente! Die Opfer bringt ihr zum Schrein!“ Währenddessen hielt die Panik der Tauren weiter an, sie suchten nach Wapijy ohne sich vom Baum fortzubewegen, das Kalb war weg! Verschwunden! Entführt! Gestorben? Der Schrei des Elementars sorgte zusätzlich für Angst und Schrecken, doch auch für einen winzigen Funken Hoffnung…
Es dauerte nicht lange, bis sich der Boden wieder beruhigte und den Geschöpfen den gewohnten Halt bot, Dridi und Meelah befreiten ihre noch in der Erde steckenden Hufe, ehe sie, ohne sich umzusehen und nach Wapijy schreiend, um den Baum schnellten. Sie suchten panisch nach dem Kalb, in der Hoffnung, dass sie doch noch in Reichweite war, wollten beinahe blind der gehörten Erinnerung folgen, ehe sie aufsahen und sahen was dort, am Horizont hinter dem Baum auf sie warten würde, würden sie es doch wagen.
Den Gedanken und der Angst absagend wollten die Zwei verbliebenen den Ort des Schreckens nicht verlassen, Wapijy weitersuchen, doch wussten sie, dass sie ohne Hilfe nicht weiterkommen und womöglich ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen würden. Die Zeit verging, Panik wich der Fassung und auch das klare Denkvermögen setzte wieder ein und sie wussten, dass sie sich weiter sputen müssen, um das Kalb zu retten, wenn sie es lebend im Schoß ihres Stammes wissen wollen. Wenn auch widerwillig und mit der Mühe loszulassen, traten sie dann doch hastig den Weg zu Wegekreuz an.
Kapitel II
Unverhofft und Unerwartet
Im Dorf angekommen, machten die beiden keine Rast, sondern trommelten schon beim Eintreten in das Dorf den Stamm und die restlichen Bewohner des Dorfes zusammen, um über das Geschehen zu berichten und sich für die kommenden Schritte zu beraten. Und so verfasste der Häuptling nur wenige Stunden nach dem Vorfall ein Schreiben, das von vielen aus ihren Reihen vervielfältigt wurde, um sie überall dort anzubringen, wo sie Hilfe erwarten konnten. Orgrimmar war nicht einzig der hilfesuchende Ort, auch Donnerfels, Sen´jin und sogar neutrale Orte, wie die Mondlichtung wurden aufgesucht, um auch dort befreundete Gruppen zu mobilisieren, die zur Allianz angehörten.
Mit Erfolg!
Keine zwei Tage waren vergangen, als der Häuptling von einer Gruppe aus Helfern umgeben war, traten sie aus dem Dorf heraus, warteten sogar noch mehr Helfer, denen jedoch der Zugang zum Dorf verwehrt war, waren die Wachen zu vorsichtig, als dass sie jeden in das Dorf ließen, konnte man sie selbst in solch einer Situation nicht zum Abweichen ihrer konsequenten Richtline erweichen. Und so machte sich Dridi auf, um ein kurzzeitiges Lager außerhalb des Dorfes zu errichten, um auch die eingetroffenen Stammesfreunde über das Geschehen zu unterrichten. Weitere Tauren, Orcs, Trolle, Worgen, Zwerge und Pandaren waren eingetroffen, um dem Stamm in ihrer Not beizustehen und zu helfen. Die Zeit verging, als Dridi und Meelah ihre Erlebnisse erläuterten und auch manch ein eingetroffener berichtete über seltsame Aktivitäten der Elemente, die man nicht zuzuordnen vermochte und hier und da deutliche Sorgenfalten in einigen Gesichtern erkennen konnte. Nur eine elfische Gestalt tat das ganze recht harmlos ab, die sich viel lieber am Anblick der Allianzler störte und auf Finderlohn beharrte, statt den Ernst der Lage zu erkennen. Wird diese jedoch schon bald ihre eigenen Wege gehen… Mit in dieser Gruppe waren auch eine weitere versierte Orc-Schamanin Aghra, sowie ein Troll, der ebenfalls mit den Elementen zu kommunizieren wusste, dessen Name Rakio war.
Nachdem alle auf dem neuesten Stand waren, zog die nun größere gruppe los, zurück zum Ort des Geschehens, dort angekommen, erwartete sie ein Bild des Schreckens. Das Tal, welches einst mit Bäumen gesäumt war, lag nun völlig in Schutt und teils unter Geröll vergraben. Nur die Elementare waren – bis auf eines - nicht mehr zu sehen, sie waren verschwunden… Das verbliebene Elementar, welches sich aus der Erde bildete und sogar ein Baum seine Schulter schmückte, wütete weiterhin, um alles auf seinem Weg zu zerstören und zog nun alle Aufmerksamkeit auf die Gruppe, unteranderem auch eine sacht wahnsinnige Pandarendame. Man machte sich zum Kampf bereit, war für beinahe alles gerüstet, als einige aus der Gruppe am Rücken des urtümlichen Elementars ein Pergament bemerkten, das nicht ganz zum Bild des Wüterichs passte…
Man beriet sich, sprach ab, was man tun sollte als sich die übermütige Pandarendame schon auf den Weg machte um das Elementar… zu reiten?! Die Elfe Arisdra ahnte schon böses, als sie hurtig zur nun völlig wahnsinnigen rannte und mit ihrem Geschrei die übrige Truppe auf das Bild aufmerksam machte. Das Elementar tobte und wurde nun nur noch wütender durch die ihm unwürdige Behandlung seitens der Pandaren. Es schrie und hämmerte mit seinen Felsfäusten auf den Erdboden ein, um die Pandarenmücke vom Rücken zu werfen, damit auch sie unter seinen Fäusten zu ihrem Ende findet. Doch sie war hart im Nehmen, beinahe schon geübt in dem was sie tat, Wahnsinn hat wohl doch Methode!
Sie schaffte es dem Elementar den Zettel zu entreißen, wollte gar noch eine extra Rodeo runde einläuten, doch machte ihr die Gruppe dahingehend einen Strich durch die Rechnung und sie hüpfte fast sorglos vom Rücken des wutentbrannten Elementars. Wutentbrannt und sorglos… diese Kombination kann nicht gesund sein…
Dies bekam nun auch die Gruppe zu spüren, als das Elementar zum Angriff überging, es hämmerte erneut rhythmisch auf den Boden ein, damit all jene den Halt des Bodens verlieren, so hat man leichtes Spiel um sie, einen nach dem anderen zu zerquetschen. Doch sorgten die Schamanen dafür, dass das Elementar an seinem Vorhaben scheiterte und schafftes es sogar, das Wesen mit der Kraft ihrer bekannten Elementaren zu fesseln, damit die übrige Gruppe flüchten kann. Nur die Pandarin beharrte auf einen weiteren Ritt, zog sich dann aber doch und widerwillig zurück.
In sicherer Entfernung zum wütenden Elementar, sah Dridi, nach pochen der Gruppe, auf das Pergament, trafen just auch die Schamanen ein und erhielten ebenso einen Einblick auf das merkwürdige Stück Pergament. Zu aller Überraschung war es eine Seite aus dem Tagebuch des Kalbes!
Es schein mit einem Zauber versehen worden zu sein, damit die Gruppe diesen wie… Brotkrumen folgen kann. Aber die Freude und Verwunderung über dieses Stück Pergament währte nicht lange, denn das zuvor gefesselte Elementar hatte, nach seiner Befreiung, die Verfolgung aufgenommen und hatte nun die Absicht, die Gruppe und auch das jetzt naheliegende Dorf zu zerstören. Dridi, Meelah und die anderen machten sich nun erneut bereit für den Kampf, sie mussten nun nicht nur sich, sondern auch das Dorf hinter sich schützen und so stand nun alles auf dem Spiel.
Einer nach dem anderen attackierte das wütende Elementar und eine Attacke nach der anderen schien zu scheitern, denn das aus Fels, Stein und Sand bestehende Wesen verschluckte buchstäblich sämtliche Schläge und Zauber. Einzig Meelah griff nicht sofort an, sie schloss ihre Augen und bat den troll um Mithilfe, so suchte sie Ruhe und Konzentration, während die anderen weiterhin tosend gegen das Erdelementar kämpften. Einigen viel der Baum in seiner Schulter auf, doch erreichte manch eine Attacke ihn kaum, oder brach lediglich Splitter aus ihm heraus. Doch sollte eben dieser Baum ihre Rettung sein.
Meelah, die weiterhin zur Ruhe findet, bat flüsternd ein Element um Hilfe, welches nicht lange auf seine Antwort warten ließ, im Hintergrund war der Troll ebenfalls in sich gekehrt, um die Taurin zu unterstützen. Lau war die Briese zu beginn, welches sich aber bald zu einem Sturm ausweitete und so zu einem ernstzunehmenden Gegner des Erdelementars wurde, dessen eingewachsener Baum nun wie ein Segel fungierte und ihn nach Augenblicken der Gegenwehr buchstäblich zerriss, denn auch die Wurzeln dieses Baumes, hatten sich tief im Leib des Wütersichs verankert und rissen es durch den Sturm brutal auseinander. Mit einem lauten Getose vielen die Bruchstücke des einstigen Elementars zu Boden und der Kampf schien somit ein Ende gefunden zu haben. Schnell suchte die Gruppe Schutz im Dorf, wo sie sich, nach einem kleinen Moment der Ruhe. über die Tagebuchseite beugten. „Höhle, mehr Elementare, Maulfeuer? … Dracheninsel?!“ raunte es leise durch das Zelt.
Kapitel III
Das Lied der Möwen
Erneut vergingen nur wenige Stunden, als sich die Gruppe, nach ausführlicher Beratung, dazu entschloss, der Insel weiter auf den Grund zu gehen. Sie wollten in Orgrimmar nach Hinweisen suchen, und gingen als bald auf den Weg dorthin. Es war ein halber Tagesmarsch bis nach Orgrimmar, viel einem aus der Gruppe bald ein ungewöhnliches Detail an Dridi auf, welches sie dann zum Anhalten zwang. Erneut war eine Tagebuchseite aufgetaucht! Doch anders als zuvor, war die Seite zu beginn leer, es dauerte bis sich langsam einige Linien abzeichneten und man nach und nach Wapijy´s krakelige Schrift erkennen konnte. Doch… war dieses Mal etwas anders, die Zeilen scheinen nicht komplett zu sein, Wörte und gar ganze Sätze scheinen zu fehlen. Der Gruppe blieb nichts anderes übrig, als die Lücken mit Hoffnung zu füllen und marschierten bald darauf, mit noch mehr Willenskraft weiter in die Hauptstadt der Horde.
Dort angekommen, suchten sie Personen und Händler auf, welche ihnen mitteilten, dass man tatsächlich eine Insel mitten im Meer ausfindig gemacht hatte, und bald ein Schiff zur Expedition von Ratschet aus aufbrechen wird. Hierbei war nun Arisdra eine wahrlich große Hilfe, denn sie ist eine der Händlerinnen des Dampfdruckkartells und kannte so einige Kontakte, die sie ansteuern konnte, um auf das besagte Schiff zu gelangen. Noch am selben Tag sollte das Schiff ablegen und auf die Insel zusteuern und so setzte sich die Gruppe, nach einer kurzen Rast, mit wenig Schlaf, erneut in Bewegung, um das Schiff noch zu erreichen.
Die Gruppe war wieder auf den Beinen und gelangten noch pünktlich nach Ratschet, wo sie vom Kapitän Boran Kesselblick, sowie der Crew sehnsüchtig erwartet wurden, wollten sie ja demnächst aufbrechen. Auf den Weg dorthin, gesellte sich auch ein Zwerg zur Gruppe, der durch einen der Aushänge auf das Hilfegesuch aufmerksam wurde. Man tauschte gegenseitig Namen aus, Arisdra erläuterte auch die Bezahlung, welche die Goblins für die Überfahrt stellten. War es zum Glück kein Wert in Gold, sondern gesammeltes Material von der Insel, welche die Gruppe auf ihrem Weg finden und mitbringen solle.
Dridi schien deswegen kaum erleichtert, wollte sie am liebsten schon auf der Insel sein, um nach dem Kalb zu suchen. Auch wenn Wapijy ihr einiges an Nerven kostet, war sie doch voller Sorge um das Kind und hatte mitunter den größten Grund nach ihr zu suchen. Doch waren viele der Stammesfreunde ebenso voller Sorge um das Kalb, hatten sie Sie zu sehr in ihr Herz geschlossen.
Das Schiff stand bereit, es war ein prächtiges Handelsschiff, welches auf den Namen Donnerflut besaß und man sah ihm auch an, dass es viel Zeit auf See verbracht hatte, doch vertraute man dem schwimmenden Bauwerk wohl mehr als der grünen und gierigen Besatzung, welche aus einer Horde Goblins bestand. Nichtsdestotrotz musste die Gruppe an Bord, gab es sonst keine andere Möglichkeit zur Insel zu gelangen. Seit dem letzten Fund der Tagebuchseite, waren auch solche nicht mehr zu finden, was die Sorge mancher erneut steigen ließ. Nach und nach gingen sie auf das Schiff, folgte ihnen auch ein kleiner Knäuel, der schnell hinter einige Fässer verschwand.
Mit einem freudigen läuten der Schiffsglocke wurden die Segel gesetzt und in Begleitung von, im Wind spielenden Möwen, lösten die Matrosen an Land das Tau und das ablegende Handelsschiff stach zur See, die grüne Mannschaft jubelte ob der Aussicht nach Ruhm und Reichtum, die ihnen auch die Gruppe bescheren sollte. Die Gruppe um Dridi jedoch war jedoch weniger in Feierlaune, wusste man nicht, was einen auf der Insel erwartet, geschweige denn, ob und wie man das Kalb dort auffindet…
An Bord wich langsam der Jubel und mit jeder weiteren Seemeile ging die Mannschaft beinahe ernst an die Arbeit. Soweit man an die Ernsthaftigkeit der Goblins glauben mag. Dridi, Meelah und Amarzia, sowie der Zwerg und auch Arisdra konnten sich an Bord nun einige Momente der Ruhe gönnen, soweit es manch ein Gedanke zuließ. Ein leises Gackern störte jedoch die Ruhe und Amarzia ging diesem Kichern nach. Dabei entdeckte sie einen offenbar blinden Passagier, der sich wohl heimlich aufs Schiff geschmuggelt hatte. Einige andere aus der Gruppe vernahmen die Geräusche ebenso, doch ließen sie hierbei der Worgen das Feld, welche nun ein Worgenwelpen hinter einigen Fässern entdeckte. Verwunderung machte sich bei ihr breit, auch dass der Welpe sich wohl von ihrer Puppe zu dieser Reise verführen lassen hatte.
Amarzia plauderte einige Momente mit dem Welpen, erfuhr auch dessen Namen „Ani“ und ihre Puppe „Emi“ die einst menschenähnliche Puppe war beinahe nur noch ein leeres Stück Stoff und so schlackerten die Arme und Beine wild umher, wenn man die Puppe bewegte. Einzig der Kopf, mit seinem eingenähten, monotonen Gesicht schien noch intakt. Und auch schien die Puppe beinahe ein flüsterndes Eigenleben zu führen, denn ganz gleich was der Welpe sagte, Emi wusste es auch oder gar besser!
Die Zeit an Bord verging langsam und zäh, man unterhielt sich, aß und trank und auch konnte man einem Goblin dabei zusehen, wie dieser mit seiner Seekrankheit auf Deck umherrannte um irgendwann über die Reling ins Meer zu speien umso für sich eine kurzzeitige Erleichterung zu sorgen, bis der nächste Schwall ins Meer ergossen werden wollte. „Ani“ und „Emi“ traten irgendwann aus ihrem Versteck und machte ihre Meinung über die Tauren-Bestien kund, war dies ebenfalls eine kleine Anwechslung und kaum eine Gefahr für die Gruppe. Einzig die Matrosen bekamen irgendwann Wind vom bilden Passagier und beförderten sie mit ihrem „Notfallgreif“ zurück an Land.
Verwundert über diese Methode erkundigten sich Dridi und Meelah über den Verbleib des Welpen und erhielten eine kaum zufriedenstellende Antwort seitens einer der Matrosen. „Jedes Maul zu viel kostet Gold und Gewicht!“ Kopfschüttelnd nahmen es die beiden dann hin, blieb ihnen so oder so nichts übrig außer auf dem Schiff zu verweilen. „Hoffe man für den Welpen das Beste“, kam es dann leise aus eines der Münder ehe man langsam wieder zu den Themen zurückkam, bei denen man durch den blinden Passagier unterbrochen wurde. Die aufkommende Nach war klar und die See ruhig, doch bekamen es die Reisenden unter Deck nicht mit, war der erholsame Schlaf viel zu nötig um sich von der schönen Aussicht stören zu lassen.
Möchte man für die Besatzung hoffen, dass die See ihnen wohlgesonnen bleibt, bis sie auf de Insel anlegen… |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 10.01.2023, 20:08 Titel: |
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Kapitel IV
Das Duett von Sonne und Meer
Die Tage auf See vergingen und das Meer war auf der Seite der Reisenden, und so verlief die Schiffsreise ohne größere Vorfälle. Lediglich der seekranke Goblinmatrose erholte sich nur bedingt. Selbst der stetig ruhige Wellengang machte ihm das Leben zur Hölle und das Deck hier und da zu einem nicht ansehnlichen Ort. Erst als Häuptling Dridi der armen Seele etwas anbot um seine Qualen zu lindern, so wie Sie es auch oft für Meelah und anderen Flug - und Reisekranken tat, erholte sich der Zustand des Matrosen langsam.
So war dies wohl einer der wenigen abwechslungsreichen Augenblicke auf See, unschön, aber abwechslungsreich. Doch gab es für die Reisenden und der Besatzung der Donnerflut gerade in den Abendstunden magische Momente und so manch ein Naturliebender Geist wollte sich in diesem Moment verlieren, als auf der fast spiegelglatten See sich die Sonne zum Horizont neigte. Die glühende Scheibe und ihr Spiegelbild waren eins geworden und im orange-violett des Himmels begann sich das Leben im Meer von seiner schönsten Seite zu zeigen. Seevögel, welche hartnäckig der Donnerflut folgen, tanzen im lauen Wind neben dem Handelsschiff her, berührten mit ihren Läufen die Wasseroberfläche, um sich darauf erneut in die Höhe und über das Schiff zu fliegen.
Am Horizont bricht ein Walhai aus dem Spiegelbild der Sonne, dessen Schattenspiel von einer Schule Delfine untermalt wurde. War man willens, dem oftmals lauten Treiben der Goblins zu ignorieren, oder sich an einen Geräusch Geschützen Punkt des Schiffes zu begeben, vermochte man sogar das leise Lied der Wale zu hören. Leise und doch beruhigend waren die Klänge der Meere und so lauschten Dridi, Meelah, Verona, Amarzia und Arisdra, sich schweigend auf die Reling stützend, um für einen Moment die Gedanken und Sorgen ruhen zu lassen. Einzig das alkoholisierte Geschrei und Gelächter des Zwerges mit samt einiger Crewmitglieder unterbrach für kurze Augenblicke die Idylle, doch ließen sich die fünf kaum daran stören.
Einzig Voha wollte sich weder dem Gesang der Meere noch dem Saufgelage anschließen, sie beschäftigte sich, etwas abseits, streitend mit einem der Matrosen, dessen Inhalt jedoch durch die vorhandene Geräuschkulisse unterdrückt wurde. Die Zeit des verbliebenen Tages verging und langsam kehrte die allnächtliche Ruhe auf der Donnerflut ein und so wurde auch das ein oder andere Licht der Kojen gelöscht, um sich zur Ruhe zu legen.
…LAND IN SICHT! …LAND IN SICHT!
Donnerte es in den frühen Morgenstunden vom Ausguck in Begleitung der wild geschwungenen Schiffsglockenkeule über das Schiff.
Kapitel V
Fußabdruck im Sand
Der erste Schritt, der erste Fußabdruck im feucht sandigen Untergrund, die Salz geschwängerte Luft, das Rauschen des Windes in den Baumkronen, der Blick in eine fremde Welt und die sanfte Brandung des Meeres. All diese Eindrücke waren fast erdrückend für die Reisenden, sie wussten für den Augenblick nicht, wo ihren Blick zuerst hinschicken und ihre Ohren als erstes ausrichten sollen. Für den Moment standen sie alle in einer Traube am Pier von Uktuluk und mussten dem ersten Eindruck auf sich wirken lassen. So urtümlich, so wild so… unwirklich und doch… vertraut erschien ihnen diese neue Welt, die der ihren für den Anfang nicht unähnlich war. Selbst die Bewohner des Piers kamen ihnen seltsam vertraut vor, als sich zwei neugierige Kinder der hiesigen Einwohner näherten. „Tus…karr? Hier?“ stammelte Verona leise vor sich hin. Womöglich glaubte sie sogar für einen Moment, dass das Schiff sich verfahren hätte und man sich in Nordend aufhalten würde. Doch der irrtümliche Glaube sollte sich bald dem wahren Wissen über den Aufenthaltsort weichen.
Dridi, die sich nun auch gesammelt hatte, blickte von der stammelnden Verona ab und hin zu den sich nähernden Kindern, sah diese erst verdutzt an, ehe Sie versuchte mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Doch die kleinen Racker staunten nur neugierig über die fremden Besucher und beäugten das für sie seltsam wirkende Wassergefährt als sie sich gegenseitig ansahen und zeitgleich davonrannten. Die Reisenden folgten mittels ihrer Blicken den Weg der Kinder, als sich ihnen nun auch einer der Erwachsenen Einwohner nähert. Er wirkte stolz und beschützend, hielt seinen Speer, dass mehr einer Harpune ähnelte, mit beiden Pranken quer vor seinem massigen, rundlichen Körper, welches von dickem, verziertem Leder geschützt wurde, und doch schien er nicht angreifen zu wollen, hatte er auch eine gewisse Neugier in seinem Blick.
Einen nach dem anderen besah er sich, wobei sein, von buschigen Brauen fast verdeckter Blick, auf die Worgen und Tauren verweilte und doch blieb die Neugier in seinem Gesichtsausdruck erhalten, schien ihm der Anblick der Goblins, Zwerge und Elfen wohl vertrauter zu sein. Langsam begann er sein Barthaar von links nach rechts zu schwingen, als sich diese langsam nach vorn bewegten, jetzt waren seine, mit Schnitzereien verzierten Stoßzähne, gut erkennbar.
„Willkommen, Fremdlinge. Willkommen am Pier von Uktuluk“ Kam es kehlig aus dem dicklich aussehenden Krieger. „Bewegt Euch frei im Dorf, doch macht keinen Ärger – verstanden?“ fügte er seinem Willkommensgruß hinzu, eher er einen letzten Blick auf die ihm nicht geheuer wirkenden Worgen und Tauren warf, während er sich zum Gehen abwendete. Freundlich war dieser Krieger zwar, doch mischte sich nach der anfänglichen Neugier nun auch etwas Misstrauen in seinen Ausdruck.
Die Gruppe um Häuptling Dridi nickte wortlos auf die Worte des gehenden Kriegers und da meldete sich Voha auch schon mit: „Das Brachland ist mir lieber…“ zu Wort. Doch wurde ihren Worten kaum Beachtung geschenkt, als sich die Gruppe langsam in Bewegung setze, um das Dorf zu erkunden.
Kapitel VI
Taurahe für Anfänger
Die Vertrautheit wuchs mit den vergangenen Stunden und auch die Worgen und Tauren genossen langsam das zart wachsende Vertrauen der Einwohner. Man unterhielt sich, sammelte Informationen, machte mit Neugier Bekanntschaft mit den Sitten und Gebräuchen sowie der eigenwilligen Kulinarik der Bewohner. Gerne trank man beim geselligen Beisammensein Drachenspeichel, wollte man hoffen, dass dies nur ein Name war und nicht eben solches im Becher schwappte. Erinnerte sich hierbei der ein oder andere an den Schiffskranken Goblin zurück…
Die Sonne war am Zenit angekommen und die Gruppe sammelte sich am Schiffsanlegepunkt, um sich in Ruhe und etwas abseits der noch immer neugierigen Bewohner zu beraten, da hörten sie ein leises raunen: „Ich glaub, mich tritt ein Esel…“ Der Häuptling, Verona und Voha sahen zur Quelle des Geraunes und entdeckten eine bekannte und etwas entrüstete, weißhaarige Elfe. Es war Zaryah, die es aus noch unbekannten Gründen auf die Insel verschlagen hatte, wollte sie auch zu Beginn des Gespräches nicht recht damit rausrücken. Einzig ihre eigenwillige Art die Truppe als künftiges Drachenfutter zu zitieren, entkam anfänglich ihren Lippen. Doch ein aufmerksamer Beobachter erhielt Hinweise über den doch frohen Anblick der Elfe, und bemerkte auch, dass diese nicht - wie sonst - willens war sich allein durchzuschlagen, sondern bot recht bald ihre Hilfe bei der Suche nach dem verschollenen Kalb an. Und so riss sich die Elfe gar am Riemen als es zu Streitereien zwischen ihr und Voha kam. Dridi und Verona ließen sich etwas abseits am Steg davon kaum beeindrucken, hatten sie bereits ihre Meinung über Zaryah gefällt, obwohl sie Sie in ihre Gruppe aufgenommen hatten. Jede Hilfe war willkommen, sogar solch eine…
Verona, die sich indes mit Dridi beriet, bemerkte aus dem Augenwinkel einen matt hellen Schimmer, der in der Luft hin und her schwang und im Begriff war im Wasser zu landen. Ihr nun darauf gerichtetes Augenmerk, ließ sie sämtliche Muskeln anspannen als sie plötzlich und ohne Vorwarnung ins Wasser sprang. Mit einem freudig aufgeschrienem „Ha!“ lockte sie nun auch Zaryah und Voha zum Steg, um mit bloßer Verwunderung auf die durchnässte Verona zu blicken. „Ich glaube, das ist… Wapi!“ jubelte die Worgen noch im Wasser schwimmend und machte sich wenige Momente darauf auf, um aus dem Wasser zu kommen. Mit Stolz trat sie nass triefend an die Gruppe heran und begann, oder versuchte zumindest aus den Lettern zu Lesen. Doch musste sich die Worgen schnell eingestehen, dass Taurahe nicht ihr Lesegebiet ist und übergab somit Dridi und Meelah das Pergament.
Wapi war mit ihrem Begleiter weitergezogen und die vorherige Hoffnung wurde für einen Moment zerschlagen. Wo soll man hier zu suchen beginnen…? Zaryah, die ihre Hilfe weiter anbot, erzähle der Gruppe nun, dass sie sich schon seit einiger Zeit auf der Insel aufhielt und den ein oder anderen Ort gesehen hatte, um zumindest im Landesinneren nach weiteren Hinweisen zu suchen. Dort sei die Chance höher an weitere Informationen zu gelangen, doch… will man sich nicht in den nächtlichen Stunden ungeschützt im Freien aufhalten – nicht wenn einem sein Leben lieb sei, mahnte Zaryah die Gruppe zum Sputen an. Schnell entwickelte sich Zaryah als kurzzeitige Anführerin der Gruppe und führte sie nur wenige Stunden später aus dem Dorf und hinein in den urtümlichen Urwald.
Kapitel VII
Nur eine Geschichte, bitte!
Zaryah führte die Gruppe immer tiefer in den urtümlichen Wald hinein, die Geräuschkulisse und manch eine Sichtung gewähren einen ersten Einblick auf die hiesige Tierwelt. Ein Grunzen und das gemächlich erscheinende grasen von riesigen Flussestien, deren Eckzähne die Größe eines ausgewachsenen Nachtelfen erreichen können, ließ einige aus der Gruppe staunen, während sie weiter mit Zaryah durch den Wald streiften. Ein kehlig grollender Schrei, hoch oben über den Köpfen der Gruppe, ließ sie aufhorchen und vorsorglich nach ihren Waffen oder dem ein oder anderen Zauber in Gedanken greifen, doch Zaryah trieb die Gruppe an schneller zu laufen, sei man fast am Ziel.
Schneller wurden ihre Schritte und schneller zogen sie an Bäume und Farne vorbei, bis ein letztes Farnblatt die Sicht auf das Dorf vor ihnen versperrte, welches sie bald mit ihren Körpern zur Seite drängten und der Blick auf ein Dorf viel, welches sich in einer Talsenke versteckte und von massiv schroffem Felsen umgeben war. Einfache Bauten aus Knochen und Tierhäuten säumten die Wege innerhalb des Dorfes als sie nähertaten und sie abermals von neugierigen Blicken umgeben wurden. Sie nahmen dem Hauptweg, vorbei an den Bewohnern des Dorfes, die sich ihnen mit einem leisen Raunen näherten und ihnen mit anhaftender Neugier zur Dorfmitte folgten, wo sie einem einzelnen großen Gebäude gegenüberstanden. Überrascht und mit ebenfalls wedelndem Bart starrte sie der Häuptling des Dorfes an, der zu Anfang nicht so recht wusste, wie er auf die Vielzahl der Fremdlinge reagieren solle. Zaryah wies die Gruppe an, für einen Augenblick zu warten und trat dem Häuptling gegenüber.
Es war nur ein Moment, einige wenige gewechselte Worte und der Häuptling nickte der weißhaarigen Elfe zu, ehe er die Gruppe zu sich winkte. „Willkommen in Uktulutaltwasser, meine Freunde!“ begegnete er ihnen in einem nun recht freudigen Ton und Dridi fackelte nicht lange und trat als erste heran, gefolgt von Verona und Voha, kurz darauf tat es der Rest der Gruppe ihnen gleich. Man lernte sich kennen, tauschte Namen aus, fragte nach Informationen und lauschte den Worten des Häuptlings. Doch schnell bemerkte man den unstillbaren Redebedarf, sowie den Durst nach Geschichten des Dorfführers und Dridis Geduld wurde bald auf eine harte Probe gestellt.
Das Dorfoberhaupt Tutaqan war verwundert darüber, dass ein Kind sich allein in den Wäldern der Insel aufhalten solle, zeigte sich sogar bestürzt und hilfsbereit und gab die benötigten Informationen preis, doch tat er dies in langatmigen Geschichten und driftete regelmäßig vom Erzählweg ab. Nur zäh kamen Dridi, Meelah, Verona und Co. an die benötigten Informationen, bis sie schließlich erfuhren, dass es hier in diesem Gebiet zahlreiche Schluchten gab, in denen sich das Kalb hätte aufhalten können. Der Häuptling ließ sich jedoch nicht aus seiner erzählerischen Ruhe bringen und trug die Geschichte der Drachenkönigen vor, wie sie und ihre Kinder zu ihrer Heimat zurückkehrten und das Leben von neuem erwachen ließen. Dridi, die nun zum Zerreißen genervt war, forderte den geschichtslustigen Häuptling nun auf, endlich mit den benötigten Informationen rauszurücken, doch auch hier blieb der Häuptling beharrlich und ließ sich kaum von seiner Geschichte abbringen.
Langsame Resignation überkam Dridi und die anderen und ließen sich notgedrungen vom Häuptling berieseln, der nur zu gerne seine Geschichten ausführlicher erzählte, doch erfuhren sie irgendwann von einer ganz speziellen Schlucht, die auf die Beschreibung des Kalbes zu passen schien. Aufregung machte sich nun innerhalb der Gruppe breit und neue Hoffnung keimte auf, dabei beachteten sie die weiteren Erzählungen des Häuptlings kaum, der mit geschlossenen Augen und viel Enthusiasmus fortfuhr. Die Seelen saßen noch bis weit nach Mitternacht mit dem Häuptling zusammen, ein Feuer wurde entzündet, um die Körper zu wärmen und der Drachenspeichel stellte sich als äußerst schmackhafte Fruchtlimonade heraus, welches sie sich zusammen mit etwas gebratenem Fisch einverleibten, während sie notgedrungen der noch immer anhaltenden Geschichte des Häuptlings lauschten.
Mit einem gähnen und genüsslichem strecken näherte sich das Ende dieser einen Geschichte des Häuptlings, doch er kündigte an, dass dies lediglich der Anfang seiner Geschichte war, was der Gruppe um Dridi den Angstschweiß auf die Stirne trieb. Jedoch, obwohl der Häuptling gewiss ein erzählender Foltermeister war, stellt er sich auch als äußerst hilfsbereit heraus und bot der Gruppe seine Drachen als Reisehilfe an. Diese hatte er und sein Stamm als Jungtiere aufgezogen und zugerichtet, doch sollte man sie, trotz ihrer ruhigen Art mit Respekt begegnen, mahnte er sie an, zudem seien sie auch nur eine Leihgabe und würden zurück zu Uktulutaltwasser zurückkehren, sobald sie ihr Ziel erreicht haben. Die Gesichter der Gruppe erhellten sich als sie dies erfuhren, doch so manch eines war verzerrt, mit dem Wissen, dass es hoch in die Luft gehen wird und ein anderes fing plötzlich an vor entzücken und Gier zu sabbern.
Mit dieser neuen Hoffnung und der dankbaren Hilfe, sowie dem herbeigesehnten Ende der Geschichte des Häuptlings, machte sich die Gruppe auf, um sich für die Nacht in ihrem zugewiesenen Quartier zur Ruhe zu legen, klingeln ihnen im Nachgang bis weit in die Nacht hinein die Ohren.
Kapitel VIII
Drachen?! …DRACHEN!
Der Morgen war noch jung, das Licht der Sonne war noch nur als sachter Schemen am Horizont zu erkennen, doch die Mitglieder der Gruppe versammelten sich schon vor dem Gebäude des Dorfoberhauptes, während die Fackeln am Wegesrand und vor den jeweiligen Gebäuden ihr Licht spendeten. Es war Dridi, die darauf drängte rasch weiterzuziehen und mit der Hilfe von Meelah und Verona wimmelten sie den Häuptling erfolgreich davon ab, mit seiner Erzählung vom gestrigen Abend fortzufahren. Versprachen sie dem Häuptling, dass sie nach auffinden des Kalbes zurückkehren werden, um seiner Geschichte weiter zu folgen und auch, deren Geschichte vom erlebten Abendteuer in geselliger Runde zu erzählen. So willigte Tutaqan ein und führte sie, mit einer Fackel in der Hand auf ein entferntes Plateau oberhalb des Dorfes.
Im Lichtkegel der Fackel war zu beginn nicht viel zu erkennen als Dridi, Meelah, Verona, Voha, Zaryah und der Rest der Gruppe das Plateau erreichten. Man hörte lediglich tiefes, bis in die Eingeweide dringendes Grollen, sowie das dumpfe Geräusch von schlagenden Schwingen. Tutaqan entfernte sich einige Meter von der Gruppe und führt die Fackel an eine Kohlepfanne, die sofort Feuer fing und dieses sich von der Pfanne aus im Halbkreis um eine Felswand fraß, in der ein Feuerlauf eingearbeitet war, an dessen Ende sich eine weitere Kohlepfanne befand und dem Feuer Einhalt gebot. Die Augen der Anwesenden kniffen sich zusammen und mussten sich erst an das helle Licht der Flammen gewöhnen, zudem stach ihnen zu Beginn dichter Rauch in die Augen und doch erkannten sie schimmernde, sich bewegende Schuppen und eine sich hebende Schwinge, dessen folgender Schlag die Flammen fast zum Erlöschen brachte und der Gruppe die rauchbelastete Luft bissig in die Gesichter blies, dass einem die Tränen aufstiegen. Mit jeder Sekunde, in denen sich ihre Augen an das Licht gewöhnten, wurde die Sicht klarer. Der Anblick war ehrfurchtgebietend…
Drachen! Drachen, so groß, dass man sich selbst als nichtig bezeichnen möchte. Hörner, Zähne und Schwingen, stachelbewährte Schwänze, dass ein Schlag mit diesem bereits tödlich war. Doch eines stach direkt heraus, es waren… die Augen, die ihre Intelligenz bezeugten.
Einer der Drachen, dessen Schuppen so schwarz wie die Nacht waren und im Schein des Feuers beinahe golden glänzten, kam auf die Gruppe zu, sein Grollen und sein Gebärden waren mehr als bedrohlich als dieser kurz vor der Gruppe zum Stehen kam. Sein mit tödlichen Zahnreihen bewährtes Maul öffnete sich ein kleines Stück als er erneut zu grollen begann und das Maul nur Augenblicke später zur Gänze aufriss, um ein lautes und furchterregendes Brüllen aus seinem Maul entkam. Die Mutigen, die diesem Anblick standhielten, sahen ein feuriges Schimmern im Schlund des Schwarzdrachens, spätestens hier war die Ehrfurcht in allen der Gesichter zu erkennen. Nur Verona blickte im Hintergrund mit Schlafzimmerblick und sabbernd drein, möchte man sogar ein gieriges, geiferndes Stöhnen von ihr hören.
„Lass das, Rasnar! Ermahnte das Dorfoberhaupt das schwarze Ungetüm und erinnerte ihn mittels eines sachten Hiebes mit der bereits erloschenen Fackel daran, dass diese Gäste weder Feinde noch sein Mittagessen waren. „Das ist Rasnar, ein Schwarzdrache und der Alphadrache dieses Schwarmes. Lasst euch in seiner Gegenwart nicht von der Furcht übermannen, er wird es bemerken und sein Spielchen mit euch treiben.“ Richtet Tutaqan die Worte an Dridi´s Gruppe, während er seine Pranke auf die Stirn des Drachen legte, dieser fügte sich sogleich dem Dorfoberhaupt und genoss sichtlich und hörbar raunend die Streicheleinheiten. Langsam traten nun auch die restlichen Drachen hinter Rasnar hervor, auch wenn sie dem Schwarzdrachen unterwürfig waren, verlieren sie dadurch nicht ihrem majestätischen Anblick.
Neben dem Schwarz des Alphas waren viele weitere Schuppenfarben zu erkennen, so zierte ein sanftes Azurblau die Schuppen des zweiten Drachen, neben ihm war ein Protodrache, dessen Schuppenkleid in zweierlei Farben schimmerte, seinen Rücken schmückte ein dunkles Braun, dass in Richtung seines Bauches in einem hellen gelb erstrahlte und sich bis zur Schwanzspitze erstreckt. Des Weiteren waren noch zwei bronzene Drachen, zwei weitere in einem satten Grün und drei in sacht unterschiedlichen Gelbtönen, deren Hörner auffällig gebogen und die Schnauzen wesentlich kürzer waren als die der anderen. Tutaqan war sichtlich stolz auf seine Drachen, das konnte man ihm direkt und ohne Umschweife ansehen. Ein jeder der Drachen wurde vom Dorfoberhaupt einmal berührt und auch gestreichelt, es wirkte auch so, als können es die Drachen kaum abwarten, bis sie von ihrem wahren Alpha bemerkt und liebevoll gestreichelt werden, drängt sich der ein oder andere Drache sogar vor und versuchte sich nicht von Rasnar dabei erwischen zu lassen.
Tutaqan blickte nun von den Drachen ab und hin zur aufgehenden Sonne, er lächelte. „Es wird Zeit, meine Freunde. Sucht euch euren Reisebegleiter, lernt ihn kennen und lasst ihn euch kennenlernen, dann… lasst euch von ihren Schwingen tragen.“ Gab der Häuptling in einem ruhigen Ton von sich als dieser wieder zur Gruppe sah und jeden einzelnen Anwesenden in Augenschein nahm. Sein Lächeln blieb, auch wenn seine Augen ein wenig Wehmut innehatten, war seine Geschichte ja noch nicht fertigerzählt. |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 16.01.2023, 23:24 Titel: |
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Kapitel IX
Ich glaub, mein Seehund pfeift!
Dridi, Meelah, Verona, Voha und Zaryah, sowie der Rest der Gruppe beeilten sich damit, sich mit den Drachen anzufreunden, suchten sich den für sich passenden Drachen heraus oder ließen sich vom jeweiligen Drachen finden, um möglichst nicht gefressen zu werden, oder gar im Flug abgeworfen zu werden. Zaryah machte den Anfang, als sie fast kopflos auf einen der azurblauen Drachen zuging. Zwar ließ sie den Drachen an sich schnuppern, doch sah sie es als unnötig an, sich mit dem Tier anzufreunden. Ein Wunder, dass es diese Elfe bis zu ihrem derzeitigen Alter geschafft hatte…
Dridi dagegen ließ sich, genau wie die anderen mehr Zeit, zeigten sie auch mehr Respekt gegenüber den weisen Schuppenträgern als die eigenwillige Elfe. Nur eine stach mit ihrem Verhalten erneut heraus; Verona konnte sich nicht für einen der Drachen entscheiden, sie geiferte und hechelte gierig als sie hin und her huschend jeden einzelnen Drachen begrabschte. Ihre Augen waren so groß geworden, dass man sich schon beinahe Sorgen um den Worgen machen wollte. Schnell wie ein Wiesel jagte sie von einem Drachen zum nächsten, berührte ihn grabschend, schnüffelte an ihm und gackerte merkwürdig vor sich hin. Sie war praktisch nicht mehr wiederzuerkennen, war sie zuvor liebevoll und fürsorglich gegenüber anderen, war sie nun zu einem raffgierigen, sabbernden Streuner mutiert, der an der goldenen Legierung einer Statue kratzt und leckt.
Irritiert besah sich Dridi die veränderte Verona und sah hilfesuchend zu den übrigen Mitgliedern, die ratlos Dridis Blick erwiderten, ehe alle samt erneut zum geifernden Worgen sahen. Man hatte sacht den Verdacht, dass ihre Begegnung mit den Majestäten der Lüfte nicht ohne Folgen sein werde – man hoffte es jedoch nicht.
„Sucht Euch endlich Euren Drachen, Verona!“ Mahnte Dridi den Worden zur Eile an, die sich selbst bereits auf dem Rücken eines jenen wiedergefunden hatte und die Zügel fest in ihren Pranken hielt. Arisdra und die übrigen Reisegefährten waren just dabei die Rücken ihrer gewählten Luftwächter zu erklimmen, nur Meelah verzichtete als einzige auf einen eigenen Drachengefährten und suchte für den Überflug Schutz bei Dridi, an die man sich schließlich mit einem fast zu festen Griff klammerte. „Wenn wir nicht abstürzen, dann erwürgst du mich während des Fluges, Meelah…“ Scherzelte der Häuptling, die ihren Aufmunterungsversuch sogleich bereute als Meelahs Griff sich verstärkte und kalter Schweiß sich auf ihrer Stirn sammelte. Mit einem japsen nahm Dridi die Situation hin, könnte sie nun nichts weiter mehr tun, um Meelah die Angst vor dem Flug zu nehmen.
Mittlerweile hat es auch die weiter tollwütig wirkende Verona auf den Rücken eines azurblauen Drachen geschafft, jedoch deutet ihre anhaltende Aufregung an, dass sich der Flug für die Gruppe als interessanter herausstellen könnte, als sie es geplant hatten.
Dridi´s Pranken legen sich fester um die Zügel als sie diese mit Bestimmtheit auf Spannung brachtre und ein Willensstarkes „Los geht’s. aus ihr kam“, so legte den Grundstein dafür, dass sich die Flügel ihres Drachen zur vollen Größe ausweiteten und er sich mit einem einzigen kräftigen Flügelschlag vom Boden löste, gefolgt vom Rest der Gruppe, das Staub und anderen Unrat durch die Luft wirbelte.
Tutaqan, der der Gruppe dabei zusah, schützte seine Augen vor dem aufgewirbelten Staub, ehe er nach einem der Pfosten griff, um nicht vom aufkommenden Sturm mitgerissen zu werden, während Sand, Kies und Schutt an ihm vorbeiflogen. Nach dem sich der Wind legte, klärte sich der Blick des Dorfoberhauptes und die Drachen tauchten langsam in das Licht der aufgehenden Sonne.
Nur Vonas freudiges Jodeln war für weitere Momente zu hören, bis auch dieses schließlich mit der fortschreitenden Entfernung versiegte und die Ruhe ins Dorf zurückkehrte.
Kapitel X
Wahnsinn auf des Drachens Rücken
Immer höher treiben sich die Drachen in die die Lüfte, jeder einzelne Schlag ihrer Flügel strotzt nur so von Kraft, während sich ihre Körper buchstäblich durch den Wind schneiden. Die Aussicht war atemberaubend, begrünte Schluchten, Berge deren Spitzen von Wolken umschmeichelt werden und Wasserfälle, deren Wassermassen ins Tal stürzen und die Vegetation erblühen lassen. Dazwischen sah man aus der Ferne alte Ruinen, die langsam von der Natur eingenommen wurden, manch eine davon war nur noch als einstiges Bauwerk zu erahnen und dienen nun der hiesigen Fauna als schützender Lebensraum.
Dridi, Arisdra, Zia und die anderen blickten ehrfürchtig auf das Land unter sich, wurde ihnen mehr als sonst bewusst, dass sie doch nur ein Staubkorn des Lebens waren, während die Drachen sie in einer Rauten-Formation sicher auf ihren Rücken durch die Luft trugen, nur Meelah bekam von allem nichts mit, sie kämpfte mit ihrer Übelkeit und behielt es sich vor auch nur eines ihrer Augen zu öffnen, während sie Dridi weiter mit ihrem festen Griff um deren Bauch traktiert.
Der Flug des Drachenschwarmes verlief weitestgehend ruhig, zwar sah man wilde Protodrachen ihre bahnen ziehen, doch war der Schwarm für einen Überraschungsangriff vorerst viel zu hoch und so verloren die Protodrachen schnell das Interesse an ihnen, bis… ein azurblauer Drache aus den hinteren Reihen der Formation ausbüchst um kurz darauf oberhalb, mit einem wahnsinnigen Gegacker begleitet, durch die Flugformation zu brechen und die anderen Drachen zum Ausweichen zwingt. Wie es einige aus der Gruppe bereits geahnt hatten, wurde es nun unwillkommen interessant, als der Luftpirat sich als Verona herausstellte. Waghalsig stürzte sie sich mit dem Drachen in die Tiefe, der, um Geschwindigkeit aufzunehmen die Flügel eng an den Körper zog.
„Wahnsinn…“ murmelte Zaryah, die Veronas Sturz mitverfolgte, lehnte sie sich sogar einmal zur Seite, um seitlich an ihrem Drachen hinunterzusehen, doch ihr eigenes, wehendes Haar machte ihr einen Strich durch die Rechnung. „Ich dachte wir hätten den Wahnsinn hinter uns gelassen!“ brüllte Dridi mit nur wenig Verständnis in den rauschenden Wind, um sich nun ihrerseits, mit einer schreienden Meelah hinter sich, gen Boden zu stürzen. „Na das kann ja heiter werden.“ Meldete sich hierbei Zia zu Wort, die sich Dridi anschloss als ihr Drache mit dem Aussetzen seiner Flügelschläge dieser hinterherschoss. Nach und nach begaben sich alle in den Sturzflug, um den Wahnsinnigen Worgen nicht aus den Augen zu verlieren, wollten sie ihre Rettungsaktion nicht noch auf die verschollene Verona ausweiten.
Halsbrecherisch schoss, die vor Gier hechelnde, Verona und ihr Drache in eine Schlucht hinunter, nur wenige Meter trennten sie noch vom Erdboden, als der Drache seine Flügel von neuem ausbreitete und knapp über den Boden hinwegschoss, ehe sie einen kleinen Flusslauf überquerten und selbst das Wasser vom Flug des Drachen verdrängt wurde. Hatte sich das Wasser wieder gesammelt, wurde es von neuem verdrängt als die anderen Veronas Drachen hinterherjagten und die dort grasenden Wildtiere in die Flucht trieben. Waghalsig schossen sie an Felswänden vorbei und weiter dem Fluss entlang, dabei verfehlten ihre Köpfe nur knapp den Ast eines Baumes, doch rissen einige von ihnen Blätter mit sich, die sie versuchten abzuschütteln und der leidtragende Hintermann darauf mit ihnen zu kämpfen hatte.
Veronas Wahnsinn wurde nun von Ehrgeiz abgelöst, als sie einen, etwa zwei Türme hohen, Wasserfall am Ende der Schlucht entdeckte, der am oberen Ende von Baumreihen an dessen Ufer gesäumt war, nun presste sich eng an den Drachen, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten und blickte der kommenden Herausforderung entschlossen entgegen. Dridi, die Verona immer näherkam, fand sich bald auf selben Höhe wieder, doch ihr Blick galt nur der Worgen, die sie zur Vernunft bringen wollte, während die arme Meelah mit geschlossenen Augen fiepend ihrem Ende entgegen sah. Dridi´s Schreck war groß als sie den Wasserfall entdeckte, aber es war zu spät, um sich Gedanken darüber zu machen, ob der Wasserfall vor sich eine gute Idee gewesen sei, denn beginnend mit Verona, Dridi und Meelah stießen die Drachen mit einem kraftvollen Schlag ihrer Flügel senkrecht empor und am herabstürzendem Wasser entlang hinauf. Die schuppigen Bäuche streiften dicht an der Oberfläche und die dichte Gischt benetzte die Gesichter der Reiter, doch Verona wollte mehr – viel mehr…
Sie trieb den Drachen dazu immer schneller emporzuschießen, ihr Gesicht war bereits völlig durchnässt, doch schien es ihr, aus reiner Freude, gleich gewesen zu sein. Konzentriert hing dem Worgen sogar die Zunge seitlich aus dem Maul als sie das Ende des Wasserfalls erreichte und weit darüber hinausschoss während Dridi und die anderen ihr weiter hinterherjagten. Der Schwung, den Veronas Drache aufgenommen hatte, ließ einige hundert Meter über dem Wasserfall nach, doch statt nun mit den Flügeln zu schlagen, ließ dieser sich rücklings fallen und stürzte kopfüber zurück in die Tiefe der Schlucht, während Verona dabei den Rausch ihres Lebens erfuhr und es mit lautem Jubel kundtat. Die Drachen der anderen fühlten sich offenbar von diesem Spiel angezogen und taten nacheinander und in unterschiedlichen Höhen dasselbe, sie alle ließen fallen und zogen ihre Reiter mit sich in die Tiefe und weiter dem Worgen Verona hinterher, die die Freude der Drachen zu verstehen schien – sehr zum Leidwesen manch einer.
Mit einer Geschwindigkeit jenseits von Gut und Böse jagten die Drachen samt Reiter Perlenschnurartig zwischen den Baumreihen in die Schlucht zurück, der Wind peitschte ihnen nun regelrecht in die Gesichter, während sie dicht am Wasserfall entlang hinabjagen und von der Gischt des herabstürzenden Wassers umhüllt werden, die ihre Sicht auf bis auf wenige Zentimeter einschränkt. Es war für die Reiter ein Blindflug und so mussten sie notgedrungen ihren schuppigen Begleitern vertrauen, die nur wenige Sekunden darauf aus der Gischt und knapp über dem Fluss aus dem Nebel schießen, deren Leiber erneut das Wasser unter ihnen verdrängt. Die vor ihnen befindlichen Tiere flüchteten panisch aus dem Wasser, selbst Vögel stiegen aus den Baumkronen vor Schreck kreischend empor. Doch anders als die Wildtiere hatten die Drachen ihren sichtlichen Spaß, den sie mit einem entspannten, kehligen Grollen zum Ausdruck brachten. Plötzlich hörte man Arisdra aufschreien, deren Drache nicht genug des Spaßes haben konnte und im Flug einige Rollen bei hoher Geschwindigkeit vollzog, die Elfe hatte sichtlich Mühe, sich am Sattel festzukrallen.
Zaryaha, die sich dicht hinter Arisdra aufhielt, begann beim Anblick der Vorderelfe hämisch zu lachen und hoffte auf mehr Ungeschick Arisdra´s, doch ihre Hoffnung war umsonst, denn auch ihr Drache ließ sich vom Spiel des vorderen Drachens anstecken und vollzog nun ebenfalls eine Rolle, sehr zum Leidwesen Zaryah´s, denn ihr Drache glitt so dicht am Fluss entlang, dass ihr Haupt ins Wasser ragte und sie von neuem durchnässt im Sattel saß – natürlich mit wenig Begeisterung, auch als Arisdra beim Blick nach hinten zu lachen begann.
Der Flug der Drachen dauerte an und langsam gewannen sie wieder an Höhe, während sie weiter durch die Schlucht schossen. Mit Veronas Drachen an der Spitze durchflogen sie nacheinander ausgehöhlte Sandsteingebilde, schossen dicht an Felswänden vorbei und auch manch eine Brücke wurde spielerisch unterflogen, ehe sie wieder ihre Reisehöhe erreichten und ihren Weg, trotz Veronas Protest, weiter fortsetzen. Manch ein Blick galt nach dem nervenaufreibenden Ritt wieder der Ferne und erneut spürte man die Vollkommenheit der Insel, zwangsläufig erkannte man erneut die eigene Nichtigkeit.
Nachdem die Sonne den Zenit überschritten hatte, entdeckten sie unter sich eine Schlucht, die auf die Beschreibung Tutaqan zu passen schien, die Sicht hinein wurde jedoch durch unzählige, stachelartige Gebilde erschwert und die geflügelten Begleiter weigerten sich die Schlucht zu überfliegen und begannen in den Sinkflug überzugehen, als sie eine Lichtung in einiger Entfernung als Landepunkt ausmachten.
Kaum berührten die krallenbewährten Pranken der Drachen den begrünten Boden unter sich, war es Meelah, die sich vom Drachen fallen ließ und zu Boden stürzte und diesen zu küssen begann, ehe ihre nachlassende Angst zur Ohnmacht führte und Dridi gleich hinterhersprang um sich um sie zu kümmern.
Die Drachen hoben nacheinander ab als die Gruppe von ihren Rücken stiegen, nur Verona viel es sichtlich schwer Abschied von ihrer neuen großen Liebe zu nehmen. Die Gruppe, samt Dridi sahen geschlossen zu Verona, versuchten ihr, ihr Unverständnis, ob ihrer vorherigen Aktion zu signalisieren, doch mischten sich in ihren Gesichtern auch ein Hauch von erlebten Abenteuerspaßes, so war es nicht verwunderlich, dass Verona die Strafenden Blicke nicht sehr ernst genommen hatte.
Meelah war weiter weggetreten, als sich die knieende Dridi und ihre Begleiter begannen umzusehen und bald den Eingang der Schlucht aus der Entfernung ausmachten – es war so weit, die nächste Etappe ihres Ziels war zum Greifen nah, somit auch das Kalb Wapijy.
Kapitel XI
Ein Herz aus Eis
Neugier und Furcht waren die maßgeblichen Gefühle als sie vor dem Eingang zur Schlucht blickten. Meelah, die nach etwas Ruhe und Wasser wieder zu sich gekommen war, bemerkte sogleich die Anwesenheit der Elementare. Es waren dieselben, die ihr geliebtes Brachland verwüstet und ihnen das Mitglied geraubt hatten, sofort überkam Meelah ein kalter Schauer und klärte die Gruppe über ihr Gespür auf. Dridi nahm Meelahs Ahnung durchaus ernst, aber sie wollte mehr in Erfahrung bringen, sie wollte in die Schlucht. Vielleicht war das Kalb weiterhin dort gefangen, vielleicht hatten sie sich in den Tagebuchseiten geirrt, vielleicht… war ihre Suche an diesem Tag zu Ende.
Jeder Schritt, der sie tiefer in die Schlucht führte, ließ die Kälte weiter in ihre Knochen dringen. Es war bitterkalt und diese Gegend wollte so gar nicht zur saftig grünen Umgebung passen. Es wirkte wie ein kaltes Herz inmitten des Lebens. Sie gerieten an das Ende des Eingangs und versteckten sich hinter einem Felsen als sie das Ausmaß inmitten der Schlucht erkannten - Elementare am Boden, soweit das Auge reichte und Drachen in der Luft, die ein vorankommen unmöglich machten. Sie alle schienen für etwas hinzuarbeiten, auf etwas… zu warten. Die Gruppe kauerte nun hinter dem Felsen und berieten sich über das weitere Vorgehen, bis die Idee aufkam, dass Arisdra und Zaryah einen tieferen Blick in die Schlucht wagen sollten. Es war ihr Glück und gleichzeitiges Pech, dass die beiden das Talent des ungesehenen Schleichens für sich hatten, so verging nur wenig Zeit, bis die beiden sich absprachen und sie das Innere der Schlucht erkundeten.
Der Rest der Gruppe blieb weiter hinter dem Felsen im Verborgenen versteckt, während sie auf neue Informationen warteten. Die Zeit verging und die Sonne wanderte unaufhörlich und warf ihre nun langen Schatten über die Schlucht, die nun Dunkelheit gehüllt war und nun kroch auch die Kälte immer tiefer in die Leiber der wartenden. Es war kaum auszuhalten und der ein oder andere dachte daran, sich zurückzuziehen, um seinen Körper mit etwas Warmen zu wärmen, doch zum Glück kam Arisdra als erste zur Gruppe zurück. In ihren Händen hielt sie eine Tagebuchseite, gut zu erkennen am Pergament und der typischen Keilschrift des Kalbes, welches die Stimmung sogleich aufhellte und die Kälte für einen kleinen Augenblick ausblendete. Zaryah war ebenfalls zurückgekehrt und bekam gerade noch mit, dass man aus den Zeilen des Kalbes las. „Sie… sind weitergezogen, drei Wasserfälle… Sie sind geflogen?!“ Zaryah lauschte halbwegs aufmerksam, schien ihr das Kalb noch immer herzlichst egal zu sein, doch den Rest der Gruppe versetzte diese Zeilen in Aufruhr.
Das Kalb hielt sich nicht mehr in der Schlucht auf, und das weitere Verweilen führte nur zu einem erhöten Risiko, das musste nun auch Dridi einsehen, daher zog sich die Gruppe zurück und suchte eine passende Stelle für ein Nachtlager auf. Ein solches war recht bald ausgemacht und die Gruppe ließ sich nahe eines Baumes zwischen seinen Wurzeln nieder, Meelah entfachte ein Feuer, während Dridi sich mit den Zeilen der Tagebucheinträge beschäftigte um einen möglichen Hinweis ihres derzeitigen Aufenthaltsortes zu finden. Doch sie und auch die Gruppe waren von ihren Schriften überfordert, sie wussten um die Fantasie des Kalbes und auch, dass ihr kindlicher Wortschatz ihnen nur bedingt weiterhelfen kann. Jedoch gingen Dridi und Meelah die drei Wasserfälle nicht aus dem Kopf und teilten dies in der kommenden Nacht der Gruppe mit, ehe sie sich zur Ruhe legten, um etwas Erholung vom erlebten Tag zu finden. Zaryah beschwerte sich hingegen die ganze Nacht hindurch über das inkompetent ausgewählte Nachtlager und deren Wirkung als Präsentierteller, was ihrem Ruf innerhalb der Gruppe zunehmend schadete und ihr Stunden der Wache einbrachte, nachdem Dridi und Meelah diese als erste angetreten hatten.
Irgendwann jedoch kehrte Ruhe im Lager ein und die Gruppe fand endlich die ersehnte Ruhe.
Kapitel XII
Drei Wasserfälle
Der Morgen war angebrochen, als sich die ersten Augen öffneten und Arisdra sich langsam erhob. Ein kurzer Blick über das noch schlafende Lager für die Gewissheit, dass nichts unwillkommenes passiert war, begann sie damit die einzelnen Mitglieder zu wecken. Der Tag begann für manch einen zäh, denn das Schlafen auf oder nahe der Wurzeln bekam nicht jedem von ihnen. Langsam waren auch die ersten Stimmen aus dem Lager zu vernehmen, erkundigte man sich nach dem kommenden Vorhaben und wie man dies handhaben solle, während man das Lager abbaute.
Die erste Idee kam von Zaryah, deren Laune sich nach der Nacht etwas gebessert hatte. Ihre Worte stießen auf Fürsprecher, als sie erwähnte, dass man dem Flusslauf gegen den Strom folgen solle um auf einen Wasserfall zu treffen und auch meldete sich erstmals Kleinesbeben zu Wort, der sich die Reise über in Schweigen gehüllt hatte und sprach sich ebenso dafür aus, dem Flusslauf entgegengesetzt zu folgen.
Nachdem die Gruppe ihre Absprache getroffen und so manch eine Diskussion aus dem Weg geräumt hatte, machten sie sich auf dem Weg hinunter zum Fluss, um an dessen Ufer entlang ihren Weg einzuschlagen. Die ersten Stunden vergingen ohne Auffälligkeiten und es wurden bereits einige Meilen hinter sich gelassen, als Arisdra die Gruppe zum Anhalten zwang. „Hier, da ist was! Haltet an! Kleine… Hufabdrücke und… Klauenartige…“ Gab die Elfe aufgeregt von sich als sie sich etwas vom Ufer entfernt hatte, und die Gruppe sich langsam um sie und die Spuren herum versammelte. Sie bat die Tauren um die Identifizierung der Spuren, sollten es tatsächlich Wapi´s Spuren sein, doch sie alle, auch Dridi waren sich unsicher, hätten es auch ältere Spuren von Wildtieren sein können. Arisdra jedoch schien davon überzeugt zu sein, dass es sich hierbei um Wapijy handelte und suchte das Ufer weiter nach Hinweisen ab, während sie die Gruppe nun anführte. Der Fluss führte sie immer tiefer in die Wildnis hinein, ihre Sinne waren geschärft, sollte es jemand oder etwas wagen, sie angreifen zu wollen und Arisdra spähte mit Argusaugen auf die in Fragekommenden Spuren.
Stunden um Stunden vergingen und die Sonne erreichte ihren Zenit als sie nahe einer Flussgabelung auf eine verlassene Karawane im Fluss stießen und zu spekulieren begannen, was mit den Personen wohl geschehen sein mag. So manch eine halsbrecherische Geschichte wurde daraus gesponnen und schien für den Augenblick eine willkommende Abwechslung zu sein. Doch einige aus der Gruppe rieten zum Weitergehen an, um nicht zu lange im offenem Gelände zu bleiben und so taten sie es auch, auch wenn der ein oder andere Blick zur Karawane zurückgeschickt wurde. Doch ihr Weg kam erneut ins Stocken als Arisdra aufsah und mit offenem Mund stehen blieb, sorgte sie sogar dafür, dass zwei aus der Gruppe aufeinanderstießen. Man wollte gerade fragen, was dies sein sollte, als sie ihren Blick in die selbe Richtung schickten, in der Arisdra sah und auch deren Münder öffneten sich bald darauf.
Drei Wasserfälle – genau vor ihnen, tief versteckt im Herzen der Wildnis.
Kapitel XIII
Geht es dir gut, Meelah?
Wohin sollen sie nun gehen? Sie waren nicht mehr im Besitz von Drachen, noch können sie es wagen die Wasserfälle hinaufzuklettern, ihr künftiger Weg schien ohne Aussicht zu sein. Doch entdeckten sie in einiger Entfernung einen alten Trampelpfad, dem sie ohne Umschweife folgten. Er führte sie an Steilhängen vorbei, über Brücken, unter denen sich ein weiterer Wasserfall befand, bis sie sich am Ende des Pfades in einem Lager wiederfanden, in dem es von Forschern aller Art und Rassen nur so wimmelte. Einige schrien vor Glück, andere untersuchten Stücke aus der Umgebung und wieder andere rannten aufgeregt umher. Erneut standen ihre Münder offen, als sie in Reih und Glied nebeneinanderstanden und auf das Treiben vor sich starrten. Solch ein Lager hatte man gewiss nicht erwartet, und einem wohl einiges an Arbeit erspart, hätte man im Vorfeld davon gewusst.
Die Überraschung hatte gesessen und so dauerte es einen Moment, bis sich die Gruppe erneut in Bewegung setzte. Neugier machte sich breit, Zaryah war die erste, die sich von der Gruppe entfernte, denn ein schmackhafter Geruch lockte sie davon. „Ich such mir was zum Beißen.“ Sollte hierbei ihr einziger Kommentar sein. Kurze Zeit später teilte sich die Gruppe gänzlich auf, einige suchten nach Vorräten, andere nach Karten der Umgebung und manch eine genoss die Annehmlichkeiten wie ein warmes Bad, während man herzhafte Gebäcke aß.
Nur Meelah rührte sich nicht vom Fleck, sie blieb. Sie spürte die Anwesenheit eines Elementares, der ganz anders war, als diese, die sie hier kennengelernt hatte und er begann mit ihr zu kommunizieren.
Er stellte sich als Rupert vor, ein Name, den er sich selbst nicht gegeben hatte und doch gefiel er ihm. Auch war dieses Elementar beinahe zuvorkommend gegenüber Meelah und ließ sich Zeit all ihre Fragen zu beantworten. Ihre Verbindung wurde immer tiefer und auch die Kommunikation vertiefte sich – Eindrücke von außen, wie Geschrei oder gelegentliche Rempler waren nichtig geworden, wollte man glauben, dass sich lediglich Meelahs äußere Hülle an Ort und Stelle befand. Auch Voha und die sich nähernde Dridi waren vom Anblick Meelahs überrascht, die sich vor dem Elementar kniete. Auch Rupert schien Dridi und Voha nur bedingt zu registrieren, doch war die Regungslosigkeit nur Schein.
Meelah unterhielt sich köstlich mit Rupert und erfuhr viel über die Insel und deren Fauna und auch erhielt sie Informationen über die Ebenen oberhalb des Wasserfalls und das nahebefindliche Wäldchen, welches Wapi´s Tagebucheintrag beschreibt. Das Elementar war von Meelah angetan, nicht nur weil Tauren in der Gegend nicht sehr häufig waren, sondern auch, dass diese mit den Elementen sprechen konnte. Für Rupert war Meelah außergewöhnlich. Daher beschenkte er die Taurin mit einem Blick aus den Wolken und führte sie über die Insel, sowie die Ebenen. Auch das Wäldchen war von der Luft aus zu erkennen, doch ehe sie einen genaueren Blick in jenes werfen konnte, ging es wieder hinunter, wo sie noch einige Worte wechselten. „Meelah, geht es dir gut, Meelah?“ erkundigte sich Dridi mit sorgenvollem Gesichtsausdruck als Meelah zu sich zu kommen scheint. Auch hatte ihr geistiger Höhenflug kurze Auswirkungen auf ihren Körper und sie begann sich zu schütteln.
Nun hatte sich auch der Rest um die drei versammelt und Meelah berichtete von ihren gewonnen Informationen, die sich zudem mit einer Karte zu decken schienen, die Arisdra zuvor an Dridi überreicht hatte. Erneut geriet die Gruppe in helle Aufruhr und Meelah wurde nun zur Führerin ernannt, die die Gruppe keinen Augenblick später aus dem Lager hinausführte und sie sich nach wenigen Stunden in den Ebenen wiederfinden. Der Anblick war grandios. Ebenen, soweit das Auge reicht, durchzogen von Flüssen und Seen, Bäume an Ufern der Seen und manch ein vertraut wirkendes Tier rundete das Bild ab. Das Bild hielt jedoch nicht lange an, als Meelah sie zu einer Brücke führte, die sie nicht überquerten, sondern seitlich an ihr vorbei und hinunterliefen. Dies befeuerte Zaryahs Vermutung, dass Meelah sie zum Töten tief in den Wald locken würde, denn Wahnsinn stecke in jedem. Was dem Ansehen der Elfe erneut nicht gerade zugutekam.
Ein ausgetrocknetes Flussbett fungierte als Weg, der sie bis an ein Palisadentor führte. „Hm? Ein Posten?“ raunte Meelah mehr in sich hinein als sich auch schon eine Wache näherte. „Zentauren!“ rief Voha und fügte an, dass die Tauren seit jeher mit ihnen verfeindet seien. Doch Dridi erinnerte sie daran, dass diese Zentauren nicht zu jenen gehören könnten, die sie aus ihrer Heimat kennen.
Es blieb keine Zeit das Gespräch zu vertiefen, denn die Wache forderte einen Sprecher. Meelah und Dridi sollten sich als jene Sprecher herausstellen und erhielten argwöhnische Blicke sowie recht abweisende Antworten auf ihre gestellten Fragen. Lediglich auf ihre Fragen hin, ob es hier Versteckmöglichkeiten gäbe, erhielten sie konkrete Antworten und wussten nun, dass nahe des Postens verlassene Bauten zu finden waren, wo sie ihre Suche fortsetzen konnten.
Die Wache sprach auch eine Warnung aus, dass die große Jagt bald beginnen würde, und sie sich nicht im Wald, sowie der Umgebung aufhalten sollen – zu ihrer eigenen Sicherheit.
Mit diesen weiteren Informationen, sowie der Warnung im Hinterkopf machten sie sich auf den Weg entlang der Palisaden, um die erwähnten Bauten zu suchen. Man ahnte nicht wie weitläufig dieses augenscheinliche Wäldchen war, die Stunden zogen ins Land und die Dämmerung brach an, als sie eines dieser Bauten entdeckten. Ein willkommenes Lager für die Nacht war der Gedanke einiger als sie sich diesem näherten, doch Arisdra fand erneut Spuren, die auf einen kleinen Tauren hindeuteten und so wurde das Nachlager schnell zu einem neuen Fundort, der ihre Hoffnungen erneut schüren sollte. Sie teilten sich auf und so suchte ein teil der Gruppe um das Lager nach Spuren und Hinweisen, während Dridi und Meelah im Innern des Baus nach Hinweisen suchten.
„Ihr Tagebuch!“ hallte Dridis Stimme durch das Lager, schnell versammelten sich alle als Dridi zusammen mit Meelah und Wapi´s Tagebuch aus dem Gebäude trat. Ihr Blick wurde glasig bei den letzten Zeilen des Kalbes „Ich hab so Hunger…“ las sie vor und sah in die Gesichter der anderen. Ein Raunen ging durch das Lager und man begann sich zu beraten. „Wir sollten hier warten, vielleicht kommt sie bald zurück, denn Wapi ist nie ohne ihr Tagebuch.“ Erwähnte Dridi, doch die Einwände, dass das Kalb sich inmitten der Jagt im Freien aufhält, ließ Dridi an ihrer Idee zweifeln.
Doch konnten sie im Augenblick nichts tun, als die Nacht vor Ort zu verbringen, mit der kleinen Hoffnung, dass das Kalb nur auf der Suche nach etwas Essbarem ist und bald zurückkehrt. |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 17.01.2023, 13:57 Titel: |
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Kapitel XIV
Die große Jagd (frei erfunden)
Teil I
Unruhe lag in der Luft als die ersten Sonnenstrahlen die Ebenen erreichten, die Gruppe um Dridi war bereits vor Sonnenaufgang erwacht und nach Absprachen trennten sich ihre Wege, denn die große Jagd stand unmittelbar bevor. Verona, Voha und Meelah stimmten dafür an der Jagd teilzunehmen, denn so hätten sie die Möglichkeit Ausschau nach dem Kalb zu halten, während der Rest von ihnen im Lager zurückbleibt und dieses vor den möglichen Auswirkungen schützt und um Wapijy in ihre Arme zu schließen, sollte sie zurückkehren.
Waffen waren ihre steten Begleiter, doch war ihr Nutzen bisher nicht von Nöten, dieses Mal jedoch trat Meelah stolz und entschlossen ihren Weg an als sie ihren Streitkolben schulterte, Verona, die ihren Stab nun nicht länger an ihrem Rücken befestigt hatte, hielt diesen nun mit einem fest umschlingenden Griff bereit, während ihre Arme dagegen ruhig an den Seiten ruhten. Auch ihr Blick war voller Entschlossenheit, zeigte sie der zurückbleibenden Gruppe ein kleines Lächeln, welches eine gewisse Zuversicht ausstrahlte. Sacht wehte eine Briese über die Ebenen, dass das Gras dabei zum lauen Lied tanzend ließ als Voha sich ebenfalls dazu entschloss sich der Jagd anzuschließen. Verwunderung lag in den Gesichtern der Umstehenden, doch akzeptierte man deren Entscheidung. Zu zweit und nebeneinander liefen nun Meelah und Voha zur auf Abstand wartenden Verona und der aufgehenden Sonne entgegen, ehe ihre Silhouetten im Licht der Sonne verschwinden.
Dridi, Arisdra, sowie Zia und Beben waren im Lager zurückgeblieben und sahen den dreien hinterher, solange sie noch zu sehen waren. Stille Sorgen machten sich in den Gedanken der Verweilenden breit, doch teilten sie diese nicht miteinander, mussten sie sich für mögliche Eventualitäten bereithalten. Arisdra zeigte sich bald tatkräftig, als sie sich mit Karte und Stift aufmacht, Wapijy´s verbliebene Hufspuren zu kartieren. „Was tut Ihr da?“ erkundigte sich Beben nach ihrem Tun. „Womöglich kann ich so herausfinden, wo sich Wapi in etwa aufhalten könnte, vielleicht… und mit etwas Glück…“ erwiderte die Elfe. Die Unterhaltung wurde jäh unterbrochen, als Dridi sich zur Wort meldete „Wo ist Zaryah?“ Die Blicke der Anwesenden glitten durch das Lager, doch die Elfe war verschwunden. „Typisch… Kaum steht ernsthaft Ärger im Raum, nimmt sie die Beine in die Hand…“ raunt Dridi frustriert, während sie sich langsam dem Tagebuch widmet. Auch die anderen nahmen nach wenigen Augenblicken ihre Geschäftigkeit wieder auf, einzig Zia hatte sich mit ihren Gedanken einen entfernteren Platz gesucht, um dort ihren Sorgenvollen Blick in die Ferne zu schicken.
Meelah, Verona und Voha erreichten das Palisadentor der Zentauren, dort verkündeten sie ihre Absichten und erstmals erhielten sie zögerlichen Einlass ins Innere des Postens, dort sollten sie vor ihrem Kahn Sansok sprechen und ihr Können bewerben. Der Weg vom Tor bis hin zum Oberhaupt des Postens erschien unter den Blicken hunderter wach-strafender Augen wie ein Spießrutenlauf, der sich langsamen Schrittes weiter und weiter hinzog, war jedoch der reale Weg tatsächlich nicht mehr als 70 Schritte lang.
In Reih und Glied standen sie vor dem Kahn, sprachen nacheinander Worte des Kennenlernens, ehe sie von ihren Fähigkeiten erzählten, all dies umgeben von einem Meer der Augen, die sie umgaben, allen voran die des Kahns selbst. Doch das Werben allein war Kahn Sansok nicht genug, sie wollte mehr, einen Beweis für ihre Worte, einen Beweis zum Greifen und Sehen statt dem Gutglaube verbrauchter Luft und so lenkte sich ihr bohrender Blick just auf die jüngste der Gruppe. Das Scharren ungesehener Hufe aus dem Hintergrund riet Voha zur Eile, und auf den Verzicht unpassenden Aussagen hin, daher tat Sie, was der Blick des Kahns von ihr verlangte und trat vor.
Schnell und Zielorientiert errichtete sie eine Schlingfalle aus Leinen und Leder, die das künftig ahnungslose Opfer an der Flucht hindern solle, und um den stolzen Jägern den letzten Stich zu Gewehren. Interessiert betrachtete der Kahn das sichere Arbeiten und das darauffolgende Führen der Stangenwaffe der jungen Taurin, die ausbleibende Abneigung sicherte Voha einen Platz an der Seite der Zentauren. Der schweigsam stechende Blick des Kahns verfolgte Voha, als sie sich in die vorderste Reihe der umstehenden Zentauren begab, ehe die Nächste mit eben jenem Blick herablassend des Kahns gestraft wurde.
Tief saugte Meelah die Luft in ihre Lungen ein als sie sich zur Mitte des Platzes begab, ein lächelnder Blick der Anerkennung gen Voha und ein hoffnungsvoller Blick zurück zu Verona, bevor sie ihren Streitkolben auf Brusthöhe bringt und ihr Augenmerk auf eine Holzattrappe lenkte. Nicht einmal zwei Wimpernschläge waren vergangen, als die Schamanin zum ersten Schlag ausholte und weitere im fließendem Ablauf folgen sollten. Holz splitterte als der Kolbenkopf auf Schulter und Hals der Attrappe einschlug, dies hinterließ auch bei den umstehenden Eindruck. Die Willenskraft und Erfahrenheit der Taurin spiegelte sich in ihren Augen wider, dies erkannte auch Kahn Sansok, die Meelah nach nur wenigen Schlägen durch ein Handzeichen zum Aufhören anwies. „Spart Euch eure Kräfte für die Jagd auf.“ Sprach Sansok in Begleitung eines Nickens gen Meelah. So gesellte sie sich, mit Erleichterung in ihren Gesichtszügen, an Vohas Seite.
Nun waren alle Augen auf Verona gerichtet, die sich ohne Umschweife und Aufforderung zur Mitte begab. Ihren Stab als Waffe in beiden Händen halten, hielt sie dem erhabenen Blick des Kahns stand, während ein leises Raunen der Belustigung durch den Posten hallte. „Was hat sie mit dem Stecken vor? Einem Mammut ein Bein stellen?“ hörte man es leise aus den Hinteren Reihen, als das Gelächter weiter fahrt aufnahm. „RUHE!“ Schallte es hörbar über den Platz und die Augen des Kahns machten schnell den Störenfried aus, und sofort herrschte erneutes Schweigen. Nur Verona trieb mit ihren Worten die Stille davon: „Ich benötige einen… Freiwilligen.“ Dang es aus dem Worgen und der Kahn willigte ein. Erneut ging ein Raunen durch die Menge, doch statt, dass sich tatsächlich ein Freiwilliger melden sollte, wurde der Störenfried von zuvor zur Platzmitte gestoßen. „Hier habt Ihr euren Freiwilligen“ fügte der Kahn knapp hinzu, dieser schien jedoch weder erfreut, noch betrachtete er die schmächtig wirkende Worgen als Herausforderung als er zu schnauben begann und sich zum Kampf bereit machte.
„Ihr müsst lediglich bis drei zählen“ erklärte Verona ihrem Gegenüber, der erneut zum Gelächter ausholte. „Dann wollt Ihr mir ein Bein stellen, bis ich bis drei gezählt habe? Na schön, doch seid gewarnt, dass ich danach nicht zimperlich sein werde.“ Raunte er Verona kehlig lachend entgegen. Die Worgen lächelte indes nur und wartete darauf, dass dieser das Zählen begann.
„…Eins.“ Hörte man es aus der Mitte klingend, Verona ließ ihren Stab fallen. „…Zwei.“ Lachte er, als Verona ihn zu fokussieren begann. „…Dre..! Sein Schreck und die Panik in seinen Augen saßen tief, als er zusah, wie sich innerhalb von Sekunden aus dem schmächtigen Worgen ein massiver, ausgewachsener Bär entwickelte, der die Größe des Zentauren vor sich um fast das doppelte überstieg. Sein schwarz-graues Fell glänzte im Schein der einzelnen Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach fielen und das weit aufgerissene Maul gab den Blick auf die fingerlangen, von Speichel überzogenen Reißzähne und Zahnreihen preis, während er auf zwei Beinen stehend den Zentauren vor sich wutentbrannt anbrüllte.
Das gesamte Jagdheer wich beim Anblick des Bären zurück, der noch immer auf zwei Beinen stehend über die Versammlung blickte und aus seinen nunmehr geschlossenen Lefzen ein tiefes Brummen entwich. Meelah und Voha waren an Ort und Stelle stehen geblieben, die sich nun an Veronas Seite platzierten, welche sich nun auf alle Viere begab, mit entschlossenem Ausdruck in ihren Gesichtern sahen sie zum Kahn, die ebenso den Schrecken in ihrem Antlitz innehatte. „Macht euch bereit zur Jagd…“ entwich es ihr im ungewöhnlich leisem Tonfall als sich das Gesehene langsam setzt.
Währenddessen gingen im entfernten Lager die Arbeiten weiter voran, Arisdra kartierte weiter die noch vorhandenen Spuren des Kalbes, Dridi studierte aufmerksam jedes Wort und jede Zeile des Tagebuches, Kleinesbeben erhielt indes beim Sammeln von Feuerholz helfende Hände durch Zia, die sich noch immer nicht von ihren Gedanken lossagen konnte. „Vieles hat sich geändert – vieles wird sich verändern…“ entfloh es hörbar aus ihren Gedanken, Beben betrachtete die Worgen für einen Moment, doch wusste er keine Antwort und keinen Rat darauf und nahm nicht lange danach erneut die Arbeit auf. Die Zeit verging unbeachtet und die Sonne warf ihre langen Schatten über die Ebene, das Blau des Himmels verdunkelte sich und die ersten Sterne begannen am Firmament zu funkeln, ehe sie vom aufsteigenden Rauch des Lagerfeuers nur noch teilweise wahrnehmbar waren.
Das Knistern des Feuers und ein gelegentliche Zischen durchbrach die Stille des Schweigens, als Fetttropfen des Fisches auf die glühende Glut trafen. Dridi hatte Stockfisch für die übrigen Mitglieder zubereitet – fünf an der Zahl, denn für das Kalb wurde ebenfalls einer über dem Feuer platziert. „Hat jemand eine Idee wie wir nun vorgehen sollen?“ huschten die Worte Bebens nach langem Schweigen durch das Lager und die Köpfe der anderen begannen sich zu heben. Man sah sich gegenseitig an, wussten sie auch nicht so recht, wie die Antwort ausfallen sollte. „Wir warten.“ Entgegnete Dridi stoisch und das Schweigen kehrte von neuem ein.
Das Feuer erlosch beinahe mit Fortschreitender Nacht, hätte Beben dies nicht mit einem weiteren Holzscheit verhindert, sein Blick folgte den tanzenden Flammen, die eine beruhigende und fast hypnotische Wirkung auf den Bullen hatten. So sah es zumindest aus, doch seine Ohren änderten mit jedem Geräusch ihre Richtung, so behielt Beben auch ohne seine Augen die Gegend weiterhin im Blick. Er hielt wache und verhalf den übrigen zur Ruhe zu kommen als sich langsam ein sachter Schimmer am östlichen Horizont abzeichnete. Doch die frühmorgendliche Ruhe wurde durch ein entferntes Horn unterbrochen und riss Bebens Aufmerksamkeit in Richtung Südwesten, sowie die Schlafenden aus ihren Träumen. Dridi rannte schlaftrunken aus dem Unterschlupf „Was ist geschehen?!“ „Die Jagd, sie hat begonnen…“ erwiderte Beben, der sich aufgerichtet und sein Blick in jene Richtung gelenkt hatte. „Mögen die Ahnen an unserer Seite stehen…“ |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 28.02.2023, 18:26 Titel: |
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Kapitel XV
Jagdfieber und Pferde, die keine Pferde sind
Eine Wand aus Körpern, gespickt mit Rüstung und Waffen trat aus dem dichten Wald heraus, um am an dessen Baumgrenze zum Stehen zu kommen. Die Leiber der Zentauren waren auch ohne Panzer und Bewaffnung schon eindrucksvoll, doch just mit diesem Augenblick war es ein ehrfürchtiger Anblick. Inmitten der vorderen Front ging die kleine Tauren-Worgen-Gruppe beinahe unter, doch ihre Entschlossenheit war mit denen der Zentauren ebenbürtig, einzig Voha stand nicht in direkter Nachbarschaft zu Verona und Meelah, da sich einer der Jagdteilnehmer zwischen sie gedrängt hatte, der prompt den typisch mürrischen Blick Vohas einkassierte, doch dies kümmerte ihn wenig.
Voha´s Zeit sich darüber aufzuregen und die Diskussion zu suchen, war mit dem Ertönen des Jagdhorns vergangen, als sich die Wand auch schon mit donnernden Hufen in Bewegung setzte, mittendrin die drei Gefährten, die versuchten mit den Pferdehuflern Schritt zu halten. Schnellen Schrittes bewegte sich das Heer gen Westen, ehe dieses über einen Pfad hinweg in Richtung Südwesten seinen Weg bahnte. Langsam tat sich vor den Augen der drei Jagdgefährten eine Ebene auf, deren Weitläufigkeit sie erst nach und nach bewusst wurden. Täler, sanfte Hügel und einzelne Baum und Buschgruppen wurden von Flüssen und kleineren Seen geziert, jedoch war dieser atemberaubende Anblick nur von kurzer Dauer, denn schon bald wurde Verona ins jetzt zurück gerämpelt, die ihren Blick erneut für die kommende Aufgabe klärte.
Zur gleichen Zeit versuchte Dridi ihre sorgenvollen Gedanken zu verdrängen in dem sie mit Beben zur Kleintierjagd begleitend aufbrach, sie wollte etwas tun, nicht nur warten und auf das Beste hoffen, sie wollte selbst tätig sein, um zumindest ein wenig Kontrolle über die Situation geglaubt zu haben. Das stille Handzeichen Bebens ließ Dridi´s Gedanken dann tatsächlich schweigen, ein Reh graste nur wenige Meter von ihnen entfernt. Der Wind war günstig und das schützende Geäst des Busches ließ das Tier im nichtsahnenden Wohlwollen weiter seinen Magen füllen, jedoch hielten seine Ohren stets lauschend Ausschau. Sein Leiden war nur von kurzer Dauer, als Beben in Gestalt einer Katze aus dem Gebüsch schnellte, es waren nur Bruchteile von Sekunden und die Perfektion des Gestaltwandeln seitens Beben, die das Reh bis zu Letzt in Ahnungslosigkeit schwelgen ließen, ehe die Fangzähne das Leben des Tieres mit einem gezielten Biss in den Nacken beendete.
Dridi hingegen verhielt sich weiter still, sah Beben bei seinem Tun zu und entdeckte an jenem Busch, hinter dem sie sich duckte, einige Beeren, die sie nun wortlos zu sammeln begann – Beben brauche sie im Augenblick nicht, so viel stand fest und so ließ sie sich erneut von den Sorgen und Gedanken übermannen, während die die Beeren einzeln vom Geäst zupfte, um sie in ihrer freien Pranke zu lagern.
Beben´s Gesichtsausdruck über Dridi´s fast schon lustloses Sammeln sowie ihrer anschließenden Frage: „Was ist?“ unterbrach die Stille, als dieser wieder zur Taurin trat. Dem Bullen blieb die Anspannung und den aufkommenden Frust der Taurin nicht verborgen, zog allerdings als einzigen Kommentar darauf eine Braue in die Höhe und schüttelte seinen massigen Schädel. Das Reh wurde vom Bullen geschultert und er trat den Weg, zusammen mit dem Häuptling zurück ins Lager an, lange schwiegen sie, wussten nicht, was und wie sie etwas sagen sollten, ehe es erneut Beben war, der die Ruhe zu unterbrechen wusste: „Wir stehen hinter dir, der Stamm steht hinter dir. Du musst die Sorgen und Ängste nicht allein auf deinen Schultern tragen, Dridi. Nicht du allein, wir teilen deine Sorgen – aber denke auch für den Stamm und versuche einen klaren Blick zu behalten.“
Dridi schwieg zwar auf Beben´s Worte hin, doch ihr Blick zeigte Dankbarkeit und ein anschließend tief genommener Atemzug ließ sie ihre Fassung und Haltung wieder finden, den sie sogleich wahren musste.
„ICH HABS!“ jubelte Arisdra tänzelnd umher, während sie auf ihre Karte der kartographierten Hufspuren des Kalbes starrte. Ihre Aufregung und Freude über das geschaffte der schier unmöglichen Aufgabe fand kaum ein Ende und so schnellte sie zu Dridi und Beben um ihnen ihr Werk und den somit möglich eingeschlagenen Weg des Kalbes zu zeigen. „Hier! Seht, ich habe ihren Weg verfolgen können!“ Arisdra wuselte aufgeregt mit dem Finger über die Karte, während Beben das erlegte Reh vor dem Zelt ablegte, sein Blick jedoch ruhte auf der Karte und auch Dridi und Zia näherten sich mit angesteckter Hoffnung. Doch die eingezeichneten Spuren zeigten ein Wirrwarr an Abdrücken, und schienen hauptsächlich im Kreis zu verlaufen, doch dann zeigte Arisdra auf eine gesonderte Spur, die aus dem Lager hinausführte. „Die da! Das sind die einzigen Spuren, die nicht wieder zurückführen, dort drüben muss sie aus dem Lager gelaufen sein, in diese Richtung muss sie gegangen sein.“ Merkte Arisdra zuversichtlich an, die sogleich die Karte zusammenrollte, um sich aufbruchbereit zu machen. „Wir können gehen!“ Waren ihre folgenden Worte.
Ruhe und ein leises rauschen der Blätter im Wind, war das einzige, was als direkte Antwort auf Arisdras Fund und Vorhaben aufkam, ehe Dridi ihre Fassung zurückerlangte. „Nein.“ Entkam es ihr und schon verlor Arisdra ihre Fassung, die den Häuptling ungläubig ansah. „Nein?“ Dridi schüttelte nachdrücklich den Kopf. „Nein. Wir werden hierbleiben und warten, so wie wir dies geplant hatten.“ „Aber..?“ versuchte Arisdra zu kontern, ehe sie von Dridi unterbrochen wurde. „Uns fehlt nun nicht nur Wapijy, sondern auch Meelah, Verona und Voha. Wir werden warten, bis die drei von der Jagd zurückgekehrt sind, die uns hoffentlich weitere Informationen bringen kann, dann sehen wir weiter und gehen deinem Hinweis nach. Aber bis dahin warten wir auf die Rückkehr der anderen drei.“ Die Stimmlage des Häuptlings war stark und voller Sicherheit, sodass Beben im Hintergrund zu nicken begann. „Ihr habt den Häuptling gehört. Zia könntet Ihr?“ erwiderte er und machte sich darauf auf, mit Hilfe von Zia das Reh aufzubrechen. Dridi trat an Arisdra vorbei in das Zelt hinein, während die Elfe noch etwas verdattert ihre Gedanken ordnet, doch auch sie erkannte sehr bald, dass der Häuptling recht hatte, und so legte sie ihre anfängliche Enttäuschung bei Seite, um sich selbst mittels sammeln von Feuerholz in den Wald zu treten.
„UMSTELLT DAS MAMMUT!“ schrie der Kahn, auf dass sich ein Teil des Heeres zur Seite hin absonderte. Das riesige Tier war umstellt und bäumte sich bedrohlich auf, während es versuchte seine Jäger daraufhin niederzutrampeln und mit seinen lang geschwungenen Stoßzähnen durch die Meute fegte. Es war allen Beteiligten klar, dass die Jagd nicht ohne Verluste einhergehen wird, doch sahen die Zentauren dem Tod durch die Jagd stolz entgegen. Weniger Stolz will der Tod durch einen Speer aus den eigenen, hinteren Reihen sein, der über die Köpfe der Jäger schoss und im Schulterfleisch des Tieres stecken blieb. Panik brach im Mammut aus und dieser tobte nun wie ein Berserker um sein Leben zu retten, dieses Schauspiel bekamen die Drei Jagdgefährten nur am Rande mit, als sie am Mammut vorbeirannten. Ihr Ziel war eine kleine Gruppe von Moschushirschen, die durch den Lärm um das Mammut aufgescheucht wurden und die Flucht antraten.
Verona sah, dass sie und sie anderen auf Dauer nicht mit den Zentauren mithalten konnten, daher entschloss sie sich zu einem waghalsigen Versuch, als sie an den Riemen eines vorbeiziehenden Zentauren griff, der sie daraufhin mit sich riss. Nur mit Mühe konnte sich die Worgen auf den Rücken des Jägers ziehen, dessen Missfallen er durch einen seltsamen Gesichtsausdrucks kundtat. Sie blickte zu Meelah und Voha zurück, um ihnen anzudeuten das selbe zu tun, jedoch verlor sie die beiden im Getümmel bald aus den Augen. Mit Wuchtvollen Hufschlägen schossen der Zentauren und Verona über die Ebenen und den Moschushirschen hinterher, vorbei an fliehenden Mammuts, Schreiter ähnlichen Vögeln und einzelnen Rhinos. Verona erkannte jedoch, dass ihr „Untersatz“ zu ambitioniert der Hirschherde folgte, sodass diese sich immer weiter vom Heer entfernten, sie versuchte ihm die Situation klarzumachen, schrie und hämmerte auf ihn ein, jedoch sollte ein, im Galopp kreuzender Rhinobulle das einzige sein, das den Zentauren von seinem blinden Ritt abhielt.
Das tonnenschwere Tier drängte die beiden von ihrem Weg ab und zwang den Zentauren zu einem kurzzeitigem Stillstand, in dem er nach seinem Speer griff. Das Mannshohe Horn des Bullen senkte sich, als dieser in einem Bogen zurück zur Zweiergruppe rannte, schnaubend und brennend vor Wut stürmte es auf sie zu, hatten sie es gewagt in sein Territorium einzudringen. Dabei fackelte Verona nicht lange, sprang vom Rücken es Zentauren und wandelte sich in Eile zu einem Bären, ehe der Bulle zwischen die beiden stieß, um sie zu trennen, mit einem Hieb seines Hinterbeines brachte er den Zentauren zu fall, dessen vorherige Unachtsamkeit nun gestraft wurde. „Oh-oh…“ mussten wohl Veronas Gedankengang gewesen sein, die sich nun alleine dem Bullen gegenübersah, als Bär fliehen? Zu langsam… Auf zwei Beinen in Worgengestalt? Dann kann man sich gleich zertrampeln lassen… So entschied sie sich gezwungenermaßen zum Kampf, während sie sich dem Bullen gegenüber aufstellte.
„Wo… Sieht du sie..?!“ schrie Meelah die, zusammen mit Voha und ebenfalls auf den Rücken zweier Zentauren sitzend, Ausschau nach der Worgen hielten. Die Richtungen, in denen die Zentauren sie trugen, begannen sich zu trennen und so zog Meelah Voha kurzerhand zu sich, doch machte der Zentaure, der nun deutlich langsamer wurde, dieses Spielchen nicht mit. Er schrie und begann zu bocken, wodurch sich die beiden sehr bald am Boden liegend widerfanden, sie mussten rasch auf die Beine, wenn sie nicht von den Hufen der Zentauren oder der flüchtenden Fauna zertrampelt werden wollten. Meelah schnellte hoch, während Voha ihre Schwierigkeiten hatte, sie rollte zur Seite als ein einzelner Hirsch auf sie zu kam, erst dann schaffte auch sie es auf die Beine zurück.
Sie waren nun getrennt worden, einige Meilen vom Lager entfernt und doch mitten im Geschehen, Meelah und Voha rannten in die ungefähre Richtung, in die die Worgen gegangen sein könnte, wichen hierbei den Hufen vorbeiziehender aus und versuchten, auch von hinten nicht zertrampelt zu werden. All dieses Chaos hatten sie sich anders vorgestellt, es war ein höllisches durcheinander, doch schienen die Zentauren einem Plan zu folgen, denn es waren schon etliche Tiere erlegt worden, selbst das Getose des Mammuts war nicht mehr zu hören, doch… wäre es auch möglich, dass sie bereits zu weit entfernt waren.
„Verona!“ grölte Voha auf, die in eben jene Richtung deutete, die einen Bären zeigte. Sie sputeten sich um dorthin zu gelangen, sahen sie nun aber auch ihren Widersacher, der ihr schwer zu schaffen machte. Unzählige Scharammen zeichneten den Körper des Bären, der sich keuchend auf allen vieren hielt. Der Bulle sollte sich als harte Nuss herausstellen, willens sein Revier zu verteidigen – komme was wolle. Voha schrie abermals den Namen des Worgen, wollte ihre Aufmerksamkeit erhaschen um ihr ihre Anwesenheit zu verdeutlichen und das klappte nun auch. Verona ließ sich für einen winzigen Augenblick ablenken und der erleichternde Anblick der beiden Gefährten sollte für die kommenden Tage das letzte gewesen sein, das sie sehen sollte, denn der Bulle erwischte sie mit der Länge seines Horns und schleuderte den Bären einige Meter in die Luft und gegen einen, aus dem Erdreich ragenden Felsen, der sie sofort außer Gefecht setzte. Regungslos und ohne Bewusstsein lag Verona nun wieder in ihrer natürlichen Form am Boden, Voha war entsetzt darüber, wie unachtsam sie doch gewesen sei, kassierte jedoch von Meelah einen stechenden Blick, ehe sie zum Geschehen eilte. „Hey! HEY!“ versuchte Meelah den Bullen, mit wedelnden Armen auf sich aufmerksam zu machen, der sich prompt zu ihr umdrehte – noch ein Eindringling, dessen Wut sich nun auf Meelah konzentrierte. Doch die Augen der Tauren trugen nun ebenfalls einen Funken Wut in sich und sie ersuchte die Hilfe des Sturms, der bald um sie zu tanzen begann. Ihr Augenmerk lag nun auf einen toten Baumstamm ganz in ihrer Nähe, der sich just mit den Gedanken des Sturmes in die Luft bewegte und den Bullen einen solch schweren Treffer versetzte, dass dieser zu taumeln begann ehe dieser sich niederstreckte. „Wir… haben nicht viel Zeit…“ raunte Meelah zu Voha, die sich, noch vom Sturm umgeben zu Verona aufmachte. Voha hielt hierbei gebührenden Abstand zur Schamanin, die sich ihr eigenes Ende nicht als Baumstamm endend ausmalte.
Im Lager hingegen herrschte Ruhe, Dridi begann damit einen groben Plan auszurichten, den sie, je nach Ausgang der Jagd verfolgen würden, Arisdra unterhielt das Feuer und half Beben dabei die Keulen des erlegten Rehs für die Flammen vorzubereiten, während Zia weiter Ausschau hielt. Die Sonne neigte sich langsam gen Horizont und die Schatten griffen mit ihren langen Fingern über die Ebene, als sich der Schatten Zia´s zu regen beginnt. Schnell schreckte sie auf, starrte mit den Augen eines Adlers in die Ferne, als sich in der Ferne zwei Silhouetten abzeichneten. Die übrigen im Lager bemerken Zias Verhalten und richten ihre Blicke ebenfalls in die Ferne, während sie sich langsam aufrichten. „Die Jagd… Ist sie vorüber?“ fragte sich Arisdra mit hörbarer Stimme und trat neben Zia heran, nur wenige Augenblicke darauf gesellten sich auch Dridi und Beben zu ihnen. Ihre Augen weiteten sich, als sie ihre Gefährten erkannten und alle eilten ihnen entgegen, denn sie erkannten, dass Verona mittig von Meelah und Voha gestützt wurde.
In Eile traf die Gruppe um Dridi auf die Gruppe um Meelah, die ihnen den Worgen sogleich abnahmen, um den übrigen beiden eine stützende Schulter anzubieten, die Meelah dankend annahm. Im Lager herrschte nun helle Aufregung, nicht nur dass man Veronas Wunden versorgte, sondern, man versuchte auch die benötigten Informationen aus Meelah und Voha zu bekommen, die ihnen jede Einzelheit der Jagt erläuterten, während sie gemeinsam und mehr oder weniger hungrig aßen.
Die Enttäuschung saß tief in der Gruppe als sie am Morgen danach, nach und nach aus ihren Nachtlagern stiegen, kein Wort wurde zu Beginn gewechselt und alle gingen ihrem morgendlichen Ritualen nach. Erst als sich schon einige vor dem Zelt versammelt hatten, ertönte Zia´s Stimme, die den übrigen Mitgliedern mitteilte, dass ihr der Zustand Verona´s Sorgen bereite, und diese mit ihr das Lager verlassen wird um sie nach Hause zu bringen. Es missfiel den übrigen sichtlich die beiden ziehen zu lassen, mit dem Wissen über die hiesigen Gefahren, jedoch ließ sich Zia von ihrem Vorhaben nicht umstimmen, noch ehe die Sonne ihren Zenit erreicht hatte, gehab sich Zia mit der geschwächten Verona, die bereits ihr Bewusstsein wiedererlangt hatte, zum Pfad um ihre Heimreise anzutreten. Die übrigen sahen dem Worgenpaar mit gemischten Gefühlen hinterher, behielten sie diese jedoch für sich, um eventuellen Unmut nicht zu schüren.
Seufzend begab sich Dridi zurück ans entfachte Feuer und ließ sich fallen, den blick gen Himmel gerichtet sagte sie: „Was gäbe ich jetzt dafür, würden wir uns alle wieder im Wegekreuz wiederfinden… Und ein leckeres Eis wäre nun auch nicht verkehrt.“ |
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Wapijy Stammeswächter
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2020 Beiträge: 74
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Verfasst am: 03.03.2023, 18:24 Titel: |
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Kapitel XVI
Von Stockbrot und Pferdeschläuchen
Seit der großen Jagd sind einige Tage vergangen, und so nutzte die Gruppe ihre Zeit um etwaige Wunden zu lecken und sich zu erholen, sie hatten zudem, einen Abend zuvor Besuch aus dem Posten der Zentauren erhalten, bei dem der Kahn persönlich zugegen war. Dieser besah sich die Gruppe noch einmal, noch immer ungläubig, dass sie zu solch einer Tat körperlich überhaupt in der Lage sein sollen, doch der Kahn war nicht aus Gründen der Belustigung zu ihnen getreten, denn die zwei verbleibenden Jagdteilnehmer Meelah und Voha sollten die eigentlichen Gründe ihres Besuchs sein.
Die Erinnerung an den vorherigen Abend:
Meelah hatte sich gerade ans Feuer gesetzt um ihre kühlen Glieder aufzuwärmen, Voha kümmerte sich gemeinsam mit Kleinesbeben um das bereits zerteilte Reh, das man schon bald zubereiten wollte. „Stockbrot… Mmh…“ raunte es durch das kleine Lager, doch war es nur schwer auszumachen, wessen laut gedachter Traum das gewesen sein sollte, Beben lächelte fast ungesehen und nahm sich dies zum Anlass den Abend etwas zu versüßen und begann zu zaubern. Voha, die sein gebaren nicht verstand, beäugte ihn und kommentierte es mit ihren typischen Launen, doch Beben ließ sich davon nicht stören als er einen Beutel voll Mehl aus der Tasche zog. „Mmh… Wie ging das noch gleich...“ murmelte der Bulle und mischte, nach kurzer Überlegung Gewürze in die Schale, in der sich auch das Mehl eingefunden hatte. Wasser war zum Glück reichlich und kristallklar vorhanden, ehe es ihm wie Schuppen von den Augen viel… „Stockbrot!... Stock. Stöcke, Holzstöcke!“ raunte er vor sich hin, während Voha weiter launisch kommentierend sich dem Fleisch zuwendete.
Dridi trat in Begleitung von Arisdra aus dem Zelt, die eine eifrige Diskussion austrugen, so wollte Arisdra noch am Abend den Spuren nachgehen, während Dridi dies gegenargumentierte und darauf beharrte, bei Einbruch der Nacht im schützenden Lager zu verbleiben. Ihre Argumentation wurde nur durch den vorbeiziehenden Bullen kurz unterbrochen, den man „Stöcke… Stöcke, wie konnte ich das Vergessen…“ murmeln hörte, was Dridi kurz in eine verlegene Verwirrung brachte, doch Arisdras Einverständnisreiche Worte holten den Häuptling bald ins Gespräch zurück, als sie sich beide kurz darauf zu Meelah ans Feuer gesellten.
Am Feuer wurden sorgenvolle Worte gewechselt, die man hier und da mittels gelösteren Themen bei Seite schob, eine willkommene Taktik, um nicht gänzlich dem Wahnsinn zu verfallen, wenn man bedachte, wie viel Zeit bereits vergangen war in der das Kalb zuletzt in eben diesem Lager gewesen war. Diese eine Nacht mussten alle noch durchstehen, diese eine Nacht sollte noch vergehen, ehe sie sich in die weiten der Ebene begeben wollten. Diese eine Nacht mussten sie noch ausharren.
Ein Zischen kündigte Vohas dazustoßen an, die das Fleisch über dem Feuer platzierte und einzelne Tropfen aus einem Gemisch aus Fett, Wasser und Blut auf die heiße Glut trafen und ließen das Gespräch für einen Augenblick ruhen. Ein beruhigend-hypnotischer Moment als sie den, um die Tropfen tanzenden Flammen zusahen, doch mit fortschreitender Zeit nahmen auch die Gespräche wieder zu, bis Beben und seine Stöcke am Feuer eintrafen. Die stillen und fragenden Gesichter erhellten sich, als sie dem Bullen zusahen, der den Teig in Portionen um die Stöcke wickelte, die er nah am Feuer platzierte. „Stockbrot.“ Kommentiere er knapp und fuhr konzentriert mit seiner Arbeit fort, als dann auch die Gespräche leise durch das kleine Lager hallten.
Vereinzelt wurden die Gespräche vom Knurren der Mägen untermalt, als aus der Ferne ein leises Hufgetrappel zu hören war, die sich stetig näherten und die Gruppe in eine achtsame Haltung übergehen ließ, so manch einer tastete nach dem Griff seiner Waffe, um auf Nummer sicher zu gehen.
Die Anspannung löste sich, als aus dem Dunkel der Nacht das Gesicht des Kahns in den Schein der Flammen trat, doch war sie nicht allein. Vier weitere Gesichter traten in den Flammenschimmer, die zudem Körbe aus Bast bei sich trugen, deren Inhalt fürs Erste jedoch ungesehen blieb.
Ihr Blick wirkte stolz herablassend als sie auf die Gruppe am Feuer sitzend heruntersah, die Voha schnell den Trotz ins Gesicht schlug, doch bevor sie überhaupt ein Wort herausbrachte, übernahm dies Sansok: „Ich will nicht hoffen, dass Ihr euch hier einleben werdet.“ Voha begann bereits zu innerlich zu kochen als Dridi das Wort übernahm: „Bitte entschuldigt, wir sind noch immer…“ Sansok unterbrach Dridi mit dem Heben einer Hand. „Erklärt euch nicht, ich sehe Euer Kalb noch nicht in eurer Mitte. Ich bin aber nicht hier um zu plauschen.“ Sogleich richtete sich ihr Augenmerk auf Meelah, ehe sich der kühle Blick auch auf Voha legte. „Die große Jagd ist eine geehrte Tradition unseres Volkes. Wir Jagen, um zu leben, zu bestehen, unsere Stärke zu beweisen und um unsere Ahnen zu ehren. Der Jäger mit dem größten erlegten Tier steigt innerhalb unseren Rängen auf und hat sich einen Platz neben dem Kahn verdient.
Doch…“ Ihr Blick wechselt zwischen Voha und Meelah hin und her und die Gruppe wirkt deutlich verwirrter ob der Worte. „…Ihr habt weder einen Rang noch einen Platz innerhalb unserer Mitte. Und doch… habt ihr nicht nur das Größte, sondern auch noch das gefährlichste Tier erlegt.“ Fuhr der Kahn fort, während sich die Brauen der Gruppe weiter hoben, Meelah und Voha sahen dich gegenseitig an.
„Rosnak der Töter war sein Name. Ein Rhinobulle, so groß und schwer, wie ein Berg und so tödlich wie ein Speer ins Herz, wenn man auch nur einen Fuß in sein Reich setzte.“ Fuhr der Kahn fort. „Er hat unzählige meines Stammes verstümmelt und noch mehr getötet. Nie kamen wir nahe genug an ihn heran, um ihm den Garaus zu machen, denn unser Lager lag innerhalb seines Reviers. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was dies für uns oft bedeutete… Und ihr werdet euch sicher auch bewusst sein, weshalb wir uns nie vertreiben ließen.“ Ihr stolzer Blick wanderte durch die Gesichter der sitzenden, dann plötzlich ging sie erst in die Knie, um es sich darauf auf dem Boden gemütlich zu machen. Zeitgleich war dies auch der Moment ihrer Begleiter, Meelah und Voha die Körbe zu überreichen, die neben ihnen abgestellt wurden.
Neugierig reckten die übrigen drei ihre Hälse, um ebenfalls einen Blick auf die Inhalte zu werfen, darin sahen sie zu Meelahs rechten reichlich Schmuck gemäß ihrer Tradition, wie Klauen und Zähne der zuvor erlegten Tiere, die an einer Korden befestigt wurden. Im nächsten Korb fanden sich diverse Kleidungsstücke wie Hüte und Rüstungsgegenstände. Obenauf prangte die Spitze des Bullenhornes, die mit reichlich Bemalung der Jagdszene verziert wurde.
Zu Vohas linken wiederum befanden sich Nahrungsmittel in Hülle und Fülle, was das Herz auch zu dieser Zeit begehrte. Angefangen von verschieden Früchte der hiesigen Flora bis hin zu allerlei Arten von getrocknetem Fleisch, selbst etwas das an Fladenbrot erinnerte fand sich in jenen Körben wieder
Dankbar über diese Geschenke wollte Dridi das Wort ergreifen und kam doch nur bis zum „Danke…“ ehe der Kahn sie erneut unterbrach: „Eure Jagd geht aber noch weiter, richtig? Jedoch sehe ich eure Dritte im Bunde nicht, sie erhielt… hoffentlich ehrenvolle Jägerbestattung.“ Sprach sie, während ihre Augen durch die Gruppe schweiften. „Und auch war da eine weitere ihres Gleichens, wenn ich mich nicht recht irre.“ Die Augen der Gruppe weiteten sich und Voha meldete sich korrigierend zu Wort: „Oh, nein sie ist…“ Weiter kam sie allerdings nicht, als Dridi sich rasant einschaltete, um Vohas Satz zu vollenden „… sehr ehrenvoll beigesetzt worden! Ihre Freundin ist bei ihr um sie auf ihrem Weg im Geiste begleiten“
Voha, starrte Dridi mir offenem Mund an, auch die anderen waren mehr als irritiert darüber, was ihr Häuptling da sagte, doch hielten sie sich zurück und Dridi hoffte inständig, dass Voha sie nicht entlarven würde. „Wollt… ihr nicht noch zum Essen bleiben, rein aus Dankbarkeit für eure Geste und in Gedenken unserer Gefährten?“ Dridi stand buchstäblich der Schweiß auf der Stirn, zwar ist ihr die Frage nur schwer über die Lippen gekommen, jedoch wäre es beleidigend gewesen sie einfach so wieder gehen zu lassen und dies gepaart mit der Angst des Verrates im Nacken. „…Es gibt Stockbrot und gebratenes Wild“ fügt Beben nun mit wiedererlangter Fassung an, als er auf genau diese zeigte. Sansok´s Blick folgte Bebens Geste und stockte darauf mit einer sachten Verunsicherung im Gesicht.
„Ich… ehm…“ Ein noch nie gesehener Moment für die Gruppe, als der Kahn ihre Unsicherheit nicht mehr zu verbergen wusste und darauf dankend abwinkte. „Wir werden uns nun zurückziehen, die Nacht ist gerade neugeboren…“ versuchte sie sich zu erklären und erhob sich darauf. „Meelah, Voha, es erfüllt mich mit Stolz, dass ihr an unserer großen Jagd teilgenommen habt.“ Erklang es nun im deutlich ernsteren Tonfall des Kahns, die darauf ein respektvolles Senken des Hauptes andeutete, welches ihre Begleiter ebenfalls erwiderten. Nach wenigen Momenten und gefallene Worte des Abschieds traten die Zentauren den Rückweg an und Dridi sank erleichtert und seufzen zusammen, doch nun ruhten alle Blicke auf ihr und sie geriet in Erklärungsnot.
„… Die Zentauren, so wie ich sie kenne, sind ein stolzes Volk, hätten sie erfahren, dass die beiden uns aus freien Stücken und ohne des Todes wegen verlassen haben, und wir dies auch noch zugelassen haben, wer weiß wie sie reagiert hätten. Womöglich wäre es in ihren Augen ein Akt der Feigheit, wo doch unsere „Jagd“ noch im Gange ist.“ Erklärte sie.
Hierbei spaltete sich die Zufriedenheit ob Dridis Antwort, doch nahm man sie fürs erste hin, als Voha die kommende Frage in den Raum warf: „Und was war das mit dem Stockbrot gerade?“ Ein kurzes Schweigen trat auf, als Arisdra mit einem süffisantem Lächeln anmerkte: „Wahrscheinlich, weil sie wie Pferdeschläuche aussehen…“ Erneut kam ein schweigen auf, als alle Augen auf Arisdra gerichtet waren, die darauf mit einem Fingerdeut auf Bebens Schoß zeigte. „Aufgespießte Pferdepenisse?! Igitt!“ Viel Voha gleich mit der Tür ins Haus. „Ja, so kann man sie auch bezeichnen“ fügte die Elfe trocken an, was ein weiteres, verlegenes Schweigen zur Folge hatte, ehe Beben das Eis als erster durch sein Gelächter zum Bersten brachte, wodurch ihm auch die anderen folgten, dass gar manch eine Lachträne floss.
Der Gesprächsverlauf der noch wachen Nacht wurde durch die willkommene Abwechslung geprägt und so sprach und lachte man noch lange über das, was kurz zu vor geschehen war, aber es kaum auch die Dankbarkeit nicht zu kurz, besonders als Meelah sich der Geschenke annahm. Das aschgraue Horn des Bullen erregte hierbei besondere Aufmerksamkeit, dessen Verzierungen leb-und-bildhaft die Jagdszene widerspiegelte. Stolz sah Voha aus, als sie sich ebenfalls das Horn besah, doch Meelah begann zu seufzen „Ich hatte eigentlich gedacht, dass er nur bewusstlos war…“ sprach sie mit einem hörbaren Funken an Reue in ihrem Tonfall, jedoch drohte mit diesem Satz die Stimmung zu kippen, und so behielten die anderen ihre aufkommenden Worte für sich, ehe man nach kurzer Zeit erneut zum ursprünglichen Thema zurückfand, das man bis spät in die Nacht hinein verfolgte
Die vergehende Zeit ließ die Flammen das Holz aufzehren bis nur noch glühende Kohlen verblieben waren, deren Resthelligkeit die nun leere Platzmitte in einem dämmrigen Schimmer tauchte, während das Lied der Grillen durch die Ebene hallte, und durch das konkurrierend Schnarchen der Tauren begleitet wurde, was Arisdra so manch einen Nerv kostete, aber der Blick hinaus auf das Sternenzelt verriet ihr, dass die Nacht bald dem Tag weichen würde und sie sich schließlich aus ihrem provisorischem Schlaflager erhob um Vorbereitungen für den Morgen zu treffen. Nach und nach traten auch die Tauren aus ihren Lagern, als die Elfe bereits ein einfaches, aber schmackhaftes Frühstück vorbereitete. „Guten Morgen ihr… Holzfäller…, es gibt Hafergrütze mit Beeren.“ Begrüßte sie die gerade erwachten und reichte ein jedem von ihnen eine gut gefüllte Schale. Das morgendliche Mahl wurde daraufhin mit großem Schweigen eingenommen, befand sich der ein oder andere Morgenmuffel unter ihnen. Die nächsten Stunden vergingen ohne besondere Vorkommnisse, als Dridi die Gruppe zum Zusammenpacken aufrief, und die Elfe erneut als führende Fährtenleserin ernannte.
och soweit sollte es nicht kommen, denn in nicht allzu weiter Ferne trat eine gehörnte Gestalt an das Lager heran, ein Fremder Taure hielt vor Dridi und ihren Gefährten an, der sie sogleich ansprach. „Grüße, Fremde. Wie ich sehe, habt Ihr auch die neue Insel entdeckt.“ Sprach er und erzählte ihnen darauf von seinen Erkundungen, als Dridi ihm ins Wort viel. „Verzeiht, wir sind nicht aus Vergnügen oder Neugierde hier…“ entgegnete sie und erklärte dem Fremden, der sich als Tilum vorgestellt hatte, ihre Situation und nutzte auch gleich die Gelegenheit sich nach dem Kalb oder anderen Auffälligkeiten zu erkundigen, welche er beider maßen verneinte. Jedoch schien ihm just etwas einzufallen und versuchte sich daran zu erinnern, als er der Gruppe von einem Fund im Vorbeigehen berichtete. „Nicht weit entfernt sah ich einen Kadaver in der Nähe einiger Felsen liegen. Ich konnte nicht genau erkennen um was es sich hierbei handelte, aber der Größe nach hielt ich es für ein Tier.“ Sofort gerieten die Gefährten in Aufregung und Dridi forderte den Tauren dazu auf, sie zu diesem Kadaver zu führen, die ihre Angst nun nicht mehr verbergen konnte. Sie ließen all ihr Hab und Gut zurück um schneller durch das Gelände zu kommen, als Tilum einwilligte und ohne Umschweife vorausging.
Die Stelle lag tatsächlich nicht weit entfernt, als sie nach weniger als einem halben Tagesmarsch ankamen, Tilum hielt an und deutete schweigend auf ein kleines Bündel Fell und Stoff am Fuße eines Felsens, dass durch das hohe, blühende Gras nur mit Adleraugen zu erkennen war. Sogleich näherte sich der Häuptling und mit jedem weiteren Schritt wurde ihr Kloß im Hals größer und schwerer, als sie nur noch wenige Meter vom Leichnam trennte wurde Dridi langsamer und schien starr vor Angst als Arisdra sich näherte und nun die schwierige Aufgabe der Identifizierung übernahm. Auch ihr Herz klopfte schwer als sie nur noch eine Armlänge entfernt war und doch nahm sie all ihren Mut zusammen um sich vorzubeugen. „Ein rotes Tuch über dem Kopf… Es sieht aus wie ein Wams… „ sprach sie mit heißerer Stimme als sie sachte nach dem Stoffstück griff um den Kopf freizulegen. Meelah, Voha und Tilum hielten etwas Abstand und sahen dem herzzerreißenden Moment zu, während Dridi noch immer wie erstarrt war und ihre glasigen Augen nicht anders konnten, als zum leblosen Körper zu starren. „Sie… ist es. Es ist… Wapi...“ übermittelte Arisdra mit leiser Stimme, die nun trauernd ihre Hand auf den Brustkorb des Kalbes legte und auf die Knie sank.
Diese Information zusammen mit der Reaktion der Elfe ließ Dridi und den Rest der Gruppe in die Hilflosigkeit absinken, hörte man Dridi immer wieder „…Nein, nein, nein…!“ rufen und selbst der Fremde senkte sein Haupt bis Arisdra plötzlich hektisch wurde und ihr Ohr nahe an Wapis Nüstern platzierte. „Sie lebt noch!“ Schrie sie auf und winkte die anderen zu sich. „Sie braucht Flüssigkeit, ganz dringend Flüssigkeit. Los jetzt!“ Die Worte der Elfe holte Dridi wieder aus ihrer Starre, die sofort reagierte und nach ihrem Trinkschlauch griff und zur Elfe eilte. Auch Meelah und Voha traten hurtig heran und taten, was die Elfe verlangte, um dem Kalb das Leben zu retten. Als die Flüssigkeit verabreicht wurde, kümmerte sich Arisdra um den Wundbeschau, dabei stellte sie diverse Verletzungen fest, unter anderem eine entzündete Wunde im Bereich der rechten Schulter, eine Platzwunde über der linken Braue und etliche weitere Schürf - und Kratzwunden. Die Wunden sind jedoch nur halb so wild im Vergleich zur körperlichen Verfassung des Kalbes, das über die Wochen und der steten Flucht immer mehr an Gewicht und so zuletzt an Kraft verlor. Arisdra beschrieb die Verfassung des Kalbes und gab an, dass Wapi über die letzten Tage kaum Flüssigkeit noch Nahrung zu sich genommen haben muss und was daher getan werden muss, um sie langsam wieder auf die Beine zu bekommen.
Nachdem die Gruppe um Arisdra das Kalb fürs Erste versorgt hatten, nahm es sich Beben zur Aufgabe Wapijy vorsichtig an sich zu nehmen, um den halbtägigen Rückmarsch anzutreten, der erneut von Tilum angeführt wurde, auch wenn er weiterhin der Fremde war, spürte er den noch immer anhaftenden Schock der Gruppe, somit war die erneute Führung für den Bullen ein ernstes Anliegen.
Die Dämmerung setzte gerade ein, als die Gruppe das Lager erreichte. Schnell trug Beben das Kalb in das kleine Gebäude, dicht gefolgt von Dridi und Arisdra. Meelah und Voha hingegen kümmerten sich sogleich um das Entfachen des Feuers und kümmerten sich um das essenzielle Wohl der Gruppe, als Beben aus dem Gebäude trat und die beiden Tauren dabei unterstützte, die ihn fragend und sorgenvoll ansahen. „Sie ist schwach und immer noch ohne Bewusstsein.“ Erklärte Beben den beiden als man ein leises Seufzen seitens Meelah vernehmen konnte, ehe sie, ebenso wie der Bulle und Voha, ihre Arbeit im Stillen wieder aufnahmen.
Im Unterschlupf hingegen ging es weniger ruhig zu, unruhig wanderte Dridi auf und ab, während Arisdra sich weiter um das Kalb kümmerte, die ihr erneut etwas Flüssigkeit zuführte. „Das bringt weder euch noch dem Kalb etwas, wenn ihr weiterhin so aufgebracht seid… Geht und holt mir Wasser und Leinen um sie zu waschen und etwas zu essen für sie – flüssig und nicht zu fest!“ forderte die Elfe Dridi auf, auch um den Häuptling auf andere Gedanken als die Schlimmsten zu bringen. Widerwillig aber ohne Widerrede ging der Häuptling der Aufforderung nach und trat aus dem Zelt.
Tage sollten vergehen, in denen sich der Zustand des Kalbes nur geringfügig veränderte, zwar öffnete sie nach dem zweiten Tag ihres Fundes kurz die Augenlieder, doch war dieser Lichtblick nur von kurzer Dauer ehe sie erneut in einen schlafähnlichen Zustand verfiel. Trotzdem wich die Sorge der Gruppe, da sie wussten, dass das Kalb lebte und genesen würde. Sie hatten das unglaubliche erreicht und taten alles dafür, dass Wapijy zurück auf die Beine und in den Schoß des Stammes kam - ganz egal wie lange es dauern sollte. Zwar erholte sich das Kalb nur langsam, dafür aber umso stetiger und so beschloss der Häuptling am vierten Tag, dass sich die Gruppe für die Heimreise in Bewegung setzen wird, ihr erstes Etappenziel sollte der Posten der Zentauren sein, wo sie sich mittels Handel und Arbeit einige Materialien beschaffen wollten.
Tiefe Atemzüge wurden genommen und ein frohes Seufzen war zu hören, als in ihren inneren Augen die Bilder ihrer Heimat aufflackerten, doch… noch war die Reise der Gruppe nicht zu Ende… |
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