kirana
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Anmeldungsdatum: 25.03.2006
Beiträge: 40
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| Ralf Maucher über Erleuchtung |
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Die entleuchtete Menschheit
Der aufgeklärte Mensch kann damit nicht viel anfangen: mit dem Begriff der Erleuchtung. Vielleicht sind vage Vorstellungen von Sektentum, indischen oder anderen Gurus, von Mythen oder ähnlichem mit der Idee der Erleuchtung verbunden, doch allen haftet der Mangel des Irrationalen oder Verführten an.
Daß Erleuchtung nicht ein Sonderrecht von wenigen, sondern Norm und allgemeines Menschenrecht sein kann, ist jenseits einer akzeptierbaren rationalen Vorstellung.
Epistemologisch betrachtet folgt die Erkenntnisbarriere gegenüber Erleuchtung daraus, daß sie vom Beurteilenden nicht selbst erfahren wurde und daß sie wiederum nur aus der Erfahrung heraus verstanden werden kann.
Dies bedeutet, daß selbst die beste Beschreibung von Erleuchtung das Dunkel des Alltagsbewußtseins nur kaum erhellt. Dennoch möchte ich es versuchen:
Erleuchtung handelt von einer absolut anderen Art wahrzunehmen, zu denken und zu fühlen. Diese Art ist nicht nur anders, sondern wesentlich besser an die Erfordernisse angepaßt. Insbesondere verschmelzen kognitive und emotionale Vorgänge.
An anderer Stelle wurde bereits ein automobiles Bild gewählt, lassen Sie es mich bitte auch hier versuchen:
Es ist so, als ob ein Autofahrer plötzlich merkt, daß sein Fahrzeug bisher auf dreien statt sechs Zylindern lief, sich die Straßenlage deutlich verbessert und er wie bei einer Rallye einen Co-Piloten neben sich sitzen hat, der ihm die optimale Fahrweise für die nächsten Kurven jeweils angibt. Schließlich werden die Fahrstrecke, Fahrzeug und Fahrer eins.
Weil wir nicht wissen, daß es Erleuchtung gibt, wissen wir nicht, was uns fehlt. Weil wir uns mit Nachbarn und Norm vergleichen, schleicht sich eine Zufriedenheit ein, die verhindert, daß wir uns auf die Suche machen.
Im Bild: Wenn alle auf weniger Zylindern fahren, ist das normal. Das ist schon beruhigend. Wenn die eigenen Zylinder ein bißchen mehr Hubraum haben oder von einem Turbo-Lader angeblasen werden und dadurch das eigene Auto im oberen Teil der Norm ist, ist das sehr beruhigend.
Diese Ruhe ist aber die Ruhe eines Sedativums. Kommen wir zur Kernbotschaft. Ich sage ganz deutlich: Erleuchtung steht allen Menschen zu. Durch Vorgänge, die ich in anderen Abschnitten näher erläutere, sind wir aber in einem dunklen Zustand gefangen, der nicht nur verursacht, daß wir Erleuchtung nicht kennen, sondern sogar, daß wir sie ablehnen.
Wir sind eine entleuchtete Menschheit – es ist oben gesagt: dieser Mangel geht so tief, daß wir ihn nicht verstehen, nicht einmal wahrnehmen. Doch ich möchte auf das Recht auf Erleuchtung hinweisen – mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln.
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