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Reni

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2005 Beiträge: 172 Wohnort: Mainz
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Verfasst am: 28.06.2012, 19:12 Titel: Helmpflicht, ohne dass der Gesetzgeber was davon weiß |
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Ich soll also einen Helm tragen …. Beitrag für die Rennradfahrer, die mich dazu bringen wollen
Warum? Ich fahre doch so vorsichtig und bin nachweislich die lahmste Fahrerin bergab, wo alle HelmträgerInnen an mir vorbei zischen. Ulla sagte neulich beim Rennradtreff am Freitag zu Mia, die besser abfahren üben wollte (ohne sie anzusehen), ohne Helm sei das eh nicht drin. Also kann ich mit Helm riskanter fahren. Interessant. Ich fahre lieber so, dass ich Unfälle vermeide, statt Risiken einzugehen um dann zu versuchen, mit Helm die möglichen Folgen eines Unfalls zu mindern.
„Aber oft hilft alle Vorsicht nichts, wenn andere Fehler machen, Dich ein Auto übersieht!“ Ja, die Autos. Die haben, juristisch gesprochen, die größere Betriebsgefahr, das heißt, die stellen für mich eine größere Gefahr dar, als ich für sie. Je größer das Potential der Gefährdung anderer, desto vorsichtiger und verantwortungsbewußter soll der Fahrer handeln. Ihr macht das doch sicher auch alle so, telefoniert nie während der Autofahrt, seid ständig höchst konzentriert, fahrt auch bei Müdigkeit nicht, etwa nach Marathon RTFs.... halt, gerade das seh ich das aber oft: Leute fahren um 4:30 Uhr vom Heimatort ab nach Rockenhausen, fahren da 240 oder 303 Kilometer, steigen dann wieder ins Auto, von dem bisschen Schlafentzug und leichter Anstrengung beim radeln voll erholt, und fahren zurück nach Haus. Rennradfahrer sind vielleicht die tollsten Autofahrer, aber denen möchte ich auf meiner Rückfahrt mit dem Rad nicht begegnen.
Gerade bei dieser RTF bin ich mehrmals, teils sehr unfreundlich angesprochen worden auf „den fehlenden Helm“. Wer motzt denn bitteschön die an, die andere gefährden, übermüdet am Steuer eines SUV? Wieso soll ich mich schützen, wieso sollen nicht andere aufhören, mich zu gefährden? Und falls ich mich denn gefährde, ist das nicht meine Sache?
Ich finde es unmoralisch, die Verursacher unbehelligt zu lassen und den potentiellen Opfern vorneweg eine Mitschuld zu geben, wenn sie nicht Vorsorge treffen mit umstrittenen Mitteln.
„Der Vorbildcharakter“, ja, der muss auch noch kommen. Als ich anfing, Rennrad zu fahren, war die Helmtragequote bei geschätzten 10%. Mittlerweile sind es nahezu 100% bei Sportradlern. Früher, als ich noch jung und hübsch (naja) und (zumindest bergauf) eine Rakete war, da hätte ich vielleicht mal ein Vorbild sein können, aber nie hat jemand mich so angemacht wie heute. Ausgerechnet jetzt, wo Helmträger sich in der sicheren Mehrheit fühlen können, werden Andersdenkende mit Vorwürfen verfolgt wie nie zuvor. Denkt Ihr denn tatsächlich, dass die Jugendlichen ne alte Kuh wie mich sehen, eine die nicht mehr soo gut im Training ist, auf nem Rennrad und mit Klamotten aus den späten 1990ern, und deshalb sofort ihren Helm in die Ecke werfen und ihn nie wieder überstülpen? Meint Ihr, ausgerechnet die wollen auch so unmodisch aussehen wie ich? Oder ist der Helm doch so unbequem und lästig wie ich ihn empfinde, dass die auf ne Gelegenheit warten, ihn abzulegen?
Wovor habt Ihr Angst, wenn ich ohne Helm fahre?
Zur Schutzwirkung des Helms nur so viel: Ein Radhelm muss wegen der Hitzeentwicklung beim Sport extrem leicht und luftdurchlässig gebaut sein. Das mindert die Effektivität, geht nicht anders. Die Wirkung wird völlig überschätzt.
Das beste Mittel gegen Schäden ist, Unfälle zu vermeiden. Was ich bei Helmträgern (oft, nicht immer) sehe ist: Riskante Fahrweise an unübersichtlichen Stellen, der Psychologe nennt das Phänomen: Risikokompensation. Wenn ein Auto immer mehr Airbags und größere Knautschzonen hat, wird der Fahrer geneigt sein, schneller zu fahren als ohne: kann ja nix mehr passieren.
Bei jedem überlebten Unfall mit Helm ist der Helm der Lebensretter, bei jedem überlebten Unfall ohne Helm war es Zufall oder unverdientes Glück. Das lustigste Argument was ich je gehört habe ist: „Ohne Helm würde ich nimmer leben, der ist bei einem Unfall zerbrochen!“
1. Kann der Betroffene nun wirklich nicht wissen, ob er ohne nicht auch überlebt hätte.
2. Würde kein Autofahrer sagen: „Ohne Knautschzone hätte ich meinen Unfall nicht überlebt, das Auto ist sogar beim Aufprall zerbrochen!“
Sind solche Argumente das Ergebnis zu großer Hitzeeinwirkung am Kopf? Der Zweck eines Helms ist durch Verformung die Wucht des Aufpralls zu mindern. Viel kann sich beim Helm eh nicht verformen, aber wenn er gar bricht, ist die Gefahr, sich an den Splittern zu verletzen wohl größer als seine Schutzwirkung gegen Stöße.
Als ich vor 2 Wochen seit langem mal wieder an der Seniorenrunde des Orients teilnehmen wollte, war plötzlich eine gemischte Senioren- und Juniorenrunde daraus geworden. Macht nix, ich bin früher oft und immer gerne mit den Jungs und Mädels gefahren. Dabei hatte ich mich annehmbar sozial verhalten, glaube ich. Ich bin oft vorne gefahren, hab auch versuche, die Gruppe zusammen zu halten und bei Bedarf zu warten. Deshalb hat mich der Empfang letztes Mal enttäuscht: Ich kam mit einer Studentin, Mia, wir beide ohne Helm. Wir wurden von einigen eher kühl begrüßt und schon vor der Abfahrt mehrmals mit unfreundlichen Bemerkungen über „den fehlenden Helm“ bedacht. Der Kumpel, auf den ich zusammen mit Jimi noch gewartet habe, spricht kurz darauf hinter mir Jimi auf meine Abstinenz an. Ja, was ist denn da für ein Ton in die Gruppe gefahren? Kann man nicht in normalem, freundschaftlichem Ton miteinander reden und die direkt ansprechen, von denen man was will? Und könnt Ihr mich nicht in Ruhe lassen mit einem Plastikhut, den ich nicht aufsetzen will? Hab ich Euch ständig in den Ohren gelegen, das Autofahren zu lassen, weil durch Autoverkehr Radfahrer gefährdet werden, und nicht durch Renis ohne Helm?
Kurz und gut: Ich habe meine Gründe, keinen Helm zu tragen und Eure Methoden, mich dazu zu bringen, werden nicht fruchten. Ich finde Euer Verhalten unfair und intolerant und ich kann gar nicht sagen, wie mir die ewig gleichen Sprüche von allen Seiten zum Halse raushängen. Ich selber werde mich hüten, irgendjemandem zu sagen, ob er oder sie nen Helm tragen soll oder nicht (soviel zu der Unterstellung, ich hätte Mia zum Fahren ohne Helm ermutigt, hirnrissiger Blödsinn). Aber ich habe verstanden, dass es Toleranz in dieser Frage beim Orient nicht geben wird, und dass ich, weil ich keinen Helm trage, in der Gruppe nicht willkommen bin. Ich bedaure das sehr. Wir kommen aber sicher ohne einander aus.
Viele Grüße
Reni _________________ Im Alltag radeln ist die halbe Miete... |
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Verfasst am: 28.06.2012, 19:12 Titel: Anzeige |
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j_frank Gast
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Verfasst am: 06.07.2012, 22:25 Titel: |
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Es gibt durchaus ernst zu nehmende Studien über die Sinnhaftigkeit oder eben auch nicht eines Helms. Ich trage seit 30 Jahren einen, andere eben nicht.
http://fahrradzukunft.de/14/
Grüße
FJ |
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Jo Friedsam
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.12.2005 Beiträge: 65 Wohnort: Harxheim
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Verfasst am: 17.07.2012, 16:12 Titel: |
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Rauchen ist ungesünder als nicht Rauchen. Wer trotzdem rauchen will - bitte! Helm ist sicherer als ohne Helm. Wer trotzdem ohne fahren will - nur zu! Sobald man dann aber in einer Gruppe mitfährt, ändert sich was: Ich habe leider schon zu viele Unfälle erlebt, bei denen die Mitfahrenden erheblich mehr Stress schon alleine dadurch gehabt hätten, weil sie sich um eine/einen schwerverletzte(n) Mitfahrer/in kümmern bzw. den Rettungsdienst hätten rufen müssen, statt sich nur einen zerbrochenen Helm anzuschauen. Größer wird das Problem dann, wenn ich verantwortlicher Leiter eines Radtreffs bin und Minderjährige ohne Helm mitfahren wollen. Daher die Frage nach dem Alter Deiner Begleiterin und der Hinweis auf den Helm. Ich war nicht dabei, kann die Situation daher auch nicht wirklich beurteilen, weil sie mir nur geschildert wurde. Vielleicht nur noch die Information an Dich, dass die Fragestellerin mir gegenüber ein wenig zerknirscht zugestanden hat, dass sie nicht gerade wie eine Chefdiplomatin vorgegangen ist. Ich hege jedenfalls die Hoffnung, dass es in unserem Verein weiterhin mögllich ist, mehr oder weniger souverän über die eine oder andere kleine "Schwäche" hinwegzusehen.
Herzlichst
Jo |
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jimi
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2005 Beiträge: 109
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Verfasst am: 22.07.2012, 23:12 Titel: Helm |
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Hallo Reni,
es tut mir leid dass wir Dich verärgert und verletzt haben.
Ich war überrascht, dass Du nach der Kritik die Radgruppe verlassen hast obwohl Du doch erfahren in diesen Helm-Diskussionen bist und Dich sehr gut wehren kannst.
Nun, vielleicht ist es manchmal einfach zu viel...
In der Sache halte ich es für richtig, dass wir im Freitags-Treff
( 'Einsteiger-Treff' ) nur Jugendliche mit Helm mitfahren lassen.
Bei Radsportveranstaltungen gibt es Helmpflicht. Ein Radtraining in unserer Gruppe ist ähnlich zu sehen weil es auch durch schnelles Fahren und zusätzlich durch neue, unerfahrene Teilnehmer zu erhöhten Risiken kommt.
Auch bin ich der Meinung, dass wir Erwachsenen bemüht sein müssen ein positives Vorbild zu sein indem wir Risiken vermeiden bzw uns davor schützen.
Mit den besten Grüßen,
Jimi _________________ jimi |
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j_frank Gast
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Verfasst am: 25.08.2012, 15:11 Titel: |
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Da gibt es einen "Schal" der kann viel mehr. Aber ich glaube nicht, dass wir als Rennradfahrer die Zielgruppe sind . Da hat es letzte Woche sogar auf die online-Ausgabe einer großen deutschen Zeitung mit 4 roten Buchstaben gebracht.
http://www.hovding.com/en/how/ - invisible helmet |
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Helmträger Gast
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