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 Betreff des Beitrags: schwere Literatur für Schüler?
Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 18:20 
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Hallo,

nach der kürzlich hier im Forum vorgestellten Naturstimme mit Kindertotenliedern, hätte ich gerne eure Meinung zu dieser Art von Literatur. Sollte ein Schüler nach einiger Zeit des Unterrichts schon solche Literatur singen? Habt ihr, die ihr schon lange Unterricht habt, diese Lieder schon gesungen?

Ähnlich ist es bei der Alt-Rhapsodie von Brahms, die sehr schwermütig ist. Wann kann ein Schüler mit dieser Literatur beginnen?

Liebe Grüsse

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musika
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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 21:40 
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Keiner eine Meinung? :verdacht

:razz:

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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 21:46 
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Ich habe den Beitrag schon vor Stunden gelesen, aber da ich die Stücke leider nicht kenne, von denen hier die Rede ist, konnte ich nicht antworten :mrgreen:


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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 22:42 
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Hallo, Musika,
die Kindertotenlieder sind mir nicht allzu vertraut, aber ich bin schon der Meinung, dass von der Thematik her eine stimmtechnisch sattelfeste Interpretation angebracht sein dürfte, um das öffentlich zu singen. Es geht ja auch nicht an, dass Instrumentalisten öffentlich Stücke spielen, wenn immer noch die Gefahr besteht, dass sie sich dauernd verspielen.
Die Alt - Rhapsodie ist für meine Begriffe schlichtweg gefährlich für technisch unausgereifte Stimmen, weil dieses Stück m. E. ein robustes und durchtrainiertes Organ erfordert. Andernfalls singt man sich damit einen Wolf und entsprechend dürfte es dann auch klingen. Ich glaube, das würde ähnlich wirken wie ein zu früher Einstieg ins dramatische Fach.
Liebe Grüße, dola


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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:00 
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Ich selbst habe bei mittlerweile 13 Jahren Unterricht nie Mahler gesungen (mein GL mag ihn nicht!!) und denke, dass Anfänger weder mit der Musik noch mit dem Text etwas anfangen können. Alt-Rhapsodie hab ich gemacht, ist musikalisch schweine schwer und ich hatte damals (vor etwa 6-7 Jahren) genug mit den Tönen zu tun. HEUTE könnte ich mich auch mit dem Text zu beschäftigen. Damals war sie aber für meine stimmliche Entwicklung immens wichtig. Das sollte meiner Meinung nach auch der Ansatz sein - hält der GL es zur stimmlichen Entwicklung sinnvoll, kann man solche Literatur machen. Mein GL sagt eh, dass erst die Stimme sitzen muss, bevor man sich mit Interpretation und damit auch dem Text beschäftigen kann. Witzigerweise kommt bei Opernarien meist die (Text)Interpretation automatisch über die Musik - bei Liedern, gerade solch "kopflastigen" wie Mahler habe ich die Feststellung gemacht, dass Musik und Text manchmal sehr "gegeneinander" gehen. Und das kann einem Anfänger schon mal "das Genick brechen", vor allem, wenn der GL gleich "alles auf einmal" fordert.
LG
mezzo


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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:25 
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Für mich ist es jedenfalls noch zu früh, mich mit den genannten Stücken zu befassen - obwohl ich als Zuhörerin durchaus etwas mit Text und Musik anfangen kann.

@Mezzo: es gibt auch sehr heiteren Mahler, da lohnt sich eine Beschäftigung damit auch für Nicht-Fans! :mrgreen:


Gruss
lucicare sonne


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Neuer BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:34 
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Hallo,
ich habe die Kindertotenlieder noch nicht gesungen aber ich bin auch viele Sachen anders angegangen.
Ich habe z.B. als 18jähriger bereits "Der greise Kopf" aus der Winterreise im Musikunterricht vortragen. Das war auch der Beginn meines Unterrichts.
Ich habe vieles an Technik mit den Stücken gelernt, und konnte mir so die trockenen Übungen etwas zu versüßen.
Doch ich glaube <schwer> ist relativ und jeder geht Technik und deren Umsetzung anders an. Wenn man überlegt, wie jung Dieskau damals war, als er den Posa sang, da haben Gleichaltrige noch Übungen gesungen!
Manchmal wäre es auch interessant, mal eine Stimme zu hören, die nicht diesem Schubladendenken entspricht. Mal eine "unverbrauchte" Stimme auch in sogenannten schwereren Partien zu hören, es würde sich eine andere Stimme, ein anderer Klang zeigen, der vielleicht auch mal vom Einheitsklang abweichen würde. Viele der Profistimmen klingen in der neueren Zeit wie geklonte Stimmen, fast industriegefertigt, für einen Markt, für ein Klangempfinden produziert.

Liebe Grüße rugero

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Die Stimme, das wohl vollkommenste Instrument.


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Neuer BeitragVerfasst: 20.04.2006, 06:27 
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Lieber Rugero, wie wahr!!!!! :dafür:

Was schwere Stücke angeht, bin ich ein gebranntes Kind und viel zu früh damit bombadiert worden. allerdings habe ich durchaus auchetwas davon gelernt-es hat immer alles zwei Seiten.
Die von Musika genannten kommen für mich als Sopran natürlich nie in Frage, deshalb kann ich dazu nichts sagen.
Was Mahler angeht: da hat Lucicare ganzRecht: es gibt so viele wunderbare Sachen, dass man sich wirklich etwasnimmt, wenn man ihn kategorisch ablehnt.
Dad habe ich schon mit anderen Komponisten erlebt und bin eines Besseren belehrt worden. :schlaumeier:
Lieben Gruss Cantilene :hearts:


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Neuer BeitragVerfasst: 20.04.2006, 09:53 
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Hallo,

die von mir genannte Literatur war eigentlich nur ein Beispiel für die "Schwere" inhaltlich der Stücke, ich meine nicht musikalisch. Ob nun Mahler oder sonst ein Komponist, für einen Anfänger sind sie kaum geeignet. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie Gioachino uns von einer jungen Frau erzählte, die nie Unterricht hatte und die Kindertotenlieder im Konzert sang.

Eine Stimme muss die nötige Reife haben um diese Lieder umsetzen zu können, die Technik gehört dazu. Interpretatorisch sollte es nicht einstudiert sein, es muss aus dem Inneren kommen, aus der Seele, das kann man nicht lernen, man muss es fühlen, empfinden.

Liebe Grüsse

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musika
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Neuer BeitragVerfasst: 20.04.2006, 13:56 
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Hi, so Engelchens Senf fehlt hier noch:

Ich hab die Frage auch zweierlei verstanden: inhaltlich und musikalisch.

Musikalisch habe ich bei einer damaligen G.Lehrerin schon sehr anspruchsvolle Stücke gesungen (damals im zweiten Unterrichtsjahr aus der Johannes Passion "Ich folge dir gleichfalls") aber auch einige gehaltvolle Brahmslieder. Ich hab gedacht ich sterbe daran, bin aber daran gewachsen und fand es ein tolles Gefühl, hineinzuwachsen und zu beobachten, wie meine Stimme daran lernt und plötzlich Hürden meistern kann an Stellen, die zwei Wochen vorher noch nicht gingen.

Inhaltlich finde ich es enorm wichtig, dass der Sänger verstehen und somit auch interpretieren kann was er singt. Ich weiß auch nicht in wie weit dass von der Unterrichtszeit bzw. dem Ausbildungsstand abhängt. Bedingt sicherlich. Aber es hängt doch auch sicher davon ab, wie tiefgängig diese Person ist und wie seelisch reif. Das wäre doch die erste Vorraussetzung. Und die zweite ist, dass sie es dann natürlich stimmlich umsetzen kann.

Was ich persönlich z. B. total blöde finde, ist wenn das Weihnachtsoratorium von Kindern gesungen wird. Also das passt für mein Empfinden einfach nicht. Da fehlt mir persönlich dann einfach die seelische Reife um dieses "gewisse Gefühl" vermitteln zu können.

_________________
If there’s one thing I know it’s God does love a good joke


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Neuer BeitragVerfasst: 20.04.2006, 14:47 
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Engelchen hat geschrieben:
Inhaltlich finde ich es enorm wichtig, dass der Sänger verstehen und somit auch interpretieren kann was er singt. Ich weiß auch nicht in wie weit dass von der Unterrichtszeit bzw. dem Ausbildungsstand abhängt. Bedingt sicherlich. Aber es hängt doch auch sicher davon ab, wie tiefgängig diese Person ist und wie seelisch reif. Das wäre doch die erste Vorraussetzung. Und die zweite ist, dass sie es dann natürlich stimmlich umsetzen kann.


Das finde ich sehr richtig. Insofern ist es sicher auch ein Unterschied, ob es sich bei dem Schüler um einen unreifen Teen (oder Twen) handelt, oder um eine Person mit mehr Lebenserfahrung und bereits vorhandenem Musikverständnis. Ob man seine Vorstellungen dann umsetzten kann, ist dann wieder eine Frage der musikalischen bzw. gesangstechnischen Schwierigkeit (was wenig damit zu tun hat, ob man die No-ten singen kann).


Gruss
lucicare sonne


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