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master - 14.04.2006, 17:18
SPD-Chef Platzeck erklärt Rücktritt
„Ich mußte in den letzten Tagen die mit Sicherheit schwierigste Entscheidung meines bisherigen Lebens treffen – nämlich die, auf dringenden ärztlichen Rat den Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands niederzulegen.“

SPD-Chef Matthias Platzeck (52) hat vor dem SPD-Präsidium seinen Rücktritt erklärt. Er selbst gab das in einer Pressekonferenz bekannt.

Nach nur fünf Monaten gibt Platzeck das Amt wieder ab – aus gesundheitlichen Gründen. Er hatte vor zwölf Tagen einen Hörsturz erlitten, mußte eine Woche lang im Krankenhaus behandelt werden.

Nachfolger als SPD-Chef soll der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (57) werden. Er war bisher Platzecks erster Stellvertreter.

Platzeck, der am 15. November mit der riesigen Mehrheit von 99,4 Prozent zum SPD-Chef gewählt worden war, gab eine sehr persönliche, bewegende Erklärung ab: „Ich habe meine Kräfte im November überschätzt. Ich gehöre zu den Menschen, die etwas ganz oder gar nicht machen. Es hatte aber keinen Sinn, hier weiter gegen die Wand zu laufen.“

Platzeck gab Einblick in seine Krankheits-Geschichte: Erster Hörsturz zum Jahreswechsel, Kreislauf- und Nervenzusammenbruch im Februar, dann noch ein Hörsturz.

Seine Einsicht: „Ich habe den Ratschlägen der Ärzte seinerzeit nicht Folge geleistet.“

Die letzten Wochen waren Dauerstreß für den SPD-Chef. Neben den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt arbeitete er an einem neuen Grundsatz-Programm für die SPD. Dessen Leitsätze wollte er heute im Parteipräsidium vorstellen.

Morgen sollte Platzeck seine Amtsgeschäfte als brandenburgischer Ministerpräsident (seit Juni 2002) wieder aufnehmen. Außerdem ist er Vorsitzender der SPD Brandenburg.

Platzeck erklärte: „Ich bedaure zutiefst, daß ich übertragener und gern getragener Verantwortung nicht gerecht werden kann. Ich werde mich bemühen, meine Gesundheit wieder in Takt zu bekommen und mich dann mit ganzer Kraft dem Land Brandenburg widmen.“

Die SPD-Spitze bedauerte den Rücktritt des Parteivorsitzenden „zutiefst“, die Entscheidung habe aber den „vollen Respekt“ des Präsidiums. Kurt Beck soll Ende Mai bei einem außerordentlichen Parteitag zum Nachfolger gewählt werden.

SPD-Fraktionschef Peter Struck erklärte, daß auf die Partei jetzt „schwere Zeiten“ zukommen.

Struck: „Ich glaube schon, daß die Partei verstört, betroffen sein wird.“ Dann fügte er sehr persönliche Worte in Richtung Platzeck zu: „Ich bedauere, daß er gehen muß.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bedauerte ebenfalls den Platzeck-Rücktritt, sagte: „Uns hat die Idee geeint, daß wir Deutschland verändern. Die Zusammenarbeit hat mir Spaß gemacht.“
King - 27.04.2006, 13:32

textquelle? xD
ne,finde ich aber richtig so, das er zurück tritt
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