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aradiaschaot - 16.01.2008, 11:54
Biografie
Der englische Krimiautor trug maßgeblich zur Popularisierung der Kriminalgeschichte bei. Er wurde einer der erfolgreichsten und meistgelesenen englischsprachigen Autoren. Seine Werke verkauften sich weit über Hundertmillionen Mal. Die Krimigeschichten von Wallace sind gekennzeichnet von dem Gruseleffekt als Spannung. In 27 Jahren schrieb er über 170 Werke, die zum Teil verfilmt wurden. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem “ Der Hexer”, “Der Frosch mit der Maske” oder “Der Zinker”...







Biografie

Edgar Wallace wurde am 1. April 1875 als unehelicher Sohn eines Schauspielers unter dem Namen Richard Horatio im Londoner Stadtteil Greenwich geboren.

Edgar Wallace wurde von dem Lastträger Georg Freeman adoptiert. Er wuchs in armen Verhältnissen auf und blieb ohne Schulabschluss.

Weiter hält sich mit Gelegenheitsjobs wie Milchhändler, Maurergehilfe oder Zeitungsverkäufer über Wasser. Dann begann er selbst kleine Berichte für die Zeitung zu schreiben.

Er arbeitete sich hoch bis zum Chefredakteur. In Südafrika war er als Korrespondent über den Burenkrieg tätig. Nach London zurückgekehrt, lebte er als freier Schriftsteller und schrieb Sachbücher, Lyrik und Theaterstücke. In dieser Zeit begann er auch Krimalgeschichten zu verfassen.

Darin sollte künftige seine Stärke liegen, die ihn auch weltberühmt machte. 1904 wurde sein erster Krimi “Die vier Gerechten” veröffentlicht. Immer war Wallace auf der Suche nach einer Geldquelle. So verkaufte der pfiffige Schriftsteller später auch Rechte seiner Filme an Filmproduktionen. Insgesamt sind seine Krimiwerke als Baukastenprinzip angelegt, das sich oftmals als ein gleichbleibendes Grundmuster offenbart.

Edgar Wallace wurde der berühmteste englischsprachige Schriftsteller der Kriminalromane. Seine Kriminalgeschichten wurden in insgesamt 44 Sprachen übersetzt und mehr als Hundertmillionen Mal verkauft. In ihnen stand weniger die kriminalistische Arbeit und damit die Aufklärung des Verbrechens im Vordergrund, als vielmehr die durch den Gruseleffekt erzeugte Spannung, den “thrill”, daher auch die Bezeichnung “Thriller” für Krimis nach Edgar-Wallace-Manier.

Gerade das nebelverhangende England mit seinen alten Schlössern eignete sich bestens für die Produktion von Mord und Gruselstimmung. Seine Werke wurden so zahlreich verfilmt, dass er zu den weltweit meistverfilmten Autoren gehört.

So hat sich nicht nur eine Fangemeinde aus Lesern gebildet, sondern allein in Deutschland auch aus über 72 Millionen Kinogängern, die die Filme gesehen haben.

Namhafte deutsche Schauspieler wie Klaus-Jürgen Wussow, Klaus Kinski, Joachim Fuchsberger, Gerd Fröbe, Karin Dor, Heinz Drache, Siegried Lowitz, Rene Deltgen, Monika Peitsch, Gisela Uhlen, Eddi Arent, Wolfgang Völz oder Karin Feddersen besetzten die Rolle von Kommissaren, Opfern oder Tätern. Bereits zur Stummfilmzeit dienten die Bücher von Edgar Wallace als Filmvorlage, denn sie waren leicht für das Medium umzusetzen.

1931 wurde dann eines der berühmtesten Werke von Edgar Wallace mit dem Titel “Der Zinker” als Tonfilm umgesetzt. Mit dem 1959 gedrehten Film “Der Frosch mit der Maske” begann eine erfolgreiche Reihe in Deutschland.

Der Boom hielt an bis in die 70er Jahre, dabei entstanden 32 Filme. Die Filme “Der Rote Kreis”(1959), “Der Frosch mit der Maske” (1959) und “Die Bande des Schreckens” (1960) entstanden in Kopenhagen. Der vierte Film “Der grüne Bogenschütze” (1961) wurde dann Berlin gedreht wie alle weiteren Filme deutscher Produktion auch.

Die Verfilmungen der Krimivorlagen von Edgar Wallace entwickelten sich zur erfolgreichsten und längsten deutschen Tonfilmserie. In den deutschen Produktionen machen neben Nebel und alten Schlössern, dunkle Gänge, Geheimtüren, vermummte Gestalten oder Schiffshörner die unheimliche Stimmung aus. Raffiniert ausgeklügelte Mordinstrumente wie vergiftete Nadeln in Fingerringen oder unheimliche Tiere wie Krokodile oder Schlangen trugen zur Erhöhung der Spannung bei.

Alle Krimis zeichnen sich dadurch aus, dass insgesamt zwar Hunderte von Toten vorkommen, aber kaum harte Gewalt- oder Blutszenen. Aber immer auch gab es Szenen mit dem typisch britischen trockenen Humor, der zur Aufheiterung beitrug. Hielten sich die ersten Verfilmungen noch ganz nah an die Buchvorlage, so wurden sie später immer mehr abgeändert beziehungsweise dann eigene Drehbücher dazu geschrieben. Mittlerweile sind die Verfilmungen von Edgar Wallaces Büchern längst Kult-Filme geworden.

Neben Krimis schuf Edgar Wallace auch Gedichte, Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Filmdrehbücher. Mit einer Vielzahl von Romanen, 40 Theaterstücken, zahllosen Zeitungsbeiträgen, Kritiken und Kurzgeschichten gilt Edgar Wallace als Vielschreiber. Fast 170 seiner Werke wurden verfilmt. In über 25 Produktionen führte er selbst Regie.

1932 ging er nach Hollywood, um Drehbücher zu schreiben. Die Uraufführung des Treatment von “King Kong und die weiße Frau” (1933) in den USA erlebte er nicht mehr. Gegen Ende seines Lebens war Wallace durch seine Spielleidenschaft hoch verschuldet.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem “Der Rächer”, “Die Bande des Schreckens”, “Die toten Augen von London”, “Das Geheimnis der gelben Narzissen”, “Der Fälscher von London”, “Die seltsame Gräfin”, “Das Rätsel der roten Orchidee”, “Die Tür mit den sieben Schlössern”, “Das Gasthaus an der Themse”, “Der Fluch der gelben Schlange”, “Der schwarze Abt”, “Das indische Tuch”, “Zimmer 13”, “Die Gruft mit dem Rätselschloß”, “Das Verrätertor”, “Neues vom Hexer”, “Der unheimliche Mönch” oder “Das Rätsel des silbernen Dreiecks”.

Edgar Wallace starb am 10. Februar 1932 in Hollywood.
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