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tomtom - 09.01.2008, 00:56
Nun auch scharfes Rauchverbot in der Türkei
Nun auch scharfes Rauchverbot in der Türkei


Die Türkei zieht Europa im Feldzug gegen das Rauchen an öffentlichen Orten nach. Nun hat das türkische Parlament einem Gesetz zugestimmt, das das Rauchen in Restaurants, Bars und anderen öffentlich zugänglichen Gebäuden verbietet. Das Gesetz wird allerdings erst in 4 Monaten nach Zustimmung des Präsidenten Abdullah Gül in Kraft treten.

Restaurants und Lokale wird dem Gesetz zufolge eine Übergangsfrist von 1,5 Jahren zugebilligt, innerhalb derer sie sich auf die neuen Bestimmungen vorbereiten können. Doch insgesamt soll das Rauchen in allen Arbeitsstätten, Schulen, öffentlichen Ämtern, Taxis, Einkaufszentren, Sportstadien und Krankenhäusern verboten werden. In Hotels, Altersheimen und Gefängnissen werden getrennte Raucherräume eingerichtet werden.



Geldstrafen für Personen, die das Rauchverbot mißachten, sind mit ca. 30 Euro glimpflich zu nennen. Härter werden private Einrichtungen bestraft, die das Verbot nicht beachten; sie müssen tiefer in die Tasche greifen und bis zu 2.900 Euro bezahlen. Noch härter wird es Unternehmen an den Kragen gehen, die für Tabakprodukte werben oder solche umsonst oder verbilligt abgeben: Ihnen drohen Geldstrafen von bis zu 145.000 Euro.



Türkeireisende wissen es aus eigener Anschauung: In der Türkei wird viel geraucht. Schätzungen zufolge rauchen 60 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen. Diese werden dazu nun weniger Gelegenheit haben – sollten die neuen Vorschriften wirklich strikt umgesetzt werden, was in der Türkei nicht immer so recht zu gelingen scheint. Eines ist jedoch sicher: Durch jahrelange Aufklärungsarbeit hat sich auch in der Türkei das Bewußtsein weiter durchgesetzt, daß man seine Mitbürger nicht ungehemmt einnebeln darf.

Quelle.tourexpi
ege - 09.01.2008, 18:11

Hallo Chefin,
erstmal herzlich willkommen zurück - auch, wenn du fremdgegangen bist! Und schon wieder soooooooooo fleißig!!! o . k .

Ich bin mal gespannt, wie sich das Rauchverbot hier durchsetzen lässt, kann es mir fast nicht vorstellen, dass die Türken mitspielen

KG, ege
tomtom - 09.01.2008, 18:51

Hallo ege


vielen Dank :) ich komm ja bald "nach Hause " :lol:


Jaja die Raucher .....................mir kann es ja egal sein denn ich rauche nicht o . k . aber das man in der Türkei ein absolutes Rauchverbot durchführen kann wage ich zu bezweifeln n e in n e in


Ich bin mal gespannt


lg tomtom
tomtom - 11.01.2008, 14:30
Auch die Türkei hat ein Rauchverbot auf den Weg gebracht
Zigaretten aus in Cafés und Restaurants .

Auch die Türkei hat ein Rauchverbot auf den Weg gebracht. Es könnte bereits in vier Monaten in Kraft treten. Das Gesetz wird den Glimmstengel aus Restaurants und Cafés gänzlich verbannen.

Die Zigarette im Mundwinkel gehört für viele Türken zum Alltag, doch auch in der Türkei wird es jetzt eng für Raucher. Der fünftgrößte Tabakproduzent der Welt, eine der letzten Raucher-Bastionen Europas, hat mit vielen anderen Industriestaaten gleichgezogen und ein striktes Rauchverbot in Bars und Restaurants erlassen. Doch während die Umsetzung eines solchen Verbots in Frankreich, Italien und vielen deutschen Bundesländern ganz gut klappt, dürfte es in der Türkei schwierig werden. In kaum einem anderen Land wird so viel geraucht wie hier, 60 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen greifen zur Zigarette.

Am 3. Januar hatte das türkische Parlament ein Gesetz abgenickt, das den Glimmstengel von Verwaltungsgebäuden, vom Arbeitsplatz und von öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Restaurants und Cafés verbannt. Gaststätten wurde eine anderthalbjährige Übergangszeit eingeräumt. Das Gesetz muss noch von Präsident Abdullah Gül unterzeichnet werden, es kann dann vier Monate später in Kraft treten.

"Ich bin ein moderner Raucher. Natürlich werde ich die neue Regelung respektieren, denn Tabak ist schädlich", sagt der 22-jährige Murat mitten in einem verqualmten Lokal im Zentrum Ankaras. "Aber ich mache das nur ungern, denn im Winter ist es ziemlich kalt in Ankara, und es wird schwierig sein, draußen vor einem Restaurant eine Zigarette zu rauchen."




http://www.medical-tribune.de/patienten/news/21916/
tomtom - 18.01.2008, 10:54
Wenn fromme Regierungsmacher ein Rauchverbot machen….
Wenn fromme Regierungsmacher ein Rauchverbot machen….



Nur noch 18 Monate! Dann sollen die Lungen der Türken genauso gesund pumpen, wie die ihrer Mitmenschen in europäischen Ländern. Warum nicht ab sofort oder zumindest in zwei oder drei Monaten? Soll der Vorspann etwa besonderen landesweiten Rauchentwöhnungskampagnen gewidmet sein? Keine Spur! Wer auch nur ein bisschen mit den Abrakadabrakünsten der Politikszene vertraut ist, käme erst gar nicht auf den Gedanken, derlei zu fragen. In ca. 14 Monaten finden nämlich in der Türkei Kommunalwahlen statt. Würde man das Rauchen vorher verbieten, könnte statt des Zigarettenrauchs womöglich zuviel Sauerstoff in die Gehirnzellen der Türken aufsteigen, was wiederum dazu führen könnte, dass der eine oder andere Mensch es sich mit seiner Wahlstimme anders überlegt. Schließlich hat der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan mit der wahrlich nur ihm so eigenen Ernsthaftigkeit in Stimme wie Mimik den Seinigen verordnet, dass er alle Provinzen erobert sehen möchte.

Kaum hatte die Nation die ersten Lichtstrahlen des neuen Jahres huldvoll erblickt, schon ereiferten sich emsige Regierungsvertreter, sich dem europäischen Modetrend mit dem Kampf gegen das Rauchen anzuschließen. Ein umfassendes Rauchverbotsgesetz wurde verabschiedet, das just nach den Kommunalwahlen im nächsten Jahr in Kraft treten soll. Hüben wie drüben ist das Argument ein gleiches: Rauchen gefährdet die Gesundheit.

Das ist wohl wahr. Und trotzdem, das Rauchverbot einzig mit der kostbaren Gesundheit des Menschenlebens zu rechtfertigen, klingt im vorliegenden Kontext reichlich unglaubwürdig, um nicht verlogen zu sagen. Als ob die Armut, die Mangelernährung, die Arbeitslosigkeit, die Umweltverschmutzung, die Verdreckung der Seen und Flüsse, der Lärm und die Abgase der Autos, die …… und der…. und das…., mit deren Nöten Tausende von Türken bestens und übergebühr vertraut sind, nicht ebenso sehr gesundheitsschädlich wären, und als ob die Herren türkischen Parlamentarier (die Frauen sind im Parlament so dürftig vertreten, dass es nur eine Höflichkeitsfloskel wäre, ihrer mit zu gedenken) ihrer Sorgen auch nur annähernd angenommen hätten, bleibt jetzt einzig das Rauchen als gesundheitsschändendes Ungeheuer übrig, dem der Kampf beschieden sein soll. Und welch ein Kampf: Künftig soll nirgends mehr Zigarettenrauch aufsteigen, weder in Restaurants noch Bars oder Cafes, einschließlich der Dorf- und Kiezcafes, die im Türkischen „Kahvehane“ genannt sind und in der Landeskultur einen besonderen kommunikativen Stellenwert haben. Genau genommen übertrifft die Spannweite des anstehenden Rauchverbots sogar die Regelungen in einigen westlichen Ländern, wo zumindest hier und dort abgetrennte Ecken für Raucher vorgesehen sind, wo sie sich nach Herzenslust weiter verräuchern dürfen. Und selbst da, wo es keine Raucherecken gibt bzw. geben wird, wie z.B. in Italien, ging dem Verbot immerhin ein mehrjähriger Prozess voraus, der mitunter dazu diente, die Autokontrolle innerhalb der Bevölkerung zu fördern.

Nun aber kommt die Pointe: Zwei Orte sollen vom umfassenden Rauchverbot ausgenommen sein. Der eine davon sind offene Plätze von Krankenhäusern, damit Menschen, deren Nahestehende schwerkrank oder gar tot sind, ihren Kummer ausrauchen können. Der andere Ort sind die Höfe von Moscheen. In seiner ersten Fassung umfasste das Rauchverbot auch diese heiligen Stätten. Doch manche der frommen Regierungshüter waren der Auffassung, dass diese Maßnahme dazu führen könnte, die Menschen von der Religion zu entwöhnen. Per Antrag wurde dieser gruseligen Vorstellung ein Ende gemacht. Wenn es um Religion geht, hört es offenbar auf mit dem spaßigen Gedöns um die Gesundheit.

Man muss nicht mit den Segnungen eines Propheten ausgestattet sein, um sich auszumalen, was passieren wird, wenn das Rauchverbot der frommen Männer in nicht allzu ferner Zukunft in Kraft treten wird. So Gott will, und es gibt einstweilen keinen Grund, warum der Allmächtige seine Laune ändern sollte, wird die regierende Partei in zwischenzeitlich einen triumphalen Wahlsieg bei den Kommunalwahlen errungen haben. Als Wahlbestechung – pardon als Ausdruck sozialer Fürsorge freilich hatten sie bei der vorausgegangen Wahl tonnenweise Brennkohle und Proviant an die Bevölkerung verteilt. Wer weiß, vielleicht verteilen sie dieses Mal auch Säckeweise Zigaretten, damit man sie auf Moscheehöfen mit einem frommen Segensspruch auf die nicht minder frommen Regierungsväter anzünde. Wie dem auch sei, um ein mehrfaches aufgeplustert vom Rausch ihres Wahlsieges werden die Hüter der Kommunen möglicherweise besonders energisch – selbstverständlich nur im Namen der Gesundheit – ihren heiligen Angriff gegen den Zigarettendunst ansteuern. Man erinnere sich nur an die Projekte mit den Alkoholbannmeilen, die sogenannten „roten Strassen“, wo es darum ging, in zahlreichen Städten, einschließlich der Tourismuszentren wie Istanbul, Antalya und Marmaris, den Alkoholausschank aus den Stadtzentren in irgendwelche JWDs zu verbannen. Im Geiste den Gesundheitsterror und seine Schikanen ausmalend, wird ein nicht unerheblicher Teil der Kneipen- und Kaffeegänger womöglich erst gar nicht den Kneipen- und Kaffeegang antreten. Es ist sodann durchaus denkbar, dass so manche der Vergnügungsstätten, wo die Türken, in der einen Hand die Zigarette, in der anderen den Rakiglas haltend, ihren kommunikativen Fähigkeiten freien Lauf verschaffen konnten, eine nach der anderen der gähnenden Leere erliegen wird. Manch ein leidenschaftlicher Raucher würde freiwillig zeitlebens am Stil eines Besens nuckeln, als sich je wieder einen Zigarettenstengel in den Mund zu stecken, wenn er bloß glauben könnte, dass es eben nicht genau das ist, was die frommen Regierungshüter anpeilen, wenn sie in Windeseile ein Rauchverbotsgesetz austüfteln.



http://www.istanbulpost.net/08/01/03/perihan.htm
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