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BZF
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Betreff des Beitrags: Charité-Zahnkliniken Verfasst: 12.12.2007, 07:19 |
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Registriert: 01.03.2006, 20:18 Beiträge: 1013
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Charité sorgt erneut für Ärger
Zahnkliniken der Uni-Klinik haben 1,5 Millionen Euro nicht mit den Krankenkassen abgerechnet
Die beiden Zahnkliniken der Charité haben ein Jahr lang keine Rechnungen an die gesetzlichen Krankenkassen für die Behandlung von etwa 20 000 Patienten geschickt. Das geht aus einem Schreiben des Zahnärztlichen Abrechnungsforums (ZAF) vom November hervor, das an den Charité-Klinikumsdirektor Behrend Behrends gerichtet ist und dieser Zeitung vorliegt. Demnach drohen der Charité in diesem Jahr etwa 1,5 Millionen Euro Einnahmeverluste. Nach Angaben von Charité-Sprecherin Kerstin Endele ist der Betrag sogar noch höher. "Bei der noch ausstehenden Summe handelt es sich um zirka zwei Millionen Euro", sagt Endele.
Es geht um die Behandlung von Patienten, denen in den Charité-Zahnkliniken Nord (Wedding) und Süd (Wilmersdorf) vom 1. Januar bis zum 1. November 2007 von den Zahnmedizinern beispielsweise Kronen, Brücken oder Füllungen eingesetzt wurden.
Das ZAF hat die zahnärztlichen Leistungen in den Charité-Zahn-Ambulanzen zwar erfasst, aber der Charité ist es offenkundig nicht gelungen, abzurechnen.
Die ZAF-Geschäftsführerin Brigitte Weigmann vermutet dafür zwei Gründe: Die Uni-Klinik habe mit den Kassen keine Verträge über die zahnmedizinischen Leistungen abgeschlossen, zum anderen verfüge die Charité nicht über die notwendige Software.
Charité wollte sparen
Der Hintergrund der Entwicklung: Seit dem 1. Januar 2003 müssen die Charité-Zahnkliniken - so wollte es der Gesetzgeber - ihre Rechnungen direkt mit den Krankenkassen begleichen. Bis zu dem Zeitpunkt hatten die Zahn-Kliniken ihre Leistungen vom Zahnärztlichen Abrechnungsforum (ZAF) registrieren und die Rechnungen für die Krankenkassen von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin (KZV) aufbereiten lassen. Die KZV schickte die Datenträger an die Krankenkassen und kassierte für die Charité das Geld. Für diese Arbeit berechnete die KZV Verwaltungskosten. Weil die Charité nicht von einem Tag auf den anderen die komplizierten Zahnrechnungen allein für die Kassen aufbereiten konnte, nahm sie die Hilfe der KZV weiterhin bis 2006 in Anspruch. Für diese Dienstleistung musste die Charité an die KZV ein Honorar von 2,5 Prozent der jährlichen Gesamtrechnung von etwa zwei Millionen Euro entrichten.
Dieses Geld wollte die Charité nun offenbar sparen und kündigte den Vertrag mit der KZV. Seit dem 1. Januar 2007 ist sie selbst für die Zahn-Abrechnungen verantwortlich. Seitdem hat die Charité den Kassen keine Rechnung mehr für zahnmedizinische Leistungen zukommen lassen, obwohl ihr das Geld zusteht.
In dem ZAF-Schreiben heißt es: "Selbstverständlich ist es kostengünstiger, dies selbst durch die Charité vorzunehmen. Die tägliche Praxis zeigt jedoch, dass die Charité wohl gegenwärtig dazu nicht in der Lage ist." Weigmann geht davon aus, dass die Charité bis zum Ende dieses Jahres keine Zahnarztrechnungen an die Krankenkassen schicken und entsprechend auch keine Einnahmen für die erbrachten Leistungen erhalten wird.
Das sieht die Charité allerdings anders. Charité-Sprecherin Kerstin Endele rechnet damit, dass die Charité "noch in diesem Jahr mit der Abrechnung" starten werde. Endele geht auch davon aus, dass der Charité "aufgrund der Verzögerung definitiv keinerlei finanzielle Verluste" entstünden.
Dagegen wertet Weigmann das Agieren der Charité als "wirtschaftlich riskant" und "imageschädigend". Zahnärzte der Charité schlagen derweil die Hände über dem Kopf zusammen.
Wütende Zahnärzte
"Mir stehen die Haare zu Berge", sagt ein Zahnmediziner, der namentlich nicht genannt werden möchte. Es sei unvorstellbar, dass die Charité nicht in der Lage ist, eine entsprechende Software vorzuhalten, um zahnmedizinische Rechnungen an die Krankenkassen zu schicken. "Die Zahnärzte sind stinksauer", sagt der Arzt. Jeder ambulant tätige Zahnarzt, der sich so sorglos verhielte, wäre längst pleite, weiß der Mediziner.
Nach Angaben der Berliner AOK-Sprecherin Gabriele Rähse soll die Rechnungslegung der Charité für 2007 nach jetzigem Verhandlungsstand bis Ablauf des Jahres erfolgen.
Derzeit verhandelt die Charité mit den Krankenkassen über die Vergütung der zahnmedizinischen Hochschulambulanzen. Auch die AOK-Sprecherin geht davon aus, dass die Vereinbarung noch dieses Jahr geschlossen werden kann.
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BZF
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 16.04.2008, 11:50 |
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Registriert: 01.03.2006, 20:18 Beiträge: 1013
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Zahnbehandlung Charité schlampt mit Rechnungen
Noch immer stellen die Zahnkliniken der Berliner Charité keine Rechnungen an die gesetzlichen Krankenkassen. Der Rechnungshof kritisiert: Durch verspätete Abrechnungen ist der Uni-Klinik bereits ein Schaden von 300.000 Euro entstanden, ein weiterer Verlust von 1,5 Millionen Euro droht. Schuld sind fehlende Verträge und mangelnde Software.
Noch immer stellen die beiden Zahnkliniken der Berliner Universitätsklinik Charité keine Rechnungen an die gesetzlichen Krankenkassen für die Behandlung von Zahnpatienten. Das Abrechnungsproblem besteht jetzt seit mittlerweile 16 Monaten. Die Charité hatte bereits vergangenes Jahr für die Zahnkliniken Nord in Wedding und Süd in Wilmersdorf keine Rechnungen für Kronen, Brücken oder Füllungen bei etwa 20.000 gesetzlich versicherten Patienten an die Krankenkassen geschickt.
Demnach drohten der Charité allein für 2007 bei weiteren Verzögerungen etwa 1,5 Millionen Euro Einnahmeverluste. Nach Angaben von Charité-Sprecherin Kerstin Endele war der Betrag für 2007 sogar noch höher. „Bei der noch ausstehenden Summe handelt es sich um etwa zwei Millionen Euro“, sagte Endele im Dezember vergangenen Jahres. Ursache dafür sind offenbar zwei Gründe: Der Charité fehlt die entsprechende Software, und es wurden keine Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen.
Bis jetzt konnte die Angelegenheit offenbar nicht gelöst werden. „Die Verhandlungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Christian Jacob, Vizepressesprecher der Berliner AOK, diese Woche. Selbst wenn die Krankenkassen die zahnärztlichen Leistungen noch komplett bezahlen sollten, so könnten der Charité nach Expertenmeinung Zinsverluste für die vergangenen 16 Monate entstanden sein.
Zu den nicht verschickten Rechnungen der beiden Charité-Zahnkliniken sagt der neue Klinikumsdirektor der Charité, Matthias Scheller: „Wir sind auf einem guten Weg. Ein großer Teil der ausstehenden Beträge ist inzwischen in Rechnung gestellt. Durch die noch offenen Rechnungen entsteht der Charité aber keinerlei Verlust, alle Fristen sind gewahrt.“
Doch nicht nur bei den Abrechnungen der Zahnkliniken hat die Universitätsklinik offenbar Schwierigkeiten. Wie aus einer internen Prüfungsmitteilung des Berliner Rechnungshofs an die Charité hervorgeht, die dieser Zeitung vorliegt, rügen die Kontrolleure das Abrechnungsverhalten der Charité bei den Hochschulambulanzen.
Demnach hat die Charité für das Jahr 2006 die Leistungen ihrer Hochschulambulanzen nicht im selben Jahr bei den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet. Die Abrechnung begann nach Kenntnis der Prüfer erst ab dem 26. März 2007 für das Jahr 2006. Durch die verspätete Rechnungslegung seien der Charité Zinsverluste in Höhe von 300.000 Euro allein für das Jahr 2006 entstanden, rechnen die Kontrolleure vor. „Inwieweit sich weitere Zinsverluste auch für den Abrechnungszeitraum 2007 ergeben haben, war während unserer Prüfung noch offen“, heißt es im internen Bericht.
Zudem kritisieren die Kontrolleure des Landesrechnungshofes, dass die Charité ihre verspätete Rechnungslegung für Leistungen der Hochschulambulanzen gegenüber den Krankenkassen in ihrem Jahresabschluss 2006 nicht erwähnt habe.
"Da es sich hier um einen wirtschaftlich bedeutenden Vorfall handelt, hätte er im Jahresabschluss erwähnt werden müssen“, monieren die Prüfer. Sie forderten die Charité auf, dazu Stellung zu beziehen.
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BZF
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 16.04.2008, 15:26 |
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Registriert: 01.03.2006, 20:18 Beiträge: 1013
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Neues aus der Charité - nicht nur Erfreuliches.
Die Charité, das größte Universitätsklinikum Europas mit vier Hauptstandorten, stand in den letzten Monaten nicht nur einmal in den Schlagzeilen der Presse, allerdings waren die Anlässe nicht nur positiv.
...
Auch der Landesrechnungshof ist wohl eingeschaltet worden. Im Dezember brachte dann die „Morgenpost“ auf der Titelseite (!!) den Vorwurf, dass das CCS = Charité Centrum 3 = Centrum für Zahnmedizin, also die Zahnkliniken, seit 01.01.2007 keine Kassenabrechnung mehr gemacht hätte und so ein Schaden von 2 Millionen Euro entstanden wäre. Auch zu diesem Vorwurf einige Erläuterungen.
Durch eine Gesetzesänderung wurden alle Universitätszahnklinika in Deutschland (nicht nur die Berlin) gezwungen, die fast überall üblichen Pauschalabrechnungsverfahren zu beenden und wie alle Praxen auch, gegenüber den Kostenträgern (oder KZVen) einzeln abzurechnen.
Für Berlin eigentlich problemlos, weil auf die Initiative von Prof. Dr. Kielbassa die Kliniken in Berlin bereits seit einigen Jahren die Pauschalabrechnung verlassen hatten und seither mit Hilfe einer gewerblichen Abrechnungsfirma gegenüber der KZV Berlin auch eine Einzelabrechnung durchführten. (Übrigens brachte dies eine Mehreinnahme von ca. 1 Million und das bei angeblich weniger Patienten).
Die Morgenpost bezog sich nun auf einen Brief der Leiterin der für die Zahnkliniken tätigen gewerblichen Abrechnungsfirma (ZAF = zahnärztliches Abrechnungs-Forum) an das damalige und unterdessen ausgeschiedene Vorstandmitglied der Charité Dr. B. Behrends.
Nach diesem Brief habe die Charité bereits zum 01.01.2006 den Vertrag mit der KZV Berlin gekündigt und zum 01.01.2007 auch die Verträge mit den Krankenkassen. Laut diesem Brief besäße die Charité jedoch kein Modul, um die aufgearbeiteten Abrechnungsdaten an die Krankenkassen weitergeben zu können und zusätzlich gäbe es auch keine neuen Verträge mit den Krankenkassen. Demzufolge hätte die Charité bis dato keine einzige Kassenabrechnung durchführen können und deshalb einen Einnahmeausfall von eben ca. 2 Millionen Euro gehabt.
Zu mindest wurde darauf hin von Seiten der Charité nicht dementiert, dass es kein Abrechnungsmodul gäbe und auch keine Verträge mit den Kassen.
Für mich ist nicht klar, inwieweit solche Kassenverträge (und das wären Einzelverträge, was für die meisten Niedergelassenen eigentlich ein Gräuel sei müsste) auch für eine zurückliegende Zeit abgeschlossen werden können (und wenn, wie lang) und wann es der Charité gelingt, ein einsatzfähiges Modul zu beschaffen.
Auch wenn die ausstehenden Gelder prinzipiell noch einbringbar sind (was zu hoffen ist), jeder der ein bisschen was von Zahnmedizin versteht, weis, welcher Schaden in jedem Fall bleibt. Da sind zum einen die Rechnungen für die zahnärztlichen Labore, die die Charité ja auf jeden Fall zeitnah bezahlen (besser vorstrecken) müsste und die nun bisher nicht über die Kassenerstattung refinanziert wurden.
Da bleibt natürlich ein deutlicher Zinsverlust. Zum anderen gibt es aber den Zinsverlust über die ganze nicht abgerechnete und daher nicht eingegangene Summe und dieser Zinsverlust ist doppelt so hoch. Leider erscheinen in diesem Fall, anders als wie bei der Heliosangelegenheit, die in der Zeitung berichteten Fakten klar zu sein.
Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.
Florian C. Sachs
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