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LonelyGuy - 10.12.2007, 23:19
AB-Zustand nur vergangener Zustand
In den letzten Wochen habe ich wieder mal verstärkt über mein AB-Dasein nachgedacht. Anstatt an diesem Zustand zu verzweifeln, verlief das Nachdenken allerdings recht konstruktiv. Dabei ist mir unter anderem klar geworden, dass sich mein AB-Zustand eigentlich nur auf die Vergangenheit bezieht und sich genau genommen nicht mit meinem gegenwärtigen Ich befasst.
Sicher, per Definition bin ich AB, keine Frage. Allerdings sehe ich es mehr und mehr als Hindernis für meine persönliche Entwicklung, wenn ich mir diesen Stempel selbst auf die Stirn setze.
Warum bin ich immer noch AB? Diese Frage hat sich bestimmt jeder hier schon öfter gestellt. Ich glaube, ich habe für mich die Antwort gefunden.
Anfangs (ca. 14-17Jahre) war ich „AB“, weil ich es für „uncool“ hielt, sich mit Frauen zu befassen. Feiern, Gitarre spielen, harte Musik hören, trinken – da passte es für mich nicht rein, Gefühle zu zeigen. Es wäre schon fast ein Zeichen von „Schwäche“ gewesen.
Dann (ca. 18-23Jahre) war ich AB, weil ich kaum Wert darauf legte, wie ich wirkte. Mein Äußeres war mir egal und ich fing an, über meinen AB-Zustand rumzujammern. Meine Selbstzweifel nahmen immer mehr überhand und das sah man mir auch mehr und mehr an.
Jetzt (ca. 24 Jahre bis heute) bin ich AB, weil ich AB bin. Ich habe diesen Zustand so sehr verinnerlicht, dass ich glaubte, ich könnte nichts anderes (also Ex-AB oder Normalo) sein.
Und hier liegt der Hund begraben. Ich habe mich in den letzten 5 Jahren wirklich verändert. Ich treibe Sport und achte auf mein Äußeres. Ich habe meine negative Denkweise durch eine positivere ersetzt – und bin in der Vergangenheit nur in eine negative Denkweise verfallen, wenn ich mich zu sehr über meinen AB-Zustand definiert habe. Betrachte ich die letzten 5 Jahre, muss ich eigentlich kein AB mehr sein. Ich bin ein „Normalo, der (durch seinen AB-Zustand ausgebremst) zu passiv war“.
Deswegen will ich versuchen, mich in Zukunft mit meinem gegenwärtigen Ich zu befassen und nicht drüber nachzudenken, wie ich früher war. Ich muss mit dem AB-Zustand abschließen – er beschreibt einfach nicht den gegenwärtigen Zustand.
Catecaen - 11.12.2007, 00:29
Solche Anläufe habe ich bei mir auch schon festgestellt. Nach dem Motto, egal was in der Vergangenheit passiert ist, meine Zukunft kann ich selbst gestalten, von vorne beginnen, mit neuen Karten spielen. Auch ich habe mich im Gegensatz zu früher verändert, achte ebenfalls mehr auf mein Äußeres, kleide mich stilvoller (hat mich alles früher ebenfalls so gut wie nicht interessiert), treibe Kraft- und Konditionssport, bin auch selbstbewußter und lockerer im Umgang mit Mädels geworden - und dennoch immer noch AB.
Das Problem ist, irgendwann kommt der nächste Rückschlag, und dahin sind die guten Vorsätze und die Hoffnungen auf Besserung. Weil es - zumindest bei mir - eben nicht einfach mit teureren Klamotten getan ist. Es gibt Leute die null auf ihr Äußeres achten und dennoch Freundinnen haben. Ich glaube bei vielen ABs lässt es sich nicht darauf reduzieren, sondern hat mit Charaktereigenschaften und Ausstrahlung zu tun. Und die legt man nunmal nicht so einfach ab wie nen schlechten Haarschnitt oder lumpige Jeans.
So habe ich es bei mir festgestellt. Ich wünsche dir mehr Glück, halt uns auf dem Laufenden.
Ganta - 11.12.2007, 00:48
Hallo LonelyGuy!
Da kann ich Dir nur Glück wünschen auf deinem Weg. Eine sinnvolle Idee wäre vielleicht die AB-Foren eine ganze Zeit lang zu vermeiden, da man hier auch immer wieder mit neg. Mustern u.ä. konfrontiert wird, die man selbst vielleicht schon überwunden hat. Meine entscheidende Ent-ABisierung habe ich auch ohne das damalige Forum gemacht.
LonelyGuy - 11.12.2007, 07:06
Ganta hat folgendes geschrieben: Eine sinnvolle Idee wäre vielleicht die AB-Foren eine ganze Zeit lang zu vermeiden...
Darüber denke ich auch momentan nach...und ich werde es glaube auch mal wieder versuchen. :wink:
LonelyGuy - 11.12.2007, 07:12
Catecaen hat folgendes geschrieben:
Weil es - zumindest bei mir - eben nicht einfach mit teureren Klamotten getan ist. Es gibt Leute die null auf ihr Äußeres achten und dennoch Freundinnen haben. Ich glaube bei vielen ABs lässt es sich nicht darauf reduzieren, sondern hat mit Charaktereigenschaften und Ausstrahlung zu tun.
Es ist ja nicht nur so, dass ich mich in den letzten Jahren nur äußerlich verändert habe. Ich bin schon selbstbewusster geworden. Jedenfalls in allen Bereichen, die nichts mit dem AB-Dasein zu tun haben. Ich kann Vorträge über berufliche Themen halten, weiß, was ich sportl. erreichen kann, etc. Wenn es darum geht, eine Frau anzusprechen, bin ich allerdings immer wieder viel zu gehemmt - eben weil ich über die Vergangenheit nachdenke und da hatte ich bei Frauen bisher nur wenig Erfolg. Mein Ziel ist es, dass ich eben nicht mehr darüber nachdenke, was war und dran glaube, dass ich es schaffen kann, so wie ich JETZT bin.
So weit jedenfalls die Theorie :wink:
stephangunnar - 11.12.2007, 20:08
Zitat: Wenn es darum geht, eine Frau anzusprechen, bin ich allerdings immer wieder viel zu gehemmt - eben weil ich über die Vergangenheit nachdenke und da hatte ich bei Frauen bisher nur wenig Erfolg. Mein Ziel ist es, dass ich eben nicht mehr darüber nachdenke, was war und dran glaube, dass ich es schaffen kann, so wie ich JETZT bin.
Ich glaube, ich sollte mir mal an Dir ein Beispiel nehmen :). Ich war als Jugendlicher viel lockerer und entspannter bei dem Thema Liebe und Beziehungen, hatte mehrere Freundinnen bis ich 19 Jahre alt war. Aber danach ... nichts mehr :-(. Und das hat mich auch mit den Jahren viel gehemmter und unsicherer gemacht, was natürlich auch zu negativen Erfahrungen führte. Und bei mein letztes Date, wenn man es so nennen will, war eine Katastrophe. Ich habe sehr viel geredet, auch sehr viel sinnloses, obwohl ich so viel sinnvolles sagen wollte. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen. Aber ich muß es so schaffen wie ich JETZT bin, aber natürlich will ich mich auch verändern, zum positiven :-).
taabahati - 11.12.2007, 20:47
Als ich meinen ersten Freund kennen lernte und mit ihm vier Jahre zusammen war, freute ich mich riesig auf meine "Freiheit" : Ich dachte, ich hätte es geschafft - endlich "normal"!!! ... Aber bald holte mich mein So-Sein wieder ein. Ich hatte die gleichen Schwierigkeiten, wie zuvor. Meine Unberührbarkeits-Fassade zog sich aufs Neue hoch ...
Ich akzeptiere jetzt einfach, dass ich bin wie ich bin und dadurch fällt es mir leichter, mich nach und nach zu verändern - ich habe nichts mehr zu verlieren, nur noch zu gewinnen ... naja ein bischen Angst habe ich immer noch vor Zurückweisungen, aber sie bringen mich ja auch nicht gleich um ... allerdings drei Jahre habe ich gebraucht, um mich von der letzten zu erholen
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