Ich nehme mir mal aus den Beispielen einige raus, welche ich persönlich kenne.
Ich bin wie ich eben bin
Jaaa, und das ist verdammt gut so. Und ich bleibe auch, wie ich bin, wenn ich mal was anders mache und so weiter. Aber ich bin trotzdem in gewisser Hinsicht so und so, also sei es zurückhaltend oder merkwürdig oder oder. Mit dem Satz habe ich kein Problem, ich verwende das nicht um gegen eigene Anstrengungen zu mauern oder wie auch immer.
Leute wollen nicht angesprochen werden/ sind froh, wenn man sie in Ruhe lässt
In der Warteschlange, im Bus, in der Bahn sind die Leute mit Nachdenken beschäftigt und wollen nicht gestört werden
Das kann man schwer generalisieren, ebensowenig kann man da eine Mehrheit ausmachen. Mal spreche ich Menschen an (was zwar selten ist), mal nicht. Dabei spielen solche Sätze aber keine Rolle, die kommen nur denn, wenn ich Leute ansprechen will um einfach sozial zu sein, es mir also vorgenommen habe. Dann kommen solche Gedanken und dann sohl eben auch als ablenkende, ergrübelte Ausreden, Rationalisierungen.
In Discos, auf Konzerte etc. gehen die Leute wegen der Atmosphäre bzw. Musik. Daher störe ich sie nur, wenn ich einfach so ein Gespräch anfange
Das hat natürlich was plausibles. A priori gehen die meisten in der Tat zu etwas, wegen einer bestimmten Ursache. Nur der Schluss, also dass Kontaktaufnahme daher störend sei, das ist falsch. Es bedeutet ja auch, am kulturellen Leben teil zu nehmen. Es wird etwas geboten, worüber man reden kann. Diskussionsbedarf zwängt sich gerade zu auf.
Bei Diskotheken oder Kneipen ist dies zwar nicht unbedingt der Fall, aber es ist hier sogar Tatsache, dass viele Menschen ausgehen, um Menschen kennenzulernen. Das ist natürlich schwer für Schüchterne, vor allem geschlossene Gruppen sind ein Problem.
Aber gut, ich zu meinem Teil gehe recht häufig alleine aus. Mich selber würde es kaum stören, angesprochen zu werden, im Gegenteil, es sei denn, ich bin nur aus um mich vernünftig zu betrinken. Aber sonst, was hätte ich nicht für schöne Erlebnisse, wenn ich mich Gedanken, dass Kontaktaufnahme störend wäre.
„Ich muss erst Tanzen können, ne eigene Wohnung haben und Geld verdienen, bevor das mit den Frauen was werden kann“
Habe ich alles durchexzerziert. Hat nichts gebracht. Sind aber nette Gedanken um Vorbehalte zu haben

Meiner ist zur Zeit: "Ich muss erst aufgehört haben zu rauchen und auch endlich nicht mehr in einer WG wohnen".
„Frauen wollen, wenn sie in einer Beziehung leben, nicht von anderen Männern angesprochen, begehrt oder verführt werden“
Ob das wahr ist, ist mir eigentlich gleich, weil Frauen, die das (schlussendlich meine ich nur das verführt werden) wollten mich nicht interessieren würden. Ich bin jedenfalls der Meinung, Frauen sollten das nicht wollen. Aber ich kann es ihnen nicht verbieten.
„Eine Frau muss erst in mich verliebt sein, bevor sie etwas von mir will“
Ja klar. Ich mein hallo, wie denn sonst, alles andere wäre doch Nonsens! naja so habe ich mal gedacht.
Also im Prinzip wäre das schön. Da ich mittlerweile mitbekommen hat, dass das Spiel kaum eine so spielt, ist das nicht mehr zwingend für mich, sie kann sich ja immer noch in mich verlieben, das sollte sie dann aber bitte auch.
„Wenn ich das mit den Frauen geregelt habe, dann bin ich glücklich“
So, der liegt mir am Herzen: JA!!! Ich kann es echt nicht mehr hören. "Unerfahrenheit ist ein Symptom..." oder "Du darfst dein Glück nicht von anderen, insbesondere Frauen abhängig machen", "erst musst du mit Dir selbst im reinen sein". Bla bla bla, so ein Humbug Wer sowas sagt, meint es sicher gut hat aber gar nichts kapiert. Solcher Rat gehört in die Kategorie Sprüche. Es ist doch so, Mensch X, AB, melancholisch, allein, selbstmitleidig (oder welcher AB auch immer) hat trotzdem Spaß und Freude an Teilen des Lebens. Ihm fehlt eine Frau. Deswegen ist er _insgesamt_ unglücklich. Die Perspektive ist doch gemeint. Und dann kommen solche Sch*achköpfe und fordern "Sei trotzdem insgesamt glücklich!". Die kriegen von mir nen metaphorischen Kopfschuss...