iphpbb - Forenarchiv: Archivbeitrag des Forums Sternenreich.de.hm
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Sharith - 19.03.2008, 22:04
The World in a Cage (P16)
So...ich hatte vorhin kurz mit Fe gesprochen und sie meinte, ich kann die Geschichte ruhig hier on stellen, Beschwerden darüber also bitte an sie *lach
Das wird ne ziemlich lange Sache. Ich hab bisher 9 Kapitel und rund 22.000 Wörter und es ist kein Ende in Sicht XD
Mir liegt ziemlich viel an der Story und ich würde mich freuen, wenn ihr den ein oder anderen Kommentar für mich übrig hättet ^^
Achja: Zero wird NICHT englisch ausgesprochen. Das 'e' wird wie im Deutschen ausgesprochen. Danke XD
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Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 1/x
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirkliche geschehen.
Comment: Das erste Kapitel...ist schlecht XD ich mag den Anfang absolut nicht, aber glaubt mir, es wird besser ^^°


The World in a Cage
01. [System]


Es klopfte.
Immer wieder.
//Lass mich schlafen, bitte, nur noch ein bisschen. Ich war fast die ganze Nacht auf und mir tut jeder Knochen im Körper weh. Lass mich einfach schlafen…//
Doch das Klopfen hörte nicht auf. Im Gegenteil, es wurde noch fordernder, jetzt wo es auch noch von einer Stimme unterstützt wurde.
„ZERO! Mach auf verdammt!“ Er zuckte zusammen.
//Nein!…Lass mich in Ruhe, ich will nicht. Ich hab’ das Gefühl, dass mein Kopf gleich platzt...//
Er quälte sich trotz seiner Gedanken aus dem Bett, das selbst nach der kurzen Zeit, die er heute darin verbracht hatte, vollkommen zerwühlt war.
Er wusste, dass er keine andere Wahl hatte, wollte er nicht noch mehr Ärger riskieren. Langsam wankte er in Richtung Tür.
//Ich hoffe sehr, dass er nicht so wütend ist, wie er klingt.//
Vorsichtig sperrte er auf und ließ ihn in die kleine Wohnung. Der Andere sagte nichts, sondern packte ihn hart an den Schultern und drückte seinen Körper scheinbar ohne große Mühe gegen die Wand.
„Geht doch!“ Er nahm seine groben Hände von ihm und Zero musste aufpassen, dass er nicht zu Boden stürzte. Der Schmächtigere rieb sich seine zitternden Schultern. Die vergangene Nacht hatte sichtbare Spuren hinterlassen.
Dann folgte er dem Anderen in die Küche, wo dieser sich mittlerweile auf einem Stuhl niedergelassen hatte.
„Wo ist das Geld?“ Seine Stimme war ruhiger als vorhin. Zero nickte nur kurz und ging in sein Schlafzimmer. Als er wiederkam, drückte er ihm einen dicken Umschlag in die Hand. Er öffnete ihn und zog eines der Bündel von 10.000 Yen Scheinen hervor. Zufrieden nickend sah er den Jüngeren an.
„Dich kann sich wirklich nicht jeder leisten...und bei dem Trinkgeld...“
Zeros Herz krampfte sich bei diesen Worten zusammen, äußerlich zeigte er jedoch keinerlei Regung.
//Er spricht wie über einen Gegenstand, den man kaufen kann...Und er hat Recht, das wissen wir beide...Wer die richtigen Leute kennt und genug Geld hat, kann mich kaufen…//
Mit ausdruckslosen Augen sah er dem Anderen nach, als der aufstand und mit einem knappen „Bis heute Abend!“ seine Wohnung wieder verließ.
Zero hatte sich abgewöhnt, Gefühle zu zeigen oder überhaupt welche zu haben. Dann würde er nur noch schneller kaputt gehen als so schon, das wusste er.
Er schleppte sich wieder in sein Schlafzimmer und vergrub sich in seinem Bett, dem einzigen Ort, der ihm etwas Schutz bot, an dem er sich nicht so ausgeliefert vorkam wie auf der Straße. Eigentlich ironisch, wenn man bedachte, dass er einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Arbeitszeit eben in Betten verbrachte. Auch wenn diese meist um einiges luxuriöser waren als sein einfacher Futon.
Er schloss die Augen und versuchte alle Gedanken zu verdrängen, die er hatte, bis er allmählich eine willkommene Leere in seinem Kopf spürte und wieder in einen unruhigen Schlaf fiel.

~~~~~
5 Stunden später raffte er sich abermals von seinem Bett auf und taumelte ins Bad
//...jämmerlich...//
Er betrachtete sein Ebenbild im Spiegel.
Vorsichtig, mit kalten Fingerspitzen, fuhr er sich über seinen Oberkörper. Es schmerzte, als er die roten Striemen berührte, die sich darüber zogen.
//Ich bin mir nicht sicher, ob es schon einmal so schlimm war. Aber was soll's...Dieser Typ hat schließlich bezahlt und mehr interessiert keinen...//
Er stieg in die Dusche und versuchte sich ein wenig zu entspannen, als das warme Wasser seinen Körper überspülte. Von dem Schmutz auf seiner Seele konnte es nichts entfernen, aber auch damit hatte er zu leben gelernt. Schließlich drehte er das Wasser wieder ab und ging zu seinem Kleiderschrank.
Korsett, Hotpants, Netzstrümpfe mit Strapsen und schwarze Lackoverknees.
Seine normale Arbeitskleidung.
Nachdem auch das Make-up aufgelegt war, konnte man ihn wieder halbwegs ansehen.
//Was würden ich und alle, die genauso einen beschissenen Job haben wie ich, wohl ohne Make-up machen…//
Er zog seinen schwarzen Ledermantel an und schmiegte sich an das schwere Material.
Es würde die letzte halbe Stunde sein, in der sein Mantel ihm noch etwas Schutz geben konnte. Er fuhr sich noch einmal mit den Händen durch seine langen schwarzen Zöpfe und verließ dann langsam seine Wohnung.
Er hasste den Weg zu seiner „Arbeit“.
Seit inzwischen viereinhalb Jahren – seit er 17 war – war er gezwungen, das zu machen und trotzdem drehte sich ihm dabei jeden Abend aufs Neue beinahe der Magen um. Er konnte nicht einmal verhindern, dass sich jedes Mal in seinem Kopf Szenen abspielten, die ihm zeigten, was heute wohl passieren könnte.
Er hatte sich mit seinem Leben zwar weitgehend abgefunden, dieses Gefühl, diese Abscheu, jedoch ließ sich einfach nicht unterdrücken.
Als er in der U-Bahn saß, starrte er aus dem Fenster.
Durch das Spiegelbild in der Scheibe sah er, dass es alles normale Leute waren, die mit ihm fuhren. Keiner von ihnen sah so aus, als ob er das nötige Kleingeld hätte, um Eintritt ins „Grudge“ zu bekommen. Plötzlich fühlte er eine Hand auf seinem Arm und zuckte zusammen. Er drehte sich um und sah in das Gesicht eines älteren Mannes, der sich neben ihn gesetzt hatte und ihm nun einen wohlwollenden Blick zuwarf.
„Schauen Sie doch nicht so traurig drein, junge Frau. Ein Lächeln würde Ihnen sicher besser stehen.“ Er wollte etwas erwidern, doch in dem Moment stand der Mann auf, nickte ihm noch einmal zu und verließ dann den Zug.
Zero starrte ihm stumm hinterher, schüttelte dann leicht den Kopf.
Woher sollte der Mann auch wissen, dass sein Gegenüber keine Frau war, sondern ein Mann, der feminin aussah und seit Jahren gezwungen wurde, als Stricher die Spielschulden seines Vaters abzuarbeiten…
Denn genau das war der Fall, seit man ihm am Tag der Beerdigung seiner Mutter, die bei einem Autounfall gestorben war, mitgeteilt hatte, dass er von nun an im „Grudge“ würde arbeiten müssen.
Der Kontakt zu seinem Vater war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon seit mehreren Jahren abgerissen, da sich sein werter Erzeuger irgendwann einfach aus dem Spaß gemacht hatte.

Einige Minuten später kam der Zug bei seiner Haltestelle an und der junge Mann stieg aus, um anschließend langsam in Richtung seines Arbeitsplatzes zu gehen. Als er schließlich ankam, führte ihn sein Weg durch den Hintereingang bis zu dem Raum, in dem sich die Angestellten vor Dienstbeginn aufhalten und zurechtmachen konnten.
Das „Grudge“ war nicht einfach ein Bordell. Es war vielmehr ein Club, in dem die Reichen dieser Stadt feiern konnten. Und wenn ihnen danach war und sie über das nötige Bargeld verfügten, konnten sie sich einen der jungen Männer oder eine der Frauen aussuchen, die hier – mehr oder weniger freiwillig – arbeiteten, und sich für einige Zeit mit ihnen vergnügen.
Zero nickte ein paar seiner Kollegen zu, bevor er sich auf einen Stuhl fallen ließ. Fast unmerklich verzog er sein Gesicht. Sein gesamter Körper schmerzte immer noch.
Durch einen der Spiegel hindurch wanderte sein Blick durch den Raum, bis er schließlich an einer seiner jungen Kolleginnen hängen blieb. Sie war ziemlich übel zugerichtet worden. Das diese Verletzungen nicht von einem Freier stammten, war jedem hier klar. Auch wenn sie alle hier für ihren Chef nur Ware waren, so achteten ihre „Aufpasser“ doch darauf, dass sie nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, denn das war schließlich schlecht fürs Geschäft.
Er wollte das junge Mädchen gerade ansprechen, als Maya den Raum betrat.
Diese Frau flößte ihm immer wieder Respekt ein. Sie müsste mittlerweile Mitte Dreißig sein und war vermutlich die, die am längsten hier arbeitete. Und sie hatte genauso sicher schon mehr Scheiße erlebt als die meisten anderen zusammen. Weshalb sie hier war, wusste keiner so genau, denn an einem Ort wie diesem pflegte niemand Freundschaften oder etwas ähnliches zu anderen. Sie alle wussten, dass sich das nicht lohnte. Nicht für sie.
Maya ging auf das Mädchen zu und redete beruhigend auf es ein. Dann öffnete sie eine Dose mit Körper-Make-up und begann vorsichtig, die Kratzer und blauen Flecken auf den Armen und dem Oberkörper der jungen Frau zu überschminken.
Zero seufzte leise, während er sich eine Kippe anzündete.
//Wirklich schade um das Mädchen…als sie hier ankam war sie eine wahre Schönheit...//
Zero war so in seine Gedanken versunken, dass er nicht bemerkt hatte, wie Maya neben ihn getreten war. Erst als sie ihn leicht an der Schulter rüttelte blickte er zu ihr auf.
„Mh?“
„Zeig mal deinen Oberkörper.“ Zero nickte und stand auf. Er entledigte sich schweren Herzens seines Mantels und zog vorsichtig sein Korsett aus. Maya betrachtete den zierlichen Körper vor sich mit zusammengezogenen Augenbrauen.
„Der hat dich aber auch ganz schön zugerichtet gestern…“ Der junge Mann zuckte nur mit den Schultern.
„Was soll’s schon…mittlerweile bin ich’s gewohnt…“ murmelte er und zog noch einmal an seiner Zigarette, bevor er sie im Aschenbecher erstickte. Was konnte er schließlich dafür, wenn einer seiner Stammfreier auf SM-Spiele stand und dazu am liebsten ihn nahm? Unterdessen hatte Maya damit begonnen, auch seinen Oberkörper sorgfältig zu überschminken, genau so wie sie es zuvor mit dem jungen Mädchen getan hatte.
„Wir bekommen heute einen Neuzugang…“, bemerkte sie nach einer Weile ohne Zusammenhang. Zero sah sie erstaunt an. Das geschah wahrlich nicht oft.
„Ein Junge…gerade mal 18, glaube ich…“
Sie schüttelte den Kopf. Zero wusste, dass, auch wenn sie sich mit ihrem Schicksal hier abgefunden hatte, ihr jeder, der neu hierher kam, Leid tat.
„Weswegen kommt er her?“, fragte Zero tonlos. Doch Maya zuckte nur kurz mit den Schultern.
„Keine Ahnung…Karyu wusste auch nichts Näheres…“ Sie betrachtete noch einmal Zeros Oberkörper und bedeutete ihm dann, sich wieder anzuziehen. Sie sammelte ihre Sachen zusammen bevor sie sich nochmals an Zero wandte.
„Du hast Glück. Ich konnte es heute so drehen, dass du hier im Club Dienst hast. Bar und so weiter, kennst du ja. Dann musst du heute nicht raus.“ Zero sah sie einen Moment verwirrt an, nickte dann jedoch dankbar. Maya wandte sich zum gehen, hielt aber nochmals an der Tür inne.
„Ach und Zero?“
„Hm?“
„Du solltest mehr essen. Du hast wahnsinnig abgenommen in letzter Zeit.“
Zero zuckte mit den Schultern.
„Hab halt ’n anstrengenden Job…“, murrte er sarkastisch. Maya verdrehte die Augen und verschwand dann endgültig. Zero setzte sich wieder und verbrachte die restliche Zeit bis Dienstbeginn in dem kleinen Raum damit, auf die Tischplatte vor sich zu starren.
Er dachte darüber nach, wie lange er nun nichts mehr gegessen hatte.
Waren es drei Tage? Oder vier? Langsam schüttelte er den Kopf.
//Spielt ja doch keine Rolle…//
Er versank weiter in seine Gedankenwelt und vernichtete dabei noch einige weitere Zigaretten, bis ihn Geräusche auf dem Gang aufschrecken ließen. Kurz darauf wurde die Tür aufgestoßen und Karyu trat ein, einen zierlichen Jungen mit sich ziehend. Alle, die sich hier im Raum befanden, starrten den Jungen an. Er zitterte am ganzen Körper und schien gänzlich aufgelöst zu sein.
Gerade wollte Karyu von neuem beginnen, dem Jungen eine Standpauke zu halten, als sich die Tür ein weiteres Mal öffnete und Maya wieder den Raum betrat. Sie sah Karyu mit einem wütenden Blick an und bedeutete ihm mit einer Geste, sich vom Acker zu machen. Eigentlich hatte sie, wie alle anderen auch, nichts zu sagen. Aber da sie bereits länger als der Bodyguard hier arbeitete, verschwand er einige Augenblicke später aus dem Raum. Maya zog den Jungen neben sich auf einen Stuhl und versuchte ihn zu beruhigen.
Die meisten anderen hatten ihre Blicke längst wieder abgewendet. Eigentlich interessierte es keinen, was mit einem der Anderen war. Jeder hatte genug damit zu tun, selbst über die Runden zu kommen. Nach einer Weile hatte der Junge sich wieder halbwegs beruhigt und Maya stand auf. Ihr Blick traf den Zeros, als sie sich zum Gehen wandte.
„Kannst du noch ein bisschen auf ihn achten?“ Zero sah sie erstaunt an.
„Wieso? Er geht mich nichts an.“ Maya schüttelte den Kopf.
„Er wird nachher mit dir zusammen im Barbereich arbeiten. Willst du, dass du wegen diesem Nervenwrack weniger Geld bekommst?“ Zero seufzte.
//Na super…als ob ich nicht genug zu tun hätte. Jetzt muss ich mich auch mit diesem Balg rumärgern…//
Er nickte ergeben und schlenderte die wenigen Schritte hinüber zu seinem neuen Kollegen um sich auf den Stuhl neben ihm fallen zu lassen. Der Jüngere sah ihn schüchtern an. Er wirkte wie ein verängstigtes, kleines Tier. So, wie er da saß, erinnerte er Zero unweigerlich an das berühmte Kaninchen vor der Schlange.
„Wie heißt du?“ Zeros Stimme klang gleichgültig wie immer.
„…Tsukasa…“ Ein Nicken von Seiten Zeros.
„Ok. Dann hör zu, Tsukasa. Keiner von uns hier macht diesen verdammten Job gern. Ich weiß nicht warum du hier gelandet bist, und um ehrlich zu sein, es interessiert mich auch herzlich wenig…“ Der Jüngere zuckte bei diesen harten Worten zusammen, hörte aber trotzdem weiter zu. „…und alle anderen interessiert es auch nicht. Gewöhn dich dran. Auch wenn Maya sich jetzt um dich gekümmert hat, spätestens in ein paar Wochen musst du allein klarkommen. Dieser Job ist scheiße, das weiß jeder hier. Aber wir müssen das halt durchziehen. Eine Wahl haben wir so oder so nicht. Keiner hier.“ Zero lehnte sich vor und strich dem verängstigten Jungen ein paar Tränen aus dem Gesicht. Sein eigenes Gesicht jedoch zeigte keine Regung.
„Versuch einfach, stark zu sein und dich abzuschotten von dem, was passiert. Noch kannst du hier drinnen im Club arbeiten. Aber irgendwann musst du genauso raus wie alle anderen auch. Davor kann dich niemand schützen.“
Zero erhob sich und betrachtete sich noch einmal im Spiegel. Dank des Makeups war er wirklich wieder ansehnlich.
„Jetzt komm, ich muss dir noch alles zeigen.“
Der Junge nickte schüchtern und erhob sich ebenfalls. Als er sich einen letzten prüfenden Blick im Spiegel zuwarf seufzte Zero innerlich. Es war schade um diesen Jungen. Er war so zart und würde es hier vermutlich nicht lange aushalten ohne kaputt zu gehen.
Aber so war das Leben.
Ferach - 19.03.2008, 22:19

ja, beschwerden an den mod der deswegen doch nicht mitarbeiter des monats werden wird XD *lach* nene^^
aber so mit hinweis ist okay :)

und was du immer gegen das erste kappi hast OO ich liebe zero ja jetzt scho XD (den ich automatisch richtig ausgesprochen habe.. warum auch immer o.o') obwohl.. *tsukasa anblinzel* wai ^.^ so niedlich *poke*
und diesen stil eh *sabba* meehr XD
Sharith - 19.03.2008, 22:44

Zero is auch...irgendwie lustig.
Ok, falsches Wort, aber zwischendrin, wenn er seine sarkastischen Phasen hat macht es SPaß ihn zu schreiben. Mein Lieblingschara is allerdings Kana, die ja später noch auftaucht. Die is einfach so herrlich schräg XD

Ich mag den Anfang einfach nich. Es klingt so jämmerlich alles XD

Mehr gibs später *hust*
Delphy StarDragon - 20.03.2008, 20:15

ich ziehe meinen hut vor denen, die über dieses thema schreiben können. das ist eines, was mir gar nicht über die finger rutschen mag bzw klingt das dann dementsprechend... blöd.
interessantes thema hast du hier aufgegriffen. ich würde vielleicht nur noch mal im titel ein fsk 16 oder dergleichen vermerken, damit das gleich ins auge springt. könnt ich jetzt zwar auch editieren, aber ich vergreif mich nicht gern an fremden posts, wenn es anders zu regeln geht *g*
ich kenne bisher zwar nur dieses kapitel hier, aber wenn du meinst, dass das nicht gelungen ist, dann möchte ich nur zu gern die anderen lesen. ich mag ja das erste kapitel bereits.
mir tut zero irgendwie leid, wie er in diese szene reingerutscht ist.

ich hab noch 2 kleine fehlerchen beim lesen entdeckt. die sind deinem beta wahrscheinlich entgangen. ich leg's nicht drauf an, fehler zu suchen, aber die sprangen mir einfach ins auge:
1) Maya betrachtete den zierlichen Körper vor sich mir zusammengezogenen Augenbrauen.
mir = mit?
2) Aber da sie bereits länger als der Bodyguard hier war arbeitete, verschwand er einige Augenblicke später aus dem Raum.
'war' oder 'arbeitete'? eins davon ist zuviel.
Sharith - 20.03.2008, 20:53

Ich weiß ehrlich gesagt nich, wie ich damals darauf gekommen bin, über dieses Thema schreiben zu wollen...der Anfang is ja schon...Sommer 2006 entstanden...aber es hat mich gereizt.
Ich muss allerdings sagen, dass ich weder in sexueller noch in gewalttätiger Hinsicht wirklich explizite Szenen schreiben werde. Das würde meiner Meinung nach nich dazu passen.
Den Titel kann ich noch editieren, das is kein Problem.

Danke für das Fehlerfinden *lach*
Bei den Textmengen, die ich meiner Beta zumute kann da schon mal was übersehen werden, vor allem da ich dieses Kapitel schon wahnsinnig oft überarbeitet und umgeschrieben habe XD
Ferach - 20.03.2008, 21:47

mich reizte es ja auch schon lang. deswegen die eine szene im roman mit murin^^
nachdem ich aber das hier von klein sharith gesehen habe, kam es mir wir nachgemache vor XD aber es schreiben schon ein paar so .)
mja, ich finde das passt auch nicht in eine solche story, wenn man sie wirklich ernst nimmt. sicher, da sind so sachen bei, wo manche den ort nur nutzen, um nen porno zu 'schreiben'. aber wenn man wirklich über das mileu und die probleme schreiben will, dann denke ich, macht das auch keiner exzessiv. natürlich muss es mit rein, weil es sonst schönmalerei wäre.
aus dem grunde finde ich deinen spagat wirklich gut getroffen, den du hier machst ^^
Sharith - 25.03.2008, 18:57

Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 2/x
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirkliche geschehen.
Comment: So, Kapitel 2...es wird ein bisschen besser vom Schreiben her, aber schlechter für Zero. Ich hoffe ihr könnt einiges ab, der Junge hat's in der Story nich leicht.
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2. Tainted World
(beschmutzte Welt)

„Könntest du BITTE endlich damit aufhören, mir hinterher zu laufen?!“ Wütend drehte Zero sich um und funkelte den Jüngeren an.
„A-aber…“
„Nichts aber!“ Zero raufte sich die Haare.
Eine geschlagene Stunde ging das jetzt schon so. Anfangs war es ja ganz ok, dass Tsukasa ihn begleitete, wenn er die Gäste bediente, da Zero ihn so vorstellen konnte, aber so langsam nervte ihn das gewaltig. Nicht zuletzt deswegen, weil er so sein Trinkgeld mit dem Kleinen teilen musste.
Der Schwarzhaarige atmete einmal tief durch. Er musste ruhig bleiben.
„Ok…hör zu…“ Tsukasa sah ihn fragend an. „Ich weiß…dass das heute nicht einfach für dich ist…weil es dein erster Tag ist. Aber falls du nicht mit mir oder einem der anderen, Bodyguards inklusive, richtig Ärger bekommen willst…dann hör auf ständig hinter mir her zu rennen!“ Resignierend seufzte der Jüngere. Er blickte Zero an und wirkte noch immer ziemlich verängstigt, woraufhin sich auch der Ältere ein Seufzen entrang.
//Meine Güte…bin ich hier im Kindergarten...?//
„Ok…wir machen das anders…“, murrte er leise, ehe er wieder so laut fortfuhr, dass Tsukasa ihn auch über die laute Musik hinweg verstehen konnte. „Wehe du versaust das jetzt, dann werd ich dich höchstpersönlich umbringen…langsam und qualvoll…“
Seine Blicke sprachen Bände, als Zero den Jüngeren an der Schulter griff und vor sich her durch den vollen Club schob.
Um sie herum tobte das Nachtleben im „Grudge“. Die Bässe vibrierten durch ihre Körper, doch Zero hatte sich, wie die meisten anderen auch, angewöhnt die Musik einfach zu ignorieren. Er dirigierte Tsukasa an der vollen Tanzfläche vorbei bis zu einer der Sitzecken, wo er schon eher am Abend eine seiner Stammkundinnen ausgemacht hatte. Mit einem seichten Lächeln auf den vollen Lippen begrüßte er sie und gab ihr den Handkuss, auf den sie bestand, seit sie sich kannten. Sie nickte ihm lächelnd zu und betrachtete dann Tsukasa. Mehr als interessiert.
Dann wandte sie ihre Blicke fragend an Zero.
„Das ist Tsukasa, ein Neuzugang…Ich dachte, er gefällt dir vielleicht Kana.“ Die Frau um die Dreißig nickte.
„Ja…tut er…“ Sie streckte die Hand aus und zog den leicht verdatterten Tsukasa zwischen sich und ihre Begleiterinnen auf die weich gepolsterte Bank. Der Blick des Jüngeren irrte umher bis er schließlich wieder bei Zero hängen blieb. Der zuckte nur mit den Schultern und ging dann zurück an die Bar um zu arbeiten.
Dort wurde er auch schon von Karyu erwartet.
„Wo warst du?“
„Weg…“
„Und wo ist der Kleine?“
„Bei Kana…“ Karyu zog eine Augenbraue in die Höhe.
„Bei der?“
„Was dagegen?“, zischte Zero genervt.
Er persönlich hatte Karyu noch nie wirklich leiden können. Zero war nicht der Mensch, der anderen überhaupt so etwas wie Gefühle entgegenbrachte, doch gegenüber Karyu konnte er eine offensichtliche Antipathie nicht unterdrücken. Er war zwar einer der verträglicheren ihrer Aufpasser, aber Zero mochte seine oft sehr kalte und distanzierte Art nicht.
Vielleicht auch nur, weil sie sich so ähnlich waren.
„…denn bringen?“
Zero schüttelte den Kopf, als Zeichen, dass er nichts verstanden hatte. Nicht gerade feinfühlig packte Karyu Zero am Arm, um ihn in den Lagerraum hinter der Bar zu ziehen, in dem die Kühlschränke für die Getränke standen. Wütend riss Zero sich los. Seine Augen zu schmalen Schlitzen verengt blitze er Karyu an.
„Was soll das?“ Seine Stimme glich mehr einem Fauchen.
„Könnte ich dich auch fragen. Wie kannst du diesen Neuling bei Kana lassen? Die frisst ihn doch!“ Wieder zuckte Zero nur mit den Schultern.
„Und? Das ist weder meine Sache noch deine. Er muss lernen hier klarzukommen und er hat mich genervt. Außerdem was soll das? Bei ihr ist er in „guten Händen“…wortwörtlich…“ Karyu starrte ihn nur an. Er schien etwas sagen zu wollen, aber gleichzeitig nicht die richtigen Worte dafür zu finden. Zero legte den Kopf schief und wartete.
„Wa-has?“ Die Stimme des Schwarzhaarigen klang mehr als genervt.
„Das kannst du doch nicht machen!“
„Siehst du doch…“ Langsam ging es ihm echt zu weit.
„Mann, der Kleine ist noch Jungfrau!“
„Und das, obwohl DU ihn hergebracht hast? Ich bin erstaunt…wirst auch nicht jünger was?“, zickte Zero zurück, merkte jedoch, kaum dass er seinen Satz beendet hatte, dass er dieses Mal zu weit gegangen war. Er konnte sich gerade noch ducken und so verhindern, dass die Hand, die nun mit voller Wucht einen der Kühlschränke traf, Bekanntschaft mit seinem Gesicht machte. Er hob den Kopf und blickte in Karyus vor Wut weißes Gesicht. Fest blickte er sein älteres Gegenüber an, als er aufstand. Karyu wusste genau worauf er angespielt hatte.
„Man könnte glatt meinen, du wärst eifersüchtig auf Kana, Karyu-kun…“, meinte Zero noch herablassend, als er sich umwandte, um wieder hinter die Bar zu gehen.
„Halt die Klappe, du Hure.“ Äußerlich keine Reaktion zeigend, innerlich jedoch heftig zusammenzuckend, ging Zero zurück zu seinem Arbeitsplatz.
Ihn verletzten diese Worte auch jetzt noch.
Und Karyu wusste das.
Er kannte ihn schließlich seit er hier war.

Kaum stand er wieder auf seinem Posten hinter der Bar, kam auch schon eine erfreut lächelnde Kana auf ihn zu. Sie ließ sich auf einem der Barhocker nieder. Ohne zu zögern schob Zero ihr eine Bloody Mary entgegen. Nach fast 2 Jahren, in denen sie seine Freierin war, wusste er, was sie mochte. Sie nickte ihm zu.
„Süß der Kleine.“, meinte sie, als sie einen Schluck getrunken hatte. Zero nickte nur.
„Wo habt ihr den her?“ Diesmal ein Schulterzucken. Kana wandte sich um und spähte durch den Raum. Zeros dunkle Augen folgten ihrem Blick. In der Sitzecke saßen Tsukasa und die Begleiterinnen Kanas und schienen sich zu unterhalten.
„Er ist ziemlich schüchtern…“ Wieder nickte Zero, denn gerade war der Jüngere rot angelaufen und sah beschämt zu Boden.
„Solang er dir gefällt…“, erhob nun Zero seine Stimme und sah sie an. Die ältere Frau drehte sich wieder zu ihm um. Sie streckte leicht eine Hand aus und umfasste Zeros Kinn.
„Ja tut er…aber natürlich niemals so, dass er dich ersetzten könnte, Zero…“ Sie beugte sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Ihre Augen blitzten belustigt, denn sie wusste sehr wohl, dass Zero das nicht besonders mochte. Sie griff nach ihrem Glas, erhob sich und mit einem weiteren Lächeln war sie in der tanzenden Menge verschwunden.
Unwillkürlich atmete der Schwarzhaarige durch.

Einige Stunden später, gegen 3 Uhr morgens, machte sich Zero auf den Heimweg. Er war froh, dass er heute zeitig angefangen hatte, sodass jemand anderes den Dienst bis in den Morgen hinein übernahm. Müde trottete er durch die Straßen. Er taumelte kurz und blieb einen Moment lang stehen.
„Scheiße…“ Er griff sich an die Schläfe. Vielleicht hätte er doch eher aufhören sollen. Diese Trinkspiele waren nichts für ihn. Aber Kana hatte ihn nun mal dabeihaben wollen. Also was hatte er anderes tun sollen?
Er ging einige Schritte weiter und stützte sich an einer Wand ab.
//Durchatmen…ruhig atmen Zero…//
Er schloss einen Moment die Augen. Versuchte das Gleichgewicht zu behalten.
//Scheiß Tequila…//
Zero stieß sich leicht von der Mauer ab, geriet aber wieder ins Wanken.
„Kana…du sadistische Kuh…“ Er versuchte, klare Sicht zu bekommen.
Warum sie ihn aber auch immer zu so was treiben musste. Zero war sich bewusst, dass die Frau ihn mochte, aber dennoch machte sie sich zu gern einen Spaß daraus, die Tatsache, dass er nicht viel Alkohol vertrug, auszunutzen. Sie fand das sehr unterhaltsam.
Zero war da allerdings, besonders wegen dem unheimlichen Kater, den er jedes Mal bekam, anderer Meinung. Das Problem war, dass er nicht das Recht hatte, gegen irgendetwas Widerspruch einzulegen, wenn sie für seine Dienste bezahlt hatte.
Er fluchte leise vor sich hin, während er weiter seinen Weg nach Hause suchte. Als er etwas hinter sich hörte, blieb er stehen und drehte sich blitzartig um. Trotz seines Alkoholpegels und den Plateaus konnte er sich noch auf den Beinen halten, die Frage war allerdings, wie lange noch.
Er sah, dass ihm jemand entgegenkam. Ein ungutes Gefühl machte sich in seinem Inneren breit. Schnell drehte er sich wieder um und setzte seinen Weg fort. Die Schritte hinter ihm wurden schneller und kamen immer näher. Der Schwarzhaarige versuchte, seine Schritte ebenfalls zu beschleunigen, was ihm aber so nicht wirklich gelang. Verzweifelt begann er zu rennen. Die Schritte hinter ihm passten sich seinen an. Er wandte den Kopf und sah nach hinten. Durch die schnelle Bewegung überfiel ihn eine weitere Welle der Übelkeit, so dass er seine Schritte verlangsamen musste.
Dieser Moment reichte seinem Verfolger, um ihn an der Schulter zu packen und ihn zu Boden zu ziehen.
Für einen Moment spürte Zero nichts. Dann den harten, unebenen Boden unter seinem Rücken und, zu seinem Entsetzen, einen schweren Körper auf dem seinen. Er blickte nach oben.
„Du bist ziemlich unvorsichtig…“, meinte eine Stimme eindeutig zu nahe an seinem Ohr. Zero versuchte, die Gestalt von sich zu drücken, doch sein Gegenüber hielt seine ohnehin vom Alkohol geschwächten Arme fest und drückte sie auf die Erde. Äußerlich unbewegt betrachtete Zero den Typen, der da auf ihm saß. Er war erstaunlich jung, vielleicht 19 oder 20 Jahre alt, aber mit Sicherheit kräftiger als Zero selbst.
Was allerdings auch nicht wirklich eine Kunst war.
Dennoch sagte Zero kein Wort, sondern versuchte nur den Anderen von sich zu drücken. Er hörte Gelächter und blickte auf. Um sie herum standen noch vier oder fünf andere junge Männer. Zero spürte einen Finger, der nicht allzu sanft über seine Wange strich. Schnell drehte er den Kopf und biss aus Reflex zu. Eine Sekunde lang betrachtete ihn sein Gegenüber mit schmerzverzerrtem Gesicht. Dann holte er aus und gab ihm eine schallende Ohrfeige. Wieder zeigte Zero keine Regung. Er war Schläge gewöhnt, so dass er es kaum noch spürte.
„Du kleine Schlampe…Ich hab doch gesehn, dass du aus dem Grudge kamst…Also tu nicht so…du lässt doch auch sonst jeden an dich heran…“ Zustimmendes Gemurmel erscholl. Zero riss die Augen auf.
//Was…?//
Auch wenn er seinen Körper verkaufen musste, kostete es ihn viel Überwindung, und diese Idioten wollten, dass er hier und jetzt…?
Die Wut stieg in Zero hoch, als der Andere jetzt auch noch begann, ihn zu begrabschen, und anscheinend seine Hotpants öffnen wollte.
„Na dann wolln wir doch mal sehn, ob du deinen Job auch beherrschst und wie ein braves Mädchen deine Beine breit machst…“ Der Schwarzhaarige wurde stutzig.
Hielten die ihn etwa für ein Mädchen?
Als sich die Hand noch weiter bewegte, wurde es ihm zuviel.
„Du nimmst jetzt sofort die Hand aus meinen Hosen, du kleiner Flachwichser, oder es passiert was.“, knurrte er kalt und blickte den entsetzten Jungen starr an.
Zero nutzte diesem Umstand und riss seine Arme los. Kaum eine Sekunde später taumelte der Kerl von ihm zurück, nachdem er die Faust des Älteren zu spüren bekommen hatte. Der rappelte sich ebenfalls auf und sah sich um. Er hatte sich geirrt. Es waren insgesamt acht junge Männer, die nun um ihn herum standen. Und er war noch immer vom Alkohol benebelt.
Geistesgegenwärtig schloss er seine Hosen wieder. Er rechnete sich keinerlei Chancen aus. Schon in nüchternem Zustand hätte er gegen sie alle auf einmal nichts ausrichten können. Aber so wie es ihm gerade ging, konnte er das gleich ganz vergessen.
Also musste er es anders versuchen. Abschätzend musterte er denjenigen, der auf ihm gesessen hatte.
„Werd erstmal erwachsen, bevor du versuchst, jemanden zu vergewaltigen. Ich mag vielleicht Stricher sein…“ Er strich sich einige seiner Zöpfe aus dem Gesicht. „…aber du könntest dir mich niemals leisten…“ Er ließ seinen Blick schweifen. „Nicht mal wenn ihr alle zusammenlegen würdet…“ Er versuchte seine Stimme überlegen klingen zu lassen. Auch wenn er wusste, dass er sich um Kopf und Kragen redete, diese Typen durften unter keinen Umständen mitbekommen, wie fertig er gerade war. Mit einem unguten Gefühl im Magen betrachtete er, wie sie langsam näher kamen.
„Wie teuer bist du denn?“, fragte einer links von ihm. Zero musterte ihn kalt.
„Zu teuer.“
„Sag schon…ich hab Geld…“ Der Junge begann zu grinsen. Zero wandte sich ihm zu, schüttelte leicht den Kopf. Er setzte gerade an, um zu antworten, als ihm die Arme auf den Rücken gedreht wurden. Mit einem Aufschrei wurde ihm klar, dass das nur eine Falle gewesen war, um ihn abzulenken. Er fragte sich ernsthaft, wie er so dumm hatte sein können darauf herein zu fallen.
//Scheiße…//
Er spürte Atem an seinem Ohr, einen Körper, der sich von hinten an ihn drängte.
„Dann nehmen wir dich eben einfach so, ohne zu bezahlen…“ Bei diesen Worten jagte eine Gänsehaut über seinen Körper.
Sein Herz verkrampfte sich, als er wieder Hände auf seinem Körper spürte.
„Ich wollte schon lange mal wissen…wie es mit einem Typen ist…“ Mit diesen Worten wurden Zeros Hotpants wieder geöffnet und er wurde an eine Wand gepresst. Der, der auch schon vorhin auf ihm gesessen hatte, drängte sich wieder an seinen Körper. Er schien wohl eine Art Anführer dieser Truppe zu sein. Zero presste die Augen zusammen und drückte sich so weit es ging gegen die Hauswand in der Hoffnung, vielleicht einfach darin verschwinden zu können, als ihn die Finger des Anderen weiter erforschten. Als er drohte zusammenzusacken, wurde er grob festgehalten und noch fester gegen die Wand gedrückt. Nur mit Mühe konnte er einen Schmerzenslaut unterdrücken, als sein Körper brutal von dem anderen genommen wurde.
Ferach - 25.03.2008, 19:02

Sharith hat folgendes geschrieben: Ich hoffe ihr könnt einiges ab, der Junge hat's in der Story nich leicht.
*zero beschützt* und wer tut ihm das alles an?? *sharith böse anfunkel* der arme kann ja nun wirklich absolut nix dafür *nix* an sich drück* meins o.o *unschuldig*

besser vom schreiben her kann ich gar nicht so sagen. auf jeden fall entwickelt sie sich supie
Sharith - 25.03.2008, 19:07

Joa, er kann nix dafür. Aber das tut ja nichts zur Sache ^^°
Aber er tut mir ja auch Leid. Andererseits is er nich der einzige, der einiges abbekommt...
Delphy StarDragon - 25.03.2008, 20:22

wua, wie unfair! 8 gegen 1 - ist das denn gerecht? der arme *mitfühl*
die story wird mir unheimlich. ich bin doch viel zu unschuldig in solchen sachen XD sagenhaft wie man darüber solche texte zustande bringen kann!
bin sehr gespannt, was da noch kommt, auch wenn es sicherlich nicht wirklich entspannter zugehen wird ;)
Sharith - 25.03.2008, 20:31

Nein, es ist ncht fair *lach*
Aber du wirst noch feststellen, dass ihn Zeros Leben die wenigsten Dinge fair sind.
Ich persönlich finde die ersten Kapitel teilweise etwas unglücklich formuliert...aaaaaber...die späteren sind dann besser.
Ferach - 25.03.2008, 20:56

das bedeutet dass es immer noch besser wird o.o ich sehe groooße dinge auf uns zukommen.
mjaij, wenn man es anders sieht: es würde in der story fast etwas falsch laufen, wenn alles fair zuginge. man bekäme ja nicht einmal einen spannungsbogen zustande oO
aber es ist gut, so wie es läuft. wenn die leser partei für die chars gegreifen, machst du alles richtig, würde ich sagen ^-^
Sharith - 25.03.2008, 21:09

Also ich finde, dass es besser wird XD
Was für mich lustig war zu beobachten, ist, dass die Leute immer für einen anderen Charakter ergreifen. Und ich spiele damit ehrlich gesagt gern...*evilgrins*
Ferach - 25.03.2008, 21:48

o.ô *angst bekomm* zero schnapp* aber nix ihm antuen!! das wäre böse! dem wird so schon übel mitgespielt! also bitte nicht *nick*

thihi, wenn das der fall ist, ist es ja noch besser :] dann machst du auf allen gebieten etwas richtig^^
Sharith - 25.03.2008, 21:57

Damit musst du leben *lach*
Ihc könnte jetz natürlich verraten was später is, aber ich will die Spannung ja nich zertören XD
Ferach - 28.03.2008, 00:50

don't you ever dare >< *finger böse heb* dann werd ich aber fuchsig XD *zähne schonmal polier*
Sharith - 29.03.2008, 23:24

Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 3/x
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirkliche geschehen.
Comment: Und weiter geht es. Allmählich kommt etwas Schwung in die Sache und ENDLICH hat Hizumi seinen Auftritt (ich muss sagen, dass ich die erste Szene im Chap. total mag XD). Desweiteren haben wir in diesem Kapitel den wohl vorhersehbahrsten Cliffhanger EVER, aber das macht ja nix. War nich so geplant, das Kapitel wäre sonst nur zu lang geworden XD
Also viel Spaß^^
______________________________

3. Hai to Ame
(Asche und Regen)

Das Erste, was Zero später spürte, war, wie ihm jemand über die Stirn strich. Er zuckte zusammen, öffnete die Augen und versuchte aus Reflex von der Hand wegzurutschen, die ihn berührte. Als er wieder halbwegs klar sehen konnte, erkannte er, dass jemand neben ihm auf dem Boden hockte und ihn aufmerksam betrachtete.
Zero wich den Blicken aus, versuchte sich aufzurappeln. Er kam allerdings nicht auf die Beine, denn die Hand, die seine Stirn berührt hatte, hielt nun sein Handgelenk fest. Fragende Augen trafen auf einen forschenden Blick, doch sein Gegenüber, ein junger Mann, der ungefähr so alt sein musste, wie er selbst, sagte noch immer kein Wort.
Schließlich schaffte Zero es doch, sich loszumachen und taumelnd auf die Beine zu kommen. Schwer atmend von der Anstrengung griff er nach seinem Mantel, der ihm von der Straßenbande entrissen worden war und hob auch sein Handy wieder auf. Es war wohl pures Glück, dass sie Typen es nicht mitgenommen hatten. Vermutlich war es ihnen nicht aktuell genug.
Der Umschlag mit seinen Einnahmen dieses Abends war allerdings verschwunden.
Unbehaglich drehte Zero sich wieder zu dem anderen um, der am Boden hockte und ihn noch immer beobachtete. Es schien ihm, als würde sein Gegenüber auf etwas warten. Dem seltsam interessierten Blick wieder ausweichend wandte Zero sich ruckartig in die entgegengesetzte Richtung, um seinen schmerzenden Körper so schnell wie möglich in sein Bett bringen zu können. Dazu kam es allerdings nicht, da ihm durch die schnelle Bewegung zusammen mit den Nachwirkungen des Alkohols, die sich wieder bemerkbar machten, sofort wieder schwarz vor Augen wurde. Er taumelte und erwartete schon, den kalten Boden wieder hart zu spüren zu bekommen. Doch stattdessen war das Letzte, was er fühlte, bevor er das Bewusstsein erneut verlor, ein Paar schlanke Arme, die ihn auffingen.

In der vom morgendlichen Dämmerlicht spärlich erhellten Straße kniete nun ein junger Mann auf dem Boden und hielt einen leblosen Körper in den Armen, seine Blicke noch immer auf das feine Gesicht des anderen gerichtet. Er schüttelte leicht den Kopf.
„Was mach ich hier eigentlich…?“, entkam es leise seinen Lippen, als er sich aufrichtete und den anderen auf seine Arme lud. Er hatte sich nur ein wenig die Beine vertreten wollen und stattdessen lief er nun, einen Ohnmächtigen, der – seiner Kleidung nach zu urteilen – nicht unbedingt einen seriösen Job hatte, wie eine Braut in seinen Armen tragend, durch die Straßen zurück zu seiner Wohnung.
Aber hätte er ihn einfach verletzt und ohnmächtig dort liegen lassen sollen?
Also legte er auch den restlichen Weg zu seinem Apartment zurück, sperrte die Tür auf, als er ankam und ging in sein Schlafzimmer, wo er die noch immer bewusstlose Gestalt auf seinem Bett ablegte, um sie noch einmal zu betrachten.
Wieder konnte er nur den Kopf schütteln.
Vorsichtig machte er sich daran den Anderen von seinen Stiefeln zu befreien und stellte diese neben dem Bett auf den Boden. Ein Knöchel war angeschwollen; er war wohl ziemlich heftig umgeknickt. Er ließ seine Blicke über den zierlichen Körper auf seinem Bett schweifen und musste schlucken. Am besten wäre es sicherlich, ihn auch noch von dem restlichen Zeug zu befreien und ihn in wärmere Sachen zu stecken. Aber das ließ er lieber, bis er wusste, wer dieser junge Mann eigentlich war. Also nahm er nur seine Bettdecke und die Überdecke und breitete beides über dem leblosen Körper aus. Nach einem letzten Blick wandte er sich ab und verließ das Zimmer wieder.

Einige Zeit später, als er gerade am PC saß, um eine Arbeit, die er nun schon ewig vor sich her geschoben hatte, endlich fertig zu stellen, hörte er aus Richtung seines Schlafzimmers leise Geräusche gefolgt von einem unterdrückten Aufkeuchen. Er ließ seine Arbeit liegen und stand eilig auf, um nachzusehen. Er ging bis zum Schlafzimmer und blieb dort allerdings im Türrahmen stehen. Das Gesicht seines unfreiwilligen Besuchers war ihm mit einem erschrockenen Ausdruck zugewandt. Er war in der Haltung erstarrt, in der er sich gerade befunden hatte, im Begriff aus dem Bett zu klettern.
Einen Moment lang nahm er das Bild in sich auf, das sich ihm dort bot. Auf eine nicht definierbare Art und Weise sah der andere, wie er da halb verschreckt, zerkratzt und müde auf seinem Bett saß…schön aus…All das konnte ihm nichts anhaben, sogar der abweisende Ausdruck in seinen dunklen Augen ließ ihn beinahe noch schöner aussehen.
Unwillig schüttelte er den Kopf, um klare Gedanken zu bekommen.
„Wie heißt du?“, fragte er seinen Gast.
Der jedoch schüttelte nur leicht den Kopf und sah ihn weiter an.
„Ok…dann nich…“, ein leises Seufzen entkam ihm. „Wie auch immer. Ich bin Hizumi.“ Ein leichtes Nicken von Seiten des anderen war die Antwort. „Vielleicht solltest du erst einmal duschen gehen…“ Langsam ging Hizumi ein paar Schritte auf sein Gegenüber zu und half ihm vorsichtig auf die Beine. Der andere betrachtete ihn sichtlich verwirrt, während er von ihm ins Bad geführt wurde.
„Dort liegen Handtücher…was anderes zum anziehen geb ich dir dann, ok?“ Mit diesen Worten drehte er sich um und verließ das Bad.
Zero stand einige Momente nur stumm da und starrte auf die Badezimmertür, die nun geschlossen war.
//Was soll das…?//
Dennoch begann er langsam, sich von seiner Kleidung zu befreien. Als er sah, dass sie teilweise ziemlich lädiert war, entkam ihm ein unwilliges Murren. Das, was geschehen war, hatte er momentan einfach ausgeblendet. Eine weitere Fähigkeit, die er im Laufe der Jahre erlernt hatte. Was auch immer mit ihm passierte, er ließ es nicht in sein emotionales Bewusstsein dringen.
Er stieg unter die Dusche und drehte das warme Wasser auf. Mit einem leichten Seufzen ließ er es über seinen Körper rinnen und spürte, wie sich seine Muskeln allmählich etwas entspannten. Seine Gedanken jedoch kreisten unaufhörlich um seinen unverhofften Gastgeber, in dessen Wohnung er sich nun anscheinend befand.
//Hizumi…//
Was wollte der andere nur von ihm? Zero schüttelte den Kopf.
Was sollte er schon wollen? Viele Möglichkeiten gab es da schließlich nicht.
Er hatte ihn gefunden.
Mit seiner Kleidung war es ja wohl mehr als eindeutig zu erkennen, welchen „Beruf“ er ausübte. Also was wollte der Andere wohl?
Sich über seine eigene Dummheit ärgernd, stellte Zero das Wasser ab und verließ die Dusche. Er hätte vorhin einfach leiser sein müssen, dann hätte er aufstehen und gehen können.
Und jetzt?
Jetzt bekam er aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht einmal Geld für seine Dienste.
Er trocknete sich ab und wickelte sich dann fest in das Handtuch. Langsam tastete er über seinen Körper, bei jedem Kratzer oder blauen Fleck leise fluchend. Wenn das so weiter ging, brauchte er wirklich mehr als nur ein bisschen Körper-Makeup. Mit einem letzten Seufzen wandte er sich zur Tür und öffnete sie leise. Er sah sich in der Wohnung um. Hizumi stand im Wohnzimmer und sah aus dem Fenster.
Es schien heftig zu regnen.
Barfuß trat Zero in das Wohnzimmer, blieb jedoch ein paar Schritte von dem anderen entfernt stehen.
„Hizumi…?“ Zero wunderte sich selbst, wie rau und brüchig seine Stimme klang. Der andere hatte ihn jedoch gehört und drehte sich mit einem leichten Lächeln zu ihm um. Einen Moment musterte er Zero, nickte dann leicht.
„Du brauchst noch was zum anziehen, nicht wahr?“ Er ging an Zero vorbei und bedeutete ihm, mit ins Schlafzimmer zu gehen.
//Hab ich es nicht gesagt…//
Für einen Moment umspielte ein winziges, trauriges Lächeln Zero’s Mund, verschwand aber augenblicklich, als Hizumi ihn anwies sich aufs Bett zu setzen, während er selbst zum Schrank ging und darin nach etwas suchte.
Ohne jegliche Regung zu zeigen, befreite Zero sich langsam von dem Handtuch und wartete ab. Womit er aber nicht gerechnet hatte, war der verwirrte und erschrockene Blick Hizumi’s, als dieser sich wieder umdrehte, um ihm wirklich ein paar Sachen zu geben. Er blickte Zero verwirrt an, als er die Sachen auf das Bett legte.
„Hier, zieh das an.“, meinte er.
Der andere jedoch rührte sich nicht, sondern sah ihn an.
„Du brauchst nicht so zu tun, als ob du mir helfen willst. Ich weiß, was du von mir willst. Also komm einfach her und nimm es dir…dazu bin ich schließlich da…“ Ohne den Blick abzuwenden hatte Zero gesprochen und erlebte jetzt mit, wie seinem Gegenüber die Röte ins Gesicht schoss.
„W-was???“ So langsam schien Hizumi zu verstehen, was er gemeint hatte. „Nein! So ist das nicht…“ Er schien nicht zu wissen, was er sagen sollte. Er suchte nach Worten, winkte dann aber ab. „Zieh dir bitte die Sachen an, ok?“
Mit diesen Worten verließ er das Zimmer und schon das zweite Mal an diesem Morgen sah Zero ihm verwirrt hinterher. Irgendwie verstand er diesen Mann nicht.
Wenn er ihn nicht mit hierher genommen hatte, um sich mit ihm zu vergnügen, warum dann?
Nur langsam kam wieder Bewegung in seinen Körper und er streifte sich Shorts, einen weiten schwarzen Pullover und ebensolche Hosen über. Dann stand er auf und ging, immer noch barfuß, wieder ins Wohnzimmer. Einige Augenblicke beobachtete er Hizumi, der ihn noch nicht bemerkt hatte.
„Warum hast du mich mit hierher gebracht…wenn nicht…?“, fragte er leise. Der Angesprochene drehte sich ruckartig zu ihm um und sah ihn einen Moment zweifelnd an.
„Was hättest du gemacht, wenn du jemanden auf der Straße gefunden hättest, der dort ohnmächtig zusammengebrochen ist. Ihn liegen gelassen?“
Zero nickte leicht. „Ja...“ Hizumi zog eine Augenbraue in die Höhe.
„Seltsam…“ Er schüttelte den Kopf. „Hör mal...Ich hab wirklich nicht vor, dich irgendwie auszunutzen…ich wollte dir nur helfen, ok?“ Zero sah ihn immer noch verwirrt an.
„Aber…warum? Du kennst mich nicht und wir hatten noch nie miteinander zu tun. Und ich hätte ebenso einfach wieder abhauen können, oder dich bestehlen…“ Während er sprach war Zero langsam näher gekommen, bis er sich vorsichtig an ein Regal lehnte, immer einen gewissen Abstand zwischen sich und dem anderen einhaltend.
„Du bist ziemlich misstrauisch, was?...aber das wäre dann wohl das Risiko gewesen, schätze ich…“ Er zuckte mit den Schultern und ließ sich auf dem Sofa nieder, das im Raum stand. Er beobachtete Zero, der sich schweigend im Zimmer umsah.
„Wie spät ist es…?“, fragte dieser nach einer Weile. Hizumi sah kurz auf seine Uhr.
„Kurz nach 12 Uhr mittags…wieso?“ Zero wandte sein Gesicht nun wieder ihm zu und sah ihn an.
„Dann sollte ich gehen…ich hab noch zu tun, bevor ich heute Abend…los muss…“ Er stieß sich vom Regal ab und ging ins Badezimmer um seine Stricherklamotten zusammenzusuchen, die sogleich in seiner Umhängetasche verschwanden, die Hizumi anscheinend ebenfalls mit hierher genommen hatte. Stiefel und Mantel holte er noch aus dem Schlafzimmer und zog sie an. Schließlich zückte er im Gehen aus reiner Gewohnheit, und ohne wirklich darüber nachzudenken, seine Karte, um sie auf der Anrichte im Flur zurückzulassen.
Mit einem leisen, aber bestimmten Klicken schloss sich die Tür hinter ihm.

Hizumi stand noch einige Momente, nachdem Zero die Wohnung verlassen hatte, am selben Fleck im Wohnzimmer wie schon zuvor. Das Geräusch des Türschlosses ließ ihn kurz zusammenzucken. Dann löste er sich aus seiner Starre und ging in Richtung seines Arbeitszimmers. So Leid es ihm irgendwie auch tat, er würde den anderen wohl nicht wiedersehen. Auf dem Weg durch den Flur erregte jedoch etwas seine Aufmerksamkeit. Er ging darauf zu und nahm das kleine rechteckige Stück Kartonpapier in die Hand. Auf schwarzblauem Untergrund stand darauf mit weißer Schrift die Adresse des „Grudge“ und ein Name, wie es schien.
„Zero…“, hauchte er leise.
War dies der Name des anderen? Und warum hatte der seine Karte hier liegen gelassen?
Mit einem Seufzen legte Hizumi das Papier hin und machte sich wieder an die Arbeit.

~~~
Zero selbst hingegen hetzte so schnell, wie es ihm in seinem Zustand möglich war, durch den anhaltenden Regen nach Hause. Er hatte schlafen wollen, doch daraus würde nun wohl nichts mehr werden. Er musste heute zeitig anfangen und hatte außerdem keine Lust im Dunkeln zum Club zu fahren.
Also setzte er sich stattdessen, als er seine Wohnung erreicht hatte, in seine Küche und trank eine Tasse Kaffee. Nach einer Weile gab er es auch auf, das Knurren seines Magens zu überhören und näherte sich langsam dem Kühlschrank. Er öffnete ihn und ließ seine Blicke schweifen, öffnete die Tür des Geräts und ließ seinen Blick schweifen: viel zu holen gab es da nicht, abgesehen von einer Flasche Soyasoße und einem Glas Gurken, dem er inzwischen schon ein Eigenleben zutraute.
Schließlich gab er die Suche nach etwas Essbarem auf und verließ seine Wohnung noch einmal, um sich in einem nahe gelegenen Ramen-Shop etwas zu kaufen. Geld hatte er zwar nicht viel, aber das musste jetzt einfach mal sein. Eine Ausnahme quasi.
Würde er noch länger nichts essen, würde es früher oder später dazu kommen, dass er auf der Arbeit zusammenbrach oder etwas Ähnliches. Und das würde seinem Boss sicher nicht gefallen.
Stillschweigend und die anderen Gäste strikt ignorierend saß er in dem kleinen Schnellrestaurant und schlürfte seine Nudelsuppe. Stattdessen starrte er aus dem Fenster, beobachtete wie die letzten Tropfen vom Himmel fielen, eine etwas sauberere Luft zurücklassend. Es tat gut, mal wieder etwas im Magen zu haben, vor allem aber wärmte ihn das Essen von Innen ein wenig auf. Als er fertig war, sah er auf und blickte auf die Uhr, die an der Wand hing. Nur mit viel Mühe konnte er sich ein erschrockenes Aufjapsen verkneifen. Schnell stand er auf und bezahlte, um sich auf den Rückweg zu machen. Ihm war gar nicht aufgefallen, wie lange er dort gesessen hatte.
Also ging er ohne lange nachzudenken in seine Wohnung zurück und begann sofort, sich umzuziehen und zu stylen.
Bildete er sich das ein, oder sah er ein wenig besser aus als gestern?
Er schüttelte den Kopf…Nein…unmöglich nicht bei…dem, was passiert war.
Erst jetzt kehrte die Erinnerung daran zurück und ließ ihn leicht zittern.
//Warum passiert so etwas immer mir…//
Er betrachtete einige Zeit sein nun unnatürlich bleiches Abbild im Spiegel. Dann schüttelte er ein weiteres Mal entschlossen den Kopf, um die Gedanken loszuwerden. Es hatte einfach keinen Sinn weiter darüber nachzudenken.
Er warf einen letzten Blick auf sein Erscheinungsbild und verließ dann das Badezimmer.
Einmal mehr schlang er sich seinen Mantel um die schmalen Schultern und verließ das Haus auf dem Weg zu seiner Arbeit.

An diesem Abend war es verhältnismäßig ruhig für ihn im „Grudge“.
Tsukasa hatte er wieder erfolgreich an Kana, beziehungsweise eine ihrer Freundinnen, die anscheinend einen regelrechten Narren an dem Jungen gefressen hatte, abgeschoben.
Karyu konnte er aus dem Weg gehen, da dieser heute „Außendienst“ hatte und an der Bar arbeiten musste er auch nicht.
Tage wie dieser waren ihm am liebsten. Er musste die meiste Zeit nur anwesend sein und hübsch aussehen. Es sei denn, einer der Besucher verlangte nach ihm, was allerdings eher selten vorkam, da seine Kunden sich meist schon im Laufe des Tages anzukündigen pflegten, so dass er alles ein wenig koordinieren konnte.
Umso mehr wunderte er sich darüber, dass Kana ihn nicht hatte sehen wollen, schließlich hätte er heute noch Zeit für sie gehabt.
So aber saß er an der Bar, ignorierte das sinnlose Gerede einer Kollegin und nippte ab und zu an einem Glas Wasser. Nach dem gestrigen Abend hatte er vorerst keine Lust mehr auf Alkohol. Er war so in seine Gedanken versunken, dass er heftig zusammenfuhr, als ihm jemand bestimmt auf die Schulter tippte. Er versuchte sein heftig schlagendes Herz zu beruhigen und drehte sich um.
„Du hast Besuch Zero…“ Erstaunt zog er eine Augenbraue nach oben und blickte sein Gegenüber, eine weitere Kollegin, fragend an.
„Sicher, dass es für mich ist…?“ fragte er zweifelnd. Das Mädchen nickte.
„Ganz sicher. Der hat direkt nach dir gefragt.“ Sie forderte ihn auf, ihr zu folgen. Auf dem Weg zu dem Zimmer, in das das Mädchen seinen Besucher geschickt hatte, perfektionierte Zero seine Maske. Keine Gefühlsregung war nun noch auf seinem Gesicht zu erkennen, als er die Tür öffnete. Er sah sich kurz um und erblickte den anderen, der mit dem Rücken zu ihm im Zimmer stand und sich umsah.
„Hier bin ich.“ Zero’s Stimme war verhältnismäßig leise, aber doch deutlich zu hören in dem stillen Raum. Scheinbar ein wenig aufgeschreckt drehte der andere sich um und kam mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen auf ihn zu.
Zero war beim Anblick des Gesichts, dem er sich nun gegenüber sah, allerdings etwas aus dem inneren Gleichgewicht geraten und starrte den anderen jetzt recht offensichtlich mit meiner Mischung aus Erschrecken und Verwirrung an.
Ferach - 30.03.2008, 21:55

geht interessant weiter, würde ich sagen .) nur iwi fand ich das aufwachen bei ihm fast bissi unspektakulär. also.. nein. das darf nicht großartig sein.. ist wahrscheinlich nur ein eindruck, kann es nicht recht festmachen der beschreiben, sry. sontst gefällt mir der teil^^
allerdings waren diesmal einige fehler mehr hier drin. manche der sätze sind so richtig schon verdreht ;) falls magst, kann ich alles, wasu is jetzt geschrieben hast, gern mal gegen lesen. was ich da ändern würde, wären alles nur vorschläge (da hat ja jeder seinen persönlichen geschmack), aber vll hilft es ja ein wenig .)
Sharith - 31.03.2008, 17:40

Joa, das Aufwachen ist unspektakulär, sollte es sein. Nenn es die Ruhe vor dem Sturm oder etwas in der Art *shrug*
Wenn es Rechtschreibfehler sind, kannst du sie mir gern auflisten, im Ausdruck lass ich mir allerdings nich rumpfuschen, das hart so schon seine Ordnung. Auch wenn die Satzstellung manchmal verdreht ist (wo? O.o)
Ferach - 31.03.2008, 18:25

mjaij, das waren mehrere sachen o.o in beiden richtungen.
macht ja nix^^ kann verstehen warum du dir da nicht reinsagen willst. wäre nur ein angebot *nick*

oke... soll ich zero schon mal in sicherheit bringen?^^'
Sharith - 31.03.2008, 18:39

*shrug*
Auch ok.

Du kannst es gern versuchen, aber wo er durch muss, musser durch
Delphy StarDragon - 31.03.2008, 21:28

das unspektakuläre aufwachen wäre mir persönlich gar nicht in den sinn gekommen, das anzumerken. ich find das passend so. irgendwo muss ja auch was ruhiges drin sein (auch wenn der schein womöglich trügt), sonst wird das spektakuläre irgendwann zu eintönig. nee nee, das passt schon so alles gut zusammen.
bin gespannt, wie es weiter geht!

Sharith hat folgendes geschrieben: ... im Ausdruck lass ich mir allerdings nich rumpfuschen, das hart so schon seine Ordnung. Auch wenn die Satzstellung manchmal verdreht ist (wo? O.o)
das kind *fe stups* sortiert gerne fremde sätze. muss am elbenblut liegen XD macht sie bei mir auch und immer wenn ich was an ihren sätzen ändere, dann ist das falsch. verstehe einer die elben *entschuldigend knuff*
Sharith - 01.04.2008, 07:39

NYa, schön ^^ So hatte ichs halt auch gedacht...das das mal etwas ruhiger is. Ich mein, was hätte wer davon, wenn er da randaliert doer so *lach* Das würde auch garnicht zu seiner Persönlichkeit passen ^^°

XDDD
Sowas hab ich mir schon gedacht. Ich nehm das ja auch nich übel oder so, aber ich lass mir da sehr ungern pfuschen, zumal ich das ja alles schon mit meiner Beta durchgearbeitet hab XD
Ferach - 01.04.2008, 12:06

Delphy StarDragon hat folgendes geschrieben: das kind *fe stups* sortiert gerne fremde sätze. muss am elbenblut liegen XD macht sie bei mir auch und immer wenn ich was an ihren sätzen ändere, dann ist das falsch. verstehe einer die elben *entschuldigend knuff*
booah! das ja mal so was von gar nicht wahr! die *auf den drachen zeigt* übertreibt vollkommen! dass ich manchmal ziemlich seltsame satzkonstruktionen baue, habe ich ja inzwischen auch eingesehen! das was du dann bei mir änderst, ist gar nicht immer falsch *heftig nick* ich hab doch bis heute vll nur drei mal gesagt, dass mir deine änderung nicht gefällt!! ><'
außadem mache ich das bei dir ja auch immer nur vorschlagsweise! das muss doch gar nicht so sein!! *grmml* das ist nur lieb gemeint! *grr*

auuuußadem sagte ich doch, dass das mit dem ruhigen wohl besser ist. es war einfach ungewohnt im vergleich zu den stücken davon.

mah... ihr wollte mich heut mal wieder nicht verstehen! *aufplustert und in ein loch weiter meckern geht* X'D *mecker-fünf-minuten*
Sharith - 01.04.2008, 14:16

*lach*
Is doch ok Kleines ^^
Ich hab das nich so verstanden, dass du das RUhige schlimm findest ^^°
Sei wieder lieb, dann bekommst auch Kekse X3
Ferach - 05.04.2008, 12:39

*mit dem schwanz wedel* keks, keks, keks *.*
(nein, ich bin nicht bestechlich!)
Sharith - 05.04.2008, 13:47

XDDD
*Keks geb*
So find ich das gut X3
Sharith - 06.04.2008, 20:33

Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 4/x
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirkliche geschehen.
Comment: Wie gesagt, sehr voraussehbar...und irgendwie glaub ich das Kapitel ist mehr ein Lückenfüller...trotzdem lesen!
Und im nächsten sehen wir uns dann Zeros Vergangenheit ein Stück weit an...
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4. Carnival

Nach einer Weile des Schweigens erlangte Zero seine Fassung soweit wieder, dass er normal sprechen konnte.
„Was tust du denn hier? Ich hätte nicht gedacht, dass du genug Geld hast um hier überhaupt reingelassen zu werden…“ Mit Absicht ließ er seine Stimme ein wenig arrogant klingen, um zu verhindern, dass er Andere seine Verwirrung bemerkte.
„Bist du dir da so sicher…Zero?“ Hizumi schmunzelte und zog eben die Karte aus seiner Hosentasche, die er eher am Tag in seiner Wohnung gefunden hatte.
„Wie kommst du an meine Karte?“ Zero’s Tonfall wurde leicht aggressiv, doch Hizumi behielt das leichte Lächeln auf den Lippen.
„Ich hab sie bei mir im Flur gefunden…nehme mal an du hast sie da hingelegt… jedenfalls bin ich damit hier reingelassen worden…“ Zero verfluchte sich innerlich. Er sollte in Zukunft seine Gedanken wirklich besser beieinander halten, wenn er sich nicht einen Haufen Ärger einhandeln wollte.
Gleichzeitig wurde ihm jedoch einiges klar. Wenn er die Karte hatte, hatte Hizumi natürlich Zutritt zum „Grudge“, weil er sie normalerweise nur Leuten gab, die das Geld hatten, sich diesen Laden leisten zu können.
„…Und jetzt willst du dir doch noch deine Belohnung abholen, hm?“, beendete Zero deutlich vernehmbar seinen Gedankengang.
Was sollte der andere auch sonst hier wollen?
Innerlich den Kopf über seine, schon wieder zu Tage tretende, Dummheit schüttelnd, ging Zero in Richtung Bett und begann dabei sein Korsett aufzuschnüren. Er ließ sich auf dem Bettrand nieder und blickte zu dem anderen auf.
„Willst du da jetzt noch ewig rumstehen? Ich hab nicht den ganzen Abend Zeit…“
Hizumi zog die Augenbrauen zusammen.
„Wer sagt denn, dass ich deswegen da bin?“, fragte er ernsthaft und ging ein paar Schritte durch das Zimmer.
„Es ist anzunehmen, oder? Schließlich befinden wir uns hier in einem Nachtclub mit gewissem Ruf…und ich bin Stricher.“, fügte er nach kurzem Zögern an. „Was wäre an deiner Stelle wohl die naheliegenste Idee, hm?“ Leicht schüttelte er den Kopf, sah jedoch wieder zu seinem Gegenüber, als dieser schwer seufzte.
„Vielleicht…“, begann Hizumi, beinahe etwas hilflos wirkend. „…vielleicht wollte ich…oder konnte ich nicht glauben, dass du hier wirklich arbeitest…und bin hergekommen in der Hoffnung, dass man hier keine Ahnung hat, wer „Zero“ ist…oder zumindest, dass du es nicht bist, der diesen Namen trägt…“ Er sprach leise, fast als würde er die Worte sich selbst vortragen und nicht dem anderen, der ihm mit Blicken folgte. Er schwieg eine Weile. Fuhr sich dann mit der Hand durch die Zöpfe.
„Du bist seltsam…“, meinte er. „Ich kann dich wirklich nicht verstehen…warum zum Teufel interessiert dich das?“ Die Antwort war ein Schulterzucken.
„Ich weiß nicht…vielleicht gefällt es mir nicht, dass jemand wie du hier arbeitet…“
„Hat mich vielleicht mal jemand gefragt, ob mir das gefällt? Denkst du ich mache das freiwillig, oder was?“ Ohne es zu wollen klang Zero aufbrausend. „Ob du es glaubst oder nicht, das hier war nicht unbedingt der Job, den ich mir für mein weiteres Leben vorgestellt hatte!“ Ein gefährliches Funkeln lag in seinen sonst ausdruckslosen Augen. Sein Blick nagelte Hizumi auf dem Fleck auf dem er stand fest.
„Hab ich doch auch gar nicht gesagt…“ Er sprach ruhig, denn er wollte den anderen nicht noch mehr reizen oder aufregen. Dann legte er den Kopf etwas schief und sah ihn forschend an. „Warum arbeitest du dann hier?“
Zero sah den anderen einen Augenblick lang sprachlos an, dann sprang er vom Bett auf und packte Hizumi grob am Arm. Trotz seines lädierten physischen Zustandes hatte er noch genug Kraft, um den anderen neben sich her zur Tür zu ziehen. Er öffnete diese und schob den verdutzt dreinblickenden Hizumi aus dem Zimmer.
„Ich wüsste nicht, was DICH das angeht…“ Seine Stimme war ein gefährliches, mühsam beherrschtes Flüstern bevor er einen Schritt zurücktrat und die Tür mit einem Knall schloss.

Schwer atmend drehte Zero sich um und ging die wenigen Schritte bis zum Bett. Er ließ sich darauf fallen und schloss die Augen.
Er musste sich zwingen einige Male tief durchzuatmen, um seine Wut unter Kontrolle zu bekommen.
Wie konnte dieser dahergelaufene Idiot es wagen ihn danach zu fragen?
Was wusste der, in seiner kleinen heilen Welt, denn schon davon, was in seinem Leben ablief?
Und überhaupt, es ging ihn nichts an! Sie kannten sich nicht einmal!
Die Tatsache, dass der junge Mann ihm vermutlich das Leben gerettet hatte übersah er dabei geflissentlich.

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Auf der anderen Seite der Tür stand Hizumi einige Augenblicke wie versteinert da. Ihm war spätestens in diesem Moment klar, dass er eine Grenze überschritten hatte, die man lieber nicht antasten sollte. Er schüttelte leicht den Kopf.
Wo war nur seine sonst so zuverlässige Menschenkenntnis geblieben?
Er hätte sich doch denken können, dass Zero nicht jedem dahergelaufenen Typen auf die Nase binden würde, warum er diesen „Beruf“ ausübte. Immer noch kopfschüttelnd wandte er sich ab und verließ kurze Zeit später den Club, argwöhnisch von den Türstehern beobachtet

~~~
„Nun komm schon!“
„Nein!...Lass mich endlich in Ruhe!“
„Ach komm…Tsukasa…ich tu dir doch nichts!“
„Nimm deine Hände weg! Ich hab dir gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen!“ Der Junge nahm seine verbliebene Kraft zusammen und stieß den Größeren von sich weg. Doch das störte Karyu recht wenig. Schon einen Augenblick später drängte er Tsukasa erneut an die Wand. Seine Finger streichelten leicht über das Gesicht des Kleineren, doch der drehte den Kopf weg.
„Bitte…Karyu…“ Seine Stimme verwandelte sich in ein tränenersticktes Wispern und nur einen Moment später rollten ihm die ersten schimmernden Tropfen über die Wangen. „Bitte…lass mich los…“ Die jetzt kaum noch wahrnehmbaren Worte zeigten Wirkung. Karyu ließ von dem Jüngeren ab und sah verwundert zu, wie dessen Beine einknickten und er langsam an der Wand herunter rutschte, nun heftig schluchzend.
Ein Fluchen auf den Lippen drehte Karyu sich weg und ließ ihn dort in dem Gang sitzen, in dem er auf ihn gewartet hatte. Er hätte sich zwar gern ein wenig mit dem Neuzugang vergnügt, auch wenn der Chef das untersagt hatte, aber dass der Andere so reagierte hatte er nicht provozieren wollen. Durch einen Hinterausgang verließ der das „Grudge“. Draußen lehnte er sich an eine Mauer des Hinterhofs und sah in den Nachthimmel.
Auch wenn es vermutlich keiner seiner Kollegen vermuten würde, kotzte ihn der ganze Job hier insgeheim tierisch an.
Klar. Er hatte seine Freiheiten. Und konnte froh sein, dass er als Bodyguard eingestellt war und nicht als einer der Stricher. Und er wurde auch gut bezahlt.
Trotzdem. Es kotzte ihn mächtig an.
Er fischte seine Zigarettenpackung aus der Hosentasche und zündete sich eine an. Den Rauch tief inhalierend legte er den Kopf in den Nacken. Ein Seufzen verließ seine Lippen kurze Zeit später, gemeinsam mit dem blauen Dunst, der sich in die Nachtluft verflüchtigte.

~~~
Tsukasa indessen verharrte noch einige Momente an die Wand gelehnt auf dem kalten Fußboden des Gangs sitzend. Er brauchte etwas Zeit, um sich wieder zu beruhigen. Erst dann rappelte er sich vorsichtig auf und ging in Richtung Toiletten, sich immer mit einer Hand an der Wand abstützend.
Als er die Räume erreichte blickte er in den Spiegel. Ein resigniertes Seufzen entkam ihm. Diese Begegnung mit Karyu hatte sein Makeup ruiniert. Mal wieder. Seit er hier war passierte es leider oft, dass er wegen irgendwas, meistens eine Annäherung irgendeiner Person an ihn, plötzlich die Nerven verlor und zu weinen anfing.
Vorsichtig versuchte er zu retten was noch zu retten war. Und gleichzeitig stelle er sich die Frage, was das eben gesollt hatte.
Was Karyu damit bezweckte war ihm natürlich klar, auch wenn ihm bei dem Gedanken ein Schauer über den Rücken lief. Aber warum hatte der Ältere ausgerechnet bei ihm sein Glück versucht. Das war es, was er nicht verstand, hatte der Andere bei seinen Kollegen oder Kolleginnen doch sicher bessere Chancen auf ein wenig Ablenkung.
Erstaunt, beinahe erschrocken sah er sein Spiegelbild an.
Waren das gerade seine Gedanken gewesen?

~~~
Als die Nacht schon beinahe dem neuen Tag wich verließ Zero schweigend das „Grudge“. Es war ein mieser Abend gewesen für ihn. Und das wollte etwas heißen. War doch grundsätzlich jede Minute mies, die er an diesem Ort verbringen musste. Aber nein, bei seinem Glück musste ausgerechnet heute, wo er sowieso schon keine Nerven mehr hatte, dieser Typ auftauchen.
Warum kamen die Leute mit den sadistischen Veranlagungen eigentlich immer ausgerechnet zu ihm? Hatte er ein Schild mit der Aufschrift „Verprügel mich!“ um den Hals hängen, oder was?
Er nahm einen letzten Zug von seiner Zigarette und ließ sie dann unachtsam auf den Boden fallen. Ihm egal, was damit nun passierte.
Langsam ging oder vielmehr schlurfte er weiter. Er würde sonst was geben um endlich aus diesen Schuhen heraus zu kommen. Und dann heiß duschen. Für ein paar Minuten vergessen, was passiert war. Das war alles, was er wollte.
Ihm erschien der Weg zur U-Bahn noch länger als sonst. Nicht zuletzt weil er sich immer wieder umsah, ob nicht die Typen vom letzten Abend wieder unterwegs waren. Er mochte gar nicht daran denken, was wohl dieses Mal passieren würde, wenn er ihnen über den Weg liefe.
Zu seinem Glück kam die U-Bahn beinahe sofort als er an der Haltestelle war. Er stieg ein und ließ sich auf den nächstbesten Sitz fallen.
Einmal tief durchatmen.
Seine Augen richteten sich nach draußen. Er konnte nichts erkennen außer den Wänden des Tunnels, doch er sah auch diese nicht wirklich an. Vielmehr war er bemüht die Schmerzen zu verdrängen, die nun immer deutlicher in sein Bewusstsein rückten. Konnte man eigentlich überhaupt noch irgendetwas tun, wenn Schmerztabletten keine Wirkung mehr zeigten?
Ein leises Seufzen bahnte sich den Weg durch seine vollen Lippen.
War doch auch egal. Er war und blieb ein Stück Dreck und hatte es vermutlich wirklich nicht besser verdient als so behandelt zu werden.

Die letzten Minuten seines Heimwegs nahm er nicht mehr bewusst wahr. Sein Körper schien sich von selbst durch die schwach beleuchteten Straßen zu schleppen, wusste von allein, wohin er gehen musste.
Er schloss die Tür seiner kleinen Wohnung auf und ließ im Flur seinen Mantel einfach auf den Boden fallen. Er würde ihn morgen eh wieder anziehen, was machte es da für einen Unterschied ob er dort lag oder aufgehängt war?
//Aufhängen…//
Auch eine Möglichkeit.
Er warf sich selbst im Spiegel ein verächtliches Lächeln zu und ging dann in die Küche.
//Aufräumen…wäre wohl erstmal besser…//
In dem kleinen Raum herrschte nie wirklich Ordnung, aber den derzeitigen Zustand konnte man getrost als Chaos bezeichnen. Zero schob ein paar Sachen zur Seite und stellte einen Teekessel auf den Herd. Bis das Wasser kochte schaffte er es das Zimmer in einen halbwegs annehmbaren Zustand zu bringen, auch wenn er immer wieder kleine Pausen machen musste, weil er sich falsch bewegt hatte. Er goss sich eine Tasse schwarzen Tee auf und setzte sich vorsichtig an den Küchentisch.
Eine Zeit lang starrte er einfach auf die Tasse und verfolgte mit müden Augen den Dampf der daraus zur Zimmerdecke aufstieg. Dann setzte er das Gefäß an die Lippen und trank langsam ein paar Schlucke, genoss die Wärme, die sich langsam in seinem Körper ausbreitete. Mit einem Seufzen stand er auf und ging ins Bad.
Hin und wieder einen verächtlichen Blick in den Spiegel werfend entledigte er sich seiner Klamotten. Er zog die Augenbrauen zusammen. Langsam brauchte nicht einmal mehr anzufangen die blauen Flecken zu zählen...Und das wiederum würde ihm Ärger mit Kana einbringen.
Sie hasste es, wenn irgendwelche Makel seinen Körper befleckten, den sie sich in ihrer Sucht nach schönen Dingen zu Eigen gemacht hatte.
Er schüttelte den Kopf und stieg unter die Dusche. Unter dem warmen Wasser entspannten sich seine Muskeln etwas und das Make-up verschwand nach und nach im Abfluss. Nach einiger Zeit verließ er die Dusche, wickelte sich in ein großes Handtuch und ging in die Küche. Dort griff er nach seinem Tee und nahm diesen mit ins sein Schlafzimmer.
Erschöpft ließ er sich auf sein Bett fallen, stellte die Tasse daneben auf den Boden. Er griff sich sein Schlafshirt und Shorts, zog beides über und wickelte sich in die Bettdecke. Sein Körper war wie gelähmt vor Müdigkeit, sodass er nicht mehr dazu kam den Tee zu trinken, sondern beinahe sofort einschlief.
Delphy StarDragon - 12.04.2008, 19:24

mir gehen so langsam die kommentare zu deiner story aus XD
das kapitel hab ich bereits vor einigen tagen gelesen, hab den kommi erst total vergessen und weiß nun nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte, außer: määähhrrr! ^,^''
vorausschauend fand ich es übrigens nicht und als lückenfüller würde ich das auch nicht bezeichnen. aber abgesehen davon sind lückenfüller auch fast immer teil einer story, wo man einiges an hintergrundwissen erfährt. von daher freu ich mich besonders auf das nächste kapitel über zeros vergangenheit ^,^
Sharith - 12.04.2008, 22:37

Glaub mir an Hintergrundwissen kommt noch einiges *lach*
Aber erst ein bisschen später...
ich denke ich werd das nächste Kapitel nächste Woche oder übernächste on stellen...allerdings muss ich dazu sagen, dass das ein ziemlich krasser Stimmungswandel da erstmal is XD
Ferach - 23.04.2008, 19:24

und ich wollte es in einer ruhigen minute lesen und dann streikte mein lappi. nun hab ich es endlich nachgeholt.
gefällt mir^^ muss ebenfalls sagen, dass es nicht so nach lückenfüller klingt. und voraussehbar. nicht wirklich ;)
bin mal gespannt, wie es weiter geht!
Sharith - 30.04.2008, 14:19

Dann bin ich beruhigt. Ich hab bei dem Kapitel immer dieses Gefühl, dass es irgnedwie überflüssig is XD
Ich komm echt zu nichts mehr. Aber das Kapitel kommt bald. Ich muss nur mal Zeit haben es rauszusuchen XD
Sharith - 01.05.2008, 23:58

[Sorry für den Doppelpost aber jetz mitten in der Nacht hab ich grad mal Zeit ^^°]

Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 5/x
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirkliche geschehen.
Comment: Ich hab euch gewarnt, der Stimmungsumschwung is krass. Aber ich mag es trotzdem ^^° Hier also Teil 1 von Zeros Vergangenheit ^^

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5. Interlude I: Zero- A night full of memories

„Zeeeeeroooooooo-senpaaaaiiii!“ Er schreckte zusammen, sah sich aber nicht um.
„Ohayo, Daisuke…“ meinte er nur leise und sah den Jungen, der nun neben ihm lief nicht einmal an. Die Aufgabe nicht wieder einzuschlafen nahm seine Konzentration schon zu sehr in Anspruch.
Der Jüngere jedoch strahlte ihn weiter an und ließ sich auch durch sein Schweigen nicht davon abbringen, weiter mit ihm zu reden.
„Kommt Shinya-senpai heute wieder?“ fragte er neugierig. Wie immer. Zumindest wie immer in den letzten zwei Wochen, in denen Shinya nicht zur Schule erschienen war. Jetzt schlich sich ein kleines Lächeln auf Zeros Lippen und auch sein Tonfall änderte sich.
„Hai…“ er nickte leicht, wobei der dem Anderen nun doch ins Gesicht sah. „Heute ist er wieder da…“ Ihm wurde es etwas leichter ums Herz, hatte er sich doch Sorgen um seinen besten Freund gemacht, obwohl er natürlich gewusst hatte, wo sich dieser aufhielt.
Am Schultor verabschiedete er sich mit einer kurzen Geste von Daisuke und ging weiter zu dem Platz, an dem er und Shinya sich immer trafen.
Schon von weitem sah er die schmale Gestalt dort stehen, was seine Schritte beflügelte und ohne etwas zu sagen schloss er den Braunhaarigen in die Arme, was dieser nach einem kurzen erschrockenen Zusammenzucken auch erwiderte.
„Schön dass du wieder da bist, Shin-chan…“ Zero lächelte ihn ehrlich an, was sein schüchterner Freund erwiderte.
„Du tust ja so, als wäre ich irgendwo gewesen, wo es unglaublich gefährlich ist…“ erwiderte der Heimgekehrte leicht grinsend. Zero nickte bekräftigend.
„Immerhin Tokyo…“ Auch er musste lachen. Dann sah er sich seinen Freund genauer an. „Scheint dir aber gut getan zu haben…“ Ein weiteres warmes Lächeln für den Zierlicheren der Beiden.
„Hat es auch…ich konnte mich ja zwei Wochen vollkommen entspannen…“
Die beiden machten sich allmählich auf den Weg ins Schulinnere.
„Ich hätte auch gern mal so ein Glück…“ maulte Zero gespielt, erntete dafür ein weiteres leises Lachen.
„Tja, so 'ne großartige Schwester, die sich 'nen heißen Kerl aus Tokyo zum heiraten sucht, kann eben nicht jeder haben…“
„Ach, er war heiß…?“ Ein spielerische Kopfnuss von Shin war die Antwort.
„Du weißt wie ich das meine…“
Sie ließen sich auf ihren Plätzen nieder und wollten mit ihrem Gespräch fortfahren, als plötzlich jemand ins Klassenzimmer gestürmt kam und Shinya förmlich in die Arme sprang.
„Shinyaaaaaaaaaaaa~…“ Dieser schaute ziemlich perplex, tätschelte dem Jüngeren aber den Kopf.
„Is ja gut ,Daisuke,…lass mich los, ok?“ Sofort stand der Angesprochene auf und stand ein wenig verlegen vor dem Braunhaarigen.
„Schön, dass du wieder da bist…“, fügte er noch mit einem kindlichen Lächeln hinzu.
Shinya nickte.
„Hai, ich freu mich auch. Du hast doch Zero keinen Stress gemacht, während ich weg war, oder?“ fragte er dann gespielt streng. Dai sah ihn mit großen, unschuldigen Augen an.
„Ich? Nööö...“
Ein verächtliches, wenn auch scherzhaft gemeintes Schnauben von Zero folgte.
„Neeeeeeeiiiiiin…bloß nicht…“ Zero sah seinen besten Freund mit wichtiger Miene an. „Er hat mir nur ungefähr alle fünf Minuten die Ohren zugeheult, warum du nicht da bist und mich mindestens genauso oft gefragt, wann du endlich wiederkommst…“ berichtete er grinsend.
„Gar nicht wahr!“ fuhr Daisuke dazwischen. „Du übertreibst…“ Während Shinya sich das Lachen verkneifen musste nickte Zero mit theatralischem Gesichtsausdruck.
„Stimmt schon…“ Er sah Shinya an, machte eine kurze Pause. „Ich hab übertrieben, ich gebe es zu…“ Er hielt kurz inne. „Dai hat nur alle zehn Minuten gefragt…“ beendete er ernsthaft den Satz. Während Daisuke schmollend dastand konnte Shinya nicht mehr und brach in Gelächter aus.

~~~
„Und das hat sie dir wirklich ALLES geschenkt?” fragte Zero verzückt. Shinya nickte begeistert.
„Ja, hat sie. Sie meinte, sie braucht die Sachen nicht mehr, weil sie ja keine Zeit mehr hat, seit das Kind da ist…“ Genau wie der Schwarzhaarige betrachtete er den Koffer voller Klamotten.
„Die Frau ist genial…“ lobte dieser Shinyas neue Schwägerin. „Das sind alles Designersachen…“ mit Begeisterung kramte er sich durch die Stoffe und erkannte sogar einige Sachen, die er in Zeitschriften gesehen hatte, wieder. „h.Naoto…“ hauchte er begeistert und hielt mit leuchtenden Augen eins der Stücke in die Höhe.
„Würde dir sicher stehen…wenn es dir passt, kannst du es gern haben…“, meinte Shinya sanft, denn es musste Zero wirklich gefallen, konnte man solche Begeisterungsausbrüche doch eher selten bei ihm beobachten.
„Echt jetz'?“
„Hai, zieh es mal an…“ Shinya wies in Richtung Bad, wo sein Freund sich umziehen und herrichten sollte. „Ich warte hier…“
Zero nickte und verschwand schnell im angrenzenden Raum.

Keine fünf Minuten später betrat er das Zimmer wieder und blickte leicht verlegen um sich.
„Ich hätt' nich' gedacht, dass das Teil SO kurz ist…“, meinte er, wobei er auf den Saum des Rockes deutete, der auf der oberen Hälfte seiner Oberschenkel hing. Shinya betrachtete ihn kritisch.
„Kannst du dir doch leisten, mit den Beinen…“ meinte er dann und legte die Zeitschrift zur Seite, in der er geblättert hatte. Gleich darauf stand er auf und drehte sich einmal um die eigene Achse, was den weiten Rock des Kleides, das er trug, zur Geltung brachte. „Na, was meinst du?“ fragte er dann erwartungsvoll.
„Perfekt…“ Zero kam mit einem Lächeln näher und nahm seinen besten Freund kurz in den Arm. „Jetzt fehlt nur noch das richtige Make-up und dann würde keiner merken, dass du kein Mädchen bist...“ Er grinste, als Shin ihn spielerisch in die Seite boxte.
„Ja klar, und dir fehlen ganz eindeutig noch Strapse und Fuck-me-boots!“ erwiderte der Braunhaarige lachend. Zero ließ sich aufs Bett fallen und blickte zu ihm hoch.
„Dann können wir ja danach schau'n, wenn wir das nächste Mal einkaufen gehen…“ gab er grinsend Antwort. Shinya setzte sich mit einem Kopfschütteln neben ihn.
„Wo denn? Hier gibt’s so was doch nicht…“ Er ließ sich nach hinten fallen und verschränkte die Arme unter dem Kopf. „Ich sag dir…in Tokyo hättest du viel Geld gelassen, Zero-chan…da gab’s Läden ohne Ende, in denen man solche Klamotten kaufen konnte…“ Ein Seufzen entrang sich seinen Lippen.
Der Angesprochene beugte sich mit einem Lächeln über ihn.
„Dann kann ich ja schon mal anfangen zu sparen, ne?“
„Wieso?“ Shinya zog eine Augenbraue in die Höhe und sah seinen Freund verwirrt an. Dieser tippte ihm mit dem Finger auf die Nasenspitze.
„Na, wir machen doch diesen Ausflug nach Tokyo…in…“ Er dachte kurz nach. „…2 Monaten?“ Shinyas Gesichtsausdruck blieb fragend.
„Tun wir?“ Erst jetzt fiel es Zero wieder ein und er sprang schnell vom Bett.
„Aaahhh…gomen…ich hab das total vergessen…das haben wir ja letzte Woche besprochen, als du weg warst…“ Er kam wieder zum Bett, um Shinya ein Infoblatt für den Ausflug zu überreichen und setzte sich dann wieder neben ihn. während dieser den Zettel überflog.
„Klingt nicht schlecht…“, kommentierte er mit einem Nicken und einem knappen Lächeln. „Das Beste ist, dass der Ausflug an einem Freitag ist…“
„Wieso?“ unterbrach Zero ihn. Shinya setzte sich ebenfalls auf und ließ das Blatt vom Bett segeln.
„Na, ganz einfach: Dann können wir das Wochenende über noch bei meiner Schwester bleiben und am Sonntag nach Harajuku gehen…“ Mit jedem Wort waren Zero’s Augen größer geworden.
„Harajuku?“ fragte er ungläubig. „Is' ja krass.“ Mehr brachte er nicht raus, um seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Shinya jedoch wusste, wie es ihm ging; hatte sein bester Freund doch schon seit Jahren davon geträumt, endlich mal aus der Kleinstadt, in der sie lebten, herauszukommen und wenigstens einmal in seinem Leben die Cosplayer in Harajuku mit eigenen Augen zu sehen.
Seine Vermutung über Zeros Freude wurde bestätigt, als dieser ihm stürmisch um den Hals fiel, so dass er nach hinten kippte und sie nun beide auf Shinyas Bett lagen.
„Das is' so toll…, so dermaßen genial…“ sprudelte es in immer neuen Variationen der Freude aus dem Schwarzhaarigen heraus, so dass Shin nicht umhin konnte, in Lachen auszubrechen.
„Is' ja gut…“ er pattete den Kopf seines Freundes. „Und am Freitag können wir einkaufen gehen, wenn du willst…“ Eifriges Nicken war die Antwort. Dann sah Zero allerdings auf die Uhr.
„Shit…wo wir grad' beim Thema sind…ich muss los zur Arbeit…“ Mit diesen Worten verschwand er im Bad und kam kaum zwei Minuten später in Schuluniform wieder heraus. Shinya begleitete ihn noch zur Tür.
„Ich kann’s immer noch nich' glauben, dass du den Job noch nicht hingeschmissen hast…“ Zero zuckte mit den Schultern.
„Was hab ich großartig für 'ne Wahl?…es gibt Schlimmeres…und die Bezahlung stimmt auch…“ Er erntete jedoch nur ein leichtes Kopfschütteln von Shinya.
„Der Typ hat dich angegraben!“ meinte er entrüstet. Sein Freund aber schnaubte verächtlich und hob andeutungsweise das Knie.
„Der hat zu spüren bekommen, was das für Folgen hat…“ begründete er mit einem leichten Grinsen. Shinya wusste, dass Zero sich damals gewehrt hatte; und zwar auf eine Weise, die mit Sicherheit schmerzhaft gewesen war. Also zuckte er nur leicht mit den Schultern und umarmte den Schwarzhaarigen.
„Dann bis morgen, ok? Viel Spaß…“ Der Angesprochene verdrehte die Augen.
„Werd' ich haben…“ Er hob noch einmal kurz die Hand zum Gruß und verließ dann endgültig das Haus der Terachis.

~~~
„Bin zu Hause!“ Zero zog seine Schuhe aus und ließ sie, genau wie seine Tasche, erst einmal fallen. Da steckte seine Mutter auf schon den Kopf aus der Küche.
„Und wie war dein Tag, Liebling?“ Sie lächelte ihn liebevoll an.
„Sag nich' Liebling.“ meinte der so Angesprochene scherzhaft.
„Ach, lass mir doch auch meine Freude! Komm her, das Essen ist gerade fertig!“ Freudig nickte der Schwarzhaarige und folgte seiner Mutter in die Küche.
„Sieht gut aus!“ lobte er sie.
„Na, so lange es auch so schmeckt…“ Sie setzte sich ihm gegenüber und sie begannen zu essen.
Eine Weile herrschte einvernehmliches Schweigen. Zero wusste genau, dass er und seine Mutter nicht miteinander reden mussten. Sie wussten meist auch so, wie es dem jeweils anderen ging, hatten sie doch schon immer ein ungewöhnlich gutes Verhältnis zueinander gehabt. Nach einer Weile jedoch begann seine Mutter zu sprechen.
„Ist Shinya wieder da?“ fragte sie ohne Zusammenhang in den Raum hinein. Zero sah sie ein wenig erstaunt an. Er hatte mit keinem Wort erwähnt, dass sein bester Freund heute zurückkehren würde.
„Ja. Woher…?“ Er wurde von seinem sanft lächelnden Gegenüber unterbrochen.
„Du wirkst heute glücklicher als in der letzten Zeit…“ erklärte sie woraufhin ihr Sohn nickte.
„Es war schon irgendwie blöd ohne ihn…ich meine Daisuke war da, und ich mag den Kleinen echt, aber…er is' eben nich' Shinya, ne?“ schloss er seine Ausführungen.
„Der Kleine?“ seine Mutter zog eine Augenbraue in die Höhe. „Er ist ein Jahr jünger als du…und minimal kleiner…“ Zero lachte leise.
„Aber er benimmt sich wie Grundschule…manchmal zumindest…“
„Verstehe…aber jetzt hast du deinen Shin ja wieder…“ Sie aß noch einen Happen und sah ihren Sohn dann fragend an. Zero musste sich ein weiteres Auflachen verkneifen, denn er wusste, was jetzt wieder kommen würde. Aber er war seiner Mum deswegen nicht böse.
„Und du bist sicher…dass ihr nicht zusammen seid?“ gespielt nachdenklich sah Zero sie an. Zögerte die Antwort hinaus.
„Wenn du mich so fragst….sehr sicher…“ gab er mit einem Lächeln Auskunft. „Ich hab dir doch schon oft erklärt, dass wir einfach beste Freunde sind und dass da sonst nichts zwischen uns ist.“ Gut. Sie hatten sich schon geküsst, aber alle Details musste er ja auch nicht erzählen.
„Wenn du das sagst…“ Ein mildes Lächeln.
„Tu' ich….ach, wart' mal kurz…“ Er stand auf und ging in den Flur zurück. Aus seiner Tasche fischte er den Rock, den Shinya ihm geschenkt hatte. Er kam wieder in die Küche und hielt seiner Mutter das Kleidungsstück entgegen, die es aufmerksam musterte.
„Hübsch. Wo is' der Rock dazu?“ fragte sie ihn amüsiert, bekam jedoch als Antwort nur eine herausgestreckte Zunge.
„Den hat Shin mir geschenkt, sieht cool aus, oder?“ fragte Zero mit unverminderter Begeisterung. Ein leichtes Nicken.
„Du trägst ihn, nicht ich…aber du hast keine passenden Schuhe dazu, oder? Die Stiefel sind doch hinüber, seit der Hund der Nachbarn sie so lecker fand…“ Der Junge setzte sich wieder hin, legte das Kleidungsstück neben sich.
„Ich weiß…“ Er seufzte, „Aber ich find' schon ein paar Neue…hoffe ich…“
Sie aßen zu Ende, dann stand Zero auf.
„Ich bin oben, ok? Muss kurz-“
„…Shin anrufen, ich weiß. Dann geh schon…“ Seine Mutter winkte ihn spielerisch aus der Küche und er ging nach oben in sein Zimmer.

Dort ließ er die Tasche wieder in eine Ecke und sich selbst aufs Bett fallen, bevor er nach dem Telefon angelte, um eben erwähnten, besten Freund anzurufen.
Es klingelte nur einmal, dann nahm der Andere ab.
„Hey, Zero!“
„N' Abend!...Gott, ich hab es vermisst, mit dir zu telefonieren…“ Shinya lachte.
„Es waren nur zwei Wochen!“
„Jaaaa…aber zwei lange…“ Er kicherte. „Weißt du, welche Idee meine Mum heute mal wieder hatte?“
„Lass mich raten…wir sind zusammen?“ Zero konnte das Grinsen seines Freundes quasi durch das Telefon hindurch sehen.
„Genau! Genial, oder?“ Er wickelte sich die Telefonschnur um den Finger. „Ich frag mich, wann sie das endlich lässt…“
„Ach komm! Deine Mum ist toll! Gönn ihr doch die kleine Macke…“
„Auch wieder wahr…“ Zero hielt kurz inne. „Sag mal…hast du Lust, diese Woche irgendwann mit mir Schuhe kaufen zu gehen?...der Hund unserer Nachbarn hat meine Lieblingsstiefel zerfleischt…“ Er ließ ein tiefes Seufzen hören.
„Was?“ Shinya schien verblüfft. „Die schönen hohen?“
„Genau die…“ Der Jüngere überlegte kurz.
„Wenn du noch ein bisschen warten kannst, können wir dann auch in Tokyo welche kaufen…ich hab fast identische in 'nem Szeneladen gesehen…und nich' mal sehr teuer…“
„Mhhh~…“ brummelte Zero. „Wieso nicht…die Zeit werd ich auch noch überleben…“ Er gähnte leise.
„Müde?“
„Mhn…“ kam wieder eine gebrummelte Antwort. „Ich hab zwei Wochen allein mit Dai hinter mir…das zehrt…“ meinte er schief grinsend
„Du bist so gemein!“ lachte Shin.
„Ja ich weiß…danke…“ Er rappelte sich etwas auf. „Aber…ich glaub ich hau mich jetz' wirklich ins Bett…sonst penn ich wieder in der Schule ein…“
„Wieder?“ Er hörte förmlich, wie Shinya eine Augenbraue in die Höhe zog.
„Geschichte is' nun mal langweilig…“ Shin schüttelte den Kopf. Das war typisch.
„Ok, dann stör ich dich nich' länger. Morgen wie immer?“
„Joa…dann schlaf gut, Shin.“
„Hai, du auch.“
Zero legte auf und manövrierte den Hörer wieder auf seinen Platz zurück. Er stand auf und ging ins Bad, um sich die Zähne zu putzen. Duschen würde er am nächsten Morgen, sonst würde er nie wach werden. Nachdem er sich zurück in seinem Zimmer bis auf die Shorts ausgezogen hatte, kroch er unter die weiche Bettdecke und löschte das Licht. Sein Blick richtete sich auf die dunkle Zimmerdecke, seine Gedanken wanderten zu Shinya.
Er war wirklich froh, dass sein bester Freund wieder da war.
Delphy StarDragon - 08.05.2008, 19:11

*quietsch* jetzt weiß ich wieder, was ich schon die ganze woche machen wollte. dass kommt davaon, wenn man sich den kommi für später aufheben will. ich hatte nämlich genauso mitten in der nacht zeit gehbt, das hier zu lesen, war danach aber zu faul für einen kommi. wobei so lang wird da ja eh nicht, weil ich mich sowieso wiederhole, wenn ich sage, dass das kapitel wieder schön gelungen ist.
dieses kapitel ist so... anders. ungewohnt. ich musste mich wahrlich erst mal reinlesen. aber so sagtest ja vorher schon, dass das ein krasser stimmungswechsel ist und nun weiß ich, was du gemeint hast. ich bin neugierig auf den zweiten teil der rückblende.
Sharith - 12.05.2008, 21:48

*nick*
Ja, ich hatte auch mehrmals überlegt, ob der Unterschied nich zu krass is, mich dann aber entschlossen es so zu lassen, weils diese extreme Veränderung ja später noch erklärt wird, das dauert aber noch ein bisschen.
Das nächste Kapitel is dann erstmal wieder ein normales, also es geht in der eigentlichen Story weiter ^^°
Ferach - 05.06.2008, 12:53

*endlich das lesen nachholen muss* OO

ich finde den wechsel gut^^ könnte eigentlich nicht besser sein. es ist bissi erfrischend, um es mal so zu sagen, zu sehen, dass es zero auch mal gut ging^^
ich will daisuke haben XDD *sich das so bildlich vorstellen konnte* hatte was von bleach, muss ich sagen^^
allerdings, darf ich das sagen? o.o *duck* der stil ist diesmal nicht so gut. das klang schon besser. aber nicht zu schlimm^^

gefällt mir auf jeden fall^^
Sharith - 07.06.2008, 12:17

ja, ich weiß, der Stil hat hier ein bisschen gelitten...was vielleicht vor allem daran liegt, dass ich so fröhliche Sachen allgemein nich wirklich gut schreiben kann und es mir dann immer etwas gezwungen vorkommt ^^°
Aber shcön, dass du es trotzdem magst.
Daisuke...kann ich dir ausleihn XD den brauch ich erst später nochmal...
Sharith - 22.06.2008, 16:06

Titel: The World in a Cage
Autor: Sharith
Beta: Juli
Kapitel: 5/18?
Pairing: verschiedene, erst später
Fandoms: D'espairsRay, später Gazette, Dir en grey, Kagerou,...
Genre: Dark, Drama
Altersempfehlung: ab 16(Gewaltszenen und ähnliches) Es darf natürlich jeder lesen, aber ich wollte darauf hingewießen haben.
Disclaimer: die real existierenden Personen gehören sich selbst; alles andere ist auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist Fiktion und nie im Ganzen oder in Teilen wirklich geschehen.
Comment:Puh....ja dann doch mal n Update, weil ich grad frustriert bin...ich mag das Kapitel irgendwie *dröppel*...whatever
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06. Dears

Am nächsten Morgen wachte er auf, als er etwas Nasses an seiner Hand fühlte. Zero verzog mit noch immer geschlossenen Augen das Gesicht, konnte sich nur langsam aus der ruhigen Bewusstlosigkeit des Schlafes hervorkämpfen. Er blinzelte unwirsch gegen das ins Zimmer fallende Licht und sah sich suchend um, bis er feststellte, dass er wohl im Schlaf in die Tasse gegriffen hatte, die samt Tee immer noch neben seinem Bett stand. Langsam setzte er sich auf, versuchte keine Schmerzen herauszufordern. Er trocknete seine Hand an der Bettdecke ab und griff dann zielsicher in seine Nachttischschublade. Nach ein paar Sekunden zog er einen Streifen Schmerztabletten hervor, nahm sich zwei und spülte sie mit einem Schluck kaltem Tee hinunter.
Er verharrte noch ein paar Momente sitzend im Bett, schlug dann jedoch seufzend die Decke beiseite und machte sich auf den Weg ins Bad.

Zwei Stunden später tat er etwas, das er verabscheute und nach Möglichkeit weitestgehend vermied.
Innerlich seufzte er.
Er hasste Menschenmassen, Gedränge und all das, was sich in den Einkaufsmeilen der Stadt abspielte. Eingepfercht wie Tiere schoben sich die Menschen durch die großen Kaufhäuser.
Mittendrin er selbst.
Normalerweise versuchte er solche Ausflüge weitestgehend zu vermeiden, doch heute war – zu zu seinem Leidwesen – nicht daran zu denken.
Und das nur, weil Kana ihm eine ihrer Karten geschickt hatte, die er ungefähr alle zwei Monate auf seinem Platz in der Garderobe fand.
Wie immer war sie aus altrosa gefärbtem Pergamentpapier gefertigt und mit einigen netten aber bestimmten Sätzen beschriftet gewesen, die ihm mitteilten, was sich seine Stammkundin diesmal wünschte.
Und leider Gottes hatte ihn Maya beim Lesen der Nachricht überrascht und ihn freundlich darauf hingewiesen, dass er ihr gleich neues Make-up mitbringen könne, wenn er einmal unterwegs war.
War das eigentlich fair?
Gehüllt in seinen schwarzen Mantel, eine Sonnenbrille auf der Nase, das Gesicht zu Boden gewandt, machte Zero sich auf den Weg, versuchte das lebendige Treiben, das sich um ihn herum abspielte, weitestgehend zu ignorieren.
//...wie ich das hasse...//

Er lief hastig durch das Einkaufscenter, zu dem Laden, zu dem Maya ihn geschickt hatte.
//Das nächste Mal sperre ich mich auf dem Klo ein, wenn ich Post bekomme...//
Er sah auf, als er den Laden erreichte.
Wenigstens war es einer dieser Underground-Shops, in die sich kein „Normaler“ verirrte, sondern nur Leute, unter denen er auch nicht weiter auffiel. Zielstrebig ging er auf das Regal zu, in dem sich das von seiner Kollegin gewünschte Make-up befinden musste, als er plötzlich gegen jemanden stieß.
Er stieß einen leisen Fluch aus und wollte weitergehen, als er spürte, dass er am Arm festgehalten wurde. Panik kam in ihm auf, doch bevor er irgendetwas tun konnte, vernahm er eine Stimme, die ihm bekannt vorkam.
„Hey...du? Wie geht's dir?“
Innerlich sackte er zusammen.
//Nein...der Typ hat mir grade noch gefehlt...//

Er sah sein Gegenüber nicht an.
„Lass mich los.“, war alles, was er mit leiser Stimme verlangte.
„Du siehst echt nicht gut aus...du solltest vielleicht mehr schlafen...“
//Ich pack's nich...was wird das jetz?//
Er hob den Kopf.
„Kümmer dich endlich um deinen eigenen Scheiß und lass mich in Ruhe.“
Hizumi lächelte ihn nur an.
„Immer mit der Ruhe.“ Endlich konnte Zero seinen Arm befreien und eher unwillkürlich ließ er den Blick über den Körper des anderen schweifen.
Und was er sah, versetzte ihn in Staunen.
Das war keineswegs der Typ, der ihn neulich aufgesammelt hatte. Das war nicht der junge Mann, der in Jeans und einem schlichten schwarzen Pullover durch die Straßen lief und ohnmächtige Stricher mit zu sich nach Haus nahm.
Nein, ganz und gar nicht. Vor ihm stand jemand in einem beinahe perfekt abgestimmten, gothicartigen Visualoutfit. Die Klamotten waren wirklich nicht übel.
Der einzige Makel war, dass sein Gegenüber eben das Gesicht dieses Kerls von neulich hatte.
Zero ließ sich äußerlich nichts anmerken und setzte seinen Weg zum Regal fort, welches er durchforstete, bis er das Gewünschte gefunden hatte.

Mit einem leicht missmutigen Geräusch - denn er war nun mehr als nur ein bisschen genervt davon, dass Maya ihn hierher geschickt hatte - griff er sich die kleine Dose und schritt dann, wieder erfolgreich alles um sich herum ausblendend, zur Kasse um zu zahlen. Wenigstens das Geld hatte seine Kollegin ihm schon im Voraus gegeben.
Kurze Zeit später steckte er das erstandene Make-up in seine Umhängetasche und verließ das Geschäft, die Blicke auf den Boden zu seinen Füßen geheftet.
Was er dadurch nicht mitbekam, waren die Blicke, die Hizumi ihm, begleitet von einem nicht zu deutenden Lächeln, hinterherwarf.

Zero stand keine zehn Minuten später vor einem der Kleiderständer und starrte so grimmig wie es ging, ohne dabei wirklich eine Miene zu verziehen, die Kleidungsstücke an, die vor im hingen.
Das konnte Kana nicht ernst meinen.
Stammkundin hin oder her, er überlegte wirklich, ob er es nicht irgendwie hinbekommen könnte, dass er das NICHT anziehen musste.
Dann lieber ganz nackt.
„Gefällt es dir nicht?“, fragte ihn die junge - und nach seinem Geschmack viel zu neugierige – Verkäuferin, da er jetzt schon einige Zeit regungslos auf die für ihn hinterlegten Sachen starrte, ohne irgendwelche Anzeichen zu machen, sie mitzunehmen.
Vielleicht war das der Nachteil daran in Underground-Shops einzukaufen: Die Angestellten behandelten einen weitaus persönlicher als die Verkäufer in anderen Geschäften, wenn sie der Meinung waren mit Leuten aus „ihrer Szene“ zu sprechen.
„Mh.“, war seiner Laune entsprechend alles, was er zunächst von sich gab.
Dann folgte ein schicksalsergebenes Seufzen. Er wusste ja, dass er keine andere Wahl hatte, zumindest, wenn er nicht riskieren wollte, dass Kana wirklich sauer werden würde. Das hatte er einmal erlebt und wollte es sich um seiner Gesundheit Willen ein weiteres Mal ersparen.
„Pack's ein.“, meinte er deshalb nach einigen weiteren Sekunden des Schweigens resignierend und folgte der jungen Frau zur Kasse, wo sie die Klamotten in schwarzen Tüten, mit dem Logo des Ladens darauf, verstaute und ihm aushändigte.
„Viel Spaß damit, bezahlt ist ja schon alles, ne?“ Zero nickte. Kana zahlte ihm diese Dinge immer, wenn es ihr selbst einen Nutzen brachte. „Dann viel Spaß und einen schönen Tag noch!“
Der Schwarzhaarige konnte ein wütendes Schnauben gerade noch unterdrücken.
Schöner Tag, aber sicher. Sein ganzes Leben war schließlich von Sonnenschein durchflutet und bereicherte ihn täglich mit neuen Genüssen.
//...und Stachelschweine können fliegen.//
Mit einem weiteren Seufzen trat er aus dem Laden. Er sollte sich diesen unangebrachten Sarkasmus wirklich abgewöhnen...
Nach einem kurzen Blick zur Orientierung fixierte er die Uhr des Einkaufszentrums, woraufhin sich seine Augenbrauen missmutig zusammenzogen.
Er hatte viel zu viel Zeit verschwendet.

Am Nachmittag desselben Tages stand Zero vor seinem Spiegel und warf sich einen letzten kritischen Blick zu. Er konnte immer noch nicht recht fassen, dass Kana das wirklich von ihm verlangte. Zumal er noch nicht einmal wusste, warum er diese Aufmachung eigentlich tragen sollte.
Schließlich wandte er sich von der Glasfläche ab, nahm seine Tasche und den Mantel und verließ einige Sekunden später die Wohnung.
Draußen angekommen lehnte er sich an die Hauswand, bevor er eine Zigarette aus seiner Tasche fischte, um sich mit deren Vernichtung die Wartezeit zu verkürzen.
Es dauerte allerdings nicht lange bis ein schwarzes, nobel aussehendes Fahrzeug neben ihm hielt, aus dem ein junger Mann ausstieg.
Der Zero nickte dem Fahrer nur knapp zu, öffnete sich dann selbst die Tür zum hinteren Teil des Wagens und ließ sich in die Polster der Rückbank sinken.
Kaum war die Fahrzeugtür wieder geschlossen, wurde die Trennwand zwischen Fahrer und dem hinteren Wagenteil herunter gefahren und ein Paar brauner Augen blickte ihn durch den Rückspiegel belustigt an.
„Sieht man dich also auch mal wieder, Zero-kun.“
„Halt die Klappe.“, antwortete der Angesprochene ohne den Fahrer auch nur eines Blickes zu würdigen.
„Hast heute wieder einen deiner besonders liebreizenden Tage, was?“, kam es nun kichernd von vorn, gleichzeitig wurde jedoch der Motor des Wagens gestartet.
„Ja, und wenn du das nicht am eigenen Leib zu spüren bekommen willst, dann hör auf zu nerven.“ Mit diesen Worten betätigte der Stricher den Knopf, der die Trennwand wieder nach oben fahren ließ und nachdenklich die Stirn runzelte.
Er fragte sich, wie Kana es mit solchen Angestellten aushielt.
Vermutlich war jedoch davon auszugehen, dass der Andere sich bei ihr keine solchen Verhaltensweisen erlaubte.

Lange hatte er allerdings nicht Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn schon nach wenigen Minuten hielt der Wagen wieder, und als er ausstieg, konnte Zero schon Kana erkennen, die, ganz Hausherrin dieses Anwesens, in der Eingangstür stand und seine Ankunft beobachtete.
Der Schwarzhaarige ging auf sie zu und gab ihr den üblichen Handkuss. Die Frau wandte sich an den Fahrer, als Zero an ihr vorbei ins Innere des Hauses trat.
„Ich hoffe, er hat sich benommen?“
Der Angesprochene lachte leise.
„Aber natürlich, Madam. Er war reizend wie immer.“ Kana nickte, obwohl sie natürlich den leicht ironischen Unterton ihres Angestellten vernommen hatte.
„Dann hol jetzt bitte unseren anderen Gast ab. Ich möchte nicht länger warten als unbedingt nötig.“ Mit diesen Worten ließ sie den Brünetten stehen und wandte sich ganz ihrem Lieblingszeitvertreib zu.
„Willst du nicht den Mantel ausziehen, Zero?“
„Natürlich.“ Ohne auch nur an Widerworte zu denken, entledigte er sich des Kleidungsstücks, bevor er seiner Freierin weiter ins Innere des Hauses folgte.

Sie führte ihn in das großzügig gestaltete Wohnzimmer, das in hellen, kühlen Tönen gehalten war und bedeutete ihm, sich auf einem der weißen Ledersofas niederzulassen.
Eine Weile starrte Zero schweigend und mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen vor sich hin. Er spürte Kanas verlangenden Blick auf seinem Körper ruhen, während er versuchte, sich im Kopf die Worte zurecht zu legen, die ihm schon gestern in den Sinn gekommen waren.
„Kana?“, sprach er sie zurückhaltend, beinahe schüchtern klingend an.
„Ja?“
„Warum...das...?“, fragte er und machte eine Geste an seinem Körper entlang, die ihr zeigen sollte, dass er auf sein Outfit ansprach.
„Oh, ich dachte, es steht dir.“, meinte sie und warf ihm ein katzengleiches Lächeln zu.
„Es ist...weiß.“ Etwas irritiert schaute Zero auf, als seine Kundin auf diese Bemerkung hin auflachte.
„Ich wusste, dass dich das freuen würde, mein Lieber.“, konterte die Ältere, ein weiteres Kichern nur schwerlich unterdrückend.
Bevor er jedoch noch etwas erwidern konnte, öffnete sich die Tür und ein zierlicher junger Mann mit hellbraunem Haar und vollen Lippen trat ein.
„Madam? Ihr Gast ist jetzt anwesend.“
Die Hausherrin nickte.
„Danke, Uruha. Bring ihn bitte ins Atelier. Wir sind gleich da.“
Mit einem Nicken verschwand ihr Angestellter wieder aus dem Zimmer und Zero konnte nicht anders, als Kana verwundert anzusehen.
„Ich habe ihn von deinem Boss gekauft. Er hat mir gefallen. Findest du nicht, dass ihm diese Uniform wirklich gut steht?“, fragte sie ihn in freundlichstem Plauderton.
„Sicher.“ blieb Zeros einzige Erwiderung auf das eben Gehörte.
Warum auch sollte Uruha, der sowieso wie ein Model aussah und wohl bisher einer der begehrtesten Stricher im „Grudge“ war, denn in einem Hauch aus Nichts – sprich in Hotpants und einem durchscheinenden schwarzen Hemd – schlecht aussehen?

Später folgte er seiner Kundin durch das Haus und fühlte sich dabei ein wenig wie ein Lamm auf dem Weg zur Schlachtbank.
Kana betrat vor ihm das Atelier, das er schon von früheren Besuchen her kannte. Kana war wirklich obsessiv, wenn es um Schönheit im Allgemeinen und die Schönheit junger Männer im Besonderen ging. Schließlich hatte sie es sich nicht nehmen lassen, drei großformatige Aktgemälde von Zero anfertigen zu lassen. Wo diese jetzt die Wände schmückten, wollte der Schwarzhaarige lieber gar nicht wissen.
In seine Gedanken vertieft hatte er die Räumlichkeiten betreten und sich, seiner Gewohnheit entsprechend, mit gesenktem Kopf an eine Wand gelehnt um zu warten.
„Es freut mich, dass du kommen konntest, mein Lieber!“ Zweifelsohne die hocherfreute Stimme seiner Freierin, die jetzt im Vorzimmer auf den anderen Gast zuging.
„Für dich versuche ich doch immer mein Möglichstes.“
Schleimer. Ein fröhlich klingender Schleimer.
Dessen Stimme Zero viel zu bekannt vorkam.
Dennoch weigerte er sich, den Kopf zu heben.
„Ach komm, Hizumi, tu nicht so.“ Gespielt entschuldigend fügte sie hinzu: „Ich konnte einfach keinen Anderen nehmen, und du wirst sehen, das werden die besten Fotos, die hier je gemacht wurden. Ihr beiden ergänzt euch einfach perfekt!“ Sie betonte das letzte Wort besonders.
Kana betrat mit ihrem anderen Gast das Atelier. Bei den Geräuschen hob Zero – innerlich frustriert aufstöhnend – den Kopf , blickte resignierend in den Raum und begegnete dabei einem Paar dunkler Augen, die ihn erst erstaunt und dann in gewisser Weise erfreut musterten.

Super.
Nicht nur, dass er hier in einer stofflich kaum vorhanden Fetischaufmache stand, die zu allem Überfluss auch noch weiß war, nein, Kana wollte Fotos machen, und das auch noch mit...diesem Typen, vom dem er eigentlich gehofft hatte ihn zumindest nach der Begegnung an diesem Morgen nicht mehr wiederzusehen.
Zero wusste, dass das Leben ihn hassen musste, aber dennoch war er auf diesen Schlag ins Gesicht nicht gefasst gewesen.
Ein leises, resigniertes Seufzen verließ von den anderen Personen im Raum ungehört seine Lippen.

~~~
„Ok, so steht ihr gut. Hizumi leg bitte die Hand an Zeros Kinn, als ob du ihn zu dir ziehen wolltest.“
Hektisches Klicken.
„Zero, Lippen leicht geöffnet lassen, das wirkt sonst verspannt.“
//Ich BIN verspannt...Idiot...//
Erneutes Klicken.
„Rückt noch etwas näher zusammen.“
„Wenn ich noch näher rücke, hocke ich auf seinem Schoß.“ Eine kühle Feststellung, von der Hausherrin mit einem zerknirschten Blick bedacht.
Zero atmete kurz durch und führte die Anweisung aus, musste sich dazu jedoch an seinem „Partner“ für das Shooting festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
„Die Lippen näher zusammen, ihr beiden, da sollen Funken sprühen!!!“ Der Fotograf bewegte sich hektisch, um ihre Position aus verschiedenen Winkeln aufzunehmen.
Wieder führten beide die Anweisung aus, auch wenn sich Hizumi auf das geknurrte „Wenn du mich berührst bist du tot...“ seines kleineren Gegenübers ein breites Grinsen und vor allem eine freche Antwort verkneifen musste, als er fühlte, wie sich der Körper des anderen näher an seinen schmiegte.
„Hizumi, bitte die Hand weiter nach unten.“ erklang wieder die Stimme der Hausherrin.
Der Zorn brodelte in Zero.
Das machte diese Schlampe doch absichtlich.
Er musste sich sehr beherrschen um nicht auszurasten, als sich schwarz behandschuhte Finger langsam über seinen Allerwertesten bewegten. Und das allem Anschein nach auch noch genossen.
Der einzige – schwache – Trost war, dass sein Hintern nach wie vor in den weißen Hotpants steckte. Und Zero hoffte schwer, dass das so bleiben würde.

~~~
„Soll ich dich nach Hause bringen?“, fragte Hizumi neben ihm, während der Kleinere dem Auto hinterher sah, das sie bis zu Hizumis Wohnung gebracht hatte. An diesem Punkt hatte der Chauffeur ihnen mit einem „Sorry, ich hab echt keine Zeit, noch zu Zero zu fahren, Kana tickt aus, wenn ich zu spät zurückkomme“ zu verstehen gegeben, dass sie beide aussteigen mussten und war dann davongerauscht.
//Dieser miese, kleine Bastard...//
Zero schreckte etwas zusammen, als Hizumi ihn auf die Schulter tippte und seine Frage wiederholte.
Langsam schüttelte er den Kopf, sah seinen Fotopartner das erste Mal an diesem Tag wirklich an. Ohne das Make-up wirkte sein Gesicht beinahe sanft – genau wie...
„Nein...ich...muss arbeiten...“ Erstaunlich ruhig gab er diese Aussage von sich und unterbrach gleichzeitig seinen Gedankengang.
„Ich kann dich auch dorthin bringen.“
„Sollst du aber nicht.“ Die Worten hatten schroff klingen sollen, doch bei dem Gedanken daran, was ihn noch erwarten würde, wurde Zero so anders, dass er sich nicht fähig fühlte, den Anderen wie den restlichen Tag lang anzupflaumen, so dass die Aussage eher wie eine Bitte klang.
Er nickte dem Älteren noch kurz zu und machte sich dann auf den Weg.

Hizumi indessen sah dem Davongehenden hinterher, versuchte seine Gedanken zu ordnen.
Er fand Zero zweifelsohne körperlich attraktiv, doch er hatte auch die blauen Flecken auf dessen Körper erkennen können, die ihm zeigten, was für eine Art von Leben der Andere führte.
Und sein Verhalten ihm selbst gegenüber war auch alles andere als freundlich gewesen.
Doch trotz dieser Tatsache hatte der junge Stricher seine Neugier geweckt. Er hätte nicht übel Lust, dieses Mysterium, das da hieße Zero, zu ergründen und einmal hinter diese Fassade aus Beherrschung und Abgrenzung zu sehen.
Ein leises Lächeln spielte um seine Lippen, als er seinen Wohnungsschlüssel aus der Tasche fischte und die Tür aufschloss.
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