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Funatic - 15.11.2007, 17:43
Verseuchtes Cannabis in Leipzig
In Leipzig und Umgebung sind bisher 19 akute, z.T. lebensbedrohliche Bleivergiftungen aufgetreten, die durch verseuchtes Cannabis hervorgerufen wurden. Die aktuellen Ereignisse zeigen einmal mehr, wie zwingend notwendig es ist, endlich die Möglichkeit für Drug Checking zu schaffen.
Seit vielen Jahren fordern wir - u.a. gestützt durch eine europaweit durchgeführte Bedarfsanalyse unter DrogenkonsumentInnen -, dass in Leipzig ein solches Programm etabliert wird. Bisher wurde seitens der Stadt Leipzig kein Bedarf dafür gesehen. Die Idee von Drug Checking ist es, Drogen auf deren Inhaltsstoffe und Reinheitsgrad zu überprüfen. Damit sind in illegalisierten Drogen auch hochriskante Substanzen nachweisbar, die zu Notfällen oder gar Todesfällen führen können. Entsprechende Warnmeldungen können per Web schnell verbreitet werden. Drug Checking sollte für jeden User von Ecstasy, Cannabis oder anderen Substanzen möglich sein.
Der Aufbau eines "Frühwarn- und Informationssystems" ist zwar Bestandteil der drogenpolitischen Leitlinien der Stadt Leipzig, wurde bislang aber nur unzureichend umgesetzt. Um ein Monitoringsystem aufzubauen, das sowohl über Konsumtendenzen wie auch Qualität der im Umlauf befindlichen Stoffe Auskunft gibt, ist Drug Checking allerdings unverzichtbar. In anderen europäischen Ländern hat sich das statistische Instrument Drug Checking als gesundheitsfördernde Maßnahme für drogengebrauchende Menschen bereits etabliert. Beispiele für eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Szeneprojekten sind Zürich ( www.saferparty.ch) und Wien ( www.checkyourdrugs.at).
Schon im Januar diesen Jahres informierte der Deutsche Hanfverband die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die drogen- und gesundheitspolitischen SprecherInnen der Parteien im Bundestag über gestrecktes Cannabis
( http://hanfverband.de/themen/gestrecktes_gras.html). Womöglich hätten die Vergiftungen verhindert werden können, wenn das Bundesgesundheitsministerium Warnungen des Hanfverbandes ernst genommen hätte. Statt dessen stellte das Ministerium offiziell klar, dass es sich nicht mit gefährlichen Streckmitteln in Marihuana befassen will. Das BKA prüft Cannabisproben grundsätzlich nicht auf Streckmittel. Bereits in den neunziger Jahren führte das Szeneprojekt eve & rave e.V. in Berlin Drug Checking durch, musste das Programm aber aus rechtlichen Gründen einstellen.
Es ist höchste Zeit, dass sich die bundesdeutsche Drogenpolitik an der Realität orientiert und der Gesundheit der KonsumentInnen den höchsten Stellenwert einräumt! Wir fordern deshalb die Schaffung von Rahmenbedingungen für bundesweites Drug Checking!
Solange es KonsumentInnen nicht möglich ist, sich im Rahmen eines Drug-Checking-Programmes über Inhaltsstoffe von Substanzen zu informieren, müssen wir auch weiterhin damit rechnen, dass Menschen durch Überdosierung oder toxische Beimengungen gesundheitliche Schäden erleiden oder sterben.
Weitere Infos zu Drug Checking:
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/chemie/drugchecking.html
Drug-Checking-Konzept für die Bundesrepublik Deutschland, erarbeitet vom Techno-Netzwerk Berlin für das Bundesministerium für Gesundheit:
www.eve-rave.net/abfahrer/download/eve-rave/dcm_april.pdf
Aktuelle Meldungen zur Situation in Leipzig:
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/chemie/marijuana_blei.html
Chronologische Artikelsammlung zu verunreinigtem Cannabis:
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/chemie/blei_gras_links.htm
dj_coxx - 15.11.2007, 19:07
drogen können halt tötlich sein... selbst schuld wer so´n dreck nimmt :angel13:
Funatic - 17.11.2007, 18:15
naja iss ja nur "cannabis" ..
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