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Darth Bane - 13.11.2007, 15:47
Gefakete Beziehungen - Wie schnell fliegt der Schwindel auf?
Mir ist spontan kein besserer Titel eingefallen, daher mal folgende hypothetische Situation. In vielen anderen Foren (z.B. Brigitte) liest man ja oft, dass sich eine Frau niemals mit einem Typen einlassen würde, der bis zu einem gewissen Alter noch nie eine Beziehung hatte. Wenn man nun ein Date mit einer Frau hat, wird wohl irgendwann die Frage auftauchen: "Und, wie sah es bei dir bisher mit dem Beziehungsleben aus?"
Für den Fall habe ich mir immer drei plausible virtuelle Phantom-Beziehungen (eine andere Bezeichnung fällt mir jetzt nicht ein) ausgedacht, über die ich dann plaudern würde. Ich hätte mir schon alles parat gelegt: Name, Beruf und Alter der Damen und die jeweilige Dauer der Beziehung.
1. Glaubt Ihr, dass man(n) so etwas authentisch verkaufen könnte oder würde der Schwindel sofort auffliegen?
2. Sollte es beim Date gefunkt haben und es zu einer Beziehung kommen, glaubt Ihr, dass sie spätestens dann nach relativ kurzer Zeit von meiner Unerfahrenheit Wind bekommt und meine Erzählungen beim Date nur gefaket waren?
BAT66 - 13.11.2007, 16:03

Hm, das ist ne Frage wie gut man Lügen kann. Die einen können gut Geschichten erzählen, die anderen weniger. Ob das also auffliegt oder nicht liegt an dén Fähigkeiten des Schwindlers selber. Fraglich aber ist vielmehr ob man überhaupt schwindeln sollte.
Warum soll man einer Frau vorlügen das man schon Erfahrung in Beziehungen hat ? Um sie so zu kriegen ? Weil sie keine unerfahrenen Männer mag ? Dann sollte man sie eh in den Wind schiessen, denn von einer echten Partnerin würde ich Verständnis und Einfühlsamkeit erwarten, denn das sollte Mindestbestandteil einer jeden Liebesbeziehung sein. Und dann wird sie auch damit klar kommen das Mann noch keine Erfahrung hat. Zumindestens keine praktische. In der Theorie sind wir ja hingegen meist garnicht soweit von den Normalos weg. Frauen also die nix mit ABs zu tun haben wollen, von denen würd ich auch nix wissen wollen.
Chrissy - 13.11.2007, 16:04
Re: Gefakete Beziehungen - Wie schnell fliegt der Schwindel
Darth Bane hat folgendes geschrieben: Wenn man nun ein Date mit einer Frau hat, wird wohl irgendwann die Frage auftauchen: "Und, wie sah es bei dir bisher mit dem Beziehungsleben aus?"

Ein Hinweis dazu: Zu dieser Fragestellung gibt es in dem Thread Die Gretchenfrage auch eine Umfrage.

Darth Bane hat folgendes geschrieben: Ich hätte mir schon alles parat gelegt: Name, Beruf und Alter der Damen und die jeweilige Dauer der Beziehung.

Wenn du nicht unbedingt geübter Schauspieler bist, wird dieses komplizierte Lügengebilde nicht unbedingt dafür sorgen, dass du beim Date lockerer als sonst üblich bist. Und dieses zusätzliche Verkrampfen ("Es darf nicht auffliegen, dass ich lüge") wird dir IMO im Fall des Falles vermutlich mehr Schwierigkeiten bereiten als alles andere.
Tisserand - 13.11.2007, 16:11
Re: Gefakete Beziehungen - Wie schnell fliegt der Schwindel
Darth Bane hat folgendes geschrieben:
1. Glaubt Ihr, dass man(n) so etwas authentisch verkaufen könnte oder würde der Schwindel sofort auffliegen?

Authentisch verkaufen: JA!
Jedenfalls ist das bei mir so! Wenn das Thema aufkommt, bleibe ich trotzdem sehr vage, vermeide Details, und sage Dinge wie "meine letzte Beziehung hat mich sehr verletzt...". Das reicht in der Regel.
Bei mir sind es außerdem weniger Fake-Beziehungen, sondern Fake-Affären, die mitunter etwas "länger" gegangen sind. Damit kann ich auch gut begründen, warum ich keinen Kontakt mehr zu meinen "Ex-Freundinnen" habe und warum keiner in meinem Freundeskreis davon wusste.

Auffliegen: NEIN!
Jedenfalls nicht, wenn Du es glaubhaft vorträgst.

Darth Bane hat folgendes geschrieben:
2. Sollte es beim Date gefunkt haben und es zu einer Beziehung kommen, glaubt Ihr, dass sie spätestens dann nach relativ kurzer Zeit von meiner Unerfahrenheit Wind bekommt und meine Erzählungen beim Date nur gefaket waren?

Möglicherweise kommst Du im Laufe der Beziehung etwas in Erklärungsnot. Bei mir war es so als meine Freundin meinte, sie wollte mich besser kennenlernen und deshalb mehr über meine bisherigen Beziehungen wissen. Vielleicht kam das auch daher, weil sie selbst vorher ein recht bewegtes Beziehungsleben hatte.
Das war ziemlich schwierig für mich. Ich beschrieb meine "Affären" als rein oberflächliche Sex-Geschichten und nannte als Grund, warum ich noch nie "richtig" mit einer Frau zusammen war, meinen aufreibenden Job.
Im Laufe unserer Beziehung wurde dieses Thema dann immer unwichtiger. Heute zählt mehr die Gegenwart und die Zukunft als die Vergangenheit ...

Gruß T.
Ganta - 13.11.2007, 16:38

Ohne in Details gehen zu wollen habe ich in abgewandelter Form eine solche Lügengeschichte mal versucht, und hatte dabei sogar einen Eingeweihten, der mitmachte (er war quasi der bestätigende Zeuge). Für mich war das ganze zu nervenaufreibend, und nach kurzer Teit hatte ich auch keine Lust mehr mich in ein tieferes Netz zu verstricken.

Wie Tisserand sagt ist es besser, je weniger Details man preisgibt. Überhaupt würde ich Fragen, die ich nicht beantworten will, mit cock&funy abblocken (s. auch ein Wiki-Text von mir).

Mit was ich besser leben konnte war der Weg der "Halbwahrheit". Ich habe Dates, Bekanntschaften und all die kleinen Geschichtchen, die sich doch ansammeln, etwas aufgeblasen. Damit war es auf realem begründet, nur übertrieben. In diesem Fall wollte ich zunächst auch gar keine klassische Beziehung, es war mehr eine Sexgeschichte. Das Outing nach ein paar Monaten war dann nicht so tragisch (es qar auch soz. ein Outing 2ter Klasse, da ich doch schon 2 Jahre Beziehung mal hatte).
lana - 13.11.2007, 16:41

Ich hatte mir auf der Arbeit mal einen Pseudo-Freund zugelegt, weil ich die ewigen Fragen und Verkuplungsversuche einfach leid gewesen bin. Abgesehen davon, dass ich mich dabei echt schlecht gefühlt habe, bin ich auch noch fast aufgeflogen, weil ich am Ende gar nicht mehr wusste was ich nun wem erzählt hatte. Also, falls du, dass wirklich durchziehen willst, solltest du dir das Profil deiner angeblichen Ex-Freundin wirklich gut einprägen. Aber eigentlich bin ich total dagegen eine Beziehung auf einer Lüge aufzubauen. Das Ganze würde doch immer irgendwie zwischen euch stehen.

LG

Lana
LonelyGuy - 13.11.2007, 18:41

zu 1. Sofort auffliegen wird es vielleicht nicht, wenn du gut schauspielerst.
zu 2. früher oder später fliegt meiner Meinung nach jede Lüge auf.

Meine persönliche Meinung: sag die Wahrheit!
Es bringt nichts, wenn du lügst. Meiner Meinug nach ist der Prozentsatz der Frauen, die dich nach einer solchen Lüge verlassen würden, höher, als der Prozentsatz der Frauen, die dich wegen deiner Unerfahrenheit ablehnen würden.
Also ich habe bisher jeder der drei Frauen, mit denen ich wenigstens rumgeknutscht habe, von meiner Unerfahrenheit erzählt und keine hat mich daraufhin direkt in den Wind geschossen. Es ging danach zumindest noch mit der Knutscherei weiter und erst später habe ich meinen Korb bekommen, der nichts mit meiner Unerfahrenheit zu tun hatte (1. Frau hatte nen Freund, 2. Frau wollte das "nur aus Spaß", 3. Frau war auf Koks (was ich nicht wusste)).
Sati - 13.11.2007, 18:41

Hm... ich würde mir das Ganze gut überlegen...
Wenn du erzählst, dass du schon Beziehungen hattest, und dann auch noch gleich drei, dann wird die Dame von dir auch ein entsprechendes Verhalten erwarten.
Wenn du das im Ernstfall drauf hast - wunderbar. (Dann bliebe nur noch die grundsätzliche Frage zu klären, ob man eine Beziehung gleich mit einer Lüge beginnen sollte...) Ansonsten könnte es heikel werden.
Ich hatte mal einen "Beziehungsversuch" mit einem Mann, der (angeblich?) schon mal eine längere Beziehung hatte. Prima, dachte ich, dann wird er wohl wissen, wie das so geht, und habe mich entspannt (na ja, halbwegs) zurückgelehnt (bildlich gesprochen). Wir haben uns über Monate hinweg getroffen, aber von ihm ging nicht mal die Initiative zum Händchenhalten aus. Obwohl er nach eigenen Angaben schon Interesse an mir hatte. Seltsam, seltsam, dachte ich mir...
Nun bin ich ja selber Beziehungs-Analphabetin. Ich könnte mir vorstellen, dass eine "normale" Frau in dem Fall das Ganze schon nach recht kurzer Zeit entnervt beendet hätte.

Ist es denn echt so, dass Frauen schon beim ersten Date nach Beziehungserfahrungen fragen? Männer scheinen da wohl diskreter zu sein - mich hat zumindest noch nie einer mit dieser Frage überfallen. Ich würde sicher auch nicht damit anfangen. Aber das wäre in meinem Fall wohl auch nicht gerade ratsam... :oops:
Möwe75 - 13.11.2007, 19:13

lana hat folgendes geschrieben: Aber eigentlich bin ich total dagegen eine Beziehung auf einer Lüge aufzubauen. Das Ganze würde doch immer irgendwie zwischen euch stehen.

Ich schließe mich der Meinung an. Für mich bedeutet eine Partnerschaft vertrauen. Es muss oder sollte vielleicht nicht alles offenbahrt werden, aber das, was beide betrifft, sollte meiner Meinung nach auch wahr sein.
Black_Magic_Man - 13.11.2007, 19:41

Ich würd da sagen "Darüber möchte ich nicht reden" und da auch bei weiterer Nachfrage standhaft bleiben.
Man lügt nicht, bleibt eventuell geheimnisvoll.
Marie78 - 13.11.2007, 21:11

"Darüber möchte ich nicht reden" scheint mir eine gute Variante zu sein. Lügen könnte ich persönlich nicht, da ich denke, dass mein Gegenüber das spätestens nach dem ersten Kuss merken würde.
Die Frage nach Beziehungen beim ersten oder zweiten Date ist m. E. auch recht ungewöhnlich. Dann wäre mir der potentielle Partner glaube ich auch etwas zu forsch. Ich denke, wenn es wirklich die "große Liebe" ist, dann merkt dieser Mann auch ohne Worte, dass ich noch nie eine Beziehung hatte.

Im Alltäglichen erlebe ich eher den Fall, dass eine Frage nach Beziehungen schneller unter Frauen auftaucht und ich dann in eine peinliche Erklärungsnot komme. Frauen erzählen sich untereinander intimere Dinge und lassen sich nicht durch "Ausflüchte" abspeisen. Bei meinen besten Freundinnen ist das kein Problem. Aber unter Kolleginnen oder neuen Bekannten schon. Letztlich geht ansonsten schnell der Gesprächsstoff aus. Das hemmt meine Bemühungen, meinen Freundeskreis zu erweitern, leider wesentlich.

Gruß von Marie
Garfieldine - 13.11.2007, 21:44

Ja, so wie Marie schreibst, ist es auch in Alltagsgesprächen oft das Problem mit dem "nicht mitreden können". Ich halte mich bei solchen Unterhaltungen dann eher raus (wenn ich überhaupt mal an einer teilnehm :roll: ).
Aber wenn mich jemand fragen würde... kommt auf die Person drauf an, entweder würde ich auch erstmal das Thema beiseite schieben und drauf verweisen, dass ich da jetzt lieber nicht so drauf eingehen möchte, oder aber ich würde die Wahrheit sagen.
Was ausdenken.... mir würde da nichts einfallen, und irgendwie fände ich das auch nicht gerade toll. Denn ich selbst würde mir von meinem Gegenüber ja auch Ehrlichkeit wünschen.
uhu2163 - 13.11.2007, 22:28

Das ist paradox. Ein häufig geäußerter Wunsch bei "normalo" Weibchen ab ca. 30 ist "altlastenfrei".
Also wenn bei einem Date die Frage nach früheren Beziehungen auftaucht, dann würde ich eher davon ausgehen, daß es darum geht, ob er schon bereit für eine neue Beziehung ist, oder ob er noch einer ehemaligen Freundin hinterhertrauert, eine Altlast eben.

Aber als AB habe ich nicht wirklich Ahnung davon.

Gruß, Jörg
uhu2163 - 13.11.2007, 22:36

Achso, die Frage nach der Freundin ist bei mir z.B. auf der Arbeit kein Thema. Diesbezüglich bin ich da seit Jahren nicht in irgentwelche peinlichen Situationen gekommen. Man weiß, daß ich solo bin. Bin auch nicht der einzige. Aber viel mehr kommt da auch nicht.

Gruß, Jörg
pol - 13.11.2007, 22:52

Ich würde ganz stark von expliziten Lügengeschichten abraten.

Angenommen, du bekommst deine Traumfrau auf diese Weise. Dann wirst du die Lüge in der ersten Beziehungszeit aus Unsicherheit natürlich erstmal aufrechterhalten. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo du sie nicht mehr aufdecken kannst, weil das einen riesigen Vertrauensverlust ihrerseits zur Folge hätte.

Und ich bin mir sicher, eine lebenslange Lüge will niemand freiwillig mit sich herumschleppen:
-> Du musst dein ganzes Umfeld entsprechend instruieren.
-> Du machst dich abhängig von allen, die davon wissen.
-> Du musst selbst jedes Wort erstmal überdenken.
-> Du bekommst früher oder später furchtbare Schuldgefühle
etc. pp.

Ich finde, man sollte sich an Politikern ein Beispiel nehmen. Die reagieren auf unangenehme Fragen meist, in dem sie das Gespräch selbstbewußt und manchmal auch augenzwinkernd auf die Meta-Ebene ziehen:

"Warum interessiert dich das denn so? Bist du etwa sehr eifersüchtig? Das kann ich ja nun gar nicht haben."
"Was würdest du denn da jetzt gern für eine Antwort hören?"

Oder vielleicht auch gleich ein anderes Themengebiet anschneiden und viel reden, sodass die Frage vielleicht wieder vergessen wird:

"Ach, das waren alles Verirrungen. Bei dir ist es das erste Mal, dass ..."
"Ich rede da eher ungern darüber. Ein Freund von mir hat mal ... "
Catecaen - 13.11.2007, 23:33

Wie einige Vorposter bin auch ich der Meinung, dass eine solche doch schon etwas größere Lüge (gleich drei Frauen ...) früher oder später auffliegt. Und dann stehst du dumm da.

Ich bin generell der Meinung, so früh wie möglich mit offenen Karten zu spielen. Das einzige Mal im Leben, dass mich eine Frau, mit der ich gern eine Beziehung gehabt hätte, nach meinen früheren Beziehungen gefragt hat, hab ich die Wahrheit gesagt. Ich hatte noch keine. Mit dieser dann auch nicht, doch daran hat es nicht gelegen.

Das Problem ist, du kannst ihr zwar alles Mögliche erzählen, deine Unerfahrenheit und Unsicherheit aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verbergen. Spätestens wenn ihr das erste Mal intim werdet und es für dich das erste Mal ist merkt sies.

Und warum sollte ich sie auch belügen? Hey, sie ist der Mensch mit der ich eine Beziehung möchte, die mir damit näher stehen soll als alle anderen. Sie soll mich so kennen wie ich bin, und mich gibts (bis heute) halt nunmal nicht mit vergangenen Beziehungen, basta.

Nichts gegen Lügen prinzipiell (manchmal muss es einfach sein), aber in diesem Fall würde ich davon absehen.
Landmaus_SH - 13.11.2007, 23:45

Ich kann mich den meisten nur anschliessen bzw. würde mich an deiner Stelle fragen, wie würdest du das umgekehrt finden, wenn dir da jemand zu dem Thema was vorschwindeln würde?
Ist ja ein bischen ne andere Wertigkeit als wenn man bei der Frage flunkert, ob das Essen geschmeckt hat... ;-)

Ich hab es bislang so gehandhabt, das ich bei den Experten, die gleich bei den ersten Treffen ihre Ex-beziehungen am Wickel hatten, gesagt habe, ich möchte nicht darüber reden oder das ist nicht so mein Thema. Wenn es dann zu weiteren Treffen kommt und man weiß, das man in Richtung Beziehung steuert oder sich mehr vorstellen kann, muss man schon mal Klartext reden, geht meiner Meinung nach nicht anders, aber es setzt wirklich ein sehr hohes Maß an Vertrauen voraus.Küssen kann man noch, ohne groß über Erfahrungen reden zu müssen, aber wenn es dann intimer wird "Butter bei die Fische!".. wie die Fischköppe so sagen..
Habe da ja (siehe Vorstellung) unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber wenn jemand da blöd reagiert ist es diese Person schlußendlich auch einfach nicht wert...

So, das war mein Wort zum Mittwoch ;-) Gute Nacht!
Uli - 14.11.2007, 20:09

Marie78 hat folgendes geschrieben: Lügen könnte ich persönlich nicht, da ich denke, dass mein Gegenüber das spätestens nach dem ersten Kuss merken würde.

Denkst Du das ist eine so knifflige Tätigkeit dass Du da jahrelang Übung dafür brauchst? Wenn Du beim Küssen keine Ahnung hast was Du da tust nimm einfach ein passive Rolle ein und lass ihn machen.
Claus - 14.11.2007, 20:22

Warum sollte ich jemanden (und auch mir) in einem für mich nicht unwichtigen Aspekt meiner Biographie etwas vorspielen und vorlügen, wenn ich mit diesem Menschen eine Beziehung wünsche? Welchen Sinn sollte das haben? Dass ich einem Menschen etwas vorspiele, damit er mich für das mag, das ich vorgebe zu sein, ich aber nun mal nicht bin? Was sollte das für eine Beziehung werden?
Supremacy_of_Self - 14.11.2007, 20:47

Ich habe selber schon öfters selbiges getan,also ne Beziehung vorgegaukelt.
Bei meinen Arbeitskollegen z.B.,hätte ich das nicht getan,wäre ich ewig damit aufgezogen worden,so sind die halt.

Ich halte es für absolut in Ordnung und legitim,egal in welcher Situation!
Allerdings finde ich schon,dass man zu seiner/seinem Zukünftigen (sofern es sowas geben sollte) ehrlich sein sollte,das ist wieder eine vollkommen andere Sache.
supertom - 14.11.2007, 23:15
Vorgauckeln
Hi,

also ich hab das auch schon gemacht Beziehungen vorgegauckelt aber das kommt immer drauf an wo und mit wem man das macht
Hauptsächlich wohl gegenüber anderen Männern die man nicht so gut kennt. Ich meine meine "echten" Freunde wissen das ja sowieso das ich nur selten eine Beziehung habe.
Ich hatte ja auch schon ein paar Kurzbeziehungen da war das eigentlich nie gross Thema und unerfahren beim S.. bin ich auch nicht insofern
brauch ich da nix vorzuspielen. Bisher war ich auch immer der der als erstes die Flucht vor einer Beziehung ergriffen hat. Eine Zeitlang war ich dann immer froh das hinter mir zu haben und mal wieder allein zu sein und dann kommt aber dann doch wieder der Wunsch und das ganze Spiel geht von vorne los...
Im Moment geht es mir auch nicht so sehr um eine "Beziehung" sondern eher generell darum mal wieder neue Leute kennzulernen egal ob Männlein oder Weiblein.

Grüsse

Tommy
Tisserand - 15.11.2007, 11:45

Lügen ist generell schlecht. Keine Frage.
Und wenn die (Beziehungs-)Vergangenheit völlig frei erfunden ist, ist es sehr schwer, diese bei konkreten Nachfragen aufrecht zu erhalten. Die Gefahr, dann Schiffbruch zu erleiden ist extrem hoch.

Dagegen ist es halbwegs legitim, wenn der eigene Background zwar nicht völlig frei erfunden ist, aber zumindest ein wenig "optimiert". Eben so wie Ganta schreibt:

Zitat: Mit was ich besser leben konnte war der Weg der "Halbwahrheit". Ich habe Dates, Bekanntschaften und all die kleinen Geschichtchen, die sich doch ansammeln, etwas aufgeblasen. Damit war es auf realem begründet, nur übertrieben. In diesem Fall wollte ich zunächst auch gar keine klassische Beziehung, es war mehr eine Sexgeschichte.

Ich habe es auch so gemacht und befinde mich damit offenbar in guter Gesellschaft. :mrgreen:
Habe auch wieder im letzten Stern Neon Heft was interessantes darüber gelesen: "Früher schon cool, das Merz-Syndrom - Wir basteln uns eine verwegene Biographie"

Dabei ging es darum, dass viele Menschen offenbar ihre Vergangenheit in einem gewissen Ausmaß "optimieren", damit sie mehr gesellschaftliche Anerkennung und Warhnehmung erlangen.
Deshalb erzählen z.B. biedere CDU-Politiker wie Herr Friedrich Merz, wie sie in iherer Jugend gekifft und auf Punk-Konzerten abgehängt haben....
"Promis" wie z.B. Kai Pflaume erzählen im Fernsehen von ihren wilden Sex- und Sauforgien Mitte der 70er Jahre. Dass Herr Pflaume zu dieser Zeit gerade mal 8 Jahre alt war - wird dabei großzügig übersehen :-)

War sehr interessant zu lesen. Und ich habe mich in diesem Artikel auch wiedergefunden. Simple Dates wurden zu Beziehungen und Affären, etc.
Und erstaunlicherweise funktioniert es.

Gruß T.
Ganta - 15.11.2007, 14:52

Letztens ist auch wieder ein Buch über das Phänomen "Lügen" heruasgekommen. Fragt mich aber nicht nach dem genauen Titel. Als Zahl wurde dort hingestellt, dass man etwa 200 mal am Tag belogen wird (ob sich das auf die viele Werbung bezieht?). Lügen tuen beide Geschlechter, nur ist die Motivation eine etwas andere: während Männer es mehr wegen der Selbstdarstellung tun ist bei Frauen eher im Vordergrund, sich selbst oder anderen unangenehme Situationen zu ersparen.

Wann welche Form des Lügens wie schwer wiegt, da gibt es eine Breite Palette: von der dreisten Lüge übers Kompliment bis zur Notlüge, um etwa Leben zu schützen (bei Verfolgung zb.). Es ist dabei anscheinend ziemlich gang und gäbe, sich bei der Partnersuche sich von der "Schokoladenseite" zu zeigen. Wir nennen das ja "Optimierung" ;) Entsprechend wird das vom anderen erwartet, bzw. rechnet er damit. Wen man sich auch zB. die Angaben in Onlinebörsen anguckt kann man genau sagen, welche Altersgruppe sich wieviel Jahre jünger oder schlanker macht. Auch tauchte in dem Buch die Zahl auf, dass Frauen bei einem Date einem angeblich nur 50% glauben. Kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie man das gewichtet.

Eine Konsequenz wirklich ungeschönt ehrlich zu sein wäre aber daraus schliessend folgende: wenn der andere bereits davon ausgeht, dass man sich "optimal präsentiert", und dann die dicken Brocken vorgesetzt bekommt. Was denkt derjenige dann? Das man die Wahrheit sagt? Oder dass es "in Wahrheit" noch schlimmer ist, und man gerade das zugibt, was man muß?

Sprich: gebe ich eine Leiche im Keller zu, geht das OdB gleich von drei Leichen aus, weil es nicht normal ist sich beim kennenlernen "schlechtzureden". Es bleibt also eine schwierige Sache.
Catecaen - 15.11.2007, 21:18

Supremacy_of_Self hat folgendes geschrieben: Ich habe selber schon öfters selbiges getan,also ne Beziehung vorgegaukelt.
Bei meinen Arbeitskollegen z.B.,hätte ich das nicht getan,wäre ich ewig damit aufgezogen worden,so sind die halt.


Das ist doch was völlig Anderes ob ich ein paar Proleten von angeblichen Beziehungen erzähle damit sie ihre Klappen halten oder ob ich dem Mädel, an dem mir wirklich etwas liegt und mit der ich bereit bin einen nicht unerheblichen Teil meines Lebens zu teilen in solch einem Fall was vorlüge. Ersteres hab ich auch schon getan, Letzteres würde ich nie tun.

Was so Studien übers Lügen angeht, da bin ich mehr als skeptisch. Da wird viel pauschalisiert und vereinfacht. Wie soll man eine Statistik darüber erstellen, wie oft man pro Tag angelogen wird? Woher soll ich das denn wissen? Solche Aussagen halte ich für populistisch und nicht sehr seriös.

Und klar zeige ich mich von der Schokoladenseite - nur von welcher Seite zeigt sich jemand, der drei Beziehungen völlig frei erfindet? Mit Sicherheit nicht von seiner Schokoladenseite. Auch halte ich es für problematisch, Dates zu Affären hoch zu werten. Eine Lüge ist eine Lüge ist eine Lüge. So ist das nunmal.

Wenn einer sich als toller Hecht darstellt und irgendwelche Sachen erfindet , soll er doch. Und wenn ein Hr. Merz sich als Kiffer outet, soll er doch (erfährt er dadurch wirklich einen Imagegewinn? Bei wem eigentlich? Bei mir jedenfalls nicht ... ). Aber wir reden hier von einer Beziehung, deren zentrales Fundament das Vertrauen ist, und da lüge ich nicht bei einem solchen Thema. Wies hier schon geschrieben wurde, wenn das der Grund ist warum die Sache scheitert, ist es vielleicht auch besser so.
Sati - 15.11.2007, 23:14

Ganta hat folgendes geschrieben: Entsprechend wird das vom anderen erwartet, bzw. rechnet er damit. (...) Auch tauchte in dem Buch die Zahl auf, dass Frauen bei einem Date einem angeblich nur 50% glauben.

Also, eigentlich erwarte ich bei einem Date nicht, von meinem Gegenüber angelogen zu werden. (Vermutlich, weil ich naiv und unerfahren bin. :? )
Dass er sich im besten Licht zeigt, o.k., das ist ja klar.
Aber Lügen? Wäre keine gute Basis für eine Beziehung. Ich fürchte, wenn das rauskäme, bräuchte er einen sehr, sehr guten Grund für jede einzelne Lüge, ansonsten kann er dann auch gleich gehen. :evil:
Darth Bane - 16.11.2007, 13:01

Catecaen hat folgendes geschrieben: Was so Studien übers Lügen angeht, da bin ich mehr als skeptisch. Da wird viel pauschalisiert und vereinfacht. Wie soll man eine Statistik darüber erstellen, wie oft man pro Tag angelogen wird? Woher soll ich das denn wissen? Solche Aussagen halte ich für populistisch und nicht sehr seriös.
Da stimme ich Dir auch absolut zu.
Trotzdem glaube ich, dass es in Deutschland wesentlich mehr Menschen gibt, die ien Doppelleben führen, als allgemein vermutet wird.
karl.m - 16.11.2007, 15:40

Darth Bane hat folgendes geschrieben:
Trotzdem glaube ich, dass es in Deutschland wesentlich mehr Menschen gibt, die ien Doppelleben führen, als allgemein vermutet wird.
machen wir das nicht irgentwo alle ?!
Catecaen - 16.11.2007, 18:56

Darth Bane hat folgendes geschrieben:
Trotzdem glaube ich, dass es in Deutschland wesentlich mehr Menschen gibt, die ien Doppelleben führen, als allgemein vermutet wird.

Was verstehst du in dem Zusammenhang unter "Doppelleben"? Den berühmten "Tagsüber-spießiger-Banker-und-nachts-Lack-und-Leder-Man" ;-)?

Ich denke jeder von uns gibt bestimmte Teile seines Lebens nicht preis und würde das auch für nichts auf der Welt, nicht seinen Freunden, nicht seinem Partner, vielleicht nicht mal anonym im Internet. Das ist die "Privatsphäre" und es ist gut dass man sie hat. So etwas verstehe ich aber nicht als "Lügen".
Darth Bane - 19.11.2007, 14:53

Catecaen hat folgendes geschrieben:
Ich denke jeder von uns gibt bestimmte Teile seines Lebens nicht preis und würde das auch für nichts auf der Welt, nicht seinen Freunden, nicht seinem Partner, vielleicht nicht mal anonym im Internet. Das ist die "Privatsphäre" und es ist gut dass man sie hat. So etwas verstehe ich aber nicht als "Lügen".
Für mich würde das dann schon unter "Doppelleben" fallen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass ich sogar ein Multileben führe.
Tisserand - 19.11.2007, 15:45

Darth Bane hat folgendes geschrieben:
Für mich würde das dann schon unter "Doppelleben" fallen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass ich sogar ein Multileben führe.

Die Frage ist doch:
Ist das schlimm für Dich? Leidest Du darunter? Oder lebt es sich vielleicht sogar besser damit?

Gruß T.
Darth Bane - 19.11.2007, 16:40

Tisserand hat folgendes geschrieben: Die Frage ist doch:
Ist das schlimm für Dich? Leidest Du darunter? Oder lebt es sich vielleicht sogar besser damit?

Gruß T.
Ich kann damit gut leben. Sogar sehr gut.
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