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Ollie - 13.11.2007, 15:13
Happe warnt den OFC
Routinier im Talente-Rudel - Der ehemalige OFC-Kapitän ist wieder für Bayer am Ball
LEVERKUSEN. Den Spitznamen "Jacky" hat ihm Reiner Calmund verpasst, als Markus Happe noch in der Bundesliga-Elf von Bayer 04 Leverkusen kickte. Also in den neunziger Jahren. "Calmund ist einer der wenigen, die das bis heute durchziehen", sagt Happe, und es ist nicht herauszuhören, ob er "Jacky" als Treffer empfindet. "In meiner Spielweise habe ich Calmund an Jacky Charlton erinnert, daher der Spitzname." Für den Geschmack von Happe wohl ein bisschen viel der Ehre durch den einstigen Manager von Bayer 04 Leverkusen. Happes erste Station im Profilager (1991 bis 1999) war Leverkusen, seine letzte Kickers Offenbach. Dazwischen stand er bei Schalke 04 und dem 1. FC Köln unter Vertrag, brachte es auf insgesamt 188 Bundesliga-Partien, ehe er an den Bieberer Berg in die Regionalliga wechselte. Mit Beginn dieser Saison ist Markus Happe wieder in Leverkusen, als Abwehrchef der Oberliga-Elf von Bayer 04 II.
Sein Trainer ist Ulf Kirsten, Happes Mitspieler von einst. "Was er sagt, hat Hand und Fuß. Auf dem Platz gibt er den Ton an, auch ohne laut zu werden schwärmt Assistenztrainer Dirk Dreher von Happe. Dieser adelt ihn als "Kapitän ohne Binde". Der 35 Jahre alte Routinier führt das Rudel an Talenten an. "Der zweitälteste im Team ist in der vergangenen Woche gerade 23 geworden", macht Happe deutlich, wie jung seine Nebenleute sind. "Acht Leute rückten aus der A-Jugend in den Kader, alle ambitioniert und willig mit dem Ziel, Profi in der Bundesliga zu werden." In der Oberliga Nordrhein führt der Talentschuppen die Tabelle an. Statt mit den Kickers wie zuletzt gegen den Abstieg zu kämpfen, spielt Happe jetzt mit Leverkusen um den Aufstieg.
Natürlich lässt einen wie ihn, der dreieinhalb Jahre für Offenbach die Fußballschuhe schnürte, die aktuelle Situation am Bieberer Berg nicht kalt. "Wer lange dabei ist, kennt die Mechanismen im Fußballgeschäft." Deshalb habe ihn der Rücktritt von Trainer Wolfgang Frank "nicht überrascht, wenn man die Rückrunde der letzten Saison einbezieht". Zum neuen Mann auf der Trainerbank sagt Happe, der Jörn Andersen "nicht näher kennt", dass man "ihm Zeit lassen, Zeit geben" solle. Happe macht in diesen Tagen seinen Trainer-B-Schein. Am kommenden Donnerstag steigt die Prüfung in Hennef. Besteht er sie, dürfte Happe Teams bis zur Verbandsliga trainieren. Gut möglich, dass er als nächste Stufe den A-Schein in Angriff nimmt.
Ein wehmütiger Blick zurück auf seine Offenbacher Jahre? Nicht wirklich. Telefonate mit den Kollegen von einst? Hin und wieder schon, aber nicht in den vergangenen Tagen, "wegen der Unruhe dort. Die sollen das ein wenig sacken lassen", sagt Happe gewohnt abgeklärt. Nur zu gern hätte er die Kickers in dieser Saison mal live im Stadion gesehen, etwa an seinem Wohnort Köln. Da hätte es sich angeboten, aber wie so oft zuvor und danach überschnitt sich der Bayer-Termin in der Oberliga mit dem der Kickers in der Zweiten Bundesliga. Happe schickt ein "leider" hinterher.
Eine Prognose für die nähere Zukunft der Kickers mag Markus Happe nicht abgeben. Nur so viel: Die Offenbacher müssten aufpassen, dass sie in der Rangfolge nicht hinter den Emporkömmling Wehen Wiesbaden zurückfallen. "Man darf nicht schlafen, andere ziehen nach, vielleicht sogar vorbei", sagt der Westfale aus der Distanz zur Konkurrenzsituation in der Rhein-Main-Region, ehe er grundsätzlich wird: "Auf die Kickers wartet sehr viel Arbeit." Noch vor einem Jahr war Happe mittendrin im Überlebenskampf der Offenbacher Kickers. Die Gegenwart als Angestellter der Fußballabteilung eines Weltkonzerns ist vergleichsweise unkompliziert. HANS-JOACHIM LEYENBERG
Text: F.A.Z., 13.11.2007, Nr. 264 / Seite 66
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