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Alle Beiträge und Antworten zu "Was ist der "Nicht- Glauben"?"

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

Umay Hatun - 22.01.2006, 13:12
Was ist der "Nicht- Glauben"?
Hallo zusammen,

ich habe enige Probleme mit dem Begriff "Unglauben" bzw. "Nicht- Glauben"!

Was genau beinhaltet der "Unglauben" oder andersrum, was beinhaltet er nicht?

Wie kann man überhaupt vom "Unglauben" sprechen, wo doch ein (der) "Glaube" (an sich) immer existent ist? :denk:

Ich würde mich über ein paar interessante Denkanstösse sehr ftreuen!

Viele Grüsse
Umay

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

tara - 23.01.2006, 00:11

hallo Umay :)

für mich beinhaltet das wort "unglauben" einfach , daß man solche sachen wie religiöse vorstellungen einfach NICHT GLAUBT , weil es einem falsch komisch oder dumm vorkommt an so irreale inhalte zu glauben , weil es nichts mit dem normalen leben zu tun hat !
dieser unglauben ist etwas sehr westliches , für mich hängt es sehr mit dem wissenschaftlichen weltbild zusammen , das wir haben .

grüße
tara

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

qilin - 23.01.2006, 10:12
Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?
Hallo Umay,
Zitat: Was genau beinhaltet der "Unglauben" oder andersrum, was beinhaltet er nicht?

Wie kann man überhaupt vom "Unglauben" sprechen, wo doch ein (der) "Glaube" (an sich) immer existent ist? :denk:
Auf die erste Frage hat Dir Tara ja schon geantwortet - wobei ich das mit dem wissenschaftlichen Weltbild noch etwas in Frage stellen würde - religiös Ungläubige gab es immer schon - auch im alten Indien und Griechenland - allerdings hat diese Haltung mit der Entwicklung der modernen Wissenschaft (zumindest zeitweise) stark zugenommen.

Zur zweiten Frage - wovon sprichst Du genau - Vom (religiösen) Glauben grundsätzlich oder vom Glauben an sich selbst?

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

epsilon - 23.02.2006, 13:20

Unglaube gibt es eigentlich nicht.

Alles, was die Menschen zu wissen glauben, galauben sie nur.
Das wirklich Wissen beschränk sich auf ein paar wenige Sachen.
(Wenn man ganz abgehoben philosophisch werden will, dann weiß man überhaupt nichts. Ich möchte zunächst auf dem Boden bleiben)

Ich weiß z.B. dass ich gerade Pause habe, der Rechner vor mir steht und dass ich darauf diesen Text schreibe. Ob diesen Text jemand liest oder nict, weiß ich nicht.
D.h. das Wissen beschränkt sich auf der Radius unserer Wahrnehmung. Das nächste, was wir "wissen" sind Sachen mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit. Dazu gehört z.B. dass ich weiß, dass meine Frau jetzt zu Hause ist, dass mein Kollege jetzt im Werkrestaurant ist usw.
Das dritte ist, das was wir als logisch empfinden. Z.B. dass die Erde eine Kugel ist, dass der Mond um die Erde und die Erde um die Sonne kreisen. Diese Sachen können nur wenige Menschen wirklich überprüfen, aber es scheint uns logisch, also "wissen" wir es auch.
Alles, was danach kommt, ist purer Glaube. Viele glauben, dass sie von Affenähnlichen Kreaturen abstammen, andere glauben, dass sie von Gott geschaffen worden sind. usw.

Wie gesagt, das meiste in unserem Kopf ist Glaube.

Es gibt nur einen Ungläubigen, das ist Gott, denn Er weiß alles.

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

tara - 23.02.2006, 14:58

sagen wir so .... es ist nicht "glaube" , daß wir annehmen das das was zb. in unseren physikbüchern drin steht , die wahrheit ist !
es ist zigmal ERWIESEN , daß diese erkenntnisse funktionieren , denn sonst könntest du nicht vor deinem PC sitzen und mit mir virtuell diskutieren !
und so ist es mit sehr vielen dingen , ... natürlich kann nicht jeder einen PC bauen , aber er muß es nicht "glauben " , daß man ihn bauen kann , denn er steht ja leibhaftig vor ihm .... das ist der unterschied zum religiösen glauben ..... da wirst du nie einen gott vor dir herumhüpfen sehn ....

grüße
tara

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

Thomas - 03.03.2006, 16:33

Tja Freunde,

der Glauben fängt da an, wo die Wissenschaft am Ende ist.... Da die Wissenschaft sich immer weiter entwickelt, wird auch der Beginn des Glaubens weiter hinausgeschoben..... aber den Glauben wird's ewig geben, denn Gott kann kein Mensch, kein Wissenschaftler jemals beweisen oder in Formeln packen....

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

qilin - 03.03.2006, 17:16

Hi Thomas!

Ist das, was Du da skizzierst, nicht genau der 'Lückenbüßer-Gott', den Atheisten so gern ansprechen,
und der für alles herhalten muss, was eben gerade noch nicht erklärbar ist?
Ich denke, so bescheiden brauchtest Du als Gläubiger gar nicht zu sein - Glaube, auch Monotheismus,
lässt sich durchaus mit Wissenschaft in Einklang bringen. Was von der immer weiter hinausgeschoben
wird, ist nicht Glaube an sich, sondern der [irrige] Glaube daran, mit heiligen Schriften wissenschaftliche
Fragen lösen zu können... :study:

() qilin

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

Thomas - 05.03.2006, 16:16

Liebe(r) quillin,

nach dem Baha' i-Glauben stimmen Wissenschaft und Religion miteinander überein. An anderer Stelle hab' ich ja schon mal ansatzweise ausgeführt, dass die Genesis bezüglich der Evolution genauso recht hat, wie die Wissenschaft. Es hängt von der Betrachtungsweise ab, und es hängt davon ab, ob wir die Abläufe Gottes mit den gleichen Masstäben messen wollen, wie wir unsere eigenen Abläufe messen wollen.

Mathematisch gesehen gibt es einen Punkt im Universum, an dem sich paralelle Linien kreuzen... frag' mich nicht wie das geht; müsst' ich meinen Baha' i-Freund Ebi aus Göttingen fragen; der ist Physiker und weiss -theoretisch- wie das geht... :D , Mathematiker und Physiker , auch wenn sie überhaupt keinen Glaubensbezug haben, erkennen "wenigstens" an, dass der Erklärbarkeit Grenzen gesetzt sind (Mathematiker kennen das "Gogol", eine eins mit eintausend Milliarden Nullen.....; was damit bezeichnet wird, welcher Raum oder welche Dimension, ist ihnen ein Rätsel...).

Dem Gläubigen offenbart sich das Streben des Ungläubigen nach Beweis als - Suchen...! Und dem Gläubigen bleibt dabei die Gewissheit -aus dem jeweiligen Glauben heraus-, das auch der Ungläubige an die Grenzen seiner Wahrnehmung stösst... Eine gewisse Form von "Lückenbüsser-Gott" mag sich da auftun; ich glaube eher, es ist eine Wirkungsweise des Wegs des Suchens - man stösst an seine Grenzen eben... Und an diesem Punkt des Suchens tun sich gleich zwei Wegmöglichkeiten auf: 1. Der Sucher erkennt, das ihm die letzte, unfehlbare Erkenntnis versagt bleibt und beginnt zu glauben, oder 2. Der Sucher strebt danach, den Beweis der Beweise zu erhalten und findet sich alsbald vor neue, nicht lösbare Rätsel gestellt (und hat wieder 2 Möglichkeiten...... solange, bis der "letzte Atheist" mit den Methoden der Wissenschaft "sich selbst beweist", das es die uneinnehmbare Bastion des Glaubens gibt....).

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

Kiki - 03.05.2006, 18:42

Hier ist ein interessanter Link, zu dem Bericht eines Physikers, der auch Christ ist. Anscheinend sind Naturwissenschaften doch nicht so unvereinbar mit dem Glauben, wie manche denken

http://r-goetz.de/christ/christ_txt_de.html


Liebe Grüße
Kiki

Re: Was ist der "Nicht- Glauben"?

Surak11 - 11.03.2012, 16:04

Was darf oder kann der Mensch glauben ?

Und kann man Glauben erzwingen ?

Was würde in einer Gesellschaft folgern, in der alle Menschen dem äußeren Anstrich nach glauben müssen, aber nicht glauben können ?

Spaltet sich die Persönlichkeit des Menschen dann nicht in gefährlicher Art und Weise und führt diese Handlungsweise nicht dazu, Schein-Gläubige zu erzeugen ?
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