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Garfieldine - 01.11.2007, 14:14
Wie "Anschluss" finden, wenn man ...
... sich zuvor selbst ausgeschlossen hat?
Es geht um folgende Situation: Nun bin ich seit über 2 Jahren an der Uni hier, und kenne nur wenig Leute. Von diesen wenigen wiederum nur vielleicht 2-3, die ich ganz gut bis etwas besser kenne.
Mein Problem ist wahrscheinlich, dass ich leider das frühere Außenseitertum aus der Schule hierher selbst übertragen hab und mich selbst irgendwie dazu mache. Keine Ahnung.
Auf jeden Fall husche ich so unauffällig wie möglich durch die Gegend, immer hoffend niemandem zu begegnen den ich kenne, weil das zu einem peinlichen Smalltalk-Gespräch führen könnte. (Übrigens: Wie beendet man solchen Smalltalk eigentlich?? Das ist schon die Angst am Anfang: Oha, wie komm ich aus dieser Situation dann wieder raus..?)
Aber ich fühl mich nicht wohl damit, will das ändern. Nur leider hab ich keine Ideen, wie das geschehen könnte.
Mir ist außerdem schleierhaft, wie ich auf einmal den Kontakt zu Menschen suchen soll, die ich zwei Jahre lang quasi nur um die Ecke beäugt hab.
Dazu kommt das Gefühl, dass ich mich ja nicht aufdrängen will. Der Extremfall davon ist, dass ich mich z.B. in Vorlesungen so hinsetze, dass links und rechts noch ein Platz frei ist, um niemanden zu stören, zu belästigen, den in die unangenehme Zwangssituation neben mir sitzen zu müssen, zu bringen. Das ist doch auch unnormal. Andere setzen sich ja auch manchmal einfach neben mich, von daher scheint es nicht ganz so schlimm zu sein wie ich es mir ausmale, dass derjenige dann innerlich zusammenbricht.
Und ich befürchte zugleich, dass es so wirkt, als wolle ich nicht neben diesen Personen sitzen und das ist mir dann unangenehm. Aber das zuerst genannte Gefühl siegt darüber.
Alles kleine Alltagsdinge die sich aber dann zu einem riesigen Berg türmen.
Nordsingle73 - 01.11.2007, 14:48
Oh man Garfieldine, dass kenne ich zur genüge aus meiner eigenen Schulzeit. Mir gings genauso! War immer ein Einzelgänger, tat mich schwer mit anderen in Kontakt zu kommen. Nun habe ich nicht studiert, aber 3 Jahre Berufsschule gemacht, war nicht ganz so lange.
Wenn man über Jahre allen anderen aus dem Weg geht, und dann plötzlich den Kontakt sucht, das wird schon eigenartig auf diejenigen wirken... Ich wüßte momentan auch nicht wie ich das machen sollte, würde mir sehr blöd vorkommen (entschuldigung, das hilft Dir nun garnicht).
Vielleicht wissen andere hier einen Rat, ich wollte nur schreiben das ich deine Situation sehr gut kenne. Wie lange mußt Du denn noch studieren?
Ddorf - 01.11.2007, 14:53
Hallo Garfieldine,
versuch doch mal, in einer Pause, vor oder nach einer Vorlesung mit irgendwem ins Gespräch zu kommen. Da drängst Du Dich ja nicht auf.
Nach ein paar Mal wirst Du mit Sicherheit gefragt, ob Du auf einen Kaffee mitkommst oder so. Dann kannst Du auch zusagen, ohne Dich aufzudrängen. Du bist ja gefragt worden.
Viel Glück.
Sati - 01.11.2007, 15:12
Hallo Garfieldine,
dein Problem kommt mir bekannt vor. Ich war an der Uni auch nicht gut im Leute-Kennenlernen. Fünf Jahre im Wohnheim gewohnt und auf keiner einzigen Wohnheim-Fete gewesen, z.B....
Ich hatte immerhin das Glück, dass noch eine aus meiner Abi-Klasse das Gleiche studiert hat wie ich. Die war beim Leute-Kennenlernen zwar auch nicht so die große Heldin, aber zusammen haben wir dann immerhin freundschaftlichen Kontakt zu zwei weitern Mädels aufbauen können. Mit denen waren wir dann meistens im "Viererpack" in den Vorlesungen, Seminaren und so.
Wie ist das mit den 2-3, die du schon etwas besser kennst, studieren die das Gleiche wie du? Falls nicht, geht das mit dem "Viererpack" natürlich schlecht...
Ich glaube übrigens nicht, dass sich jemand von dir belästigt fühlen würde, wenn du dich in einer Vorlesung daneben setzt. Sind doch keine Zweiertische, oder? Und eigentlich ist das "Einfach mal neben jemanden hinsetzen" so ziemlich das Beste, was ich dir in Punkto zwanglose Kontaktaufnahme empfehlen kann. Während so einer Vorlesung ergibt sich dann vielleicht mal ein zwangloser Kommentar zu dem, was der/die da vorne so von sich gibt. Und sei es nur ein "Oh, das ging mir jetzt zu schnell. Hast du den letzten Punkt mitgekriegt? Darf ich mal grad gucken?" - *auf die Aufzeichnungen schiel*
Wenn der/die Nebenmann/-frau einen sympathischen Eindruck macht, kann man dann bei Gelegenheit (also nicht gerade, wenn der Prof mitten im Vortrag ist) auch mal unverbindlich-persönliche Fragen stellen wie z.B. "Bist du eigentlich auch im Seminar von...?" "Wohnst du nicht auch in...?" oder - schon ganz gewagt - "Gehst du nachher eigentlich auch in die Mensa?"
Mit dieser Methode ergaben sich bei mir dann doch immer wieder ein paar nette Gespräche und auch lockere Bekanntschaften. Man darf den anderen natürlich nicht pausenlos zulabern. Und ob derjenige sich belästigt fühlt, merkst du eigentlich ganz gut an den Reaktionen. Spätestens, wenn er/sie nur noch "hmhm" macht und demonstrativ aus dem Fenster schaut, solltest du Ruhe geben. :wink:
Womit wir auch schon bei der Frage wären: Wie beendet man Smalltalk?
Am einfachsten ist es natürlich außerhalb von Vorlesungen. Da sagst du einfach "Du, ich muss jetzt echt los." (o.ä.) und gehst. Während der Vorlesung empfiehlt sich:
- einsilbige Antworten ("hm", "ja", "nö")
- eifriges Mitschreiben
- äußerst konzentriert zum Prof gucken
Wenn der Betreffende nicht ein absoluter Trampel ist, sollte die Botschaft ankommen...
Und im Notfall (= bei Trampeln oder wenn dir die Fragen unangenehm werden) darf man ruhig auch mal sagen: "Darüber möchte ich jetzt eigentlich nicht reden." oder: "Sei mal nicht so neugierig." Etwas weniger :hammer: ist eine ausweichende Antwort mit anschließendem Themenwechsel. ("Hm...weiß nicht..., sag mal, hast du eigentlich schon das Skript zu...?")
Ich hoffe, das Obige ist irgendwie hilfreich für dich.
Wünsch dir jedenfalls noch ein schönes Studium! :D
nachtmensch - 01.11.2007, 16:54
So aehnlich kenne ich das auch, obwohl ich nicht wirklich gut war in der Uni Leute kennenzulernen, aber hin und wieder funktionierte das auch bei mir ;)
Aber aus einem anfaenglichen Smalltalk koennen sich echt gute Bekanntschaften entwickeln! Ich bin mit ein paar netten Leuten auch erst ueber ein paar Kommentare ueber die letzte Vorlesung ins Gespraech gekommen. Nach irgendeiner Vorlesung hat dann mal jemand den Vorschlag gemacht und wir sind anschliessend noch einen trinken gegangen (sehr praktisch wenn die Veranstaltung abends ist). Und der Rest ging dann irgendwie von selbst. Jetzt mach sogar ich - wenn sich die Gelegenheit ergibt - solche Vorschlaege ;) Auch wenn die Gelegenheiten etwas rarer werden im Arbeitsleben.
Kasi76 - 01.11.2007, 18:45
ja du ! :wink:
Einfach ist es nicht neue leute kennenzulernen - kenne ich !
...ich habe zwar nicht studiert & kenne das Uni-Leben folglich auch nicht wie du, aber ich denke dieses Problem ist überall/an jeden Ort vorhanden !
...Smalltalk - gut und schön aber leider zu Oberflächlich !
...Deswegen versucht mehr individuell/interessierter/thematischer eine Konservation zuführen - daraus ergibt sich oft mehr...!
einfach trauen - nicht dran denken das "Ich jetzt komisch auf andere wirken könnte.. (:oops:) " ! :idea:
@Garfieldine: Und eine anderen guten Tip habe ich dir ja bereits in einer PN gemailt ! :wink:
mario
julchen - 01.11.2007, 18:49
Hallo,
an der Uni gehts mir genauso wie dir Garfieldine. War in der Schule wirklich extreme Außenseiterin und habe das auch auf die Uni übertragen. Versuche auch ständig, Gesprächen oder Smalltalk aus dem Weg zu gehen weil ich einfach überhaupt nicht gern mit anderen Menschen rede. Die einzigen Worte, die ich während einem Unitag zu meinen Kommilitonen sage sind meistens "ist hier noch frei??" :wink:
Ich geh auch meistens Referaten aus dem Weg und schreib stattdessen lieber ne 20-seitige Hausarbeit, da man ja bei Referaten auch meistens mit anderen zusammen arbeiten muss...
Aber insgesamt gefällts mir an der Uni, weil man einfach mit so vielen verschiedenen Menschen umgeben ist und irgendwie so in der Masse untergeht...da fällt es anderen nicht so schnell auf, dass man jeden Tag und überall alleine ist...
LonelyGuy - 01.11.2007, 19:10
Mir geht es auf der Arbeit so, dass ich kaum Kontakte habe. Ich werde zwar als Mitarbeiter und Mensch geschätzt (hab ich grade wieder am Montag gemerkt, als mir alle zum "erfolgreichen" Marathon gratulierten), aber in der Mittagspause bin ich im Normalfall allein unterwegs. Lediglich mit einer Kollegin gehe ich so alle 2Wochen mal zusammen essen.
Ich habe mich da auch allein reinmanövriert. Anfangs wohnte ich noch ziemlich weit weg vom Arbeitsplatz und machte deshalb nie Mittagspause, um nicht noch mehr Zeit am Tag zu verlieren - die Fahrt war schon aufwendig genug. Deshalb saß ich mittags immer allein im Büro, während andere Kollegen zu Tisch gingen. Als ich dann umzog, fragte mich keiner mehr, ob ich mit essen gehen. Das hat sich leider so in den Köpfen der Kollegen verankert, dass ich nicht mit in die Kantine gehe - und somit findet man auch auf privater Ebene kaum Zugang zu den Kollegen.
Fürs neue Jahr habe ich mir vorgenommen, mit dem Spruch "Ich möchte mich jetzt gesund ernähren und Mittags in die Kantine gehen, anstatt Brot oder sonstige Sachen vom Bäcker zu essen!" bei den Kollegen zu integrieren.
Eigentlich ist das alles ja kein Problem, aber wenn gewisse Sache festgefahren sind, fällt Veränderung einfach schwer...
HenryLee - 01.11.2007, 19:55
LonelyGuy hat folgendes geschrieben:
Eigentlich ist das alles ja kein Problem, aber wenn gewisse Sache festgefahren sind, fällt Veränderung einfach schwer...
Also hier kann ich deine Zurückhaltung ehrlich gesagt nicht verstehen,
das Mittagessen mit Kollegen ist doch eine der einfachsten sozialen Situationen, ein flapsiges "Hey, nehmt ihr mich mit ?" sollte doch ausreichen, du solltest dir nur einen Grund ausdenken, warum du plötzlich mitmöchtest, z.B. das du plötzlich mittags wieder Appetit auf warmes Essen hast oder so, und schon habt ihr ein Gesprächsthema ;-)
Ich arbeitete öfters mal bei Kundenprojekten längere Zeit vor Ort mit, und das Mittagessen ist eigentlich immer eine gute Gelegenheit um Smalltalk mit Fremden zu üben, wenns nicht klappt kann mit immer gefahrlos auf arbeitsnahe Themen umschwenken :-)
Ganta - 01.11.2007, 20:05
Hallo Garfieldine!
Wenn Dir Smalltalk und Kontaktaufnahme noch so schwerfällt empfehle ich aus eigener Erfahrung zuerst an Verkäufern/ Bedienung/ Personal zu üben. Das "Risiko" ist dabei sehr gering, da diesem Menschen dafür bezahlt werden freundlich zu sein. Mit dem Bäcker, Grillhänchenverkäufer, der Frau am Verkaufsschalter. Wenn einem dazu gar nichts einfällt kann man genügend Vorlagen recherchieren.
Literaturtipps dazu gibts im AB-Wiki unter "Sonstige Quellen" -> "Soziale Kompetenz". Im Link meiner Signatur gibts auch einen Punkt zur Wichtigkeit von Smalltalk - eine oft aus falschem Grund abgelehnte wichte Form der Kommunikation.
Garfieldine - 01.11.2007, 20:17
Hi und guten Abend,
danke für eure Antworten.
@ Nordsingle - wenn ich dieses Semester noch mitzähle, sinds noch so zweieinhalb Jahre. Gerade ist quasi "Halbzeit" und irgendwie finde ich die Aussicht, den Rest der Zeit so wie bisher zu verbringen, deprimierend.
@ Ddorf: Erste Hürde ist dann natürlich das ins Gespräch kommen ;) Aber da hab ich mittlerweile hier im Forum schon einige Ideen zu gelesen, und würde es mir auch in Ansätzen zutrauen. Letzten Endes ist es dann der Mut, der darüber entscheidet, ob ich es versuche. Sterben werde ich schon nicht...
@ Sati, wow, danke für die vielen Vorschläge..
Was das mit dem Wohnheim und den Parties betrifft kann ich mich übrigens dir anschließen.
Als ich hier begonnen hab, kannte ich niemanden, ist nämlich auch weit weg von meiner "Heimat". Aber ich hab ziemlich schnell zu Beginn über Übungen, die in Gruppen erledigt werden sollten, ein Mädel kennen gelernt und dann noch eines, das aber leider nach 2 Semestern aufgehört hat und weggezogen ist. War echt schade, mit ihr hab ich mich sehr gut verstanden, konnte offen mit ihr über alles mögliche reden (z.b. auch drüber noch nie 'nen Freund gehabt zu haben ;) ) Das interessante war - da hab ich wirklich was draus "gelernt" - dass wir so rein äußerlich echt nicht zusammen passten *grins* - ich mein, ich sah und sehe immer noch eher so "normal" aus was auch immer das ist, also nicht wirklich flippig, auch wenn ich da manchmal so Anfälle von Experimentierwut hab - aber sie halt meist Schwarz gekleidet mit Manga-Frisur.
Glaub, ich hätte sie so gar nicht unbedingt angesprochen, wenn ich sie heute an der Uni sehen würde, weil ich gedacht hätte, wir wären viel zu unterschiedlich. Hatte sie übrigens auch von mir gedacht :roll:
Äh ja, wozu erzähl ich das... achso ja, genau ;) Das hat mir gezeigt, dass Äußerlichkeiten oder Styling etc. wirklich sowas von unwesentlich sind. Ich mein, ich bin nicht oberflächlich, aber irgendwie war's doch so, dass ich dachte, man kann Leuten irgendwie ansehen, ob man mit denen zurecht käme oder nicht.
Ja, die Leute, die ich besser kenne, studieren dasselbe, aber wir sitzen dennoch öfters in unterschiedlichen Vorlesungen. Gut, die eine ist quasi auf dem selben Stand wie ich, sodass wir fast alles gemeinsam haben, aber irgendwie beschränkt sich das größtenteils alles auf Uni und Privates wird nur wenig erwähnt. Weiß auch nicht so recht, woran es liegt.
Zum "Hinsetzproblem": Da hast du schon Recht, dass man dadurch Kontaktaufnahmemöglichkeiten hat. Allerdings bin ich von natur so, wie du es beschrieben hast, wie man Smalltalk abwürgt: ich höre konzentriert zu und schreibe mit ;o) Weil ich die Dinge gerne direkt verstehen will und nicht noch immer nacharbeiten. Kleine Kommentare ergeben sich schon mal, ja, aber mehr irgendwie nicht.
@ alle weiteren - Antwort folgt später :)
Garfieldine - 01.11.2007, 20:40
@ nachtmensch - ups, wo du das Arbeitsleben erwähnst... da hab ich mir ja auch schon mal Gedanken - eher Sorgen - gemacht, wie das bloß werden soll. Und der tolle Anforderungspunkt "Teamfähigkeit"? Hmm... Ich hab echt Bedenken, dass ich mir dadurch später was verbaue. Denn ständig mit einer Maske rumzulaufen, die kontaktfreudigkeit vorgibt, ist superanstrengend.
@ Kasi, einfach trauen ist ja leider so eine Sache. Wenn das so einfach wär... oder na gut, es ist vielleicht einfach, aber es fühlt sich nicht so an für mich. Hehe, genau das denke ich, ob ich wohl grad seltsam wirke... dabei ist's ja eigentlich auch egal - wenn ich dem anderen zu seltsam vorkomme, dann wird derjenige schon von sich schnell und unauffällig verschwinden.
Ich will ja gerne so sein, wie ich bin, und nicht verstellt... schwer nur, wenn man nicht genau weiß, wie man ist, und was von dem verstellten Verhalten schon auf einen so übergegangen ist...
@ julchen - weißt du, was schade ist: dass man sich nicht gegenseitig "erkennt", also dass man in derselben Situation ist. Ich meine, sowohl an deiner als auch an meiner Uni wird es Leute geben, denen es genauso geht wie uns... und es wäre sicher nicht schlecht, wenn man diese kennen lernen würde. Aber da man nicht mit einem Stempel auf der Stirn rumläuft, sieht es einem niemand an... und man findet sich nicht.
Oder wie ginge es dir da?
Hast du denn schonmal in einer Gruppe mit anderen zusammengearbeitet und wie war das für dich?
@ LonelyGuy, mh da lese ich irgendwie auch so einen Rechtfertigungsdruck raus, den du scheinbar hast? Also dass du dich bei deinen Kollegen dafür rechtfertigen müsstest, dass du jetzt mit in die Kantine gehst.
Kommt mir nur so in den Sinn, weil genau das bei mir vorhanden ist: Das Gefühl, sich bei jedem für alles rechtfertigen zu müssen... was man tut oder nicht tut, was man sagt und wieso etc. Das zermürbt.
@ Ganta - mh stimmt, bei Verkäufern kann man zugleich auch noch seine Hartnäckigkeit trainieren :mrgreen: Früher hatte ich echt Angst, da jemanden anzusprechen, und wenn dann nur gaaanz kleinlaut "ähm, entschuldigung..?" He, aber da fällt mir eine gute Übung ein, die ich neulich hatte... ich hab mir an so einem ADAC-Werbestand das alles erläutern lassen, aber bin standhaft geblieben was das angeht, ob ich da jetzt sofort Mitglied werde... hehe, der sah am Ende schon leicht gefrustet aus, aber das war dann nicht mein Problem. Als er mich dann allerdings anpampte, dass das ja zeitverschwendung gewesen sei, meinte ich nur, dass ihn ja wohl niemand gezwungen hätte,... Also ehrlich.
Ächz, jetzt bin ich leergeschrieben, glaub ich. :schlafen:
JohnArbucle - 01.11.2007, 21:16
Liebe Garfieldine, liebe AB-Gemeinde,
wenn man euch soooo munter drauflosplaudern hört, wie ihr hier schreibt, kann man sich kaum vorstellen, dass ihr nicht auch small-talken könnt.
Mach es denn anderen aber umgekehrt nicht unnötig schwer, indem auf den Stuhl links neben dir erstmal deinen Wintermantel und den REgenschirm, und rechts neben dir, deine Aktentaschen und evt noch deine Handtasche legst - gibt den meisten das Signal, hier bin ich unerwünscht.
Ja, es gibt diese Momente, man macht vielleicht eine alberne (leise) Bemerkung zu dem was der Onkel Prof. da vorne erzählt und schon kann das Eis brechen...
Bei uns gehts in der Mittagspause auch immer sehr lustig zu - dennoch das Thema AB würde ich mich so auch nicht getrauen anzusprechen
:oops:
Anrufbeantworter - 01.11.2007, 21:21
Ich kann allen Studenten, die nur schwer Anschluss finden, WGs empfehlen. Dadurch hab ich zum ersten Mal überhaupt Kontakt zu Leuten bekommen, die ein weniger zurückgezogenes Leben haben als ich. Ich hab dadurch auch viele Vorurteile über andere Menschen im Allgemeinen abgelegt. (Vorher war ich vielleicht auch etwas Außenseiter, weil ich durch schlechte Erfahrungen vorher mit Mitschülern nichts mehr zu tun haben wollte oder sie generell bedrohlich fand. Fremden also generell zunächst negativ voreingenommen.) Inzwischen bin ich richtig im Freundeskreis eines Mitbewohners drin, der vor einem halben Jahr eingezogen ist. Hab noch guten Kontakt zu ehemaligen Mitbewohnern und deren Freunden.
Ich wohne im Wohnheim, da kommt man dann mit zufälligen Leuten zusammen. Hab aber noch nie wirklich Pech gehabt. Wem das Risiko zu groß ist, kann sich auch erst unverbindlich andere Wohngemeinschaften anschauen, die auf schwarzen Brettern nach Mitbewohnern suchen, und nur dann einziehen, wenn die Leute wirklich sympathisch sind.
Noch ein anderer Vorteil: man lernt auch Leute kennen, die nicht das gleiche Fach studieren. Da bleibt man nicht auf fachlicher Ebene stecken, sondern wird gezwungen, sich persönlich kennen zu lernen. Man kann besser zwischen Studium und Freizeitleben trennen.
Sagt euch jetzt einer, der vor vier Jahren nie in eine WG gewollt hätte, wenn es ich unbedingt finanziell nötig gewesen wäre!
supertom - 01.11.2007, 21:38
Smalltalk
Hallo,
Beziehungslosigkeit heisst ja nicht automatisch auch Kontaktgestört zu sein obwohl es in die Richtung geht oder gehen kann. Letztendlich ist das aber ein Problem das weit über reines "AB-tum" hinausreicht und also weit mehr Menschen betrifft als wir uns das alle vorstellen können. Das hat auch was mit dem Lebensstil in den modernen westlichen Ländern zu tun (+ mindestens Japan) Und Smalltalk ob man jetzt will oder nicht stellt eigentlich immer den Anfang einer Kontaktaufnahme da die Frage ist wie schnell man dann auch darüberhinauskommt oder eben nicht...:-)
Grüsse
Tommy
Möwe75 - 01.11.2007, 22:16
Garfieldine hat folgendes geschrieben: @ nachtmensch - ups, wo du das Arbeitsleben erwähnst... da hab ich mir ja auch schon mal Gedanken - eher Sorgen - gemacht, wie das bloß werden soll. Und der tolle Anforderungspunkt "Teamfähigkeit"? Hmm... Ich hab echt Bedenken, dass ich mir dadurch später was verbaue. Denn ständig mit einer Maske rumzulaufen, die kontaktfreudigkeit vorgibt, ist superanstrengend.
Meines Erachtens ist damit eher gemeint, ob Du Dich in eine Gruppe einfügen kannst. Viele Leute spielen sich nämlich zu gerne als Chef auf.
Und beim Team werden meistens die Aufgaben verteit, jeder trägt ein Stück für das Gemeinschaftsergebnis bei.
Garfieldine hat folgendes geschrieben: @ LonelyGuy, mh da lese ich irgendwie auch so einen Rechtfertigungsdruck raus, den du scheinbar hast? Also dass du dich bei deinen Kollegen dafür rechtfertigen müsstest, dass du jetzt mit in die Kantine gehst.
Kommt mir nur so in den Sinn, weil genau das bei mir vorhanden ist: Das Gefühl, sich bei jedem für alles rechtfertigen zu müssen... was man tut oder nicht tut, was man sagt und wieso etc. Das zermürbt.
In einem VHS-Kurs den ich mitgemacht hatte ( Von der Selbstunsicherheit zu mehr Selbstsicherheit ) verteilte und die Leiterin u. a. Blatt mit den persönlichen Rechten. Das fand ich toll, hey ich habe Rechte.
Rechte berechtigen uns Handlungen durchzuführen. Die Entscheidung ob die Rechte wahrgenommen werden oder nicht liegt jedoch an uns. Wir haben in der Regel keine Probleme Rechte auf Urlaub wahrzunehmen, das Recht auf eine warme Wohnung, wenn wir unsere Heizkosten beglichen haben oder aber Umtauschrechte in Anspruch zu nehmen. Schwerer fällt es uns hingegen uneindeutige Rechte durchzufechen und wahrzunehmen, vor allem dann, wenn sie persönlichen Einsatz erfordern. Rechte zugesprochen zu bekommen ist leichter, als sich Rechte zu nehmen:
Kennen Sie Ihre persönlichen Rechte ?
Ich habe das Recht, meine Gefühle, Bedürfnisse und Meinung zu äußern.
Ich habe das Recht, meine Meinung zu ändern.
Ich habe das Recht, mit Achtung behandelt zu werden - unabhängig von der Stellung, die ich zur Zeit ausfülle.
Ich habe das Recht, nicht sofort Stellung zu nehmen, eine Frage nicht sofort zu beantworten.
Ich habe das Recht, Fehler zu machen.
Ich habe das Recht, etwas nicht zu verstehen und nachzufragen.
Ich habe das Recht, meine Gründe und Entscheidungen nicht zu erklären oder zu rechtfertigen.
Ich habe das Recht, die Verantworung für Probleme anderer Menschen abzulehnen.
Ich habe das Recht, zu verlangen, was ich möchte; zu fordern, was mir zusteht.
Ich habe das Recht, nicht immer selbstsicher zu sein.
Ich habe das Recht, Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, auf Selbstbehauptung zu verzichten.
Können Sie diese Rechte annehmen ? Beanspruchen Sie diese Rechte ? Gestehen Sie diese Rechte auch anderen zu ?
Ich hoffe, die kleine Schrift ist lesbar. Ansonsten denke ich, dass Du schon den ersten Schritt zum Kontakt getan hast. Du möchtest ihn aufnehmen. Es mag sein, dass es vielleicht verwunderte Blicke gibt.
Aber wenn Du freundlich auf die Leute zugehst, werden sie merken, dass Du sie nicht zuvor links liegen gelassen hast, weil Du evtl. eingebildet bist.
Kopf hoch, mit kleinen Schritten kommt man auch vorwärts.
P. S.: Klasse, ich kann inzwischen zwei Zitate von einer Person einfügen und dazwischen was schreiben. *selber auf die Schulter klopf*
Kasi76 - 01.11.2007, 23:02
Garfieldine hat folgendes geschrieben:
@ Kasi, einfach trauen ist ja leider so eine Sache. Wenn das so einfach wär... oder na gut, es ist vielleicht einfach, aber es fühlt sich nicht so an für mich. Hehe, genau das denke ich, ob ich wohl grad seltsam wirke... dabei ist's ja eigentlich auch egal - wenn ich dem anderen zu seltsam vorkomme, dann wird derjenige schon von sich schnell und unauffällig verschwinden.
meine "kleine Hauskatze" :mrgreen: :
...schön das du dir gedanken machst; aber Initative ergreifen & Aktiv werden, wäre WICHTIGER für Dich, glaub mir ! :hammer:
Derzeit stehst du dir nur selber im Wege,...ändere das !
Schritt für Schritt ! :yes:
Ich verstehe deine Ängste & Bedenken aber besiegen kannst nur du sie !
Vielleicht auch den potenziellen Konservationspartner Positiver entgegen tretten und nicht denken "...der wird von sich aus schnell und unauffällig verschwinden" sondern das JETZT versuchen zu genießen und mit Leben zufüllen ! Schließlich willst DU doch auch einen "Bleibenden Eindruck hinterlassen" (wie z.B. in diesen Forum & bei mir) :!:
...nehm dir die RECHTE die Möwe aufgelistet hat zu Herzen & lese sie laut jeden Morgen und Abend vor - das Hilft :!: :!:
@Möwe: die auflistung der Rechte halte ich wohl für einen der besten Einträge die in diesen Forum gelesen habe ! DANKE ! ist Wichtig ! :good:
Kasi76 - 01.11.2007, 23:53
Fang an !
:arrow: Schritt
:arrow: für
:arrow: Schritt !
Tu es für Dich !
Garfieldine - 02.11.2007, 08:35
Guten Morgen... *gähn* ... nicht unbedingt meine Lieblingszeit :tea:
@ JohnArbuckle... nein, also bei dem Platz den ich dann da belege, beschränke ich mich eigentlich auch sehr, also nicht überall was ablegen - wie gesagt will ich niemanden stören :roll:
Zitat:
wenn man euch soooo munter drauflosplaudern hört, wie ihr hier schreibt, kann man sich kaum vorstellen, dass ihr nicht auch small-talken könnt. Mh, leider ist ja schreiben "ungleich" sprechen. Beim schreiben kann man auch zwischendurch länger innehalten, überlegen, wieder was löschen, oder es sich am Ende nochmal ganz überlegen und es sein lassen, es abzuschicken. Beim Sprechen ist "geschehen" was geschehen ist ;) bzw gesagt. Da muss man schneller sein, direkt reagieren, ...
@ Anrufbeantworter( :mrgreen: ) Ich wohn zwar im Wohnheim, aber in keiner WG, das wär auch nichts für mich. Obwohl ich hier von vielen Leuten umgeben bin, ist es doch sehr anonym, erstaunlicherweise sehe nicht nur ich das so, sondern auch andere, die vermutlich weniger Kontaktschwierigkeiten haben (oder mir kommt das nur so vor). Es gab nämlich mal eine Online-Umfrage, u.a. auch wie man sich hier so fühlt mit seinen Nachbarn etc. Und einige antworteten genau wie ich, dass man halt mal auf dem Flur "hallo" sagt, aber mehr eigentlich nicht... Selten kommt man mal für ein paar Minuten ins Gespräch - meist wenn Feueralarm ist
Danke für diese Rechte-Liste, Möwe..
Hab ich mir mal rauskopiert.
Vor allem gut, da es ja Rechte sind, für die man sich prinzipiell nicht rechtfertigen (!) braucht... was sogar in einem Recht verankert ist *schmunzel*
Irgendwie trifft fast jeder Punkt auf mich zu :ohnmacht:
@ den roten Kasi :P
Ja, das ist das Problem: Ich denke, handele aber nicht. Oder zumindest viel weniger als ich denke.
Ups, da bin ich mal wieder in meinem schlechten Menschenbild ertappt worden.... also dass ich gleich sowas denke wie dass der schon von sich aus verschwinden wird... Ist mir so nicht aufgefallen.
mal sehen, ob ich heute irgendwelche "Schritte" auf die Reihe bekomme.
Zenon - 02.11.2007, 12:57
Kasi76 hat folgendes geschrieben: @Möwe: die auflistung der Rechte halte ich wohl für einen der besten Einträge die in diesen Forum gelesen habe!
Da schließe ich mich absolut an.
roterElefant - 02.11.2007, 14:21
Sati hat folgendes geschrieben: oder - schon ganz gewagt - "Gehst du nachher eigentlich auch in die Mensa?"
Ja, ganz schön gewagt. Vor dem Problem stehe ich auch immer wieder. Allerdings kann man sich auch seine Mensa-Gänger zusammenbasteln. So habe ich mir das jedenfalls über die Semester organisiert. Mit der Zeit weiß man doch, wer in der Regel in die Mensa essen geht. Also guckt man sich im Seminar vor der Mittagszeit mal um, wen man ansprechen könnte. Dann allen Mut zusammennehmen und fragen: "Geht ihr auch in die Mensa essen? Ich würde nämlich gerne, aber alleine ist das ziemlich blöd."
Solange man eine lockere Gruppe und keine "wir-waren-schon-immer-dickste-Freundinnen" anspricht, wird man auch mitgenommen. Die Gespräche sind in der Regel dann natürlich Smalltalk, wie man die Vorlesung fand, welcher Kommilitone mal wieder durch nervige Fragen gestört hat, wie weit man mit Hausarbeiten und Referaten ist usw. Man muss sich aber nicht verpflichtet fühlen, unbedingt zu jeden Thema etwas beizutragen. Und die ganz privaten Sachen werden eh nicht in der Mensa besprochen, wo doch jeder Hinz und Kunz vom Nachbartisch mithören könnte.
Obwohl ich nicht rauche, gehe ich auch ab und zu mal mit raus, eine "rauchen". Raucher rauchen in der Regel nämlich nur ungern alleine und brauchen immer jemanden, der vor oder nach dem Seminar noch mit raus kommt, rauchen, und nicht sofort im nächsten Seminar oder nach Hause verschwindet. Auch da können sich Gespräche ergeben.
Und was das "sich neben jemanden setzten" angeht. Man muss ja nicht immer etwas sagen. Machmal ist es auch nur beruhigend, ein Seminar lang seinen festen Sitzplatz neben der gleichen Person zu haben, sich freundlich zu begrüßen und zu verabschieden und zur Not jemanden an der Hand zu haben, von dem man die Vorlesungsunterlagen ausleihen kann, wenn man mal nicht da war. Nicht alles muss ja gleich in Bekanntschaften oder Freundschaften "ausarten".
Möwe75 - 02.11.2007, 15:05
Zenon hat folgendes geschrieben: Kasi76 hat folgendes geschrieben: @Möwe: die auflistung der Rechte halte ich wohl für einen der besten Einträge die in diesen Forum gelesen habe!
Da schließe ich mich absolut an.
Dankeschön, irgendwie passten die auch genau hier herein. :D
smartfish22 - 02.11.2007, 22:06
Hallo Garfieldine,
ich finde zwei Jahre Einzelgänger an der Uni sind genug. Gehe einfach mal auf Leute zu. Am besten vor der Mittagspause, dann ergibt sich doch gleich ein Gesprächspartner mit dem du beim Essen langsam Kontakte knüpfen kannst.
Bin zum Studium in eine völlig neue Stadt gegangen und habe anfangs alles mitgemacht, um neue Leute kennenzulernen. Zu dem hatte ich das Glück in eine nette WG im Studentenwohnheim zu kommen. In deinem Wohnheim gibt es sicher irgendwelche Treffen, AG´s oder Partys. Frage deine Nachbarn, ob sie Lust haben mit zu kommen. Referate sind ebenfalls eine Möglichkeit andere Leute kennen zu lernen und dein Selbstbewußtsein zu stärken. Oder suche dir einen Nebenjob.
Ich weiß, dass klingt leichter als getan. Ich bin jetzt seit 1,5 Jahren berufstätig und mir fehlt jetzt die Zeit neue Leute in meiner neuen Stadt zu finden. Zum Glück habe ich aber ein paar gute Freunde aus der Studienzeit, zu den ich am WE fahren kann.
Probiere es einfach aus.
marwie - 02.11.2007, 23:45
Hallo Garfieldine,
Das "ich möchte mich nicht aufdrängen" Gefühl kenne ich auch, oft dachte ich (und falle manchmal immer noch in das Denkmuster zurück), dass ich eh nur störe. Ich hab mich also z.B. auch meist irgendwo alleine hingesetzt im Hörsaal. Aber mit der Zeit ist es mir egal, ob ich mich aufdrängen könnte oder nicht, denn meist ist dies ja nicht der Fall, schlimmsten falls wird man einfach mehr oder weniger ignoriert.
Bei Vorlesungen, an denen 100+ Leute teilnehmen ist es nicht ganz einfach, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, aber bei Übungsstunden oder Vorlesungen mit nur wenig Teilnehmer ist es im Prinzip recht einfach mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Aber man muss halt etwas Smalltalk führen :-) (ich bin auch nicht so gut im Smalltalk, aber ich versuche nicht ihn zu vermeiden, sonder fange auch selber mal damit an.). Wenn man nicht so recht weiss über was man am Anfang reden soll, bieten sich immer Uni Themen an.
Eine gute Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen ist auch, bei einer Uni Organisation (z.B. Sport, Musik, Politik etc. oder bei einem Fachverein ) teil zu nehmen. Zumindest bei uns haben viele Organisationen Mühe neue Leute zu finden und sind deshalb immer froh, wenns sich mal jemand bereit erklärt teilzunehmen.
Gruss
Marwie
Garfieldine - 03.11.2007, 19:04
Hallo..
ich sitz hier gerade und überlege, ob bzw. wie ich schreiben soll, was ich dann doch gerne mal loswerden würde. Aber ich denke mal, dass es sein "muss", da ich sonst auf eure Beiträge nicht so recht antworten kann, ohne irgendwie drumherum zu reden und zu versuchen, mich geschickt aus der Affäre zu ziehen.
Also, worum geht's? Zum Thema Essen/Mensa usw. muss ich sagen, dass es da bei mir ein Problem gibt. Und zwar hab ich seit einigen Jahren eine Essstörung, die vor ca. 3 Jahren sehr extrem war und ich um ein Haar dran gestorben war (erklärt für diese Zeit auch sehr logisch, wieso sich da nie etwas in Richtung Beziehung hätte ergeben können). Als ich dann zum Glück mit aller Wucht merkte, verdammt ich möchte ja nicht sterben, ich will leben, hab ich mich daraus gekämpft. Aber ich hänge immer noch in einigen Verhaltensweisen und Ängsten fest, u.a. wenn es darum geht, in Gegenwart anderer Menschen zu essen. Womit wir wieder am Anfang wären.
Ja, ratet mal - ich bin jetzt im 5. Semester und habe noch nie in der Mensa gegessen. Ich würde mich da nichtmal zurechtfinden :| das wäre alles eine einzige Riesenpeinlichkeit. Also, wenn ich irgendwann mal den Schritt über die Türschwelle der Mensa wage, dann mit jemandem, der Bescheid weiß und vor dem ich mich nicht zu Tode schämen muss.
Ich hatte bisher hier im Forum das noch nicht angesprochen, weil ... ja, hm, keine Ahnung... irgendwie Angst hatte, deshalb irgendwie in eine Ecke gestopft zu werden. (Sorry, das ist ein unfairer Gedanke meinerseits, ich weiß.)
Gut, nun überlege ich wieder, ob ich das hier so absenden soll, aber warum eigentlich nicht, normalerweise ist Ehrlichkeit die bessere Wahl.
Möchte zum Schluss aber auch noch auf ein paar andere Punkte eingehen!
Zitat: In deinem Wohnheim gibt es sicher irgendwelche Treffen, AG´s oder Partys. Ja, so wie ich das mitbekommen habe, gibt es hier manchmal so einen Pokerabend 8) Da würde ich vielleicht sogar mal vorbeischauen... wenns mir nicht gefällt, kann ich ja auch jederzeit wieder die fünfzig Meter zurück in meine Wohnung laufen. Sicher kennen die sich dort schon alle gegenseitig, aber na gut, vom sehen her werden mir vermutlich auch einige bekannt vorkommen.
Das wäre so das, was ich mir vorstellen könnte, auszuprobieren.
Aber zwecks Kontaktaufnahme zu rauchen käme mir nicht in den Sinn :holy:
Schönen Abend noch,
Garfieldine
Frechdachs-75 - 03.11.2007, 19:09
Moin Garfieldine,
das mit der Essstörung, ist ein Bestandteil deines Lebens, aber es zeigt um so mehr, wir alle haben das gleiche Problem, aber verschiedene Facetten dessen warum.
Daher haste meinen Respekt, das du es offen ansprichst, auch deine Meinung zählt hier. Man sollte alles mmer auch verschiedenen Blickwinkeln sehen.
Kasi76 - 03.11.2007, 21:53
Hey "Hauskatze" ! :mrgreen:
Schließe mich voll und ganz der meinung von Frechdachs an.
...aber denk an die Rechte - an deine Rechte (Hoffe du liest sie dir auch vor !) :!:
Wenn schwere Alltags-Situationen anstehen, du gehemmt bist - einfach die Rechte dir nochmal in Gedanken durchlesen...!
Warum ist Dir etwas peinlich bevor du es getan hast ??
Peinlichkeit entsteht im grunde immer hinterher & auch ist das Gefühl der Scham in einen Selber viel größer, mächtiger & stärker als bei anderen.
Es bleibt in uns bestehen & nimmt besitzt von einem; hemmt einen; raubt uns Kraft & Positive Energie; beeinflußt unser zukünftiges tun & handeln mehr als es sollte. Denn: jeder ist anders. Fühlt/Handelt/Denkt anders - warum immer einen perfekten Typus entsprechen wenn doch die Vielfalt unser (Deiner) Gedanken/Worte/Taten/Gefühle das Leben erst lebenswert machen.
Kurz gesagt: DU bist DU ! Locker bleiben ! Easy going...!
:arrow: Schritt :arrow: für :arrow: Schritt :arrow:
PS: Übrigens "GARFIELD" kümmert sich doch auch nicht darum was andere jetzt gerade denken von ihm...! Ist ihm auch egal ! Richtig so ! :idea:
(Hab auch die Sendung gesehen :lol: )
nachtmensch - 03.11.2007, 22:18
Genau Garfieldine, einfach locker bleiben. Ich hab in letzter Zeit z.b. ziemlich viel unangenehme/peinliche Situationen erlebt, aber seitdem ich damit offensiver umgehe, kann ich nur eins bestaetigen: Ist dein Ruf erst ruiniert, lebst du voellig ungeniert. Und schon wird man bei vielem viel sicherer, weil lockerer sich selbst gegenueber. :-)
IronHerby - 04.11.2007, 13:50
Die Mensa ist eine tolle Erfindung, für wenig Geld ein Essen plus die Möglichkeit in Kontakt zu anderen zu kommen.
Während meiner Studienzeit bin ich zwar häufig mit den Leuten aus meinem Studienfach gemeinsam Essen gegangen, aber hin u. wieder auch alleine. Und das war sogar zweimal richtig gut. Einmal weil durch einen fehlenden Flaschenöffner sich ein nettes Gespräch mit anschließendem Kaffee und eine über viele Jahre anhaltende Freunschaft ergab. Und beim anderen mal habe ich die Möglichkeit der Mensa ganz gezielt genutzt, um mich zu einer Frau an den Tisch zu setzen auf die ich ein Auge geworfen hatte. Denn (!), wer gerade beim Essen ist läuft nicht so schnell davon. Zwar kann der small talk beendet werden, bevor er richtig in Gang gekommen ist, aber es ist erst einmal "normal" sich der Person zu nähern, man sucht ja nur einen Platz zum Essen.
Ich wünschte jetzt im Job hätten wir eine ähnlich gestrickte Kantiene. Ist aber nicht so, winzige Tische, da ist es schon direkt aufdringlich sich zu einer fremden Person zu setzen, und meist wird man eh von den Kollegen mitgeschlieft. Ist viel stärker fremdbestimmt, als an der Uni. Liegt sicherlich auch daran, dass man deutlich länger zusammen arbeitet als studiert.
Einen kleine Ausrede, warum man noch nie in der Mensa war, lässt sich ganz einfach finden. Eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Gewürzen, Nüssen, etc. die jetzt besser geworden ist, und man vorher keine Experirmente eingehen wollte. Kann jeder nachvollziehen.
roterElefant - 04.11.2007, 20:18
Garfieldine hat folgendes geschrieben: Aber zwecks Kontaktaufnahme zu rauchen käme mir nicht in den Sinn :holy:
Hey, ich möchte hier auch keinen auffordern, mit dem Rauchen anzufangen. Wenn es einen aber nicht stört, dass andere um einen herum rauchen, findet man in der Raucherecke immer jemanden, mit dem man sich noch eine Zigarettenlänge nach dem Seminar unterhalten kann. Wie gesagt, Raucher rauchen ungern alleine und sind in der Regel kommunikativ, das kann man sich durchaus zunutze machen. Sollte man also gefragt werden, ob man mit Rauchen kommt, kann man statt "Nein, ich rauche nicht." ja mal sagen "Ich komme gerne mit nach draußen, ich rauche zwar nicht, aber dann können wir uns mal unterhalten / uns weiter unterhalten." sagen.
Ganta - 04.11.2007, 21:22
Hallo Garfieldine!
Also erstmal finde ich es toll, dass Du deine Esstörung soweit in den Griff gekriegt hast! Super! Bei solchen Sachen ist es natürlich schwer: man will sich verstecken, verhält sich komisch, und alle anderen können sich keinen Reim darauf machen.
Dieses Thema ist noch ein mehr oder weniger großes Tabu. Aber falls Du doch mal darüber sprechen willst oder musst, ist vielleicht ein Verweis auf Gundis Zambo nicht schlecht. Die bricht zur Zeit durch ihre eigene (ehemalige) Erkrankung an Bulimie eine Lanze für alle Betroffenen. Man sieht sie in jeder Talkshow, und ihr Buch "Mein heimlicher Hunger" ist glaube ich sogar in der Bestsellerliste. Auf jeden Fall ist es zZ ziemlich bekannt, und meines erachtens begegnet ihr nur positive Reaktionen. Ein Verweis auf Sie könnte also mehr Verständnis beim Gesprächspartner wecken, indem man das ganze etwas auf eine bekannte Persönlichkeit "abwälzt".
Garfieldine - 04.11.2007, 22:57
Hallo - ich weiß gar nicht so recht, wie ich antworten soll.... ich weiß nur, dass ich gerne antworten und sagen will, dass ich mich über eure positiven Reaktionen gefreut habe.
Im Moment bin ich echt in so einer Phase, dass ich mir nur noch denke: "So ein Scheiß, wieso bin ich bloß damals eigentlich da hineingeraten, und überhaupt in punkto "Beziehung", wer würde sich denn überhaupt auf jemand "gestörten" einlassen wollen, das ist ja nun wirklich nicht verlockend." Andererseits bin ich ja eben mehr als nur diese "Krankheit".
Aber es ärgert mich, dass es genau dieser Punkt ist, der mir da sicher vieles verbauen würde.
Schon bitter.
:|
Marie78 - 05.11.2007, 20:23
Nur Mut!
Hallo "Garfieldine",
nur Mut!! Ich war in meiner Schulzeit auch eine typische Außenseiterin. Wollte mich nie aufdrängen, wurde letztlich von einigen Mitschülern gemobbt, hatte folglich ein sehr geringes Selbstbewusstsein. Das zog sich durch mehrere Schulen (Grundschule, Gesamtschule und Gymnasium) durch, da es immer Leute gab, die mich schon kannten. Vielleicht hätte ich damals gänzlich die Schule/Stadt wechseln sollen... Das änderte sich erst mit Beginn meiner Ausbildung. Da kannte mich faktisch niemand. Ich las das Buch von Dale Carnegie " Wie man Freunde gewinnt". Ich rief spontan zwei ehemalige Mitschülerinnen an, die auch eher zurückhaltend waren und mit denen ich mich ganz gut verstanden hatte. Und tatsächlich fand ich zwei sehr gute Freundinnen und neue Freunde in meiner Azubi-Klasse. Plötzlich machte mir auch das Lernen großen Spass und ich schloss mit guten Noten ab.
Versuch den ersten Schritt, sprich Leute an, die auch eher zurückhaltend sind! Ich habe es übrigens immer bedauert nicht an einer Uni studiert zu haben, da ich dachte, dass man dort einfacher Freunde fürs Leben findet. Aber anhand Eurer Erlebnisse scheint das ja nicht so einfach zu sein.
Auch im Berufsleben ist es mir schon so gegangen, dass ich einfach den ersten Schritt tun musste. Unser Kollegenkreis, der mittags in die Kantine ging, löste sich vor einigen Jahren plötzlich auf. Nun stand ich da: alleine in die Kantine wollte ich nicht gehen, einerseits war mir das peinlich und andererseits hätte mir der tägliche "Plausch" gefehlt. So rief ich eine alte "Mit-Azubine" an, die auch in unserem Gebäude, aber nicht unmittelbar mit mir zusammenarbeitet, ob ich mich ihrer "Essensgruppe" anschließen könnte. Sie hatte nichts dagegen. Anfangs war ich unsicher beim Small-Talk mit Kollegen, deren Arbeitsbereiche ich gar nicht kannte. Mittlerweile bin ich oftmals diejenige, die ein Thema anschneidet.
Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen, bietet sicherlich auch die Volkshochschule, Vereine etc.
Viel Glück!
Gruß Marie
Kasi76 - 05.11.2007, 20:43
Garfieldine hat folgendes geschrieben: .... Andererseits bin ich ja eben mehr als nur diese "Krankheit".
Genau ! Und das biste doch auch, glaub mir...!
Garfieldine hat folgendes geschrieben: .... Aber es ärgert mich, dass es genau dieser Punkt ist, der mir da sicher vieles verbauen würde.:|
Ein Menschlicher Charakter besteht aus der Summe seiner Eigenschaften/Eigenarten. Diese Eigenschaften können für manchen positiv oder negativ wirken. Aber die Summe bleibt und ist das was zählt & dich interessant macht - auch für andere ! Nobody is perfekt ! Man(n) sucht nach Interessanten Eigenarten ! Sind sie Negativ ? Eventuell ! Sind dadurch die Eigenschaften uninteresanter/ die Person dadurch uninteressanter ? Für einen der es ernst meint wohl kaum - im gegenteil ! :wink:
Anonym - 05.11.2007, 22:22
Kasi76 hat folgendes geschrieben: Man(n) sucht nach Interessanten Eigenarten !
Hi Kasi76
Du hast es auf den Punkt gebracht. Besser kann man`s nicht ausdrücken.
Anonym
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