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Krümel - 27.01.2008, 13:17
Pehnt, Annette - Mobbing


Sehr realistisch, kurz und knapp gehalten, aber mit großer Wirkung!

So ist das Leben: Mein Mann war vor Jahren in einer ähnlichen Situation. Die Firma ging den Bach runter, Unternehmensberater kamen, eine Insolvenz wurde beantragt. Die Belegschaft hat natürlich davon Wind bekommen, und ab da wurde scharf geschossen, denn jeder wollte zu denen zählen, die in die neue Firma übernommen wurden.
Diese Hürde hat er geschafft, doch sie hielt nur ein Jahr an, danach war in Etappen Schluss. Insgesamt dauerte diese Situation und Art von Mobbing drei Jahre.

Mit dieser Erfahrung liest sich “Mobbing” von Annette Pehnt wie ein Dejavue. Sie beschreibt die Gefühle der nicht betroffenen Ehefrau, und dennoch sehr Betroffene, mit großer Präzision. Dabei verzichtet sie vollkommen auf Schnörkel, sie schreibt vielmehr sehr direkt und offen. Ganz klar kommt dieses Dilemma zum tragen.

Jo, der Ehemann, bekommt nach Jahren der nicht verzeichneten Stellenausschreibung, eine Chefin vor die Nase gesetzt. Das Team, bestehend aus vier Personen, hat bisher in Selbstverantwortung die Projekte durchgeführt. Und direkt zu Beginn tritt Jo der neuen Chefin wohl auf den Fuß, was einen Spießrutenlauf mit sich bringt. Er wird gemobbt von A. und T. sowie der Chefin, und Markus geht freiwillig.
Diese schlechte Stimmung bringt er natürlich mit nach Hause, wo das Unglück seinen weiteren Lauf findet: ständig Streit und gereizte Stimmung.
Für die Ehefrau mit zwei Kleinkinder die Hölle. Alles wird auf ihren Schultern ausgetragen. Und es verwundert nicht, dass das Baby weiterhin Baby genannt wird, obwohl es längst aus diesem Alter entwachsen ist.

Ein aufwühlendes Buch, welches diese Stimmung auf dem Punkt genau transportiert!

Bewertung: :stern: :stern: :stern: :stern:
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