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Angelus heiress - 05.01.2006, 22:22
Eine große Stadt...
Während kleine Bauerndörfer überall aus der Erde zu sprießen scheinen, gibt es wenige Städte, die es wirklich verdienen, den Namen "Großstadt" zu tragen...
eine Stadt, perfekt gelegen, in der Nähe eines Waldes, Kreunzung vieler Handelsstraßen und ein Fluss, der mitten durch diese Stadt fließt. Das Herz der Stadt bildet ein Marktplatz, welcher von dem Rathaus, der Hauptkirche und einigen wichtigen Adelshäusern gesäumt wird.
Um diesen Hauptpunkt, wo sich auch jeden Sonntag die gläubigen Bürger versammeln, um die Messe zu feiern, verteilen sich im weiten Umkreis die Häuser, Geschäfte der zahlreichen Bürger, zum Wald hin scheinen sie immer erbärmlicher zu werden, besonders an den Stellen, die über die Stadtgrenze, die Stadtmauer, hinausgehen.
Das Nordtor ist das Haupttor, durch welches täglich viele Händler ziehen, um den Markt zu erreichen.
Die meisten Gassen sind verschmutzt und ein übler Gestank haftet in der Luft, genauso übel wie das Wasser des Flusses...
Katleya - 06.01.2006, 00:43

Leya schlenderte durch eine der vielzahligen Gassen der Stadt. Vorsichtig wich sie einem Haufen Unrat aus, der mitten auf dem groben Steinen lag und raffte ihr Kleid höher, damit der Saum nicht in Berührung mit einer der Pfützen kam. Sie sah sich nachdenklich um und stellte fest, dass sie sich wohl weiter vom Stadtkern entfernt hatte, als ursprünglich angenommen. Ihr Blick glitt über die Häuser, die weitaus kleiner und schäbiger waren, als jene in der Nähe des Marktplatzes. Eine neue Welle Gestanks wogte herüber und Leya verzog angewidert das Gesicht, als sie sah, wie eine Frau einen Eimer aus einem Fenster mitten auf die Straße leerte. Rasch beschleunigte sie ihre Schritte und bog bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit nach links ab und eilte weiter. Das Gassensystem der Stadt war außerordentlich verzweigt, doch sie wusste ungefähr, in welche Richtung sie sich wenden musste, um wieder in ein Viertel zu kommen, das vorwiegend von besser betuchten Bürgern aufgesucht wurde. Sie warf einen Blick an den hohen Häusern entlang zum Himmel, wo die Sonne gerade zwischen ein paar Wolken hervorlugte, was sie kurz lächeln ließ. Es versprach doch noch ein schöner Tag zu werden, was sie auch hoffte, denn schließlich befand sie sich in einer Art Pause von ihrer Arbeit.
Nun, sie selbst hatte sich diese Pause genommen, was der Kardinal davon hielt war indes eine andere Sache, doch Leya scherte sich nicht darum. Sie war in die Stadt gekommen, um zwei Aufträge auszuführen, denn es hatte hier eine Ratssitzung einiger hoher Herren gegeben, von denen zwei die Heimreise leider nicht mehr würden antreten können, außer in einem Sarg. Da sie bislang nur noch ein weiteres Opfer auf ihrer Liste hatte, welches jedoch erst in einigen Tagen hier eintreffen würde, hatte sie beschlossen, sich solange hier die Zeit zu vertreiben.
Mittlerweile war sie wieder in der Nähe des Marktplatzes und musterte einige Geschäfte und deren Besucher. Dann jedoch wandte sie sich ab und ging zum Marktplatz zurück, wo inzwischen die meisten Händler ihre Stände aufgebaut hatten. Es war noch recht früh am Morgen, doch die Hashishin liebte gerade die Ruhe des Morgens sowie die Stille des Abends. In dieser Stadt schien jedoch niemals Ruhe einzukehren wie sie schmunzelnd feststellte, als sie die Bürger umherhuschen sah, emsig wie die Bienen. Während sie die Auslagen eines Händlers musterte, welcher ihr unbedingt einen Ring verkaufen wollte, füllte sich der Marktplatz mehr und mehr. Bürger aller Schichten tummelten sich nun hier und die Luft war rasch von vielen Stimmen erfüllt. Leya trat einen Schritt von dem Stand des Händlers zurück, was dieser mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck quittierte, doch sie war nun nicht daran interessiert, sich hübschen Tand zu kaufen. Nein, eher war sie hier, um die Menschen zu beobachten, eine Beschäftigung, der sie Rom, wo ein jeder sie sofort als hochrangige und bekannte Adlige enttarnte, nicht nachgehen konnte. Doch hier, in dieser Stadt, kannte sie kaum jemand. Sie war auf einem Fest anlässlich der Hochzeit einer Tochter aus hohem Hause gewesen, wo sie dem einen oder anderen Adligen durchaus aufgefallen war, doch letztendlich fiel es wohl niemandem auf, wenn sie hier inmitten der Menschen einige von ihnen beobachtete.
„Werte Dame..“ drang auf einmal eine Stimme an ihr Ohr uns sie drehte sich herum. „Darf ich Ihnen dieses kostbare Geschmeide zeigen? Es ist mir gleich aufgefallen, wie wunderbar es mit Ihren herrlichen Augen harmonieren würde.“ Leyas Blick fiel auf einen weiteren Händler, welcher ganz in der Nähe des ersten ebenfalls Schmuck feilbot. Der Mann war dunkelhaarig und von gedrungener Statur und sein Blick wirkte verschlagen, doch dies waren nur Nebensächlichkeiten, welcher Leya auch nur am Rande bemerkte, denn ihr Blick war längst auf das gefallen, was der Mann in den Händen hielt. Eine Kette.. Eine wunderschöne Kette aus Gold mit einem wunderschönen Stein in der Mitte. Ein dunkelblauer Edelstein.. Sie sah, wie sich ihr Gesicht darin spiegelte und hielt unwillkürlich den Atem an. Sie liebte hübsche Dinge, egal um was für welche auch immer es sich handeln mochte und hatte sie eben noch den Gedanken verworfen, sich etwas zu kaufen, liebäugelte sie nun sofort mit dieser Kette. Es war wirklich ein wahres Prachtstück. Ihr Gesicht blieb jedoch ausdruckslos und sie lächelte kühl „Nun, ich glaube nicht, dass sich ein solcher Schmuck für jemanden meines Standes ziemt.. Dafür ist er dann doch recht grob gearbeitet und dieser Stein wirkt klobig.“ Der Händler blickte sie scheinbar entsetzt an „Aber edle Dame, Seht doch selbst, wie fein die Glieder dieser Kette ineinander geschmiedet wurden. Das ist beste, feinste Ware, nur das Beste für eine Dame wie Euch. Stellt Euch doch einmal diesen Stein auf einer so schönen Alabasterhaut wie der Euren vor.“ Schmeichelnd und lockend drang seine Stimme an Leyas Ohr und sie registrierte sofort, dass sie keineswegs zufällig ausgewählt hatte.
Nein, wahrscheinlich hatte er sie die ganze Zeit über bei dem anderen Händler beobachtet und sie anhand ihrer Kleidung und Haltung als gut zahlende potenzielle Käuferin ausgemacht. Leya strich flüchtig eine kaum vorhandene Falte ihres dunkelroten Samtgewandes, welches nach der neuesten Mode in Italien gefertigt worden war. Darüber trug sie einen eigens für sie gefertigten schwarzen Umhang mit edlen Schließen, unter dem sich auch gut ihre Waffen verbergen ließen. Diese Kleidung wies sie eindeutig als jemanden aus den höheren Kreisen, wenn nichts sogar aus dem Adel aus und scheinbar versprach sich der Händler ein gutes Geschäft. Abermals musterte sie die Kette und natürlich wusste, sie dass der Händler Recht hatte, es war ein erstklassig gefertigtes Exemplar. Sie strich sich eine dunkle Strähne aus dem blassen Gesicht und lächelte hochmütig „Und wie lautet der Preis für Euer hochgelobtes Schmuckstück?“ Sofort lächelte er siegesgewiss und nannte einen Preis, der Leya fast erblassen ließ. Sie hätte nun mit ihm feilschen können, doch sie ahnte instinktiv, dass dieser Mann nicht weit von seinem ursprünglichen Preis abeichen würde. In Gedanken nahm sie Abschied von dem glänzenden Stein und schüttelte dann den Kopf. „Nein. Das ist diese Kette nicht wert..“
Ohne seine Reaktion abzuwarten, tauchte sie in der Menschenmenge unter und fuhr fort, die Menschen zu beobachten, die sich hier aufhielten. Sie schüttelte leicht den Kopf, die meisten von ihnen waren einfältig und sehr naiv. Sie dachten nicht einmal im Traum daran, dass irgendetwas ihr Leben durcheinander bringen könnte. Obwohl, sie korrigierte diese Feststellung, meist traf diese Einstellung und Sicht nur auf die Menschen mit mehr Geld zu. Ärmere Menschen waren anders, das hatte sie schon oft gemerkt. Sie besaßen nicht diese widerliche Arroganz die den meisten Adligen und besser situierten Bürgern anhaftete.
Wie auch die Männer, welche sie beseitigt hatte. Abends, als sie beisammen saßen, hatten sie sich noch gerühmt, dass alles erreichen könnten und nichts und niemand ihnen mehr etwas strittig machen könne. Die zierliche Dienstmagd in der Ecke beim Kamin hatte niemand von ihnen beachtet und als der Morgen anbrach und das Licht der Sonne ins Zimmer schien, hatte sie ihr Licht auf einen See aus Blut geworfen. Die Erinnerung zauberte ein hämisches Lächeln auf Leyas Gesicht und ihre Augen schimmerten im Licht der Sonne kurz violett auf. Ihrer Meinung nach hatten die beiden es nicht anders verdient gehabt, sie waren von sich eingenommene Ausbeuter gewesen, die alle unter ihnen stehenden schlecht behandelt hatten. Mit diesen Gedanken noch beschäftigt, blieb sie neben der großen Kirche stehen und ließ den Blick über den Marktplatz wandern.
Surek - 06.01.2006, 13:15

Lederhut besah das Treiben auf dem Marktplatz. Hier ging es fast ebenso turbulent zu wie in Rom an Markttagen. Von einfachen Handwerkern bis zu reichen Adligen schien die ganze Stadt auf den Beinen zu sein. Nicht, dass diese Tatsache Lederhut erschrocken hätte. Er genoss es denn große Menschenmengen waren ein Paradies für Bettler- ganz besonders für die Bettler, die außerdem eine gewisse "Fingerfertigkeit" besaßen. Und zu dieser Sorte gehörte Lederhut. Der eine oder andere Adlige hatte heute bei seinen Einkäufen dank Lederhut schon mehr Geld gelassen als er eigentlich ausgegeben hatte. Diese Geldschleudern würden es wahrscheinlich nicht einmal bemerken und wenn doch- ihn kümmerte es nicht. Gerade hatte er wieder einem der Landadligen aus dem Umland um einige Münzen erleichtert, während dieser mit einem Händler um frisch eingetroffene Seide feilschte, um sich nun wieder durch die Menge treiben zu lassen.

Kurz darauf bemerkte er einen kleinen Aufruhr beim Stand eines Metzgers. Der Besitzer des Standes bedrohte mit seinem blutverschmierten Fleischermesser einige Straßenkinder, die seine Abfälle durchwühlt hatten. Lederhut kannte das Problem. Von der Verteilung der Almosen am Sonntag nach der Messer einmal abgesehen, wollten die Reichen die Armut um sie herum lieber nicht bemerken müssen. Streunende Straßenkinder in der Nähe des Standes wirkten daher äußerst geschäftsschädigend. Unwillkürlich fasste Lederhut sich an den Hinterkopf. Unter seinen struppigen Haaren fühlte er eine Narbe, die er in seiner Kindheit bei solch einer Auseinandersetzung davon getragen hatte. Was ihn damals getroffen hatte, wusste Lederhut nicht mehr. Er war von dem Treffer ohnmächtig geworden und war erst im Versteck, in das die anderen Straßenkinder seiner Bande ihn getragen hatten, mit einem schmerzenden Kopf und einem Verband herausgerissen seiner Flickentunika wieder erwacht. Für diese Narbe hasste er den Händler und er genoss den Gedanken sich jetzt zu rächen. Wie unbeteiligt näherte Lederhut sich mit interessiert wirkendem Blick den vorübergehend unbewachten Auslagen. Mit gespielter Kennermine nahm er einen der aufgehängten Schinken, roch einen Moment daran und zielte dann auf den Hinterkopf des blutverschmierten Metzgermonsters, das die Straßenkinder in die Ecke getrieben hatte. Langjähriges Training mit Wurfgeschossen ermöglichten Lederhut einen genauen Treffer. Die Straßenkinder grinsten und verschwanden- mit dem Schinken. Lederhut bediente sich noch schnell an den Auslagen und verschwand in der Menge bevor die Aufmerksamkeit der äußerst geschäftigen Menschenmassen, in denen sich jeder nur für sich interessierte, doch noch auf ihn fiel. "Ich werde noch zum Samariter.."dachte Lederhut grinsend"aber was solls... immerhin ist nun für das Abendessen gesorgt. Fleisch, wie es einem "Bettlerfürsten" würdig ist." Dann biss Lederhut in ein erbeutetes Stück Wurst.

Er stopfte gerade seine Beute in eine Tasche seines Filzmantels als sein Blick auf ein aus seiner Heimatstadt Rom bekanntes Gesicht fiel. Die *Fürstin* Marciavelli, sieh einer an... offenbar ist sie wieder einmal auf Reisen.. Lederhut kannte jeden Adligen in Rom. Das war das Grundwissen eines jeden Bettlers. Und aus dunklen Quellen durch seine nächtlichen Aktivitäten wusste er, dass diese Fürstin ein ganz besonderer Fall war. Nach außenhin lebte sie das Leben einer reichen Fürstentochter aus gutem Haus, das des öfteren auf Reisen war. Für die selbstverliebten Adligen sah es jedenfalls so aus. In Bettlerkreisen jedoch rankten sich Gerüchte um die gut aussehende, junge Fürstin. Söhne von entlaufenen Sklaven aus dem nahen Osten hatten von Gerüchten über eine weiße Hashishin erzählt- deren Beschreibung genau auf die Fürstin passte. Die Abergläubigen unter ihnen unterstellten ihr einen Pakt mit dem Teufel. Dem schien ihre scheinbar gute Verbindung mit dem Hause D'Argo, dem einer der mächtigsten Kardinäle entstammte, zu widersprechen. Einige Bettler hatten ihm im Vertrauen berichtet sie dabei beobachtet zu haben, wie sie bekannte Adlige ermordet hatte. Und ebendiese Bettler waren bald darauf verschwunden... Eine geheimnisvolle und mit Sicherheit gefährliche Frau, stellte Lederhut fest.

Er beschloss sich für einen Moment in ihrer Nähe zu halten. Gerade hatte sie einen Schmuckhändler stehen lassen um nun im Gedränge zu verschwinden. Für Lederhut war es ein Leichtes ihr zu folgen. Als sie nahe der Kirche stehen blieb und sich umsah, zog Lederhut sich die Kapuze über den Kopf, nahm an der Mauer der Kirche die mitleiderregende, zusammengekauerte Haltung eines Bettlers ein und legte seinen Hut vor sich. Lederhut kalkulierte das Risiko erkannt zu werden, war aber schnell überzeugt davon, dass sie ihn genauso wenig wahrnahm, wie andere Adlige, und sprach sie mit gespielt brüchiger Stimme an: "Hättet ihr die Güte einem armen Mann mit ein paar Münzen das Leben zu retten, Herrin?
Katleya - 07.01.2006, 01:07

Leya musterte voller Intensität die große, prachtvoll gebaute Kirche, welche mit vielen Engelsfiguren bestückt war. Über jede einzelne von ihnen glitt ihr Blick, ehe er an den kunstvoll verarbeiteten Fenstern hinauf, bis hin zum mit Kupfer besetzten Dach wanderte. Die Menschen verbrachten sehr viel Zeit mit diesen Bauwerken und investierten eine Menge Geld hinein. Leya hatte für sich selbst niemals Sinn darin gefunden, Stunden in einer kalten Kirche zu sitzen und Männern dabei zu lauschen, wie sie ihren Gott priesen, doch die Menschen schienen es zu lieben. Nun, zwar hatte sie sehr viel Zeit unter den streng-gläubigen Sarazenen verbracht und lebte auch schon sehr lange in Rom, war sogar schon im Vatikan gewesen, doch genaugenommen hatte sie niemals ein Verhältnis zum Gott der Menschen aufgebaut. Auch die Kardinäle, die in Rom agierten hatten ihr Übriges zu ihrer Einstellung getan, denn ihnen ging es im größten Teil nur um Macht und Politik, wie D’Argo wieder und wieder bewies. Er wollte einzig seine Stellung sichern, aus diesem Grund war sie immer auf der Jagd, aus politischen und nicht, wie man annehmen sollte, aus religiösen. Sie zweifelte die Existenz eines Gottes an und selbst, wenn es ihn gab, so fragte sie sich, warum dieser Gott dann zuließ, dass jemand wie sie ungestraft ihrer Arbeit nachgehen konnte. Und warum er überhaupt Geschöpfe wie sie existieren ließ.
Ihr Blick huschte nun über den Marktplatz und mied dabei die reichen Bürger und suchte ganz offen die wirklich Armen unter ihnen. Sie sah einige, in deren tiefliegenden, matt glänzenden Augen die Gier nach Nahrung flackerte und sah ihre vom Hunger gezeichneten Körper. Sie schüttelte leicht den Kopf und ihr Blick verdüsterte sich merklich. Der Gott der Menschen schien ihr kein Gerechter zu sein, nicht nach dem, was sie jeden Tag für Elend sah. Sie warf einen verächtlichen auf das Bauwerk, welches die Menschen ihrem Gott errichtet hatten und dachte dann darüber nach, dass das Geld besser dazu geeignet gewesen wäre, die hungrigen Münder der Armen zu stopfen. Doch letztendlich war es verlorenen Zeit, sich über etwas, was sich wohl nie ändern würde und was nun einmal der gegebenen Ordnung angehörte, Gedanken zu machen.
Sie unterdrückte einen leisen Seufzer, der sich ihr aufdrängte und strich sich gedankenverloren eine einzelne Locke, welche sich aus dem kunstvoll aufgesteckten Haar gelöst hatte, aus dem Gesicht. Sie wollte sich gerade abwenden und weitergehen, als just in diesem Moment eine Stimme an ihr Ohr drang
„Hättet ihr die Güte einem armen Mann mit ein paar Münzen das Leben zu retten, Herrin?“ Ihr Blick wanderte zu ihrer linken und fiel auf den, der diese Worte gesprochen hatte. Ein Bettler, der in zerschlissener Kleidung, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, an der Kirchenmauer saß, seinen Hut für Almosen vor sich liegend. Mitleid war Leya fremd, man hatte ihr diese menschlichen Eigenschaften, von ihrer Mutter übernommen, schnell ausgetrieben und das durchaus nicht auf eine sehr sanfte Art, doch dennoch fühlte sie einen Hauch davon, als sie auf den Mann blickte. Rasch überprüfte sie ihn, stellte doch sofort fest, dass es sich um einen Menschen handelte, was sie wieder beruhigte, denn sie witterte hinter fast jedem die Gefahr. Wobei, genaugenommen könnte dieser Mann mit seinem Wissen ihr gefährlich werden, doch zu diesem Zeitpunkt hatte die ahnungslose Hashishin nicht die blasseste Spur einer Ahnung davon, was er über sie wusste oder dass er sie überhaupt kannte. Am wenigsten erwartete sie natürlich, hier, in einer fremden Stadt, jemanden aus Rom zu treffen, insbesondere, wenn es sich dabei um einen Bettler handelte. „Gewiss..“ murmelte sie mit leiser, samtig weicher Stimme und warf im nächsten Moment zwei Silbermünzen in den Hut hinein.
Sie wollte sich schon umdrehen, als sie plötzlich etwas irritierte. Zuerst, wusste sie nicht, was genau es war, dann jedoch fiel ihr Blick auf seinen Hut. Ein Bettler mit einem Lederhut? Diese Tatsache allein fand sie schon sonderbar, denn Leder war teuer, doch da war noch etwas.. Irgendwo in ihrem Unterbewusstsein schien sich etwas zu regen und veranlasste sie, die Person noch einmal schärfer in Augenschein zu nehmen. Doch sein Überwurf verbat ihr den Blick auf sein Gesicht und das war durchaus ärgerlich, denn die Hashishin vergaß niemals ein Gesicht. So jedoch musste sie sich auf ihre anderen, geschärften Sinne verlassen, welche ihr jedoch nur ein unscharfes Bild übermittelten und ihr das unterschwellige Gefühl gaben, die Person zu kennen. Nun, nicht wirklich kennen, doch von ihr zu wissen, oder ihr bereits einmal begegnet zu sein. Sie verengte die Augen zu schmalen, violett schimmernden Schlitzen und sah ihn an. Ihre Hand hatte sich bereits einen Weg unter ihren Umhang gebahnt, wo sie die Kühle von einem ihrer Silberdolche spürte.
„Sagt..“ hob sie ihre ruhige Stimme an, in der nun jedoch ein sonderbarer, fast schon bedrohlicher Unterton mitschwang Sind wir uns vielleicht schon einmal begegnet..?“
Surek - 07.01.2006, 02:10

Nachdem er das Wort an sie gerichtet hatte, spürte Lederhut die Blicke der Fürstin wie Messer, die sich ihren Weg durch die Kapuze durch seinen Kopf und direkt in ihn zu bahnen schienen. Er fühlte sich wie durchleuchtet, bemühte sich aber die fassung zu wahren. Wie so oft hatte er sich auf einen Tanz mit dem Teufel eingelassen, nur mit dem Unterschied das der Teufel dieses Mal besonders hübsch und besonders tödlich war. Doch es war nicht das erste Risiko, dass Lederhut auf sich genommen hatte und er war fest entschlossen mindestens zu überleben.

Nach einigen gespannten Sekunden des Wartens spürte Lederhut, dass sein Schauspiel erfolgreich gewesen war. Er hatte genügend Mitleid in der Frau, die angeblich einen "Pakt mit dem Teufel" geschlossen hatte, geweckt. Kurz darauf bestätigte die Antwort der Fürstin sein Gefühl. Als er ihre Stimme hörte bekam er eine Gänsehaut und war, als er wieder klar denken konnte, sofort bereit den Abergläubigen und ihrem Pakt Glauben zu schenken. In ihrer Stimme lag tatsächlich etwas über oder unterirdisches. Lederhut hätte niemals den Fehler gemacht sich von dieser Stimme länger als nur Momente beeinflussen zu lassen, konnte nun aber noch besser verstehen warum andere Bettler und seine eigenen Instinkte ihn vor ihr warnten. Ein Tanz mit einem Teufel, der ihm soeben zwei Silbermünzen in seinen Hut geworfen hatte. Lederhut war zufrieden mit sich.

Doch anstatt sich abzuwenden verharrte die Fürstin. Lederhut wurde schlagartig nervös und benötigte all seine Beherschung um seine Muskeln nicht verkrampfen zu lassen sondern die eingefallene Bettlerhaltung beizubehalten. Nun musste er Ruhe bewahren und seine Möglichkeiten durchgehen. Dies war längst nicht die erste Spannungssituation in seinem Leben aber die erste Situation bei der er eine ernsthafte Bedrohung seines Lebens kommen sah und alles von seinem nächsten Tanzschritt ums Feuer abzuhängen schien.

Sie würde ihn doch wohl kaum kennen. Lederhut entspannte sich und beschloss die Situation einfach vorüberziehen zu lassen. Er konnte dem Teufel beim Tanz ja wohl kaum auf die Füße treten, wenn er sich nicht bewegte. "Sagt... sind wir uns vielleicht schon einmal begegnet..?“, hörte er auf einmal aus dem Mund der Fürstin und ein bedrohlicher Unterton schwang mit diesen Worten mit. Gedanken stürzten wie Wellen einer Sturmflut durcheinander, übereinander, gegeneinander mehrer Momente lang konnte Lederhut keinen klaren Gedanken zu fassen bekommen. Er wusste, dass er Ruhe bewahren musste, weil die Nervosität allein als falsch verstandenes Signal seinen Tod bedeuten konnte. Die Glocke der Kirchturmuhr schlug elf Mal und Tauben flohen mit ärgerlichem Gurren aus dem Kirchturm. Die Klänge riefen Lederhut zurück. Er beschloss die Flucht nach vorn anzutreten denn was könnte gefährlicher werden als eine Teufelin, die beim Tanz ums Feuer führte?

Ohne seiner Stimme den gleichen brüchigen Klang zu geben wie zuvor antwortete er: "Ich denke nicht, Herrin. Ich bin nur ein einfacher Bettler, wie sollten wir uns auf eine Weise begegnet sein durch die ihr euch meiner erinnert?" Die Gefahr einer Wiedererkennung gering einschätzend schlug Lederhut seine Kapuze zurück und gab den Blick auf sein etwas eingefallenes Gesicht frei.
Katleya - 07.01.2006, 03:10

Abwartend verharrte sie vor ihm, angespannt bis zum letzten. Jeder ihrer Sinne war geschärft, ihre Muskeln gespannt und nur Gesicht wirkte emotionslos und gelassen, wie eh und je. Auch die hin und wieder violett schimmernden Augen gaben nichts von dem Preis, was sie fühlte. Zu gut konnte sie sich kontrollieren, hatte sie gelernt, um nichts in der Welt etwas von sich zu offenbaren, denn ein Gefühl wäre eine Schwäche und eine Schwäche ihr möglicher Tod. Ihre Fingerkuppen strichen kaum merklich über den schimmernden Griff des Dolches, welcher noch vor seinen Blicken verborgen war. Wenn sie ihn kannte, aus Rom, dann musste er sie auch kennen, dessen war sie sich sicher und das würde bedeuten, dass sie ihn wohl aus dem Weg räumen müsste, ehe er eine Verbindung zwischen ihr und den Morden herstellen konnte. Obwohl sie eigentlich bezweifelte, dass ein einfacher Bettler zu so was überhaupt im Stande war, durfte sie kein Risiko eingehen. Dennoch konnte sie ihn natürlich nicht hier auf offener Straße erdolchen, das wäre wohl etwas auffällig. Ein kühles Lächeln huschte über ihr Gesicht und ihre Finger ließen vom Dolch ab.
Vorerst zumindest. Leya würde schließlich nicht wegen einer Lappalie einen Aufruhr verursachen, der ihre nächste Mission gefährden würde. Einfacher wäre es, ihn im Auge zu behalten und ihm nachts einfach die Kehle durchzuschneiden, denn wer würde einen lumpigen Bettler schon vermissen? Noch mit diesen Gedanken beschäftigt, beobachtete sie ihn trotzdem unablässig weiter und hob überrascht eine Braue, als seine Stimme, die nun wieder erklang, eine ganz andere war, als zuvor. Dann begriff sie, er hatte vorher seiner Stimme diesen Klang verliehen, um mitleidserregender zu wirken. Das war durchaus interessant, befand sie, denn eigentlich verhielt sie sich nicht anders als er, wenn sie in Verkleidungen agierte. Unwillkürlich schmunzelte sie über diese Feststellung, verbannte dieses Lächeln jedoch sofort wieder von ihrem Gesicht, während sie seinen Worten lauschte.
„Ich denke nicht, Herrin. Ich bin nur ein einfacher Bettler, wie sollten wir uns auf eine Weise begegnet sein, durch die Ihr euch meiner erinnert?“ Verachtung blitzte in ihren Augen auf, als sie ihn derart unterwürfig sprechen hörte, doch gleichzeitig konnte sie dies natürlich nachvollziehen. „Schmiere deinem Feind Honig ums Maul“ fiel ihr ein altes Sprichwort wieder ein und sie fragte sich, nachdenklich, ob sie sich nun täuschte oder nicht.
Dann jedoch tat der Bettler etwas vollkommen Unerwartetes und für sie auch nicht Nachvollziehbares: Er schlug die Kapuze zurück und zeigte ihr somit sein Gesicht. Nun, sie nahm an, dass sie, wenn sie sich einmal begegnet sein sollten, sowieso nicht an ihn erinnern würde. Sein Fehler war seine Unwissenheit über die Tatsache, dass sie niemals ein Gesicht vergaß..
Rasch glitt ihr Blick über sein Gesicht, mit den für diese Menschen typischen, etwas eingefallenen Wangen und das Wiedererkennen glomm in ihren Augen auf. Ja, sie hatte ihn schon einmal gesehen, allerdings war sie ihm in einer anderen Aufmachung begegnet. Es war noch nicht allzu lange her, vielleicht ein oder zwei Jahre, als sie dafür gesorgt hatte, dass die Familie Rosselini keinen Erben erhielt. Als treusorgende Hebeamme getarnt, war es ihr ein leichtes gewesen, dafür zu sorgen, dass das Kind nur wenige Herzschläge nach der Geburt seinen letzten Schrei tat und das Gift im Weine des Hausherrn hatte dazu beigetragen, dass es keine weiteren Erben geben konnte.
Bei diesen Gedanken tauchte eine andere, weitaus befriedigendere Tat vor ihrem geistigen auf:
Nur zu gut erinnerte sich die Hashishin an jenen Abend, an dem sie als Dienstmädchen verkleidet die Familie des Oberhauptes der Familie Resseguie in ihren Betten ermordet hatte. Er war der Nachkomme jenes Mannes gewesen, der ihre Mutter ermordet hatte und sie hatte ihn seiner gerechten Strafe zugeführt, indem sie nicht ihn, sondern seine Frau und seine Kinder getötet hatte. Was sie jedoch nicht wusste war, dass Resseguies Frau Zwillinge geboren hatte, zwei Söhne. Ihr war lediglich bekannt gewesen, dass ihnen eine Nacht zuvor der erhoffte Erbe geschenkt worden war. In der Wiege hatte sich auch nur ein Kind befunden, das andere war ein Stockwerk über ihnen bei der Amme gewesen, zu seinem Glück, denn so überlebte es. Resseguie verschwieg diese Tatsache der Welt, aus welcher er bald durch eigene Hand schied, als durch ominöse Vorgänge seine Handelsschiffe ihre Ziele nicht mehr erreichten und er bankrott ging. Sein Kind hatte er vorher jedoch einem Reiter mitgegeben, mit dem Auftrag, es zu seiner Schwester bringen. Doch der Reiter sollte Rom niemals verlassen und so verlor sich jede Spur des Kindes..
Diese Tat war von langer Hand geplant gewesen, denn sie konnte zwar nicht mehr Rodrigo selbst töten, aber solange warten, bis seine Familie auf dem Höhepunkt der Macht gewesen war, um ihnen dann alles zu nehmen.. Er sollte jenen Schmerz fühlen, den sie durchlitten hatte, als man ihr die Mutter raubte.. Es war das einzige Mal gewesen, wo sie von sich aus gehandelt und einem Gefühl, der Rache, nachgegeben hatte. Nun, sie spielte auch so des öfteren Spiele mit ihren Opfern und wählte sich auch manchmal selbst eines aus, wenn sie einer der Adligen besonders abstieß oder sich durch beispielsweise besondere Grausamkeit hervortat. So hatte schon der eine oder andere sein Ende in ihrer Klinge gefunden, nachdem er allzu hart gegen eine der Hübschlerinnen in den Städten vorgegangen war. Doch sie ließ sich bei ihrer Arbeit nicht von Gefühlen leiten, denn die wiederum konnten sie zu schweren Fehlern verleiten und diese durfte sie sich einfach nicht leisten, um ihretwillen und auch, um den Kardinal zu schützen..
Nun, die Tatsache, dass sie als Hebeamme maskiert in jener nacht an seinem Platz vorübergeeilt war, mochte dazu führen, dass er sie nicht wiedererkannte, sie hingegen wusste sofort wer er war, denn er war der einzige Mensch, dem sie begegnete, nachdem sie das haus wieder verlassen hatte. Doch war er eine Gefahr für sie? Sie vermochte es noch nicht zu sagen, doch bald würde sie es wissen, so oder so..
Ihr kalter Blick ruhte auf ihm, wie eine Katze, die ihre Beute fixiert „Ihr seid aus Rom..“ Nur diese vier Worte, nicht mehr aber auch nicht weniger verließen die Lippen der Hashishin. Es waren nur vier Worte, doch sie konnten über Leben oder Tod entscheiden..
Surek - 07.01.2006, 21:34

Wenige Momente nachdem Lederhut die Kapuze zurückgeschlagen hatte, verfluchte Lederhut sich selbst. Ihr Blick verriet sofort, dass sie ihn kannte. Eine ausgebildete Mörderin, die mit dem Teufel im Bunde war! Und er entblößte sein Gesicht! Was hatte er sich dabei gedacht? Hätte er sich doch weiterhin in der Sicherheit des verdeckten Gesichtes versteckt. Hätte er doch sein Schauspiel vom armen Bettler konzentrierter weitergeführt. Er hatte doch um die Gefahr gewusst, die von ihr ausging. Hatte gewusst, dass er ihr hoffnungslos unterlegen wäre, wenn er erstmal auf ihrer Liste stünde. Nun war es zu spät. Wahrscheinlich hatte er soeben sein Todesurteil unterzeichnet. Aber warum? Was war so interessant an ihm? Wann hatte sie ihn gesehen, dass sie sich sein Gesicht so genau eingeprägt hatte? Dass sie schon geahnt hatte ihn zu kennen, bevor sie es gesehen hatte? Fragen über Fragen auf deren Beantwortung er wohl erst bei seiner Hinrichtung durch die Fürstin hoffen konnte.

Doch aufzugeben war seine Sache nicht. Er würde um sein Leben kämpfen. Nicht mit ihr natürlich. Es zu versuchen wäre Wahnsinn und das wusste Lederhut auch. Wenn sie nur halb so gefährlich war, wie sie zu sein schien, würde das ausreichen um ihn zu töten. Ein Bettler, der einem normalen Adligen lästig wurde schwebte in Lebensgefahr. Ein Bettler, der einer mörderisch gefährlichen, dämonischen Adligen lästig wurde war schon tot. Aber kein Adliger tödlich oder nicht würde sein Opfer direkt neben der Kirche und am Markttag hinmeucheln. Ein schneller Blick in die Menge verriet Lederhut, dass die ungwewöhnlich große Aufmerksamkeit, die diese Adlige einem Bettler schenkte von vielen mit interessierten und ungläubigen Blicken bedacht wurde. Und auch wenn sie selbst des Teufels war und keine gläubige Christin, würde es ihrem Ansehen doch erheblich schaden, würde sie die Mauern eines Hauses Gottes rot färben. Nein, diesen Markt würde Lederhut lebend verlassen. Aber wie weit würde er danach kommen? Er brauchte ein Versteck oder die Öffentlichkeit um sich zu schützen.

„Ihr seid aus Rom..“ Als diese Worte über die vollen Lippen der Fürstin kamen, bestätigten sie in kühlem, berechnendem Ton die schlimmsten Befürchtungen seinerseits. Er war erkannt, verraten,... tot?
Doch zunächst galt es arme Miene zum mörderischen Spiel zu machen. Leugnen wäre zwecklos. Die Fürstin würde nicht auf die Idee kommen ihn wiederzuerkennen, wenn sie sich ihrer Sache nicht absolut sicher wäre. Wenn er sich blos erinnern könnte, wann und wie er ihr begegnet war. Lederhut ärgerte sich noch immer, dass ausgerechnet er, dessen Geschäft doch Informationen waren, sich dieses Treffens nicht erinnerte. Ihres Tonfalls nach zu urteilen war die Art ihrer Begegnung möglicherweise denkwürdig genug um diese Information, richtig eingesetzt, als Unterpfand für sein Überleben zu nutzen. Bloß nicht zu viel preisgeben, Mitleid erregen und Einfalt beweisen. Schauspiel war nun seine einzige Waffe gegen ihre tödliche Feststellung. In leidendem, gewöhnlich sehr mitleiderregendem Tonfall antwortete er: "Oh, ihr erinnert euch an einen hilflosen und unwichtigen Bettler wie mich? Ich hoffe, dass ich mich euch gegenüber nicht unschicklich verhalten habe?" Lederhut sah sie mit seinen dunklen Augen direkt an, wie um die Aufrichtigkeit seiner Worte mit Blicken zu bezeugen. Er konnte nur hoffen, dass die Maske seiner Miene perfekt war und die Fürstin überzeugte. Vielleicht konnte er sie ja von seiner Unwissenheit und Unwichtigkeit überzeugen. Denn zu diesem Zeitpunkt wusste Lederhut nicht, wie bedeutend sein Schicksal mit der Fürstin verknüpft war.

Wenn Lederhut gläubig gewesen wäre, hätte er nun begonnen zu beten. Aber da er sein Gottvertrauen genau wie alle kindlich naive Hoffnung auf Reichtum und Aufstieg beim Tod seines Ziehvaters mitbegraben hatte, blieb ihm nichts anderes übrig als sich die Situation wieder und wieder vor Augen zu führen und nach einem Weg aus dem Labyrinth des Todes zu suchen. Doch wohin er sich auch wandte, er sah ihn nicht...
Katleya - 07.01.2006, 23:36

Leya sah ihn an und lächelte schwach, als sie sein wechselndes Mienenspiel beobachtete. Anscheinend versetzte ihn die Mitteilung, dass sie ihn wiedererkannte, in eine Art Angst. Die Frage war, warum? Was hatte sie getan, um diese Reaktion hervorzurufen? Der Anflug eines Stirnrunzelns erschien auf ihren ebenmäßigen Zügen, als sie über die Frage nachdachte. Anscheinend wusste er irgendetwas über sie, was ihn ängstigte.. Oder besser, glaubte zu wissen?
Leya vermochte dies nicht zu sagen. Ebenso wie er, prüfte sie die Menschenmenge mit einem schnellen, unauffälligen Blick und kam zu dem Schluss, dass sie zuviel Aufsehen erregten. Sie musste bald hier aus der Sichtzone verschwinden, aber sie wollte nicht, dass dieser Mensch ihr hier entkam. Ob sie ihn wohl dazu bringen könnte, ihr unauffällig zu folgen, oder sich später wieder mit ihr treffen würde? Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder hatte er genug Respekt vor ihr, um ihr zu folgen, oder aber soviel Angst, dass er dies als Chance zur Flucht nutzen würde. Erwischen würde sie ihn in jedem Fall, doch das brauchte er ja nicht zu wissen.
Wobei er sie anscheinend nur wiedererkannte, weil er wusste wer sie war. Und scheinbar wusste er noch mehr, doch was, das musste sie erst in Erfahrung bringen. Sie musterte ihn blitzschnell und kam zu dem Schluss, dass er sich der Begegnung nicht erinnern würde. Als seine Stimme erklang, und er seinen Blick auf sie richtete, spiegelte sich die Verachtung in ihren Augen wieder. Herablassend entgegnete sie „Ich vergesse niemals ein Gesicht. Und würde es Euch etwas ausmachen, dieses billige Schauspiel zu unterlassen? Ihr haltet mich doch nicht für so dumm, dass ich auf eine solche Schauspielmasche hereinfalle? Natürlich habt Ihr Euch mir gegenüber nicht unschicklich benommen, dass wisst Ihr so gut wie ich.“ Ihr Tonfall war leicht gereizt und nicht minder drohend als zuvor. Sie würde sich von ihm doch nicht zum narren halten lassen - Nicht in einem Gebiet, auf dem ich es zur Meisterin gebracht habe, fügte sie in Gedanken hinzu. Erwar durchaus ein guter Schauspieler, dass gab sie ehrlich zu, doch sie hatte diese Fähigkeit in jahrelanger Übung perfektioniert und konnte rasch erkennen, wann man ihr etwas vorgaukelte.
„Ihr seid aus Rom, ich kenne Euch – ebenso wie Ihr mich kennt, nicht wahr?“ Lauernd stellte sie diese Frage und in ihren Augen glitzerte es gefährlich. Leya beschloss, mit der nächsten Worten alles auf eine Karte zu setzen. „Ihr kennt mich und Ihr habt Angst vor mir.. Ich habe es in Euren Augen gesehen, dass braucht Ihr gar nicht zu leugnen. Unterschätzt mich also nicht.“ Wieder huschte ihr Blick umher, registrierte, dass noch mehr Menschen sie ansahen und bereits über sie tuschelten. Ärgerlich blitzten ihre Augen auf und sie sah dem Bettler ins Gesicht. Was nun? Sie musste noch einiges mehr herausfinden, doch dies war wirklich nicht der richtige Ort dafür. Leya musste wissen, was er wusste und zwar schnell. Sie musste wissen, ob er eine Bedrohung darstellte, oder ihr aber vielleicht sogar nützlich sein konnte. Und sie musste wissen, wieso er ihr so bekannt vorkam. Sie war sich sicher, dass dies nicht nur daran lag, dass sie sich schon einmal begegnet waren, nein, sein Blick hatte sie an jemanden erinnert, doch sie wusste nicht an wen..
„Ich bin der Meinung, dass wir uns einmal eingehender unterhalten sollten, meint Ihr nicht auch? Doch dies scheint dafür nicht der rechte Ort zu sein.“ Ein flüchtiges Lächeln, kaum wahrnehmbar, begleitete diese Worte. Ihre Gedanken flogen umher, arbeiteten, auf der Suche nach einer Lösung dieses Problems. „Sagt.. Wie wäre es in einer halben Stunde, in einem kleinen Wirtshaus einige Gassen von hier? Es trägt den Namen „Zum vollem Kruge“.“ Es war eine kleine, schmierige Spelunke in einer schlechten Gegend der Stadt, doch dort würden sie nicht so ein Aufsehen erregen, insbesondere dann nicht mehr, wenn Leya die Kleidung gewechselt hatte, was sie gleich zu tun gedachte. Ihre Worte waren im Übrigen keine Bitte, sondern eher schon ein Befehl gewesen, ging man nach ihrem verschlossenen Gesichtsaudruck und dem harschen Tonfall. „Nun..? Was sagt Ihr?“
Ihr Blick ruhte abwartend auf ihm, dunkel und unheilvoll. Wieder warf sie einen raschen Seitenblick auf die sie umgebenden Leute und verzog leicht abschätzig den Mund, als sie deren Blicke spürte. Wie sie sie verachtete, diese dummen Menschen, deren einziger Lebensinhalt darin zu bestehen schien, über andere Menschen ihrer Schicht zu reden und herzuziehen. Leya empfand dies als abstoßend und unwürdig, auch wenn sie den Gerüchten manchmal nützliche Informationen über ihre Opfer entnehmen konnte. Sie jedoch hielt sich stets vornehm zurück, was diese Gerüchte anging, denn allzu viel Aufmerksamkeit konnte und wollte sie sich nicht leisten, wie auch nun. Ihr Blick wanderte zurück und sie wartete gelassen auf seine Antwort.
Surek - 08.01.2006, 04:24

„Ich vergesse niemals ein Gesicht. Und würde es Euch etwas ausmachen, dieses billige Schauspiel zu unterlassen? Ihr haltet mich doch nicht für so dumm, dass ich auf eine solche Schauspielmasche hereinfalle? Natürlich habt Ihr Euch mir gegenüber nicht unschicklich benommen, dass wisst Ihr so gut wie ich.“ Sie hatte ihn durchschaut. Kein Wunder. So dumm, wie er sich angestellt hatte, war es wirklich kein Wunder. Und nicht nur diesen Fehler hatte er begangen. Er hatte die Fürstin unterschätzt. Lederhut beruhigte sich mit dem Gedanken, dass sie ihm bei seinem ersten Auftritt als Bettler bereitwillig 2 Silbermünzen gegeben hatte. Seine Schauspielkünste waren also durchaus undurchschaubar genug- selbst für einen Profi wie sie. Sie kannte ihn also. Das brachte ihn in eine schlechte Position. Er wusste zwar wer und wie die Fürstin war, aber er wusste nicht, warum sie sich seiner erinnerte. Das war wohl leider das Hauptthema und die Fürstin würde es ihm wohl kaum erzählen. Er kam nicht umhin von den Fähigkeiten dieser Frau beeindruckt zu sein. Würde er zur Familie D'Argo gehören, er hätte sie auch angeheuert. Aber er war nun einmal kein Mitglied einer reichen Familie sondern ein Bettler ohne Familie, den niemand Wichtiges vermissen würde- und der daher ohne große Schwierigkeiten getötet werden konnte. Glücklicherweise wurde die große Aufmerksamkeit, die die Adlige ihm schenkte, von immer mehr Menschen bemerkt. Würde sie nicht bald verschwinden, würde sie sich zum Stadtgespräch machen. Eine Rolle, die ihr bei den Aufträgen, für die sie bei den Bettlern in Rom bekannt war, äußerst hinderlich wäre. Aus den Augenwinkeln bemerkte Lederhut, dass die Strassenkinder, denen er im Kampf gegen den Schlachter beigestanden hatte, ihn dank der Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt wurde, ihn ebenfalls bemerkt hatte. In seinem Kopf reifte ein Plan, der ihn nicht nur jetzt sondern auch für längere Zeit schützen könnte.

Die Bitte das Schauspielern zu unterlassen war Lederhut nur Recht. Auch wenn er der Fürstin inforationstechnisch unterlegen war, war ihm ein offener Schlagabtausch immer noch lieber. Ganovenehre.

„Ihr seid aus Rom, ich kenne Euch – ebenso wie Ihr mich kennt, nicht wahr?", sprach die Fürstin und wozu sie damit ansetzte klang nicht gut. Gar nicht gut. Und dann fuhr sie fort: „Ihr kennt mich und Ihr habt Angst vor mir.. Ich habe es in Euren Augen gesehen, dass braucht Ihr gar nicht zu leugnen. Unterschätzt mich also nicht.“ Damit waren auch seine letzten Informationsvorteile dahin. Sie wusste alles, er wusste nichts. Natürlich hatte die Fürstin vollkommen Recht mit sämtlichen Vermutungen. Soweit eine ausweglose Situation. Soweit... doch noch war nicht alles verloren. Und Lederhut hatte nicht halb so viel Angst vor ihr, wie sie vielleicht in ihrer Überheblichkeit glaubte. Er fürchtete sie als Gegner. Das stimmte. Doch Lederhut war nicht für Panik gemacht. Noch mit ihrem Messer an seiner Kehle, würde er seine Fluchtmöglichkeiten durchgehen und bis zum Letzten kämpfen. Er hatte bereits in solchen Situationen gesteckt und dachte das nicht nur um sich Mut zu machen. Er wandte seinen Blick möglichst unauffällig den Straßenkindern zu und nahm ersten Blickkontakt auf.

Offenbar erwartete sie weiterhin keine Antwort auf ihre fragenden Feststellungen. Denn schon fuhr sie fort:„Ich bin der Meinung, dass wir uns einmal eingehender unterhalten sollten, meint Ihr nicht auch? Doch dies scheint dafür nicht der rechte Ort zu sein," offenbarte sie ihre Gedanken,"Sagt.. Wie wäre es in einer halben Stunde, in einem kleinen Wirtshaus einige Gassen von hier? Es trägt den Namen „Zum vollem Kruge“.“ Lederhut musste ein Lachen unterdrücken. Offenbar hielt sie ihn nach seinem missratenen Schauspiel für einen dummen Stümper. Er gestattete sich ein Lächeln, welches ebenso daher rührte, dass die Strassenkinder auf seine Kontaktaufnahme reagiert hatten und sich in eine Wartestellung begeben hatten, aus der die Fürstin, die ihren Kopf ihm zugewandt hatte, sie nicht sehen konnte. Lederhut überlegte. Bisher hatte die Fürstin nicht den Fehler gemacht ihn zu unterschätzen. Vielleicht hatte sie gar nicht vor ihn umzubringen? Er hielt die Möglichkeit für sehr unwahrscheinlich, aber immerhin konnte es sein, dass sie von ihm und seinen Dienstleistungen gehört hatte und diese nun in Anspruch nehmen wollte. Reine Neugierde schloss Lederhut aus. Dafür hatte sie in einem zu bedrohlichen Ton gesprochen. Lederhut beschloss sich auf seine Rückendeckun zu verlassen und ging in den Angriff über.

"Nun denn, unterlassen wir Schauspiel und Höflichkeitsfloskeln, Fürstin Marciavelli. Dies gilt dann aber für beide Seiten! Soll ich euch wirklich glauben, dass ihr mich zu einer harmlosen Plauderei einladen wollt? Was wollt Ihr damit angeblich beabsichtigt haben? Oh, ein Bettler aus Rom hat mich schon einmal gesehen und hat Angst vor mir. Dann lade ich ihn doch mal in ein Wirtshaus ein und höre mir seine Geschichten an? Ihr fordert mich auf Euch nicht zu unterschätzen und erwartet dasselbe dennoch von mir... Außerdem scheint mir, dass noch die Marktbesucher sich noch lange nicht an Eurer Schönheit sattgesehen haben. Unterhalten wir uns doch hier," sprach Lederhut, der nun in einen mutigen herausfordernden Tonfall gewechselt war, der nichts mehr von dem schwächlichen Bettelton enthielt.
Katleya - 09.01.2006, 20:46

Leya sah ihn ruhig an, das Gesicht zu einer regungslosen Maske erstarrt, der anscheinend jegliche Emotionen fremd waren.
„Außerdem scheint mir, dass noch die Marktbesucher sich noch lange nicht an Eurer Schönheit sattgesehen haben. Unterhalten wir uns doch hier," Als diese Worte richtig in ihr Bewusstsein drangen, zeichnete sich Verblüffung in den kalten dunklen Augen ab, welche sein Gesicht fixierten. Die Maske verlor ihre Wirkung. Schon lange hatte es niemand gewagt, sich ihr so offen zu widersetzen. Er wusste etwas, was ihn anscheinend nicht mit ihr allein sein lassen wollte. Sie lächelte spöttisch und ihre Augen funkelten durchaus amüsiert. „Sieh einer an..“ murmelte sie „Das Mäuschen fährt seine Krallen aus.. Interessant.. Mir scheint, ich habe Euch tatsächlich unterschätzt, wie überaus töricht von mir...“ Ein kokettes Lächeln begleitete diese Worte. „Werdet jedoch nicht anmaßend!" Hochmütig blickte sie auf ihn hernieder. "Aber dennoch..“ Sie schüttelte den Kopf, sodass sich einige Strähnen der dunklen Haare aus der Frisur lösten „Eure Antwort betrübt mich doch sehr. Es ist wirklich unhöflich, dass Angebot einer Dame, insbesondere einer Fürstin, auszuschlagen. Wie unschicklich von Euch..“ Ihre Stimme klang tatsächlich eine Spur verstimmt, doch sie verzog keine Miene mehr. „Was erwartet Ihr, was ich tun werde?“ fuhr sie fort, „Euch inmitten irgendwelcher Gäste in einem Wirtshaus zu töten?“
Sie beugte sich etwas zu ihm herunter, so als wollte sie ihm etwas geben und ein weiteres Lächeln, welches ihre Augen jedoch seltsam unberührt ließ, erschien auf ihren Lippen. „Guter Mann.. Hätte ich das wirklich vor, würdet Ihr hier nun nicht mehr sitzen..“ hauchte sie leise und voller Eiseskälte, die unheimlichen Augen direkt auf seine gerichtet. Sie richtete sich wieder auf und trat einen kleinen Schritt zurück. „Nun, Ich will mich wirklich nur mit Euch unterhalten, doch wie mir scheint, seid Ihr nicht gewillt, mein Angebot anzunehmen? Das wäre wirklich schade, nicht nur für mich..“ Drohung, Warnung, Floskel? Aus diesen Worten konnte man alles heraushören, denn ihr Tonfall war seltsam ausdruckslos gewesen, nachdem sie vorher ihre ganze Macht und Kälte hineingelegt hatte.
Leya war sich der ungünstigen Position durchaus bewusst. Sie standen hier im Zentrum, im Blickfeld fast eines jeden, der hier anwesend war. Sie musste und wollte diesen Ort rasch verlassen, und dies, ohne noch weiteres Aufsehen zu erregen. Obwohl.. Mit einem Mal reifte ein ganz anderer Gedanke in ihrem Kopf heran. Ein Plan, zuerst unausgegoren, dann in aller Raffinesse erkennbar, tauchte aus den Tiefen ihrer Gedanken auf. Vielleicht war Aufmerksamkeit auch gerade das günstigste Mittel, um hier voranzukommen. Sie ließ zu, dass sich ein Teil ihrer Gedanken auf ihrem Gesicht wiederspiegelte, sodass es wohl jedem gelungen wäre, an ihrer Miene abzulesen, dass sie eine Idee hatte. Oftmals reichte schon eine solche Inszenierung, um jemanden einzuschüchtern. Sie lächelte Lederhut unschuldig an, während sich auf ihrem Gesicht erkennbar zeigte, dass ihre Gedanken ganz und gar nicht unschuldig waren.
D’Argo erwartete von ihr genaueste Arbeit und perfekte Präzision und dazu gehörte nicht, dass irgendwelche Bettler mit irgendwelchen unvollständigen Halbwahrheiten im Kopf über sie herumliefen. Sie musste also sein Wissen prüfen, wie tief es ging und ob eine Chance für ihn bestünde, sein Leben zu behalten.
Hätte Leya in diesem Moment gewusst, wer Lederhut in Wirklichkeit war, so hätte nicht den Hauch eiener Chance gehabt, ihr lebend zu entkommen, doch sie wusste es nicht, ebenso wenig wie er selbst. Einzig eine winzige, dunkle, verschleierte Ahnung lag irgendwo in den tiefen ihrer Gedanken verborgen, doch es sollte noch dauern, bis die Zeit kam, den ausgereiften Gedanken aufzugreifen. Somit waren sie nun nicht vielmehr als die Hashishin und der Bettler mit dem gefährlichen Wissen, die sich hier gegenüberstanden.
„Nun, seid Ihr jetzt vielleicht bereit, mein Angebot anzunehmen?“ erprobte sie ihre gerade eingesetzten Tricks und stellte die Frage mit süßer Stimme, das Lächeln noch im Gesicht. „Ich versichere Euch, dass Wirtshaus wohlbehalten verlassen werden könnt, denn wie gesagt, ich wollte nur mit Euch reden..“ Was vielleicht passieren könnte, nachdem er sich etwas vond er Spelunke entfernt hatte, nun wer wusste das schon? Ein Streit unter Bettlern, ein Raub, ein Messerstich und schon stand der Tod auf der Schwelle. Das Leben war nun einmal kurz..
Surek - 12.01.2006, 00:27

„Sieh einer an.. Das Mäuschen fährt seine Krallen aus.. Interessant.. Mir scheint, ich habe Euch tatsächlich unterschätzt, wie überaus töricht von mir... Werdet jedoch nicht anmaßend!“Mit der ersten Reaktion der Fürstin war Lederhut mehr als zufrieden. Nun war es ihm wiederum gelungen sie aus der Fassung zu bringen. Das verschaffte ihm für den Fall eines Falles Zeit seinen Plan in die Tat umzusetzen. Sie lächelte und wirkte auch ein wenig verblüfft. Indirekt bestätigte sie damit, was er über sie gehört hatte und wusste. Das verschaffte ihm einen weiteren Vorteil. Alles was man über sie munkelte, schien wahr. Nicht, dass sie das ungefährlicher machte. Aber immerhin wusste er um die Gefahr und hatte nun die geringe Chance sie abzuwenden. Jetzt musste Lederhut erst einmal eine Entscheidung darüber treffen, wie er weiter vorgehen wollte. Er hatte sie erstaunt, sie überrascht aber auch provoziert. Es war ein zweischneidiges Schwert gewesen und eigentlich hatte er das von Anfang an gewusst.

Aber dennoch.. Eure Antwort betrübt mich doch sehr. Es ist wirklich unhöflich, dass Angebot einer Dame, insbesondere einer Fürstin, auszuschlagen. Wie unschicklich von Euch..“ Sie hatte sich also von dem kleinen Schrecken erholt und setzte ihr Schauspiel fort. Wie nicht anders zu erwarten. Lederhut wusste, dass nun der gefährliche Teil kam. Ginge er zu weit, würde ihn keine Menschenmenge der Welt vor ihr schützen. Einen Weg gab es immer und für diese Frau wahrscheinlich immer mehrere. Ihr enttäuschtes Minenspiel nahm Lederhut nicht eine Sekunde lang ernst und befürchtete Wut dahinter. Schnell glitten seine Augen in Richtung der Straßenkinder, die zu seiner Beruhigung noch immer bereit standen. Die neugierigen Blicke wurden währenddessen immer unverhohlener und zahlreicher. Auch einen wohlhabend gekleideten Adligen, der sich für die ungewöhnliche Zusammenkunft interessiert zeigte, machte Lederhut in der Menge aus. Je illustrer das Publikum, desto größer der Erfolg, sagte sich Lederhut.

„Was erwartet Ihr, was ich tun werde? Euch inmitten irgendwelcher Gäste in einem Wirtshaus zu töten? Guter Mann.. Hätte ich das wirklich vor, würdet Ihr hier nun nicht mehr sitzen..“ jetzt sollte also die Einschüchterung folgen? Lederhut nahm ihre eiskalte Stimme gelassen auf. Obwohl er ihr diese großspurige Drohung durchaus zutraute, war es nicht seine Art eine Morddrohung zu glauben bevor er das Messer an seiner Kehle sah. „Nun, Ich will mich wirklich nur mit Euch unterhalten, doch wie mir scheint, seid Ihr nicht gewillt, mein Angebot anzunehmen? Das wäre wirklich schade, nicht nur für mich..“ Eine interessante Drohung. Noch interessanter dadurch, dass die Fürstin ihr eiskaltes Schauspiel nicht eingesetzt hatte um sie zu bekräftigen. Lederhut überlegte. Wie viel konnte er noch riskieren, wo lag die Grenze, welcher heiße Tropfen auf das kalte Eis würde den Dolch freilegen? Es war tatsächlich ein Spiel mit dem Feuer. Mit einer Gegnerin, die ihm in mehrfacher Hinsicht überlegen war. Er beobachtete ihr Minenspiel. Offenbar hatte sie eine Idee. Oder sie gaukelte eine Idee vor. Lederhut traute ihr beides ohne weiteres zu. Ihm wurde klar, dass sie viel mit Adligen oder höher gestellten Opfern zu tun haben musste. Diese schätzten ihr Leben so hoch ein, dass eine Bedrohung dieser Art ausreichend sein konnte. Nicht jedoch bei einem Bettler. Lederhut wägte die Risiken der vorhandenen Möglichkeiten ab. Denn bald würde er eine Entscheidung treffen müssen. Wie zur Bestätigung hob die Fürstin wieder an: „Nun, seid Ihr jetzt vielleicht bereit, mein Angebot anzunehmen? Ich versichere Euch, dass Wirtshaus wohlbehalten verlassen werden könnt, denn wie gesagt, ich wollte nur mit Euch reden..“

Der Zeitpunkt war gekommen und Lederhut war, nachdem er nun lange gerätselt hatte, schnell zu einer Entscheidung gelangt. Mit ernster, minimal eingeschüchtertem Tonfall und Mimik antwortete er: „Nun gut, im vollen Krug also. Wir werden uns unterhalten.“ Dann warf er den Straßenkindern einen eindringlichen Blick zu. Sie stürmten los, geradewegs auf die Fürstin zu und krähten um die Wette nach Geld und Essbarem. Während die Kinder die Arme in die Höhe reckten und die Fürstin in einem dicht gedrängten Kreis einschlossen, zog sich Lederhut die Kapuze wieder über den Kopf und machte sich auf in der Menschenmenge zu verschwinden. Die Kinder gaben sich, wie Lederhut deutlich hören konnte, währenddessen alle Mühe die Aufmerksamkeit der Fürstin auf sich zu ziehen. Einen solchen Trick kannte jede Bande von Straßenkindern, da er sich als ausgesprochen nützlich und erfolgreich erwiesen hatte, wenn andere Bettler wütenden Händlern oder Opfern ihrer Betteleien und Gaunereien dringend entrinnen musste. Und Lederhut brauchte Vorbereitung bevor er dieser Frau ein weiteres Mal gegenüber treten konnte. Nun ging es um sein Überleben. Und einer Schar von Kindern konnte sich kein Händler oder Adliger schnell entziehen ohne sein Gesicht zu verlieren. Lederhut lächelte zufrieden über seine Idee. Nun konnte er hoffentlich unbeobachtet Pläne machen, die ihm sein Überleben während und nach dem Treffen sichern können sollten.
Katleya - 13.01.2006, 20:33

Leya hatte ihn die ganze Zeit über beobachtet, sorgsam darauf geachtet, welche Wirkung ihre Worte und die damit verbundenen Drohungen auf ihn hatten. Zu ihrem großen Bedauern schienen sie jedoch ihre sonst so gezielte Wirkung heute zu verfehlen, denn sie nahm keine Angst in seiner Mimik wahr. Nun, es konnte Maskerade sein, doch sie verspürte, dass er anders war, als die Leute, mit denen sie gewöhnlich verkehrte und die sich von ein paar Worten meist sehr leicht einschüchtern ließen. Das verkomplizierte die Sache zwar, machte sie jedoch auch wesentlich interessanter. Dieser Bettler schaffte es tatsächlich, sie zu interessieren und sogar zu amüsieren, eine durchaus erstaunliche Tatsache, denn für gewöhnlich langweilte sie sich in der Gesellschaft von Menschen. Ein weiterer Grund, sich eingehend mit ihm zu beschäftigen, denn jemand, der ihr Interesse so weckte, konnte eine durchaus ernstzunehmende Gefahr bedeuten.
„Nun gut, im vollen Krug also. Wir werden uns unterhalten.“ Erstaunt registrierte Leya seine Worte, sie hatte nicht erwartet, dass er nun auf einmal doch zusagen würde, nicht nachdem, was sie vorher aus seinem Mienenspiel gelesen hatte. Sie hob an, etwas zu erwidern, als sie plötzlich von einer Schar schmutziger Straßenkinder umringt wurde, welche sie lärmend bedrängten und ihre Hände nach Geld ausstreckten. Wie sie so etwas hasste.. Sie hatte sich nicht lange von Lederhut abgewandt, doch als sie sich nun wieder zu ihm herumdrehte, sah sie gerade noch, wie der in der Menschenmenge verschwand. „Verdammt..“ zischte sie kaum hörbar, als sie begriff, dass dies ein abgekartetes Spiel war. Mit einer schnellen Handbewegung holte sie eine paar Münzen aus ihrem Beutel und warf sie mitten unter die Kinder, welche sich johlend darauf stürzten, sodass die Hashishin sich von ihnen befreien und aus ihrer Mitte lösen konnte. Sie trat hastig ein paar Schritte bei Seite, näher an die Kirchenmauer heran. Sie war sich der Blicke der anderen Personen durchaus bewusst und hörte, wie sie über sie sprachen. Sie schenkte einem Adligen, welcher sich dicht in ihrer Nähe befand, ein strahlendes, kokettes Lächeln und strich sich eine lose Haarsträhne aus dem Gesicht, während sie dann mit einer leichten Handbewegung auf die Kinder deutete.
„Da wollte ich dem armen Mann ein paar Almosen geben und er hetzt mir diese Kinderschar auf den Hals.. Und dass, nachdem ich all seinem Lebensleid lauschte.“ Sie warf einen bedeutungsschweren Blick auf die große, prächtige Kirche „Jesus Christus, unser Heiland spricht, wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst und so wollte ich etwas Gutes tun..“ Sie seufzte leidvoll geplagt „Doch was ist der Lohn dafür..? Man wird nur ausgenutzt und betrogen..“ Der Mann nickte bestätigend und fügte einige Anekdoten aus seinen scheinbar zahlreichen Begegnungen mit den geplagten Seelen hinzu, denen sie scheinbar interessiert lauschte. Die Personen um sie herum griffen das Gesprächsthema rasch auf und das Interesse, das vor wenigen Minuten noch dem Bettler und Leya gegolten hatte, war erloschen.
Es waren nur wenige Minuten vergangen, seit dieser in der Menge verschwunden war und Leya nutzte den Augenblick und entschuldigte sich unter einem Vorwand und verließ den Marktplatz rasch. Sie eilte durch die verzweigten Gassen, bis sie in ihrer Herberge angekommen war, wo sie die aufdringliche Wirtin abwimmelte und ihr Zimmer aufsuchte. So schnell es ging, streifte sie das prachtvolle Gewand ab, warf es achtlos auf das Bett und wählte ein schlichtes, unauffälliges Gewand, wie es jeder einfachen Bürgerin dieser Stadt gehören konnte. Mit weiteren Handgriffen löste sie das aufgesteckte Haar und verbarg es dann unter einem dunklen Kopftuch. Prüfend betrachtete sie sich vor dem milchigen Spiegel, welchen sie extra hatte herschaffen lassen, da keiner vorhanden gewesen war. Nun, so konnte sie durchaus als einfache Magd durchgehen. Sie beugte sich zum Kamin herunter und fuhr mit den Fingern durch den Ruß, welchen sie dann auf Hände, Gesicht und Hals verteilte, nur leicht jedoch, dass sie etwas schmuddelig und heruntergekommen wirkte. Sie verließ das Zimmer wieder, sorgsam daraus bedacht, von niemandem entdeckt zu werden und nahm dann die hintere, schmale Treppe, welche hinunter zur Küche und den Dienstbotenräumen führte. Auch hier gelangte sie ungesehen hindurch und verließ die Herberge lautlos und schnell. Auf der Straße sah sie sich um und eilte dann mit gesenktem Blick durch die Straßen und Gassen, bis sie die schmutzige Gasse erreichte, wo das Wirtshaus, welches sie dem Bettler gegenüber erwähnt hatte, sich befand. Sie suchte sich einen Platz in einem Hauseingang, von wo aus sie die Gasse einigermaßen überblicken konnte und tat dann so, als sei sie damit beschäftigt, die Treppe des Hauses zu reinigen. Zu ihrem Glück hatte sich wenige Häuser weiter ein Eimer Wasser samt einer schmutzigen Bürste befunden. Angewidert blickte sie auf den Dreck und lächelte schief, als sie daran dachte, dass trotz der Armut in diesem Teil der Stadt fast jeder Haushalt noch eine Dienstmagd beschäftigte. Bloß nach außen hin vermögend scheinen, dies schien die Devise dieser Menschen zu sein. Während sie mit der Bürste lieblos über die grobe Steintreppe fuhr, beschäftigte sie sich wieder mit dem Bettler.
Dass es ihm gelungen war, ihr zu entkommen, war sehr beachtlich. Zumal er dadurch ihren wenige Minuten zuvor gefassten Plan zu zerstören gewagt hatte. Zwar konnte sie diesen in einer abgewandelten Form noch immer einsetzen, doch erst wieder viel später und jetzt war unklar, was überhaupt geschehen würde. Mit gesenktem Kopf musterte sie aus den Augenwinkeln die Straße, sich fragend, ob er auftauchen würde.
Wenn nicht, nun, das war eine andere Sache, dachte sie lächelnd.
Surek - 15.01.2006, 19:24

Wenige Momente später war Lederhut im dichten Gedränge des Marktes verschwunden. Zwar hatte er in der ersten Eile noch eine Magd angerempelt, diese war jedoch viel zu sehr damit beschäftigt ihre gekauften Kräuter wieder einzusammeln um ihn zu verfolgen. Sie hatte ihn wahrscheinlich genausowenig beachtet wie die meisten Menschen. Wie die meisten Menschen-mit Ausnahme einer Fürstin, die sich sein Gesicht eingeprägt hatte als gäbe es nichts Wichtigeres. Es war ein unlösbares Rätsel. Sogar Mägde waren zu sehr mit sich beschäftigt, Adlige noch viel mehr- aber diese Frau beachtetete IHN? Lederhut hoffte, dass sein Treffen eine Antwort bringen würde. Im "vollen Krug" sollte es also sein. Es war eine unangenehme Tatsache, dass er den Ort nicht selbst ausgewählt hatte und als ihm die Gefahr dieser Nachlässigkeit bewusst wurde, war er einen Moment lang geneigt dieses Treffen einfach nicht zu besuchen. Doch der Gedanke währte nur kurz. Die Fürstin hatte ihn auf ungewöhnliche Weise fasziniert. Er wollte mehr über sie erfahren. Vielleicht konnte das sogar ihnen beiden von Nutzen sein? Auch war es wahrscheinlich vil zu gefährlich die Fürstin noch weiter zu verärgern als sie es wohl ohnehin schon war. Nein, er würde hingehen. Doch nicht ohne gewisse Sicherheitsvorkehrungen.

Diese Stadt war ihm zwar relativ neu aber er hatte schon einige Kontakte zum hiesigen Untergrund knüpfen können. Auch die Straßenkinder, wenn er sie noch einmal treffen konnte, wären sicher bereit ihn zu unterstützen. Nachdem er ein kleines Stück der Wurst, die er vorhin "mitgenommen" hatte, gegessen hatte begab er sich wieder in die Nähe der Kirche und hoffte, dass die Straßenkinder in der Nähe geblieben waren. Lederhut sah sich um. Die Fürstin war natürlich längst verschwunden. Wahrscheinlich würde sie sich ebenso vorbereiten, wie er es gerade tat. Bei einem Blick in eine Seitengasse wurde sein suchender Blick von vertrauten Kinderaugen erwidert. Rasch aber ohne auffällige Hast ging er zu ihnen. Nachdem die Kinder ihm in begeistertem Geschnatteter von der ertragreichen Fluchttaktik der Fürstin berichtet hatten, verschaffte Lederhut mit einem Räuspern Gehör. Die Kinder schwiegen sofort. Nach seinen beiden Aktionen mit den Kindern respektierten sie ihn gewissermaßen als Befehlshaber. Er sah es in ihren erwartungsvollen Blicken. Als er Aufträge verteilte, erlosch ihr Strahlen zwar, da sie nicht nach neuerlichem Profit klangen, sie waren aber dennoch sofort bereit die Aufgaben zu übernehmen und rannten los. Lederhut selbst wartete einige Minuten in der Gasse bevor er langsam in Richtung des Treffpunktes schlenderte.

Kurz vor der Einmündung zur Gasse, in der der "volle Krug" stand, wurde er von zwei Straßenkindern ungeduldig erwartet. Eines reichte ihm einen Beutel, in dem Lederhut seine wenigen Habseligkeiten aufbewahrte. Er hatte es an seinem Schlafplatz in der Stadt zurückgelassen. Für den Fall, dass er nach diesem Gespräch eilig einen anderen Ort aufsuchen müsste, wollte er es lieber in der Nähe verstecken. Ein geeigneter Ort befand sich hinter einem Müllhaufen einer Sackgasse. Das zweite Straßenkind war noch völlig außer Atem. Es hatte einen weiten Weg zurückzulegen gehabt und war zudem verfolgt worden. Nicht ohne Stolz reichte das Mädchen ihm ein kleines Stoffsäckchen. Lederhut steckte es ein- für den Fall der Fälle, sagte er sich. Er hoffte, dass auch alle anderen Kinder ihre Aufgaben erfüllt hatten. Mit einem einigermaßen sicheren Gefühl trat er in die Gasse.

Lederhut sah das Gasthaus schon von weitem. Es war heruntergekommen und die bemalten Holzlettern, die seinen Namen verraten sollten, waren verwittert und hatten ihre Tage schon in einem kräftigeren Grün verlebt. An der Hauswand, deren Steine von der Witterung sichtbaren Schaden genommen hatten, setzte er sich hin und verfiel in seine übliche Bettlerhaltung. Das Gasthaus betrat er lieber nicht allein. Wer konnte wissen ob nicht ein paar Betrunkene ihn für eine Karaffe Wein kurz und klein schlagen sollte. Zwar rechnete er eigentlich nicht damit zu sterben bevor die Fürstin mit ihm gesprochen hatte aber das Risiko dieser Frau zu vertrauen würde er nicht eingehen. Wäre sie erst einmal hier, wäre es für sie die Gefahr zu groß selbst von der Schlägerei betroffen zu sein und dadurch doch noch ins Gerede zu kommen. Also würde er warten.. und ein Gefühl sagte ihm, dass das Ende des Wartens mehr als nahe war.
Katleya - 17.01.2006, 17:59

Leya fuhr fort, sich mit den dreckigen Stufen zu beschäftigen, während sie aufmerksam die Straße im Blick behielt. Obwohl die Gegend nicht die angenehmste war und alles vor Schmutz schier so starrte, waren verhältnismäßig viele Menschen auf der Straße unterwegs. Sie hielt kurz inne und blickte zur anderen Seite der Straße, als die Tür hinter ihr aufflog. Ein feister, in abgetragene Kleidung gehüllter, kahlköpfiger Mann schoss heraus und stolperte fast über sie. Er starrte sie finster an und obwohl er nur von geringer Körpergröße war, war sein Stimmorgan doch gewaltig. „Dreckiges Gör! Du wirst hier nicht bezahlt, Maulaffenfeilzuhalten, sondern um zu arbeiten!“ Ihm schien nicht einmal aufzufallen, dass sie gar nicht zu seinem Haushalt gehörte, sondern er riss sie grob am Arm hoch und drückte ihr einige schwere Krüge in die Arme. Gerade noch rechtzeitig hielt sie sie fest, ehe einer fallen und zerbrechen konnte. „Los!“ herrschte er sie an „Bring das zur Wirtschaft zurück und dann sieh zu, dass du hier fertig wirst!“ „Ja, Herr..“ wisperte Leya nur, doch er nahm sie gar nicht weiter zur Kenntnis. Der Mann wirbelte herum und verschwand im Haus, dessen Tür sich krachend hinter ihm schloss.
Just in diesem Moment fiel ihr Blick auf eine Gestalt, eine Gestalt in einer ihr bekannten Haltung, die an der Mauer des Wirtshauses saß und wenige Augenblicke zuvor dort noch nicht gewesen war. „Sieh einer an..“ murmelte sie leise und trat vorsichtig die schmutzigen Stufen hinunter auf die dreckige Gasse. Das konnte gut der Bettler sein, doch sie konnte sich natürlich auch täuschen, in einer Stadt wie dieser wimmelte es nur so vor armen Menschen, die überall auf der Jagd nach Geld waren.
Eine Gruppe Menschen, anscheinend Reisende, wie ihre Bündel und abgewetzte Kleidung vermuten ließ, drängten sich an ihr vorbei und sie lief einfach in ihrer Mitte mit ihnen, denn es war klar, welches Ziel sie anstrebten. Das Wirtshaus.. Leya nahm an, dass sie ihm nicht auffallen würde, selbst wenn sie direkt vor ihm stünde, in dieser Gruppe Menschen wirkte sie jedoch noch unauffälliger.
Vor dem Wirtshaus blieb die Gruppe stehen und beriet sich leise, ehe sie dann zu dem Schluss kamen, nun erst einmal eine Pause einzulegen und ein Mittagsmahl zu sich zu nehmen. Leya nutzte die kurze zeit, um die Gestalt an der Hauswand näher in Augenschein zu nehmen. Sie war sich wusste sofort, dass es der Bettler aus Rom war, dessen Namen –sofern er überhaupt einen besaß- sie noch nicht wusste. Sie beschloss jedoch, nciht hier draußen mit ihm zu reden, sondern wollte warten, ob er wirklich ins gasthaus käme..Und ob er sie überhaupt finden würde.. Dann betrat sie zusammen mit den anderen Menschen die schäbige Kaschemme, wo sie die Krüge vorne zur Theke brachte. Der Wirt, ein alter, bärtiger Mann mit blassen, blauen Augen, die trüb und müde wirkten, musterte sie unfreundlich und fuhr fort, mit einem alten Lappen, welcher hoffentlich schon immer grau gewesen war, einige Gläser auszuwischen. Er nickte mit dem Kopf, woraufhin eine Schankmagd die Krüge fortschaffte. Dann glitt sein Blick musternd über Leya, einmal, zweimal, ehe er ein unfreundliches „Bist du Meister Kupfers neue Magd?“ hervorstieß, woraufhin Leya schleunigst nickte und ein leises „Ja, Herr.“ hervorbrachte. Dem Wirt schien ihre unterwürfige Haltung zu gefallen und er nickte beiläufig.
Dann wurde seine Aufmerksamkeit jedoch von der Gruppe Reisender, welche mit Leya zusammen das Wirtshaus betreten hatten, in Anspruch genommen und sie nutzte diesen Umstand und zog sich an einen kleinen Tisch in einer dunklen Ecke zurück. Von hier hatte sie den Eingang gut im Blick, wurde selbst jedoch nicht sofort wahrgenommen. Einige Momente später spürte sie einen prüfenden, argwöhnischen Blick und bemerkte, dass der Wirt sie sonderbar musterte. Wahrscheinlich kam es ihm komisch vor, dass Meister Kupfers Magd mitten am Tage hier herumsaß anstatt zu arbeiten, doch so genau schien es ihn doch nicht zu interessieren, denn er wandte sich sofort wieder ab und schickte die Reisenden zu einigen Tischen am anderen Ende des Raumes.
Leya versuchte es sich auf dem harten Holzstuhl so bequem wie möglich zu machen, während sie wartete, doch so recht wollte es ihr nicht gelingen. Als eine der Schankmägde kam, bestellte sie einen Krug verdünnten, billigen, welcher jedoch dann unberührt vor ihr stehen blieb, denn sie verabscheute dieses derart verunglimpfte Getränk, doch vielleicht mochte jemand anders es.. Außerdem tranken Mägde in dieser Zeit selten guten Wein und in dieser Spelunke hätte sie ihn sowieso nicht angerührt. Leya sah sich nochmals rasch um und richtete ihren Blick dann auf die Tür.
Surek - 19.01.2006, 19:13

Lederhut beobachtete das Leben in der heruntergekommenen Straße aus den Augenwinkeln, während er weiterhin zu Boden zu starren schien. Eine Gruppe Reisender, die wahrscheinlich wie so viele auf der Durchreise nach Rom war, machte Anstalten das schäbige Wirtshaus zu betreten. In der Mitte der Reisegruppe machte Lederhut eine Frau aus, die nicht in die Gruppe passte. Ihr fehlte das Bündel mit Reisegepäck, wie es die Anderen trugen. Während die Reisegruppe sich bewegte, erhaschte er einen genaueren Blick auf die Frau. Sie trug schwer an einer sehr ungewöhnlichen Last für eine Reisende- Krüge. Es hätte zwar theoretisch eine einfache Magd sein können. Lederhut war jedoch erstaunt darüber, wie sehr diese Magd sich darum bemühte innerhalb der Reisegruppe zu bleiben. Dazugehören würde sie wohl kaum. Lederhut beschlich ein sehr deutlicher Verdacht und er hoffte, dass er Gelegenheit bekäme ihn zu überprüfen. Die Gruppe blieb stehen um zu beraten ob sie das Gasthaus nun betreten solle. Nun war sie nahe genug um einen unauffälligen aber genauen Blick auf die öffentlichkeitsscheue "Magd" zu werfen. Der Verdacht, den er von Anfang an hatte, hatte sich bestätigt. Es war die Fürstin, in den einfachen Gewändern einer schlecht bezahlten Magd. Eine passende Verkleidung für dieses Viertel. Hätte sie sich entsprechend verhalten, wäre es vielleicht auch schwierig geworden sie zu bemerken. So aber senkte Lederhut seinen Blick wieder und verhielt sich unauffällig bis sie das Gasthaus betreten hatte. Er würde sie überraschen, ihr aber nicht so viel Zeit geben, wie sie zur Einleitung eventueller Pläne bräuchte. Einen Moment später hatte die Reisegruppe sich entschieden und betrat gemeinsam mit der Magd den "vollen Krug".

Lederhut wartete noch einige Momente und betrat dann ebenfalls das Gasthaus. Ihm schlug ein Geruch entgegen, der ihn an der Tür stehen bleiben ließ. Viel zu selten hielt Lederhut sich in geschlossenen Räumen, noch dazu mit so vielen Leuten, auf um an den Geruch in ebensolchen Räumen gewohnt zu sein. Er kannte nur die reinen Gerüche des Landes und die Gerüche der Stadt, der Gestank vom Müll, der aus Wohnungen achtlos auf die Straße gekippt, der Gestank im Gerberviertel, aber auch die mannigfaltigen Gerüche, die ein Markttag oder auch der Bäcker verbreitete. Die Luft im Gasthaus war stickig und schien durch einige Lungen zuviel gegangen zu sein. Lederhut fragte sich, warum sich Menschen über den Gestank draußen empörten und die Abende in einem solchen Gasthaus verbrachten. Vielleicht lag es daran, dass sie es sich leisten konnten und der Geruch nun einmal dazugehörte. Langsam gewöhnte er sich an die stickige Luft und sah sich um. Mehrere nahezu ebenso heruntergekommene Männer verteilten sich auf mehrere längliche Holztische, an denen sie auf Bänken entweder trüb in ihren Wein starrten oder lautstark diskutierten und gestikulierten. Dann fiel sein Blick auf mehrere kleine Tische, die im Schatten lagen. An einem dieser Tische entdeckte er die „Magd“, die er hier treffen wollen sollte. Der Platz war optimal gewählt um vollständige Übersicht über die gesamte Schankstube und direkten Blick auf den Eingang zu gewähren. Sicher hatte sie ihn von Anfang an beobachtet und geprüft, wie gut seine Beobachtungsgabe wäre. Ein seltsames Verhalten. Es warf wieder die Frage auf, was die fürstliche Magd von ihm wollte. Nach allem was er wusste gab es nichts, was sie sich nicht selbst verschaffen konnte. Außergewöhnlich viele Informationen über das, was in dieser Stadt vor sich ging, konnte er ebenfalls nicht bieten. Über ihren Lebenswandel wusste er nicht mehr als andere gut informierte römische Bettler auch. Er hielt sich daher weder für nützlich noch für bedrohlich.

Lederhut trat mit gleichgültigem Blick und langsamen Schrittes zum Tisch der verkleideten Fürstin. Dann begrüßte er sie: Schön Euch zu treffen. Verzeiht, dass ich vorhin ging ohne mich gebührend zu verabschieden. Ich wollte Euch nicht stören. Wie ich sehe, habt Ihr Euch der Umgebung entsprechend gekleidet? Sehr ansprechend, auch wenn ich der Ehrlichkeit halber, ohne Euch zu nahe treten zu wollen, gestehen muss, dass mir das Kleid, das Ihr auf dem Marktplatz getragen habt, noch besser gefiel. Danach schwieg Lederhut und wartete darauf sich setzen zu dürfen. Nach seiner möglicherweise provokant wirkenden Begrüßung hielt er es für besser sich zunächst wieder an alle Regeln der Höflichkeit zu halten.
Katleya - 23.01.2006, 17:25

Leya hatte ihn sofort bemerkt, kaum als er durch die Tür getreten war. Unter fast vollständig gesenkten Lidern hatte sie ihn beobachtet und blickte dann aufmerksam auf, als er vor ihrem Tisch zum Stehen kam. Sie lächelte leicht bei seinen ersten Worten, die so höflich und zuvorkommend waren.
„Sehr ansprechend, auch wenn ich der Ehrlichkeit halber, ohne Euch zu nahe treten zu wollen, gestehen muss, dass mir das Kleid, das Ihr auf dem Marktplatz getragen habt, noch besser gefiel.“
Diese seiner Worte entlockten ihr gar ein leises Auflachen, warm und frei jeglicher, üblicher Koketterie.
„Ja, auch mir gefiel das Kleid wesentlich besser als das diesige, doch man muss sich den Örtlichkeiten anpassen..
Nun, die Freude ist ganz meinerseits.. Wollt Ihr Euch nicht setzen?“ Sie wies mit einer leicht ungeduldig wirkenden Handbewegung auf den Stuhl sich gegenüber. „Ich freue mich wirklich, Euch zu sehen, ich hätte nicht erwartet, Euch hier wahrlich anzutreffen.“ Lauernd ruhte der Blick dieser sonderbaren, dunkel schimmernden Augen auf ihm, als könne er bis in sein Innerstes vordringen. „Dämonenaugen..“ So hatte Resseguie sie stets betitelt und möglichst jeden Blick hinein vermieden, denn in ihnen hatten Hass, Zorn und unbändiger Rachedurst gelauert, ehe sie gelernt hatte, alle ihre Emotionen hinter der kühlen, gelassenen Maske aus Arroganz zu verstecken.
„Möchtet Ihr vielleicht..?“ Die ausgestreckte Hand deutete auf den großen Krug Wein, welchen sie mit einem angewiderten Blick maß, ehe sie lächelte. „Er ist auch nicht vergiftet, ich ziehe lediglich andere Getränke vor, doch dieses Haus hier bietet nicht viel.. Oder möchtet Ihr etwas essen?“ Damit hatte sie ihrer Meinung nach der Höflichkeit genüge getan und somit verfiel sie in ein kurzes, nachdenkliches Schweigen, fragte sich, auf welche Weise sie nun am Besten weiter vorgehen sollte. Ein weiteres Spiel? Ein Tanz ums Feuer, voller Andeutungen? Oder aber einfach und unverblümt Fragen stellen und herausfinden, was dieser Mann wirklich wusste? Leya zögerte, zweifelte, doch dann entschied sie sich, jenen letzten Weg zu wählen und ihn einfach auszufragen. Sie würde wissen, wenn er lügen würde, dass wusste sie mit Bestimmtheit.
Der Lärm um sie beide herum war groß, Mägde liefen mit vollen Krügen herum, Frauenstimmen zeterten, Männer brüllten und lachten und dazwischen bellte der Wirt seine Befehle. Sie nahm an, dass sich hier niemand für sie interessieren würde und selbst wenn, dass er nichts von dem, was sie besprachen, verstehen würde. Der Ort war nicht gerade ihr bevorzugtes Arbeitsgebiet, laut, dreckig und übel riechend, doch war er der beste, den sie sie hatte wählen können. Während sie die Gästeschar musterte, welche gierig irgendwelche zerkochte Pampe in sich hineinschaufelte, fragte sie sich, wie man so etwas essen konnte, ohne daran zu sterben..
Dann ruhte ihr Blick wieder auf ihm und sie musterte zum ersten mal ausgiebig sein Gesicht, soweit sie es vermochte. Er weckte eine Erinnerung in ihr, die nicht mit jener Nacht, an die sie sich bewusst erinnern konnte. Sie runzelte die Stirn, denn sie konnte diesen Gedanken, der irgendwo in ihr wiederhallte, nicht fassen. Da war irgendetwas mit diesem Mann und sie würde es herausfinden, koste es, was es wolle. Leya war etwas irritiert, dass sie sich nicht zu erinnern vermochte, etwas derartiges war ihr noch niemals widerfahren, doch sie ließ sich nichts anmerken, außer eben diesem einem Stirnrunzeln.
„Nun..“ hob sie langsam an „Ich würde Euch gerne einige Fragen stellen.. Ihr habt doch sicher nichts dagegen?“ Sie lächelte, ein freundliches und dennoch durch und durch sichtbar verlogenes Lächeln. Nachdenklich strich sie sich eine dunkle Haarsträhne aus dem blassen, verschmutzten Gesicht, wobei ihre Finger eine neue Schmutzspur zeichneten. „Sagt..“ leise klang ihre Stimme, leise und vollkommen ausdruckslos „Wieso konnte ich Angst in Euren Augen sehen, als ich Euch darauf hin wies, dass Ihr aus Rom seid?..“ Dies war die Frage, welche sie am meisten beschäftigte, denn sie würde klären, wie viel er wusste, was er wusste und ob es gefährlich sein könnte. Und vielleicht auch eine lebenswichtige Frage für ihn..
Surek - 24.01.2006, 13:49

Lederhut war erstaunt über die Reaktion der Fürstin. Er hatte erwartet sie mit seiner Anspielung auf ihre Begegnung auf dem Marktplatz zu provozieren. Doch er täuschte sich offenbar. Entweder legte sie es auf eine positive Stimmung an um ihr Ziel zu erreichen oder sie hatte sich von der Freundlichkeit seines Tons überzeugen lassen. Lederhut gefiel seine zweite Theorie besser- aber die Erste war wohl wahrscheinlicher. Es galt weiterhin auf der Hut zu sein. Lederhutn setzte sich, während er gleichzeitig dem Blick der Fürstin begegnete. Für die Augen anderer Menschen hatte er sich immer interessiert. Lederhut war davon überzeugt, dass es nichts gab, was auf den ersten Blick mehr über einen Menschen aussagte. Oft entschied er bei einem Blick in die Augen eines Vorbeigehenden ob er bettelnd auf sich aufmerksam machen sollte. Und die Augen der Fürstin waren wirklich außergewöhnlich. Auf den ersten Blick zeigten sie ihre kalte Ausdruckslosigkeit und doch tief verborgen loderte in ihnen gleichzeitig ein schwarzes Feuer. Solche Augen hatte Lederhut noch nie gesehen. Sie hatten eine beängstigende Wirkung doch Lederhut war mehr fasziniert als verängstigt. Die Fürstin war in Wirklichkeit noch geheimnisvoller als all die Gerüchte über sie, stellte Lederhut fest.

„Möchtet Ihr vielleicht..?“ sagte die Fürstin und bot Lederhut einen Krug mit Wein an, nachdem er sich gesetzt hatte. Dann fügte sie lächelnd hinzu. „Er ist auch nicht vergiftet, ich ziehe lediglich andere Getränke vor, doch dieses Haus hier bietet nicht viel.. Oder möchtet Ihr etwas essen?“ Über Lederhuts Gesicht huschte ein leichtes Grinsen. Sie hatte seinen ersten Gedanken erraten. Er traute ihr durchaus zu ihn vergiften zu wollen. Eigentlich traute er ihr so ziemlich alles zu. Bis jetzt wusste er ja nicht einmal, warum sie ihn treffen wollte. Momentan schien sie selbst zu zögern und nicht zu wissen, wie sie dieses Gespräch beginnen sollte. Noch bevor er jedoch dankend ablehnen konnte, sprach die Fürstin weiter. „Nun.. Ich würde Euch gerne einige Fragen stellen.. Ihr habt doch sicher nichts dagegen?“

Ihr Ton und ihre Mimik zeigten, wie gefährlich die Situation von einem Moment zum Nächsten geworden war. Lederhut war sich sicher, dass die Antworten, die er nun geben sollte über sein Leben entscheiden würden. Einen Moment lang überlegte er, ob Flucht nicht doch die bessere Entscheidung gewesen wäre. Äußerlich ließ Lederhut sich jedoch nichts anmerken sondern erwiderte statt dessen ihr falsches Lächeln. Sie beide wussten um was es ging und keiner von ihnen musste dieses Wissen verheimlichen. Und doch war Lederhut noch immer im Nachteil. Wenn ihm doch nur einfiele, warum er für sie von Interesse sein konnte. Warum hatte die Fürstin ihn erkannt? Vielleicht würden Ihre Fragen die gerhoffte Klarheit bringen und Lederhut tat leicht nickend seine Zustimmung kund. „Sagt.. Wieso konnte ich Angst in Euren Augen sehen, als ich Euch darauf hin wies, dass Ihr aus Rom seid?..“ Ausdruckslos und als wäre die Antwort gleichgültig war diese Frage vorgetragen und doch enthüllte sie Lederhut beinahe mehr als die Fürstin von ihm zu erfahren gedachte. Mit einem Mal stieg Anspannung in Lederhut auf, die er nur mühsam verbergen konnte. Die Fürstin fürchtete also um ihr Inkognito. Und sie stufte ihn als gefährlichen Mitwisser ein. Wegen einem unbedachten Emotionsausdruck. Kein Wunder, dass man ihr nachsagte mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Solche Perfektion war übermenschlich. Und ihre Anwendung auf Lederhut bewies, dass sie offenbar nicht ohne Grund in dieser Stadt war. Für Lederhut war dies der einzige logische Grund. Vielleicht hielt sie ihn für einen getarnten Spion? Merkwürdig war jedoch ihre direkte Frage. Hielt sie Lederhut trotz allem für so naiv, dass er freimütig alles preisgeben würde, was er wusste? Es war wirklich rätselhaft. Die Lösung um Ärger zu vermeiden lag jedoch auf der Hand. Er musste den verängstigten Bettler spielen, der immer fürchten musste bei Höhergestellen in Ungnade zu fallen. Doch durfte er das Schauspiel nicht übertreiben. Sonst wären seine Schwankungen zu auffällig und die Fürstin würde mit Sciherheit misstrauisch werden. Lederhut bedauerte, dass sie das Spiel sofort auf die Spitze getrieben hatte. Zu gern hätte er länger gespielt und gehofft dabei mehr über den Grund zu erfahren, aus dem sie ihn erkannt hatte. Dennoch bemühte er sich diese Hoffnung nicht in die Stimme zu legen mit der er zu einer ein wenig ängstlich klingenden Antwort ansetzte: Ja.. natürlich dürft ihr. Warum Angst in meinen Augen... das habt ihr bemerkt? Lederhut sah ihr bei diesen Worten direkt in die Augen und sah sie erstaunt an. Ihr solltet das nicht persönlich nehmen... Ich bin es als einfacher Bettler nicht gewohnt von einer Frau wie euch bemerkt und erkannt zu werden, wisst ihr? Man macht sich dann so seine Gedanken, schließlich möchte man ja keinen Ärger... Während seiner letzten Worte lächelte Lederhut die Fürstin verständnissuchend und entschuldigend an.
Katleya - 26.01.2006, 16:39

Leya blickte ihn ruhig und abwartend an, während um sie herum geschäftiges Treiben herrschte. Keine Anspannung oder Nervosität spiegelte sich auf ihren Zügen wieder, während sie einfach nur auf dem unbequemen, hölzernen Stuhl saß und wartete. Insgeheim war sie auf seine Antwort mehr als nur gespannt und außerdem beschäftigte sie sich mit der Frage, was ein Bettler, der seinen Platz normalerweise in Rom selbst hatte, in dieser Stadt trieb. Sie bezweifelte, dass es sich hier besser verdienen ließ und fragte sich, warum er also aus Rom gegangen war. Wer war er? Wieso kam er ihr so merkwürdig bekannt vor? Wieso nur? Sie zermarterte sich schon seit ihrer ersten Begegnung in dieser Stadt den Kopf darüber, denn da war mehr, als bloßes Wiedererkennen gewesen. Da war etwas, was viel tiefer ging, tiefer als sie im Moment zu fassen vermochte. Was, wenn er ein bezahlter Spion war, welchen ein Gegenspieler D’Argos auf sie angesetzt hatte..? Dieses Nicht-Wissen ärgerte sie und sie erhoffte sich Klarheit von ihm.
“Ja.. natürlich dürft ihr. Warum Angst in meinen Augen... das habt ihr bemerkt? Ihr solltet das nicht persönlich nehmen... Ich bin es als einfacher Bettler nicht gewohnt von einer Frau wie euch bemerkt und erkannt zu werden, wisst ihr? Man macht sich dann so seine Gedanken, schließlich möchte man ja keinen Ärger...”
Seine Worte, begleitet von einem erstaunten Blick und einem verständnisheischenden Lächeln. Leyas Stimmung hob sich auf Grund dieser Worte nicht sonderlich, eigentlich eher im Gegenteil, sie wurde dadurch noch gereizter. Trotzdem versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen und zwang sich zu einem höflichen Lächeln.
“So..” hob sie leise an, doch in ihrer Stimme klang deutlich Schärfe mit, vielleicht sogar mehr, als sie beabsichtigt hatte “Ihr wolltet also lediglich keinen Ärger..? Und meine Position hat Euch verunsichert..?” Ihre Worte blieben fast spürbar in der Luft hängen und sie stieß ein leicht verächtlich klingendes Zischen aus. “Dies ist bedauerlicherweise nicht gerade die Antwort, die ich zu hören gehofft hatte..” Ihre Stimme klang ehrlich betrübt, doch sie sah ihn bei diesen Worten nicht an, sondern blickte an ihm vorbei in den Gastraum, von wo sie penetrant die gesamte Zeit schon über ein dunkelhaariger Mann, von drahtiger Statur und stechenden Augen anstarrte. Sie runzelte ganz leicht die Stirn und musterte ihn schnell und unauffällig. Sie wusste, dass er sie beobachtete und fragte sich, wozu und wieso jetzt, wo sie wirklich andere Dinge zu tun hatte. Sie verzichtete gerne auf eine unliebsame Störung ihres Gespräches.
Nun konzentrierte sie sich wieder auf den Mann vor ihr und sie unterdrückte mühsam einen Seufzer. Wie lange sollte es noch dauern, bis sie das wüsste, was sie zu wissen wünschte? Sie hatte versucht, ihm die Antworten zu entlocken und es dann auf direktem Wege versucht, doch anscheinend beherrschte er das Spiel ebenfalls. Sie hoffte, dass es sich lohnen würde, zu wissen, was er wusste, denn sonst hatte sie hier wahrlich ihre Zeit verschwendet. Aber nun, sie hatte noch Zeit bis zur Ausführung ihres nächsten Auftrages.
“Und dies soll ich Euch glauben?” nahm sie das Gespräch wieder auf und sah ihn direkt an. “Dass Ihr lediglich Angst vor Unannehmlichkeiten hattet?” Sie schüttelte leicht den Kopf und wieder sah sie sein Gesicht, so sonderbar bekannt und doch fremd. “Nein..” murmelte sie leise “Ich glaube Euch nicht.. Ich glaube, Ihr seid nicht einmal der, der Ihr vorgebt zu sein.. Und Ihr scheint mich zu belügen, ein Verhalten, welches ich nicht sehr schätze..” Ihr Blick lag auf seinem Gesicht, bohrend und kalt. Sie wollte endlich wissen, was hier gespielt wurde und wer dieser Mann dort war und was er hier tat, doch sie bezweifelte, dass sie zufriedenstellende Antworten erhalten würde.
Eine lange, dunkle Locke fiel ihr ins Gesicht und sie spielte gedankenverloren damit, indem sie sie sich um den Finger wickelte.
“Sagt..Wer seid Ihr..?”
Surek - 31.01.2006, 17:46

Schon die ersten Sekunden, nachdem Lederhut gesprochen hatte, verrieten ihm, dass seine Antwort der Fürstin ganz und gar nicht zusagte. Sie schien hinter ihm vieles zu sehen, nur leider keinen ängstlichen Bettler. War er einfach nur zu forsch gewesen? Oder lag es an dem, was sie schon über ihn wusste? Diese nagende Ungewissheit über das, was sie über ihn zu wissen schien, machte Lederhut nervös. Und die ungehaltene Antwort der Fürstin trug nicht zu seiner Beruhigung bei: “So.. Ihr wolltet also lediglich keinen Ärger..? Und meine Position hat Euch verunsichert..? Dies ist bedauerlicherweise nicht gerade die Antwort, die ich zu hören gehofft hatte..” Das sie diese Antwort nicht hatte hören wollen, war von Anfang an klar gewesen. Lederhut hatte sie in genau dieser Absicht gegeben. Er brauchte Antworten. Und er brauchte diese Antworten ohne direkt zu fragen. Leider hatte die Fürstin sich nicht weiter aus der Reserve locken lassen und war statt dessen noch ungehaltener geworden. Der Verlauf dieser Unterhaltung, die man auch als Verhör bezeichnen konnte, war ganz und gar nicht so, wie Lederhut es sich erhofft hatte. Die Fürstin verstand sich offenbar hervorragend darauf sich durch rein gar nichts zu unbedachten Äußerungen hinreißen zu lassen. Sie schien jedoch davon auszugehen, dass er ihre Position kannte. Das jedoch war eine Information, die sich jeder bessere Dorftrottel beschaffen konnte. In der Defensive zu bleiben erschien ihm zunehmend aussichtloser. Er würde mehr aufs Spiel setzen müssen, wenn er bei diesem Spiel sein Leben und noch dazu Wissen gewinnen wollte. Ganz in diese Gedanken versunken bemerkte Lederhut erst spät, dass die Fürstin durch irgendetwas abgelenkt wurde. Noch bevor er etwas darauf sagen konnte, richtete sie ihren Blick schon wieder auf ihn. Hoffentlich weicht da niemand von seinen Anweisungen ab, schoss es Lederhut durch den Kopf. Einen solchen Fehler, der seine Abwehrmaßnahmen enttarnen würde, konnte und durfte er sich nicht leisten. Also ließ er sich nichts anmerken und schwieg zunächst weiter. Der Fürstin dagegen war mittlerweile umso deutlicher anzumerken, dass auch ihr der Verlauf des Gesprächs missfiel. Auch sie hatte wahrscheinlich mehr erwartet. Es stand in ihrem Gesicht geschrieben, einer schönen Maske hinter der möglicherweise schon ein Plan zu Lederhuts Beseitigung reifte. Dennoch begegnete er dem Blick der Fürstin weiterhin direkt und ließ seine Gesichtszüge über seine Gedanken schweigen. “Und dies soll ich Euch glauben? Dass Ihr lediglich Angst vor Unannehmlichkeiten hattet?“ Die Ungläubgkeit in ihrer Stimme war mehr als deutlich zu hören. Obwohl die Aussage seinerseits nicht einmal gelogen war und lediglich verschwieg, welch großes Ausmaß an „Unannehmlichkeit“ er durch die Fürstin befürchtete. Lederhut ahnte immer deutlicher, dass eine Offensive unausweichlich werden würde. “Nein.. Ich glaube Euch nicht.. Ich glaube, Ihr seid nicht einmal der, der Ihr vorgebt zu sein.. Und Ihr scheint mich zu belügen, ein Verhalten, welches ich nicht sehr schätze.. Sagt..Wer seid Ihr..?” Nach diesen Worten war Lederhut mehr als verwirrt. Er wusste nicht ob er nun in Anbetracht dieser Vermutung seinen Tod fürchten sollte oder eher laut loslachen. Das Einzige, dessen er sich absolut sicher war, war seine Identität als Bettler. Was sollte er sonst sein? Das ausgesetzte Kind reicher Adliger vielleicht? Es gab viele Bettler, die sich ihren Alltag mit einer solchen Träumerei angenehmer machten. Lederhut hatte nie dazu gehört. Er hatte davon geträumt tatsächlich das Kind seines Ziehvaters zu sein. Etwas Anderes hatte und hätte er nie vorgegeben. Und ausgerechnet das wurde ihm nun unterstellt. Sein Gesicht war Bühne eines seltsamen Schauspiels. Ungläubige, belustigte und erschrockene Blicke wechselten sich ab, da Lederhut einen Moment lang von den vielen einstürmenden Gedanken davon abgehalten wurde seine Mimik zu kontrollieren. Sekunden später hatte er jedoch schon eine fast ausdruckslose Mine aufgesetzt, in die sich in Spuren Enttäuschung und Schrecken mischten. Was sollte er darauf nun antworten, fragte sich Lederhut. Sie suchte nach etwas, das, nach Lederhuts Einschätzung, nicht einmal ansatzweise existierte. Und sollte er preisgeben, was er tatsächlich wusste, würde sie wahrscheinlich eine Lüge dahinter vermuten. Völlig in diese Gedanken versunken, war der Lärm im Gasthaus, einem brummenden Stimmenbrei gleich, in den Hintergrund getreten. Daher wusste er auch nicht, ob sich die Eingangstür in der Zwischenzeit wie erhofft und geplant geöffnet hatte. Lederhut konnte nur noch hoffen. Während er zu einer Antwort ansetzte schlug er die Kapuze, die sein Gesicht zuvor noch teilweise verdeckt hatte, zurück: „Seht mich an. Erkennt Ihr keinen Bettler, wenn er vor Euch sitzt? Ich bin nicht mehr als das, was ich zu sein vorgebe. Von meinen Eltern wurde ich im Abfall beim Gemüsemarkt in Rom zurückgelassen. Meinen Namen gab mir ein lederner Hut“, erklärte Lederhut und hob dabei den Hut hoch, den er in der Hand hielt, “Ich bin nicht mehr als Lederhut, der Bettler. Ich halte mich mit der einen oder anderen... Dienstleistung über Wasser.“ Lederhut warf der Fürstin einen Blick zu, in dem sie die Ehrlichkeit in seinen Worten bestätigt sehen sollte. „Jetzt kennt ihr meinen Namen und meine niedere Existenz. Möchtet Ihr euch nicht ebenfalls vorstellen?“
Katleya - 09.02.2006, 17:04

Leya musterte ihn fortwährend, solange sie sprach und noch mehr, als sie endete. Sein Gesicht war ein faszinierendes Mienenspiel, wie Farben, welche sich in einem schnellen Wirbel wechselten. Doch, wie sie anerkennend zugeben musste, hatte er sich sehr schnell wieder in der Gewalt. Anscheinend hatte sie ihm mit dem, was sie gesagt hatte, überrascht und dennoch, es hatte keine Erkenntnis in seinem Gesicht gelegen, die ihr zu verstehen gegeben hätte, dass sie Recht hatte und er jemand anders war. Und trotzdem..
Leya war ungehalten und gereizt. Die Mensche in dieser Spelunke missfielen ihr mit jeder Minute mehr und mehr und dieser Mann, welcher sie noch immer anstarrte reizte sie zusätzlich. Am liebsten würde sie einfach dafür sorgen, dass er nicht mehr die Möglichkeit hätte, sie anzustarren, auf die eine oder andere Art. Mittel und Wege gäbe es genug.. Würde sie doch nur endlich wissen, was sie an diesem Mann hier so sehr beschäftigte. Sie musste es herausfinden, unbedingt, oder sie würde niemals Ruhe finden. Und nun, wenn sie es endlich wüsste, dann würde sich zeigen, was mit ihm geschah.. Bis jetzt hatte sie sich noch nicht entschlossen, wie mit ihm zu verfahren war. Sie spürte plötzlich einen weiteren Blick und sah leicht nach links, von wo aus sie der Wirt wieder ansah. Leya erwiderte seinen Blick so giftig und mit zornfunkelnden Augen, sodass der Mann mit einem male damit beschäftigt war, seine Gläser abzuwischen.
Dann jedoch fing eine Bewegung an ihrem Tisch ihre Aufmerksamkeit wieder ein und sie richtete den Blick erneut auf ihn. Nun, er hatte seine Kapuze abgenommen, was ihr die Möglichkeit gab, ihn abermals zu betrachten. Da war etwas, etwas was sie nicht mehr losließ, in seinem Gesicht.
„Seht mich an. Erkennt Ihr keinen Bettler, wenn er vor Euch sitzt? Ich bin nicht mehr als das, was ich zu sein vorgebe. Von meinen Eltern wurde ich im Abfall beim Gemüsemarkt in Rom zurückgelassen. Meinen Namen gab mir ein lederner Hut. Ich bin nicht mehr als Lederhut, der Bettler.“
Bei seinen Worten musterte sie beiläufig seinen Hut, richtete den Blick dann aber wieder auf sein Gesicht, insbesondere auf seine Augen. Die Augen des Menschen, sein Spiegel zur Seele.. Sie hatte schon früh gelernt, in den Gesichtern der Menschen zu lesen, doch dieses gab ihr nicht viel preis, außer einer dumpfen Erinnerung an früher..
„Ich bin nicht mehr als Lederhut, der Bettler. Ich halte mich mit der einen oder anderen… Dienstleistung über Wasser.“
Interessant – was dies wohl für Dienstleistungen sein mochten? Nun, vielleicht blieb noch Zeit, diese Frage zu stellen..
„Jetzt kennt ihr meinen Namen und meine niedere Existenz. Möchtet Ihr euch nicht ebenfalls vorstellen?“
Bei diesen seinen letzten Worten lächelte sie versonnen, sie nahm an, er wüsste schon viel über sie und da sie aber nicht genau wusste, was er nun wusste, würde sie wieder einmal spielen.
„Lederhut also.. Ein wirklich schöner Name..“ Ein strahlendes Lächeln begleitet diese Worte und doch strahlten ihre Augen keine Falschheit aus. „Nun, Ihr wollt also, dass ich mich ebenfalls vorstelle? Nun, Ihr wisst zwar schon wer ich bin, aber gerne.. Ich bin Guilanna Amalia Marciavelli, Fürstin dieses Hauses..“ Leya wusste, was teils über sie gesagt wurde und sie brachte es nun ein „Ich bin die Geliebte Kardinals D’Argos, eine unsterbliche Dämonin, die mit dem Teufel im Bunde steht und wenn mir der Sinn danach steht, morde ich wahllos irgendwelche Leute.. Außerdem hab ich dem Teufel auch meine Seele verkauft, um meine Jugend zu erhalten..“ Sie lachte leise und sah ihn aufmerksam an. Dies alles waren Dinge die verschiedenen Leute über sie gesagt hatten und nun, sie war gespannt, wie er reagieren würde. Sie hoffte fast, dass er sie der Lüge bezichtigen würde, denn dann würde der Spaß erst richtig beginnen und er würde nicht wissen, wie ihm geschähe.
Ein amüsiertes Funkeln in den dunklen Augen und die Spur eines spöttischen Lächelns auf den vollen Lippen, sah sie ihn an.
„Nun..Ist dies die Antwort, die Ihr erwartet habt..?“
Anonymous - 09.02.2006, 19:27

Leise wandert ein Mann im Mantel durch den Wald. Es dämmert bereits, seine Augen blicken wachsam umher, all seine Sinne sind auf die Umgebung fixiert. Ein langer Mantel ziert sein Äußeres, ein Hut bedeckt sein Haupt. Es schneit, der Mann wandert weiter. Sein Atem scheint ausgeglichen, dann bleibt er stehen, widmet sich einen Moment lang der Aussicht. "Ein neues Drecksloch. Wie erfreulich. Hoffentlich ist er dort.. " flüstert er, grinst und betrachtet die große Stadt, die vor ihm liegt, einen Moment. Schließlich geht er weiter, seine Schritte machen Spuren im Matsch doch diesmal ist es im egal. Er steht am Rande der Stadt, schaut sich um. Wenige Menschen tummeln sich auf den Straßen, er grinst nur ganz kurz. Langsam setzt er seinen Weg fort und bleibt bei einer Taverne stehen. Der Assasine betrachtet die Tür, den Türgriff. Moos setzt an einigen Stellen an, dann blickt er hoch zum Schild. Ohne eine Gefühlsregung im Gesicht richtet er seinen Blick wieder auf die Tür und öffnet diese. Tabak-, Schweiß-, Essens- und Alkoholgeruch schlägt ihm entgegen. Slanzar schaut sich um, seine rechte Hand befindet sich unter dem Mantel, locker um den Griff eines Katanas gelegt. Viele der Tavernenbesucher schauen ihn an, er selber achtet nicht drauf, betritt die Schenke und setzt sich an den Thresen. Der Wirt kommt zum neuen Gast und lächelt ihn herzaft an. "Was darf ich Euch bringen, Fremder?" fragt er den Assasine. Dieser schaut den Wirt aus seinen rot-schwarzen Augen an, malt sich aus, wie er den Wirt am schmerzvollsten töten kann. Dann nickt er. "Wasser." antwortet er schlicht und einfach, dann richtet er seine Ohren auf die Worte einer ganz bestimmten Person. Auf die Stime seines Zieles. Vierhundert Goldstücke würde er für diesen Mord bekommen. Und sein Auftraggeber sitzt im Schankenraum. Als ihm der Wirt das Wasser bringt, zahlt Aralas und setzt sich hinter sein Opfer. Rücken an Rücken lauscht Slanzar nun den Worten und wartet auf den geeigneten Augenblick. Er hat Geduld, schon öfter musste er warten. Mehrere Stunden vergehen, Aralas bestellt immer wieder Wasser. Schließlich lässt sich der Auftragsmörder mit dem Sessel zurück, zieht einen kleinen Stahlpfeil und steht auf. Er tut so, als sei er betrunken, stolpert und stützt sich gerade noch so an der Schulter des Mordopfers. In diesem Moment verschwindet für ungeschulte Augen der Stahlpfeil im Nacken des Mannes. Einen Moment starrt er gerade aus, dann lässt Aralas von ihm ab. Es dauert noch einige Minuten, bis der soeben gelähmte tot zur Seite kippt. Zufrieden geht Slanzar weiter, wankt etwas und setzt sich an einen anderen Tisch...

(So..ich schreib hier meinen ersten müll xD wenn ich das so lese..gott, man merkt dass ich saulang nimma rpgt hab und nu gleich n neuen char...uhhh xD sry an alle xD)
Sinatar - 17.02.2006, 22:12

Es war eine wundervolle Nacht, der Mond stand groß, rund und hell am Himmel stand... Sie war kühl, diese Frühlingsnacht, und doch befanden sich für diese Jahreszeit recht viele Bürger der kleinen Stadt auf ihren Straßen. Doch nicht auf ihren Straßen sondern darüber war das wohl auffälligste Wesen in dieser Stadt... Ein Vampir, wenn auch mit dem Hang zum romantischen und zur Verführung, welcher ihm schon so manches weibliches Wesen zum Opfer gemacht hatte... Und als müsste er diesem Ruf gerecht werden, stand der komplett in zurückgehaltenes, sanftes Schwarz gehüllte Vampir im Schein des Mondes an einen hohen Erker gelehnt, eine schwarze, wohl duftende Rose in seiner Hand... Die Augen des Mannes waren geschlossen, der Kopf leicht in die Richtung der Rose geneigt und er schien den Duft genießerisch einzuatmen... Als er nun langsam den Kopf hob und während dieser Bewegung langsam und sanft die Augen öffnete, um den vollen Mond anzusehen schien es in ihnen zu funkeln und Kraft schien den Mann wie das Blut in den Adern der Menschen zu durchströmen... Mit einer fließenden und sanft wirkenden Bewegung kippte der Mann nach vorne, jedoch nur, um sich in der Luft wieder zu fangen und sanft und Katzengleich auf dem Boden einer dunklen Seitengasse aufzukommen... Als er sich langsam wieder aufrichtete glitt der knöchellange Mantel wieder in jene Form, in welcher er annährend den gesamten Körper des Mannes verbarg, der ihn so elegant trug...
Langsam und ruhig schien der Mann durch die Gasse zu gleiten, seine Füße lösten nicht das geringste Geräusch aus, als sie auf den harten Steinboden auftraten. Immer näher kam er der offeneren Straße, auf welcher sich noch einige Betrunkene und ebenso einige Menschen auf dem Weg nach Hause befanden... Schnell trat er an den Menschen vorbei, er wollte ihre kümmerliche Anwesenheit nicht länger als unbedingt notwendig ertragen... Er hasste es, in solchen alten und doch so riesig großen Städten zu sein, auch wenn sich hier manchmal die besten Opfer fanden... Er wusste noch nicht, was er in dieser wunderschönen Nacht wieder tun würde, doch er hatte sich schon ein Ziel gesetzt, in wessen Richtung er sich nun auch zielstrebig bewegte...
Die Taverne war sehr voll, auch wenn es so spät war, war sie offensichtlich doch gut besucht... Es schien wohl die Stammtaverne vieler Reisender und auch ansässiger zu sein, welche sich hier zu später Stunde noch die Kehle benetzten... Mit langsamen und bedachten Schritten schritt er durch die einfache Holztür, welche den Eingang der großen Taverne bildete... Mit einem schnellen wenn auch ein bisschen misstrauischen Blick bedachte er den Innenraum und die Gäste des Lokals...
Viele verschiedene Wesen waren hier zu sehen, auch wenn die meisten Menschen zu sein schienen... Einige Dämonen wohl doch kein einziger Vampir, was für eine beachtlich große Stadt wie diese hier schon fast eine Scham war... Anscheinend war die verhasste Kirche und ihre schwachen Vampirjäger schnell genug gewesen, um jeglichen Vampyrismus im Keime zu ersticken... Doch ob sie es mit diesem einen, diesem besonderen Vampir ebenso leicht haben würden stand in den Sternen, welche hell und romantisch am dunklen Nachthimmel zu sehen waren... Seine Schritte führten ihn an die Tische, welche eher abseits und außerhalb des heißen und hellen Feuerscheins lagen... Hier saßen nun nicht mehr so viele, wenn aber interessantere Menschen... Doch etwas stach ihm in die Nase, auch wenn es noch Sekunden vorher von anderen Gerüchen überdeckt worden war, so roch er doch plötzlich den Geruch von frisch vergossenem Blut und Tod... Er sah sich unauffällig um und erkannte schnell die Ursache für den starken Blutgeruch... Ein Mann, der in einem Sessel saß war offensichtlich von hinten erstochen worden, auch wenn noch keiner der Gäste etwas davon mitbekommen hatte... Ein Mann, anscheinend betrunken, taumelte von dem Mann weg und schien ein, für den Geschmack des Mannes, etwas zu selbstsichereres Lächeln auf den Lippen zu tragen, als das er wirklich betrunken sein konnte... Mit flüchtigen und doch stechenden Blicken musterte er den Mann, der sich nun torkelnd vom Toten entfernte... Er schien keineswegs einer der Ansässigen zu sein, auch wenn seine Kleidung genug Grund zu dieser Annahme gab... Er war anders Gebaut, hatte andere Gesichtszüge und schien auch anders zu laufen... Langsam glitten die Blicke über den ganzen Körper des Mannes..
Surek - 20.02.2006, 22:27

Mittelitalien, Sommer
früher Nachmittag

Das strahlende Lächeln mit dem die Fürstin prompt reagierte, erstaunte Lederhut wenig. Ihre Selbstbeherrschung erschien ihm so fehlerlos, dass sie wohl sogar ihrem Mörder-wenn die Fürstin überhaupt einem solchen zum Opfer fallen konnte- mit einem letzten Lächeln das Herz zerspringen lassen könnte. Doch diese Erkenntnis brachte Lederhut nicht wesentlich weiter. „Lederhut also.. Ein wirklich schöner Name..“, entgegnete die Fürstin und Lederhut dachte gar nicht erst darüber nach, wie viel verborgene Ironie diese Antwort enthalten haben mochte. „Nun, Ihr wollt also, dass ich mich ebenfalls vorstelle? Nun, Ihr wisst zwar schon wer ich bin, aber gerne.. Ich bin Guilanna Amalia Marciavelli, Fürstin dieses Hauses..“, fuhr die Fürstin fort und Lederhut zog erstaunt eine Augenbraue hoch. Mit so viel Offenheit hatte er nicht gerechnet. Oder war alles eine Lüge? „Ich bin die Geliebte Kardinals D’Argos, eine unsterbliche Dämonin, die mit dem Teufel im Bunde steht und wenn mir der Sinn danach steht, morde ich wahllos irgendwelche Leute.. Außerdem hab ich dem Teufel auch meine Seele verkauft, um meine Jugend zu erhalten..“ Lederhut beherrschte seine Mimik nicht mehr sondern zeigte sein Erstaunen offen. Es war bei all diesen lächerlichen Widersprüchen offensichtlich, dass dies nicht die Wahrheit sein konnte. Ein Teil der Wahrheit vielleicht, nicht die ganze. Die Fürstin wollte ihn provozieren, herausfinden, welche Gerüchte er kannte, einschätzen, wie gefährlich er war. Mit einem herausfordernden Lächeln fragte die Fürstin: „Nun..Ist dies die Antwort, die Ihr erwartet habt..?“ Und für Lederhut gab es kein Entkommen. Egal, was er nun tat- den Unwissenden würde sie ihm nicht abnehmen. Das hatte sie deutlich genug gemacht. Lederhut griff nach dem angebotenen Wein und nahm einen tiefen Schluck, wie um zu versuchen die nagende Unwissenheit um die Gründe aus denen die Fürstin ihm nicht glaubte hinwegzuspülen und statt dessen Strandgut anzuspülen, dass ihm in dieser verzwickten Situation helfen konnte.

Natürlich kannte Lederhut all diese Gerüchte. Sie waren schließlich sein Geschäft. Und doch hatte er bis vor kurzem nur den Wenigsten ernsthaft Glauben geschenkt. Es mochte wahr sein, dass sie die Fürstin Marciavelli war. Vielleicht war sie sogar wirklich die Geliebte eines Kardinals. Trotz des Zölibats war so etwas keine Seltenheit. Inoffiziell und allseits bekannt hatte sogar der Papst Familie. Und dass selbst ein Kardinal diese Frau nicht abwies, erstaunte Lederhut nicht im geringsten. Immer wieder waren in Bezug auf diese Fürstin auch die noch unglaublicheren Geschichten aufgetaucht. Die Frau, die von Muselmanen ausgebildet worden war und Ähnlichkeit mit mehreren anderen Frauen hatte um die sich ähnlich unglaubliche Geschichten rankten, war ein beliebtes Gesprächsthema unter den Alten, wenn eine kalte Winternacht überlebt werden musste. Längst konnte die Fürstin ihre Gestalt wechseln, sich in Tiere und Fabelwesen verwandeln, nachts in verschlossene Häuser eindringen und junge Männer verführen bevor sie diese durch verschiedenste Techniken, die allesamt ein Höchstmaß an Grausamkeit gemein hatten, meuchelte, konnte sich Menschen durch nur einen Blick gefügig machen. Wie in allen Gerüchten musste sich auch darin irgendwo eine wahre Begebenheit verbergen. Was Lederhut nicht erwartet hatte, war, dass auch der Fürstin diese Gerüchte zu Ohren gekommen waren. Wenn diese sich so weit verbreiteten, was zur Hölle konnte dann noch an IHM gefährlich sein. Immer wieder zermarterte er sich den Kopf, ohne dass er eine noch so schemenhafte Erinnerung freilegen konnte. Wonach suchte er überhaupt, fragte er sich resigniert. Es kam nicht mehr darauf an. Warum nicht noch weiter provozieren? Ein Untergang mit Gewissheit war besser als ein Untergang ohne. Die Tatsache, dass er sein Verhalten zwischenzeitlich etwas zu sehr der Gelegenheit angepasst hatte, konnte dieser Provokation nur entgegenkommen. Es war ohnehin belanglos, da die Fürstin Lederhut durch ein ihm unbekanntes Vorwissen kein Wort seiner Täuschungsversuche geglaubt hatte.

Mit einem kaum sichtbaren herausfordernden Grinsen auf den Lippen, das die zurückgekehrte Ausdruckslosigkeit durchbrach, erwiderte Lederhut: "Nein... Diese Antwort hatte ich nicht erwartet. Mich erstaunt, dass Ihr mich nicht gleich mit Blicken willenlos gemacht, in euer Schlafgemach entführt, mich verführt und dann meine geraubte Seele in die Hölle geführt. So gehen Dämoninnen doch mit Ihren Opfern um, wie man so hört?" Während er die Fürstin unverwandt ansah, stellte er den Wein wieder auf den Tisch. Etwas deutlicher grinsend fügte er hinzu: "Und ist es nicht äußerst ungewöhnlich für eine Fürstin Marciavelli, noch dazu im Bunde mit dem Teufel stehend, sich mit einem Bettler abzugeben?" Sein Grinsen verschwand nahezu gänzlich und leiser fügte er mit gespielt ernstem Ton hinzu: "Oder erweist Ihr dem Kardinal einen Liebesdienst, indem Ihr römische Bettler aufspürt und tötet, die den Geldbeutel seiner Familie über Gebühr belasten? Ich schwöre Euch, dass ich ihn nicht einmal wieder ansehen werde, wenn Ihr mich verschont." [/i]
Katleya - 05.03.2006, 20:47

Die offenkundige Verwirrtheit, welche sich auf seinen Zügen ausmalte, als sie ihre Worte gesprochen hatte, rührte sie zum Lächeln. Ja, Leya lächelte, während sie ihn beobachtete und die Wirkung ihrer wohl gewählten Worte begutachtete. Sie liebte es so sehr, mit den Menschen zu spielen und dieser hatte ihr bis jetzt immer eine herrliche Art von Kontra geliefert. Soviel tiefsinnige Intelligenz hätte sie bei einem Menschen seines Standes weniger erwartet, denn die Personen solch niederer Schicht, mit denen sie wegen des einen oder anderen Auftrages zu tun gehabt hatte, waren von anderer Art gewesen. Meist grob und auch dem Alkohol verfallen. Bei dieser Erinnerung schürzte sie leicht unwillig die Lippen, ein solches Verhalten ekelte sie zutiefst an..
Sie folgte seinen Bewegungen, die ihn zum Weinkrug führten, mit einem leichten Lächeln, sie schien ihn wirklich verwirrt zu haben. Durchaus zufrieden mit der erzielten Wirkung wartete sie nun, bis er zu sprechen beginnen würde, während sie beiläufig bemerkte, dass er nun seine Fassung zurückgewonnen hatte und sein Gesicht wieder eine Maske der Ausdruckslosigkeit bot. Es war wirklich ein facettenreiches Spiel..
"Nein... Diese Antwort hatte ich nicht erwartet. Mich erstaunt, dass Ihr mich nicht gleich mit Blicken willenlos gemacht, in euer Schlafgemach entführt, mich verführt und dann meine geraubte Seele in die Hölle geführt. So gehen Dämoninnen doch mit Ihren Opfern um, wie man so hört?"
Bei diesen seinen Worten hob sie erstaunt eine Braue und sah ihn an, für einen Herzschlag Verwirrung im Blick. Leya lauschte ihm gespannt, in der Hoffnung, nun würde sich endlich klären was er wusste..
"Und ist es nicht äußerst ungewöhnlich für eine Fürstin Marciavelli, noch dazu im Bunde mit dem Teufel stehend, sich mit einem Bettler abzugeben?"
Ein Grinsen begleitete diese Worte und nun wusste sie, dass er sich nur lustig machte über die Gerüchte. Er hatte sie zwar nicht der Lüge bezichtigt, er glaubte ihr jedoch auch nicht – Was zu erwarten gewesen war. Nun, da sagte man den Menschen schon einmal die Wahrheit, oder, wie sie sich freimütig eingestand, einen Teil davon und diese törichten Wesen erkannten es nicht. Wie schade..
"Oder erweist Ihr dem Kardinal einen Liebesdienst, indem Ihr römische Bettler aufspürt und tötet, die den Geldbeutel seiner Familie über Gebühr belasten? Ich schwöre Euch, dass ich ihn nicht einmal wieder ansehen werde, wenn Ihr mich verschont."
Sein Grinsen war verschwunden bei diesen Worten, die Leichtigkeit der Atmosphäre und die Spielerei, welche in der Luft gelegen hatte, getilgt durch den nun ernsteren Tonfall seiner Worte. Leya wusste nicht, was sie von diesem Menschen halten sollte.. Mehr und mehr kam sie zu dem Schluss, dass er wirklich nicht wusste, was er in jener Nacht gesehen hatte und vor allen Dingen wen. Und dennoch.. Etwas ließ sie nicht los, bannte sie nahezu an diesen Menschen. Etwas Altes, Kryptisches, dessen Bedeutung sie nicht kannte, aber sie würde sie herausfinden, was es sie auch kosten mochte..
Die dunklen Augen hefteten sich auf sein Gesicht, suchten seinen Blick, während sie zu sprechen anhob. „Ich arbeite nicht für die Hölle.. Dort ist es mir zu schmutzig und die heiße Luft schadet meiner Haut.. Und nein..“ Sie schüttelte den Kopf, um ihn gleich darauf wieder anzusehen. „Ich erweise dem Kardinal auch keinen Liebesdienst.. Ihr solltet wissen, dass man Geschäftliches und Privates trennt.“ Ein leichtes Lächeln, voller Spott, umspielte ihre Mundwinkel. „Oh nein..“ Ihre Stimme senkte sich zu einem leisen, verschwörerischen, fast heiseren Flüstern „Das hier ist allein zu meinem Vergnügen und hat nichts mit ihm zu tun..“ Leya beugte sich vor, über den schmalen Tisch, zu ihm herüber. Nur wenige Zentimeter trennte ihre Gesichter noch, so nah, dass er ihren heißen Atem auf seiner Haut spüren konnte. „Aber wisst Ihr..“, hauchte sie, „Der Teil mit dem Schlafgemach hörte sich durchaus interessant an..“ Die Amethystenaugen funkelten, doch nicht länger spöttisch, sondern hell und beunruhigend unmenschlich. Ihre linke Hand berührte plötzlich ihn plötzlich an der Schläfe, wanderte provozierend langsam herab, als sie die Hand drehte, sodass sie ihm mit einem Ring, den sie trotz ihrer Aufmachung als Magd, nicht abgenommen hatte, die Wange aufschnitt. Nun, kein tiefer Schnitt, es reichte jedoch, dass feine Blutstropfen sofort hervorquollen.
„Nun..Lederhut..?“, fragte sie leise, „Glaubt Ihr, dass Ihr ein Spiel mit mir überleben würdet..?“
Und kaum hatte sie diese Worte gesprochen, hob sie schon die andere Hand in Richtung seines Gesichts..
Anonymous - 07.03.2006, 07:57

Mit einem dümmlichen Lächeln setzte sich Slanzar hin, taumelte auch im Sitzen. Nach außen hin wirkte er betrunken, aber tief in seinem Inneren lächelte der Assasine bei klarem Verstand. Er hatte soeben einem Mann das Leben genommen, der es wirklich verdient hatte. Laut seinem Auftraggeber, welcher wohl in diesem Raum saß, erzählte ihm, er habe seine Frau und seine Tochter ermordet-weil sie nicht mit ihm schlafen wollten. Erinnerungen wurden in dem sonst so gefühllosen Slanzar wach, er blickte zur Seite, konnte sich einen Moment nicht beherrschen. Doch dann fasste er sich wieder, nahm die Hand, welche ihm der Mann entgegenstreckte und drückte sie. "Ich werde dieses Schwein umbringen..." flüsterte Aralas und schloss die Augen.

Ein Mann trat ein, bedachte die Leute im Raum mit einem Blick, den er öfter bei Fremden sah. Aralas folgte ihm mit seinen Augen, konnte sich nicht von dem Gedanken losreißen, dass er diesen Mann dort kannte. Verwirrt waren seine Gedanken einen Moment, dann kippte das Opfer vom Sessel und fing an zu Zittern. Slanzar riss den Kopf herum, fing an zu lachen, wie es ein Betrunkener wohl tun würde und taumelte dann hicksend aus der Taverne. Draußen angekommen, spielte er weiter den Betrunkenen, während sein Verstand daran arbeitete, den einen Mann, der ihn so sehr gemustert hatte, zu identifizieren. Wer war er? Er musste ihn kennen, soviel stand fest. Solche Gefühle empfand Slanzar sonst nur bei Vampiren, Dämonen oder...Verwandten. Er stutzte. Konnte es sein? War das vielleicht sein Cousin? Slanzar´s Herz fing an zu rasen...
Surek - 14.04.2006, 15:20

Lederhut erwartete die Antwort der Fürstin mit wenig verborgener Spannung. Den Blickkontakt haltend gingen ihm seine Flucht- und Verteidigungspläne durch den Kopf. In Anbetracht der Kürze der Zeit konnte er mit seinen Ideen mehr als zufrieden sein. Doch würde tatsächlich eine Situation entstehen, in der sie Wirkung zeigen konnten? Je länger er sich mit der Fürstin unterhielt desto klarer wurde, dass sie gewissermaßen unberechenbar war. Sie besaß nicht nur die Mittel ihn zu töten sondern hatte auch eine Art an sich, die Lederhut vermuten ließ, dass sie dies tun könnte ohne mit der Wimper zu zucken. All das machte es logisch sich so bald wie irgend möglich in Sicherheit zu bringen. Dennoch- die Faszination blieb. Er wollte wissen, was ihn für Fürstin Marciavelli interessant machte. Er sah in ihr eine Gefahr, eine Gelegenheit, ein reizvolles Abenteuer. Der Einsatz mochte in den Augen einiger hoch erscheinen. Immerhin schien Lederhut mit seinem Leben zu spielen. Er selbst maß seiner bisherigen Existenz und seinen momentanen Zukunftsaussichten jedoch keinen großen Wert bei. In seiner eigenen Rechnung hatte er wenig zu verlieren und umso mehr zu gewinnen. „Ich arbeite nicht für die Hölle.. Dort ist es mir zu schmutzig und die heiße Luft schadet meiner Haut.. Und nein.. Ich erweise dem Kardinal auch keinen Liebesdienst.. Ihr solltet wissen, dass man Geschäftliches und Privates trennt.“ Bei diesen Worten hätte Lederhut beinahe gelacht. Dass die Fürstin nun ihren eigenen Worten widersprach hatte in seinen Augen eine gewisse Komik. Gleichzeitig bestätigte sie damit, was Lederhut vermutet hatte. Fürstin Marciavelli hatte ihm rein gar nichts erzählt. Ein Potpourri der bekanntesten Gerüchte aus Bettlerkreisen mit zweifelhaften Unterhaltungswert- mehr nicht. Es würde ihm weiterhin selbst überlassen bleiben den Funken Wahrheit aus den Gerüchten zu fischen. „Oh nein.. Das hier ist allein zu meinem Vergnügen und hat nichts mit ihm zu tun..“ Lederhut stockte der Atem. Er versuchte anhand ihres Lächelns zu erschließen, was sie damit sagen wollte, doch gelang ihm dies nicht. Unterbewusst erwiderte er ihr Lächeln, während sie fortfuhr: „Aber wisst Ihr.. Der Teil mit dem Schlafgemach hörte sich durchaus interessant an..“ Beim Sprechen hatte sie sich Lederhut, der ihr –die Unterarme auf dem Tisch gelehnt- nach vor gebeugt gegenübersaß, bis auf wenige Zentimeter angenähert. Nun sah er ihr direkt in die Augen und hatte Mühe sich zu konzentrieren. Diese Frau legte es offenbar darauf an ihm den Verstand zu rauben.. und leider machte sie ihre Sache gut. Ein Teil von ihm war bereit grinsend zuzustimmen und ihre eindeutige Aufforderung für bare Münze zu nehmen. Dennoch versuchte er sich zu beherrschen. Es war offensichtlich, dass die Fürstin ein teuflisches Spiel mit ihm spielte.. oder? Ja! Natürlich war es offensichtlich! Lederhut schloss die Augen einen Moment um klarer denken zu können. Er war bereit zu spielen aber entschlossen auch zu gewinnen. Als er die Augen wieder öffnete spürte er zeitgleich eine Hand die ihn an der Schläfe berührte. Ihre Hand! Sie fuhr sein Gesicht hinunter. Lederhut sog durch die Nase tief Luft ein. Luft, die vom Parfum der Fürstin durchtränkt war und ihn noch weiter aus dem Konzept brachte. Dem Teil von Lederhut, der noch klar dachte, wurde klar, was mit dem Gerücht gemeint war, dass die Fürstin ihre Opfer willenlos machte. Was hier geschah, entsprach dieser Bezeichnung recht genau. Lederhut war so von der Präsenz der Fürstin eingenommen, dass er kaum wahrnahm, wie sie ihm einen Schnitt an der Wange beibrachte. Der Schmerz war jedoch gerade eben stark genug um ihn weit genug aus seinen Gedanken zu reißen, wie es nötig war um die Kontrolle nicht zu verlieren. Wenn man das, was er in diesem Spiel mit der Fürstin hatte, überhaupt Kontrolle nennen konnte. „Nun..Lederhut..? Glaubt Ihr, dass Ihr ein Spiel mit mir überleben würdet..?“ Lederhut hörte diese Worte vor dem Hintergrund des bedeutungslos gewordenen Summens der anderen Gespräche im Gastraum im Hintergrund. Wieder schossen ihm Fragen durch den Kopf, die er sich im Verlauf dieser Begegnung schon unzählige Male gestellt hatte und die er- wie bei den anderen unzähligen Malen- nicht im Geringsten zu beantworten fähig war. Doch er würde die Antworten finden- und wenn sie die letzten Gedanken waren, die sein Kopf vor seinem Ende fasste. Noch einmal atmete er tief ein. Dann berührte er die Hand der Fürstin, die ihm eben den Schnitt an der Wange beigebracht hatte mit der Seinen und führte sie weiter, während die scharfe Spitze des Rings den Schnitt an der Wange verlängerte. Dieses unangenehmen Gefühls zum Trotz hielt er den Kontakt zu den außergewöhnlichen Augen der Fürstin und lächelte. „Nein, womöglich nicht... aber habe ich wirklich eine Wahl? Ich bin bereit das Risiko einzugehen.“
Anonymous - 18.04.2006, 00:29

Leise platschen die nassen Füße des Jungen Mädchens auf den Boden der stinkenden Gasse, die sie durchquerte. Eine Gasse wie die meisten anderen auch. Sie kennt jede Gasse, jedes Detail, jede Tür, jeden einzelnen Stein und sie kann eigentlich jede Straße ohne jedes Problem durchqueren, ohne Angst haben zu müssen sich zu verirren. Irgendwann wird sie immer an eine Straße gelangen, die ihr bekannt ist. Und wenn sie eine Straße kennt, dann kennt sie auch das Netz drum herum, dann weiß sie, wie sie zu Plätzen gelangt, die sie kennt und von dort aus zum Marktplatz oder jeden beliebig anderen platz, den sie jemals gesehen hat. Und das waren viele. Sie hat oft ziellos die Straßen durchquert. Und sie hat dabei Dinge gesehen, die sich sofort in ihrem Gehirn gespeichert haben. Und irgendwie, sie weiß selbst nicht wie, kann sie eben diese Dinge abrufen, das verzweigte Netz der verschiedenen Straßen könnte sie genauer zeichnen als die meisten Karten es zeigen können. Sie könnte jede einzelne kleine Gasse, die es gibt, die sie gesehen hat, perfekt in dieses Netz eintragen, sollte sie die Stadt jemals von oben herab zu Gesicht bekommen. Nachdenklich wandern die grauen Augen des Mädchens über die Wände, sie atmet den erdrückenden Geruch ein und bringt doch ein Lächeln über die Lippen. Dies ist ihre Heimat. Alles ist so gewohnt wie das Atmen, alles ist ihr vertraut und soll es auch bleiben, so viele Mängel die Städte auch vorzuweisen haben, sie gehört einfach in diese Umgebung, ist darin aufgewachsen und wird wohl ewig darin bleiben. Jedenfalls wüsste sie niemanden, der sie aus dieser Umgebung herausholen würde. Obwohl es vielleicht besser für sie wäre. Diese Gedanken gehen ihr während ihres nächtlichen Marsches durch die Gasse durch den Kopf. Sie lässt sie einfach zu, während sie sich umsieht und versucht, jede Bewegung, jede Veränderung und wenn sie noch so klein ist möglichst direkt wahrzunehmen. Vielleicht wird es ihr ja irgendwann ein mal nützlich sein... vielleicht wird es ihr sogar das Leben retten. Solche Zufälle hat sie schon erlebt. Als Straßenkind ist sie nicht mehr als Freiwild. Zumindest würde man sie kaum als mehr nehmen. Und sie kann sich leider nicht darauf verlassen, was sie gesetzlich ist. gesetzlich ist sie genauso viel wert wie jeder andere Mensch auch. Zumindest, so lange man ihr keine verbrechen nachweisen kann. Aber das Gesetz gilt nicht unbedingt in der Nacht in irgendeiner Gassen der großen Stadt. Das Gesetz wandelt nachts nicht durch die Gassen. Zumindest nicht sehr oft. Und sie kann sich nicht auf Zufälle stützen. Würde sie das tun, wäre sie wohl mehr als schlecht dran. Dann wäre sie schon lange tot. Und dafür ist ihr ihr Leben doch noch zu lieb. 14 Jahre sind zu kurz um schon wieder von der Bildfläche zu treten. Ihrer Ansicht jedenfalls. Mit einem nachdenklich Seufzen hält sie an, zupft ihren Mantel etwas zurecht und sieht sich mal wieder um.
Tia - 11.05.2006, 00:24

Sie irrte durch die große Stadt. Mutterseelenallein. Sie war noch nicht lange hier. Sie hatte die Stadt in der Mittagszeit erreicht. Eigentlich hatte sie vorgehabt mit Belenus zu reisen, doch nach ihrem komischen Traum und einer düsteren Vorahnung hatte sie beschlossen sich von ihm zu trennen. Es war ihr nicht leicht gefallen. Im Gegenteil. Es hatte sie fast entzwei gerissen, doch sie wusste, es war das beste für sie beide. Sie war in der nacht aufgebrochen, als Belenus am schlafen war. Sie war einfach in den Wald gelaufen. Hatte kein eigentliches Ziel. Sie war tagelang durch den Wald gestreift und hatte dann diese Stadt erreicht. Nun zwängte sie sich durch das Getümmel von Menschen und versuchte zum Marktplatz zu kommen. Sie hatte aufgeschnappt, dass heute der große Markt war und wollte sich dort umsehen. Vielleicht fand sie ja etwas passendes zum anziehen für sich. Ihren Geldbeutel hatte sie sicher versteckt vor den ganzen Taschendieben welche hier bestimmt herumlungerten. Orientierungslos blickte sie sich um. Wo war nur dieser doofe Marktplatz. Sie blieb stehen und hielt einen Passanten an. „Entschuldigen Sie, mein Herr. Wo finde ich den Marktplatz?“ fragte sie höflich. Er erklärte ihr, dass sie in die ganz falsche Richtung gelaufen war und zeigte ihr den richtigen Weg. Sie bedankte sich und seufzte. Dann schlug sie den ihr gezeigten Weg ein und brauchte auch nicht lange bis sie endlich den Marktplatz vor sich sah. Sie blieb vor Staunen stehen. So einen Markt hatte sie noch nie im Leben gesehen. Er war riesig. An jedem Stand stand eine Traube von Menschen und feilschten um die Wette. Sie setzte sich wieder in Bewegung und ging an den Ständen vorbei. Es gab einfach alles hier. Alles was sich das Herz wünschte. Sie entdeckte einen Stand mit Kleidern. Darauf hielt sie zu und drängelte sich durch die laut sprechenden Frauen durch. Sie flog über das Angebot als ihr ein Kleid ins Auge fiel. Es war ein nachtschwarzes Samtkleid, welches auf einer Seite ein silbernen Drachen eingenäht hatte. Sie verliebte sich augenblicklich in das Kleid. Sie nahm es und hielt es an ihren Körper. Es hatte genau die richtige Länge und schien auch ihre Größe zu sein. Sie fragte den Händler wie viel er haben wolle und bekam große Augen bei seiner Forderung. „200 Goldstücke?! Vergessen Sie es.“ Mit diesen Worten wollte sie das Kleid schon zurück legen als der Händler ihr ein anderes Angebot machte. Nun wollte er nur noch 100 Goldstücke. Azrael lächelte in sich hinein. Ihre Rechnung war aufgegangen. Mal gucken ob er noch weiter mit dem Preis runter ging. Sie schüttelte den Kopf und legte das Kleid zurück. Der Händler nahm es in die Hand und hielt ihr es hin. „Für 50 Goldstücke gehört es ihnen Lady.“ Azrael strahlte. „Abgemacht.“ Sie bezahlte den runtergedrückten Preis und nahm das Kleid auf den Arm. Dann machte sie sich weiter auf die Suche. Sie holte sich noch zwei, etwas breitere Lederbänder, welche sie um ihre Oberschenkel binden konnte, damit sie ihre Sais und ihre Shuriken dort hinein stecken konnte, und einen neuen Umhang. Dieser war auch nachtschwarz wie das Kleid und reichte ihr bis zu den Knöcheln. Sie holte sich auch ein etwas längeres Leinenhemd mit langen Armen, welches sie zum schlafen benutzen wollte. Dann ging sie zu den Geschäften der Stadt. Bei einem Schuhmacher gab sie kleine, schwarze, knöchelhohe Lederschuhe mit einer festen Sohle in Auftrag. Sie suchte auch noch einen Schmied auf und fragte ihn ob er sich mit der östlichen Schmiedkunst auskannte. Dieser verneinte und Az wollte enttäuscht die Schmiede verlassen, als