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Neola - 02.01.2006, 12:47
Herten und seine Geschichte
Schloss Westerholt
Klassizistisches Wasserschloss


Am Rande des Westerholter Waldes und in unmittelbarer Nähe des Alten Dorfes liegt das im 19. Jahrhundert erbaute und 1993 komplett renovierte Wasserschloss Westerholt, welches zu den besonderen kulturhistorischen Denkmälern zählt.

Das Schloss Westerholt ist von alten Bäumen umstanden, eine Gräfte umfließt die Anlage. Auf der östlichsten von drei Inseln befindet sich die Schlossanlage mit dem Herrenhaus, das zwischen 1830 und 1833 errichtet wurde. Es handelt sich hierbei um einen Bau im Stil des Klassizismus. Der Giebel über dem Mittelrisalit wurde ebenso wie der Verbindungsteil zu den Nebengebäuden 1904 erbaut. Doch schon Ende des 12. Jahrhunderts wurde das Haus Westerholt als wehrhafte Anlage erwähnt.

Die Grafen von Westerholt zu Gysenberg hatten ihren Stammsitz zunächst auf der Burg Westerholt, später dann im Schloss. Im letzten Jahrhundert allerdings wechselte die Nutzung, weil sich die Grafen-Familie für einen Wohnsitz nahe dem Schloss entschieden hatte. Nach einer wechselnden Nutzung - Soldatenunterkunft während der Ruhrgebietsbesetzung und nach dem zweiten Weltkrieg, Bergarbeiterlehrlings-Wohnheim - und jahrzehntelangem Leerstand wurde das stark in Mitleidenschaft gezogene Schloss von seinem Eigentümer einer umfassenden Restaurierung und Renovierung unterzogen.

Heute werden die Räume als Hotel und Restaurant genutzt. Unmittelbar im Anschluss an das Schlossgelände befindet sich ein 18-Loch-Golfplatz. Gleich daneben erstreckt sich ein Naherholungsgebiet, das zum Spazieren gehen in der Natur einlädt.

(Quelle: www.herten.de)



Neola - 02.01.2006, 13:45

Ist das der Hertener Schlosspark?
Neola - 02.01.2006, 13:52

Schloß Herten
(Spätgotisches Schloß)



1376 erstmalige urkundliche Erwähnung - zunächst als kleine Wehranlage
1530 - 1560 Ausbau der Wehranlage durch Bertram von Nesselrode
ca. 1650 Umbau zur Wohnburg mit Deckenmalerei im Ostflügel
1687 großer Brand
bis 1702 Wiederaufbau
ca. 1850 Abbruch des Obergeschosses am Südflügel und gleichzeitiger Anbau eines Wintergartens an der Innenseite des Nordflügels
bis 1921 Nutzung der Hauptburg als gräflicher Wohnsitz
1920 - 1926 Teilnutzung des Schlosses für das Noviziat der Hiltruper Missionare
1962 Unterschutzstellung der Schlossanlage
1974 - 1978 rohbaumäßige Herrichtung durch den neuen Eigentümer der Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster
ab 1981 Teilnutzung durch die Stadt Herten
ab 1986 Teilnutzung durch das Westfälische Zentrum für Psychatrie Herten

(Quelle: Informationstafel am Objekt)

Die Hauptburg des Wasserschloss Herten ist ein rundum von einer Gräfte umgebener Ziegelbau. Sie verrät heute noch ihre Bedeutung als Beispielarchitektur aus der Zeit der Spätgotik. Das Schloss wurde erstmals 1376 urkundlich erwähnt. Noch immer zeugen Relikte eines massiven Bergfrieds im östlichen Teil des Nordflügels in Form einer Säule mit gotischem Kreuzgewölbe von dem Wehrcharakter der ehemals kleinen Burganlage. 1529 kam die Burg durch Heirat in den Besitz des Bertram von Nesselrode, Erb-kämmerer des Herzogtums Berg.

Dieser politisch offenbar bedeutsame Mann - er war von 1539 bis 1556 kurkölnischer Statthalter im Vest Recklinghausen - setzte den Ausbau des Hauses fort. Um 1530 entstand ein vierseitig geschlossenes Kastell mit Eckpavillon-Türmen, die heute noch erhalten sind. Gleichzeitig wurde ein Rechteckwall mit Eckbastionen errichtet. Mit dieser Befestigung hielt die Burg einer Belagerung (1593) während des truchsessischen Krieges stand. Um 1650 wurde das Schloss umgebaut. Während dieser Zeit entstand im Ostflügel der große Saal, dessen Decke perspektivisch ausgemalt wurde. Diese bei den Restaurierungsarbeiten wiederentdeckte Malerei ist in Westfalen ohne Beispiel.

Vermutlich vor Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Hofseite des Nordflügels zur Schaufassade ausgestaltet. Der später vorgebaute Wintergarten und der barocke Umbau nach 1687 haben zwar die Schmuckarchitektur zerstört, bei der Renovierung kamen jedoch genügend Spuren zutage, um einen Galeriebau zu erkennen. Nach einer Untersuchung durch Professor Mummenhoff, Münster, standen in den Ecken zu Ost- und Westflügel achteckige Treppentürme. Sie waren verbunden durch eine neunachsige Galerie im Mittelgeschoss, die auf einem Sockel von neun offenen, rundbogigen Tonnengewölben im Untergeschoss ruhte. über jedem Gewölbe war ein Steinkreuzfenster mit halbkreisförmigem Entlastungsbogen. Im Obergeschoss bot sich dasselbe Bild, allerdings mit niedrigeren Fenstern, die durch je zwei Entlastungsbögen bekrönt waren. Bei der Restaurierung der Fassade wurde auf die Erhaltung dieser wenigen Reste der wohl frühesten künstlerisch durchgebildeten Schaufassade Westfalens Rücksicht genommen. Die Hoffassade des Südflügels mit ihrer Säulengalerie bildet ihr Gegenüber.

1687 vernichtete ein schwerer Brand Teile des Nord- und Südflügels. Der Wiederaufbau durch den Freiherrn Franz von Nesselrode dauerte bis 1702. In dieser Bauperiode wurde die Saalkammer im südlichen Teil des Ostflügels mit barockem Kamin und einer Stuckdecke neu ausgestaltet. Gleichzeitig entstand das Eingangsportal am Westflügel. Seit dieser Zeit ist das Erscheinungsbild der Hauptburg erhalten geblieben. Vermutlich zwischen 1850 und 1870 wurde das Obergeschoss des Südflügels - wie das übrige Schloss war der Südflügel zweigeschossig - abgetragen.

Das Schloss Herten hatte eine besondere Bedeutung über den örtlichen Bereich hinaus. Seine Besitzer waren einflussreiche Männer und hohe Beamte. Franz von Nesselrode wurde 1702 in den Reichsgrafenstand erhoben, wodurch er Sitz und Stimme in der Reichsversammlung erhielt. Bis ins 19. Jahrhundert hat die Familie fast dreihundert Jahre die Statthalter für das kurkölnische Vest Recklinghausen gestellt. Das Schloss Herten diente als Residenz. Die Unsicherheit der Jahre nach dem ersten Weltkrieg veranlasste die gräfliche Familie das Schloss von wertvollem Inventar zu räumen und 1920 den Wohnsitz zu verlegen. Seitdem war das Schloss weitgehend unbewohnt.

In der Folgezeit versuchte der Eigentümer vergebens, eine angemessene Nutzung zu finden. Zudem verfiel die Anlage immer mehr. Es ist einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass durch die Initiative des Landschaftsverbandes nach aufwendiger Restaurierung von 1974 bis 1989 eine sinnvolle Nutzung realisiert werden konnte. Heute bildet das Schloss den stilvollen Rahmen für hochkarätige Konzerte, viele Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen.

(Quelle: www.herten.de)


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