Oase des Friedens
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Alle Beiträge und Antworten zu "Wie zeigt sich Menschlichkeit ?"

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Surak11 - 27.05.2012, 11:38
Wie zeigt sich Menschlichkeit ?
http://www.ccsf.de/ccsf-persoenlichkeiten_persoenlichkeit_mahatma_gandhi.html

Zitat: Ich glaube, daß menschlicher Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, daß wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten. Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran ermessen, wie sie die Tiere behandelt.

Und wie zeigen sich Religionen ?

http://www.docelli.de/html/tierzitate.html

Zitat: Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.

http://www.heimat-fuer-tiere.de/deutsch/artikel/ethik/zitate.shtml

Zitat: »Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück. Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat - wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?«
»Reichtum spendet die Erde verschwenderisch, friedsame Nahrung. Und sie gewährt euch Gerichte, die frei sind vom Mord und vom Blute.«

Pythagoras
griech. Philosoph, Mathematiker (6. Jh. v. Chr.)

http://www.aerztefuertierschutz.ch/de/index.html?id=17

Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.(20)

Dann schauen wir mal in die Länder, wo blankes Elend vor aller Augen sichtbar ist.

Daran müssen sich auch Religonen messen lassen.

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 27.05.2012, 16:34

Die neueren Religionen haben da nicht so ein Problem mit - im Islam ist das Gebot dem Tier "in die Augen zu schauen" wenn man es tötet. Hätte man das 1.400 Jahre lang befolgt - wären die Muslime alle Vegetarier geworden...

In der Baha'i-Religion wird empfohlen ausschliesslich von Früchten und Pflanzen zu leben, allerdings sind gleichzeitig die Speisegesetze aus Judentum und Islam aufgehoben.

Betrachtet man die schwindenenden Ressourcen beim Klimawandel, wird ohnehin bald Fleisch zum Verzehr unerschwinglich teuer werden.... in den armen Ländern ist das jetzt schon so. Und vor 150 Jahren war das in Europa genau so - da gab's allenfalls am Sonntag Fleisch auf'm Tisch....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

positiv - 28.05.2012, 07:48

Zitat: Und vor 150 Jahren war das in Europa genau so - da gab's allenfalls am Sonntag Fleisch auf'm Tisch....
Aber aus völlig anderen Gründen!

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 28.05.2012, 18:19

Achja? Dann lass uns doch mal die Zeit vor 150 Jahren analysieren: 1860 gab's keine Leibeigenschaft mehr, auch keine Sklaverei (in Europa). Die Landbevölkerung war zwar über den Umweg der Ertragssteuern weiterhin verpflichtet, Teile ihres Produktivität an die Fürsten und das Gemeinwesen abzuführen; die tatsächliche Versorgung der Bevölkerung lief aber vorwiegend über Handel und weniger als Alimentärversorgung (nehmen wir mal die Beamten aus; der Beamte ist "Alimentärempfänger des Staates" - bis heute....).

Um 1860 herum war der Nutzen der Fruchtfolge auf den Äckern bekannt, bekannt waren auch die ersten Zusätze zur Bodenbearbeitung - freilich waren die teuer...und nur die Landgüter, die Landoligarchien konnten sich die ersten Düngemittel überhaupt leisten. Die "normalen" Bauern düngten mit Mist, die Kuh war Milch- und "Düngemittellieferant", die Schweinezucht ebenso wie die Gänse/Hühner/Entenzucht diente nur der eigenen Versorgung und eher selten der Marktversorgung (regionale Unterschiede gab's natürlich; in der Lausitz oder im hessischen Ried waren auf den Märkten mehr Gänse und Enten zu finden, als im Westerwald...da gab's eher Hühner und Eier...). Der wichtigste Unterschied zu heute: Es gab keine "industrielle Massentierproduktion" - und somit war Fleisch teuer und nicht für Jeden jederzeit erschwinglich.

Erst mit Aufkommen der Massentierhaltung, sei es im Freiland (USA, ARgentinien) oder in Zuchtbetrieben die sich ausschliesslich auf Fleischproduktion konzentrierten, gab's auch mehr und billigeres Fleisch auf den Tellern. Wenn wir uns heute ansehen unter welchen teils grausamen und barbarischen Bedingungen das Schweineschnitzel und das Rindergulasch hergestellt wird - frag' ich mich schon ob es "früher" mindestens für die Tiere nicht besser war...

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

positiv - 29.05.2012, 06:45

Die Massentierhaltung ist aber nur eine Seite! Ich kann mich als Kind bzw. Jugendlicher daran erinnern, daß der Teller durch das leicht steigende Gehalt öfters mit Wurst angereichert wurde. Und die kam vom Metzger von nebenan, der noch selber ab dem Schlachten zubereitete. Die Tage waren ziemlich genau eingeteilt. Am leichtesten war das Schweineschlachten feststellbar.
Die daraus etwas überschüssig gewordene Marmelade in Eigenherstellung wurde dann gierig von meinen beiden Geschwistern, die auswärts studierten bi ihren Heimfahrten mitgenommen. Für mich war es auch eine Erlösung: ich mußte nicht mehr so häufig mit in den Garten, der ca 2 km vom Haus entfernt war. Was habe ich das Beerenflücken gehasst, Kartoffel ernten ging ja noch, aber das war die Lieblingsbeschäftigung meines Vaters. Und wenn ich an die Blaubeeren aus dem Wald denke, oh Graus: Die Hände sauber zu bekommen war der reinste Horror - und gegessen habe ich die am ungernsten.....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 29.05.2012, 08:40

Mein Opa war Metzger mit eigener Schlachtung - ich habe 5 Jahre lang kein Fleisch gegessen, weil ich das Geschrei der Tiere im Ohr hatte, die sehr genau wussten was mit ihnen passiert.... Da waren mir die Brombeeren und Erdbeeren im Garten schon lieber.... und erst die Äppel, Pflaumen... nur die Kirschen hatten meistens mehr Stein als Fruchtfleisch....

Nach und nach werde ich mich auf vegetarisch umstellen - erstens ist es billoiger, zweitens kommt's dem Abnehmewunsch entgegen, und drittens... na ja, so ganz habe ich das Geschrei der Tiere beim Schlachten nicht aus dem Ohr....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Surak11 - 29.05.2012, 09:01

Eines ist klar, daß der Mensch roher und rauer wird. Denn wenn er das Töten gewohnt ist, dann fällt es ihm auch leichter, mal schnell einen Menschen zu töten.

Ist ja leicht gemacht, Kehle an Messer - ist ja schließlich alles nur "Fleisch" und schon fließt das Blut.

http://www.vgt.ch/news_bis2001/010515.htm

http://www.katzennothilfe.de/felidae/gedichte/berichte/satise.htm

Oder mal nach Videos vom Earthling suchen - oder nach dem Brüllen der Rinder beim Schlachten oder nach um eines Bissen Fleisch wegen - dazu kommt die Zoophilie - Sex mit Tieren - es kann gar nicht genug Menschen geben, die noch ein bißchen das Gute in die Welt tragen, denn was sich an Scheußlichkeiten findet, das ist vorhanden - betrieben vom Menschen.

Dazu kommt, daß schon Kinder vor Hl. Festen dazu angehalten sind, die für die Schächtung gedachten Tiere schon vorher mal zu massakrieren, denn was ein echter Schlächter werden soll, der muß dem Tier halt schon mal die Sehne anschneiden oder die Augen ausstechen - werden vielleicht dann auch gute Krieger in evtl Tieren.

Goethes Spruch über den edlen Menschen können einem vergehen, denn was zur Zeit so im Umbruch ist, das sieht man, wenn man sich die Leserzuschriften durchliest - da genügt manchmal schon ein Teil - ich habe mir gestern in einem Artikel der welt.de über Griechenland und den zunehmenden russischen Touristenfluß in dieses Land durchgelesen, dabei wurde mir bewußt, daß wir nicht besser werden - daß es wohl noch sehr lange dauert, ehe unser echtes Gewissen erwacht und daß die Leidtragenden die Tiere sein werden.

Schauderhaft.

Man muß es einfach auch mal abschütteln können, sonst geht die Seele krachen. Dieser Schmutz, der noch in den Menschen ist, ist manchmal einfach unfaßbar.

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 29.05.2012, 09:16

Das Problem ist aber, das derjenige der ein Stück Fleisch in der Metzgerei oder im Supermarkt kauft, vom Leid der Tiere keine Vorstellung hat - "Schnitzel schreit nicht"... schon gar nicht in der Auslage vom Metzger.... Und die wenigsten Mitmenschen die ihre Salami auf dem Butterbrot essen, könnten auch ein Schwein dafür töten.....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

positiv - 30.05.2012, 08:03

Soweit ich das mitbekommen habe, werden die Tiere vor dem Schlachtet betäubt und dann getötet. Das Geschrei der Schweine damals lag nicht daran, wie sie getötet wurden,sondern wie sie - an den Ohren gezogen - in den Schlachtraum befördert wurden, weil es mit dem "Marschieren" nicht so schnell ging, wie die Metzger es haben wollten....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 30.05.2012, 12:39

Es ist zwar richtig dass die Tiere vor dem eigentlichen Schlachten betäubt werden - aber ich bin heute noch der festen Überzeugung dass die Schweine genau wussten warum man sie an den Ohren in's Schlachthaus zog.... Und auch die Ochsen und Kühe wussten das - die kannste nicht so einfach an den Ohren in's Schlachthaus ziehen....

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Surak11 - 30.05.2012, 18:16

Weil die Tiere das Blut, sprich, den Tod "riechen" können. Weil sie die Todesschreie ihrer Artgenossen hören, während sie auf der Warteliste vor dem Tor stehen und die Geräusche hören - stellt Euch das mal für Euch vor - ihr steht draußen und drinnen brüllen die anderen Menschen und dann wird es still und die nächsten Leute kommen dran - und Euch ist bewußt: jetzt geht es mir an den Kragen - wird es soo schlimm werden oder kann ich an dem "Kelch" vorbei gehen.

http://www.pig-vision.com/2010/02/04/wie-wir-die-schlachtung-erlebt-haben/

Es soll ja auch Metzger/Schlachter geben, die es im Laufe der Jahre nicht mehr tun können, irgendwann ist für sie auch die Schmerzgrenze erreicht.

Zitat: Wie wir die Schlachtung erlebt haben

Geschrieben von Michael Hartl am Donnerstag, 4. Februar 2010 · '24 Kommentare'

Eine unangenehme Kälte und die Dunkelheit eines frühen Wintermorgens erwarten uns, als wir das Haus verlassen. Es ist der 28. Jänner 2010 und wir sind auf dem Weg zu X15 um seinen letzten Gang – zur Schlachtbank – zu dokumentieren. Mit einem mulmigen Gefühl in der Bauchgegend gehen wir zum Auto und fahren los. Dunstiger Nebel liegt über den Straßen. Die Schweinemast, in der X15 auf Vollspaltenboden und ohne Auslauf lebt, ist ein gutes Stück entfernt.

X15 ist einer von zwei Schweinebrüdern, die wir nun seit ihrer Geburt im Juni 2009 beobachten. Mit Fotos und Videos haben wir ihr Leben dokumentiert. Zwei Leben, die unterschiedlicher fast nicht sein könnten. X11, der mittlerweile Jackpot heißt, hatte nur die ersten drei Wochen ein Leben, wie es für Mastschweine üblich ist: Vollspaltenboden, kein Zugang zum Freien, kein Stroh, niemals wühlen oder im Schlamm baden. Nach drei Wochen wurde Jackpot auf einen Gnadenhof gebracht, und lebt dort bis heute ein glückliches Leben; er hat alles, was einem Schwein auf Grund seiner Natur zustehen sollte.

X15 hingegen hat alles durchlebt, was einem Schwein in der Kette der industriellen Schweinefleischproduktion zustößt. Wie ihm, ergeht es über 98 Prozent der 5,3 Millionen Schweine die in Österreich jedes Jahr gezüchtet, gemästet und getötet werden. Die letzten sieben Monate hat X15 in einer Halle verbracht. In einer Halle mit Vollspaltenboden waren seine einzigen Beschäftigungen: Essen, Trinken und Schlafen. Und aus dieser Halle wird X15 heute heraus getrieben, in einen Transporter gepackt, zum Schlachthof gefahren und dort getötet.

Als wir bei der Schweinemast ankommen, begrüßen wir kurz die Mäster, den begleitenden Tierarzt und den Schlachter, der in diesem Fall selbst den Transport übernimmt. Wir ziehen uns Hygienekleidung an. Immerhin wollen wir mit in die Masthalle, aber dabei keine Schweine gefährden, indem wir Krankheitserreger einschleppen.

Die Mäster selbst ziehen keine Hygienekleidung an, als sie mit uns in den Stall gehen. Gegen deren Krankheitserreger seien die Schweine immun, wird uns erklärt.

X15 steht in der selben Bucht, in der er seit vier Monaten gemästet wird. Er weiß nicht, was passiert und so läuft er auch nicht schnurstracks nach draußen zum Transporter, sondern muss getrieben werden. Er bleibt bei anderen Buchten stehen und beschnüffelt durch die Gitter seine Leidensgenossen, die im Gegensatz zu ihm noch einige Zeit dort bleiben müssen. Aber für solche Neugier ist keine Zeit. Die Mäster treiben das Schwein weiter. Mit Druck durch eine Platte, die in etwa so breit ist, wie der Gang zwischen den Buchten, und durch ein ständiges Klopfen mit der Flachen Hand auf den hinteren Rücken von X15. Er geht weiter. Draußen angekommen, irritieren ihn die helle Sonne und die frische Luft; er hat Angst vor der Laderampe des Transporters – blockiert. Erst hilft kein Schieben und kein Drängen – aber mit genügend Druck wird auch X15 auf den Transport-Anhänger gebracht.

Der Transporter wird geschlossen und die Fahrt zum Schlachthof beginnt.

Diese Menschen führen wohl jedes Schwein der von ihnen angedachten „Verwendung“ zu. Ob es freiwillig in den Transporter läuft, oder ob man sanft oder mit Gewalt nachhelfen muss. Als ob ein Schwein oder ein anderes Lebewesen von Geburt an einen Verwendungszweck hätte…..

Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir den Schlachthof. Es ist ein kleiner Betrieb am Land. Ein Schlachtraum, der nur ein bis zweimal pro Woche verwendet wird. Somit bleiben X15 wenigstens die Hektik und der Lärm eines großen Schlachthofs erspart. Die Schlachter richten den Schlachtraum her und holen dann X15.

Doch X15 hat anderes im Sinn. Als sie den Transporter öffnen, ist X15 mit dem Häufchen Stroh beschäftigt, dass er im Anhänger gefunden hat. Er sieht, riecht und schmeckt zum ersten Mal in seinem Leben Stroh. Davon will er sich nicht trennen lassen. Immer wieder schnappt er sich etwas davon. Dreht sich nochmal um und fährt wieder mit der Schnauze durchs Stroh.

Aber auch diesmal sind die Schlachter stärker. Ein Seil wird um den Oberkiefer des Schweins geknotet. Mit ständigem Druck gegen seine Flanke und kräftigem Anschieben wird er ebenso gegen seinen Willen aus dem Transporter heraus geschoben, wie zuvor hinein.

Je näher wir dem Ort kommen, an dem regelmäßig Schweine durch Menschenhand sterben müssen, umso mehr wehrt sich X15. Er will dort nicht hinein. Ob es Angst vor dem Unbekannten ist, oder ob er etwas ahnt, wissen wir nicht, aber wir sehen seinen panischen Blick und den Schaum, der aus seinem Mund läuft. Er stemmt sich dagegen, aber zwei Männer sind stärker als ein Schwein, dass noch nicht einmal seine Jugend hinter sich gebracht hat. Fast noch ein Kind – ganz allein gegen zwei erwachsene Männer.

Mit aller Kraft wird X15 in die Mitte des Schlachtraumes geschoben. Sein Kopf wird fixiert. Ein Mann beugt sich über ihn und setzt das Bolzenschußgerät an X15s Stirn an. Ein letzter verwirrter Blick, ein gehetzter Atemzug und das Scharren der Beine am Boden. Vergeblich ist der Widerstand. Laut hallt der Knall von den Wänden des Schlachtraumes wider. Der Bolzenschuß lässt X15 buchstäblich zu Boden fliegen. Seine Beine zucken. Sofort wird eine Kette um sein Bein gelegt und er wird nach oben gezogen. Tiere werden kopfüber hängend getötet. Damit das Blut schneller aus dem Körper fließt.

Auf halber Höhe fängt X15 aber plötzlich wieder zu zappeln an. Er rutscht aus der Kette, knallt mit seinen 120 kg auf den Boden. Er liegt auf der Seite und beginnt wie wild zu treten. Wirft sich hin und her. Blut verschmiert sein Gesicht.

Das soll also die „schnelle und schmerzlose“ Tötung eines Tieres sein? Wenn solche Fehler, die das Leid vergrößern, auch bei nur jedem tausendsten Tier passieren, dann sprechen wir allein von 5.300 Schweinen, die pro Jahr in Österreich dermaßen qualvoll sterben müssen.

Ein Schlachter fixiert nochmals X15s Kopf, indem er auf das Seil tritt, welches an seinen Oberkiefer gebunden ist. Damit wird sein Kopf auf den Boden gepresst. Der zweite Schlachter nimmt ein scharfes Messer und sticht X15 in die Kehle.

Gurgelnde Geräusche. Blut spritzt im Rhythmus des Herzschlages aus seinem Hals. Eine Blutlache bildet sich langsam um seinen Kopf. Begleitet durch das Röcheln zucken X15s Beine weiterhin wie wild. X15 ist weder betäubt, noch wird er schmerzlos getötet. Die Gesichter der Schlachter drücken eine Mischung aus Schreck, Unsicherheit und Verlegenheit aus. Weil wir mit Kameras dabei sind? Oder erinnern solche Situationen zu stark daran, dass es sich nicht um eine bewegliche Fleischmaße handelt, sondern um ein fühlendes Lebewesen? Wir wissen es nicht.

Im Lauf einer langen Minute werden das Röcheln und die Fußbewegungen immer schwächer. Hören letztlich ganz auf. X15 wird jetzt wieder die Kette ums Bein gelegt und sein Körper nach oben gezogen. Das restliche Blut soll noch aus seinem Körper fließen. Während er so hängt, sein letztes Röcheln von sich gibt und mit Wasser sauber gespritzt wird, stirbt X15.

Ein langer und mit Sicherheit schmerzvoller Tod. Ein einzelnes Individuum. Jeder der Schweine in einem Umfeld erlebt hat, welches ihnen erlaubt, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, weiß, dass sie alle unterschiedlich sind. Ebenso wie Hunde, Katzen oder Menschen jeweils ihren eigenen Charakter haben. Ein fühlendes Lebewesen mit einem eigenen Bewusstsein. Hingerichtet. Für das Verbrechen, ein Schwein zu sein? Ein junges Schwein. Sieben Monate alt und 120 Kilogramm schwer. Älter als diese paar Monate darf ein Schwein in diesem wirtschaftlichen System nicht werden, wenn Menschen es aufessen wollen. Denn ab 120 Kilogramm benötigt jedes weitere Kilo mehr Futtereinsatz – und kostet damit mehr. Die Konsumenten verlangen nach billigem Fleisch.

Wir können irgendwie nicht wirklich wütend auf die Schlachter sein – selbst in diesem Moment im Schlachtraum nicht. Wir sind eher verstört, denn die beiden Schlachter sind im Gespräch davor und danach auf ihre Art sehr nett. Und dennoch schalten sie regelmäßig ihr Mitgefühl einfach ab, blenden aus, dass es sich hier um empfindsame Lebewesen handelt und töten ein paar Schweine. So wie sie es schon immer gemacht haben. Sie vollziehen den Akt der größtmöglichen Gewalt – der Beendigung eines Lebens. Etwas, dass kein Mensch rückgängig machen kann.

X15 ist aber mehr, als dieses Schwein, das heute sterben musste. X15 ist ein Symbol für alle Schweine, die im Auftrag der FleischesserInnen gezüchtet, ohne Betäubung kastriert, gemästet, transportiert und getötet werden. X15 steht für die 5,3 Millionen Schweine in Österreich. X15 steht für die 50 Millionen Schweine in Deutschland. 250 Millionen in der EU und für 1,2 Milliarden Schweine jährlich auf diesem Planeten.

In Summe tötet unsere Gewohnheit Fleisch zu essen weltweit mehr als 55 Milliarden Tiere. Jedes Jahr! Auch dafür steht X15. Klingt schlimm und grausam findest Du? Es gibt viele Wege allen weiteren X15s so ein Leben zu ersparen. Dadurch, das Fleisch gekauft wird, wird eine Nachfrage danach erzeugt. Somit werden auch weitere X15s getötet. Wir überlassen Dir des Rätsels Lösung und wünschen Dir eine große Portion Mitgefühl und Mut zum Handeln. Denn das, und noch viel mehr, sind wir allen Tieren schuldig.

Michael Hartl
Kampagnenleiter pig-vision

Suche: schweine beim schlachter

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

positiv - 31.05.2012, 13:29

kaum anzunehmen. der Hof als Zwischen- oder Vorstation war für soviele Tiere einfach zu klein. die Geräuschkulisse fing dann an, wenn eigentlich "uberfüllt" war. Rinder oder Kühe wurden einzeln eingelassen.
deine Spekulationen entbehren mal wieder jeglicher Basis!

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

Thomas - 31.05.2012, 21:58

Welche "Spekulation"? Du darfst mal nicht vergessen: Ich habe als Kind die Situation auch so erlebt.... und auch die Grossschlachtereien in Frankfurt/Main und später Darmstadt waren ein echter Horror.... (nur dass ich da halt nicht in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt habe - Gott sei Dank...).

Re: Wie zeigt sich Menschlichkeit ?

positiv - 01.06.2012, 07:25

...dass Rinder oder Kühe auch an den Ohren herein gezogen wurden. Ok, die Erfahrung mit Grossschlachtereien ist mir erspart geblieben. Allerdings, eine Erfahrung vom "nebenan" werde ich mein Leben nicht vergessen: die haben mich mal zuschauen lassen. Mir hat es selber weh getan. Als die Gesellen dann allerdings das Blut aus Bechern getrunken haben, mußte ich raus, weil ich mich übergeben mußte...
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