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Verfügbare Informationen zu "Schneller, höher, weiter - Olympia"

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Der Alchemist - 18.04.2008, 02:55

http://news.orf.at/080417-24090/index.html
Zitat: Drei Mio. Stück Munition
Daniel & Harald: Wenn sich dies bewahrheitet (und nicht nur eine Zeitungsente ist), wärt Ihr diesfalls für einen Olympiaboykott?
dejost - 18.04.2008, 08:10

1. Ich hab einen eigenen Olympia Thread aufgemacht, in Reaktion auf Alchemists Post im Politik Thread.

2. KAF hat 2002 ein Olympiaspecial geschrieben, allerdings zu den Winterolympics.

3. Sagt ein chinesischer IOC Funktionär zu einem griechischen IOC Funktionär:
"2006 sind wir mit unseren Olympiaanlagen fertig."
Darauf der griechische IOC Funktionär:
"Wir auch".

4. Zum eigentlichen und zum Ernst der Sache:

Am Sonntag gab es ein offen gesagt im Zentrum.
Da war ein verlogener österreichischer IOC Funktionär (der außerdem auch noch übergewichtig war), der behauptet hat, bei Olympia geht's nicht um Geld.
Und es war eine österreichische Athletin, die sich ihre Verdienstmöglichkeiten nicht wegboykottieren hat lassen wollen, aber so getan hat, als hätte (Olympia-) Sport nichts mit Politik zu tun.
Der chinesische Botschaft hat verlangt, dass der ORF eine Free Tibet Aktivistin auslädt. Der ORF hat das nicht gemacht (Lob dafür), also kam der Botschafter nicht.
(Lowpatka war auch dort und hat mich sehr positiv überrascht).

Wir halten fest:

Bei Olympia geht es um Geld. Olympia ist das Eintrittstor für westliche Firmen nach China. Konzernen sind Menschenrechte und ähnliche Sperenzchen ziemlich schnuppe. Konzerne bringen aber auch Arbeitsplätze, Sicherheit und Stabilität. Hier wie dort.

Außerdem geht es den TibeterInnen jetzt nicht schlechter als in den 90ern oder 00ern, aber obwohl es ihnen also durchgehend mehr oder weniger gleich schlecht gegangen ist, reden die Leute wieder drüber. Ob's was ändert, ist eine andere Frage.

Mit Olympia kommt die Weltöffentlichkeit. Genug JournalistInnen werden hoffentlich auch versuchen, abgesehen von unbegründeten Jubeliaden auf "ihre" SportlerInnen, kritischen Journalismus über China zu betreiben. Ob's was ändert, ist eine andere Frage.

Ein Fehler war wenn, die Spiele nach Peking zu vergeben. Allerdings liegt dieser Zeitpunkt lange zurück. Abgesehen von den schon erwähnten monetären Überlegungen war wohl die Hoffnung, dass sich eine damals abzeichende oder beginnende positive Entwicklung so (stärker) fortsetzen wird. Die Spiele kurzfristig zu verlegen geht aus wirtschaftlichen Gründen nicht.
Als Sportler/in kann man sich kaum leisten, daheim zu bleiben.
Es ist wohl eine gute Sache, wenn wichtige PolitikerInnen ihr Missfallen ausdrucken, mahnend den Finger erheben oder eben konkret sagen, aufgrund der desaströsen Menschenrechts- oder Umweltsituation bleiben sie daheim.
Als Konsument kann man, wie so oft, eh nix machen. Die großen Konzerne sind viel zu allgegenwärtig, um sie (ohne einen eigenen Bauernhof zu haben) effizient boykottieren zu können. Was wohl nur bleibt, ist von Standard, ORF [füge ein Medium der eigenen Wahl] kritische Berichterstattung zu verlangen und von [füge ein AußenpolitikerIn der eigenen Wahl] verlangen, Zeichen zu setzen.
harald - 18.04.2008, 13:15

Nach Daniels umfassenden Postingh bleibt mir nur zu sagen:

Politiker sollten die Eröffnungszeremonie und andere wirtschaftlich vermarktbare Feiern im Rahmen von Olympia meiden. Die Sportler sollten wir trotzdem teilnehmen lassen, die können ja nix dafür, immerhin geht es hier um den olympischen Gedanken des Dabeiseins!

Das ist meine Meinung!
Der Alchemist - 18.04.2008, 13:52

> Olympiaspecial: :n3:

> OffenGesagtZurSacheImZentrum: Diesmal gottseidank nicht geschaut.

> Botschafterabsage: Na, da hat er's dem faschistoiden Westfunk aber ordentlich gezeigt ... :P

> Fehler, die Spiele nach Peking zu vergeben: Ja, denn dass sich China wenig bessert, war wohl auch damals absehbar.

> Kritische Berichterstattung sowie Außenpolitische Stellungnahmen verlangen: Yep! Bin allerdings neugierig, wie's laufen wird, wenn Chinesische Behörden den einen oder anderen Reporter, Sportler oder Stadionzuseher wegen Politischer Äußerungen (und die wird es geben) ausweisen, verhaften, verprü****.
dejost - 19.04.2008, 09:00

Heute las ich auf orf.at, dass der IOC "überfordert" wäre, den Dalai Lama zu den Olympics einzuladen.

Zitat: Das sei eine politische Demonstration, die das IOC deutlich überfordern würde, so IOC-Vizepräsident Thomas Bach.
Zitat: Vielmehr gibt sich das IOC mit Versicherungen von den Olympia-Organisatoren zufrieden, dass während der Spiele alles glattgehen würde - gerade dafür sorgt Peking mit verschiedenen restriktiven Maßnahmen.

Ganz ehrlich, wäre hätte nach der Vorgeschichte allen Ernstes gedacht, dass sie Tenzin Gyatso echt einladen? Und wer würde für seine Sicherheit und seine Ausreisemöglichkeit garantieren?
Der Alchemist - 22.04.2008, 18:22

Mal was Positives:

Irrfahrt beendet
Zitat: Das chinesische Frachtschiff mit Waffen für Simbabwes Machthaber Robert Mugabe, das seine heikle Ladung wegen der Weigerung afrikanischer Hafenarbeiter nicht ausliefern kann, wird nach China zurückkehren. Zitat: Außenministeriumssprecherin Jiang verteidigte die Lieferung als "völlig normalen Handel mit Militärgütern". Die Verträge seien im vergangenen Jahr unterzeichnet worden und hätten mit der jüngsten Entwicklung nach der umstrittenen Wahl in Simbabwe nichts zu tun. China sei "umsichtig und vorsichtig" mit seinen Militärexporten und mische sich grundsätzlich nicht in innere Angelegenheit der Empfängerländer ein. "Niemand sollte die Angelegenheiten politisieren", sagte die Sprecherin.
dejost - 18.07.2008, 12:41

http://orf.at/080717-27430/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F080717-27430%2F27431txt_story.html

Zitat: Bei einer vorolympischen "Säuberungsaktionen" in Peking wurden am Mittwoch rund 1.500 Menschen in Gewahrsam genommen, die bei staatlichen Petitionsstellen ihre Klagen über widerfahrene Ungerechtigkeiten einreichen wollten. Eine 54-jährige Arbeitslose nahm sich daraufhin das Leben, indem sie von einer Brücke sprang. Zitat: Um gegen politische Kritiker vorzugehen, wurden laut Menschenrechtsexperten und Diplomaten in Peking "schwarze Gefängnisse" eingerichtet. Offenbar wurden bereits mehrere hundert Menschen in diese geheimen, etwa als Pensionen getarnten Unterkünfte verfrachtet, um sie einzuschüchtern oder von Unmutsbekundungen abzuhalten.

Dabei handle es sich um ein rein "olympisches Phänomen", wie ein westlicher Menschenrechtsaktivist jüngst der APA sagte: "Es reicht schon, wenn sich jemand beschwert, dass sein Haus (für den Bau von Sportstätten, Anm.) abgerissen wird." Zitat: Spruchbänder, Banner und Poster sind nicht erlaubt. Zu groß ist die Angst Chinas, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für politische Botschaften genützt werden könnte. Fahnen sind gestattet - allerdings nur jene der teilnehmenden Staaten. Anders gesagt: Eine tibetische Flagge wird bei den Live-Übertragungen aus Peking wohl nie zu sehen sein. Zitat: Ausländische Journalisten fürchten um die Pressefreiheit und sprechen von abgebrochenen Interviews und Schikanierung ihrer Quellen.

Die chinesische Regierung weist diese Vorwürfe zurück und betont, am Versprechen der Pressefreiheit während der Olympischen Spiele festzuhalten.
Der Alchemist - 18.07.2008, 15:01

Zitat: Bei einer vorolympischen "Säuberungsaktionen"
Ob der ORF es noch lernen wird, Ein- und Mehrzahl nicht zu mischen ...

Zitat: Anders gesagt: Eine tibetische Flagge wird bei den Live-Übertragungen aus Peking wohl nie zu sehen sein.
Oh doch, das wird sie. Allerdings ist dann die Gesundheit des Trägers wohl etwas gefährdet.

Zitat: Ausländische Journalisten fürchten um die Pressefreiheit und sprechen von abgebrochenen Interviews und Schikanierung ihrer Quellen.
Auch die Gesundheit der Journalisten darf als gefährdet angesehen werden. Um ehrlich zu sein, ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dieses Olympia beizeiten abgebrochen wird. Denn wie sonst sollte man auf etwaige exzessive Übergriffe reagieren?
harald - 18.07.2008, 18:00

Ich seh das anders, nix wird passieren in Hinblick augf Boykotte. Ist ja 1936 auch nix passiert. Seit wann lernen die Menschen denn aus geschichtlichen Fehlern?
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