„Electronic Flight Bag“ verbannt das Papier aus dem Cockpit
Er sieht aus wie ein handelsüblicher Laptop, aber sein Inhalt bietet weit mehr, mit ihm kann man fliegen: „Pilot´s EFB (Electronic Flight Bag)“ heißt der neue handliche Supercomputer. Mit dem gemeinsam von Lufthansa und ihrer IT-Tochter Lufthansa Systems entwickelten Produkt wird sich die Arbeit der Piloten im Cockpit entscheidend verbessern und zu noch höherer Sicherheit führen.
Die bisher gebräuchlichen Flugkarten und andere gedruckte Informationen und Anweisungen auf Papier werden durch das neue System weitgehend überflüssig. Im Cockpit eines Lufthansa-Airbus-A340-600, dem längsten Passierflugzeug der Welt, hat das EFB seine erste Test- und Bewährungsphase erfolgreich bestanden. Seit Anfang April 2007 wurden 220 Flüge mit rund 2 000 Flugstunden absolviert. „Mit überwiegend positiver Resonanz der Piloten“, sagt Jens Ritter, der bei Lufthansa das Projekt „EFB Class 2“ betreut. Er selbst fliegt als Erster Offizier (First Officer) den Airbus A320.
Die neue Flugzeuggeneration wie der Airbus A380, A350 und die weiterentwickelte A320 sowie die Boeing-Typen B 787 und der neue Jumbo B 747-8 werden serienmäßig mit einem fest installierten EFB-System (EFB Class 3) ausgerüstet sein. Lufthansa allerdings präferiert für ihre Piloten tragbare Computer der EFB Class 2, die im Cockpit angedockt werden und mit den Flugzeug- und Avionic-Systemen verbunden sein können.
Lufthansa war beim Einsatz flexibler und fortschrittlicher Informationssysteme, sowohl für das Cockpit als auch für die technische Überwachung beispielsweise der Triebwerke, immer schon der Zeit voraus. Bereits seit dem Jahr 2001 verwenden Lufthansa-Piloten das so genannte Pilot´s Workpad, ein Laptop der EFB-Class 1, auf dem alle für einen Flug wichtigen Daten und Fakten aktuell gespeichert sind. Aber aus Sicherheitsgründen darf dieser Computer während der Start- und Landephase im Cockpit nicht benutzt werden. Außerdem gibt es keinen Datenaustausch mit dem bordeigenen Informationssystem. Genau dies ist bei dem von Lufthansa weiterentwickelten Laptop und der dazugehörigen Software möglich. Mit dem EFB Class 2 kann man auch die aktuellen Daten aus den Systemcomputern des Flugzeugs lesen.
Der Pilot schiebt den Laptop in eine Dockingstation im Cockpit und ist damit sofort auch in das gesamte Informationssystem integriert. Auf einem Flachbildschirm, links neben dem Kommandantensitz und rechts neben First Officer, werden die Daten oder Karten angezeigt. Per Fingerdruck können die entsprechenden Befehle über dem Bildschirm (Touchscreen) abgerufen oder angegeben werden. Den Bildschirmen im Cockpit galt besondere Aufmerksamkeit. Die 10,4 Zoll großen Displays müssen mit 800 statt 150 Candela wesentlich heller sein als der Standardwert, da es im Cockpit etwa bei direkter Sonneneinstrahlung sehr hell sein kann.
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