Branchenreport: Nur wenige Top-Verdiener unter den Zahnärzten in Deutschland
"Die aktuelle Verteilung des Einkommens der Praxisinhaber zeigt, dass viele Zahnärzte kaum zu den Top-Verdienern zu zählen sind", konstatiert die Hypovereinsbank in ihrem Branchenreport für Zahnärzte, der die Jahre 2005 und 2006 analysiert. Im "zahnärztlichen Krisenjahr 2005" haben laut Hypovereinsbank 51,2 Prozent der Zahnärzte in Westdeutschland weniger als 100.000 Euro verdient (vor Steuern). In Ostdeutschland sollen sogar 66,5 Prozent unterhalb dieser Marke gelegen haben. "Zu den Top-Verdienern in der Einkommensklasse über 200 000 Euro waren in Westdeutschland 8,4 Prozent der Praxisinhaber zu zählen, das heißt 3.841 Zahnärzte", teilt die Bank mit. In Ostdeutschland wurden lediglich 2,8 Prozent aller Niedergelassenen bzw. 276 Zahnärzte mit Spitzenverdienst ermittelt.
2006 bewegte sich das Umsatzvolumen wieder etwas aufwärts: "Insgesamt nahm das Marktvolumen um rund 1 Milliarde Euro auf jetzt 19,5 Mrd. Euro zu." Dadurch wurde der durch die Einführung der befundorientierten Festzuschüsse im Jahr 2005 bedingte erhebliche Einbruch bereits teilweise wieder kompensiert, so die Bank. Insgesamt hinke die Branche bis Ende 2006 jedoch weiterhin dem im Jahr 2004 erreichten Gesamtumsatzniveau um rund 4 Prozent hinterher.
Die durchschnittliche Zahnarztpraxis erreichte 2006 in Westdeutschland nach diesen Informationen einen Gewinn von 115.639 Euro bei einem Umsatz von 365.945 Euro. Damit liegt der Gewinn wieder leicht über dem Niveau des Jahres 2004 vor Einführung der Festzuschussregelung. "Betrachtet man die Entwicklung seit dem Jahr 2000, so liegen die Zahnärzte bei einem Gewinnwachstum von 16,2 Prozent in diesem Zeitraum. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Einkommenszuwachs von 2,3 Prozent", heißt es im Branchenreport weiter. In den neuen Bundesländern ist es den Zahnärzten in den Jahren 2005 und 2006 weniger gut gelungen, die Kosten weiter zu reduzieren: Mit einem Umsatz von 259.601 Euro und einem Gewinn von 90.082 Euro lägen die Zahnärzte bei beiden Werten noch unterhalb des Niveaus von 2004.
Überrascht wurden die Analysten von kräftigen Einbußen bei den Kieferorthopäden, deren Umsatz- und Ertragseinbußen 2005 sogar über denen der Zahnärzte lagen, da in den Praxen üblicherweise kaum Zahnersatzleistungen durchgeführt werden. Insofern dürften die befundorientierten Festzuschüsse eigentlich keine Wirkung hinterlassen haben. Die Ursache für die Rückgänge wird hier in Änderungen des Honorierungssystems gesehen, die schon im Jahr 2004 vorgenommen wurden.
Anders als bei den Zahnärzten sind von den Einbrüchen laut Branchenreport vor allem die Kieferorthopäden in Westdeutschland betroffen, sowohl was Umsätze als auch, was Erträge anbelangt. Zwar sei es auch den westdeutschen Kieferorthopäden gelungen, die Kosten im Jahr 2005 deutlich zu senken. Die Umsätze seien aber um 9,4 Prozent und damit um durchschnittlich 35.759 Euro zurück gegangen, was in dieser Höhe nicht habe kompensiert werden können. Der Praxisgewinn liege jetzt nur noch bei 159.963 Euro. Im Vorjahr waren es 180.628 Euro.
(Quelle: Hypovereinsbank, KZV BW, 16.01.2008)