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Anonymous - 26.10.2005, 15:47
IMAGINES LÖSUNGEN
^°SO°^ da han de lösungen fia des vom cornelius nepos :

Hannibal (Kap. 01-07)
(1581 Worte hat die Übersetzung)
(9662 Aufrufe)


1 HANNIBAL, der Sohn Hamilcars, war Karthager. Wenn wahr ist, was niemand bezweifelt, dass das römische Volk alle Völker an Tapferkeit übertroffen hat (vom Sinn sicher präsentisch!), ist nicht in Abrede zu stellen, dass Hannibal den übrigen Feldherren so sehr an Klugheit überlegen war wie das römische Volk alle Völker an Tüchtigkeit übertrifft. (2) Denn sooft man mit ihm in Italien kämpfte, ging er immer als Sieger hervor. Wenn er nicht in seiner Heimat durch den Neid seiner Mitbürger geschwächt worden wäre, scheint es, dass er die Römer hätte besiegen können. Aber die Mißgunst vieler besiegte die Tüchtigkeit eines Einzelnen. (3) Dieser jedoch bewahrte den wie durch eine Erbschaft hinterlassenen Hass des Vaters gegen die Römer so, dass er früher seine Seele als diesen (Hass) ablegte, und der sogar, als er aus seiner Heimat vertrieben worden war und fremder Mittel bedurfte, niemals davon abließ, in seinem Sinn mit den Römern Krieg zu führen.

2 Denn um Philipp zu übergehen, den er in Abwesenheit zum Feind der Römer machte, war in dieser Zeit der mächtigste König von allen Antiochus. Diesen entflammte er mit einer so großen Begier zu kämpfen (Gerundium), dass er vom Roten Meer aus versuchte, Italien den Krieg zu erklären. (2) Als römische Gesandte zu ihm gekommen waren, die seine Absicht erkunden und durch geheime Ratschläge darauf achten sollten, dass sie Hannibal beim König in Verdacht bringen, als sei er von ihnen selbst bestochen worden, etwas anderes als vorher zu meinen, hatten sie das nicht vergeblich gemacht und Hannibal hatte es bemerkt und gesehen, dass er von vertraulicheren Beratungen ausgeschlossen wurde. (3) Zu gegebener Zeit trat er an den König heran, und als er ihn ausführlich an seine Treue und den Hass gegen die Römer erinnert hatte, fügte er das hinzu: "Mein Vater Hamilcar", sagte er, "brachte, als ich ein kleiner Bub war, nämlich nicht älter als neun Jahre, und er als Feldherr nach Spanien aufbrach, in Karthago dem Juppiter Optimus Maximus (Romanisierung ausländischer Kulte: es war natürlich ein einheimischer Gott, der in seiner Bedeutung lediglich IOM gleichgesetzt wird) ein Tieropfer dar. (4) Während diese göttliche Handlung ausgeführt wurde, fragte er mich, ob ich mit ihm ins Lager aufbrechen wolle. Weil ich das gerne angenommen und ihn zu bitten begonnen hatte, er solle nicht zögern mich mitzunehmen, sagte dann jeder: "Ich werde es machen, wenn du mir das Versprechen gegeben hast, das ich verlange". Zugleich führte er mich zum Altar, bei dem er zu opfern begonnen hatte, und diesen nach Entfernung aller haltend befahl er mir zu schwören, niemals in Freundschaft mit den Römern sein zu werden. (5) Ich habe diesen dem Vater geleisteten Eid bis in diese Zeit so bewahrt, dass niemand bezweifeln darf, dass ich in der übrigen Zeit von derselben Gesinnung sein werde. (6) Daher, wenn ihr etwas freundschaftlich gegenüber den Römern denken werdet, habt ihr nicht unklug gehandelt, wenn ihr es vor mir verbergt; Wenn du freilich einen Krieg vorbereiten wirst, hintergehst du dich selbst, wenn du mich nicht darin zum obersten Feldherren machst".

3 In diesem Alter, von dem wir gesprochen haben, brach er mit dem Vater nach Spanien auf, nach dessen Tod er der gesamten Reiterei vorstand, nachdem Hasdrubal zum Feldherrn gemacht worden war. Nachdem auch er getötet worden war, übertrug das Heer den Oberbefehl auf ihn. Das wurde nach Karthago gemeldet und öffentlich gebilligt. 2 So wurde der weniger als 25 Jahre alte Hannibal zum Feldherrn gemacht und im Zeitraum der nächsten drei Jahre unterwarf er alle Stämme Spaniens im Krieg, Sagunt, eine verbündete Bürgerschaft, eroberte er mit Gewalt und er schuf drei sehr große Heere. 3 Von diesen schickte er eines nach Africa, das andere ließ er mit seinem Bruder Hasdrubal in Spanien und das dritte führte er mit sich nach Italien. Er überquerte den Pass der Pyrenäen. Wo auch immer er seinen Marsch machte, führte er mit allen Bewohnern Krieg: Niemanden schickte er weg, wenn er ihn nicht besiegt hatte. 4 Als er zu den Alpen gekommen war, die Italien von Gallien trennen und welche niemand jemals mit einem Heer vor ihm überschritten hatte ausser dem Griechen Herkules (Heracles) - aus diesem Grund wird der Pass der griechische genannt tötete er die Alpenbewohner, weil sie versuchten, ihn am Durchmarsch zu hindern. Er eröffnete das Gelände, sicherte Wege und ermöglichte es, dass auf dem Weg ein Elefant in Kriegsrüstung gehen konnte, wo zuvor ein unbewaffnete Mann kaum hatte kriechen können. Auf diesem Weg führte er die Truppen und gelangte nach Italien.

4 An der Rhône war er mit Publius Cornelius Scipio zusammengestoßen und hatte ihn vertrieben. Mit demselben kämpfte er bei Clastidium beim Po entscheidend und als Verwundeten schlug er ihn von dort in die Flucht. 2 Derselbe Scipio stand ihm zum dritten Mal mit dessen Kollegen Tiberius Longus an der Trebia als Feind gegenüber. Mit ihnen kam es zum Kampf und er überwältigte beide. Von dort zog er durch das Gebiet der Ligurer über den Appennin und strebte Etrurien an. 3 Auf diesem Marsch wurde er von einem schweren Augenleiden befallen, sodass er später sein rechtes nicht mehr gut benutzen konnte. Obwohl er auch damals durch seine Krankheit behindert und auf einer Tragbahre getragen wurde, tötete er den beim Trasumener See mit seinem Heer durch einen Hinterhalt umzingelten Gaius Flaminius, und wenig später auch den Prätor Gaius Centenius, der mit einer ausgesuchten Schar die Pässe besetzt hielt. Von hier gelangte er nach Apulien. 4 Dort kamen ihm zwei Consuln entgegen, Gaius Terentius und Lucius Aemilius. Die Heere beider schlug er in einer Schlacht, den Consul Paulus tötete er und außerdem einige ehemaligen Consuln, unter ihnen Gnaeus Servilius Geminus, der im vorigen Jahr Consul gewesen war.

5 Nachdem diese Schlacht gekämpft worden war, brach er nach Rom auf, wobei ihm niemand Widerstand leistete. In den der Stadt benachbarten Bergen verweilte er. Nachdem er dort einige Tage sein Lager aufgeschlagen hatte und nach Capua zurückkehrte, stellte sich ihm Q. Fabius Maximus, der römische Dictator, auf dem Falernerfeld (im Falernerland) entgegen. 2 Dieser (Hannibal) wurde eingeschlossen durch einen Engpass, aber in der Nacht befreite er sich ohne irgendeinen Verlust des Heeres und und führte Fabius, einen raffinierten Feldherrn, hinters Licht (verba dare = Worte statt der Sachen geben). Denn unter dem Schleier der Nacht (nachdem die Nacht darübergezogen worden war) entzündete er auf die Hörner der Rinder gebundenes Reisig und schickte eine große Anzahl dieser Art überall verstreut los. Durch diesen ihnen plötzlich vorgesetzen Anblick befiel so große Furcht das Heer der Römer, dass sich niemand außerhalb des Walls wagte. 3 Nicht allzu viele Tage nach dieser Tat schlug er Marcus Minucius Rufinus, einen Reitergeneral mit gleicher Befehlsgewalt wie der Dictator, den er durch eine List zum Kampf verleitet hatte, in die Flucht. Tiberius Sempronius Gracchus, der zum zweiten mal Consul war, lockte er in einen Hinterhalt und schlug ihn auf dem Gebiet der Lukaner, als er selbst nicht anwesend war. Marcus Claudius Marcellus, zum fünften Mal Consul, tötete er auf dieselbe Weise bei Venusia. 4 Es wäre zu lange, alle Schlachten aufzuzählen (im Lat. Indikativ, weil es ja wirklich zu lange dauert, alles zu erzählen). Daher wird diese eine Aussage genug sein, aus der man erkennen kann (hier Konjunktiv, weil die Aussage SO beschaffen ist, dass man daraus etwas erkennen kann: konsekutiver Relativsatz), wie bedeutend jener Mann war: Solange er in Italien war, hat ihm niemand in der Schlacht widerstanden, und niemand hat gegen ihn nach der Schlacht bei Cannae auf freiem Feld ein Lager aufgeschlagen (gegen ihn in offener Feldschlacht gekämpft).

6 Von hier wirde er als Unbesiegter zurückgerufen, um die Heimat zu verteidigen (Supinum!), und führte Krieg gegen Publius Scipio, den Sohn des (Scipio), den er selbst zum ersten Mal bei der Rhône, das zweite Mal beim Po und zum dritten Mal an der Trebia in die Flucht geschlagen hatte. 2 Mit diesem wünschte er, weil die Möglichkeiten der Vaterstadt schon erschöpft waren, vorläufig den Krieg beizulegen, um später umso stärker zu käpfen. Es kam zu einer Unterredung, sie einigten sich aber nicht über die Bedingungen. 3 Wenige Tage nach diesem Ereignis (= danach) traf er bei Zama mit demselben (Scipio) zusammen; nachdem er geschlagen worden war, kam er - unglaublich zu sagen (Supinum) - in zwei Tagen und Nächten nach Hadrumentum, das von Zama ungefähr 300 Meilen entfernt ist. 4 Auf dieser Flucht verübten die Numider, die zusammen mit ihm aus der Schlacht entkommen waren, einen Anschlag auf ihn, dem er nicht nur entging, sondern er vernichtete sie sogar. In Hadrumentum sammelte er die übrigen von der Flucht, und durch neue Aushebungen zog er innerhalb weniger Tage viele Soldaten zusammen.

7 Während er mit dem Vorbereiten (Gerundium) völlig beschäftigt war, legten die Karthager den Krieg mit den Römern bei. Jener stand nichtsdestoweniger dem Heer später vor und führte Kriege in Africa [ebenso wie sein Bruder Mago] bis in die Zeit, als Publius Sulpicius und Gaius Aurelius Consuln waren. 2 Unter diesen Beamten nämlich kamen karthagische Gesandte nach Rom, die dem Senat und dem Römischen Volk dafür danken sollten (finaler Relativsatz), dass sie mit ihnen Frieden geschlossen hatten; sie sollten sie daher auch mit einem goldenen Kranz beschenken und zugleich erbitten, dass ihre Geiseln in Fragellae sind (= untergebracht werden) und die Gefangenen zurückgegeben werden. 3 Aufgrund dessen wurde ihnen durch einen Senatsbeschluss geantwortet: Ihr Geschenk sei willkommen und angenommen worden; die Geiseln würden (dort) untergebracht werden, an welchem Ort sie es verlangten; die Gefangenen werde man nicht zurückschicken, weil sie Hannibal, dessen Werk der Beginn (der begonnene Krieg) des Krieges gewesen sei, der größte Feind des Römertums, sogar jetzt mit einem Oberbefehl beim Heer hätten und ebenso dessen Bruder Mago. 4 Nachdem die Karthager diese Antwort erfahren hatten, riefen sie Hannibal und Mago nach Hause zurück. Als er dorthin zurückkehrte, wurde er im 22. Jahr zum König (Suffeten) gemacht, nachdem er schon Prätor (Heerführer) gewesen war: Wie nämlich in Rom Consuln, so wurden in Karthago jährlich zwei Könige gewählt. 5 In diesem Amt zeigte sich Hannibal mit derselben Umsicht, wie er schon im Krieg gewesen war. Denn er bewirkte aus neuen Steuern, dass es nicht nur Geld gab, welches man den Römern aufgrund des Vertrages schuldete, sondern dass auch welches übrig blieb, das im Staatsschatz zurückgelegt wurde. 6 Danach [im Jahr nach der Prätur] unter den Consuln Marcus Claudius und Lucius Furius kamen Gesandte aus Rom nach Karthago. Hannibal glaubte, dass sie geschickt worden seien, um ihn (= seine Auslieferung) zu verlangen, und bevor ihnen Zugang zum Senat gewährt wurde, bestieg er heimlich ein Schiff nach Syrien und flüchtete zu Antiochus. 7 Als diese Sache öffentlich bekannt wurde, schickten sie zwei Schiffe, die ihn ergreifen sollten, wenn sie ihn einholen konnten, zogen seinen Besitz ein, rissen sein Haus bis auf die Grundmauern nieder und erklärten ihn für verbannt.



Hannibal (Kap. 08-13)
(1372 Worte hat die Übersetzung)
(5166 Aufrufe)


8 Hannibal aber ging im dritten Jahr, nachdem er von zu Hause geflohen war, unter den Consuln Lucius Cornelius und Quintus Minucius mit fünf Schiffen in Africa im Gebiet der Kyrenäer an Land, ob er vielleicht die Karthager zu einem Krieg verleiten könne im Vertrauen und in der Hoffnung auf Antiochus, den er schon davon überzeugt hatte, dass er mit seinen Truppen nach Italien aufbrechen solle. Von dort ließ er seinen Bruder Mago kommen. 2 Als die Punier das erfuhren, verhängten sie über Mago in dessen Abwesenheit dieselbe Strafe, die sie für dessen Bruder verhängt hatten. Als jene in dieser verzweifelten Lage Anker gelichtet und Segel gesetzt hatten, kehrte Hannibal zu Antiochus zurück. Über das Ende Magos ist eine doppelte Nachricht überliefert: Die einen hinterließen die Nachricht, er sei durch einen Schiffbruch getötet wurden, die anderen von seinen eigenen Sklaven. 3 Wenn Antiochus beim Führen des Krieges (Gerundiv) aber dessen Plänen hätte gehorchen wollen wie er es beim Planen (Gerundium) angeordnet hatte, so hätte er näher beim Tiber als bei den Thermopylen um die Weltherrschaft (das Höchste der Herrschaft) gekämpft. Wenn er (Hannibal) auch sah, dass dieser (Antiochus) vieles unüberlegt versuchte, verließ er ihn dennoch in keiner Lage. 4 Er befehligte wenige Schiffe, für die befohnen worden war, sie nach Asien hinüberzuführen, und mit diesen kämfpte er gegen die Flotte der Rhodier im Pamphylischen Meer. Obwohl die Seinen von der Menge der Gegner besiegt wurden, blieb er selbst an dem Flügel, an dem er den Kampf leitete, siegreich.

9 Weil er, nachdem Antiochus in die Flucht geschlagen worden war, fürchtete, dass man ihn ausliefern werde, was zweifellos geschehen wäre, wenn er ihnen eine Gelegenheit gegeben hätte, kam er nach Kreta zu Gortynius, um dort zu überlegen, wohin er sich begeben solle. 2 Als schlauster Mann von allen sah er aber, dass er in großer Gefahr sein werde wegen der Habgier der Kreter, wenn er nicht Vorsorge treffen würde: Er hatte nämlich eine große Menge Geld bei sich, von dem er wusste, dass bereits das Gerücht herumgegangen war. 3 Daher fasste er einen solchen Beschluss. Er füllte mehrere Amphoren (Krüge mit 2 Henkeln) mit Blei, die obersten (Teile) füllte er mit Gold und Silber. Diese legt er in Anwesenheit der Fürsten im Tempel der Diana nieder und täuscht vor, dass er sein Vermögen ihrer Treue anvertraue. Nachdem diese in den Irrtum geführt worden waren, füllt er die Statuen aus Erz, die er mit sich führte, mit seinem ganzen Geld an und verstreut sie im Vorhof seines Hauses. 4 Die Gortynier bewachen den Tempel mit großer Sorgfalt, nicht so sehr vor den übrigen als vor Hannibal, damit es jener nicht ohne ihr Wissen nähme und mit sich führte.

10 Als der Punier seine Besitztümer so durch Täschung aller Kreter gerettet hatte, kam er zu Prusias nach Pontus. Bei ihm war er von derselben Gesinnung gegen Italien und tat nichts anderes, als dass er den König zu bewaffnete und sein Heer gegen die Römer ausbildete. 2 Als er sah, dass dieser aufgrund seiner eigenen Mittel zu wenig stark war, gewann er die übrigen Könige und vereinte kriegerische Völker. Nicht mit ihm stimmte König Eumenes von Pergamon überein, ein sehr enger Verbündeter der Römer. Unter ihnen wurde zu Lande und zu Wasser Krieg geführt. Umso mehr wünschte Hannibal, dass er besiegt werde. 3 Aber auf beiden Kriegsschauplätzen (beiderseits) war Eumenes stärker wegen des Bündnisses mit den Römern: Er (Hannibal) glaubte, wenn er diesen besiegt habe, werde alles andere für ihn einfacher sein. Um ihn zu töten (Gerundiuv), fasste er folgenden Plan. 4 Mit der Flotte wollte er in wenigen Tagen die Entscheidung herbeiführen (decernere). Aufgrund der Menge der Schiffe war er unterlegen: Er musste mit List kämpfen, weil er an Waffen nicht gleich war. Er befahl, dass man möglichst viele giftige Schlangen lebend sammeln solle und ließ sie in Gefäße aus Ton werfen. 5 Als sie davon eine große Menge gemacht hatten, rieft er an dem Tag, an dem die Seeschlacht stattfinden sollte, seine Seeleute zusammen und schriebt ihnen vor, dass sie zusammen auf das Schiff des Königs Eumenes zusteuern sollten, es gegen die übrigen damit genug sein lassen sollten, sich zu verteidigen. Das würden jene aufgrund der Menge der Schlangen leicht erreichen. 6 Dass sie wüssten, in welchem Schiff der König fahre, werde er machen (bewerkstelligen): Wenn sie ihn gefangen oder getötet hätten, versprach er ihnen, werde es eine hohe Belohnung geben.

11 Nachdem er die Soldaten so aufgefordert hatte, wurde die Flotte von beiden Seiten in die Schlacht geführt. Nachdem deren Schlachtreihen zusammengestellt waren und bevor das Zeichen zum Kampf gegeben worden war, schickte Hannibal, um den Seinen kundzutun, an welcher Stelle Eumenes war, einen Boten in einem Boot mit einem Botenstab. 2 Als dieser zum Schiff der Gegner kam, den Brief herzeigte und sagte, dass er den König suche, wurde er sogleich zu Eumenes geführt, weil niemand daran zweifelte, dass etwas über den Frieden(sschluss) geschrieben worden sei. Nachdem der Bote das Schiff des Führers offenbart hatte, zog er sich dorthin zurück, von wo er gekommen war. 3 Als Eumenes den Brief geöffnet hatte, fand er darin nichts ausser etwas, das ihm lächerlich erschien. Obwohl er sich über dessen Grund wunderte und ihn nicht fand, zögerte er dennoch nicht, sogleich die Schlacht zu beginnen. 4 In deren Verlauf greifen die Bithynier auf Anweisung Hannibals alle das Schiff des Eumenes an. Weil der König deren Stärke nicht wiederstehen konnte, suchte er sein Heil in der Flucht, die er nicht geschafft hätte, wenn er sich nicht in seinen Stützpunkt zurückgezogen hätte, der sich an einem nahen Stand befand. 5 Als die übrigen Schiffe der Pergamener ihre Gegner heftiger bedrängten, begannen diese plötzlich, die Tongefäße, über die wir oben eine Erwähnung gemacht haben, auf sie zu werfen. Diese geworfenen Gefäße verursachten anfangs Gelächter bei den Kämpfenden, und man konnte nicht er kennen, was das bedeutete. 6 Als sie aber sahen, dass ihre Schiffe voll von Schlangen waren, waren sie ob der neuen Lage erschrocken, und weil sie nicht sahen, was sie am meisten meiden sollten, wendeten sie ihre Schiffe und zogen sich in ihr Schiffslager zurück. 7 So besiegte Hannibal durch seinen Plan die Waffen der Pergamener, und nicht nur damals, sondern oft vertrieb er auch sonst seine Gegner durch seine Fußtruppen mit ähnlicher Klugheit.

12 Während dies in Asien geschah, kam es durch Zufall dazu, dass Gesandte des Prusias in Rom beim ehemaligen Consul Titus Quinctius Flamininus speisten, dort über Hannibal eine Erwähnung gemacht wurde und einer von ihnen sagte, dass er im Reich des Prusias sei. Das trug am nächsten Tag Flamininus dem Senat vor. 2 Die Senatoren (versammelten Väter), die glaubten, sie würden niemals ohne (Angst vor) Hinterhalte(n) sein, solange Hannibal lebe, schickten Gesandte nach Bithynien, unter ihnen Flamininus, die von König verlangen sollten, dass er nicht ihren größten Feind mit sich haben und ihn ihnen ausliefern solle. 3 Ihnen zu widersprechen wagte Prusias nicht; das aber lehnte er ab, dass von ihm verlangt wurde, dass etwas getan werde, was gegen das Gastrecht sei: Sie sollten ihn selbst ergreifen, wenn sie könnten. Sie würden leicht den Platz finden, wo jener sei. Hannibal hielt sie nämlich an einem Ort auf, in dem kleinen Schloss, das ihm vom König zum Geschenk gemacht worden war und das so gebaut war, dass es an allen Seiten des Gebäudes Ausgänge gab, vielleicht weil er fürchtete, dass sich ereignen würde, was (nun) geschah. 4 Als Gesandte der Römer dorthin gekommen und sein Haus mit einer Menge umgeben hatten, sagte ein vom Tor herabschauender Bursche Hannibal, dass außergewöhnlich viele Bewaffnete (mehr Bewaffnete als gewöhnlich) erschienen. Dieser befahl ihm, um alle Ausgänge herumzugehen und ihm eilig zu berichten ob er auf dieselbe Weise an allen Seiten belagert werde. 5 Nachdem der Knabe schnell berichtet hatte, was los war, und gemeldet hatte, dass alle Ausgänge von Bewaffneten besetzt seien, bemerkte er, dass das nicht zufällig geschehe sondern dass man ihn angreife und er sein Leben nicht länger behalten könne. Damit er es aber nicht nach fremdem Gutdünken verliere, nahm er in Erinnerung an seine frühere Tapferkeit Gift, das er immer bei sich hatte.

13 So starb dieser überaus tapfere Mann, der viele verschiedene Aufgaben bewältigt hatte, im 70. Jahr. Unter welchen Consuln er starb, ist umstritten (es herrscht keine Klarheit). Denn Atticus überliefert in seinen Annalen, dass er unter den Consuln Marcus Claudius Marcellus und Quintus Fabius Labeo gestorben ist, aber Polybius schreibt, er sei unter den Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Cnaeius Baebius Tamphilus gestorben, Sulpicius aber unter den Consuln Blithus Publius Cornelius Cethegus und Marcus Baebius Tamphilus. 2 Aber dieser so bedeutende und von so vielen Kriegen beschäftigte Mann widmete einiges von seiner Zeit auch der Literatur. Denn es gibt einige Bücher von ihm, in griechischer Sprache verfasst, darunter eines an die Rhodier über die Taten des Cnaeus Manlius Volso in Asien. 3 Dessen Kriegstaten haben viele überliefert, von denen aber zwei in seinem Lager waren und zur selben Zeit gelebt haben, solange es das Schicksal zuließ, Silenus und der Spartaner Sosylus. Und diesen Sosylus hatte Hannibal als Lehrer der griechischen Sprache. 4 Aber für uns ist es Zeit, ein Ende dieses Buches zu machen und die Biographien (Lebensbeschreibungen) der Feldherrn der Römer aufzublättern (schreiben), damit umso leichter durch Vergleich der Taten beider beurteilt werden kann, welche Männer vorzuziehen sind.







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LiNk - gepostet von Anonymous am Samstag 14.04.2007
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