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Lilly - 06.09.2007, 17:22
Womit hab ich das verdient?
"Waaaaas????" Ich konnte es kaum glauben, was sollte das denn? Donnerstags 10 Stunden Schule, ohne Freistunde! "Sklaventreiberei!", riefen die andere aus meiner Klasse aus. Meine Klassenlehrerin zuckte bloß bedauernd die Achseln:" Es tut mir Leid Leute. Aber da kann man nichts machen." Ich seufzte nur resignierend,während ich meine Sachen zusammenpackte. Es klingelte, ich schob meinen Stuhl zurück und griff nach meinem Rucksack. Schon war ich aus dem Zimmer hinausgestürmt und auf den Gang gelaufen als "Lilly! Hey, warte doch mal." Ich fuhr herum und stöhnte innerlich auf, als Alex auf mich zustürmte. Trotzdem schaffte ich ein halbwegs freundliches Gesicht:"Ja? Stimmt was nicht?" "Ja, also. Willst du mit mir am Wochenende aufs Bürgerfest gehn?" Ich überlegte kurz. Eigentlich war ich mit Schularbeiten und meinen beiden Pferden völlig eingedeckt, mal abgesehen vom Job- da blieb nich so viel Zeit, außerdem mag ich diese ollen Bürgerfeste sowieso nicht soo sehr. Ich sah ihm kurz in die Augen und sagte dann:"Es tut mir echt Leid, aber mein Wochenende ist eigentlich vollkommen verplant. Ich sag dir morgen bescheid!", rief ich schon im Laufen. Zurück blieb ein enttäuschter Alex. Du meine Güte!, dachte ich leicht angenervt,ich hab ihm ja nichtmal nen richtigen Korb gegeben. Soll sich nich so anstellen, der Kerl. Kurz darauf saß ich im Auto, der Rucksack lag ein wenig mlädiert auf der Rückbank. Mit absolut bescheidener Stimmung raste ich zu meiner Wohnung, sprang förmlich in meine Reitklamotten,raste weiter- und wurde geblitzt. Was für ein Sch****-Tag!!, fauchte ich. Womit hatte ich das verdient?
Auf dem Hof angekommen, besserte sich meine Stimmung etwas. Meinen Pferden ging es gut, die Sonne schaute raus und Holiday hatte sich nicht gewälzt. Trotzdem ging ich heute zuerts zu ihm. Er stand mit ein paar anderen Junghengsten auf dem Paddock und sah mir bereits neugierig entgegen. Er ließ sich sogar anstandslos einfangen! Er weiß genau, dass ich heute keinen Bock auf dumme Spielchen hab.,fuhr mir durch den Kopf. Besser so :P ,vor allem für ihn :wink: . Also führte ich ihn zum Außen-Putzplatz und begann erstmal, den Staub aus seinem glänzenden Fuchsfell zu striegeln. Danach bürstete ich die Rücken- und Bauchpartie mit der Wurzelbürste ab, sowie die Beine. Ich wischte Holidays Augen aus, was ihm mal wieder nicht gefiel, die Ohren auch. Der Rest des Kopfes wurde mit der Schmusebürste bearbeitet, die Mähne gekämmt und der Schweif gebürstet. Anschließend kürzte ich den Schweif auf Fesselhöhe und brachte die Mähne samt Stirnschopf auf eine ansehnliche Länge. Zum Schluss wurden die Hufe ausgekratzt. Bewundernd ging ich ein paar Schritte zurück und sah mir das Gesamtkunstwerk an. Holiday sah super aus! Beim anschließenden Trensen musste ich ihn zwar wieder dazu überreden, das Maul zu öffnen, aber ansonsten benahm er sich so, wie ich es mir immer gewünscht hatte.
Die Wege sind zwar noch recht matschig, aber für einen kleinen Spaziergang im Wald waren sie okay. Holiday überraschte mich wirklich. Er versuchte nicht zu fressen, mich zu überholen oder vom Trab in den Gallop umzuspringen. Er tat auch nicht so, als hätte er Angst vor Vögeln. Ich fragte mich kurz, ob er wohl krank ist, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Augen und Fell glänzetn schließlich und er war neugierig wie immer. Als wir auf einem Acker drei Rehe sahen, blieb er erstmal stehen und schaute interrisiert hinüber. Als die Rehe schließlich davonsprangen, schnaubte er bloß und puffte mich. "Geh schon weiter, ich hab genug gesehen!", hieß das. Wir sahen einem Bauer beim Heu-Machen zu und einmal kam uns eine Fanilie mit zwei Kindern entgegen. Die Kinder waren absolut begeistert von Holiday und er von ihnen. Er streckte ihnen den Kopf hin und hatte keine Scheu vor den kleinen Händchen, die ihn überall klopften und seine Mähne durchwuschelten. Das kleine Mädchen sagte mir beim Anschied:" Ich will später auch ein Pferd, das wie Mamas schöne Kette glänzt.", dabei strahlte sie und man sah ihre Zahnlücken. So ein süßes Kind, dachte ich, aber Holiday hatte dann doch genug. Tatsächlich kamen wir erst nach einer Stunde auf dem Hof an. Dort herrschte rechtes Gewusel. Jemand trainierte auf dem Springplatz, zwei Mädchen bogen grade hoch zu Ross in den Waldweg ein und ein Hund lief kläffend über den Hof. Zum Glück hat Holiday schon lange keine Angst mehr vor Hunden, das macht vieles einfacher. Ich wusch seine Hufe und die Beine ab, dann kam er in seine Box und zu seinem Abendessen. Ich legte ihm eine leichte Decke auf, da es Abends doch schon recht kalt werden kann.
Faith erwartete mich bereits. Sie bollerte ungeduldig gegen ihre Tür und wiehrte empört. "Hej Mädchen, ist ja gut! Reg dich ab!!", rief ich leicht genervt. Faith wandte sich beleidigt ab. Zanzig Minuetn, zwei Leckerlis und unzählige Streicheleinheiten später ließ sie sich endlich putzen und satteln. Es dauerte eine Ewigkeit, bis ich den Mistfleck aus dem Fell an der Kruppe rausgebürstet hatte und die Hufe sahen schon wüst aus. Sorgfältig geputzt, legte ich Faith Dressursattel auf und das Hannorenische Reithalfter an. Anschließend kamen vorne die Gamaschen drauf, und zwar die mit den Reflektoren. Sicher ist sicher, und ab Herbst reite ich nur mit der Reflektor-Weste und diesen Gamaschen aus. Wer keine Lust hat, übersehen zu werden, ist damit eigentlich gut bedient. Klar ist Ausreiten bei dem Wetter blöd, aber die anderen hatten das auch bemerkt. In der Halle waren es schon vier, im Dressurviereck drei. Da musste ich mich nicht auch noch hineinquetschen. Also raus, in die ungemütliche Wildnis. Die Sonne war mittlerweile hinter dicken Wolken verschwunden und aus dem Gallop wurde es auch nichts. Also musste ich besonders viel Trab einbauen, weil Faith gestern gestanden und somit viel Energie hatte. Nach den ersten zwei Trabstrecken hörte sie endlich auf zu pullen und ständig seitlich auszubrechen. Die Buckler hörten auf und sie beruhigte sich endlich. Mir war klar, dass ich sie erstmal auspowern musste, also hieß es traben!
Es dämmerte bereits, als wir auf den Hof zurückkamen. Caprice kam mir entgegen, sie führte Domino. "Hey Lilly." "Hallo. Wie gehts Dominos Rücken?", fragte ich und stieg mit Schwung ab. "Oh, die Verspannug ist weg. Ihm gehts prima. Sag mal, du warst doch nicht wirklich ausreiten, oder? Bei dem Wetter." Ich schnaufte:" Und wie ich war. Ganze 1,5 Stunden lang. Tja, wenn die Halle voll is, kann man halt nichts machen." Caprice nickte. "Das stimmt schon. Ich war in der Halle und es ist echt kein Vergnügen, wenn du dich gleichzeitig auf dich, dein Pferd und alle anderen konzentrieren musst." Ich nickte:"Ja, aber das is ja immer so, wenns kalt wird. Danach werden wir uns wohl gewöhnen müssen." Nachdem wir uns noch ein bissle vollgejammert hatten, machten wir uns auf unsere Wege. Ich sattelte Faith ab. Sie war noch immer etwas geschwitzt, also putzte ich sie, rubbelte die Sattellage ab und deckte sie vorsorglich ein. Anschließend hängte ich den Sattel auf, putzte die Trense, packte die Gamaschen weg und fuhr völlig kaputt nach Hause.
tinchen - 06.09.2007, 18:38
du amre, dass war echt kein leichter tag für dich :!:
gibt 150€
Lilly - 06.09.2007, 20:26
thx :D
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