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Bea - 03.09.2007, 22:37
Rekonstruktion der Frauenmode des 15.Jahrhunderts
Wir sind durch Zufall im Intenet auf eine mehr als ausführliche Site gestoßen, bezüglich der Frauenmode und deren teilweise kompletten Rekonstruktion hat mich die Site total beeindruckt.
Dort kann man sich viele Ideen für eine neue Klamotte holen.
Zu diesem Anlass eröffne ich mal diesen Thread:
http://cadieux.mediumaevum.com/15thc-costuming.html
Bea - 03.09.2007, 22:53
Annie hat nach einem Beleg für eine Komplettschürze gefragt, es gibt Bildbelege, habe aber auf die Schnelle nur 2 Bilder vom Coburger Lazerett gefunden, da hatte meine Gehilfin eine solche Schürze an.
Übrigens dort liegt greade Ernie auf dem OP-Tisch und bekommt seine Hand amputiert :twisted:
Anni - 04.09.2007, 20:16
vielen dank bea!
dann werde ich mich mal demnächst hinhocken und nähen ;)
Sven - 05.09.2007, 07:33
Wow, hübsche Seite mit guter ikonographischer Beleglage!
Besonders chique find ich die Rekonstruktion der Burgundischen Damengürtel und die mehrlagig getragenen, fabigen Unterkleider.
Aufpassen würd ich zT bei ihren Ärmeln und ob da jede Naht dort sitzt, wo sie soll... ich hab´s nur Überflogen, aber es sind ja genug Bilder zum Gegenchecken da.
Die Stoffe, die sie verwendet sind auch nicht immer so prickelnd, aber es sind auf jeden Fall mal schöne Bilder von ambitionierten Rekonstruktionen, die sich vom HWT Einheitsbrei absetzen.
Flämische Mode mit offenen Hauben find ich echt kleidsam...
Leider hat sie von Männermode (besonders von Hosen), echt gar keine Ahnung....
Bea - 09.09.2007, 21:52
An Sven:
Du sagtest du sollst alle Sachen von Susi verschärbeln, hab ich das richtig verstanden? Ist nur noch die eine Kopfbedeckung übrig??
Sven - 12.09.2007, 23:10
Bea hat folgendes geschrieben: An Sven:
Du sagtest du sollst alle Sachen von Susi verschärbeln, hab ich das richtig verstanden? Ist nur noch die eine Kopfbedeckung übrig??
Der Haubenkram und eine Schnalle von MD sind glaub ich alles, aber schau nochmal...
Bea - 14.09.2007, 17:14
@Sven: Ok vielen Dank
Jacqueline - 08.10.2007, 14:16
Ich hab mich ja nun eine Weile hier rumgetrieben, auch die empfohlenen Seiten gekukt, mir sind bei meiner Recherche nach dem frühen 16. Jh. natürlich auch Sachen aus dem späten 15. Jh. über den Weg gelaufen.
Und nun im Herbst und Winter kommt die Planungs und Handarbeitszeit und dafür mag ich das mal zusammenfassen, sagt bitte ob das so ok ist:
Basics:
- Unterkleid aus weissem Leinen, mit langen Ärmeln und simplen runden Ausschnitt
- erstes Überkleid (Kirtle?) mit Frontschnürung und kurzem Ärmeln (evtl. Lange Ärmel aus kontrastfarbigem Stoff zum anstecken). Entweder durchgängig oder mit angesetztem Rock
- Kopfbedeckung in weiss (da bin ich mir noch am wenigsten sicher wie ich das machen will
- schmaler Ledergürtel
Extras:
- Weite Schürze zum überwerfen
- Gugelhaube (am besten in Schwarz)
Sonntagsstaat:
- Überkleid im burgundischen Stil mit breitem Gürtel
- passende Haube mit Schleier
1. Hab ich was vergessen?
2. lieg ich irgendwo ziemlich daneben?
3. gibts irgendwelche Standarts/Ansprüche die wichtig sind?
4. spezielle regionale Besonderheiten auf die man achten kann/sollte (oder die man vermeiden sollte)
Ernst - 08.10.2007, 14:58
Also an sich hört sich das alles sehr gut an. Du hast alles berücksichtigt worauf es ankommt.
Klamottentechnisch hätte ich da nur eine evtl. "Bruche für die Frau" wobei meistens nichts getragen wurde und Wollstrümpfe und nat- entsprechende Schuhe zu ergänzen, aber das war Dir warscheinlich sowieso schon klar.
Regional hast Du Dir jetzt eine typische Klamotte für den französisch-stämmigen Raum ausgesucht. Mit einigen Veränderungen was gerade das burgundische Überkleid und die Kopfbedeckungen betrifft bekommst Du auch ein eher flandrisches Bild hin. Details findest Du auch auf der empfohlenen Seite.
Ganz anders wäre die süddeutsche Variante, die auch in Ordnung wäre, weil wir ja eine elsässer Truppe darstellen. Dir sind also eigentlich alle Stile offen, solange Du Dir bewusst bist was Du genau darstellst, also nicht unbedingt mixen , es sei den es gäbe eine sehr logische Begründung.
Ob es sungausche (Elsässer) regionale Details gibt wissen wir noch nicht. Das wird sich hfftl. noch klären. Allerdings musst Du keine Sundgauerin darstellen.
Jacqueline - 08.10.2007, 15:23
Ja Schuhe und Strümpfe waren irgendwie als gegeben vorausgesetzt *G*...
Hmm...ich find es schwer so die regionalen Unterschiede zu fassen...da die meisten Kleider recht ähnlich und recht schlicht aussehen.
Gibts ne Übersicht wo man sowas findet?
Also was ist typisch Süddeutsch? was ist typisch Elsas?
Oder ne Übersicht welche Künstler in welche Region fallen?
Wenn jemand sowas hat, wäre das ne tolle Erleichterung..ansonsten muss ich mal gezielt selbst Listen anlegen *G*
Welche Darstellung favorisiert Ihr bzw. von welcher haltet Ihr eher abstand? Flandern? Elsass? Süddeutsch?
:) Ich pussel das eben grad alles zusammen und versuche nach dem groben Überblick nun den detailierten zu bekommen..wenn jeman schon in die Richtung gedacht hat, muss man natürlich das Rad nich nochmal erfinden...
PS: Süddeutsch ist aber auch nicht so ein klarer Begriff :) Nürnberg gehört auch zu Süddeutschland ist aber nur etwas weniger weit weg wie Flandern :)
Sven - 08.10.2007, 15:30
Also ich persönlich find natürlich eine französich/burgundische Darstellung am chiquesten. Spezifisch Elsässische Modetrends sind uns bisher ja leider noch keine bekannt.
Meine Taktik ist immer: ich such mir´n Bild raus, dass zeitlich und möglichst regional passt und versuche die Kleidung einer abgebildeten Person zu rekonstruieren...
Jacqueline - 08.10.2007, 15:38
:) ich finde ganz oberflächlich :) wenn man Burgunder darstellt soll man das auch von weitem erkennen *G* naja da gehören für Frauen eben die Kleider mit V-ausschnitt und seltsame Hüte dazu *G*
Was das Problem ist, wenn man keine Adlige darstellt, (und keine arme Bäuerinn) dann war der Aufzug wirklich der Sonntagsstaat für extra Anlässe. Für den normalen Alltag war sicher andere Kleidung angesagt. Und diese Kombi findet man selten auf einem Bild zusammen.
Aber da ich ja in einem Lager kochen UND am So. dekorativ umhergehen will... :) brauch ich beides...
Ich suche weiter...ich hatte da so ein Bild gefunden...das hatte beides...ein Mann der eine Statue schafft, sich in sie verliebt und Ihr Kleider anzieht, in meheren Szenen...einmal mit Unterkleid dann mit Überkleid...na ich finds sicher wieder.
:)
Sven - 08.10.2007, 15:42
Das klingt doch prima ;)
Ernst - 08.10.2007, 17:09
Jap genau die Story ist eines der bliebten Kleidungsmanuals für burgundische Mode. Die story mit dem Typ der sich in die Statue verliebt findest Du auch auf der "Cadieux" Seite.
Deine Herangehensweise ist genau richtig. Du brauchst in erster Linie Unterbekleidung und ein Überkleid aus Leinen oder Wollstoff, da gabs wohl beides, dass evtl. kurzärmelig war und vorne geschnürt. Das "Kirtle" ist halt und das wohl regional weit übergreifend der Standard-Dress. Wenns abends kühler wird ziehst Du Dir Dein "Sonntagskleid" drüber und wenn Du das dann immer noch mit "normalem" Kopfputz kombinierst, sieht das auch nicht gleich nach einer "reichen Bürgerin aus" Als Frau in einem Soldatenlager hast Du eigentlich folgende Optionen:
1. Troßfrau, was auch immer das genau heißt: Händlerin, Bedienstete etc.
2. Ehefrau eines Soldaten, je nach rang des Mannes reicher oder ärmer.
3. Hübschlerin, (ich denke Du weißt was ich meine) Das muss man ja rollenspielerisch nicht unbedingt ausspielen. ;) Bei Hübschlerinnen gab es wohl auch solche, die sich vorwiegend an bessere Soldaten rangeschmissen haben und dementsprechend gut bezahlt wurden. Hier gab es wohl einige die sich groß rausgeputzt haben und dementsprechend oft nur an einigen gewissen details von einer "reichen Bürgerin" zu unterscheiden waren. Meine Freundin stellt z.B. eine etwas "noblere" Hübschlerin dar, die rein rollentechnisch meine "Maitresse" ist. (Falls uns mal jemand nach unseren Rollen fragt/ Keine Angst wir machen kein LARP) ;)
Sven - 08.10.2007, 17:57
Gerade bei der Darstellung einer Hübschlerin kannst Du dich richtig austoben.
Die haben immerschon und besonders im 15ten JHD den Stil der "Reichen und Schönen" zu kopieren versucht, teilweise sogar im Pomp übertroffen bzw ihrerseits beeinflusst.
Besonders gut sieht man das an unzähligen Stadtverordnungen, die ihnen immer wieder untersagen, Schmuck, Pelzverbrämungen, Perlenstickereien oder bestimmte Stoffe oder Schleier zu tragen.
Dagegen findet wird ihnen ua auferlegt, Männerjacken, Männerhüte bzw gelbe Verbrämungen zu tragen.
Entgegen der landläufigen Meinung sagen komplett gelbe Kleider GAR NICHTS aus. Wer anderes behauptet, soll die entsprechende Verordnung rauskramen.
Naja, auf jeden Fall hat dieser Stand schon immer ne ganze Menge "Marketing" betrieben.
Wenn Du entsprechende Recherche betreibst, könntest Du sogar zeitgemäße Schminke benutzen (ist ihnen auch in mindestens einem Fall verboten worden, also haben sie´s geta:twisted: n)
Kleine Anekdote am Rande: In Saarbrücken zb hatten wir zeitweise 4-6 Badehäuser und eine extra "Slampenpforte" in der Stadtmauer...
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Bea - 13.10.2007, 00:25
@ Jaqueline :Basics:
- Unterkleid aus weissem Leinen, mit langen Ärmeln und simplen runden Ausschnitt
- erstes Überkleid (Kirtle?) mit Frontschnürung und kurzem Ärmeln (evtl. Lange Ärmel aus kontrastfarbigem Stoff zum anstecken). Entweder durchgängig oder mit angesetztem Rock
- Kopfbedeckung in weiss (da bin ich mir noch am wenigsten sicher wie ich das machen will
- schmaler Ledergürtel
Extras:
- Weite Schürze zum überwerfen
- Gugelhaube (am besten in Schwarz)
Sonntagsstaat:
- Überkleid im burgundischen Stil mit breitem Gürtel
- passende Haube mit Schleier
Das hört sich ganz gut an ich denk dann bist du erst mal tuto kompletto.
Die Küchenschürzen sind nur eine Variante, kannst auch eine gefältelte Umbindeschürze machen.
Ich trage Oberschenkelhohe Leinenstrümpfe.
Jacqueline - 15.10.2007, 09:22
Bea hat folgendes geschrieben:
Das hört sich ganz gut an ich denk dann bist du erst mal tuto kompletto.
Die Küchenschürzen sind nur eine Variante, kannst auch eine gefältelte Umbindeschürze machen.
Ich trage Oberschenkelhohe Leinenstrümpfe.
:) Na so eine gefälltelte Schürze ist grad in Arbeit für die Trossfrau...fein, noch ein Teil was ich für beide Darstellungen nehmen kann...wie auch die Strümpfe die danach kommen sollen *G*
aber oberschenkellang? hält das? ich hab schon mit modernen Strümpfen Probleme *G* na kurz überm Knie gebunden und dann ein bischen was sich selber hält, das war mein Plan..:)
Bei Schuhen wollte ich auch erstmal simple Schuhe mit runder Spitze und nem Riemchen...die wären dann toll als 2. Schuh für meine Trossfrau.
Richtig Lange Spitzen und Trippen für den Sonntagsstaat müssen dann aber auch noch irgendwann sein! *G*
Nun dann werd ich mal mit Unterkleid und einfachem Kleid anfangen...das könnte bis nächstes Frühjahr Zeit und Geldtechnisch drinne sein :)
Wenn jemand da Tips für Stoff und Schnitte hat, nur her damit!!
Sven - 18.10.2007, 17:16
Einen interessanten Artikel übers Heiraten und viele nette Bilder:
http://content.cdlib.org/xtf/view?docId=ft1d5nb0d9&chunk.id=0&doc.view=print
Sven - 18.10.2007, 17:45
Und: Les Très Riches Heures:
http://www.geocities.com/vienna/strasse/3356/juin.htm
Sven - 18.10.2007, 18:02
Und die Freundin von Nico hat interessante Artikel auf der alten website ihrer Gruppe:
http://www.compagnons-duellistes.com/index.htm
ist zwar auf französich, aber mit Bildern ;-)
Ernst - 19.10.2007, 00:50
Ach verdammt! Französisch! Hätten wir den Krieg gewonnen würden die jetzt Deutsch sprechen! :evil:
Sven - 24.10.2007, 06:11
Ernst hat folgendes geschrieben: Ach verdammt! Französisch! Hätten wir den Krieg gewonnen würden die jetzt Deutsch sprechen! :evil:
:lol: :lol: :lol:
Klar doch....aber dafür gibts ja hübsche Bilder ;)
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