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Re: Interviews
LLG_Zero - 04.06.2005, 10:42
Interviews
One - Das Dream Team
Autor: Sherin Kürten
Wir haben lange gewartet, um endlich eine Platte der zwei Rap-Ikonen in den Händen halten zu dürfen. In der Vergangenheit wurde viel spekuliert, ob das Album den hohen Erwartungen gerecht wird. Obwohl es mittlerweile Snippets gibt, ein paar Interviews und das Video zur aktuellen Single "Monstershit", kursieren immer mehr Gerüchte, dass die beiden sich zerstritten hätten. Nun ist es endlich soweit: Kool Savas und Azad veröffentlichen ihr Album und sind "One". Nach Streit hört sich dieses Interview aber nicht an.
Man muss euch ja nicht mehr vorstellen, denke ich. Also kommen wir direkt zum Album. Wie lange seid ihr jetzt mit dem Album fertig?
One - Das Dream Team
Savas: Das Album ist ungefähr seit Silvester fertig.
Warum wolltet ihr ein Album mit dem jeweils anderen machen, mal abgesehen davon, dass ihr beide auf dem höchsten Level seid…
Azad: Ich mag Savas als Menschen und er ist mir sehr sympathisch. Außerdem macht es natürlich viel Spaß, mit einem guten Künstler zu arbeiten.
Savas: Nach dem ersten Song, den wir zusammen gemacht haben, "Banana" (Anm. der Red.: auf Roey Marquis’ Album "Ming"), war eigentlich für uns schon klar, dass wir mal ein Album zusammen aufnehmen würden. Es hat sich dann ja ein wenig hinausgezögert, aber wir haben immer an der Idee festgehalten. Wir wollten das definitiv durchziehen.
Wie erinnert ihr euch an die Zusammenarbeit?
Azad: Es ging sehr flott von dannen und hat viel Spaß gemacht. Es ging so schnell, dass man es fast gar nicht wahrgenommen hat. Kaum hatte es angefangen, war es auch schon wieder zuende. Aber neben dem Musikalischen an sich kommt ja auch noch viel Arbeit dazu.
Savas: Wir haben uns immer mehr oder weniger professionell im Studio getroffen und haben immer versucht, die Zeit zu nutzen, die wir hatten. Wir haben immer konzentriert gearbeitet, sonst wäre es noch chaotischer geworden. Es war so auch schon chaotisch, aber es hat ja alles gut funktioniert und wir hatten sehr viel Spaß.
Was für Vor und Nachteile gibt es, wenn man gemeinsam ein Album macht?
Azad: Ich weiß nicht, ob das ein Nachteil ist: Aber man muss sich eben einig werden und eine gemeinsame Basis finden. Generell ist man mit sich selbst ja immer einig, wenn man etwas aussucht. Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass man einen kompetenten Menschen wie Savas hat, mit dem man auch darüber reden kann, philosophieren kann und gemeinsam auf neue Ideen kommt. Das läuft nach dem Domino-Prinzip: Der eine Stein wirft den anderen um – das war für mich der größte Vorteil.
Wo habt ihr aufgenommen?
Savas: In Frankfurt.
War es nie so, dass ihr euch gegenseitig übertrumpfen wolltet, wenn ihr eingerappt habt?
Savas: Nee, überhaupt nicht. Wir haben immer so gerappt, wie wir den Beat selber interpretierten und dieser Beat es zuließ Azad und ich haben uns oft vorher ein Grundfeeling überlegt, wie etwas rüberkommen soll, und haben dann beide versucht darauf hinzuarbeiten. Aber übertrumpfen wollten wir uns beide nicht. Warum auch?
Azad: Also ich denke, generell versucht man immer zu scheinen. Wenn man arbeitet, versucht man diese Arbeit gut zu machen. Das ist ja gerade das Besondere. Bei Rappern, die sowieso schon auf einem hohen Level sind, schaukelt der Respekt das ganze noch ein bisschen höher.
Ihr seid ja auch selbst in Amerika gewesen um euch die Beats zu holen und habt hochkarätige Producer auf eurem Album. Wie sind da die Connections zu den Producern aus den USA entstanden?
Savas: Durch einen Freund von mir, der da drüben wohnt. Der macht auch nichts anderes als Verbindungen herzustellen etc. Der hat uns erst einmal die Beat-CDs besorgt. Wir haben auch gar nicht drauf geachtet, was von wem ist – sondern uns darauf beschränkt, was wir hören und was wir auf unserem Album haben wollen. Wir haben versucht nicht darauf einzugehen, ob die Producer bekannt sind oder nicht, damit wir das Beste finden, aus dem, was uns alles angeboten wurde.
Ihr habt aber auch Monroe, Sti und Martelli drauf und habt selber produziert.
Savas: Mit Monroe haben wir vorher gar nicht zusammengearbeitet, aber seine Sachen haben uns überzeugt. Sti und Martelli sind aus Azads Camp, das ist aber nicht der Grund, warum sie auf dem Album drauf sind. Es hätte auch jeder andere gewesen sein können, der eben einen guten Beat macht. Die Beiden haben auch krasse Sachen abgeliefert. Wir haben immer das genommen, was eben zum Album gepasst hat.
Azad: Monroe ist ein sehr talentierter Newcomer-Produzent, der sehr facettenreich ist und sehr gute Arbeit geleistet hat. Er kann einen sehr harten Beat machen, dann aber auch einen sehr smoothen, glücklichen oder clubbigen Beat machen
Ich bin von Sti sehr angetan und denke, dass er einer der besten, wenn nicht der beste Produzent in Deutschland ist. Glücklicherweise wird er, obwohl wir noch nicht so viel Wirbel um ihn gemacht haben, immer mehr geschätzt.
Die internationalen Beats stammen von Needlz (Young Buck, 50 Cent, Game, Redman, Ludacris), Sholar, L.E.S. (NAS, Nore, AZ) und Kwamé (Lloyd Banks, Cam’ron, LL Cool J). Hat es lange gedauert, die Beats zu finden?
Savas: Eigentlich nicht. Wir haben sehr viele Beat-CD’s gehört und waren immer schnell einer Meinung, was wir für einen Beat nehmen. Wir wussten definitiv immer sofort, was wir wollten.
Azad: Es hat schon eine gewisse Zeit gedauert, weil wir beide sehr kritisch sind und das Beste vom Besten haben wollten. Aber es hat sich gelohnt. In Amerika haben wir an die zweihundert Beats gehört, von denen wir letztlich sieben ausgewählt haben. Dazu kam, dass wir erst einmal die Einigung untereinander finden mussten – aber das war nicht so kompliziert.
Also wart ihr euch immer einig?
Savas: Ja, schon. Wir haben zwar einen unterschiedlichen Geschmack, sind aber beide auch mal Kompromisse eingegangen. Das muss man ja auch. Aber die Sachen, die auf dem Album jetzt drauf sind, sind alles Sachen, hinter denen wir beide stehen können.
Azad: Wir waren uns wirklich fast immer einig. Das war zum Glück etwas, das auch schwieriger hätte laufen können, aber sehr einfach vonstatten ging.
Habt ihr viel zusammen geschrieben? Oder eher getrennt?
Azad: Das Meiste haben wir zusammen geschrieben, aber wenn etwas mal ein bisschen mehr Feingefühl brauchte, dann nahm man schon einmal etwas mit nach Hause, um in sich zu gehen und nachzudenken.
Savas: Wir haben meistens jeden Track zusammen angefangen und zu Ende gebracht. Zwischendurch hat auch jeder mal alleine geschrieben und das reingebracht, worauf er Bock hatte.
Das Video zur Single "Monstershit" kann man ja bereits auf einschlägigen Musikkanälen sehen. Unkommerzieller geht es ja eigentlich nicht, wie ich finde. Straighter Rap mit einem heftigen, minimalistischen Oldschool-Beat, der von Monroe stammt. Was habt ihr euch dabei gedacht, gerade so einen Track zu nehmen?
Savas: Es war nicht unbedingt Absicht. Aber Azad mochte den Track eh schon die ganze Zeit. Ich fand den natürlich auch cool. Als das Album dann fertig war, haben wir gesagt, dass sich das auch wirklich als erste Single eignet, weil es so einen Hardcore-Oldschool-Hip Hop-Flavor rüberbringt. Und das ist dann ja einfach etwas Schönes.
Azad: Das soll schon ein Statement sein, dass wir den Track genommen haben. Wir haben uns schon gedacht, dass die Leute denken, dass wir eine kommerziellere Single nehmen. Wir wollten zeigen, dass One eben das nicht braucht. Den Mut und den Schockeffekt der Fans, den können wir uns schon leisten, finde ich. Das war der erste Song, den wir geschrieben haben, und ich wollte ihn unbedingt als Single haben, weil ich da schon so überzeugt und begeistert von dem Ding war. Savas meinte, dass wir noch abwarten sollten, was sonst noch passiert und am Schluss meinte er dann auch, dass wir das zuerst auskoppeln müssten.
Wie würdet ihr "Monstershit" beschreiben?
Savas: Wie gesagt: Hardcore, Oldschool, Newschool – keine Ahnung - Space-Techno- Hip Hop.
Azad: ich würde "Monstershit" als eine sehr geballte Ladung Energie beschreiben. Der Track ist sehr experimentell, der Beat ist sehr explosiv und dementsprechend auch die Raps. Das ist der Haupteffekt, des Songs. Dynamit oder etwas Schlimmeres, das in die Luft geht.
Wird die zweite Single "Was sind das für Schmerzen" mit Xavier Naidoo werden?
Savas: Das wissen wir noch nicht. Ich habe gehört, dass Xavier keine Singles mehr mit anderen Künstlern macht. Ich finde den Song sehr gut – aber ich weiß nicht, ob das so cool wäre, weil es mir so vorkommen würde, als ob es so rüberkommt, das wir das nur rausbringen, weil Xavier mit drauf ist und damit es abgeht. Und es würde auf jeden Fall abgehen.
Wie kam das Feature mit Xavier zustande?
Azad: Es ist natürlich sehr schwer, wenn man sich selbst an der Spitze sieht, jemanden zu finden, wo man beide sagen, mit dem würden wir gerne zusammenarbeiten. Vielleicht mag Savas ja auch Leute, die ich nicht mag oder umgekehrt. Dazu kommt, dass es unser Album ist und wir es nicht voller Features packen wollten. Bei Xavier war es so, dass wir beide sehr große Fans von ihm sind und ihn auch an der Spitze des deutschen Gesangs sehen. Zum Glück war es dann auch so, dass Xavier meinte, dass wir auf seiner Feature-Wunschliste stehen. Und so kam alles zum anderen.
Warum habt ihr sonst auf Features komplett verzichtet? Wie kam der Entschluss, keinerlei Features aus den jeweiligen Camps (Optik / Bozz) draufzunehmen?
Savas: Erst einmal war die Zeit sehr knapp, und die Leute haben ja darauf gewartet, dass wir beide ein Album rausbringen und wollten vielleicht nicht unbedingt andere darauf hören. Wir wollten den Leuten genau das geben, worauf sie lange gewartet haben.
Azad: Wir machen es so, dass auf der Single die Camps Remixe beisteuern, um Bozz Musik oder Optik Records zu representen. Bei "Monstershit" ist es Amar, der da den Remix besteuert, und Martelli hat auch etwas gemacht.
Was denkt ihr passiert am 29.03.? Was wünscht ihr euch?
Azad: Ich hoffe sehr stark, dass am 29.03.05 eine Bombe hoch geht und dass die Leute sich freuen und das ein großer Hype entsteht und sie zu schätzen wissen, was auf der Platte abgeht. Das dieser Funke, der auf der Platte ist voller Energie auf die Leute überspringt.
Savas: Ich lass mich überraschen. Ich wünsche mir natürlich, dass es den Leuten gefällt und sie nicht sagen, dass es rausgeschmissenes Geld gewesen sei.
Was schätzt ihr jeweils am anderen?
Savas: Ich schätze an Azad seine Zielstrebigkeit. Er arbeitet sehr diszipliniert und entwickelt sich stetig weiter. Und natürlich schätze ich ihn als Mensch, so wie er ist.
Azad: Savas ist ein sehr lustiger Vogel, mit dem man viel scheiße bauen und Spaß haben kann. Zudem ist er ein sehr guter Künstler und man kann sich mit ihm über alles unterhalten. Er weiß, wovon ich rede, und ich, was er meint, deshalb ist es sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten.
Auf dem Snippet sind 11 Tracks drauf. Habt ihr noch mehr aufgenommen? Wird eventuell mehr auf dem Album sein?
Savas: Ich glaube, auf dem Snippet fehlt noch "All for one". Das Grundstatement ist, dass wir es gemeinsam eben alle schaffen könnten. Wir sagen nicht grundsätzlich, das alles scheiße ist, aber dass man sich verbünden sollte. Es gibt so viele Missstände, und gemeinsam könnte man etwas verändern. Wir wollten ein wenig politischer werden, und das bringen wir in dem Track zur Sprache. Untermalt wird das Ganze mit einem sehr schönen Kinderchorus.
Azad: Mehr Tracks haben wir aber nicht aufgenommen.
Kommen wir zu "Tollwut". In dem Track sagst du, Savas, folgendes: "Der Mensch ermordet Tiere, weil er Kacke ist und weil das Gehirn nicht wesentlich größer als das vom Dackel ist." Wann hast du entschlossen, dass du Vegetarier wirst und warum?
Savas: Ich glaube, mittlerweile ist das schon zwölf Jahre her. Ich hatte sehr viele Leute in meinem Umfeld, die plötzlich Vegetarier wurden. Da ich ein bisschen die Schnauze voll hatte vom Fleisch, habe ich aufgehört, das zu essen. Natürlich kam es dann auch dazu, dass man sich darüber Gedanken macht und sich dafür interessiert. Für mich war es dann klar, dass ich auf keinen Fall wieder damit anfangen kann, Fleisch zu essen.
Könnt ihr euch vorstellen, so einen Track noch mal mit einem anderen Thema zu machen?
Azad: Definitiv. Es gibt ja eine Bandbreite von Themen, auf die man zurückgreifen kann, und wir haben alle sehr viel Energie. Da werden noch ein paar Alben kommen und es wird noch etliche verrückte Themen und lustige Sachen geben.
Savas: Ja, klar. So ein ähnliches Konzept haben wir auch noch mal gemacht auf dem Track "War". Das hat sehr viel Spaß gemacht, deshalb – wer weiß, was noch kommt.
Die Hooklines sind sehr ausgereift und von euch eher ungewohnt.
Azad: Was die Hooklines betrifft, waren wir sehr experimentierfreudig. Aber nicht in dem Sinne, dass wir was völlig Abgedrehtes machen in dem Bezug auf die Hooks, sondern mal was Neues ausprobieren, was wir so noch nicht gemacht haben. Als Künstler hat man ja sowieso den Anspruch, wenn man was macht, dass man beim nächsten mal nicht dasselbe wieder macht.
"Guck my Man" finde ich sehr ungewohnt. Savas, Ist es dir erst schwergefallen zu singen?
Savas: Eigentlich nicht. Im Gegenteil, ich fand es eher leicht. Ich wollte immer schon mal singen. Aber bisher hat es nie wirklich so gepasst.
Aber man hat anfangs vielleicht eine kleine Hemmschwelle, oder?
Savas: Ja, klar. Ich habe das ja schon ein bisschen bei "Da bin da bleib" gemacht. Aber der Beat zu "Guck my man" hat es komplett angeboten, etwas drauf zu schreiben, was man singen kann.
Habt ihr einen ähnlichen bzw. kompatiblen Musikgeschmack, was
Einflüsse angeht?
Azad: Manchmal ja, manchmal nein. Öfter auch nicht. Es gibt viele Sachen, die er total geil findet, wo ich dann wiederum sage, da kann ich gar nichts mit anfangen und umgekehrt genau so. Wenn ich mit französischem Rap ankomme, sagt Savas oft mal "Hör mir auf mit so etwas" und dann erzählt er mir wieder etwas von Juelz Santana wo ich dann sage "Wer ist das denn?".
Savas: Ich mag solche Sachen wie Jay Z und höre auch viel R’n’B und Azad hört sehr viele Hardcore-HipHop-Sachen, die sehr düster sind – diesen düsteren Shit höre ich nicht. Aber deshalb ergänzen wir uns ja vielleicht auch gut.
Habt ihr euch beide vielleicht, auch gerade in den letzten 3-4 Jahren, einfach
in eine ähnliche Richtung entwickelt vom Rap-Verständnis her?
Savas: Nicht wirklich. Es gibt bestimmte Sachen, die wir beide an Rappern zu schätzen wissen. Aber es ist doch recht unterschiedlich.
Azad: Ich denke aber schon. Wir haben Parallelen, was den Rap betrifft. Aber dennoch gibt es Dimensionen, in die er geht und ich eben nicht und umgekehrt. Es gibt schon Sachen, die man jeweils bei dem anderen gar nicht entdeckt.
Macht ihr eine Tour?
Savas: Das wissen wir noch nicht, weil ich im Oktober eine Tour mache und Azad gerade eine hinter sich hat. Man sollte die Leute auch nicht überfordern. Wenn man zuviel auf einmal macht, dann wird es auch irgendwann langweilig. Das muss schon etwas Exklusives und Geiles sein.
Wie? Ihr macht keine Tour? Aber es ist doch etwas ganz anderes euch beide zusammen auf der Bühne zu sehen und genau das wollen die Leute doch.
Azad: Mich würde es sehr traurig machen, wenn das nicht so wäre. Aber ich hoffe, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.
Savas: Nichts ist ausgeschlossen, wir werden sehen.
Noch eine Frage zu SD. Wie siehst du, Savas, das Ganze?
Savas: SD ist ein sehr schwieriger Mensch. Er hat eben nicht so viel Geld und dadurch ist er extrem aufs Geld fixiert. Aber wenn man eine Vision hat und was machen will, dann ist das ein Thema, was stört, wenn es nur darum geht. SD ist ein Typ, der schon vor dem Auftritt fragt, ob er sein Geld haben kann. Dann denkt man sich doch auch: Ey, man versucht doch eigentlich was anderes zu machen und das sollte doch nicht der Hauptgedanke sein. Ich finde, jeder muss sein Geld bekommen und jeder muss soviel damit machen können, um damit über die Runden zu kommen. Aber wenn man das Gefühl hat, dass das alles ist worum es geht, dann fühlt man sich auch verarscht. Deswegen haben sich die Wege getrennt. Ich fand, dass es ein Bitchmove war, dass er mit Eko den Track gemacht hat – weil er Eko selber hasst und wir eigentlich in Frieden auseinander gegangen sind.
Danke für das Interview und viel Glück mit eurem Album.
Quelle: www.hip-hop.de
Re: Interviews
LLG_Zero - 04.06.2005, 10:44
Eko :)
Eko Interview :lol: :lol: :lol:
Eko Fresh - Die Abrechnung
Text: Marco "Corleone" Gaglio
Der Beef ist losgetreten und Eko damit wieder im Blickfeld der Medien. Doch was trieb Eko zu dem Beef an allen Fronten? Warum verließ er wirklich Optik Records und brach mit seinem Mentor Kool Savas? Fragen, denen wir nachgingen!
Was war nun eigentlich dran an Eurer Trennung – ganz so cool, wie anfangs kommuniziert, ging es ja dann wohl doch nicht vonstatten.
Das ist natürlich eine lange Geschichte – da musst du mir sagen, was du genau meinst.
Eko Fresh
Was hat dazu geführt, dass du gesagt hast, dass du auf eigenen Beinen stehen möchtest, dein eigenes Label gründen und Optik verlassen möchtest?
Ich wollte Optik nicht verlassen – Optik Records war damals für mich die erste Wahl – ich wollte immer dort bleiben, aber ich durfte nicht länger bleiben. Ich habe mich damals nicht beschwert und bin gegangen, habe die ganze Zeit meine Klappe gehalten, hab auch nie etwas in Richtung Savas gesagt und habe v.a. immer respektvoll über Savas gesprochen. Ich denke damit habe ich gezeigt, dass ich ihn nicht verarschen wollte. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nicht länger Schweigen kann, weil ich das Gefühl habe, dass ich für viele deshalb, weil ich geschwiegen habe, wie der Schuldige dastand. Es gibt aber in dieser Angelegenheit keinen Schuldigen, da jeder seine Fehler gemacht hat. Ich erzähle einfach meine Seite der Geschichte.
Welche Fehler hast du – welche Fehler Savas gemacht?
Mein Fehler war sicher, dass ich jung und leicht beeindruckbar war. Ich war schlichtweg zu allen Leuten zu nett. Ich war im Vergleich zu meinem Erfolg einfach nicht tough genug und das ist auch der einzige Punkt, den man mir vorwerfen hätte können. Als ich meine größten Erfolge hatte, war um mich herum niemand – nur mein DJ und meine Freundin stand zu mir. Inzwischen stehe ich auf eigenen Beinen, habe meine eigene Firma – ich mache meine Sachen mit Thomas Stein zusammen, bekomme dort kompetente Beratung – ich habe meine Fehler ausgebügelt. Das gilt sowohl für mich als auch für meine Musik. Für viele bin ich evt. auch musikalisch zu nett geworden. Ich war ein 19jähriger Junge, der seinen Traum erfüllen konnte und habe das auch bis auf den letzten Moment auf dekadente Weise ausgelebt. Ich habe aber in dieser kurzen Zeit auch drei Alben gemacht – das waren evt. meine Fehler.
Seine Fehler sehe ich darin, dass er sich nicht mit mir hingesetzt hat. Er hätte mich packen und schütteln sollen, um mich aufzuwecken. Dafür ist es jetzt aber zu spät. Er hätte mir sagen sollen: 'So, So, So' und dann hätte ich ihm darauf antworten können, was ich darüber denke. Meiner Meinung nach, hat er sich zu viel belabern lassen und natürlich waren die restlichen Leute auf Optik froh, dass ich nicht mehr der erste Consigliere in dieser Famiglia war. Ich habe ja auch nie behauptet, er sei ein schlechter Mensch, wir verstehen uns nur auf diesem HipHop-Punkt nicht. Ich versteh ihn, zwar jetzt mehr als früher, aber ich bezweifle, dass er mich heute besser als früher versteht.
Für einen Mann seines Kalibers ist er einfach viel zu sehr auf dieses HipHop-Ding verkrampft. Im Endeffekt gibt es aber etwas für mich, das über HipHop geht. Zum Beispiel Freundschaft geht für mich über HipHop – ich würde nie einen Freund wegen HipHop vernachlässigen oder verstoßen. Für mich ist die persönliche Ebene viel wichtiger als die HipHop-Ebene. Ich denke er ist da viel zu ernst und sollte den Shit viel lockerer betrachten.
Du sagst er sei zu verkrampft auf dieser HipHop-Schiene. Muss man das aber nicht sein, wenn man 24/7 von HipHop bzw. von Rap lebt? Wenn man seinen Traum zum Job gemacht hat?
Das Ding ist doch, dass die Zeiten, in denen sich die Rapper für Auftritte bei VIVA schämen vorbei sind. Wir haben inzwischen die zweite Generation von Rappern, die mit HipHop aufwächst, wie ich es auch getan habe. Savas ist nicht so selbstverständlich mit HipHop aufgewachsen – er hatte keinen deutschen Rapper, zu dem er aufblicken konnte und von dem er lernen konnte. Genau aus diesem Grund hat er eine verkrampftere Sicht – die Kids heute dagegen wachsen mit Eko, Savas oder Bushido auf, das ist eine ganz andere Welt. Rap in Deutschland ist inzwischen für viele auch ein Weg aus der Scheiße heraus und man muss es nich mehr schlecht finden, dass sich der eigene Shit verkauft. Rapper müssen sich heute nicht mehr verstellen und so tun, als ob sie Auftritte bei VIVA hassen würden. Jeder will ja sein Ding so groß wie möglich präsentieren und Savas präsentiert seinen Materialismus wie z.B. sein Auto auch groß. Da kann er mir nicht erzählen, dass er Rap nur macht, um seine musikalischen Interessen umzusetzen. Nur weil er sagt, das sei nicht real, werd ich mich hüten nicht meinen Weg zu gehen.
Andere waren mit 21 bei weitem nicht da, wo ich bin und da muss ich dann sagen, dass es der pure Neid ist, der da aus den Leuten spricht. Ich sehe mich als Vorbereiter einer neuen Generation von Rappern und habe dementsprechend viel für den deutschen HipHop getan. Ich war der erste, der kein schlechtes Gewissen vermittelt hat, wenn er bei VIVA war. VIVA ist für mich nicht Blasphemie, sondern eine gute Möglichkeit mein Zeug zu präsentieren. Mir kann keiner sagen, dass ich reich war, als ich ins Game gekommen bin. Heute bin ich aber reich und darauf bin ich extrem stolz.
Dann kamen ja die ersten beiden Juicetracks von dir und Savas bzw. der Optik Jungs – wie hast du dich gefühlt, als du diesen Track gehört hast?
Ich dachte mir, dass dieser Track nicht mit unserem konkurrieren kann. Nicht wegen der Rapper sondern allein schon wegen der Stimmung. Ich war seelisch getroffen und die haben sich abgefuckt oder neidisch gefühlt. So kam der Track rüber. Das war für mich unterste Schublade, sowas sagt man nicht über seinen Ex-Partner. Wenn Fler schlecht über seinen Ex-Partner redet, dann ist das seine Sache, aber ich bin nicht so. Das hat man ja auch gesehen, dass ich selbst in einem Disstrack nicht unter die Gürtellinie gehe. Ich bin ein Mann von Ehre und ich werde nicht einen ehemaligen Freund so krass abfucken.
Auf meinen Tracks sage ich nur, wie ich mich fühle. Ich habe nichts erfunden oder so!
Dieser Beef polarisiert ja auch ziemlich. Leute regen sich darüber auf, dass dieser oder jener bei dir oder Savas einen Track macht. Wird man seine Seite wählen müssen?
Was mich angeht überhaupt nicht – was Savas angeht denke ich schon. Was mich angeht, ist es mir scheiß egal. Ich kann mit Leuten chillen, die was mit Savas zu tun haben und kann ganz normal mit den Leuten reden und umgehen. Z.B. der Track mit Samy ist ja schon viel länger her – das ist halt jetzt Zufall, dass der Track jetzt rauskommt, das hat ja gar nichts mit 'Die Abrechnung' zu tun. Ich denke, dass Savas viel mehr Samy zu tun hat als ich. Aber das bedeutet ja nicht, dass ich deswegen nicht mit Samy zusammenarbeiten kann.
Dein Track schießt ja nicht nur gegen Savas, sondern auch gegen Illmatic und Fler. Warum konzentriest du dich nicht auf einen Gegner, sondern schießt gegen jeden?
Weil mich einfach viele Leute abgefuckt haben. Ich erzähle nur die Warheit. Der erste Verse ist mehr erzählerisch und der zweite geht dann in die Battlerichtung. Beim ersten ist es so, dass ich sage, was ich erzählt habe und der zweite ist eine Reaktion auf die Tatsache, dass mich viele Leute gedisst haben. Wenn ich sowas mache, dann will ich auch nichts halbes und nichts ganzes machen – ich steh zu meinem Wort. Wenn jemand damit ein Problem hat, dann soll er einen Track machen – da scheiß ich drauf. Die Leute, die auf diesem Track gedisst wurden, haben alle gewusst, dass sie es verdient hatten. Alle bis auf Savas, der hat es sicherlich nicht akzeptiert. Die anderen haben aber sicherlich akzeptiert, dass der Track eben die Quittung war.
Jetzt sagen natürlich viele: 'Eko macht jetzt einen Disstrack gegen jeden und bringt sich damit ins Gespräch' – was sagst du dazu? Ist das ein Promomove?
Das haben mich auch schon viele gefragt. Und ich sage Euch, dass die Sache für Euch evt. Entertainment ist – ihr bekommt Gratistracks und könnt Euch darüber amüsieren – für mich ist das aber der original Abfuck der letzten Jahre. Alles, was sich in mein Gehirn gebrannt hat, alles was man mir in den letzten Jahren vorgeworfen hat – das ist jetzt alles aus mir herausgekommen. Ich war nur ein Junge, der seine Chance wahrnehmen wollte. Die anderen haben einen Fick auf mich, mein Umfeld, meinen Traum, meine Karriere, auf meine Mutter gegeben. Keiner von denen hatte Mitleid mit mir und genausowenig Mitleid werde ich ab jetzt mit diesen Typen haben. Ich bin kein stressiger Typ, das weiß jeder der mich kennt, wenn ich aber abgefuckt werde, fick ich zurück. Der Beef hat aber nichts mit der menschlichen Ebene zu tun. Ich werde diesen Leuten auf der Rapebene meinen Standpunkt und v.a. meine Position klarmachen. Ich werde diese Position, in die ich momentan gedrängt werde, nicht akzeptieren und wenn ich gegen jeden einzelnen Rapper in Deutschland antreten muss.
Und wie denkst du darüber, dass nicht nur dein Mentor, sondern auch deine ehemaligen Kollegen Tracks gegen dich vorbereiten?
Das waren alles mal meine Freunde und die haben teilweise damit zu tun, dass ich den Bogen zu harten Rap verloren haben, obwohl ich den nie verlieren wollte, weil sie mir mein Fundament, Anti Garranti, dafür genommen haben. Die haben sich lange, lange Zeit nachdem ich mit Savas den ersten Streit hatte dazu entschlossen zu Savas zu halten. Summer Cem, Caput, Erc und ich waren lange Zeit eine Crew und die sind dann einfach abgehauen. Die haben halt ihre Chance genutzt – das verstehe ich. Ich habe keinerlei Angst vor diesen Tracks, da meine Jungs (German Dream) überhaupt keine Probleme haben werden mit denen mindestens auf einem Level zu sein. Wenn nicht sogar höher. Ich werde meine Jungs erst antworten lassen, wenn es nötig ist. Ich sehe dazu aber im Moment absolut keine Notwendigkeit, da ich mich wie gesagt als absoluter Winner sehe.
Die Leute waren ja über den 'Flerräter' sehr ertstaunt. Wie kamt Ihr nach Eurem Streit wieder zusammen?
Dieser Track von Bushido gegen mich ist im Internet erschienen und er wusste selbst nicht, dass der Track veröffentlicht wurde. Der Track wurde extra wegen des Disses gegen mich nicht für das Album ausgesucht. Das Label hat aber einen Exclusive gesucht und diesen Track genommen. Ich habe mich darüber natürlich aufgeregt und letztendlich hat das auch den Ausschlag dazu gegeben, dass ich 'Die Abrechnung' geschrieben habe. Das Ding war aber, dass er gesagt hat, er wolle den Track nicht rausbringen, ich musste aber auf Rapebene einfach eine Antwort bringen. Das habe ich ihm aber auch gesagt und ich wusste lange Zeit nicht, ob er darüber sauer war. Bushido rief dann nach 'Die Abrechnung' an und fand es gut, also den Track aber auch die Tatsache, dass ich mal das Maul aufgemacht hatte, und meinte er hätte Sachen am Start 'Komm vorbei, ich hab hier Sachen am Start, ich hab Yayo am Start' und da kam dann auch die Geschichte mit Fler auf den Tisch. Am nächsten Tag hat Fler angerufen und sich bei Bushido entschuldigt – da hat er sich wenigstens verhalten wie ein Mann. Ich habe aber noch nichts von Fler gehört – er hat mich immer gedisst, obwohl er schon immer meine Platten gehört hat. Fler soll mir erstmal den Respekt geben, der mir zusteht. Ich geb keinen Fick mehr – jeder der mich abfucken will, wird auch von mir abgefuckt. Rapmäßig werd ich mir von keinem was sagen lassen.
Statt des letzten Wortes: Was willst du Savas, komprimiert auf einige kurze Sätze, mitteilen?
Ich würde ihm sagen: 'Lass die Sache endlich auf sich beruhen. Akzeptier, dass ich auch meine Meinung dazu sagen darf. Du hast deinen Respekt von mir. Jeder weiß, dass ich dich früher gehört habe. Du hast das Geld von mir für 'Ich bin jung..' und 'L.O.V.E.' - lass mich einfach in Ruhe. Lass mich in Frieden und ich lass dich auch in Frieden. Du wirst gar nicht glauben, wie schnell ich dich in Frieden lasse.
Wir danken für das Interview
Quelle: www.hiphop.de
Re: Interviews
LLG_Zero - 04.06.2005, 10:54
Prinz Porno & Separate
„ Teenage Mutant Buckwheats Babies“
Nachdem er noch letztes Jahr das Ende seiner Rap-Karriere verkündet hatte, kehrt Prinz Porno nun umso krasser auf die Bildfläche des HipHop-Games zurück. Auf sein Anfang des Jahres erschienenes Mixtape „Guess Who’s Back“ folgt nun sein Album „Teenage Mutant Horror Show“. Ganz nebenbei hat er mit Separate, einem Freund aus Royal Bunker-Zeiten, noch das gemeinsame Album „Erste Liga“ aufgenommen - und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, will er noch in diesem Jahr ein weiteres Album releasen. Auch Buckwheats-CEO und „Kinder Des Zorns“-Mitglied Separate ist noch lange nicht am Ziel. Gerade ist die Labelcompilation „Buckwheats Baby“ auf den Markt gekommen und wurde von den Kritikern ziemlich gut aufgenommen. Für dieses Jahr stehen noch mehrere Releases des jungen Mainzer Labels aus…
- Grund genug, die Zwei mal ausführlich zu ihrem State of mind, dem Weggang von Royal Bunker, Zukunftsplänen und dem Deutschen HipHop-Dschungel zu befragen.
rap.de: Separate, erzähl doch mal etwas über die Entstehungsgeschichte von Buckwheats Records. Wie kam die Idee dazu?
Separate: Also die Idee ist sehr spontan entstanden. Es kam damals so, dass ich direkt nicht wusste, wo ich meine Sachen releasen will und kann. Außerdem erkannte ich, dass man kein Geld verdient, wenn man das wild bei einem Label released. So hab ich mich mit meinem besten Freund Emil zusammen getan, wir haben uns ein bisschen Geld klar gemacht und ein Label gegründet - einfach um selbst zu hustlen, unsere Leute zu pushen und Mainz zu repräsentieren. Ich wusste, dass ich das Talent habe, um gut zu verkaufen, dass ich einen ganz guten Namen habe und dass die Leute wissen, dass wir gute Musik machen. Dann haben wir uns gedacht, dass wir ein eigenes Label machen sollten. Dadurch konnten wir dann auch Musik machen, wie wir wollten. Das war eigentlich so eine Übernacht-Idee.
rap.de: Wer ist auf Buckwheats alles gesigned?
Separate: Also fest gesigned bin ich, wobei ich ja keinen Vertrag mit mir selbst mache. Ansonsten Abroo aus Lemgo, auch von Kinder des Zorns, Charon aus der Nähe von Wiesbaden, Üba3ba, was jetzt noch nicht fest ist, aber demnächst über die Bühne gehen wird, und wir haben noch zwei Jungs, Geeno und Turkish, die demnächst auch gesigned, aber vorher erst durch Mix-Tapes auf den Straßen vorgestellt werden.
rap.de: Porno, du bist also nicht gesigned?
Porno: Ich bin jetzt nicht im Sinne eines Vertrags gesigned. Ich war noch nie irgendwo gesigned. Wir releasen halt zusammen, machen zusammen Musik, haben zwei Alben zusammen released und featuren uns kräftig. Wir schauen mal, wie das so weiter läuft..
rap.de: Ihr habt euch ja über Royal Bunker kennen gelernt. Könnt ihr mal erzählen, warum ihr nicht mehr beim Bunker seid?
Separate: Was soll ich dazu sagen? Ich bin mit Staiger einfach nicht klar gekommen. Das muss auch kein Geheimnis sein. Ich konnte mit ihm nicht reden. Wir hatten einfach Kommunikationsprobleme und ich hatte das Gefühl, dass da zu wenig Arbeit in meine Sache gesteckt wurde. Ich bin so, dass ich mir immer meinen Arsch für meine Sachen aufreiße - speziell, wenn es um meine Musik geht, die mir sehr am Herzen liegt. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass Staiger auch nicht mehr so interessiert an meinen Sachen war. Da haben wir einfach beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Da ist jetzt aber kein unsagbarer Beef oder so etwas! Wir haben einfach nichts mehr miteinander zu tun, und das ist in Ordnung so. Er soll sein Ding machen. Porno und ich haben uns damals auf dem Bunker kennen gelernt, und es hat sich zu einer guten Freundschaft entwickelt. Wenn er jetzt woanders sein Zeug heraus bringen würde, wären wir trotzdem noch Freunde.
Porno: Bei uns (Beatfabrik, Anm. d. Verf.) war das Ganze etwas anders. Wir haben uns vom Bunker getrennt. Im Nachhinein kann ich jedoch nicht sagen, dass es eine schlechte Zeit war. Staiger hat auf jeden Fall viel für uns gemacht und sich den Arsch aufgerissen. Diese „Wir Battlen Jeden“-Tour speziell war sehr geil. Als wir beim Bunker angefangen haben, Sachen zu releasen, war Staiger einer derjenigen, die an uns geglaubt haben und das Zeug richtig cool fanden. Es war eine coole Zeit. Es ist wie eine Beziehung mit einer Frau – wenn alles gestimmt hätte, wäre man ja immer noch zusammen. Staiger ist immer noch ein Kumpel von mir und wir haben weiterhin Kontakt. So ist das auch mit vielen anderen Leuten vom Bunker.
Seperate und Prinz Porno
Der Bunker macht jetzt etwas anderes, die haben ein anderes Konzept als das, was wir machen wollen. Staiger hat auf jeden Fall einen guten Stamm an Leuten, die er jetzt pusht. Da kommen gute Releases raus, und er hat eine gute Zukunft vor sich. Ich wünsch ihm viel Glück.
rap.de: Du wolltest ja eigentlich mit dem Rappen aufhören. Wie kam es zu dem plötzlichen Sinneswandel?
Porno: Also, das war ja kein plötzlicher Sinneswandel. Damals wollte ich aufhören zu rappen, da mich z.B. auch diese ganze HipHop-Szene abgefuckt hat - das ist halt eine sehr stereotype Szene. Keine Szene ist so krass auf sich selbst bezogen und kümmert sich auch nur um sich selbst, wie die HipHop-Szene. Wenn jemand aus dem Heavy Metal-Bereich mit jemandem aus dem House-Bereich zusammen arbeiten würde, dann würden ihn seine Kollegen dafür nicht schief angucken, aber wenn im HipHop etwas nicht 100%ig HipHop und real ist, ist es halt unglaublich scheiße, und das hat mich halt ziemlich genervt. Die Leute treten für gar keine Ideale ein. Selbst die Techno-Leute sagen einfach, dass sie Spaß haben und Tanzen wollen. Die reden ja auch nicht die ganze Zeit darüber, wie geil es ist, auf Techno abzugehen, während es sich bei HipHop darauf beschränkt, dass die Leute immer erzählen, wie cool das doch alles ist, was da so passiert. Die meisten Rapper heutzutage rappen ja nicht über irgendeinen Sinn oder über ihr Leben, sondern darüber, wie es so ist, Rapper zu sein. Das entspricht so ungefähr einer Situation, in der ein Bäcker keine Brötchen mehr bäckt, sondern den Leuten nur die ganze Zeit erzählt, dass er Bäcker ist. Auch hat mich der Neid speziell genervt. Das ist so ein Berliner Lokal-Problem. Wenn die Berliner alle zusammenhalten würden, wie es in anderen Städten der Fall ist, dann hätte jeder Einzelne viel mehr Erfolg und mehr Geld. Wenn einer Erfolg hat, dann freuen sich die Leute nicht mit demjenigen, sondern dissen ihn. Als Gruppe (Beatfabrik, Anm.d.Verf.) haben wir uns getrennt, weil wir uns auseinander gelebt haben. Da gab es keinen Streit. Das waren halt viele persönliche Sachen, die mich dazu gebracht haben, dass ich aufhören wollte, Musik zu machen. Aber ich hatte noch so viele Ideen. Mir war auch nie klar, wie viele Fans ich habe. Das kam auch erst im Nachhinein.
ap.de: Für dein neues Album „Teenage Mutant Horror Show“ hast du ja viele Beats vom „Kinder Des Zorns“-Album benutzt. Wie kam der Ansporn dazu, die ganzen Beats noch einmal zu verwerten? War das so eine Art freundschaftliches Battle zwischen dir und Separate – welche Version wird die tightere sein?
Porno: Ne, ne, so war das nicht. Ich stehe eigentlich nicht so auf deutsche Musik, aber als ich „Kinder Des Zorns“ das erste Mal gehört habe, fand ich das schon ziemlich geil – die Beats, Themen und Raps. Die Beats haben mich sehr inspiriert. Das ging dann aus so einer Wette hervor, weil ich und Separate am rumflachsen waren. Ich hab zu ihm dann gesagt, dass ich es in zwei Wochen schaffe, auf das ganze Album etwas zu schreiben. Er hat mir dann die Beats geschickt, und ich habe alles in zwei Wochen geschrieben. Zwischenzeitlich habe ich meinen neuen Produzenten (Biztram, Anm.d.Verf.) kennen gelernt, der dann auch noch einige der Songs geremixed hat. Zusätzlich haben wir noch fünf komplett neue Songs aufgenommen, um das Ganze etwas abzurunden. Ich war lange weg, und die Leute wollen jetzt viel neues Material hören. Durch die ganze Resonanz, die ich bekommen habe, als ich meinen Rücktritt bekannt gegeben habe, ist mir erst mal klar geworden, dass ich viele Fans habe. Auch wenn ich in meinen Texten vielleicht manchmal arrogant rüber komme, bin ich eigentlich ein recht zurückhaltender Mensch, weshalb mir das alles nicht so bewusst war. Darum habe ich mir gedacht, dass ich die CD so voll mit Musik mache, wie es halt nur geht.
rap.de: Auf deinem letzten Mix-Tape war ja der Song „Sneaker King“ drauf, in welchem du den Schuhen huldigst. Müssen es für dich persönlich immer die neuesten, flyesten Sneaker sein, oder trägst du eher Classic und Customized?
Porno: Ich stehe eher auf die Classic-Sneaker. Die kommen halt jetzt immer wieder neu raus. Mit diesen ganz neuen Formen wie bei den neuen Jordans, die neuen Reeboks und diese Nike Shocks kann ich nichts anfangen. Das finde ich nicht cool. Ich stehe eher auf alte Air Max, Air Force Ones - der Rapper-Schuh schlechthin, die ich nicht in weiß trage, da die ja jeder hat. Duns und die Hoorachis trage ich gerne. Ich bin niemand, der sich diese super teuren Modelle kauft. Das finde ich etwas albern. Irgendwo anders haben die Leute nichts zu essen und ich gebe Tausende von Dollars für eine Jordan-Collection aus. Ich find’s cooler, bei Ebay etwas zu recherchieren und dann Schuhe für 30 – 40 Euro zu kaufen, die im Laden eigentlich 200 kosten. Da freue ich mich viel mehr. Außerdem ist es ja so, dass die Schuhe auf der Straße sowieso dreckig werden. Man ist ja nicht so der Mode-Junkie, der jeden Fleck weg bohnert. Das ist halt der Staub der Straße. Das muss sein. Schuhe sind halt Style. Die haben meine Jugend begleitet. Als Kind wollte ich immer neue Turnschuhe haben und musste immer battlen. Meine Mutter hat mir nie die gekauft, die ich eigentlich wirklich haben wollte. Als ich klein war, gab es so innovative Sachen, wie das Pump-System und die Jordans, die damals 299 Mark gekostet haben. Wer die hatte, der war der King auf dem Schulhof, der war unfuckable. Das war der Erste, der geraucht hat (lacht). Schuhe sagen auch viel über Leute aus, weil die Leute auch was damit aussagen wollen. Im Osten von Berlin gab es früher viele Neonazis, die haben dann diese Adidas Torsion mit Neonstreifen als Erkennungszeichen getragen. Die Asseln hatten Doc Martins mit verschiedenen Schnürsenkeln, die angaben, ob sie halblinks, links, u.s.w. waren. Schuhe waren früher so ein Kommunikations-Ding. In Berlin tragen Leute, die so ein bisschen Gangbang-mässig drauf sind, Air Max oder hohe Reebok. Das ist ein Fashion-Statement. Wie auch jeder Typ, der Baggy-Jeans und ganz weiße Air Force Ones anhat, sagen will, dass er ein Rapper ist. Jeder in der Welt kommuniziert seinen Status ein wenig über Klamotten. Schuhe sind eine etwas subtilere Art. Mir gefällt das sehr.
rap.de: Separate und du, ihr habt ja das „Erste Liga“-Album gemacht und geht da eher in Richtung Club- und Battle-Bereich. Kann man das von euch in Zukunft erwarten oder werdet ihr auch wieder deepe Sachen bringen?
Porno: Ich würde das jetzt nicht als deep bezeichnen, weil ich das Wort nicht so mag, aber ich mache in erster Linie so Themen-Tracks. Auf meinem neuen Album gibt’s den Track „Kind Ohne Namen“ und das ist so der Würfel-Song. Das versuche ich so zu machen. Ich will jetzt nicht politischen Zeigefinger-Rap machen, da ich das auch etwas albern finde. Ich sehe halt viele Dinge, die fernab von diesem ganzen „Ich bin cool“, „Ich habe mehr Frauen“ und „Ich mach mehr Party“ Zeug sind. Wenn Leute das lustig machen, ist das auch cool, aber das ist nicht mein Style. Wenn ich Gangsta-Rap machen würde, wäre das vollkommen lächerlich, da jeder sofort sehen würde, dass ich kein Gangster bin. Jeder sollte das machen, was er kann. Ich befasse mich halt lieber mit dem, was in unserem Land abgeht. Ich finde, dass das für unsere Generation immer wichtiger wird. Leute in den Zwanzigern wollen arbeiten und in´s Leben starten - doch es gibt keine Arbeit. Das ist ein Problem. Warum soll man über so etwas keine Musik machen? Das ist nicht gerade cool, aber es ist interessant, darüber zu reden.
rap.de: Auf deinem neuen Album widmest du dich bei „Teufel Im Schafspelz“ dem Irak-Krieg. Fandest du das Thema in der deutschen Rapszene etwas zu wenig repräsentiert, oder was war der Move dabei?
Porno: Ich stehe dem Ganzen ein wenig gemischt gegenüber. In Deutschland ist es so eine Mode, antiamerikanisch zu sein. Die Leute sehen das sehr undifferenziert und sagen halt, dass Bush scheiße ist, aber weiter denken die nicht. Die schauen diesen Michael Moore-Film und denken dann genauso. Was der Typ dort sagt, stimmt natürlich, aber er macht das auch auf eine sehr demagogische Art, so dass die Leute strikt dagegen sind. Ich bin nicht total gegen Amerika, weil Amerika Deutschland auch viel nach dem 2.Weltkrieg geholfen hat. Aber diese Art und Weise, dass ein Land einfach in ein anderes Land einreitet, weil es da um Geld-Interessen geht, ist natürlich ziemlich krass. Natürlich mussten Saddam Hussein und sein Terror-Regime weg, aber wenn man das Ganze mal verfolgt, gleicht das schon einem zweiten Vietnam. Die ganzen jungen GI's sterben da. Ich finde, über so etwas muss man reden. Die meisten deutschen Rapper finden das vielleicht zu peinlich, oder zu politisch, aber ich finde das wichtig, darüber zu sprechen. Man muss auch wissen, wie gut man es in Deutschland hat. Wir sind ja bis jetzt von Terror-Anschlägen verschont geblieben. Junge Leute, die sich politisch nicht engagieren, die wissen ja gar nichts davon, und wenn ich denen das etwas näher bringe, ist das gut.
Separate: Ich bin der Meinung, dass sich nicht jeder heraus nehmen kann, dazu was zu sagen. Ich würde keinen kompletten Text zu dem Thema schreiben, auch wenn ich schon darüber Bescheid weiß. Charon (Rapper aus dem Buckwheats Umfeld, Anm.d.Verf.) ist im 1.Irak-Krieg geflüchtet und er sagt im Endeffekt das, was ich denke. Sein Onkel ist dort gestorben und er hat die Sache hautnah am eigenen Leib mitbekommen. Als Bush vor fünf Jahren gewählt wurde, haben die Leute da drüben geweint. Sie sagten, dass Bush den Irak und den Iran angreifen wird. Es wäre nur eine Frage der Zeit. Ich find Porno's Song mit Abroo's „America“ als die Besten zu diesem Thema, da sie in keinster Weise peinlich sind, sondern nur erzählen, wie ein Deutscher das Ganze von hieraus mitkriegt. Gerade der Satz: „Mein Homie hier kommt aus Bagdad / er kann ein paar Brocken Englisch / „Go home motherfuckers!“ - ich konnte nicht mehr! Das ist ein Satz, der beschreibt den kompletten Krieg! Genau wie bei Abroo: „Ziehst mit Bauern in den Krieg, weil dir zwei Türme fehlen“. Ich dachte, ich werd nicht mehr. Bei mir würde das Ganze eher traurig werden. Ich denke, dass Musiker, da sie auch die Möglichkeit haben, viele Leute zu erreichen, solche Sachen ansprechen sollten.
rap.de: Wenn man deine Texte anhört, dann passt der Name Prinz Porno ja eigentlich nicht wirklich. Woher kommt der Name?
Porno: Das ist etwas irreführend, stimmt schon. Als ich 15, 16 Jahre war, da habe ich gemalt - nicht krass gebombt und so, sondern eher in mein Black-Book gezeichnet. Saiche, der auch bei der Beatfabrik war, hat den Namen „Porno“ als Tag gehabt und hat es mir dann geschenkt. Die Leute haben mich dann so genannt. Als ich angefangen habe zu rappen, wollte ich den Namen noch erweitern. Früher hieß ja Kool Savas auch King Kool Savas und ich konnte mich halt nicht gleich König Porno nennen, weshalb ich mich dann Prinz Porno genannt habe. Ne, ne, witzig! Ich bin jetzt nicht der Player. Ich bin eher so der Kerl, der treu ist und heiraten will. Theoretisch wäre es wahrscheinlich besser, einen anderen Namen zu wählen. Die Leute kennen mich halt unter diesem Namen und wissen, was für Qualitäten und Aussagen hinter diesem stehen.
Separate: Viele Leute finden das ziemlich witzig. Meine Mutter und der Vater von meiner Freundin, die finden den Namen super witzig. Der Vater hat sogar mal gesagt, dass der Name „Prinz Porno“ überaus witzig sei und dass da sogar noch eine Alliteration drin wäre. Der lacht sich darüber kaputt.
Porno: Meiner Mutter ist der Name vor ihren Bekannten ziemlich peinlich!
rap.de: Beschreibe doch mal dein Album „Teenage Mutant Horror Show“ so ganz allgemein.
Porno: Auf meinem Album ist auch so Angeberzeug drauf, aber auch Themen-Songs, die sich mit Turnschuhen beschäftigen, oder mit sozialen Themen. Ich habe auch aus dem Blickwinkel eines Freundes erzählt, der in der 3.Generation hier ist und es hier sehr schwer hat, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Wieso gibt es hier in Deutschland immer noch Neonazis? Diese Frage hat mich auch sehr beschäftigt. Dann erzähle ich etwas über Politik und Sonstiges, was eben so in der Welt abgeht. Ich verkaufe jetzt nicht soviel Platten, aber mir ist es trotzdem sehr wichtig, meinen Hörern etwas Interessantes zu bieten. Musik prägt ja auch schon ein wenig. Ich will etwas Sinnvolles vermitteln und den Kiddies nicht sagen, dass alle Frauen Nutten sind, sie sich eine Glock kaufen sollen, um viele Leute umzulegen und dass sie vielen auf die Fresse hauen sollen. Früher gab es mal eine Zeit im Rap, die hat mich persönlich ziemlich aufgeregt: Da haben die Leute den Zeigefinger erhoben und erzählt, wie etwas gemacht werden muss. Man soll den Leuten was zum Nachdenken geben. Mache Leute haben mir auch schon gesagt, dass meine Songs ihnen in bestimmten Situationen geholfen haben. Warum soll ich denen erzählen, mit welchem Leder ich meinen Bentley beziehe? Das glaubt mir doch sowieso keiner. In Amerika ist das ein anderes Ding. Da ist das, von den Verkaufszahlen her, realistisch. Man sollte auf jeden Fall authentisch bleiben.
rap.de: Porno, du hast schon die Ansage gemacht, dass noch in diesem Jahr ein weiteres Album von dir erscheinen wird. Bleibst du dem Style von „Teenage Mutant Horror Show“ treu, oder wird da etwas ganz anderes kommen?
Porno: Auf dem Album ist schon ein kleiner Vorgeschmack drauf. Die letzten Tracks sind von Biztram, meinem neuen Produzenten produziert worden und geben schon mal einenVorgeschmack auf das neue Zeug. Ich werde in erster Linie Themen-Songs machen, alles was als „Story-Telling“ und „Deep“ gilt. Das will ich machen. Die Leute sollen auch sagen können, dass das Zeug lustig ist. Auf einem guten Album gibt es verschiedene Stimmungen. Man ist ja immer in einer anderen Stimmung. Du isst ja auch nicht jeden Tag das Selbe. Wir haben schon viele Sachen aufgenommen. Vielleicht werden wir auch den Schritt machen und versuchen, über ein Major raus zu kommen. Vielleicht kommt das Ding auch über Buckwheats. Wir werden sehen. Außerdem werden wir, Separate und ich, in Zukunft natürlich noch weiterhin zusammen arbeiten. Vielleicht werden wir auch zusammen auf Tour gehen und vielleicht machen wir ein zweites P & S- Album. Wir supporten uns gegenseitig, was es ja heutzutage immer weniger in der Szene gibt. Da hasst jeder den anderen - wegen dem kleinsten Scheiß.
rap.de: Abschließend ein paar Worte an die rap.de Leser.
Porno: Ihr solltet euch mit guter Musik versorgen, am Besten mit meiner eigenen, auch dem restlichen Buckwheats-Zeug. Kauft euch den Buckwheats-Sampler! Haltet die Augen offen für neue Releases. Ansonsten, bleibt so wie ihr seid!
Separate: Erst einmal vielen Dank für das Interview. Ich hoffe, die Leute schätzen, was wir machen und können sich damit identifizieren. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass die Leute sich die CD’s kaufen und nicht brennen. Mein Lieblings-Rapper Cormega hört jetzt auf zu rappen, weil er keinen Bock mehr hat, zu hustlen und strugglen und Alben zu recorden, wenn die Leute sich das Zeug sowieso brennen. Da verkauft er lieber Koks, sagt er. Das finde ich traurig. Wir arbeiten hart an unserem Traum, und ich finde, dass man das Zeug dann auch kaufen sollte und nicht nur brennen. Ich kauf mir ja auch CD’s. Also, wenn’s euch gefällt, kauft das Zeug!
Interview: Marc
Quelle: www.rap.de
Re: Interviews
LLG_Zero - 04.06.2005, 10:56
Sonny Black und Saad: Carlo Cokxxx Nutten II
„Carlo Cokxxx Nutten II“ heißt das neuste Werk Bushidos, das in seiner Diskographie den Nachfolger des Ende letzten Jahres erschienen Albums „Electro Ghetto“ bildet. Seit dem 2002 erschienenen ersten Teil der „Carlo Cokxxx Nutten“-Reihe hat sich im Leben des Berliner Straßenkämpfers, wie er sich selbst sieht, viel verändert. Während er damals noch über Aggro Berlin veröffentlichte und Seite an Seite mit Fler rappte, der sich in dem Projekt Frank White nannte, erscheint der zweite Teil – wie auch schon Electro Ghetto - nun über Urban/Universal. Sein Partner diesmal: Saad, der vor acht Jahren aus Beirut (Libanon) nach Deutschland kam und hier zunächst einige Zeit in einem Asylantenheim in Hannover verbrachte, wo ihn Bushido durch Vermittlung seiner Mutter kennen lernte. Anschließend zog Saad nach Bremen-Neustadt und arbeitete bei seinem Vater im Autohandel. Als sich abzeichnete, dass Bushido und Fler getrennte Wege gehen würden, bot er sich als Backup-MC an und erlernte das Rap-Handwerk innerhalb kürzester Zeit - nun ist er auf „Carlo Cokxxx Nutten II“ der neue „Partner In Crime“. Erfahrt im folgenden Interview mehr über die Entstehungsgeschichte und Inhalte des Albums, lest, wie Bushido zu Fler und Aggro steht, und weshalb die Jungs sich nicht als Rapper fühlen.
rap.de: Seit Electro Ghetto hast du wahrscheinlich eine Menge neuer Fans hinzugewonnen, die dich noch nicht so lange kennen. Deshalb erklär doch noch mal die Aussage des Titels „Carlo Cokxxx. Nutten“, der als solcher ja schon länger existiert.
Bushido: Das ist ein bestimmter Lifestyle, den mehrheitlich Berliner in Berlin leben. Carlo ist Carlo Colucci, eine Klamotten-Firma. Jetzt hab´ ich ja gerade einen Lacoste-Pulli an, was natürlich nicht so richtig passt. Aber Carlo sind halt so Alt-Herren-Pullover, die damals auch meine Lehrer getragen haben. Über das Cokxxx brauchen wir wohl nicht groß labern – ob wir das ziehen oder verkaufen, egal. Kokain hat jedenfalls seinen Platz in diesem Titel, und für Nutten gilt dasselbe, ob das meint, dass du jeden Tag in den Puff gehst, so wie wir es früher praktiziert haben und heute auch noch teilweise tun, oder ob du halt die Frauen privat so krass bumst, dass sie auch schon fast Nutten sind. Jedes dieser Worte repräsentiert halt für mich, Saad - und damals auch für Fler - einen Lifestyle. Wir sagen einfach, dass wir das leben und deshalb können wir unser Album auch so nennen.
rap.de: Wie lange habt ihr an dem Projekt gearbeitet?
Bushido: Mit Mischen und Mastern haben wir ungefähr einen Monat gebraucht. In der Zeit sind auch komplett alle Beats entstanden. Dazu braucht man aber eben auch Künstler, die schnell arbeiten können. Bei Saad wusste ich es ja noch nicht so, aber auch bei ihm hat sich gezeigt, dass wir locker zwei Tracks am Tag machen können, wenn die Beats da sind. Ich bin ja eh´ den ganzen Tag im Studio, weil da auch mein Büro ist, und ich mich auch um den Schreibkram kümmern muss. Da mach ich dann halt drei, vier Beats - Saad geht dann rüber ins Studio, sucht sich Beats aus, und dann fangen wir an zu schreiben: „Ich … fick deine… Mutter – du Hurensohn…“, jetzt mal grob gesagt. Ilan mischt halt sehr schnell und Bommer hat das dann in fünf Tagen gemastert. Ich weiß auch gar nicht, weshalb Leute für ein Album drei Jahre brauchen. Weshalb? Wenn ich davon zwei Jahre als Mauerer arbeite oder nebenher studiere – o.k. Aber wir machen halt nichts außer Musik.
rap.de: Ein außergewöhnlicherer Song auf eurem Album heißt „Denk An Mich“ und hat eine recht positive Aussage. Erklärt doch mal, wer die „Ich-Erzähler“ in dem Song sind, bzw. welche Idee dahinter steckt.
Bushido: Wir sind in dem Fall nicht Bushido oder Saad. Dieses „Ich“ ist fiktiv, und es ist irgendwas, das dir Kraft spendet. Lass es Gott sein oder was auch immer. „Wenn es dir schlecht geht – denk an mich, wenn deine Freundin weg ist – denk an mich“. Wir schildern da ja in jeder Zeile immer eine Situation: „Denk an mich, wenn du merkst, dass du ganz schwer zu lenken bist“, was auch immer. Wir sagen halt, egal, was passiert – deine Freundin, deine Eltern, dein Job, deine Gesundheit, es gibt immer etwas, womit man sich aufbaut. Viele Leute gehen in die Kirche und sprechen mit Gott, das hilft denen und stärkt sie. Ein Mädchen hat seine beste Freundin, bei einem Jungen ist es vielleicht sein Vater. Wenn du Austausch-Schüler in Amerika bist, denkst du vielleicht an deine Mama und hast am nächsten Tag wieder Bock, in die Schule zu gehen. Wir möchten den Leuten sagen, dass es egal ist, was es ist – solange es hilft, ist es o.k. „Denk an mich – du weißt genau, wer ich bin.“ Vielleicht kannst du das auch keinem erzählen, weil du Angst hast, dass du ausgelacht wirst und die Leute dich nicht cool finden. Unter vielen Freunden gibt es ja dieses Verhältnis, dass man nie ein Problem hat oder traurig ist, sondern man eben immer nur cool ist. Man geht immer nur ficken, irgendwelche Leute schlagen.
rap.de: „Nie ein Rapper“ ist ja vom Titel her erst mal etwas schizophren, denn Rapper seid ihr ja…
Bushido: Ich glaub, am repräsentativsten ist der erste Satz aus der Hook „Denn ich war nie ein Rapper – ich hab für die Straßen gekämpft – und Mama sieht plötzlich mein Poster in dem Laden da hängen“. Wir wollten einfach nie krasse Rapper sein und irgendwelche Klischees erfüllen, mit anderen Leuten freestylen, auf irgendwelche Jams fahren, um da unser Wissen auszutauschen und mit Torch über Afrika Bambaataa zu reden. Natürlich sind wir Rapper, aber ich weiß eigentlich gar nicht, warum wir Rapper sind. Ich weiß für mich nur – ich kann einen Beat machen, ich weiß, was ein Loop ist, ich kenn die einzelnen Drums und bekomme es hin, dass man darauf rappen kann. Dann bekomme ich es auf die Reihe, Sätze zu schreiben, die sich reimen und auch eine Aussage haben, mal mehr, mal weniger, aber es ist eben alles bewusst. Das Einzige, was wir machen, ist unsere Sicht des Lebens auf ´nen Loop zu rappen, das aufzunehmen und das auf ´ner CD zu verkaufen. Das ist alles. Sonst verbindet mich mit diesem Rapper-Sein gar nichts. Bei den Klamotten angefangen, wobei das noch das kleinste Problem ist. Du kannst dich ja anziehen, wie du willst. Aber meine Einstellung, mein Umfeld, meine Freizeit – wir reden ja noch nicht mal über Rap, wenn wir nicht rappen. Wenn wir aus dem Studio rausgehen und die Tür zumachen, ist das erste, was wir sagen „Lass uns Wasserpfeife rauchen gehen“. Da sind dann unsere Freunde, und da reden wir dann über Fußball. Vor ein paar Wochen haben wir z.B. über den Tod von Jassir Arafat geredet, dann reden wir über die Situation in Syrien und im Libanon oder über irgendeine Olle, die wir gestern getroffen haben. Aber keiner von uns redet über Rap. Unsere Freunde nehmen uns noch nicht mal als Rapper ernst. Wir rappen, hampeln auf der Bühne rum und verkaufen 100.000 CDs - unsere Freunde interessiert das nicht. Das wollen wir einfach zeigen: Unser Leben, unsere Freizeit hat einfach nichts mit Rap zu tun. Wir kaufen uns auch nicht irgendwelche CDs, hören die durch und diskutieren über irgendwelche Styles oder so. Sentence ist z.B. ein Rapper – er sieht aus, wie ein Rapper, redet wie ein Rapper und denkt wie ein Rapper. Wir reden aber z.B. überhaupt nicht besonders krass über irgendwelche Techniken oder so. Es gibt Leute, die zerbrechen sich den ganzen Tag den Kopf über Flow und Reimstrukturen – ich meine, gut, wir haben unsere Reime auch nicht immer nur auf die Zwei und die Vier. Manchmal gibt es ´nen Doppelreim, manchmal reimt sich ein Wort aus dem ersten Takt auf ein Wort aus dem Vierten, wir machen uns nur keinen Kopf darüber. Das kommt einfach so aus uns raus. Deshalb war ich nie ein Rapper. Für die Straße kämpfen, heißt für mich einfach, zu deinen Leuten loyal zu sein. Wir wollen ja auch niemanden dissen, der rappt, wir haben das nur einfach nicht so. Wir sind die Außenseiter. Weißte - ich kann mir gut vorstellen: In Sammys Umfeld – da chillt der halt mit Paolo und mit Illo und wie die alle heißen, und wenn du mal nicht rappst, dann bist du Außenseiter, weil du davon keine Ahnung hast und vielleicht Medizin studierst. Da musst du dich halt immer für Rap interessieren. Bei uns ist das ganz anders. Wir sind die Außenseiter, weil wir rappen. Die anderen sitzen da, spielen Backgammon, Karten, rauchen Pfeife und kucken Libanon-TV über Satellit. Wenn ich dann sage „Ich habe morgen ´nen Auftritt“, dann heißt es „Aha – geil.“ Wir drehen zu dem Lied ja auch ein Video, in dem siehst du dann alle meine Kumpels, die keine Rapper sind und auch keine werden wollen. Wir haben ja in allen anderen Videos auf diese Posse-Shots verzichtet und bei „Nie ein Rapper“ machen wir es nun genau anders. Da ist kein einziger Typ gecastet.
rap.de: In einem Song heißt es von deiner Seite „Mama, es tut mir so leid“. Es geht dabei auch um deine Berührungen mit dem „Gesetz“. War deine Mutter bei den Verfahren eigentlich dabei?
Bushido: Ja – ich saß auch in U-Haft und habe schon Erfahrung mit Richtern. Meine Mutter war bei den Verfahren aber nie dabei. Die kamen natürlich zu den Hausdurchsuchungen zu meiner Mutter, aber zu den Verfahren bin ich dann immer allein hingegangen, mit der Jugendgerichtshilfe. Meine Mutter wusste natürlich, was abgeht, und letztlich ist es auch egal, ob ich sie mitnehme, weil sie eh´ auf meiner Seite ist, selbst wenn ich beim Klauen oder beim Drogenverkaufen erwischt wurde, was ja auch der Fall war. Sie war immer auf meiner Seite. Wir haben da ein anderes Rechtsempfinden. Wenn Saad z.B. Scheiße bauen würde, würde ich trotzdem immer sagen, dass er Recht hat.
rap.de: Ich habe gelesen, dass du dann am Ende unter der Auflage, eine Ausbildung zu machen, nicht ins Gefängnis musstest…
Bushido: Richtig - die Ausbildung hat dann drei Jahre gedauert. Die musste ich in einem Jugendheim in Wannsee machen, da habe ich ja dann auch Fler kennen gelernt.
rap.de: Wie ist euer Verhältnis zueinander denn inzwischen? Dass ihr Beef hattet, ist ja klar, aber dennoch seid ihr ja ziemlich lange eng befreundet gewesen. Habt ihr gar keinen Kontakt mehr?
Bushido: Überhaupt nicht mehr, und ich will ihn auch gar nicht sehen. Ich glaube, es würde dann zu einem extremen Streit kommen. Ich glaube, man würde auf keinen Fall korrekt miteinander reden. Ich will jetzt auch gar nicht so tun, als würde mich das gar nicht beschäftigen. Erfolgreich kann ja jeder werden, du kannst so viel Geld machen, wie du willst, aber Freunde hast du eben immer nur ein paar. Ich werde z.B. nie wieder einen Freund wie D-Bo finden, will ich auch gar nicht. Viele Leute sagen ja jetzt auch über Saad, er wäre ein Fler-Ersatz. Das ist Blödsinn – ich brauche hier niemanden zu ersetzen. Ich will mich jetzt auch gar nicht privat mit Fler streiten. Das wäre auf jeden Fall nicht gut für ihn und für mich nicht lohnenswert. Mein Recht bekomme ich nicht durch meine Freunde. Diesen Fler-Streit kann ich nicht durch meine Freunde klären. Ich kann ihn natürlich auch schlagen, aber das bringt mir im Endeffekt kein Recht. Wenn er nicht aus seinem Herzen heraus sagt „Du hast Recht“, dann bringt das gar nichts. Er soll einfach machen, was er will. Er soll seinen Erfolg haben, ich neide ihm auch nichts. Ich neide auch Sido nichts. Das sind für mich persönlich übertriebene Arschlöcher, aber das hat nichts mit dem Geschäft zu tun. Ich neide auch Specter und Spaiche nicht den Erfolg, den sie mit ihrem Label haben. Ich hasse sie einfach nur persönlich. Das sagen meine Freunde auch: Lass die doch ruhig 200.000 Platten verkaufen, ist doch o.k. Sie sollen nur auf der persönlichen Schiene aufpassen. Ich will auch gar nicht so ein kleiner Tyrann sein, der anderen irgendwelche Stöcke in die Fahrradspeichen schiebt. Wir machen unser Ding und gut ist. Wir verkaufen nicht wesentlich weniger als andere und solange ich mehr als Sammy Deluxe verkaufe, ist mir eh alles egal.
rap.de: In der Juice hast du vor ein paar Monaten gesagt, dass du zu deinem Vater keinerlei Kontakt hast – hat er sich denn in der Zwischenzeit um Kontakt zu dir bemüht?
Bushido: Nachdem er wusste, wo ich bin, war natürlich klar, dass von seiner Seite aus Kontakt gesucht wird. Aber das wundert mich auch nicht, er ist einsam. Drei Viertel seines Lebens sind vorbei, er ist fast game over. Er ist halt 50, 60 und natürlich versucht er nun, mich zu erreichen. Er ist mein Vater, und das respektiere ich auch, aber meine Mutter und meine Freunde waren eben mein ganzes Leben lang für mich da. Ich sehe jetzt keine Notwendigkeit, meinem Vater irgendwie ganz krass meine Hand zu reichen, so von wegen „Papa, lass uns jetzt ganz viel Zeit miteinander verbringen und zusammen in den Zoo gehen“. Das gibt ´s nicht. Ich habe z.B. auch meinen Onkel, also den Bruder meines Vaters, kennen gelernt. Den und dessen Frau sehe ich sehr gerne. Ich telefoniere regelmäßig mit denen. Die kommen aus Regensburg und die waren jetzt auch schon auf Konzerten dabei – die waren in Düsseldorf und kommen natürlich auch in Regensburg vorbei. Den Teil meiner Familie habe ich auf jeden Fall akzeptiert. Aber ich kann meinem Vater gegenüber jetzt nicht so tun, als wäre 26 Jahre nichts gewesen. Wenn du deinen Vater triffst, und das erste, was er sagt, ist „Deine Mutter ist schuld“, dann ist es vorbei. Ich lasse auf meine Mutter nichts kommen, und das gilt auch für meinen Vater. Nicht nur für irgendwelche Rapper, die haue ich sowieso alle um. Es geht darum, dass auch mein Vater lernen muss, meine Mutter zu respektieren.
rap.de: Ich habe gehört, dass ihr für das Album bewusst auf Promo in Zeitschriften wie Bravo und ähnlichen verzichtet – weshalb?
Bushido: Ich denke, es passt einfach nicht dazu. Wir haben halt versucht, den Flair des ersten Teils mitzunehmen und weiterzuentwickeln. Und der erste Teil war auch so ein ganz krasses Anti-Kommerz-Ding. Natürlich wären wir gerne total groß raus gekommen, aber es hat halt niemanden interessiert. Die Juice hat Carlo Cokxx Nutten irgendwie fünfmal unterwegs verloren. Die haben es geschafft, das Album im Oktober zu rezensieren, obwohl es schon im April rauskam, weil es angeblich fünfmal auf dem Postweg verloren gegangen ist. Im Review stand dann, die Beats seien ganz gut, aber wegen der blutleeren Raps sei es schade um die Beats. Wir wurden da unten gehalten. Inzwischen ist das etwas anders. Wir haben einen anderen Partner, ich habe mit allen Releases insgesamt schon ungefähr 300.000 CDs verkauft. Ich meine, es wäre für uns ja kein Problem, da überall rein zu kommen – Bravo, Yam, Popcorn. Die wollten mich ja auch schon bei Electro Ghetto extrem krass präsentieren, so von wegen „Wir zeigen deine Mutter am Herd, der krasse Rapper sitzt am Tisch und bekommt von Mama Essen“. Wir haben damals schon gesagt, die können unsere Pressefotos benutzen und unsere freigegebenen Interviews. Das war ´s. Wir haben da einfach keinen Bock drauf. Ich wurde neulich auch gefragt, weshalb ich nicht bei Stefan Raab bei diesem Song-Contest mitgemacht habe. Natürlich hätten wir das auch anfragen können, aber das wollen wir halt nicht. Wir sind halt Rapper – dann auch wieder Rapper und insoweit gewissen Dingen verpflichtet. Wenn ich mit Neffi geplant hätte, dass mein Leben nach dem Contest im Arsch gewesen wäre, hätte ich da hingehen können. Dann hätte ich aber nie wieder Rapper werden können. Dann wäre ich irgendso ´ne Popschwuchtel, die bei der Wok-WM mitfährt. Das hat nur eben nichts mit meinem Rap zu tun, nichts mit meinem Beat zu tun, das ist einfach nur ganz große Promo-Welle. Für uns ist Carlo Cokxx Nutten halt so geworden, wie wir es haben wollen, und natürlich wollen wir das auch möglichst vielen Leuten zur Verfügung stellen. Aber die Leute sollen halt von selbst darauf kommen. Es wird ja auch ein Video geben, dazu aber keine Single. Wenn den Leuten das Lied aus dem Video gefällt, sollen sie halt nochmal fünf Euro mehr ausgeben und sich gleich das ganze Album kaufen. Wenn du lange Musik machen willst, musst du deine Schritte auch gut planen. Ich wollte den Leuten auch noch mal zeigen, dass ich auch ein ganzes Album produzieren kann, wenn ich will. „Tut mir leid für Electro Ghetto – sorry.“
rap.de: Am 13.06. jährt sich ja der Todestag von Maxim erneut. Du hast in der Vergangenheit mehrfach betont, dass du an diesem Tag immer für ihn spielen würdest, egal, wer sonst noch auf der Bühne steht. Gilt das auch noch dieses Jahr, nachdem gerade diese ganze Beef-Welle gelaufen ist?
Bushido: Ich habe allen Leuten meine Mitarbeit zugesichert. Von mir aus kann auch Sido Headliner sein. Ich trete auch um 9 Uhr morgens auf, ich trete auch nach Fler auf oder Hand in Hand mit Eko. Das ist mir scheißegal. Ich werde da sein und an dem Tag habe ich mit keinem ein Problem. Ich stehe an diesem Tag ohne Ego auf. Ich bin dazu verpflichtet, meinen Freund zu ehren, und das wird dieses Jahr genauso sein. Ich habe 364 Tage im Jahr Zeit, um den Leuten auf die Fresse zu hauen, da kann ich auch mal an dem einen Tag chillen. Bei mir ist das ja auch noch mal etwas anderes, denn ich hatte mit ihm ja auch sehr viel zu tun. Alle, für die ich sprechen kann, sind natürlich auch dabei. Also D-Bo, Hengst und Saad, da wird gar nicht gefragt, das ist klar. Wenn es ein Problem gibt, liegt es auf jeden Fall nicht an mir.
rap.de: Es war ja schon davon die Rede, dass du bei Universal ein richtiges Sublabel bekommst – wie sieht es denn damit aus?
Bushido: Die Gerüchte sind eigentlich gar nicht so falsch. Ich scherze auch immer so ein bisschen mit Neffi darüber, und er meinte auch schon, dass er mir bald eine eigene Visitenkarte gibt. Ich werde halt die Leute produzieren, in denen ich Talent sehe. Saad steht schon fest, Hengst steht auch schon fest, und mit Sentence bin ich gerade am Reden. Die Leute sollen jedenfalls über mich rausgebracht werden, und dafür habe ich auch eine Kooperation mit Universal am Dampfen. Ich habe mein Sublabel „Ersguter Junge“ – das ist ein Branding. Leute, die versprechen, erfolgreich zu sein und für Universal einen gewissen Profit mitzubringen, werden einfach aufgrund meines Wortes rausgebracht. Ich sitz mit Neffi am Tisch und sage „Saad ist ein guter Junge“, lass uns das machen. Und dann machen wir das. Ich bekomme hier auch den Support, den ich brauche, die respektieren mich hier. Neffi hat gesagt: „Ich habe Azad und dich gesignt, und ihr habt beide große Freundeskreise mit Leuten, die Musik machen. Ich vertraue da auf euer Wort. Wenn ihr mir sagt, der und der sind cool, dann helfe ich euch.“ Genauso sind wir verblieben und deshalb stellt sich für Neffi auch gar nicht die Frage, irgendwelche Leute zu signen. Es braucht keiner Demo-Tapes zu Universal zu schicken. Wenn ich sage, einer ist scheiße, dann ist er es auch.
Interview: Jan Simon
Quelle: www.rap.de
Re: Interviews
LLG_Zero - 06.06.2005, 19:59
Charnell interview vom 22.01.05
Charnell is back, und hat heute erstmal 2 stunden angerufen,
um einiges klar zustellen was gerade abläuft in der Szene.
Reporter:
Wieso back, Charnell?
Charnell:
Naja wie eingige schon mitbekommen haben werden, geh ich jetzt noch straighter Vor mit
meinen moves. Ich will zeigen das die ganze Szene nur ein scheiss dreck ist,
zu 99% aus bitches besteht und jeder wissen soll wer alles Bitches sind,
daher werden nur noch Namen genannt und warum, damit jetzt keiner denkt ich dizz
wegen der Fameness halber.
Ich bin extra weggezogen um moves zu machen die das ganze game umkrempeln.
Reporter:
Wieso das?
Charnell:
Unser neustes 030 GangxtaClicc Album mit Jasha,
-Kriminelle Akustik- steht seit Januar 2005 in den Läden, mit den best Beatz von my man Rocky,
und wie auf Charnell "Übernahme" schon KingAli, Bushido oder AKCrew angegriffen,
wird jetzt noch gesagt was noch zu sagen is und es gibt noch viel zu sagen,
die ganzen Bitches werden mich noch sehn in Berlin und dann sollen sie wissen
das ich was Vorhabe, ein Grund, und wie gesagt es wird scharf geschossen.
Ich bin nur weg wegen der Reichweite nicht vor irgend was oder wem weggerannt.
Reporter:
Und was willst damit erreichen?
Charnell:
Alles was ab jetzt kommt von charnell, ist ohne jegliche Einschränkung und Leute wie
Bushido kreigen richtig den Arsch auf gerissen, denn alles was sie sagen ist sowieso
nur shit, die werden so überrannt, genau die Leute wie Bushido, Sido, AggroBerlin etc.
Homie, Ich bin der letzte der denkt das alles besteht nur aus rap,
wir können auch auf die strasse gehn.
jetzt erst fängt die Szene erst an Wurzeln zu bekommen im Rap,
es gibt nicht mehr soviel bubblegum scheisse,
weil leute wie ich mit Waffen und deepen Hass kommen,
weil alles nur spasten sind, jeder Rap verstanden hat,
nur nicht in Deutschland, hier ist alles Müslirap, und dann Leute
die Nazirapper sind, auf Ami machen und dann zu ihren Homeboys sagen:
"Schau mal den scheiss Nigga an".
Bushido weis wen ich mein, und Bitches, Gangxta Clicc wird ganz direkt, die krassesten
Flows, Aussagen, und Beatz etc.
Reporter:
Zu Aggro Berlin
Charnell:
Früher war ich mit DaFource die Strasse am präsentieren,
und Heute sinds Leute die sich an mich orientiert haben und dazu heute nicht mehr stehen,
wie Sido die größte Bitch, der mit Aggro rauskommen wollte und von Azad gefickt wurde.
Die haben sich eingekauft bei Leuten die mir sagten,lass die in ruhe,
aber interessiert mich nicht, Sido war nicht der erste, hat schon angefangen mit Dizz an Flame,
Mir wird das Buis weggenommen von scheisse, und jeder der mir mein buis weg nimmt
wird gefickt der nicht ist wie ich.
Egal wer dahinter steht, ich mach alleplatt die in meine Nähe komen,
Reporter:
Zu Elektro Ghetto
Charnell:
Straight up Lügen wie Bordstein zur Skyline, soviel Müll , kann der junge
noch in Spiegel gucken, jeder weiss von der gelben Villa in Wannsee, hat doch jeder
gesehen bei MTV , der harte Gangxta, genau wie der Harte block von Sido wo nur Ökis
wohnen, aber jeder glaubt es ausserhalb, nur in Berlin weiß man das alles Bullshit is.
Da der shit schon peinlich genug ist das jeder auf Gangxta macht und so´n piss ballert,
bekomme ich auch den Stempel Story aufgedrückt, wegen Bitches die auf Gangxta machen und
nebenbei ihr Gymabschluss machen und nur Fake präsentieren.
Macht mich dass jetzt offiziel zum Hater?
Standart, wer würde da nicht haten, dann steh ich dazu, ich hate möchtegern Gangxta.
Reporter:
Zu Rap:
Charnell:
Wie kann heutzutage Rap so niveulos sein,
ARSCHFICK SONG, Sido
was sind das für menschen?
was is das für Rap?
Rap is für mich viel mehr, ich versteif mich nicht nur auf buis,
so wie Schwuchteln wie Banjo,
sei Rapper wenn du einer bist, und drück dich nicht vor was passiert wenn du was sagts,
du mußt dafür gerade stehen!
Reporter:
Abschließendes Wort:
Chanrell:
Die ganze Szene besteht aus Verrätern, und jeder bekommt seine Abrechnung,
keine Bitch wird ausgelassen, mein Ziel hat sich im Horizont erweitert,
und ich gehe über Leichen.
Reporter:
Thankx fürs Interview
Charnell:
No Problem
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Quelle: www.berlin-untergrund.com
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