Alle Beiträge und Antworten
Ferach - 20.11.2005, 15:35
meine Kurzgeschichten - traurig, aber wahr ;)
jaa, mal sehen ob in nächster zeit noch mehr kurzgeschies dazu kommen werden, jetzt estmal nur eine. ich habe ihn erstmal aufgemacht und so genannt, nach dem motto: man weiß ja nie ;)
zur geschie^^
eine klassische liebesgeschiechte zur aufbruchszeit der jahrhundertwende im indurstiellen london...
das sollte es wohl werden XD geworden ist es die größte schnulze dieses jahrhunderts *kopfkratz*
sprachlich ist das echt kein goldstück und wenn mans genau betrachtet ist es die story auch nicht Oo aber ich wollte doch auch mal eine richtige lovestory schreiben ;) wenn ich schon aus reiner boshaftigkeit die liebesstränge in den anderen storys ne zulasse XD
hier erst einmal die erste hälfte^^
also.. achmanno XD ich habe versucht richtig schön historisch zu arbeiten aber mein wissensstand dort is der einer erbse und meine ideen auch oo man merkt doch gar nix hier, dass das gegem 1880/'90 spielen soll ><ich><
Delphy StarDragon - 20.11.2005, 18:15
ich nehm gleich mal vorneweg, dass ich wohl etwas voreingenommen bin, was reine liebesgeschichten anbelangt. so was mag ich normalerweise gar nicht und habe mich bis jetzt davor gehütet, zu viel solche sachen zu lesen... aber trotzdem darf ich mir deine geschichten ja nicht entgehen lassen ;)
ich habe die mir vorhin ausgedruckt und durchgelesen. zum teil sind einige lustige satzstellungen drin, wo die wörter vertauscht sind, und ein paar fehlende buchstaben... was ich bei dem wort "Ekel" schon sehr überlegen musste, dass das "ENkel" heißen sollte *g* wenn ich zeit hab, such die fehlerchen mal zusammen. sind aber kaum welche drin, so wie ich das auf den ersten blick festgestellt habe.
nun ja, was halte ich davon? hm, ist was schwer, jetzt unpartiisch zu kritisieren *lach*
dass die geschichte in einer weiten vergangenheit erzählt, kam gut rüber. ich hätte mich jetzt zwar nicht aufs ende des 19. Jh. festlegen können, aber dass das nicht im heute spielt, hab ich rauslesen können. ist recht gut beschrieben mit der damaligen zeit, den kutschen, den kleidern ect. vorallem der sprachschatz ist nicht übel geworden. ich denke zwar, dass manches doch nicht in diese zeit gehört und zum teil zu modern klingt, aber das ist nicht so wild. was die ganzen orte angeht, muss ich dir da vertrauen, da ich selbst nicht weiß, wie london nun genau aufgebaut ist oder nicht.
wie gesagt bin ich nicht so für solche arten von storys, aber ich werde sie weiterlesen, wenn du einen nächsten teil hast ;) weiterschreiben würde ich an deiner stelle auf alle fälle, denn flüssig gelesen hat sich die.
Ferach - 20.11.2005, 18:24
nur anz kurz (die eigentlich antwort wird folgen): ich war ja schon einmal in london, aber das problem ist wohl, dass die heutige und damalige metalität leider nicht dieselbe ist^^''''''
und für die plätze und so, habe ich einen original-staftplan von drot *lach* alles habe ich leider auch nicht mehr im kopf. zum beispiel sind wir zwar an harrods vorbei und ich hab auch ein foto davon, aber drin war ich leider nie^^''''''
soviel dazu jetzt, später mehr *g*
Edit:
so, jetzt der versprochene richtige teil meines kommis^^'''
naja, del, dass du so etwas nicht magst, konnte ich ja nicht ahnen ;) und es ist ja auch nicht die regel, dass ich so etwas schreibe ;)
also für mich hatte ich sie schon einmal korogelesen, aber ener allein findet ja leider nicht immer alle fehler oo''' ich weiß ja, was dastehen sollund da les ich es oft genug auch so, wie es sollte sein, nicht, wie es ist^^''' *hust*
du kannst gern parteiisch sein oo hab ich nix gegen.
die sprechweise habe ich ein wneig vesucht anzupassen, aber der reine text war da kaum möglich. und dann gibt es so festgefahrene formulierungen, wo man kaum mekrt, dass sie nciht in die zeit passen^^'''
wie gesagt musste ich mich dann einzelln von nem stadtplan helfen lassen. ich weiß zwar nich, ob sie damals schon so hißen, die strassen, aber das lasse ch jetzt einfach mal der überbrüfung^^'''' (harrods gab es auf jeden fall schon oo)
aber diese wunderbare atmosphäre, die diese stadt hat, werde ich wohl nie rüberbringen können Oo *hüstle*
Ferach - 06.02.2006, 18:40
den gedanken für eine neubearbeitung diese 'geschie' hatte ich laube ich schon vorher, aber da mich jetzt eine freundin wegen dem thema angesprochen hat, habe ich die sache heute mal angepackt, so viel emotionale musik wie möglich in die playlist gepackt und das neu geschreiben^^
macnhe von euch kennen es sicher noch. ich glaube ich hatte das original im alten forum scvhon einmal ausgestellt.
es handelt sich wieder um die schilderung der ermordung der viel elementarwächterinnen, der ich ja zusehen durfte.
da die letzte fassung aber inwzsichen schon wieder zwei jahre oder noch älter ist, habe ich es noch mal gemacht. den erzählstil geändert, etwas handlung im vornherein noch angefügt und das ganze einen besseren stil verpasst^^
alles in allem kommen aber immer noch nicht diese großen emotionen von damals rüber .... -.- das ärgert mich so >< ich kann machen was ich will, es klingt gleich.
also geschockt war ich nciht wirklich beim der endkoretur Oo
aber nja...
meckert ruhig was das zeug lässt^^ ich bin für alle kritik offen *smile* nur am plot geht nichts zu ändern XD der ist nun mal so passiert *smile*
okay. wegen der schonung der länge des threats hier nur ein link^^
http://romsna.lima-city.de/BildervonFerach/sonstiges/Der%20Tod%20der%20Element_acutally.doc
mja^^'''''' have fun
link müsste funzen oo
Delphy StarDragon - 06.02.2006, 20:19
an den ursprungstext kann ich mich noch gut erinnern. ich weiß jetzt aber nicht mehr, ob du das hier ins alte forum gestellt hattest oder damals nur in die drachenburg.
das wichtigere aber ist, das ich die neue version nicht lesen kann :( die seite läd und läd und läd... und bringt mir ein leeres blatt -.-'
R´shiel - 07.02.2006, 10:35
Der link geht bei mir auch nicht.
Aber ich kann mich an das Alte auch noch erinnern, also, ich glaube schon, dass das in dem Alten Forum, das leider futsch gegangen ist gelesen habe. Nur daher kenn ich euch ja.
Ferach - 07.02.2006, 18:34
hmm... *kopfkratZ*
seltsam Oo
naja... dann werd ich es einfach doch hier posten^^ auch wenn der threat dann etwas überlang wird *nick*
ich hoffe, ich habe nichts kursives vergessen
Der Tod der Elemente
Ihr müsst mir verzeihen… nichts gibt es, um was ich euch bitte, nur mir zu verzeihen, was ich damals tat. Es war das einigste, an das ich denken konnte, und das einigste, was ich in diesem Moment tun konnte.
I can’t anything for it… I swear.
Es war, als wenn Feuer erlischen würde. In dem Moment, als die Elbe den Raum betrat, war es ihr, als würde ihr inneres Feuer von einer kräftigen, unsanften Bö gelöscht werden.
Innerlich schrie sie. Schrie so lange, bis sie den Atem verlor und ihre Kehle vor Schmerz ihr Gefühl verlor. Doch kein einziger Laut verließ diese. Es war still für Minuten im Raum, bis von hinten zwei ihrer drei Begleiterinnen aufschlossen. Sie sah in diesen großen, dunklen Raum mit dieser muffigen Luft und das, was sie fühlen sollte, wollte einfach nichts ans Licht kommen, weil es selbst Angst vor der Erkenntnis hatte.
Die anderen zwei Elben, die nun hinter ihr standen, sogen alle überrascht die Luft ein. Keiner wagte für einen Moment auch nur zu atmen.
Zwar hatten sie ihn endlich gefunden, doch wie…
Mit schmerzverzerrtem Gesicht rührte sich die Elbe endlich. Bedächtig und wie in Trance schritt sie auf den Thron zu, als müssten ihre Sinne sich erst davon überzeugen, dass dies auch wahr war, was sie dort sahen. Zögerlich streckte sie die feine Hand aus, als wollte sie irgendetwas Unbestimmtes in der Luft fassen, doch es ihr nicht gelang.
Sie flüsterte die Worte. Rief immer wieder laut und mental seinen Namen, doch nichts rührte sich. Weiterhin sahen sie zwei fahle, rauchgraue Augen an, die ganz vom Leben verlassen waren. Mechanisch hob und senkte sich sein Brustkorb, als deutete nur das auf ein Leben hin. Der Blick war so seelenlos, dass die Elbe sich kaum in der Lage fühlte, weiterhin ihn anzusehen.
Fünf Meter vor ihm konnte sie keinen Schritt mehr tun. Es war einfach zu viel. Seine Arme waren auf dem Rücken gefesselt, dass die Schultergelenke bedächtig danach aussahen, als seien sie ausgekugelt worden. Mehrmals. Scheinbar hatte man ihn auch an den Knöcheln gefesselt, doch in seiner hockenden Position, wie er da mit der rechten Schulter gegen den Thron lehnte, war das nur zu erahnen. Um den Hals hatte man ein breites Metallband gelegt und es irgendwo hinter dem Thron mit einer Kette befestigt.
Doch diese Augen…
Sie konnte ihm nicht weiterhin in die Augen sehen. All das Leben war aus ihnen gewichen, so makaber war jetzt der Blick.
»Was… was nur mein Geliebter…« Es waren wohl kaum mehr Worte, die sie da ausstieß, sondern von sich geworfener Schmerz. Doch wenigstens fand sie welche.
»Was haben sie dir angetan?!« Sie schlug mit ihren Knien auf dem kalten Steinboden auf und ihr langes, seidenschwarzes Haar verteilte sich über Rücken und Schultern. Die Elbe konnte kaum schluchzen, oder weinen, der Schmerz und Schock war zu groß.
Lachen brach unversehens von den Säulen um sie herum auf die Wände und schallte dann zurück. Kraftlos ließ den Kopf weiter gesenkt, den Blick zu Boden. Nun trat ein, was sie schon lang gewusst hatte. Schon bevor sie aufgebrochen war. Erschrocken zuckten Rynn und Ni’lahn hinter ihr zusammen. Die Elbe spürte es so deutlich, als hätte sie es mit ihren eigenen Augen gesehen. Und genauso deutlich spürte sie, wie vor ihr schwere, schwarze Stiefel am Thron vorbei auf sie zuschritten. Einen Meter vor ihr stoppten diese und der höhnische Blick stach direkt durch sie durch. Sie roch seinen Atem, genauso wie seine überlegene, magische Stärke.
Sie drückte sich schließlich mit den Armen hoch und stand wieder auf. Ihre Füße trugen sie jedoch noch schlechter, als sie erwartet hatte. Trotzdem blickte sie mit festem, entschlossenem Blick in diese eisigen Augen, die sie nie in ihrem Leben mehr vergessen würde. Über jahrtausende hinweg nicht. Sie versuchte ihm standzuhalten, hatte gedacht, man könne nicht hasserfüllter, skrupelloser und feindseliger sein, als manche Beispiele, die sie in ihrem Leben aus ihrem eigenen Volk getroffen hatte, einschließlich sich selbst – doch die absolute Steigerung all diesem stand nun vor ihr.
Eingehüllt in einen schwarzen, alles Licht schluckenden Stoff, sah man eigentlich nur noch Augen, Nase, Mund und Kinn des Fürsten in der Kapuze. Die Elbe hatte den Gott des Totenreiches in Bildern gesehen. Doch nichts war so wie er.
Aus ihrem Schmerz, der Trauer und Verzweiflung, entwuchs nun Wut, Hass und unerbittliche Grausamkeit. Der Fürst lächelte zynisch, als er es ihre Seele spiegelnd in ihren Augen sah.
»Nun meine Liebe? Sind wir dort angelangt, wohin wir strebten?«
»Hört auf Euch über uns lustig zu machen!«, entgegnete sie hart.
Er lachte bittersüß. »Wieso? Ist es nicht köstlich, wie du dich todesmutig in jedwede Gefahr stürzt, obschon du genau weist, dass es eine Falle ist, nur, um ihn zu retten?« Er machte eine bedeutungsschwere Pause, in der er sie, eine Braue hebend, erwartungsvoll ansah. Dann drehte er sich von ihr weg und schritt ein paar Fuß auf den Thron zu. Als er sich wieder umdrehte, fragte er süßlich: »Nun?«
»Ich werde ihn Euch nie in meinem gesamten Leben so einfach überlassen! Sollen auch tausend Fallen auf mich warten!«, schrie sie wütend. Ihre Augen sprühten vor Zorn gegenüber dem Fürsten.
Dann drehte sie sich zu seiner Überraschung einfach um. Doch ein wissendes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Sie würde nicht fliehen.
Die Elbe sah ihrer linken Partnerin und Waffenschwester direkt in die Augen. Ihr Blick war überraschend fest, sodass Ni’lahn nicht verstand, was vor sich ging. »Es tut mir leid«, sprach die Schwarzhaarige ruhig. »Ich wollte es nicht so enden lassen. Euer Tod wird ewig meine Schuld bedeuten.«
»Tod? Was soll das…?« Verwirrt blickte die Elbe sie aus diesen wunderschönen, hellblauen Augen an. Was wollte ihre Partnerin ihr damit sagen?
Doch die junge Frau hatte schon lang gewusst, wie dies enden würde. Woher? Sie wusste es einfach, es hatte sich tief in ihr mischblütiges Herz eingebrannt.
In dem Moment, als sie sich mit geschlossenen Augen wieder zum Fürsten umdrehte, spürte sie diesen stechenden, winzigen Schmerz dicht unter ihr rechtes Schulterblatt treffen, der alles Ende einläuten sollte. Sie hatte bis hier hin alles vorausgesehen, alles und musste nicht einmal fragen um des kleinen, vergifteten Pfeiles in ihrer Haut zu wissen. Sie biss sich atemlos auf die Unterlippe, als in der nächsten Sekunde das tödliche Gift ihren Körper überrollte und ihn zunächst fast vollständig lähmte. Die Elbe verlor somit fast sofort das Gleichgewicht und fiel erschöpft auf den kalten Boden.
Erschrocken schrie Ni’lahn hinter ihr auf und wollte schon zu ihr stürzen. Doch war sie zuvor nicht von zwei hünenhaften, groben Männern festgehalten worden? Ni’lahn hatten sie zwischen ihre kräftigen Arme genommen, Rynn stattdessen im Raum frei stehen lassen. Sie hätte sowieso nicht fliehen können. Nach und nach waren weitere Männer in der Säulenhalle aufgetreten. Alle bis an die Zähne bewaffnet.
Wieso also hatte man sie nun freigelassen, dass sie sich neben die gelähmte Elbe hocken konnte?
Sie wollte es nicht sehen. Sie wollte es nicht hören oder auch nur spüren, wie das Blut sich auf ihren Beinen verteilte. Doch die Lage ihres Kopfes hatte sie zum Zuschauen verdammt. Im gleichen Moment, wie die blonde Ni’lahn zu ihr gestürzt war, hatte einer der Männer, die sie weiträumig umkreist hatten, seinen Dolch gepackt und ihr geradewegs in ihren Rücken geschlagen. Wie in Zeitlupe stieß die Nymphai den letzten Atemstoß aus und stieß dann dumpf auf den Boden auf. Der Dolch ragte nur noch wenige Zoll aus ihrem Rücken, so kraftvoll war er ihr in ihren rechten Lungenflügel geschleudert worden.
Die am Boden liegende Elbe wollte schreien, doch die Lähmung war so weit fortgeschritten, dass ihr bereits das Atmen zusehend schwerer fiel.
Gewelltes, braunes Haar viel nach vorn, als Rynn voller Schock die Hände vor ihre Augen schlug, um nicht all das Blut ihrer getöteten Partnerin mit ansehen zu müssen. Bitterliches Schluchzen erklang aus ihrer Kehle und sie wäre wohl, ebenfalls wie ihre Partnerin vorher beim Anblick ihres geschundenen Geliebten, auf den Boden zusammengesunken.
Doch der Fürst wusste es zu verhindern.
Angewidert, nicht vom Blut, sondern von diesem sinnlosen Zirkus, verzog er das Gesicht und grollte dann mit unerbitterlicher Grausamkeit: »Schafft mir endlich dieses Gesindel vom Leib! Ich kann es nicht mehr sehen!
Tötet sie!«
Schneller, als man es erahnt hatte, tat einer seiner Ergebenen, wie ihm geheißen, zog blitzartig seinen Bogen, spannte einen Pfeil darin und kurz darauf steckte dieser zwischen zwei Rippen der linken Brustkorbhälfte in Rynn. Sie begriff es erst gar nicht, so geschockt und apathisch war sie.
Rasch bildete das Blut aus der Einstichwunde eine größere Lache unter dem toten Körper der jungen, elbischen Frau. Hohl blickten ihre noch geöffneten Augen zur Decke der Halle hinauf. Die Schwarzhaarige versuchte gar nicht erst an diesen Anblick zu denken, sondern schloss vielmehr verkrampft die Augen und versuchte die tauben Muskeln doch noch zu etwas zu bewegen. Es gelang jedoch nicht. Es war aussichtslos. Mit jedem Atemzug, der nun schon viel flacher als gut, ausgeführt wurde, verließ die Lunge mehr Kraft.
Sekunden. Minuten. Ganze Stunden verstrichen in ihrem Geist, bis plötzlich Geschrei, schrill wie von einer weiblichen Stimme, ihre spitzen Ohren leicht zucken ließ.
Sie begriff es im gleichen Augenblick, wer es war und von was diese Geräusche kamen. Es benötigte nicht einmal des Nachdenkens. Es war die ihr Liebste ihrer Waffenschwester, welche sich in diesem Moment versucht zu ihr vorzukämpfen. Man vernahm deutlich, welche Schwierigkeiten sie dabei hatte. Doch wenigstens ließ dies die Elbe neuen Mut schöpfen.
Ich werde nie aufhören, dich zu jagen, dass schwöre ich!, rief sie in dem Moment den Fürsten in Gedanken an. Selbst wenn ich jetzt wirklich von dieser Welt gehen sollte, schwöre ich dir, dass ich wiederkehren werde und mich so grausam an dir rechen werde, dass deine Seele auf ewig gefangen sein wird. Für ewig!
»Raitsh? Was ist mit dir?« Die Stimme ihrer ‚Schwester’ erklang ihr so fern, wie kilometerweite Distanz, doch sie rief sie aus ihrem matten Schlaf wach. ‚Ich bin hier!’, versuchte sie zu rufen, doch es gelang ihr nicht mehr. Sie konnte nichts mehr tun. Nichts sagen.
Ein verächtliches Schnauben erklang von dem Thron her und der Fürst erhob sich wieder von ihm. Aus dem Augenwinkel sah die Elbe, wie er auf sie und ihre ‚Schwester’ zuschritt, plötzlich den Arm hob und die Hand von links nach rechts in einer blitzschnellen Bewegung die Luft zerschneiden ließ. Der Befehl ließ mit einem sonoren Kreischen ein Schwert ziehen, von dem Elbe wusste, dass es ihr eigenes war, parallel zum Boden führen und der Mann, der es in seinen Händen umschlossen hielt, hieb mit tödlicher Präzision mit einem einzigen, gezielten Schlag auf den Kopf ihrer ‚Schwester’ ein.
Gellend und durchdringend vermischte sich der markerschütternde Schrei der schwarzhaarigen Elbe dann mit dem teuflischen Lachen des Fürsten, zu einem tosenden Sturm.
… Doch dann war schlagartig alles schwarz und sie spürte nichts mehr. Niemanden mehr. Ihr selbst nicht mehr. Alles war still. Alles wie tot.
Jahre später, nachdem die Elemente, von welchen die Frauen die Wächter gewesen waren, getötet wurden, hörte ihre Heimat Meithan auf zu existieren. Die Welt geriet in einer „Endlosschleife“ ins stocken und alles Leben verschwand von ihr.
Bis sie eines Tages wiedererwachen sollte.
Der Elb, der damals gerettet werden sollte, was das letzte Wesen, welches über diesen Planeten wandelte…
Moria - 07.02.2006, 18:36
Bei mir ging der Link oO Mh....
Also ich fand die Geschichte toll und find die immer noch einfach klasse,
obwohl der Inhalt ja mehr als traurig ist ^^'
Ferach - 07.02.2006, 18:49
seltsam Oo aber wahrscheinlich, weil wir ja beiden den gleichen space nutzen, wo ich ihn hochgeladen habe ;)
danke schön! hm.. ja, ich hatte gestern evcht probleme mit anfangen, weil das mich immer noch psychisch echt belastet. also, ja^^'
Delphy StarDragon - 07.02.2006, 20:28
so lang ist der post doch gar nicht. hab mir das jetzt schlimmer vorgestellt.
aber ich muss sagen, du hast was hingebogen mit der neuen variante. das bringt die ganze tiefe stimmung noch besser rüber... *snüff* ich kann gar nichts weiter dazu schreiben. das ist so traurig... immer noch... oder immer wieder :cry:
R´shiel - 08.02.2006, 11:43
Ja, mir gehts auch so, bin total gefesselt und gefangen in der Geschichte und muss erstmal die Trauer aus meinem Herzen wieder rausbringen. Echt toll geschrieben!! :)
Ferach - 08.02.2006, 17:33
ai ja? (doppeltes ja -.- ich genie *grmml*)
habe ich doch ein wenig von der stimmung rüberbringen können? da bin ich aber froh! ehrlich! mir ist es wirklich nicht leicht gefallen, umso besser, wenn es doch ein wenig gefunzt hat.
vielen dank euch beiden als. das bedeutet mir wirklich viel!
(@del
nja, ich dachte bei zweieinhalb word seiten ist es lang für's forum ;) aber hier verschiebt sich ja alles nochmal)
Delphy StarDragon - 08.02.2006, 20:26
stimmt, hier im forum sieht alles nicht mehr so lang aus, wie auf einem worddokument. das schriftbild hier ist halt doch etwas länger und die schriftgröße/-art ja kleiner. aber da ich eh keine postbegrenzung habe (oder zumindest eine seeeehr hohe), gibt es damit keinerlei probleme.
dass du die stimmung besser rübergebracht hast, kannst du echt laut sagen *nick nick*
ich weiß, wie schwer sowas ist, aufzuschreiben und am ende hat man immer noch das gefühl eingebaut, was man gerne möchte. aber da die leser die eigenen gefühle ja eh nicht so kennen, passt das schon, wenn es die stimmung allgemein gut übermitteln kann.
Ferach - 09.02.2006, 18:35
siehst du^^ und das hat mich eben glauben lassen, dass es zu lang wird. und wenn ich 'zu lang' sage, dann meine ich, dass es eben sich schlecht ließ oder den threat ein wenig zu sehr überlädt ;) deswegen.
naja. ich versuche mich dann immer in den lesen hineinzuversetzten, der die situation und die emotionen ja nicht kennt. und irgendwie versuche ich es für diesen 'neuling' dann so erlebbar wie möglich zu machen. dass sich seine gefühle und meine beim lesen der szene so sehr wie möglich annähern. gleichen werden sie sich wohl nur sehr selten
Ferach - 01.03.2006, 21:51
sooo^^ was neues... und ich traute mich nicht, es nicht eher niederzuschreiben (also auf compi), bis ich nicht hunderprozentig wusste, dass es klappt^^''''' (wieviele 'nicht' waren jetzt in dem satz, bitte? XD)
*lool* JAAA.... XDDDDD *irgendwie lachen muss bei dem gedanken* ka, ob es den tatsachen entsprechen wird, aber ich glaube, so oder so ähnlich wird unser beider urlaub wohl stattfinden XDDD
hier genannte orte gibt es, teilweise verändert, teilweise original (zb. das tierchen)^^
ich stell deswegen nur den link hier rein, hoffe das er diesmal klappt, weil der aufbau ja vom forum nicht beachtet wird ;) und es liest sich einfach so besser. sollte es wider erwarten nicht klappen, stell ich es dann einfach so hier rein^^ keine angst.
wenn ich das nächste mal in der schule wieder muse habe, und vollkommen von diesem gedanken gefesselt bin, und nicht aller fünf min. mein handy leuchtet (*vrina zusmile*), werd ich, denke ich, auch weitere episoden schreiben^^ vll werden diese dann auch länger ;)
achja: zum schluss -> wer eine anspielung auf Herr der Ringe findet, bekommt von mir ein bondon^^ *rofl* XDDD
geschie bitte hier folgen ;)
http://romsna.lima-city.de/BildervonRai/skizzen/Miss%20Paddy%20R.%20und%20ihre%20Tochter%20Steffi%20in%20London.doc
sry, dass es gar so dämlich ist XD ich bin dämlich, gö? also was soll ich anderes schon schreiben? XDDD und ich hoffe, dass es wenigstens ein wenig gefällt^^ tut mir leid, ich bin kein komiker^^'''''' deswegen kann ich nicht wirklich witzig schreiben *ehrlich* :)
R´shiel - 02.03.2006, 11:22
Ich kann die Site mal wieder nicht aufrufen. :cry:
Delphy StarDragon - 02.03.2006, 20:19
ich auch nicht. das problem hatte ich ja schon mal bei einem dokument von dir, Fe. die seite lädt ewig und bringt mir schlussendlich ein weißes blatt.
Auge - 02.03.2006, 21:49
Kleiner Tip:
Macht mit der rechten Maustaste einen Klick darauf und aktiviert im sich öffnenden Kontextmenü den Punkt speichern unter....
Danach wählt ihr den Speicherort aus. So könnt ihr das Dokument ganz einfach öffnen. Es ist auch sehr klein. Es sind nur knapp 24KB.
Bei mir funzte der Link direkt nämlich auch nicht. Das ist mir schon öfter passiert. Deshalb habe ich mir angewöhnt, Dokumente zu downloaden und danach zu öffnen.^^
lieben Gruß
Auge
R´shiel - 03.03.2006, 10:00
Bei mir kommt halt schon, dass die aktuellen Sicherheitseinstellungen, den Download dieser Site nicht erlauben. Also, liegt wohl an der Arbeit, keine Ahnung.
Delphy StarDragon - 03.03.2006, 20:47
danke für den tipp, jetzt kann ich das auch lesen :)
ich find die beiden teile lustig. lediglich in solch dialogen zu schreiben, liegt mir nicht, und erst recht nicht mit komödienanteil.
der erste teil gefällt mir am besten... dazu fällt mir nur eins:
*vorstelle* "Steffi, das ist Big Ben"... "Big Ben, das ist Steffi" :lol:
Avriana - 09.03.2006, 17:30
oiiii MAUUUUSS!!! *thihiii*
*ggg* *smilee* oii oiii *grad durchgelesen hab* primaaa :))
i lass mia auch noch was einfalln, dann tüpza (tippe) ich müüt ^^
*gggg* :)) XD XDDD -> jaa *lächel*
*murmel (eingefallen is zu dels super kommi mit big ben)* und mama das sind dann löwen, und die löwen sind mamas mein kind ... ^^
Ferach - 11.03.2006, 17:01
@auge
danke für den tipp^^
qdel
*lachz* danke schön XDD jaaaa, kann sein, das es dann so läuft. wahrscheinlich anders herum, weil ich ihn ja schon 'kenne' aber durchaus möglich XDDD
@mausi
dankee^^
*lach* ja wennu das machst ist toll, musst aber net ;D
thihi^^ *lach* ich darf gar nicht dran denken, wie das dann in real ausgehen wird XDDDD
Avriana - 11.03.2006, 18:04
nja dann müssn wa auch noch ne gschicht drüber schreiben *thihi* :))
Ferach - 11.03.2006, 21:12
*lool* wegschmeiß* ablach*
wwiiie lang soll die werden?? XDDD
jeden tag, am abend, wenn wir vor lauter 'london-schwarzen-tee-trinken' total aufgekratz durch die lobby tanzen, drei seiten oder wie? XDD
ouhouhouh... XDD *es kaum erwarten kann*
R´shiel - 13.03.2006, 11:26
Ich habs immer noch nicht lesen können. :cry: *schnief*
Auge - 13.03.2006, 20:55
Fehlt dir die Zeit, oder kannst du es nicht öffnen?
*besorgt nachfrage*
Delphy StarDragon - 13.03.2006, 20:56
@R´shiel: ich schick's dir per mail zu.
R´shiel - 14.03.2006, 10:52
Danke Del, Auge, ich konnte es nicht lesen, aber jetzt schon.
Ist wirklich eine nette Geschichte. Auch wenn ich sie zweimal lesen musste, um sie richtig zu verstehen. :lol:
Avriana - 15.03.2006, 14:56
ja ttoal süüßß
Zitat: jeden tag, am abend, wenn wir vor lauter 'london-schwarzen-tee-trinken' total aufgekratz durch die lobby tanzen, drei seiten oder wie? XDD
und JAAA mausal XDDD ^^^ XD
(ich habs mit dem zitieren immer noch nich drauf ^^´´ )
Ferach - 15.03.2006, 18:26
*hand an strin schlag*
ach mist >< srrrryyyy r'shiel!!!!!!!!!! ich hatte das vollkommen verpeilt, dass ich das nochmal für dich hier reinstell!!!!!
*kniefall mach*
aber danke, dass es dir trotzdem gefällt. auch nach dem zweiten mal^^'''''
*rooooflll* zu virna-chan schau XDDD
ahm.. mausal??? dann schreibst DU die drei seiten aber, ich geh dabei zwei protionen fish&chips holen, ja? XD
R´shiel - 15.03.2006, 18:38
Kein Problem Ferach. Mach dir keinen Kopf, hat ja so auch gut funktioniert.
Ferach - 16.03.2006, 11:21
okay^^'''' *trotzdem noch ein bissl schähm*
war halt nicht so eine paraderolle. das nächste mal mach ich es gleich :) *versprech*
R´shiel - 16.03.2006, 17:17
Kein Problem, wirklich nicht, du hast ja gesagt, dass du auch nicht so lang immer on bist und nicht immer überall reinschauen kannst. Also, schäm dich nicht und mach dir keine Gedanken. :bussi: *knuffel**flausch*
Delphy StarDragon - 17.03.2006, 21:39
das ganze war ja auch kein problem, dass ich die texte weitergeschickt habe. so ging es doch eh einfacher, als dass du, Fe, das hier noch extra eingestellt hättest. den aufbau wäre ja so nicht übernommen wurden und das wäre eine ganze schöne arbeit gewesen, die absätze hier alle einzeln reinzusetzen :shock:
Avriana - 01.04.2006, 18:43
wah *mausal* iiich komm einfach nich dazu weita zu schreiben *gruml* sry feri ^^´´
Ferach - 07.04.2006, 15:53
das brauuuuuchsu doch auch gar nicht -^-^- *dich in arm nehm und knuffel*
ich kam ja bis jetzt auch noch nicht zu was neuem .) das wird schon irgendwann. und wer weiß ob es dann von dir oder mir kommt. das ist vollkommen gleich^^ *nick und liebsmile*
Ferach - 01.10.2006, 14:17
*mit neuen blattchens wedel*
ich hab da mal wieder was zu leehesen *g*
hab ja schon anklingen lassen, dass ich vll mit den zwei charas, die ich del vorgeschlagen hab, 'ne kurzgeschie schreibe. so eine art vorgeschichte.
man wird nu nicht wirklich schlau draus und viel verrät es auch nicht XD aba egal XD
noch dazu ist sie seltsam Oo ich kann das irgendwie nicht so wie del.. bei mir klingt das so wat von blöd -.-''' nicht nach wolf eben *hust*
sry oo
ich hoffe ihr findet trotzdem ein klein wenig gefallen daran *smile*
specially for delchen -^o^-
WOLF’s Destiny
Das Wasser bewegte sich langsam hin und her. Wellen von einer Seite der großen Pfütze zur anderen, als wäre jemand auf den Boden gestampft und hätte ein Minierdbeben ausgelöst.
An ihr witternd senkte Feinráca die Schnauze dicht über die Wasseroberfläche. Was bewegte sie nur so? Nichts war vorbei gekommen oder hatte sich vernehmen lassen. Und er konnte es auch nicht sein, da er nicht genug wog um die Wellen zu erzeugen. Verwirrt hob er wieder den Kopf und fixierte die Umgebung. Am anderen Ende der kleinen Freifläche zwischen den einzelnen Waldstücken stand sein Bruder und sah nach Osten das Wiesenstück entlang. Dann entschloss er sich mit ihm aufzuschließen. Vorsichtig trabte er zu ihm und sah dann ebenfalls hinab ins Wasser, dass immer noch leichte Wellen produzierte, als würde etwas es in Schwingungen versetzen.
»Was ist?«, fragte er Fei, da er nicht erkannte, warum der weiße Wolf scheinbar grundlos so steif hier stand.
Mit einer Kopfbewegung wies Feinráca auf die Pfütze. Das Gesicht verziehend sah Lanádae hinein. Er schien nicht zu verstehen.
»Irgendetwas liegt in der Luft¬¬«, erklärte Fei, ohne es wirklich zu erklären. Das verstand Lán erst recht nicht. Doch er kannte ja das Verhalten seines Bruders; wie er manchmal fast zu geheimnisvoll wirkte. Dabei geschah jedoch eine Handlung fast nie ohne Grund.
Lanádae trat ein paar Schritte vor und folgte dem Blick seines Bruders, der zurück in den Wald ging, aus dem sie gekommen waren. »Glaubst du, sie folgen uns?«, fragte er.
Feinráca schüttelte den Kopf. »Ich glaube nicht. Aber ich würde ihnen alles zutrauen. Ich bin mir nicht sicher.«
Selten war dies, doch Lán akzeptierte. Sein Bruder war nun einmal schlauer als er, dass wusste er, auch wenn er es sich nicht gern eingestand. Also war es besser in solchen Dingen ihm zu glauben.
Feinráca wandte den Blick wieder um und trabte in den nächsten Wald weiter – sein Bruder ihm leicht versetzt hinterher. Das schwarze Fell des Wolfrüden verschluckte das Licht um sich herum fast, auch wenn es von der Dämmerung aus noch reichlich vorhanden war. Vor allem mit den Bäumen verschmolz er dabei nahezu perfekt. Lanádae dagegen hob sich so gut von ihnen ab, wie ein Schneehase im Sommer. Strahlend weißes Fell, nur an Bauch und Beinen grau vom Schmutz. Hell strahlend blaue, leicht graue, Augen. Er sah aus wie eine Statue, wie er gekonnt durchs Unterholz eilte, um Baumstämme herum, über Äste herüber – und dabei fast vollkommen lautlos.
Niemand nahm es ihnen ab, dass sie Brüder waren – Zwillinge. Denn wo Fei grazil und für einen Wolf fast zu unglaublich schlank war, da war Lán kräftig, stämmig gebaut – scheinbar sogar mit dichterem, längren Fell gesegnet, dass diesen Eindruck noch unterstrich.
Láns Ohren zuckten, als er plötzlich etwas hörte.
»Bist du dir sicher, dass sie uns nicht folgen?!«, rief er zu Feinráca vor.
»Ich sagte doch, dass es sein kann, dass ich mich irre!«, entgegnete dieser. Lán zog die Lefzen zu einem Grinsen hoch. Aha…
Mit jedem Tritt wurde er langsamer, bis er schließlich hielt. Er sprang auf einen Baumstamm, der sich zwischen zwei Bäumen eingekeilt hatte und sah in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Das Rascheln von bewegtem Laub und davon gestoßenen Zweigen drang an seine Ohre, die stramm in diese Richtung zeigten.
»Lán!«, zischte Fei hinter ihm, als er bemerkte, dass sein Bruder gestoppt hatte. »Hör’ auf damit! Das bringt uns nur zusätzlichen Ärger ein!«
Lán lachte. »Wieso? Bevor ich mir den Ärger einhandle, will ich wenigstens wissen, weswegen ich ihn bekomme. Es war ja nicht so, als hätten sie uns einen Grund für diese Hetzjagd genannt. Sie haben einfach damit angefangen!«
Feinráca seufzte. Natürlich verstand er, warum Lán so aufgebracht war, doch er zog es vor, dies ohne Konfrontation geschehen zu lassen.
»Sie sollen mir nur erklären, warum sie uns hinausgejagt haben! Das ist das Einzigste«, erklärte Lán knurrend. Er senkte den Kopf ein Stück, bis er mit dem Rückrad nahezu eine gerade Linie bildete und fixierte den Platz vor sich.
In dem Moment tauchten mehrere Wölfe hinter den Bäumen auf. Sie stoppten in fünfzehn Metern Entfernung - schwiegen zunächst erklärungsschuldig.
Dann trat ein groß gewachsener, graubrauner Rüde zwischen ihnen hervor und sah hinauf zu Lán auf dem Baumstamm. »Lanádae… Wer hat sich eigentlich diesen dummen Namen ausgedacht?!«
Láns Rückenfell sträubte sich abrupt nach oben und er knurrte erbost.
»Es bedeutet ‚dunkler Schatten’«, kam plötzlich Feis Stimme hinter dem Stamm hervor. »So hat ihn unsere Mutter genannt, als er gerade erst geboren war. Sie sah ihn an und dachte an den leisen, dunklen Nebel im Herbst, dem keiner entgehen kann. – Deswegen nannte sie Lán so, da sie glaubte, dass er eines Tages genauso stark sein würde, dass auch ihm keiner entgehen könnte.« Fei stand nun ein kleines Stück schräg vor dem linken Baum, an dem sich der Stamm verkeilt hatte.
Der Graubraune sah abschätzig hinauf zu dem schwarzen Wolf auf dem Stamm, der unbeweglich, wie ein Toter, darauf stand.
»Das sagt einer, dessen Name nicht anderes als ‚weißer Wolf’ bedeutet«, lachte der Anführer des Rudels, während er wieder zu Fei sah.
»Es ist eine Ehre diesen Namen zu tragen«, fauchte Lán bedrohlich, sodass der Alpharüde wieder zu ihm hinauf blickte. »Sein Name benötigt keiner Erklärung – er spricht für sich selbst.« Seine Augen hatten sich zu einem dunklen Braun verfinstert und fixierten den Alpha, als wollte er ihn schon allein mit seinen Blicken zerfleischen. Immer mehr spannte er die Muskeln an, ging mit der Vorderhand immer weiter einen Zentimeter tiefer, als würde er sofort losspringen.
»Lán! Hör’ auf damit!«, wies Feinráca seinen Bruder bestimmt zurecht. Er trat ein paar Schritte auf den graubraunen Alphawolf zu und sah ihn ruhig an. Doch auch seine Muskeln waren für jede Eventualität bereit.
»Sag uns, warum ihr uns vertrieben habt, Cia!«, forderte Fei den Rüden ruhig, aber entschieden auf. Doch dieser gab zunächst keine Antwort – grinste nur.
»Weil ihr Dämonen seid! Ihr seid unheimlich, bringt nur Unheil!«, rief stattdessen ein anderer Wolf.
Mit gekräuselter Stirn sah Fei Cia, den Alphawolf ihres zuvor verlorenen Rudels, überrascht und vor allem erzürnt an.
»Das soll wohl ein Scherz sein!«, stieß Fei aus. So aus der Fassung, erlebte man ihn selten.
»Nein, das soll es durchaus nicht sein, Fei¬«, entgegnete Cia düster grinsend. »Hast du es nicht gesehen? Die Sterne? Ein Weißer und ein Schwarzer würde kommen, und Unheil über uns bringen.¬«
Lán schnaubte, als er das hörte. Das war ein Scherz! Anders ging es nicht. Sie waren das zweite Rudel gewesen, auf das die Brüder, nach ihrem Abschied aus dem elterlichen, getroffen waren. Schon das erste hatte sie nicht aufnehmen wollen, weil eine merkwürdige Abneigung gegen sie in der Luft gelegen hatte. Und jetzt sagte man ihnen, sie seien unheimlich?!
Fei schüttelte fassungslos über so viel Dummheit den Kopf. »Lán. Lass uns gehen. Diese Beschränktheit hier bereitet mir Kopfschmerzen.«
Erst wollte Lanádae nicht auf ihn hören, doch dann gab er sich geschlagen. In dem Moment vertraute er lieber auf das Urteilsvermögen seines Bruders, als wieder nur unnötig Ärger herauf zu beschwören, wie er es leider schon zu oft gekonnt hatte.
Mit wütendem Blick sprang er vom Baumstamm herunter und trat neben den weißen Wolf. Sie bildeten ein solch krasses Gegenstück.
Resigniert drehte sich Feinráca von dem Rudel, das sie bis hier hin verfolgt hatte, weg und lief los. Er wusste nicht, warum sie ihnen gefolgt waren, doch er war auch nicht wirklich erpicht darauf, es unter Einsatz aller Mittel zu erfahren.
Nach einem schneidenden, stechend Blick drehte auch Lán sich um. Dieses Rudel widerte ihn nur noch abgrundtief an.
Es ließ die beiden Brüder etwa zweihundert Meter in Ruhe laufen, dann setzte es plötzlich mit aberwitzigem Tempo hinter ihnen her.
Das hatten sie also vor, murmelte Fei zu sich. Sie wollen uns zu Tode hetzen…
Doch es gelang dem Rudel nicht. Nach zwei Kilometern schafften es die beiden sie zwischen den Spalten und Gängen einer Felsformation abzuhängen. Während Lán, den richtigen Weg suchend, die Felsen herauf voraus sprang, versuchte Fei so gut wie möglich falsche Fährten zu legen. Doch angesichts des hohen Tempos, hatte er kaum die Chance dazu. Lán war jedoch schon oben auf einer kleinen Felsplatte angelangt und hatte sich so flach wie möglich auf den Stein gelegt. Er hoffte, dass man sie dank Fei nicht mit ihrer Fährte hier finden würde, als dieser sich neben ihn legte, doch er sollte unerwartet Recht bekommen.
Das enge Gelände zwischen den Felsen war zu ungünstig für den Verfolgertrupp, sodass sie es nach wenigen Metern in ihnen aufgaben. Schließlich hatten sie ihr Ziel erreicht. Diese beiden Bastarde hatten erfahren, wo ihr Platz war – weit weg von ihnen. Und sie würden höchstwahrscheinlich nie zurückkehren.
Leicht hob Lán den Kopf und sah, wie vor dem Felsen die Böschung hinab, das Rudel wieder abzog. Sie hatten sich inzwischen weit genug entfernt, dass sie die beiden nicht mehr sehen würden können. Trotzdem legte er die Schnauze wieder zurück auf seine Vorderpfoten. Er seufzte.
»Denkst du, dass dies etwas bedeutet?«, fragte er mit schwerer Stimme und meinte dabei nicht diese Art ‚Prophezeiung’ oder Vorhersehung, von der Cia geredet hatte, sondern die gesamten Geschehnisse.
Feinráca überlegte, bevor er etwas sagte. Auch er lag, auf den Felsen gepresst, reglos da.
»Man wird nie einfach ‚Willkommen’ zu uns sagen, dass bedeutet es.«
Ungewöhnlich ruhig und gefasst sah Lanádae hinüber zu seinem Bruder. Er nickte. Er würde nie verstehen, warum man so seltsam auf sie reagierte und sich so schlecht für sie erwärmen konnte, aber es sollte der Regelfall werden. Bald würde das Gerücht um sie beiden sich schnell verbreiten, bis man nur noch von dem ‚Schwarzen und Weißen Dämon’ reden würde, die irgendetwas Machtvolles in sich hatten. Doch nie würde jemand wissen oder erkennen, was es war.
So zogen Fein und Lán allein durch die Flammberge.
Delphy StarDragon - 01.10.2006, 19:58
boar, ist das geil und weißt du was? durch deine vorgeschichte hab ich jetzt den perfekten platz in meiner story gefunden. ich kann mit den wölfen da sogar fast genau da in meiner geschichte anfangen mit handeln, wie du hier mit ihnen aufgehört hast. (die orte sind natürlich anders, aber das ist ja egal *g*)
ich schätze mal, die beiden werden ab kapitel 4 oder 5 ihren einsteig bekommen ^^
Ferach - 02.10.2006, 09:59
geil? wirklich?? wuii schöön^^
thihi^^ ich konnte mir eben auch so gut vorstellen, wie man dann mit den beiden weitermacht *smile* da freut es mich umsomehr, wennu das so machen kannst *nick nick*
schöööön, wenn es dir gefällt und dir etwas bringt :))
Ferach - 19.01.2007, 20:53
ich hab mal wieder was .) das habe ich vorhin absolut sponatn für meine freunde zusammengeschrieben und es ihnen eben gewschickt. ich hoffe, den gefällt es^^'''''
jedem ist ein teil gewidmet, einfach so aus dem blauen heraus und die muse sprißen lassen *g*
es sind zwar ein zwei insinder mit drin, aber ich wollte sie euch trotzdem zeigen .) vll gefällt sie euch ja auch. also bitte schööön daran rumkritisieren *nick nick* ich brauch' das unbedingt!
sozuagen gewidmet ist es natürlich den dreien .)
viel spaß beim lesen!
My Friends
Die junge Frau stand an die Balkonbrüstung gelehnt, mit den Unterarmen aufgestützt, die Hände eine Tasse umklammernd, aus der kleine Wölkchen heißen Dampfes aufstiegen, und sah hinaus auf die glühwürmchenartigen, glitzernden Lichter der Stadt. Mitte in dieser stand ein fünfstöckiges Apartmenthaus. Eine schön geräumige Wohnung im vierten Stock gehörte ihr.
Sie sah plötzlich hinab zu der Hundeschnauze, die sie hatte angestupst und sie nun fordernd ansah.
»Du bekommst gleich etwas, eine Sekunde, Nerh!«, sprach sie in ruhigem Tonfall und sah den dunkelgrauen Rüden dabei lächeln an. Er bettelte kurz auf, als würde er ihr Antwort geben wollen.
Noch einmal sah sie auf die Lichter und drehte sich dann von ihnen weg. Vorsichtig stellte sie die flach wirkende Tasse auf einen kleinen, runden Tisch aus Strohgeflecht und verschwand in der Wohnung. Die Tasse trug ein feines, blaues Muster, das feengleich eine Blume mit winzigen Blüten bildete. Hinter ihr stand eine bauchige, etwas flachgedrückte Kanne mit demselben Muster. Es hieß ‚Blue Meadow’. Neben der Tasse war das feine Rauschen des Laptops zu vernehmen, das so eigentlich nur von den feinen Ohren des Hundes wirklich gehört wurde.
Es dauerte zwei Minuten, bis die junge Frau wieder auf den Balkon zurücktrat. Der Graue hatte brav gewartet und stellte sich jetzt schwanzwedelnd und erregt hechelnd vor sie hin. Sein Blick sprach Bände, konnte ganze Bücher füllen.
Leicht lachend beugte sie sich hinab, sodass eine Strähne des gewellten, dunkelrot gefärbten Haares ihr ins Gesicht fiel, und reichte dem Vierbeiner einen seltsam aussehenden Knochen. Er hatte tiefe Einschnitte, war sehr hart und genau das Richtige für die Zähne.
Freudig knurrend und unablässig den buschigen Schwanz hin und her schlagend vergrub er das graubraune Stück unter seinen großen, sehr hellen Pfoten und versuchte irgendwie mit seinen sonst so scharfen Zähnen das Futter zu zähmen. Nachdem der Speichel sein übriges getan hatte, verschwanden die ersten, weichen Splitter im hungrigen Magen des Rüden.
Ein seltsam, cartoonhafter Klang riss die Frau aus ihren Gedanken, die leer und ziellos zwischen dem Vierbeiner und sich selbst auf und ab schwebten. Aufmerksam und zugleich überrascht drehte sie den Blick zu dem mattweißen Laptop auf dem kleinen Tisch, der mit aufgeklapptem Display direkt auf sie zeigte. In der unteren Zeile blinkte unablässig und mit Engelsgeduld ein schmales Fenster.
»Ise«, flüsterte sie zu sich selbst und setzte sich fließend auf einen der bequemen Lehnstühle, während die Augen des Hundes sie keine Sekunde aus den Augen ließen.
Es herrschte ein undurchdringbares Chaos in der glasüberspannten Halle. Es schien, als wenn sie für diese Menschenmassen viel zu klein konzipiert währe, auch wenn man, wenn man sie leer besah, unweigerlich meinte, sie sei viel zu riesig.
Verwirrt und auch ein wenig bedauernd blickten die graugrünen Augen der jungen Frau, die gleichzeitig versuchte, auf der Metallbank sitzen zu bleiben und halb aufzustehen, durch die eilenden Menschen hindurch, ohne wirklich einen Erfolg zu sehen. Nach zehn Minuten des angestrengten Hinsehens gab sie es erschöpft seufzend auf.
Müde sah sie auf ihre Armbanduhr. Ein Metallband, hellblaues Zifferblatt mit silberfarbenen, kleinen Strichen, statt der Zahlen. Doch sofort blickten ihre Augen wieder hinauf zu der Uhr, die etwas weiter an einer Dachstrebe über dem Check-in-Schalter hing. Als würde die Frau ihrer eigenen Uhr nicht vollends vertrauen.
Wieder sah sie auf ihre Uhr und dann auf den Zettel, der verkrampft zwischen ihren Fingern steckte. Er hatte schon etliche Dellen, Knicke und Wasserflecke bekommen. Doch an den wichtigsten Stellen war er noch deutlich lesbar.
Unschlüssig kramte sie ihr Handy hervor, sah neuerlich hinab auf den Zettel und gleich wieder auf das mattrote, zusammengeklappte Ding. Schwer seufzend ließ sie sich nach hinten an die Lehne der Metallbank fallen. Zehn Minuten… schon zehn Minuten und sie saß immer noch hier. Ihr fielen die wildesten Fantasien von Flugzeugabstürzen, Attentaten und Unwettern ein, die einem Flugzeug auch nur annähernd Schaden zufügen konnten. Und sie lösten genau eines in ihr aus: Es wurde nur noch schlimmer.
Verzweifelt schloss sie die Augen und legte ihren rechten Handrücken auf die Lider. »Noch fünf Minuten, nur noch fünf Minuten, so lange gebe ich dir.«
Sie hatte erst bemerkt, dass sie die Luft angehalten hatte, als sie ihr knapp wurde und sie sie in einem energiegeladenen Stoß ausblies. In der Hoffung, dass es jetzt viel später war, als das letzte Mal, da sie auf die Uhr gesehen hatte, suchte sie sie wieder unter ihrem Ärmel hervor.
Mit einem innerlichen Schrei stieß sie sich nach vorn von der Lehne ab und legte ihren Oberkörper auf ihre Oberschenkel. Der Zettel bekam mit dem leisen Rascheln noch mehr Knicke und Dellen.
Doch plötzlich ging ein metallisches Knacken durch die Halle und eine sonore Stimme brach durch den Lautsprecher. Und wie es solchen Wartehallen üblich war, egal ob sie zu Zügen, Fährschiffen oder Flugzeugen führten, verstand die junge Frau kein einziges Wort, auch wenn sie sofort die Ohren gespitzt hatte. Aber selbst wenn sie etwas der Worte mitbekommen hätte, es wäre ihr schon vollkommen egal gewesen. Auf der Anzeige unter der Uhr an dem Dachträger blinkte hinter einer komplizierten Zahlenfolge das Wort ‚LANDED’ auf.
Die junge Frau war schon aufgesprungen, als auch andere Wartende sich in dieselbe Richtung bewegten. Diesmal suchte sie nicht lang - mit wild fuchtelndem, hochgerissenem Arm gestikulierte sie in die Menge hinein, aus der ihr ein paar missbilligende, ablehnende Blicke entgegenbrandeten.
Natürlich war ihr das absolut gleich. »Konni! Konni, ich bin hier!«, rief sie laut, versucht allen Lärm in der Halle zu übertönen und sich durch die ankommende Masse hindurch drängend.
Das schwarze Coupé durchschnitt den Abend, wie ein tödlicher Pfeil auf der Suche nach seinem noch lebendigen Ziel. Viel zu schnell raste er an ein paar Autos, auf dem Weg nach Hause, vorbei und war dabei weit von einem Führerscheinentzug, bei dem man die kleine Karte irgendwann wiederbekam, weg.
Das leicht bläuliche, graue Head-up-Display in der Windschutzscheibe näherte sich in der Geschwindigkeit gerade der Zweihundert–Kilometer-Marke, pro Stunde selbstverständlich.
Lächelnd nahm sie das eher nebenbei zur Kenntnis. Es war viel schöner, welche Autos da genau an ihrer rechten Seite vorbeischossen und die Blicke der Fahrer, die sie kurz erhaschte, wenn sie bemerkten, wer da in diesem Auto saß. Ihr war schon immer bewusst gewesen, dass sie nicht wirklich der klassische Typ von Fahrer war, doch das war der jungen Frau egal.
Es dauerte etwa fünf Minuten, bis sie den Highway wieder verließ und auf eine zweispurige Hauptstraße wechselte. Diese durchschnitt die Stadt wie ein Kreuz jeweils nach Norden, Osten, Süden und Westen hin und war der Hauptknotenpunkt für viele Straßen der gesamten Umgebung.
Frohen Gemüts stellte sie fest, dass es wirklich zu spät für einen Stau war. Das Gaspedal an der nächsten Ampel wieder durchdrückend, hechtete das Coupé durstig weiter.
Mit quietschenden Reifen parkte die junge Frau auf etwas unorthodoxe Weise in einer ruhigen Straße ein. Sie hatte lang gebraucht, bis sie diese schwingende Bewegung aus der Gegenrichtung in eine halbwegs große Parklücke sicher beherrscht hatte. Und konnte es doch nur dann einsetzten, wenn genug Platz, eine leere Straße und keine Zuschauer vorhanden waren.
Sie flog anschließend fast die Treppen hinauf, nahm mindestens drei Stufen auf einmal und schlug so wahrscheinlich ihren eigenen Rekord. Trotzdem spürte sie, oben angelangt, die vier Stockwerke in ihren Knochen. Sie erinnerte sich eines Spruches ihrer Großmutter und musste unweigerlich, die Brauen und den Mund verziehend, lächeln.
Die Räume der Wohnung waren angenehm kühl klimatisiert, und trotzdem ging ihr erster Weg zur Tür des Balkons, öffnete sie und drehte sich dann zu dem kleinen Tischchen im Wohnzimmer, wo der Anrufbeantworter, still blinkend, gewartet hatte. Dank ihres sofortigen Drückens der Abspieltaste, kam nun die etwas elektronische Ansprache, die sie darauf gesprochen hatte. Anschließend folgte die eigentliche Nachricht.
Ihre Augen weiteten sich, als sie sie verfolgte, hatte sie doch nicht erwartet, von der Person angerufen zu werden. Sie formulierte eine Bitte, die die Frau schon beim Hören nickend bestätigte.
»Und so hoffe ich eben, dass du der Kleinen helfen kannst. Sie ist nun schon sehr alt, für ihre Verhältnisse, und ich weiß, dass du kein Arzt bist. Doch ehe ich sie wieder zu diesem schrecklichen Menschen schaffe… Es wäre wirklich lieb!«
Drei grelle Pieptöne folgten und die Box war wieder leer, frisch für neue Nachrichten.
Einen kleinen Moment sah sie hinab auf ihre Hausschuhe, die die Form von Kuscheltierhasen hatten. Das Fell war schon vollkommen verfilzt. Dann blickte sie wieder auf, geradewegs zu der kleinen, schwarzen Box. »Kein Problem, Stephie, bring sie her!«, entgegnete sie dem AB lächelnd, die Arme vor dem Körper verschränkt und drehte sich dann in Richtung Balkon um.
Delphy StarDragon - 20.01.2007, 23:35
die machen richtig was her, die kleinen geschichten. wie du die einzelnen momente schilderst, find ich toll. hab nix zu meckern an den storys. ein paar satzstellungen und wörter sind nicht richtig, aber das kann man ja ausbessern. die inhalte gefallen mir und das bezeugt mal wieder, dass du einwandfrei solche kurzen alltagseinblicke wunderbar schriftlich festhalten kannst!
die insider in den storys findet man wahrscheinlich auch nur, wenn man weiß, dass welche enthalten sind. ohne deinen kommentar wäre es auch gegangen. die merkt nämlich keiner *g* und ich denke, dass sich die drei riesig über die texte gefreut haben, oder? würde mich zumindest wundern, wenn nicht. ich find sie wirklich sehr gelungen!
Ferach - 21.01.2007, 13:14
*hust* von einer werde ich gerade erpresst, weiterzuschreiben. ... dabei hatte ich es gar nicht vor, weil das gar nicht so konzipiert war^^'''' *hust*sich panisch umschau* aber ehe die mir wirklich von der brücke springt *schwitz* XD also ich habe von einer der drei antwort bekommen und die wollte mich in der mail schon gar nicht mehr loslassen, mich von allm anderen abhalten usw. nur bloß weiterschreiben *lol*
echt??? O_O boah ich bild' mir echt immer ein, alle fehler gekillt zu haben und schaffe es doch trotzdem immer wieder, dass noch welche drin sind -.-'
na okay .) bin ja keine maschine!
aber es freut mic auch ganz doll, dass es dir gefällt! danke^^
Delphy StarDragon - 21.01.2007, 19:20
darf ich fragen, von welcher freundin du den "auftrag" bekommen hast bzw. welchen teil du weiterschreibst? fortsetzen lassen sich alle drei teile sehr gut, wie ich finde, da es ja nur momentaufnahmen sind.
aber mit den fehlern geht es mir auch immer so. vor allem, weil man selbst die fehler irgendwann völlig überliest je öfter man korolesen veranstaltet.
Moria - 23.01.2007, 13:40
Würd ich an der Stelle deiner Freundin auch machen xD
Bloß weiter schreiben *lach*
Von welchem Teil wird es bald eine Fortsetzung geben? ;D *gg*
TOll geschrieben, ich mag deine Art Situationen zu beschreiben ^^
Ferach - 27.01.2007, 13:45
*lach* danke süße .)
jaa, sie hat ihre fortsetzung bekommen, die gute *g*
vom ersten teil ist das so eine aaart von fortsetzung XD sie wunderte sich dann nur, wie ih mir vorstelle, einmal auto zu fahren *g* das auto will ich auf jeden fall irgendwann mal besitzen, aba das fahren. nuja XD macht halt spaß sich so darzustellen *g* (ich weiß, dass da sehr viele parallelen zu der geschie mit der auftragskillerin sind *hust* ist halt dasselbe auto XD)
für euch also auch die fortsetung!
- Her special Guest -
Ein tiefes Drücken des schwarzen Pedals ließ das schwarze Coupé wie ein Raubtier losspringen. Es verstrichen circa fünf Sekunden und das Coupé hatte die einhundert Stundenkilometer hinter sich gelassen. Ruhig, wie ein Kätzchen, schnurrte der Tacho den Zweihundert entgegen.
Der Beifahrer des M6 saß etwas verwirrt und verloren in den hellen Sportsitzen, sah abwechselnd von Tacho zur Straße und dann wieder im Augenwinkel zum Fahrer.
Die junge Frau am Steuer verzog dagegen keine einzige Mine. Mit festem Blick sah sie vor sich auf die Straße und hielt das Lenkrand seelenruhig mit der linken Hand, die Finger zwischen Mittelstrebe des Lenkrand und dem Rand eingeklemmt. Die rechte ruhte auf dem Schaltknopf. – Irgendwie stand ihr heute der Sinn nach herkömmlichem Schalten.
Ein kurzes, dumpfes Hauchen im Motor und der siebte Gang war gefallen, sodass sie ihre Rechte mit zwei Fingern unten ans Lenkrad hing. Mit vorsichtigen Augen beobachtete ihre Beifahrerin sie dabei und war sich doch nicht sicher, ob sie etwas gegen diesen Fahrstil sagen sollte, oder nicht. Es hätte sein können, dass es einem kleinen Teufel gleich kam, den man fragte, ob er doch nicht lieber ‚im Himmel’ arbeiten wolle und der sich dann für diese perverse Frage bedankte.
Sie schluckte, versuchte sich einfach an die Geschwindigkeit zu gewöhnen und sah wieder nach vorn. »Wann hast du eigentlich deinen letzten Strafzettel bekommen?«
Wie, als hätte die junge Frau den eigentlichen Sinn hinter dieser Frage verstanden, sah sie kurz auf das Head-up-Display in der Windschutzscheibe und zuckte dann mit den Schultern. »Gestern«, entgegnete sie und zog den M6 auf die linke Spur des Highways.
Um sich einfach abzulenken blickte sich ihre Beifahrerin weiter im Cockpit um. Schwarzes Leder mit hell abgesetzten Nähten, helles Holz, das unter dem Bildschirm des DVD-Navigationssystems begann die Mittelkonsole zu untermalen und gegenüber von ihr über der Hutablage einen schmalen Streifen zierte, und das hellbeige Leder der Sitze. Auch wenn diese Mischung auf den ersten Blick seltsam anmutete, passte sie doch besser zusammen, als man dachte.
Mit den verstreichenden Minuten gefiel ihr das Auto und das Fahrern immer besser. Es hatte etwas von extrem schnellem Gondelfahren, bei dem man den Wind weder spürte, noch wirklich hörte. Seufzend ließ sie sich in den Sitz zurücksinken.
Lächelnd drehte sie den Kopf zu der jungen Frau am Steuer. »Was denkst du, ob ich dein Auto auch mal ausprobieren kann?«
»Niemals.«
Es dauerte ein paar Augenblicke, bis ein Lächeln auf den Lippen der Fahrerin erschien.
Nach ein paar Minuten verließen sie den Highway und schlängelten sich durch den dichten Stadtverkehr, an dessen Ende sie in einer recht ruhigen Wohngegend mit Ein- und Mehrfamilienhäusern landeten. Die junge Frau verzichtete diesmal auf ein etwas zu krasses Einparken und fuhr stattdessen einfach vom Fahrstreifen direkt auf den Parkstreifen.
»Nicht wirklich so, wie du es gelernt hast¬«, grinste ihre Begleiterin.
»Ich mache es schon seit Jahren nicht mehr so ‚wie es gelernt habe’«, erklärte sie trocken und begab sich auf die andere Straßenseite – ohne einen Blick nach rechts oder links zu werfen, ob andere Autos kamen. Schließlich hörte sie ja, wenn eines käme.
Die junge Frau führte ihre Begleiterin direkt nach oben auf ihren Balkon und bot ihr dort einen der beiden Lehnstühle an, während sie wieder verschwand, um ihnen einen Capuccino zu bereiten.
Ihre Besucherin sah sich aufmerksam auf dem Balkon um. Eigentlich war da nicht viel weiter, als der kleine, geflochtene Tisch mit den Stühlen und ein paar Pflanzen in den Ecken. Und einem etwas großen, mit einer Decke ausgelegten, Weidenkorb. Verwirrt hob sie eine Braue.
»Sag mal, hast du etwa einen-«
Sie kam nicht weiter ihren Satz zu vervollständigen. Während sie sich zur Schiebetür zum Balkon hin gedreht hatte, hatten zwei neugierige Hundeohren den dazugehörigen Körper aufwecken lassen und ihn auf die Spur, mit Hilfe der Nase natürlich, der fremden Person geführt. Auf dem Balkon hatte er die Person entdeckt, die sein Herrchen ihm immer auf einem Foto gezeigt hatte und von der sie immer gesagt hatte, die solle er sich merken.
Nun legte der dunkelgraue Mischlingsrüde den Kopf schief und sah sich das fremde Wesen prüfend an. Das wusste zunächst nicht, was es sagen oder tun sollte, entschied sich dann aber doch, lächelnd die Hand auszustrecken und ihm freundlich zuzureden.
Nach prüfendem Blick hatte der Graue die Person für nett befunden und sich zu ihren Füßen hingelegt, auf dass er ja klar machte, was er forderte, damit er lieb ist.
Als die junge Frau mit je einer Tasse in jeder Hand wiederkam, musste sie unweigerlich lachen. »Er ist entwaffnend, sobald er dich in die ‚Ich-mag-dich-Schublade’ gesteckt hat! Du wirst ihn wahrscheinlich nicht mehr loswerden.«
Ihre Besucherin zuckte lächelnd mit den Achseln und kraulte das zerzauste Fell des Hundes weiter am Bauch, dicht unter dem rechten Vorderbein, während er, als würde er auf einer Massagebank liegen, die Augen halb geschlossen hielt und das Bein an ihren Arm lehnte. Das ganze Tier strahlte Zufriedenheit aus.
Nachdem die junge Frau den Kopf des Rüden etwas weg geschoben hatte, sodass sie sich in den anderen Stuhl fallen lassen konnte, reichte sie ihrer Besucherin eine der Tassen.
Sie begannen sich ungezwungen zu unterhalten, über Dinge, die geschehen waren, während sie sich nicht gesehen hatten, Dinge aus der Kindheit, die ihnen gerade so in den Sinn kamen und Sachen, die sie geraden taten oder vorhatten.
Der müde Hund war schon längst durch das ausgiebige Kraulen eingeschlafen, als die Besucherin ein Foto aus ihrer Tasche zog und es ihrer Gastgeberin reichte.
»Ich hoffe du wirst mir jemals verzeihen können«, sagte sie leicht geknirscht und bereitete sich schon einmal auf ein schreckliches Gewitter vor.
Die Augen ihrer Freundin, und der Blick, der sich während des Betrachtens auf ihnen abzeichnete, machten sie nicht wirklich glücklicher. Prüfend fixierten sie jedes kleinste Detail auf dem Bild und ließen sich dabei keine einzige Information entgehen.
Es mussten fast zwei Minuten vergangen sein, in denen sie kein einziges Wort von sich gegeben hatte, als sie ihrer Besucherin das Foto schließlich zwischen zwei Fingern eingeklemmt wieder herüber reichte. Diese nahm es vorsichtig, langsam und ihre Freundin dabei nicht aus den Augen lassend an sich und wartete gespannt ab, ohne selbst etwas zu sagen. Nur Warten.
Die junge Frau blickte dem Foto hinterher, wie ihre Besucherin es wegsteckte und sah dann statt in ihre Augen über die Balkonbrüstung hinweg in ein paar Baumkronen eines nahen Parks.
»Bist du nur gekommen, um mir das zu sagen?« Die Stimme hatte eine seltsame Mischung aus Anklage und Bedauern angenommen.
»Eigentlich nicht. Vielmehr um sicher zu gehen, dass er es überlebt und dass ich mit deiner Zusage rechnen kann.« Sie sah sich kurz um und fuhr dann fort: »Du hast dir sicher – oder hoffentlich - nicht noch mehr Schwerter gekauft. …oder?« Unschlüssig sah sie wieder zu der Anderen.
Ohne jede Regung erwiderte diese den Blick und hob dann abschätzig beide Brauen. »Die wären mir viel zu schade! Und stell dir nur mal all dieses Blut vor…« Sie schloss kurz die Augen und sah dann auf ihre zusammengefalteten Hände, die auf den Ellbogen aufgestützt vor ihrem Kinn ruhten. »Du hast ja keine Ahnung, wie schwer das aus normaler Kleidung rausgeht!«
»Dann kann ich damit rechnen, dass du kommst?«, fragte ihre Besucherin doch nach, da sie sich im Moment tatsächlich nicht sicher war, ob ihre Freundin Scherze mit ihr trieb oder es vielleicht doch noch ernst meinte.
Die grüngrauen Augen der jungen Frau leuchteten auf. »Sicher! Wenn ich ihn nicht meinen eigenen Händen erledigen kann, wäre das pure Verschwendung! Und wer soll dann all den Kuchen essen?«
Sie begann zu grinsen.
»Das Auto bekommst du deswegen trotzdem nicht!«, konnte sie später zwischen atemraubendem Lachen gerade noch herauspressen, während der Hund weiterhin versuchte, das laute Gelächter der Beiden mit seinem Bellen zu übertönen.
Delphy StarDragon - 27.01.2007, 21:00
du mit deinen autos! so eine genaue beschreibung bekomm ich ja kaum bei pferden hin :roll:
stimmt aber, dieser teil könnte auch genauso gut zu deiner größeren geschichte reinpassen, aber was soll's, nech? ist trotzdem toll geworden, auch wenn ich es besser gefunden hätte, doch ab und an mal ein paar namen zu lesen. für einen unbeteiligten wird es auf die dauer etwas anstrengend dahinter zu kommen, wer nun wer ist bzw. wer was gesprochen und getan hat - falls du verstehst *g*
Ferach - 01.02.2007, 16:25
was heißt hier 'ich und meine autos?!' was für eine unterstellung. das ist nun mal eine ewig andauernde liebe und freudschaft, da kann mir niemand was vermiesen XD *schnaub* XD
mist >< ich stell mir das ja immr als persönliche herausforderung, so etwas zu managen, ohne einen namen zu nennen. bei ungleichen geschlechtern oder allem anderen, was nicht mensch ist, geht das gut. aber bei zwei menschlichen frauen ist das schwierigkeits fünf von zehn O.O
sry^^''''''
sooo... nach intensiver und konzentrierter absprache mit unserem allgeliebten admin und boss deeeeeel (bitte ein trommelwirbel) haben wir uns entschieden, dass die folgende geschichte in den freien handel kommen kann .)
aber etwas vorweg: sie ist diesmal nicht so locker, flockig, wie die anderen beiden zuvor und deswegen möchte ich die user, die vll etwas zartbeseiteter warnen! es ist nichts geheimes in der geschichte, sie fängt auch recht harmlos an. es ist nur eine szene dabei, die vll etwas grenzwertig empfunden werden könnte. ich sage es nur in eurem interesse!
wer sie trotzdem liest, sagt mir bitte bescheid, ob er sie gut fand.
und specialy für del: das mit dem 'wuchtigen stil' mussu mir bitte hier erklären o.o *schulmädchenblick*
- The Dream --
Die Elbe öffnete die Augen vorsichtig, und durchaus langsam, wieder.
Wie in Trance hoben sich die Lider und die Pupillen fokussierten auf das Nächste vor ihnen. Das anfängliche Schwarz, was die Iris gebildet hatte, erhellte sich allmählich über ein tiefes, dunkles Braun zu einer dichten Mischung aus Gold und Rehbraun. Doch trotzdem wusste der Elb, der seicht ihre Schultern los losließ, dass sie immer noch viel zu dunkel waren. Es würde ein paar Stunden dauern, bis sie ihre alte Farbe wieder gefunden hatten.
Für einen Moment schien ihr Blick noch desorientiert, doch dieser Moment hielt nur eine halbe Sekunde an, dann erschien ein Lächeln auf ihren Lippen, als sie sich ein wenig wegdrehte und ein paar Schritte tat, wie um sich sicher zu sein, dass sie wieder an einem greifbaren Ort war.
»Es ist vollbracht«, flüsterte sie. Kurz merkte der Elb auf und weitete die Augen ein wenig. Dann erinnerte er sich, dass er so etwas zwar noch nicht in dieser Intensität, dafür in gleicher Tonlage erlebt hatte. Ihre Stimme war zwar sehr sanft und leise, dafür aber so kalt und fast, wie die eines wütenden Dämons. Dazu kam der Blick, mit dem sie ihn kurz ansah, bevor sie weitere Schritte durch das Zimmer tat. Eis, tiefste Verachtung, unbändige Macht und Zügellosigkeit, wie er sie tatsächlich noch nicht erlebt hatte.
Tief in seinem Inneren wusste er, dass dies nur noch nicht geschehen war, weil sie nie Chance erhalten hatte.
Kurz sah er auf seine Zehenspitze hinab und trat dann zu ihr.
Er hob ihr Kinn mit der Rechten an und sah ihr in die Augen. Da sie mindestens einen Kopf kleiner als er war, sah es so aus, als würde ein Vater seine Tochter trösten wollen. Doch in ihren Augen stand etwas ganz anderes als Trost. Etwas, was sich losgerissen hatte und entfesselt worden war, stand dort. Man konnte es nicht beschreiben oder benennen, höchstens noch mit einem tobenden Sturm vergleichen.
Doch sie war so ruhig...
Hätte er sie nicht gekannt, wäre er so schnell er konnte aus dem Zimmer verschwunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Man bekam... Angst vor diesen Augen.
Die Elbe seufzte schwer, ließ die Schultern kraftlos fallen und versuchte die Anspannung in ihre Muskeln loszuwerden. »Das hätte ich zwar nie für möglich gehalten... aber«, sie stoppte kurz, machte einen Schritt, sah zu Boden und dann wieder zu ihm, »es hat Spaß gemacht.«
»Hör' bitte mit diesem Blick auf, Nárrauco. Er macht mich ganz krank!«, stieß er aus und fing selbst an, im Zimmer langsam auf und abzulaufen.
Die besagten Augen vergrößerten sich kurz aus Erstaunen und wurden dann süß lächelnd wieder zusammengekniffen. »Tut mir leid, Maica. Ich bin mit ihm schnell an der Hand, doch wenn er verschwinden soll, dauert es manchmal länger als gewollt.¬«
»Ich weiß«, antwortete dieser murmelnd, »gerade deswegen ja!¬«
Gespielt schmollend verzog sie den Mund und lachte kurz. Dann wurde sie wieder ruhig und hob ihre Hände. Mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen musterte sie ihre Hände, drehte diese ein paar Mal. Der Elb sah ihr dabei zu und erahnte irgendwie ihre Gedanken, auch wenn er nicht in ihrem Kopf las, was er durchaus hätte tun können.
»Halbblut? Sicher, dass da nicht irgendwo dämonische Zweige mal mitgespielt haben?«
Mit hohlem Ausdruck sah sie ihn an. Schüttelte wie ein Kleinkind, das über die Erklärung seiner Mutter noch nachdachte, mit dem Kopf und ließ die Hände wieder fallen. Die grauen Augen des Elben folgten der Bewegung und wie eine Fata Morgana schob sich ein anderes Bild zwischen sie und seine Augen.
... - Nebel, tief dunkler Nebel, waberte durch den unwirklichen Raum. Und genau er war es, der den Raum scheinbar so grenzenlos machte. Irgendetwas ließ die Schwaden, wie von Wind getrieben, sich kräuseln und bewegen und so verstärkte sich diese merkwürdige Atmosphäre noch.
Irgendwo in diesem Raum war ein mächtiger Steinblock in den Boden gerammt. Metallstreben, als würde der Block aus einem modernen Gebäude stammen, ragten in einer Art Geflecht aus dem Stein. -- Aber auch nur, weil der Erschaffer dieses Gebildes es bewusst so gewollt hatte. Auf seiner Welt gab es so etwas wie Stahlbeton nicht. Es war nur ein weiteres zermürbendes Puzzelteil für denjenigen, der gefesselt an der einen, schrägen Seite des Blockes lehnte.
Die Hände waren wie in einer Falle aus Eisen an den Stein gebunden, die Füße waren frei. Vorsichtig hob der Gefangene den Kopf um etwas in diesem Strudel aus Nebelfäden zu erblicken, doch es gelang ihm nicht. Vielmehr verstärkte sich der Schmerz in den Schultern noch mehr. - Man hatte nicht darauf geachtet, was mit den Gelenken geschah, als man ihn hier hatte festgesetzt.
Verwirrt und wütend zugleich zog er die Stirn kraus. Was hieß schon ,hier', wenn er nicht einmal wusste, wo dieses ,hier' war.
Das letzte, an das er sich erinnerte, war ein normales, irdisches Zimmer. Dann ein greller Lichtblitz, schwarze, glühende Augen, eine fauchende Stimme und dann der Nebel.
Zum unzähligsten Mal versuchte er die wunden, blutenden Handgelenke aus der Metallfesselung zu ziehen. Er kniff die Augen zusammen, zog so stark, wie die Gelenke es ihm erlaubten und stieß dann doch wieder wütend und kraftlos die eingesogene Luft aus. Es hatte einfach keinen Sinn!
Müde ließ er den Kopf wieder sinken. Seine dunklen Schuhe waren Dreck- und Staubverschmutzt. Blutstropfen hatten einen getrockneten Fluss über der Kappe gebildet. Gleichzeitig, als er das sah, versuchte er herauszubekommen, wo denn der Dreck in diesem wandlosen Nichts kam. Wenn er draußen wäre, hätte er Tiere hören müssen, dann hätte die Luft anders geschmeckt. Es war sowieso egal, was ihn davon überzeugte; für ihn war es Fakt, dass er in einem Raum war. So grenzenlos dieser schien.
Er hatte keine Ahnung, woher er die Kraft nahm, doch er machte die Hände abermals ganz flach und versuchte sie aus den Schlingen herauszuziehen. Doch das angerostete Eisen schürfte die Hand nur ein paar weitere Schichten ab.
Je länger er dies versuchte, desto größer wurde die Wunde und mischte sich beißend mit kleinen Rostsplittern. Im Vergleich zu den anderen, war das jedoch nur ein Hauch. Schon dass, was er an seinem Oberkörper, den Armen und Beine von seiner Stellung aus sah, reichte ihm, dass er am liebsten wieder ohnmächtig geworden wäre. So hatte er das erste Mal wenigstens nichts mehr gespürt. Der gesamte Schmerz im Körper hatte so überhand genommen, dass sein Körper irgendwann die Notbremse gezogen hatte.
Jetzt kehrten all die mannigfaltigen Schmerzen wieder zurück. Jeweils der Schienbeinknochen war mehrmals gebrochen, sodass er nicht weg gekonnte hätte, selbst wenn die Chance bestanden hätte. Die Arme, bis auf die ausgekugelten Schultern, waren noch in Takt, jedoch verliefen fleischtiefe Schnitten über sie. Wie auch über den gesamten Rest des Körpers. Das Blut hatte die Kleidung so weit durchdrängt, dass eine Farbe durch dessen dunkle Schatten kaum noch auszumachen war.
Plötzlich kam ihm ein anderer Gedanke: Wer war das nur gewesen? Wer hatte ihn aus seinem Zimmer entführt und hielt ihn hier nun auf solch brutale Weise grundlos fest?!
Ein Lachen erklang auf einmal im Nebel. Erschrocken hob der Gefangene den Kopf und versuchte auszumachen, woher dieses bestialische Lachen kam. Aber so, wie es an seine Ohren herangetragen wurde, schien es schier von allen Seiten auf ihn einzuprasseln.
Bis sich schließlich eine Person zwischen den Nebeln abzeichnete. Sie lief ruhigen Schrittes auf ihn zu und warf dabei eine Art Kugel immer wieder mit der rechten Hand in die Luft. Und kaum, dass er erfassen konnte, wer oder was das war, entfachte sich von der Person aus eine gewaltige Sturmböe und trieb ihm schwarze Federn ins Gesicht. Fast hatte er das Gefühl, dass auch diese Federn scharf wie Messer waren, doch er kam nicht dazu, den Gedanken zu vollenden.
So schnell, wie die Böe entfacht worden war, war es wieder windstill. Nur die dunklen Nebel ahmten noch ein wenig die vorherige Bewegung nach.
Die Augen des Mannes weiten sich geschockt. Vor ihm stand absolut nicht das, was er erwartet hatte. Kein groß gewachsener, breiter Hüne mit einer Axt, der ihm zum Schafott bringen wollte, kein mächtiger Krieger, strotzend vor Kraft und Energie.
Ein kaltes Lächeln erschien auf den Lippen seines Gegenübers. »Das hättest du nie erwartet, nicht wahr? Das hättest du nie erwartet!¬«
Es war gar nicht als Frage, denn als Feststellung gedacht. Und so warf sie den Apfel, den sie gar nicht hatte angebissen, wieder in die Luft und hielt, als er zurück in ihre Hände fiel, einen Dolch fest zwischen den Fingen.
»Das hättest du nie erwartet«, wiederholte sie eisig. Triumph stand in ihren Augen, was den Anblick der Frau vollkommen makaber machte. So klein und zierlich sie war, nichts anderes als in Kleidung eines Kriegers, konnte ihr Gefangener seinen Augen nicht trauen. Und ihre Augen, fast schwarz, waren es, die ihn absolut gnadenlos von einer Antwort abhielten. Sie brauchte nicht auszusprechen, dass sie eine wirkliche Antwort heillos bestraft hätte. Ihr Körper und dessen Ausdruck sprachen für sich.
Düster lächelnd führte sie die Klinge des Dolches an seine Schläfe und wiederholte den Satz von vorher noch einmal, diesmal direkt in sein Ohr sprechend, das Dolchblatt mit der flachen Seite an die Haut gedrückt.
Wie aus einem Traum erwacht riss er die Augen auf und strampelte mit den Beinen, verzweifelt versucht von ihr wegzukommen. In der gleichen Sekunde merkte er aber, dass ihm sowohl die Stimme zum Schreien genommen war, als auch ein Weg zu flüchten.
Der kalte Blick der jungen Frau schien zu erkennen, was er dachte. Sie nickte lächelnd und verschränkte dabei ihre Arme vor dem Körper. Er hatte nur ihre Stimme erkannt, die er nicht wirklich zu kennen glaubte. Angstvoll und zweifelnd zugleich ließ er seinen Blick wandern. Die spitzen Ohren, die schwarzen Schwingen, die Schwerthefte über der linken Schulter. Und das Gesicht... Er glaubte sich selbst kaum, ob er es wieder erkannte oder nicht, doch er war sich trotzdem absolut sicher.
All dem nickte sie zu. »Ich weiß«, flüsterte sie und wurde dann lauter, »du hättest so etwas nie erwartet oder je für möglich gehalten!« Sie lachte wieder.
»Keiner hätte es! Ihr habt nur immer geredet und geredet. Als würdet ihr euch auskennen und alles darüber wissen. Habt Witze gemacht, die keiner verstand. Und fühltet euch als einen erlauchten Kreis, in den keiner eindringen könnte. Habt selbstgefällig geredet, als wüsstet ihr, was es bedeutet.«
Der Mann versuchte panisch mit dem Kopf zu schütteln, doch wie aus dem Nichts hatte sich eine weitere Metallstrebe dich unter seinem Kinn um den Hals geschnürt und drückte nun unangenehmst auf Luft- und Speiseröhre.
»Doch ich sage dir«, fuhr die Frau fort, »ihr habt nur deswegen so großspurig geprahlt, weil ihr immer glaubtet, so etwas würde nie geschehen und wäre falsch!« Sie hob fordernd das Kinn, ließ unter einer neuerlichen Weitung seiner Augen den Dolch verschwinden und ließ stattdessen ein seltsames, metallenes Gebilde um ihren rechten Arm entstehen.
»Ihr und all euere Reden waren ja so falsch¬«, säuselte sie und hob die Hand mit den scharfen Klauen zu seinem Hals. Die Finger waren wie mit einer Art Rüstung überzogen und bildeten scharfe Klauen als Abschluss. Auf dem Unterarm an einer Platte befestigt, reißzahnartige Dornen.
Sie wusste nicht, was ihn mehr schockte. Das, was sie ihm hier so frei vor seinen Augen zeigte, oder das, was er daraus in seinem Kopf bildete, auch im Rückblick auf die Vergangenheit. Doch mehr egal war nichts anderes.
Mit einem scharfen Verziehen des Gesichts holte sie plötzlich mit dem rechten, bewehrten Arm aus und schlug die scharfen Dornen direkt über seinen Oberkörper. Er schrie sofort gellend auf und begann schrecklich an zu husten. Ein oder zwei der Schnitte waren bis hinunter auf den Muskel vorgedrungen. So hätte man ihn hier stehen lassen können und er wäre verblutet, doch das stand nicht in ihrem Sinn.
Als die Krampfattake langsam abklang, hob er mit halb zusammengekniffenen Augen den Kopf und sah sie von unten wütenden, sprühenden Blickes an. Es war ihm immer noch nicht möglich ein Wort zu artikulieren, doch seine Augen sprachen für sich. Sie amüsierten die junge Frau jedoch nur.
»Vergiss es!«, zischte sie kraftvoll. »Du hast es selbst heraufbeschworen.«
Mit einem Sprung war sie wieder ganz dicht an ihm. Die scharfen Klauen über den Fingern kratzen leicht an seinem Hals.
»Dringst in meine Träume ein und verwirrst mich! Redest, als wäre jeder unwissend außer dir. Ziehst eine Kunst in den Schmutz, derer du nie würdig sein wirst!« Zwei Finger begannen sich ins Fleisch zu bohren und lösten brennenden Schmerz aus. »Bastard«, flüsterte sie in seine Ohren.
Und weiter: »Du hättest dies nie erwartet, nicht wahr? Zu keiner Sekunde des Unsinns, der aus deinem Mund floss. Das hättest du nicht im Traum erkannt!! Und dabei bist du so armselig. Denn genau das, über was du so scheinbar allwissend erzählt hast, hätte jemand, wie du ihn beschrieben hast, irgendwann mit Leichtigkeit gesehen!« Sie grinste kalt und führte ihr Gesicht dicht neben seines, sodass sie ihm wieder in die Ohren flüstern konnte.
»Es gibt jemanden, den ich mehr verachte, anders noch als dich. So fühle dich also geehrt, wie du behandelt wirst, denn den anderen würde ich nicht einmal anfassen wollen. Wenn sein Blut mich benetzen würde«, sprach sie süßlich und zog dabei den linken Zeigefinger über die frische Wunde, »hätte ich keine Freude. Es wäre abartig!« Sie verrieb das Blut vor seinen Augen zwischen Ziegefinger und Daume und verengte die Augen. »Bei dir treibt es mir nur den Eckel in die Gedärme.«
Seine geweiteten Augen starrten sie panisch und nun voller Angst an, als würden sie genau wissen, was sie vorhatte und auch verstehen, über was sie sprach. Ein wenig Reue mischte sich in sie, doch eher diese, die ihm hätte den Hals gerettet, als vielmehr diese Art von Reue, die man im Herzen verspürt.
Das war es, was ihren Blick noch viel kälter und härter werden ließ. Das Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht und der Ausdruck wurde wilder. Mit einem wütenden Blick stieß sie schließlich, weit ausholend, die krallenbewehrte Hand in seinen Hals und schrie etwas, das er nicht verstehen konnte. Der Blick des Gefangenen verdrehte sich sofort, sah nicht mehr den Dolch der in derselben Sekunde des Zustechens in der anderen Hand erschien und mit tödlicher Präzision von der anderen Seite den Kopf vom Hals trennte, als die metallumspannten Finger die Arterie noch gar nicht erreicht hatten.
Mit einem Satz war sie von dem Körper zurückgesprungen und sah ihn aus emotionslosen, trockenen Augen an. Der Kopf lag weit abseits. Die Rüstung um ihren rechten Arm verschwand und ohne einen weiteren Blick auf das Massaker zu werfen, drehte sie sich von dem blutbesudelten Betonblock weg. - ...
Mit zusammengekniffenen Augen schüttelte der Elb den Kopf, um die eindringlichen Bilder wieder loszuwerden.
Davon aufmerksam gemacht, drehte die junge Frau sich wieder zu ihm und sah ihn aufmerksam, aus neugierigen Augen an.
»Du hast dir alles mit angesehen, nicht wahr?«, fragte sie halb schelmisch.
Der Elb hob abwährend eine Hand, als würde er eine Fliege weg schlagen wollen. »Du hast mittels einer Art astralen Ich einen voll wirksamen Traum mit allen Arten der Naturgesetzte gesponnen und lagst in meinen Armen...« Er beendete halb bewusst, halb unbewusst den Satz nicht und ließ ihn stattdessen im Raum stehen. Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen beugte sie sich grinsend zu ihm herunter, da er sich auf die Bettkante gesetzt hatte. Sie nickte auffordernd, dass er weiter sprechen sollte und kicherte dabei.
»Ja? -- Natürlich hast du zugesehen!«, lachte sie. Schmollend schlug er noch einmal mit der Hand nach der imaginären Fliege und stützte seinen Kopf auf der anderen Hand auf sein Knie auf. Er sah in die entgegen gesetzte Richtung, wie sie stand, und schürzte die Lippen.
»Es war ein Traum und trotzdem war alles, bis auf den Menschen, real.« Ein seltsamer Unterton schwang in seiner Stimme mit. Eine Braue hebend sah er sie wieder an. Der fröhliche Ausdruck auf ihrem Gesicht war nicht vollkommen verschwunden, dafür dachte sie angestrengt nach.
»Ja, du hast Recht. Und trotzdem weiß ich, dass es irgendwann jemand anderes, reales, erlebt hätte. Und so ist es gut.«
»Besser für den armen Kerl«, stieß der Elb seufzend aus und erhob sich. Er trat neben sie und zog sie an sich. »Wehe du bringst den Zwillingen oder deinem Sohn je so einen Unsinn bei!« Sie begann herzlich an zu lachen.
Delphy StarDragon - 01.02.2007, 19:18
ah, jetzt hat es ja auch endlich das forum zugelassen, dass du die geschichte hier eingestellt bekommst. ich frag mich allerdings (mal wieder) warum das nicht gleich ging :?:
egal...
öhm, und wegen den autos: ich unterstelle dir doch nur genau das, was du so eben als gut geheißen hast O,o dann unterstelle ich dir eben nicht mehr, dass du autos liebst -.-''
XD
weil's so schön ist und ich keine lust habe, noch einen kommentar zur story zu schreiben, setz ich den abgewandelt einfach hier rein, den ich dir bereits per mail gab:
ich hatte beim lesen ein ziemlich mulmiges gefühl in der magengegend. ok, die story ist schon sehr hart an der grenze, muss ich sagen, aber so lange man noch bücher wie eragon in der kinderbuchabteilung findet, in denen klar beschrieben wird, wie ein ganzes dorf abgeschlachtet wird und ein aufgespießter kinderleib ein massengrab kennzeichnet, finde ich, dass dieser teil hier getrost öffentlich mit einer warnung davor gezeigt werden kann. so viele minderjährige haben wir ja schließlich auch nicht und die meisten wissen ja wohl auch selbst, was sie sich zumuten können und was nicht *g*
eines muss ich allerdings noch loswerden: du kannst gedanken haben! O,O ich versuche ja auch ein paar brutalere szenen in meine geschichten einzubauen, aber SO wird mir das wohl nie gelingen. das ist einfach hammer, was du da zusammengezaubert hast! dein stil ist ja sowieso ne wucht und mit diesem thema erst recht!
*rofl* und hieran siehst du, dass ich nie was von einem wuchtigen stil gesagt habe. ich habe lediglich behauptet, dass dein stil eine wucht ist und das ist was gaaanz anderes. damit will ich sagen, dass ich deinen schreibstil vergöttere und der einfach klasse, toll, megahammer und grandios in einem ist ;)
Ferach - 22.03.2007, 16:11
hat da jemand den threat umbenannt?? NEEEEINNNN XDDDD *husta*
ich habe hier ewas ganz speziell für die gute del^^ (wuh, ein reim XD)
The new Wolf
Die schneeweißen Ohren waren angespannt auf die junge Elbe vor ihnen gerichtet. Sie zuckten kurz, als die Elbe die rechte Hand ausstreckt und durch die Luft führte. Lächelnd drehte sich diese um.
»Habt ihr euch verabschiedet?«, fragte sie an die größere Wölfin unter dem Baum gewandt, die die beiden aufmerksam musterte. Der Schatten, der auf sie fiel, schluckte fast allen Glanz ihres seidigen Felles und trotzdem war der Pelz der Wölfin absolut beeindruckend. ‚Paradieswölfe’ wurde diese Unterart der Wölfe genannt. Sie, die da so ruhig unter dem Baum saß, während eine ihrer Töchter ihren eigen Weg begann zu beschreiten, war die einzige ihrer Art hier auf dieser Welt.
Die Wölfin, die den Namen Seshoma von der Person bekommen hatte, die sie an ihre ‚Besitzerin’ übergeben hatte, legte den Kopf leicht auf die Seite und sah ihre ‚Leitwölfin’ an. Natürlich war die Elbe keine Wölfin, auch wenn sie einen solchen Körper bewohnen konnte, doch sie war als solche akzeptiert.
Die Elbe nickte und legte die rechte Hand auf den Kopf der Kleinen neben ihr. Die noch nicht ausgewachsene Wölfin hatte drei der Grundfarben ihrer Mutter übernommen und war von ihren Geschwistern eine der farbigsten.
»Dann lass uns gehen!« Ihre Stimme klang ermutigend und trotzdem spürte die Jungwölfin, dass etwas ganz Neues auf sie wartete.
Die Elbe drehte sich zu dem Portal, dass sie vorhin geöffnet hatte und das jetzt bläulichsilbern schimmernd die Luft durchzog. Sie machte schon einen Schritt auf es zu, als ein tiefes Heulen erklang. Sofort danach mischte sich ein helleres dazu. Nach wenigen Sekunden kamen noch weitere, leisere und weniger kräftige Stimmen dazu.
Unschlüssig suchte die kleine Wölfin nach den Rufenden und entdeckte doch nur ihre Mutter, die den Kopf erhoben ein kräftiges, wohlklingendes Heulen von sich gab. Es dauerte noch einen Augenblick, dann fügte auch die Kleine ihre Stimme zu dem Gesang hinzu, nachdem sie die Stimme ihres Vaters und ihrer Geschwister erkannt hatte.
Die vornehmlich rot und weiße Wölfin – von den schwarzen Stellen am Rücken abgesehen - wusste zwar nicht, wo sie waren, aber sie verstand den Abschied und die aufmunternden Worte für ihren neuen Weg sehr wohl.
Als das Lied zu ihrem Abschied abgeklungen war, drehte sie sich demonstrativ zur ‚Leitwölfin’ um und sah mit festem Blick zu ihr hoch. Die goldbraunen Augen der Elbe glitzerten. Sie nickte und trat in das sich bewegende Blau. Ohne zu zögern sprang die Jungwölfin ihr hinterher.
Sie musste ihre Augen zukneifen, da das Licht so hell war und irgendwie zog sich ihr Magen zusammen. Doch nach dieser seltsamen Sekunde, in der sie sich nicht wirklich wohl fühlte, war auch schon schlagartig alles vorbei.
Vorsichtig blinzelte sie gegen das Sonnenlicht an, dass ihr wieder in die nebelgrauen Augen stach.
Sofort erschrak die junge Wölfin, zog die Rute zwischen die Beine, legte die Ohren an und duckte sich hinter der Elbe weg. Was war nur passiert? Die Luft roch vollkommen anders – ja sie fühlte sich anders an -, das Sonnenlicht hatte eine andere Farbe und der Himmel war … blau!
Ein angstvolles Knurren erklang ihrer Kehle und unsicher zog sie den Nasenrücken kraus, entblößte die vorderen Reizzähne.
»Oh je! Das muss ja so etwas wie ein Kulturschock für sie sein!«, ertönte eine fremde Stimme wie aus dem Nichts.
Die Elbe nickte lächelnd und kniete sich zu der verängstigten Wölfin hinab. Sie legte einen Arm um deren Schultern und tätschelte das dichte Fell an Hals und Schulter.
»Ich habe die Wirkung der andersartigen Molekülzusammensetzung der Luft zwar mit einem dauerhaften Bann nahezu getilgt, aber sie spürt es natürlich trotzdem.¬« Dabei fuhr sie der Wölfin durch den gesträubten Pelz und tätschelte ihn weiter beruhigend. Die Kleine sah dabei unsicher zu ihr und begann nun auch die Person, die ihnen gegenüber stand, vorsichtig mustern. Mit jeder verstreichenden Minute wurde sie ruhiger und das Fell glatter.
Die fremde Frau kniete sich ebenfalls hin und streckte schon einmal die rechte Hand mit der Handfläche zur Wölfin zeigend ihr aus.
»Aber es ist schon irgendwie seltsam, wenn man plötzlich feststellt, dass das Sonnenlicht irgendwie eine andere Farbzusammensetzung hat und der Himmel nur noch eine Farbe hat!«, sprach die Elbe weiter. »Wie du treffend sagtest: Ein Kulturschock. Erleide ich jedes Mal, wenn ich hierher komme!« Dabei grinste sie und begann zu lachen.
Die Jungwölfin erkannte sie lockere Stimmung sofort und trat vorsichtig einen Schritt auf die Fremde zu, schnupperte an der ihr dargebotenen Hand. Und fuhr abermals zusammen.
»Huch? Was hat sie denn jetzt?«
Die Elbe erhielt etwas andersartig Antwort. Die junge Frau, mit der sie sich auf dieser ihr eigentlich immer noch fremdartigen Welt traf, und mit der sie sehr tiefe Freundschaft verband, stand plötzlich nicht mehr in ihrer normalen, menschlichen Gestalt vor ihr, sondern als silbernweiße Wölfin. Sie ließ die junge Wölfin es erkennen und registrieren und war auf den nächsten Augenblick wieder die Frau von zuvor.
Fragend und neugierig zugleich sahen die Augen der kleinen Wölfin zu ihr hoch. Zarah lächelte sie aufmunternd an.
»Ah. Das! Wie konnte ich vergessen?!« Die Stimme der Elbe war voller Ironie, aber nicht bösartig.
»Man vergisst so etwas schnell, nicht wahr?«
Die Elbe nickte lachend. Natürlich! Sie konnte so etwas ‚vergessen’, hatte sie doch nur den Körper eines Wolfes in sich. Doch ihr Gegenüber trug die Seele eines solchen Tieres in sich.
Selbstverständlich hatte die noch nicht lang entwöhnte Wölfin davon keine Ahnung, doch instinktiv erkannt sie, wer diese Frau da war, zu der sie ihre ‚Leitwölfin’ geführt hatte: Ihre neue Leitwölfin.
Weitere Schritte brachten sie gänzlich vor die junge Frau, sodass sie sich streicheln lassen konnte.
»Na da hast du sie mit deinem Einschleimen ja sofort auf deine Seite gezogen!«, stieß die Elbe lachend aus, nicht ohne Bedauern in der Stimme. Natürlich hatte sie immer den Gedanken im Hinterkopf behalten, dass sie die Kleine irgendwann abgeben würde. Doch nichtsdestotrotz hatte sie ihr viel Spaß bereitet.
»Tja«, antworte ihre Freundin, »Wölfe gehören nun einmal zusammen, nicht wahr?« Sie lächelte. Die Elbe nickte bestätigend.
Zum zweiten Mal in kürzester Zeit öffnete sich vor der kleinen Wölfin ein Portal. Diesmal würde sie nicht die Dimension und Welt wechseln, sondern ‚nur’ den Planeten. Irgendwie gefiel ihr das nicht, aber sie wusste, dass es nicht anders möglich war. Und schließlich schien ihr die Fremde, die nicht lang eine solche bleiben würde, sehr sympathisch. Und sie trug einen Wolf in sich!
Zuversichtlich trat sie neben ihre neue Rudelführerin und wartete aufmerksam ab, was diesmal neues auf sie zukommen würde. Wieder eine andere Luft? Ein neues Licht?
Wie zuvor erklang vor ihrer Weiterreise ein kräftiges Heulen. Doch als sie sich diesmal umdrehte, sah sie einen Wolf, den sie vorher noch niemals gesehen hatte. Vor dem immer noch geöffneten, bläulichsilbernen Portal saß eine relativ kleine, aber ausgewachsene, feingliedrige rote Wölfin und stieß ihren Abschiedsgruß in den Himmel.
Wie sie hob auch die Jungwölfin die Schnauze und erstattete ihr Antwort. Es war schon seltsam und die Eindrücke wurden langsam recht vielgestaltig, aber sie erkannte den Geruch ihrer nun ehemaligen Leitwölfin in dieser Roten. Wenn ihre neue dieses Kunststück einer Art Verwandlung vollführte, warum nicht dann auch ihre alte, die zwar nicht wie ein Wolf aussah – normalerweise -, die ihre Eltern aber trotzdem als Rudelanführerin akzeptiert hatten?
Die kleine Jungwölfin zwinkerte nur einmal und die Elbe stand auch schon wieder in ihrer normalen Gestalt vor dem Portal. Sie winkte der Kleinen neben Zarah zu und war auch schon durch das Portal getreten, das sich sofort danach schloss. Nichts deutete nun mehr auf es hin.
Neugierig hob die Wölfin nun den Kopf zu der Frau und musterte sie.
»Wollen wir auch gehen?«, lächelte diese.
wer jetzt sagt: 'das klingt ja gar nicht nach dir!' dem muss ich irgendwie zustimmen OO''''' irgendwie hab nicht ich das geschrieben, sondern mein zwilling XD ka, wie der dazu kam *löl*
@del
*mit einer kleinen wölfin dahock* na ich hoffe doch, dass ihr beiden euch vertragen werdet^^ aber irgendwie bin ich da ganz doll zuversichtlich :)
ich hab mal einen auf wolf's rain gemacht, was die 'verwandlungen' angeht XD nach dem motto: wenn die mich verwirren dürfen, dann darf ich das auch! XDD naja^^ ich hoffe dir gefällt die geschie auch *g* ist ja nichts herausragendes, aber wenigstens was *g*
und an alle anderen das selbe^^ es ist nichts herausragendes, ich könnte besser sein, aber es ist halt klein und fein :))
kritik ist wie immer ganz doll groß erwünscht^^
Delphy StarDragon - 22.03.2007, 19:37
juhu, klein-wolf ist da! *jubel hüpf* wuh, jetzt brauch doch endlich mal nen richtigen namen für sie. aber da fällt mir schon noch was ein, sobald ich die kleine hier besser kenne.
wai, die geschichte ist wirklich süß. und stimmt, die story hat wolf's rain-charakter. deshalb klingt die so anders, wie deine sonstigen geschichten. aber mir gefällt sie totaaal *knuddels* keine kritik ^,^
*mich mit klein-wölfchen bekannt macht und ihre hübsche gestalt bewunder* mannoman, warum wachst ihr so schnell? bist ja fast so groß wie ich... als wolf *lach*
Ferach - 24.03.2007, 12:57
thihi.. den namen will ich aber wissen^^ und wir es sich einlebt und entwickelt und alles sowieso XDD
danke danke^^ wolfi rain hat was gutes XDD (und schlechtes >< gestern nach folge 11 war dich deprimiert *grmml*) aber fein^^ kind kann also auch noch süße geschichten schreiben XD
*lach* ka... welpen? die haben nix anders zu tun als fressen, spielen und wachsen *husta* aber ich versteh dich o.o am süßesten sind sie doch so^^''''
im übrigen darfst du nicht überrascht sein, wenn sie irgendwelche fährigkeiten entwickelt, die net so wirklich wolfstypisch sind^^''''' ich weiß nicht, inwieweit sich anârs magischer hyper-charakter auf die kleinen auswirkt XD *husta* bis jetzt hatte ich aber noch nichts beobachtet. aber das würde auch erst jetzt langsam anfangen. also bitte nicht wundern^^' (ich kann auch nicht vorraussagen, WAS für fähigkeiten das werden.. oo naja.. wegen dem mix der zwei art, der göttlichen herkunft des papas.. eine magische wundertüte ist das also^^') *nix damit zu tun hat* reklamationen werden nicht angenommen* X,DDD
Delphy StarDragon - 24.03.2007, 18:50
*lol* wie könnte ich so ein süßes wesen bei dir reklamieren wollen? egal, welche "sonderbaren" fähigkeiten die kleine noch entwickeln könnte, werde ich sie nie, nie wieder hergeben!
ein genauerer bericht über das leben von klein-wolf folgt noch, sobald ich zum schreiben komme. einen namen habe ich hoffentlich auch bald *husta*
Ferach - 03.04.2007, 21:31
thihi... glücklicherweise muss ich also NICHT mit einer reklamation rechnen XD
*kicher* ich hab was neues^^
ich muss sagen, es hat einen heiden spaß gemacht das zu schreiben! ich hatte auf einmal das unbedingt dringende bedürfnis dazu und bereue es gar net -^.^- ich habe natürlich KEINEN solchen kleinen an meinem rockzipfel kleben, aber ich fand die idee auf einmal witzig XD
und ich habe mal aus unserem guten alten clan was richtig großes gemacht^^ so hoffe ich wird es mal in ein paar jahren bei jedem von uns sein. jeweils auf oz, aravalon und meitha werden wir berühmt und berüchtigt sein ;P ich finde die idee so toll :]
natürlich habe ich das folgende ganz sehr offentlich an eine bestimmte serie angelegt^^ mein tribut an sie, ein wenig. das da das wort 'sensei' auftaucht ist gewollt. ich finde das ist immer noch die beste ansprache für einen meister .) ich mag den klang irgendwie.
tjoah sonst? eigentlich nix mehr :)) ich hoffe ihr habt genauso viel spaß beim lesen, wie ich beim schreiben!
(achja, ein winziges noch. 'Ai' ist elbischen meiner heimat. es hat eine doppelbedeutung. es kann sowohl 'ja - okay' heißen als auch ein wort des erstaunens sein, wie 'achso? - oha!' oder ähnliches.)
- STUDENT -
»Aber ich kann das nicht tun! Hast du mich schon mal Dinge erklären hören?!«
»Viel zu oft…« Er seufzte tief, als würde er sein Kind tadeln. »Aber du hast nun mal keine andere Chance deine netten Dinge zu bereinigen!«
Sie hatte keine Lust ihm weiter zuzuhören und drehte sich deswegen weg. Die Arme verschränkt vor ihrer Brust sah sie nach unten zu ihren Füßen, sodass ihr die schwarzen Haare in die Stirn fielen. Natürlich wusste die Elbe dass sie keine andere Chance auf Rehabilitation hatte, außer den Job anzunehmen. Ansonsten würde sie für immer aus dem Land verbannt werden.
Warum sind sie mir nur auf die Schliche gekommen?!, fluchte sie gedanklich. Verdammt!
»Also tu’ mir bitte einen Gefallen und hör auf dich zu beschweren. Mach es einfach und denk nicht weiter darüber nach!«
Sie wollte wieder zu einem Protest ansetzen, doch er blieb ihr förmlich im Halse stecken. Es hatte ja schlussendlich doch alles keinen Sinn…
»Höchster Sonnenstand, heute, vor dem Osttor.«
Die Elbe nickte ergeben tief seufzend. »Ai…«
Mit missmutigem Blick stieß sie den kleinen Dolch immer wieder in den Boden, zog ihn ein wenig zu sich, sodass eine kleine Furche entstand und wiederholte das ganze von vorn. Inzwischen hatte sie das seit zehn Minuten mindestens zweihundertmal getan und so war die Furche inzwischen halb so tief, wie das Dolchblatt lang.
Wieder stieß sie das Metall hinab und fluchte dabei. Nicht nur, dass man sie hierzu zwang, nun musste sie ihre kostbare Zeit auch noch mit Warten verbringen.
»Verdammt, was für einen Idiot haben die mir da nur aufgehalst?! Wenn er schon nicht mal pünktlich sein kann, wie soll er dann ein guter Kämpfer werden?!« Sie schnaubte und lehnte sich an die Stadtmauer hinter ihr. Sie hatte sich schon vor einigen Minuten neben das Tor gesetzt, weil sie schon da keine Lust mehr gehabt hatte, ewig sich die Beine in den Bauch zu stehen.
Aus purer Langeweile hob sie nun die Hand, mit der sie vorher den Dolch malträtiert hatte, ließ ihn im Nichts verschwinden und entfachte eine kleine Feuerkugel am Boden. Sie war so klein, dass sie sie hätte mit der Hand umschließen können. Die Kugel tanzte zunächst in den Kreisen, die die Finger über ihr vorgaben und veränderte dann die Form. Aller paar Augenblicke ließ die Elbe sie eine andere Tiergestalt annehmen.
»Verdammt noch mal! Wenn du nicht bald kommst ist mir egal, ob man mich verbannt, oder nicht!!!«
Die Flamme wurde plötzlich größer und explodierte schließlich. Wütend auf sich selbst sah sie hinab auf die verbrannte Stelle.
»Zur Hölle! Der Kerl macht mich so sauer, dass ich mich nicht mal mehr unter Kontrolle habe!«
Wind kam auf und wuchs schnell an. Er transportierte ein launisches, gewitztes Lachen, das ganz offensichtlich sehr viel Freude an ihrem Groll hatte. Verstimmt verzog sie das Gesicht und stützte das Kinn auf die Rechte.
»Und Action…«, flüsterte sie vor sich hin und sah träge ein paar Meter weiter auf das Gras. Dort kräuselte sich ein Schatten über den Halmen und wurde immer größer, obwohl nicht über ihm war, dass ihn ausgelöste.
Als der Wind immer stärker wurde, nahm er auch langsam etwas mehr als Staub auf. Tote Grashalme, Sandkörner und anderer Unrat wehte der Elbe direkt ins Gesicht. Immer noch aufs äußerste gelangweilt schloss sie die Augen und wartete einfach ab. Es verstrichen einige Momente der Stille.
Wie als wäre ein Gewitter aufgezogen, das im Begriff war loszulegen, war die Luft auf einmal sehr träge und schwer und ein tiefes, bedrohliches Grollen erklang. Durch die geschlossenen Lider sah die Elbe, wie ein kurzes Aufleuchten erschien, gefolgt von einem neuerlichen Grollen. Dann raste – diesmal ungesehen vor ihr – eine gewaltige Wasserwand auf sie zu. Man sah deutlich, dass das Glitzern des Wassers nicht allein von ihm allein herrührte, sondern auch von versteckten Klingen in ihm.
Mit einem gewaltigen Dröhnen und Lärm klatschte die Wand aus Wasser gegen die Mauer. Der Widerstand, der ihr mit dieser entgegengesetzt wurde ließ ihr keine andere Wahl als zu den Seiten auszuweichen. Als sie so abgeflossen war und langsam im Boden versickerte, hinterließ sie einen unschönen dunklen Fleck an der Wand. Ein paar der Dolche waren in den Fugen der Steine stecken geblieben.
»Bist du fertig…?«
Mit vor Schreck geweiteten Augen drehte sich der Junge um, der einige Meter vor der Mauer weg mit siegesgewissem Grinsen dem Spektakel zugesehen hatte. Nun sah er in die immer noch überaus gelangweilt dreinblickenden, braunen Augen der Elbe, die ihn abschätzig musterten. Trotzdem er sehr viel jünger, als sie, war, überragte sie ihn nur um wenige Zentimeter und so war es schon ein komisches Bild, wie sie ihn da ansah.
»S… Sensei…?«, stammelte der Junge unbeholfen, da er offensichtlich absolut keine Ahnung hatte, was er tun sollte, da sein Plan so fehlgeschlagen war.
Die Elbe nickte, die Arme in die Seiten gestemmt, langsam und beugte sich ein klein wenig vor. »Arboultens.«
Als hätte ihm man einen glühenden Eisenstab in den Rücken gedrückt sprang er sofort von ihr weg. Verwirrt und zweifelnd zugleich blinzelte er die kleine Frau vor sich an und wusste doch nicht so recht, was er von ihr halten sollte. Sie schien so ein einfaches Opfer gewesen zu sein, saß dort mit geschlossenen Augen rum und hatte ihn nicht mal kommen bemerkt, die Attacke war so gut verlaufen und dann stand sie plötzlich hinter ihm?! Wie konnte so etwas möglich sein?!!
Die Elbe seufzte schwer. Ein ‚Na großartig’ entfuhr leise ihren Lippen und sie begann mit einem Fuß im Sand zu scharren.
»Hast du noch andere Ideen, wie du mich töten willst?!«
Der Satz schien ihn genau da getroffen zu haben, wo er beabsichtig war: in seinem Stolz. Wieder zu alter Stärke erlangt verfinsterte sich entschlossen sein Blick und er ging in Angriffshaltung.
»Bei allen Göttern…«, stieß die Elbe wieder aus. »Warum nur ich? Warum muss ich mir von einem Kind die Zeit stehlen lassen?!«
»Ich bin kein Kind!«, fauchte er prompt und nahm die Hände zu einem Trichter vor seinen Mund. »Ich bin ein Mann!«
»Natürlich…« Ihre Stimme war von Sarkasmus nur so durchtränkt.
»Wassertornado – Hira nen eithel!«
Es donnerte wieder. Doch diesmal hatte er kein Gewitter herbeigerufen, sondern blies durch den ‚Trichter’ seiner Hände. Sofort entsprang ihnen eine riesenhafte Schlange auf Wasser und raste auf die Elbe zu. Gelassen hob sie die rechte Hand, schnippte mit den Fingern und entlockte sich ein amüsiertes Lächeln.
Nachdem das Wasser aus seinen Händen versiegt war und sich auch die ‚Wand’ auf Flammen langsam auflöste konnte sie in dasselbe, ungläubige Gesicht sehen, wie zuvor.
Vollkommen vor den Kopf gestoßen wusste der Junge ganz offensichtlich nicht mehr, wo ihm der Kopf stand.
»Wenn du dann mit den Spielchen fertig bist«, begann die Elbe von neuem, »können wir vielleicht mit der Arbeit anfangen. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit! Geschweige denn Lust dazu…« Damit drehte sie sich von ihm weg und begann gemächlichen Schrittes von der Stadtmauer in die entgegen gesetzter Richtung davon zu laufen.
»Aber…!«, setzte er an, verlor aber sofort wieder die Sprache. Er nahm sich kurz zusammen und schrie sie dann fast an. »Das kann gar nicht sein! Ihr habt mich hinters Licht geführt! Irgendwie habt ihr es geschafft mich auszutricksen, obwohl das noch keiner zuvor geschafft hat! Dafür mein Respekt… Aber sonst war das alles ein riesen Schwindel!!« Er atmete schwer, als sein Wortschwall beendet war.
Die Elbe war wieder stehen geblieben und hatte sich doch umgedreht. Mit einem neuerlichen, amüsierten Lächeln sah sie den Jungen an, der glaubte schon längst das Mannesalter erreicht zu haben. Seine Kleidung sollte das offensichtlich unterstreichen. Es war viel Blau an ihr, viele Details, die auf den Stolz des Trägers hindeuteten. Über seiner linken Schulter ragte ein Schwertheft auf, über der Rechten ein gefüllter Pfeilköcher.
Sein Blick funkelte nur so vor Energie und Entschlossenheit. Seiner Meinung nach war dieser ‚Kampf’ noch lang nicht beendet oder gar entschieden. Solang man ihn so hinterrücks austrickste, würde er sicher bis zum bitteren Ende durchhalten.
Für einen kurzen Augenblick wurde der Blick der Elbe weich. »Kleiner, du erinnerst mich an jemanden…« Sie schien mehr zu sich selbst zu sprechen und so hatte er es kaum verstanden.
»Was?« Er zog die Stirn kraus und fixierte die junge Frau. Sie war älter als er, aber nicht so sehr. Nichtsdestotrotz sah sie nicht wirklich wie eine Kriegerin aus. Sie war sehr klein, schlank und fast zierlich. Das einzige, was vielleicht auf einen solchen Beruf hindeutete war die beiden übereinander liegenden Schwerthefte über ihrer rechten Schulter. Und anders als bei ihm, der nur ein einfaches Kurzschwert trug, sah man die Spitzen hinter der rechten Hüfte hervor ragen. Es waren also ‚richtige’, lange Schwerter. Doch wie schaffte sie es die langen Klingen aus den Scheiden zu ziehen, ohne sich dabei heillos zu verrenken?
Der Blick des Jungen wurde immer ungläubiger und fragender, bis die Elbe nicht mehr an sich konnte und laut loslachen musste. Das missfiel ihm natürlich noch mehr, als die Niederlage zuvor. Von keinem war er je ausgelacht worden!!
»Du sagst also, dass ich dich ausgetrickst habe, ja?« Ihre Augen sahen ihn weich an. Doch nur für einen kurzen Moment.
»Ja natürlich habt Ihr das! Wie sonst könntet ihr meinen Attacken entgehen?!« Eine andere Möglichkeit als ein Trick passte ganz offensichtlich nicht in sein vorschnelles Bild von ihr.
»Wie wäre es mit Können?«, schlug sie lächelnd vor, hob die linke Hand und bedeutete ich dann, zu ihr zu kommen.
Der Junge mit den wuschligen, rotbraunen Haaren schüttelte entschieden mit dem Kopf. »Das glaube ich euch nicht! Ihr seid kein Krieger! Ihr könntet doch nicht mal in einem Nahkampf bestehen!«
Die Elbe weitete offensichtlich überrascht die Augen. »Ist das so? Hm… ja, das kommt mir bekannt vor. Irgendwie denken das viele…«
»Wohl nicht ohne Grund!«, grummelte der Kleine, der schließlich wieder direkt vor ihr stand.
»Aber soll ich dir ein kleines Geheimnis verraten?«, grinste sie verschwörerisch, drehte sich dabei etwa um die Hälfte um und steckte eine Hand unter ihre Haare. »Irgendwie wurden alle jedes Mal eines besseren belehrt.«
»Das kann ich mir absolut nicht vorstellen…«, entgegnete der Junge ehrlich und verstimmte, sie dabei leicht von unten herauf ansehend.
Die Elbe musste wieder lächeln. Statt ihm weitere Erklärungen zu geben hob sie jetzt mit der Hand die schwarzen Haare an, drehte sie in dieser zu einem leichten Zopf zusammen und entblößte so ihre Nacken. Während es hinter ihr mucksmäuschenstill wurde, sah sie wissend lächelnd vor ihre Füße auf den Boden. Einen Moment überlegte sie, ob sie die Hand, die das Haar hielt, wechseln sollte, um ihn den Handrücken der Rechten zu zeigen. Doch sie entschied sich dagegen. Für heute war es sicher genug, was er da sah.
Als sich das Blut fühlbar am Ellbogen begann zu stauen ließ sie schließlich die Hand wieder fallen und das schulterlange Haar bedeckte wieder den Nacken. Fast gütig lächelnd drehte sie sich wieder zu dem Jungen um und amüsierte sich diesmal ehrlich und nicht bösartig über seinen geschockten, gefrorenen Gesichtsausdruck.
Er sah noch immer auf die Stelle – mitten in die Luft – wo sich bis eben ihr Nacken befunden hatte. »Der… Halbmond… Circafea.«
Ihr Lächeln wurde breiter. »Arboultens – genau.« Natürlich war es nicht wirklich ein Halbmond, vor allem, da er eigentlich auf dem Kopf stand und sozusagen eine ‚dritte Spitze’ in der Mitte hatte, doch er hatte im Volksmund diesen Namen bekommen. Circafea, der Halbmond des Elite Clans.
»A… aber das bedeutet…¬« Sie jetzt fast verzweifelt ansehend hob er den Blick. »Aber der Elite Clan ist… Nur ganz besondere Krieger, Kopfgeldjäger, Diebe, Schwerttänzer, Magier gehörten und gehören zu ihm!! Genau deswegen bekam er seinen Namen! Es ist die absolute Elite, die dieser Clan hervor brachte!!«
Fassungslos starrte er diese ihm immer fremder werdende Frau an. Sie war überhaupt nicht alt, selbst für eine Elbe noch relativ jung und sollte diesem berüchtigten Clan entstammen?! Dem, zu dem er gehören wollte, seit er klein war und kaum laufen konnte?
Sie nickte bestätigend. »Genau der! Ich muss es wissen, schließlich habe ich ihn gegründet.«
Ihr freundliches Strahlen wurde ihm abrupt unheimlich. »Das… das… Das kann nicht sein!! Ihr seit doch… doch noch…« Er fand keine Worte mehr, noch die Luft sie auszusprechen. Vollkommen aus seiner sicheren Haltung genommen taumelte er ein paar Schritte zurück und erwischte mit der Ferse ausgerechnet einen der wenigen Steine, die auf der Steppe verteilt waren.
»Falls du dann wieder in der Lage bist zu laufen, würde ich gern endlich mit dem Training anfangen«, begann sie ihm wieder ihre Pläne zu erklären. Sie hatte die Arme hinter dem Rücken verschränkt und sah nun hinab zu ihm, der auf dem Rücken im Gras liegend sie unschlüssig und äußerst verwirrt ansah.
»Auch wenn es mir eine Ehre ist, ich habe trotzdem keine Lust und würde das schnell hinter mich gebracht haben.« Ihr einnehmendes, fröhliches Lächeln war geradezu entwaffnend.
*grinz* maybe to be continued :)) ideen hätte ich^^ ;)
Moria - 03.04.2007, 23:24
Woow....
wenn es da keine Fortsetzung von geben würde, wäre ich sehr sehr seeehr enttäuscht *nick nick*
Der Junge wird noch seinen Spaß haben *hust*hrhr* Zeig ihm wo's lang geht ;)
Toll geschrieben, lässt sich klasse lesen...super Geschichte ^^
Delphy StarDragon - 04.04.2007, 17:36
momentan wird wohl erst mal jeder auf oz denken, wenn ich ihm meine handfläche mit dem clansymbol vorzeige: "hä? und nun?" :lol:
ich bemitleide dich schon mal ganz doll, auch wenn die story auf deine situation (noch) nicht zutrifft. ein schüler und dann noch so ein treister 3-käse-hoch. wie nervig O,o
es ist unschwer zu erkennen, welche serie du hier 'verarbeitet' hast. liest sich total raus und das, obwohl ich so wenig folgen davon kenne. oder gerade deshalb? *g* in den ersten folgen taucht ja irgendwo so ein bengel auf, der sein können für wunder was hält (die stelle mit der 'tarndecke' an der mauer fand ich immer noch am besten *lachs*)
alles im allem eine klasse story wiedermal. wunderbar umgesetzt und total humorvoll formuliert.
Ferach - 05.04.2007, 10:05
Delphy StarDragon hat folgendes geschrieben: momentan wird wohl erst mal jeder auf oz denken, wenn ich ihm meine handfläche mit dem clansymbol vorzeige: "hä? und nun?" :lol:
*rofl* äähhmm.. ja das könnte durchaus geschehen XD ich habe ja auch nur a büschl orakelt ^^
Delphy StarDragon hat folgendes geschrieben: in den ersten folgen taucht ja irgendwo so ein bengel auf, der sein können für wunder was hält (die stelle mit der 'tarndecke' an der mauer fand ich immer noch am besten *lachs*)
mjaps^^ an den dachte ich zum teil mit :)) konohamaru heißt der und ist der enkel des hokage .)
ich danke euch beiden ganz doll für euer lob -^.^- finde ich ganz toll, dass euch die gefällt.
warte nur ab, mo-chan^^ mal sehen, was meine kranke muse wieder alles zutage fördert XD
*lach* aber ich muss sagen, dass ich meine 'kreation' des kleinen jungen jetzt schon lieb gewonnen hab XD wartet nur ab! der hat auch seine guten seiten *lach*
Moria - 05.04.2007, 12:48
Ferach (R.v.F.) hat folgendes geschrieben: der hat auch seine guten seiten *lach*
Das hab ich mir gedacht XD
Bin ja gespannt was da noch raus kommt *nick*
*hust* Mich würde ja interessieren warum du verbannt werden solltest ^^''
Oder hab ich das überlesen? oO
Oder einfach wieder was nicht mitbekommen ^^'''
Ferach - 05.04.2007, 14:41
*lol* ja? irgendwie typisch für diese art von charakteren, oder? XD aber ich werd' es mir net so einfach machen ;] *die herausforderung liebt im schreiben*
nein^^ hast nix verpasst bzw nicht nicht mitbekommen .) ich schreib dir mal eine pm^^
Ferach - 25.04.2007, 16:39
heute haben wir mal was ganz seltsames XD
und zwar einen auszug aus der allerletzten englisch kontrolle in meinem leben^^
zuvor haben wir drei sonnete von shakespeare behandelt, die vollgesogen von liebeskrams waren -.-'''' also liebesgedichte, so gesagt^^
eine augabe in der kontrolle hieß nun so: 'stell dir vor du hast eines der drei sonnete von einer anonymen person per email erhalten - schreibe eine antwort.' wie die antwort ausfallen sollte, stand uns frei^^
folgendes habe ich geschrieben *g* mal für euch übersetzt hat*
ich bin mit meiner spontanen gedichtanwandlung nämlich recht zufrieden, deswegen wollte ich es euch zeigen^^ (hab es versucht so original wie möglich zu übersetzten)
für alle, die englisch können, stell ich das originalgedicht von mir in englich auch noch ein. das ist nämlich mal wieder bissi schwer zu übersetzten^^''''
(PS.: eine hilfe zum verständnis: passt auf die satzzeichen im gedicht auf, die helfen einem dem zu folgen .) )
okay, soviel dazu^^ viel spaß!
Lieber Niemand.
Zuerst hatte ich keine Idee was ich zu dir sagen sollte. Ich kenne dich nicht. Aber du, offensichtlich, mich. Hast du die falsche Adresse gewählt? Das denke ich.
Du hast ein Sonett von Shakespeare genommen? Warum hast du keines vor dir aus geschrieben? Du kannst das nicht? Du findest nicht solche schönen Sätze von selbst?
Schwach bist du…
Ist es gemein von mir das zu sagen? – Ich denke nicht, denn einfach nur nach einem schönen Gedicht suchen ist einfach, aber eines selbst zu schreiben, egal wie es später klingt, ist eine wahrlich große Geste. Jeder würde es mögen.
Deswegen bist du für mich schwach. Natürlich kenne ich deine Beweggründe nicht und warum dieses gewählt hast – vielleicht willst du mit ihm etwas sagen und konntest es mit nichts anderem tun, einzig mit diesem Sonnet. Aber –
…Lass mich nun etwas dir sagen. Mit meinen eigenen Worten:
Da ist ein Land, das ich nicht kenne,
ein Weg, den ich gehe, von dem ich nicht weiß, wohin er führt.
Da ist ein Baum, dessen Name ich nicht kenne,
ein Blick über die Landschaft, von dem ich nicht weiß, wie die Menschen ihn nennen.
Aber ich werde da bleiben um zu schauen,
um zu überlegen was ich tue,
um mich zu erinnern, warum ich hier bin,
und welcher der Weg ist, den ich gehen werde.
Und ich sehe einen Vogel über mich hinweg fliegen.
Er sieht zu mir herab – ich sehe hinauf, aber er fliegt weiter.
Und ich drehe mich herum, um dem Weg zu folgen, den ich kam,
um einen anderen, schwereren Weg zu wählen
und sehe jemanden dort stehen.
Seine gesprochenen Worte werden mit dem Wind davon getragen.
Denke darüber nach und versuche deine eigenen Worte zu finden.
Vielleicht werde ich von dir hören
Ein weiteres Mal…
(natürlich hat das forum alle einrückungen weggekillt -.-')
und das original:
There is a land I don't know,
a path, that I go I don't know where it goes.
There is a tree I don't know his name,
and a view over the landscape I don't know the people calling it.
But I stay there to look,
to think what I do,
to remember why I am here,
and what's the way I will go.
And I see a bird flying over me.
He is looking down to me - I look up, but he flys on.
And I turn around to follow the path I came,
to choose another, different path
and see a person standing there.
His outcoming words are taken away by the wind.
ich war total stolz, dass sie grammatikalisch nix an meinen gedichtli auszusetzten hatte -^.^-
Delphy StarDragon - 25.04.2007, 17:05
boar, ich glaub ich würde mich erst mal freuen, wenn mir jemand so was schreiben würde, selbst wenn dieser jemand mich darin beleidigt. ich find die wortwahl richtig toll und auch das gedicht passt so schön vom inhalt. wirklich klasse gemacht ^,^
Ferach - 25.04.2007, 21:24
habe ich den uminösen fremden beleidigt?!^^''''' ich hab es immerhin begründet XD *hust*.... jaaa.... wohl irgendwie schooonn.... aber ich wusste wiklich nicht, was ich da so richtig schreiben soll und da kam ich auf die schiene, dass es eigentlich doch ziemlich einfach ist, sich nur ein gedicht zu suchen, als es selbst zu schreiben. mja^^'
aber danke schön^^ freut mich, wenn es dir gefällt!
Ferach - 09.05.2007, 19:38
das ist jetzt so gar keine kurzgeschichte, aber da wir keinen threat mit so was wie 'sonstiges' haben, nehme ich den jetzt einfach^^
im bilderthreat ist ja meine kunst-abschlussarbeit zu bestaunen und zu bemäkeln und nun habe ich auch noch den theoretischen teil. den ich damals wärend meiner erkältung schreiben musste, wo ich anfangs wirklich mehr an mein bett dachte, als an irgendwas, was mit kunst zu tun hat XD ich schwankte so komisch vorm pc *löl*
nuja. ich dachte, das er ganz in ordnung zu lesen ist und wollte ihn euch deswegen zeigen. meine lehrerin sagte so was wie : 'locker und leicht zu lesen' O_o soll mir mal bitte einer erklären, was DAS bedeutet *hust*
naja, macht euch selbst ein bild^^ (das inhaltsverzeichniss lass ich mal weg ;))
1. Theoretischer Teil
- 1. 1 Warum diese Arbeit? –
Als ich im Jahr 2003 das erste Mal die britische Hauptstadt besuchte, war ich sofort von ihr wie gefesselt. Es war, als hätte mich das »London Fever« vom ersten Tag an erfasst. Und ab da lies es mich auch nicht mehr los.
Nachdem ich wieder in Deutschland war, schwärmte ich fortan fast immerzu von dieser Stadt. Natürlich wollte ich sie so schnell wie möglich wieder besuchen, auch wenn mir bewusst war, dass dies durchaus eine finanzielle Frage war.
Im letzten Sommer sollte mein Wunsch schließlich doch in Erfüllung gehen, als meine Familie eine Städtereise für knapp eine Woche nach London buchte.
Ungefähr zu der Zeit, als wir uns für die Reise entschieden hatten und es langsam ‚ernst wurde’ sie anzutreten, sollte die Frage nach dem Thema für die Abschlussarbeit in Kunsterziehung beantwortet werden. Doch für mich war es eigentlich schon gar keine Frage mehr. Schon im Vorfeld, als noch nicht fest stand, dass wir nach London fahren würden, hatte ich die Idee im Hinterkopf. Nun bestätigte sie sich endgültig: Ich würde eine Arbeit über London einreichen!
Wie und in welcher Form sie sich gestalten würde, stand damals noch nicht wirklich fest, aber irgendwie würden Fotos einfliesen, das wusste ich. Und so besorgte ich mir Schwarz-Weiß-Filme für meine Kamera um im Sommer 2006 den ersten Schritt auf dem Weg zum fertigen Werk zu tun.
- 1. 2 »Kleine Einführung« zu London –
Die im Jahr 47 n. Chr. als »Londinium« von den Römern gegründete Stadt hat eine äußerst wechselvolle Geschichte aufzuweisen. Sie wurde nicht nur mehrere Male zerstört und wieder aufgebaut, erobert, wieder eingenommen, durch Krieg vernichtet oder von der Pest heimgesucht, auch als Hauptstadt wurde sie ab und zu abgelöst. So könnte man es fast als »tragische Geschichte« bezeichnen, was die »alte Dame« bis heute alles erlebt hat und über sich ergehen lassen musste.
Heute fasst die Hauptstadt des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland 7.421.209 Einwohner (Stand 01.01.2005), mit den Vororten sogar knapp zwölfeinhalb Millionen und ist damit eine der größten Städte Europas und der ganzen Welt.
Sowieso spielt London als finanzielles, kulturelles und politisches Zentrum Großbritanniens eine große Rolle und ist damit auch für Europa sehr bedeutungsvoll. Man könnte stundenlang über die verschiedensten Bereiche Referate halten und würde selten das Thema bis zuletzt ausschöpfen. Das ist eine Sache, die London so faszinierend und mitreißend macht: Ihre Vielgestaltigkeit.
Diese lässt sich auch sprichwörtlich an der Bevölkerung »ablesen¬«. Wenn man durch die Straßen läuft und die Menschen, die einem hier begegnen, betrachtet, sieht man dies deutlich. Waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch vornehmlich Europäer, die einwanderten, wechselte dies mit den 1950er Jahren zu Menschen, die aus den ehemaligen britischen Kolonien stammen. So hat sich London so weit entwickelt, dass jetzt circa 25% der Einwohner nicht in der Europäischen Union geboren sind.
Diese vielen Kulturen und Religionen bereichern London aber auf eine sehr charmante Weise. - Ein weiterer Punkt, der diese Stadt so attraktiv macht. – Das ureigen Britische in den Straßen ist nirgends vollkommen verschwunden, wurde jedoch mit einer Brise Exotik versetzt. Wie in New York gibt es auch in der Hauptstadt Bezirke, die »Little Italy« oder »Chinatown« genannt werden.
Wenn man sich mit dieser Stadt also ein klein wenig näher beschäftigt, trifft man auf viele Punkte, die einem sympathisch erscheinen. Und doch habe ich einen ganz anderen Punkt für mich gefunden, der für mich diese Stadt ganz besonders werden ließ: Es war ein sonniger Sonntag Nachmittag im Sommer, wo der Himmel von weißen Wolken nur als Schmuck behangen war, die Sonne auf die Londoner mit angenehmer Wärme an deren Feiertag herab schien und diese den besagten freien Tag an der Promenade der Themse mit einem Familienausflug oder ähnlichem verbrachten, ganz zur Freude der Straßenkünstler.
Es mag ein sehr romantischer Punkt sein, aber er gefällt mir bis heute.
- 1. 3 Die Techniken –
1. 3. 1 Grafische Arbeit
Ich persönliche fände es überaus schwer, den Begriff »Grafik« für mich zu definieren, weil ich mir nie sicher wäre, ob ich auch alles, was dazu gehört, beachtet habe oder vielleicht Dinge weggelassen habe, die wichtig in diesem Gebiet sind.
Eine Definition in der Lexikothek des Bertelsmann Verlages setzte mir einen fünfzeiligen Satz vor, in dem sowohl von Druckgrafik als auch von gezeichneter Grafik die Rede war. Da sah man es schon: Die Druckgrafik, »(…) mit der Verwendung von Druckplatten oder -stöcken aus Holz, Metall, Linoleum, Stein u. a. (…)« (Lexikothek, Band 6) hätte ich für mich gar nicht zum Gebiet der Grafik gezählt. Wahrscheinlich hätte ich in meiner Definition diese vollkommen weggelassen und später, wenn mich jemand gefragt hätte, diesen Bereich als eigenen angesehen.
Aber da standen ja auch die Zeichnung! Das war schon etwas, mit dem ich um einiges mehr etwas anfangen konnte. Vor allem durch eines meiner Hobbys kann ich mit dem Begriff »Zeichnung« viel mehr anfangen, als wenn man mir einen »Druck« zeigte. »(…) Bleistift-, Kohle-, Kreide-, Feder- und Tuschzeichnung[en] (…)« hieß es in der Definition, die »(…) ihre Wirkung aus dem Hell-Dunkel-Gegensatz zwischen dem freigelassenen Grund der Blattfläche und der Zeichnung selbst (…)¬« beziehen. Auch wenn dies überaus kompliziert klingt, konnte ich damit schon viel meh