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Frank Klüsener - 29.03.2008, 09:09
Orangebrust 0.1 Normalgezeichnet
Hallo Zuchtfreunde,
mit großem Interesse habe ich das "Arbeitspapier Orangebrust" (aktuelles DZI-Heft, Seiten 11 - 15) gelesen und möchte den Initiatoren dafür danken. Es ist dringend notwendig, dass eine einheitliche Regelung bezüglich der Zeichnung der 0.1 Orangebrust Normalgezeichnet gefunden wird.
Zunächst möchte ich aber auch meinem Bedauern Ausdruck verleihen, dass das Foto der 0.1 Orangebrust Schwarzbart Isabell Braun (in meinem Bericht über die Bondskampioenschappen, akt. DZI-Heft, Seite 8 - 9) von der Redaktion mit "??" versehen wurde. Jeder Züchter, der sich intensiv mit normalgezeichneten Orangebrust beschäftigt, erkennt diese Kombination klar und deutlich. Die "??" führen bei denen, die diesen Farbschlag nicht züchten, sicherlich zu weiterer Verwirrung. Aber dies nur am Rande.
Nachfolgend möchte ich kurz meine Erfahrungen und Beobachtungen aus nunmehr 7 Jahren Orangebrust-Zucht wiedergeben. Vorweg schicken möchte ich, dass ich Orangebrust in Grau, Braun, Hellrücken, Maske sowie in Kombi mit Schwarzbart und Pastell, und zwar ohne Schwarzbrustfaktor züchte.
Bevor ich mit der Zucht der Orangebrust anfing, verglich ich die (auch heute noch gültigen) Standardbeschreibungen in Deutschland, England, Holland, Belgien und die der COM. Es fiel sofort auf, dass, außer in Deutschland, die Beschreibung für 0.1 Orangebrust Normalgezeichnet einheitlich gestaltet ist. Dies ist in der Form nachzulesen, dass die Normalen Orangebrust-Hennen in allen anderen Ländern
- keine Tränen- und Schnabelstriche,
- andeutete Flanken- und Wangenzeichnung, welche, je nach Grundfarbe heller oder dunkler sein kann,
sowie
- helle Rückensäume
haben sollen/dürfen.
Je dunkler die Grundfarbe ist, desto deutlicher sind Flanken, Wangen und Rückensäume zu erkennen. So werden diese bei Grau am besten deutlich, während man sie bei Maske z. B. kaum wahrnimmt.
In der Praxis habe ich in der ganzen Zeit kein reinerbiges Orangebrust-Weibchen gehabt, welches einen Tränenstrich hatte. Falls mal ein Weibchen mit angedeuteten Tränenstrichen vorhanden war, so war dieses immer aus einer Verpaarung Spalt Orangebrust x Orangebrust (oder umgekehrt) gefallen. In der Folge stellte sich immer heraus, dass es sich bei den Weibchen mit Tränenstrichen um Spaltvögel gehandelt hat. Im umgekehrten Fall tauchten aber auch spalterbige Hennen ohne Tränenstriche auf. Hier zeigt die Praxis ganz klar, wie der Orangebrustfaktor das Fehlen der Tränenstriche beeinflusst.
Die Wangen- und Flankenzeichnung meiner Orangebrust-Hennen differiert. So habe ich welche, die sehr ausgeprägte Wangen und Flanken zeigen. Dies sind die Orangebrust-Hennen, die den höchstmöglichen Rotanteil in den Schwanzdecken einlagern und somit den schönsten Kontrast bieten. Dies geht immer einher mit ausgeprägten, hellen Rückensäumen. Andere, welche keine bzw. wenig Wange, Flanke und Rückensäume zeigen, haben kaum Roteinlagerungen in den Schwanzdecken und sind einfach nicht so schön.
Ich persönlich vertrete die Meinung unserer europäischen Nachbarn, dass die fehlenden Tränen- und Schnabelstriche, sowie das Vorhandensein von Wangen- und Flankenzeichnung bei normalgezeichneten Orangebrust-Hennen mutationstypisch sind und gefördert werden sollten.
Wenn eine 0.1 Orangebrust normal rötliche Einlagerungen im Übergang zwischen (nicht vorhandenem!) Tränenstrich und Wange zeigt, so ist das nach meiner Erfahrung Hahnenzeichnung. Wenn sie nicht gräulich-beige, sondern weiße Flankenpunkte zeigen, so ist das nach meiner Erfahrung Hahnenzeichnung. Wenn sie einen Schnabelstrich oder auslaufende Flankenpunkte bei auslaufender Schwanzdeckenzeichnung zeigen, so ist das nach meiner Erfahrung ein Zeichen für die Spalterbigkeit in Schwarzbrust.
Selektionsmöglichkeiten:
Es sollte das Ziel der Orangebrustzüchter sein einen höchstmöglichen Anteil an Phäeomelanin, also Rotbraun, zu erreichen. Hierbei werden die Weibchen immer Wangen, Flanken und Rückensäume zeigen.
Natürlich ist es möglich die Säume im Rücken, die Wange und die Flanke heraus zu selektieren. Dies geht dann einher mit einer Reduzierung der Rotanteile in den Schwanzdecken. Eine 0.1 Orangebrust Grau wäre dann, mit Ausnahme der fehlenden Tränenstriche, von einer 0.1 Grau fast nicht mehr zu unterscheiden. Aber, was ich noch bedenklicher finde: Sie wäre auch von einer spalterbigen Henne nicht mehr zu unterscheiden!
Hinzu kommt, dass die Orangebrust-Hähne, die aus solchen kontrastschwachen Hennen fallen, oft zuviel Eumelaninanteile im Brust- und Schwanzdeckenbereich zeigen. Auch spalterbige Hähne tun dies. Also hätten wir auch bei den Hähnen keine Unterscheidungsmöglichkeiten mehr. Wollen wir das?
Bei den 0.1 Schwarzwangen tolerieren wir lt. Standard angedeutete Flanken. Was ist beim Orangebrust anders, als dass wir es dort nicht auch tolerieren sollten?
Was unterscheidet uns deutsche Züchter und Preis- bzw. Zuchtrichter von den ausländischen, als dass wir für uns eine eigene Standardbeschreibung für die Orangebrust erstellen wollen? Sollten wir hier nicht den Weg zusammen gehen?
Das sind die Fragen, die es zu klären gilt, bevor man den Standard ändert, wie ich finde.
Viele Grüße,
HansvdWeerdhof - 31.03.2008, 21:53
Frank: Hut ab, hast du gut geschrieben...
So ist es!!!
Oliver Merk - 01.04.2008, 10:12
Hallo Zusammen,
ich möchte hierzu auch gerne noch einige Anmerkungen zur Verdeutlichung machen.
Im bisherigen niederländischn Standard steht bei der Farbe von 0,1
Wang: Grijs, iets lichter dan de kop, also Grau, etwas heller als der Kopf.
Hier steht nicht, dass sie Orange sein dürfen. Natürlich ist so ziemlich allen klar, dass wenn ich ein 0,1 ohne jegliches Orange in den Wangen verlange, dies nicht gerade förderlich für die Mutation ist. Sei wie es will, das Orange in den Wangen ist kein Orangebrustmerkmal sondern Hahnenzeichnung. Wie wir dies als Zucht- oder Preisrichter bewerten ist eine andere Sache.
Zur Verdeutlichung bzgl. der Flankenzeichnung. Hier sind helle Tupfen gemeint und nicht die Flankenfarbe, diese ist Grau.
HansvdWeerdhof - 01.04.2008, 16:44
Zitat: das Orange in den Wangen ist kein Orangebrustmerkmal sondern Hahnenzeichnung.
Jeder darf denken was er will, aber dieser Gedanke ist falsch.
Die Hennen die aus die Linien kommen wo die besten Haehne heraus kommen zeigen orangen im Wangen, einige etwas mehr als die anderen aber das ist kein Hahnenzeichnung, sondern eine Selectionssache.
Diese Selektionssache kann mann ausbannen bis zum umfallen, aber dan kommen nie mehr Orb Hennen an eine V und wenn man so weiter macht dann bekommen Orb Haehnen auch nie ein V.
Uebrigens kann diese Wangenfarbe sehr behilflich sein bei die Orb Hennen die weniger gut erkennbar sind.
Ein Vorbild:
Was ist noch das Unterschied zwisschen eine Isabell Braune Henne und eine Orangenbrust Isabell Braune Henne wenn die letzte kein Orangen in die Wangen zeigen darf ??
Indertat kein Unterschied. Nein, wenn man das orangen in Wangen wegsaniert gibt es auch keinerlei orangen in die Schwanzblocken.
Eine Isabel Braune Henne darf keine Wangenfarbe haben, eine fuer die Zucht von schoene Orb Haehnen brauchbare Orb Henne zeigt zumindest eine Orange angedeutene Wangenfarbe.
Man muss die Mutationseigenschaften viel mehr benuetzen als heutzutage der Fall ist, das ist uebrigens nicht nur bei euch in D so.
Sicherlich muss das so sein in das Mutationsunfruendliche Deutschland, so gut geht es bei eich nicht auf diese Ebene, und das ist schade.
Deutschland ist auf dieser Ebene, "barren wasteland", eine duerre Wueste.
Das ist u.A. der Ursache das die DZI nicht groesser wird, das die Anzahl Teilnehmer und Voegel sich nicht steigern.
Um NL und B einzuhohlen muss schon noch was aendern bei euch, zuerst mal anhaken, bis jetzt ist es eher noch ein abhaken.
Die nicht-klassische Mutationen werden bei euch wegdemotiviert, ueber die Kombinationszucht wie bei uns (NL/B) wird in D ein bisschen laecherlich getan. Warum ist mich nicht klar, es ist nur eine andere Art von Betrachtung der Hobby.
Wenn ich z.B. mitmache bei die DZI dann habe ich einige Mutationen oder Kombinationen dabei die es in D kaum gibt, die in NL und B zu die Spitze in ihre Farbe gehoeren, in D werden die ganz einfach gestrichen oder "belohnt" mit eine "B" oder "G".
Ich zucke mich dann die Achseln, weil ich komme mich bei euch ein Tag wundern an soviel "Unmacht", aber die Deutsche nicht-klassische ZF Zuechter aber muessen sich das ganze Jahr an diese Tatsache "gewoehnen". Ich habe wirklich Mitleid.
Ich kann mich denken das dieses "gewoehnen" nicht sehr lange dauert, das "wundern" aendert sich schnell in "aergern" oder "Wut", danach kommt der "Ergebung", schnell gefolgt von "Demotivation", "abhaken" und "abgeben".
Einige Gedanken machen bitte ueber diesen Satz: Ein Ausstellung wird nicht fuer ein PRR organisiert sondern fuer die Zuechter.
Hoffentlich ist das keine neue Nachricht.
Es ist also dringend notwendig das die PRR sich einigemassen anpassen an was die Zuechter wollen und nicht anders herum.
"Die Zuechter" damit sind nicht/weniger gemeint nur die Zuechter der klassischen Farben (die haben in D wenig zu meckern) sondern v.A. derjenigen mit andere Farbschlaege die jetzt nicht mitmachen.
Also viel positiver richten, weniger streichen, besser achten auf Sachen die sich im Ausland aendern. Augeschlossen sein fuer neue Ideen.
Es gibt schon einige Deutschen die stellen nicht mehr aus in Kassel oder die DZI, aber sind jedes Jahr in Veenendaal dabei, warum? Frag's mal nach.... Die machen in NL in die oberen Raenge mit, aber in D stellen sie kaum noch aus.
Ich war letztes Jahr nicht bei der DZI Ausstellung dabei aber ich habe schon von einige "Neuzugaenge" gehoert das es aus ihrer Einsicht das erste und das letzte Mal war das sie mitmachten, das kann doch nicht der Zweck sein oder? So kommt man nicht weiter.
HansvdWeerdhof - 01.04.2008, 17:24
Das obige von mich geschriebene lenkt ein wenig ab von das Thema warum es hier in dieses Thema geht:
Das was Frank geschrieben hat ist ein gutes Stueck Arbeit das Nachahmung verdient !!!
Ein guter Anfang um einiges zu aendern fuer die Zukunft, hoffentlich kommen auch noch andere Initiative im Bezug auf andere Farbschlaege dazu.
Oliver Merk - 01.04.2008, 23:04
Hallo Zusammen,
hallo Hans,
ich glaube ich muss mal einige Dinge klar stellen.
Die Aussage, dass das Orange in den Wangen ein Männchenzeichnung ist, ist die Orginalaussage der niederländischen Technischen Kommission, also nicht auf deutschem Mist gewachsen.
Zitat: Wie wir dies als Zucht- oder Preisrichter bewerten ist eine andere Sache Wie du siehst, macht man sich auch darüber Gedanken und es stellt niemand in Abrede, dass diese Weibchen notwendig sind.
Ich habe den neuen niederländischen Standard noch nicht gesehen, es würde mich allerdings wundern wenn dort stehen würde, dass sie Orange in den Wangen haben müssen.
Ich gehe mal davon aus dass bei euch im Standard ebenso wie bei uns die Idealfarbe beschrieben wird.
Von den Deutschen Züchtern fällt mir spontan keiner ein der nur in Veenendaal ausstellt und nicht in Kassel oder DZI.
Oliver Merk - 27.05.2008, 15:04
Hallo Zusammen,
letztes Wochenende war die Grmiums- und Zuchtrichtertagung der AZ-AEZ.
Für den Bereich der Zebrafinken wurde folgende Änderung des Standards beschlossen.
alle 0,1 Orangebrust Normlgezeichnet
Schnabelstriche (bisher Rostrot) ändern auf fehlen
Tränenstriche (bisher Rostrot) ändern auf fehlen
leichte Phäomelanineinlagerungen in der Wange werden toleriert.
HansvdWeerdhof - 27.05.2008, 22:54
Gut, prima sogar, und jetzt ein Anforderung an die Deutsche Zuechter: Mehr Orangenbrust zuechten!
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