Oase des Friedens
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Alle Beiträge und Antworten zu ":?: Zukunft"

Re: :?: Zukunft

lila - 25.06.2007, 17:24
:?: Zukunft
asche

Re: :?: Zukunft

girl - 25.06.2007, 17:50

Hi lila,
ich glaube allmählig, das es auch nicht einen einzigen Unterschied gibt. Alles sind wir Menschen und alle folgen wir der Intuition unseres Glaubens. So gesehen gibt es kein Verständigungsproblem der Religionen oder Bekenntnisgemeinschaften - lediglich an der Sprache mangelt es manches mal und am Unverständnis für gewisse Tendenzen... mich stört dies nicht; im Grunde sprechen nämlich auch alle die selbe Sprache. ;)

Re: :?: Zukunft

qilin - 25.06.2007, 18:58

Hallo Lila,

für diese Frage wirst Du im Islam-Forum wahrscheinlich wenig Interesse finden.
Vor ein paar Jahren hab' ich einmal für einen muslimischen Freund eine kurze
Zusammenfassung zum Buddhismus geschrieben - scheint zwar nicht mehr auf
seiner website auf, aber sie steht noch im Netz - hier. Da findest Du zumindest
mal die grundlegenden Unterschiede :)

Re: :?: Zukunft

Zaf-Ad - 25.06.2007, 20:49
Re: :?: Zukunft
Frieden wünsch ich dir, lila :)

Es sind so Gott will nie zu viele Fragen! Gute Fragen sind die erste Hälfte der Lösung. :)

Die wichtigsten Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam: Bibel + Koran :)

Eine durch Kiki und mich zusammengestellte Liste der Gemeinsamkeiten in beiden Büchern findest du hier: http://www.alrahman.de/index.php?id=126

Ich kenne mich mit Hinduismus, Buddhismus etc. wenig bis noch gar nicht aus, deshalb kann ich auch nichts dazu sagen. Muss mich da zuerst einlesen so Gott will.

Die Zukunft der Verständigung der Religionen untereinander liegt an jedem einzelnen Menschen. Wichtig ist, die friedensfördernden Haltungen der Religionsanhänger als nachhaltigen Einfluss für die jeweiligen Religionen hinauszutragen und zu unterstützen. Das Gute unterstützen, kurz gesagt :)

Frieden und lG

Re: :?: Zukunft

qilin - 26.06.2007, 09:20

Hallo Lila,
Zitat: Nennt man sie deswegen auch 'Buchreligionen'? Nun denne, das wäre dann allerdings eine Gemeinsamkeit,
die sie mit anderen Buchreligionen gemein hätten... auch die Buddhisten haben Bücher, zum Beispiel haben
die Theravada-Buddhisten den Palikanon oder die Zen-Buddhisten haben den ehrenwerten Meister Dogen,
den ehrenwerten Roshi Kodo Sawaki und sogar Drag-Queen-Zen-Buchautoren
Hm - ja und nein. Natürlich haben (fast) alle Religionen Bücher - Buchreligionen nennt man aber diejenigen,
die sich auf ein Buch berufen, das in irgendeiner Form von Gott geoffenbart, inspiriert, herabgesandt etc.
wurde und darum absolute und ewige Wahrheit transportiert.
Das ist bei den asiatischen 'Weisheitsreligionen' i.A. nicht der Fall - ich kann auch Buddhist sein, wenn ich
der Meinung bin, dass z.B. der ehrenwerte Kodo Sawaki Roshi auch Schrott von sich gegeben hat - im Islam
wäre das nur - äh - sehr bedingt möglich... :lol:
Es gibt aber auch Überschneidungen, wie z.B. manche mystischen Richtungen in den abrahamitischen
Religionen, oder auch die Gaudiya-Vaishnava-Sekte ('Hare Krishnas') im Hinduismus, für die die Bhagavadgita
einen ähnlichen Stellenwert hat wie die Bibel im Christentum...

Re: :?: Zukunft

qilin - 26.06.2007, 14:12

Hallo Lila,
Zitat: Übrigens, hast Du schonmal ein ganzes Meer ausgetrunken, so, daß Blitze aus Deinen Augen und
Donner und Pech und Schwefel aus Deinem Mund nie Gehörtes verkündeten?
Nö - so viel Durst habe ich selten, und ganz so arg ist mein Mundgeruch auch wieder nicht... :lol:
Zitat: Wie ein Brunnen, wenn überschwemmt ist das Land, sind Bücher für den, der höchste Weisheit fand.
Hm - der sechste Patriarch wird zwar gern abgebildet wie er die Sutra zerreisst, aber die Erleuchtung
erlangte er, als er die Diamant-Sutra rezitieren hörte... ;) Also für die nicht ganz so Erleuchteten - zu
denen ich mich wohl auch zählen muss :oops: haben Bücher vielleicht doch einen gewissen relativen Wert :P
Zitat: Ach ja, das mit der "absoluten, ewigen" Wahrheit sehe ich ein wenig anders, als Du. Ich glaube im
Gegensatz zu Dir durchaus, daß Buddha ewige, absolute Wahrheit verkündet hat :D :shock: :D
und dass die 500 Jahre später verlustfrei aufgeschrieben wurde, und dass die Übersetzungen verlustfrei
und 100% richtig sind :?: Oder liest Du's in der akasha-Chronik, weil Bücher ja nicht maßgebend sind? ;)
Ich halte es eher mit Nagarjuna und Gödel, dass die Wahrheit zwar existiert, aber nicht verkündbar ist -
nun ja, vielleicht mit Pech und Schwefel im Mund... :cool:

Re: :?: Zukunft

Bobodar - 26.06.2007, 14:34

lila hat folgendes geschrieben: Ach ja, das mit der "absoluten, ewigen" Wahrheit sehe ich ein wenig anders, als Du. Ich glaube im Gegensatz zu Dir durchaus, daß Buddha ewige, absolute Wahrheit verkündet hat :D :shock: :D

Hallo lila,

mag gut für Dich sein, aber andere sind da schon kritischer. Ist ja auch im Sinne Buddhas, denn Buddha hat uns empfohlen, auch die Tradition und Überlieferung der Lehre, kritisch zu überprüfen.

@qilin

guter Freund. Auch ich halte es eher mit Nagarjuna und Gödel, denn ich finde schon, dass die Wahrheit zwar existiert, aber nicht verkündbar ist :lol: und ich habe definitiv kein Pech und Schwefel im Mund.

Nun noch eine kleine Frage am Rande, die eigentlich der Moderator stellen sollte.

Ist das hier die Abteilung für buddhistische Äusserungen oder der Teil, der eigentlich für den Islam reserviert ist?

Fände schon schön, wenn man wieder zum Thema zurück kommen könnte. Danke.

Bussele
Bobodar

Re: :?: Zukunft

Zaf-Ad - 26.06.2007, 15:29

Frieden Bobodar :)

Bobodar hat folgendes geschrieben: Ist ja auch im Sinne Buddhas, denn Buddha hat uns empfohlen, auch die Tradition und Überlieferung der Lehre, kritisch zu überprüfen.

Dann ist das eine definitive Gemeinsamkeit zwischen Koran und der Lehre Buddhas. Denn der Koran ist ein Buch, das vehement gegen Blindglauben steht. Durch so viele Beispiele erklärt der Koran, wie dumm es ist, blind zu glauben.

- 22:46 Sind sie denn nicht auf der Erde herumgereist, mit Denkvermögen ausgestattet, durch das sie verstehen und mit Ohren, mit denen sie hören können. Nicht die Augen sind blind, sondern die Herzen in ihrer Brust.

- 29:20 Sag: "Geht auf der Erde umher und seht, wie Er die Schöpfung entstehen ließ! Gott wird dann die letzte Schöpfung erwirken." Gottes Allmacht umfasst alles.

- 17:36 Du sollst nicht etwas folgen, wenn du es nicht weißt. Jeder hat sich vor Gott für Gehör, Gesicht und Verstand zu verantworten.

- 31:21 Wenn ihnen gesagt wird: "Folgt dem, was Gott herabgesandt hat!" sagen sie: "Wir folgen dem, woran unsere Väter glaubten." Tun sie das auch, wenn der Satan sie zu solcher Irrlehre einlädt, die in die qualvolle Strafe der Hölle führt?

- 4:82 Sie sollten sich doch gründlich Gedanken über den Koran machen! Wenn er von einem anderen als Gott wäre, würden sie darin viele Unstimmigkeiten finden.

:)

in Frieden,
Zaf-Ad

Re: :?: Zukunft

Thomas - 08.07.2007, 16:53

Liebe Freunde,

eine kleine Anmerkung zum Begriff der "Buchreligionen":

Unter den "Freunden des Buches" verstehen unsere muslimischen Freunde alle Anhänger der Religionen, die sich letztlich auf "das Buch" des einen Gottes beziehen - also Juden, Christen, Muslime (da wir Baha`i uns ebenso auf die adamitische Offenbarung zurück beziehen, zählen wir ebenso dazu).

Das alte Testament wird also von den Anhängern der Buchreligionen grundsätzlich als im göttlichen Sinne "wahr" erachtet - wenn man sich aber mit dem AT und der Bhagavad-Gita und den Veden beschäftigt, so findet man inhaltlich gleich aber in verschiedener Vers- und Ausdrucksform Ereignise und Begebenheiten, die mindestens ähnlich beschrieben wurden. Quillin hat in einem älteren Beitrag mal den Hinduismus als "Sammlung verschiedenster Religionen/Sekten unter einem Dach" bezeichnet - das Gleiche trifft im Prinzip auf das Judentum zu; sinngemäss aber auch für die Nachfolgereligionen Christentum, Islam und Baha`i, die die vorhergehenden Quellen allesamt akzeptieren.

Je nach eigenem Standpunkt haben wir Menschen die Schwierigkeit der Definition: Utnatpatschim der Sumerer aus dem Gilgamesch-Epos hat für einen klerikal gebunden Christen nicht den gleichen Stellenwert wie Noah, obwohl die inhaltliche Überlieferung von Utnatpatschim und Noah gleich ist. Der Held Arjuna führt in der Bhagavad-Ghita einen anderen Namen; seine Geschichte ist aber die gleiche Geschichte wie bei Jakob in der Löwengrube - beide kämpften mit ihrem Gott. Man müsste mal die Geschichtsüberlieferungen aus dem Buddhismus mit der Geschichtsüberlieferung des Judentums vergleichen, um vielleicht die eine oder andere herausragende geschichtliche Begebenheit nachweisen zu können, die im Buddhismus ebenso erwähnt wird, wie im Judaismus, im Shintoismus, im Hinduismus.

Das Judentum ist älter als Moses und Aaron. Aus der jüdischen Geschichtsschreibung her wissen wir, dass das "auserwählte Volk Gottes" in seiner Geschichte auch des öfteren "den Standort" wechseln musste. Abraham (Avram) "zog aus aus Ur das liegt in Chaldäah", das babylonische und ägyptische Exil sind Bestandteil der Glaubensgeschichte der Juden. Wir wissen, dass Mose 12 Stämme aus Ägypten führte - die 12 Stämme bildeten das Grundgerüst des Königreiches Israel - aber waren diese 12 Stämme abrahamitische oder noahitische Juden oder stammten sie ursprünglich aus anderen Regionen und Kulturen? Könnten die Juden sich in vormoseanischer Zeit nicht genauso zusammengesetzt haben, wie später die Christen, nämlich aus Angehörigen verschiedener Völker, Kulturkreise und vorangegangener Religionen? Und noch später die Muslime, die sich aus Götzenanbetern, aus Juden, aus Christen zusammensetzten und eine Einheit der Muslime bildeten?

"Islam" in seine Wortbedeutung heisst: "An einen Gott glauben". Für den gläubigen Muslim sind Juden und Christen (für einige auch Baha`i) "Islam", weil sie eben an den einen Gott glauben. Einen "Bildergott" wie im Christentum gibt es für Buddhisten nicht; für Juden und Muslime ist es den heiligen Schriften nach direkt verboten, sich einen "Bildergott" zu schaffen. Und man kann aus der Geschichte des Christentums grundsätzlich annehmen, dass in der Anfangszeit auch Christen sich an das Verbot des "Bildergottes" hielten. Um den Einfluss der wachsenden Religion des Christentums gegenüber anderen polytheistischen und animistischen Glaubensgemeinschaften zu erhöhen, hat die Gemeinschaft der Christen nach und nach die "Bildgötter" der Kelten und Griechen, der Römer und Phönizier, selbst der Maya und Inka durch die verschiedensten Lokalheiligen "ausgetauscht" - könnte ein solcher Prozess nicht auch im Hinduismus stattgefunden haben, mit dem Ergebnis, das von einem einzig ursprünglich gelehrten Gott nur noch "göttliche Helden", heilige Affen und/oder heilige Kühe übrig blieben? In einem solchen Fall muss die Lehre des Gauthama Buddha, der auch keinen "Bildergott" kannte, eine richtige Erlösung für die Sucher seiner Zeit gewesen sein.

Weder im damaligen Orginal noch in der Übersetzung hat das Wort "Allah" ein geschlechtliches Attribut. Die Eigenschaften - Allwissendheit, Allmacht, Alles-Erschaffend - sind ebenfalls geschlechtsneutral, Lediglich im Laufe unserer menschlichen Entwicklung haben wir daraus "der" Gott, "der" Allah gemacht und damit dem Unfassbaren einen greifbaren geschlechtsspezifischen Stellenwert zugewiesen - mit der Folge, das im Christentum, im Judentum, selbst in Teilen des Islam Gott/Allah mit einer "Bildwertung" versehen wurde. Buddha hat diese entwicklungsgeschichtliche "Denksperre" gut damit umgangen, in dem er den einzelnen Sucher dazu aufforderte, sich sein eigenes persönliches Bild der Erkenntnis zu schaffen. Auch im Islam gab und gibt es die Tendenzen, sich zur Erkenntnis statt zur Tradition der Anschauung zu bewegen; die Sufi suchten Erkenntnis durch die Sing- und Tanzmeditation. Allah als patriarchaischer Herrscher der Welt spielte und spielt für die Sufi kaum eine Rolle, ein Grund wohl dafür, warum die Sufi-Bewegung anfangs vom sunnitischen und schiitischen Klerus mit Misstrauen gesehen und teilweise auch verfolgt wurde.

Fazit: Soweit wie es den Anschein hat, sind die Religionen wohl doch nicht voneinander entfernt....

Re: :?: Zukunft

lila - 08.07.2007, 18:02

Zitat: Fazit: Soweit wie es den Anschein hat, sind die Religionen wohl doch nicht voneinander entfernt....


Uff... uff uff... ist das nicht irgendwie naheliegend?

Re: :?: Zukunft

lila - 08.07.2007, 18:20

... ich meine, wenn wir einen Baum betrachten, sind dann die einzelnen Blätter und Äste und Wurzelstränge und der Stamm verschieden... vom Baum?!

Re: :?: Zukunft

Ji'un Ken - 09.07.2007, 20:44

Zitat: ich meine, wenn wir einen Baum betrachten, sind dann die einzelnen Blätter und Äste und Wurzelstränge und der Stamm verschieden... vom Baum?!

Wenn du einen Baum betrachtest, besteht er aus Blättern, Ästen und Wurzeln.
Aber deshalb ist ein Blatt noch lange kein Baum.
Ein Blatt existiert aber auch nicht getrennt von dem Baum.
Blatt und Baum sind weder eins noch zwei.
Religionen haben Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Beides ist wichtig.
Alles Liebe,
Alf

Re: :?: Zukunft

Thomas - 16.07.2007, 15:06

...wie bei den Menschen auch, lieber Alf.

Der Baum wird in vielen Religionen als Sinnbild betrachtet - "Ihr seid alle die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges" (Baha`u`llah). Ein Baum zeichnet sich durch vielfältige Lebensbereiche aus, die alle eine unterschiedliche Aufgabe haben - und gerade diese Unterschiedlichkeit macht den Baum erst zu einem Baum.

Bei Menschen und deren Religionen und Anschauungen sollte es eigentlich genauso sein - die Einheit in der Vielfalt macht aus den Nachfahren baum- uns steppenbewohnenden Affen erst eine komplexe Menschheit. UInterschiede in Auffassung und Interpretation gibt es - aber diese Unterschiede können zum besseren gegenseitigen Verständnis ein und derselben -geistigen wie materiellen- Wirklichkeit führen. Unterschiedlichkeit ist nichts was trennt oder trennen muss - so wie ein Blatt die Aufgabe hat, überschüssiges Wasser zu verdunsten und für den Austausch von Co2 und o2 zu sorgen, so hat die Blüte die Aufgabe die Fruchtfolge vorzubereieten und damit die Fortpflanzung zu sichern. Das Eine kann nicht ohne das Andere existieren - man muss das nur anerkennen...

Re: :?: Zukunft

lila - 16.07.2007, 15:19

Ich danke Dir für Deine erhellenden Worte, Thomas.

Re: :?: Zukunft

lila - 16.07.2007, 18:45

Hast Du denn nun endlich auch die Früchte in der Erde gefunden, die Du suchtest?

Re: :?: Zukunft

Thomas - 23.07.2007, 19:01

Ich suche keine "Früchte in der Erde" lieber Lila, sondern bin Teil des Baumes, der die Früchte hervorbringt...

Re: :?: Zukunft

lila - 23.07.2007, 19:07

Das freut mich, Thomas... allerdings wachsen ja auch die Samen der Bäume aus der Erde.
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