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Anonymous - 19.06.2007, 21:13
Abschied von Paul
Heute würde ich mich das allerletzte Mal um Paul kümmern. Es kam mit mittlerweile schon so vor, als wären Jahre vergangen, seitdem ich ihn zum Pflegepferd bekommen hatte. Er war angfangs noch so scheu gewesen und jetzt waren wir richtig gute freunde. Es fiel mir schwer, mich von ihm zu trennen. Langsam ging ich zu seiner Box und der Rappe streckte schon seinen Kopf über die Boxentür und empfing mich mit freudig gespitzten Ohren. "Hey, mein süßer", begrüßte ich ihn leise und streichelte seine weiche Nase. Dann schob ich die Boxentür auf und kuschelte erst mal eine Runde mit ihm, bevor ich ihn aufhalfterte und ihn gründlich putzte. Er war eigentlich gar nicht besonders dreckig, aber ich hatte das tiefe Bedürfnis, mich heute extra gut um ihn zu kümmern. Darum striegelte ich ihn ausgiebig und lange, kämmte seine Mähne und den Schweif und kratzte seine Hufe gründlich aus. Dann erst band ich ihn los und führte ihn raus auf den Hof. Heute wollte ich nicht mehr mit ihm arbeiten, sondern nur noch einen entspannten Spaziergang machen. Im raschen Schritt verließ ich neben Paul den Hof und schlug einen Feldweg ein. Paul war wie meistens ziemlich aufgedreht und drängte vorwärts, aber auf meine Ermahnung hin riss er sich sofort wieder zusammen. Ich lobte ihn für jedne Gehorsam und genoss den Sonnenschein in vollen Zügen. Eine halbe Stunde lang lief ich mit ihm an Wiesen, Äckern und am Waldrand entlang, bis ich schließlich an einer großen, umzäunten Wiese Halt machte. Hier band ich ihn los und ließ ihn ein bisschen frei herumlaufen und grasen. Paul zeigte ein paar seiner Bocksprünge und ich sah ihm glücklich zu. Er war wirklich zu niedlich, wenn er so aufgedreht war. Nach etwa zehn Minuten wurde es dann aber Zeit, wieder zum Gestüt zu gehen. Ich fing Paul mit ein bisschen Mühe ein und schlug dann wieder den Heimweg ein. Paul benahm sich jetzt absolut vorbildlich und versuchte nicht einmal schneller zu sein als ich. Ich tätschelte ihm leicht den Hals. Viel zu schnell für meinen Geschmack waren wir wieder auf dem Hof. Ich band ihn am Putzplatz an und striegelte ihn ein weiteres Mal so gründlich, als müsse er auf eine Show. Danach machte ich noch zehn Minuten lang ein T-Touch mit ihm und summte dabei leise vor mich hin. Paul genoss es in vollen Zügen und entspannte sich voll und ganz. Schließlich beendete ich die Massage mit einem leichten Halsklopfen, gab ihm einen Apfel und führte Paul dann auf die Weide. "Mach's gut. Dir geht's bei deiner Besitzerin bestimmt super", sagte ich ihm zum Abschied, gab ihm einen Kuss auf die Nase und ließ den Rappen dann frei. Er stob im vollen Galopp davon und ich sah ihm lächelnd nach. Ich war wirklich froh über die Zeit, die ich mit ihm gehabt hatte. Langsam ging ich zurück zu seiner Box und mistete sie gründlich aus. Dann fegte ich noch schnell meinen Dreck auf dem Putzplatz zusammen und machte mich anschließend auf dem Heimweg. Ich war schon wirklich gespannt auf meine neuen Pflegepferde, auch wenn ich Paul zweifellos vermissen würde.
rosental - 20.06.2007, 13:50
Ja das ist immer schwer!
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