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Anonymous - 04.05.2007, 21:45
Aus Gegnern werden Partner
Gut zwei Wochen ist es her, dass der Donner des englisch-spanischen Krieges verhallt ist.
"Eine kurze, ABER schöne Zeit", dachte sich Andre-Berlin als er die Gassen der spanischen Strassen entlangschlenderte.
Trotz seiner englischen Uniform kam es ihm so vor, als ob die Bewohner dieser Region ihm nicht spinnefeind sind.
Teilweise war sogar ein Lächeln einer netten spanischen Segnorita zu erhaschen.
Die Kinder spielten ausgelassen, wie es Kinder überall auf der Welt tun.
"So muss es sein", dachte er sich und ging seines Weges.
Er genoss die schöne Landschaft und vergass vor lauter Frohsinn völlig die Zeit.
Als es anfing zu dämmern, wurde es Zeit sich eine Unterkunft für die Nacht zu suchen.
Da, was erblickte sein trübes Auge, einen Pub. Ihm fiel beim besten Willen nicht ein, wie diese Läden hier heissen. Aber was soll´s. Ist doch Einerlei, die Hauptsache ist doch, dass es etwas zu trinken gibt!
Frohen Mutes betrat er die Taverne. "Sagen die Leute hier so zu einem Pub?", dachte er noch so bei sich, als auch schon die ersten Rufe erschallten:
"Verschwinde Du dummer Engländer", "Mach das Du fortkommst" und andere Aussagen drangen an sein Ohr.
Gerade wollte er sich trollen, als ein spanischer Edelmann die Stimme erhob und verlauten ließ: "Laßt den Mann in Ruhe, wir haben Frieden, jeder der hier einkehrt und seine Zeche bezahlen kann ist ein gern gesehener Gast".
Verwundert schaute ich mich um. Er blickte in die Augen der Gäste, die ihn bis vor einer Minute lieber tod oder wenigsten weit weg gesehen hätten und erkannte das die Stimme des Edelmannes hier viel Gewicht haben musste.
Keiner wagte ein Widerwort, ein jeder setzte sich an seinen Tisch und tat das, was er vor meiner Ankunft getan hatte.
Ich wurde keines Blickes mehr gewürdigt. Wirklich keines? Nein, der Spanier, der gerade die Stimme für mich erhoben hatte, kam auf mich zu und bat mich, an seinem Tisch Platz zunehmen.
"Mein Name ist Marqués Copleny", ließ er verlauten, "ich bin der, wie sagt Ihr in Eurer Sprache? Leader, glaube ich. Also, ich bin der Leader der DÜSTERE LEGENDEN. Einer friedlichen Gilde, die in diesem Teil Spanies angesiedelt ist, sich aber ihrer Haut zu ehren weiß".
"Angenehm", erwiderte ich. "Man ruft mich Sir Andre-Berlin, ich bin derzeitiger Aussenminister der FREIBEUTER DER MEERE und deren Wing FREIBEUTER DER OZEANE. Es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen, ich habe schon viel von Euch gehört".
Schnell merkten wir, dass wir in vielen Sachen unterschiedlicher, aber zum Glück in mindestens ebensovielen gleicher Meinung waren.
Es wurde spanischer Wein bestellt, nicht von dem Fusel, den man nur so trank, mein, von dem guten Tropfen, der für besondere Anlässe wohl behütet und verschlossen gelagert wurde.
Die Zeit verging und viele Becher, nein, die sagen hier Gläser, des guten Tropfens flossen die Kehlen hinunter.
"Es ist schon spät, werter Sir, gebt mir die Ehre uns seit Gast in meinem Haus für diese Nacht", lallte Copy, wie ich ihn in meinem Zustand nun nannte.
"Ahbär gärnhe", lallte ich zurück.
So verließen wir den "Pub" und machten uns in der Kutsche des Marqués auf den Weg zu seinem Haus. Wann wir dort ankamen und was dann passierte entzieht sich leider meiner Kenntnis, einer der Weine muss wohl schlecht gewesen sein.
Am nächsten Morgen erwachte ich um fünfzehn nach zwei, zur besten Mittagszeit.
Was soll ich lange von dem Haus erzählen, es war nett, sehr nett sogar. "Aber ein Haus ist ein Haus", sagte ich mir und "auch Du besitzt ein schönes Anwesen, was sich hinter diesem nicht verstecken braucht".
Nach dem Essen wurde mir klar, warum ich so freundlich aufgenommen wurde.
Die Themen wurden ernster und endlich kam der gute Marqués auf den Punkt.
"Werter Sir", sagte er, "wäre es nicht für unser beider Gilden von Vorteil, wenn wir einen Nicht-Angriffs-Pakt schließen würden?".
Das war es also, worauf der alte Fuchs hinaus wollte, ein NAP.
"Ein NAP?", fragte ich erstaunt. "Ja", war die kurze aber eindeutige Antwort.
Lange wurde diskutiert, viele Entwürfe gefertigt und nach unendlich langer Zeit lag vor den beiden ein Vertrag, der beiden genehm war.
"So", sagte Copleny, "darauf einen guten Wein".
Ich lehnte dankend ab, mein Kopf war von der letzten Tour noch ganz weich und sagte, ich müsse mit diesem Schriftstück sofort zuück nach England, um es meinem Ministerpräsidenten und dem Ministerrat vorzulegen.
Denn eine sofortige Zusage konnte und wollte ich nicht machen.
Vielleicht hatte ich in meinem Zustand ja etwas Wichtiges übersehen. "Da sichert man sich doch besser ab", dachte ich so bei mir.
Ich bedankte mich für die Unterkunft und die Verpflegung, ebenso wie für das erfolgreiche Gespräch.
"Auch ich muss diesen Vertrag erst meinen Gildenbrüdern und -schwestern vorlegen. Eine Abstimmung muss sein", so ließ Copleny verlauten.
"Laßt uns in einer Woche erneut zusammentreffen und die Sache besiegeln", waren seine Worte.
Ich willigte ein, unter der Voraussetzung, dass er diesmal nach England kommt, schließlich kann ein Engländer nicht nur von Wein alleine leben, ein schönes Bier, ein Ale oder ein Guinness, muss auch mal sein.
"So soll es sein", sagten wir wie aus einer Kehle, reichten uns die Hände und gingen unserer Wege.
"Ich bin gespannt, was die Mitglieder unserer Gilden zu diesem Vertrag sagen", ging es mir durch den Kopf, "lassen wir uns überraschen".
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