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Briddeck - 24.01.2007, 14:02
'Du bist ein Vollidiot, aber Du gewinnst das Match'
Endlich! In fünf dramatischen Sätzen hat Tommy Haas den Russen Nikolai Dawidenko schlagen können und steht damit im Halbfinale der Australian Open. Dort trifft er entweder auf Rafael Nadal oder Fernando Gonzalez.
Haas gewann im dritten Vergleich erstmals gegen Dawidenko 6:3, 2:6, 1:6, 6:1, 7:5 und schaffte in Melbourne die Revanche für die Viertelfinal-Niederlage bei den vorigen US Open. Im Halbfinale trifft er nun auf Fernando Gonzalez. Der Tennis-Olympiasieger aus Chile gewann überraschend klar 6:2, 6:4, 6:3 gegen Spaniens zweimaligen French-Open-Sieger Rafael Nadal.
"Du bist ein Vollidiot"
Haas war nach der ersten spielerischen Krise im Turnier weit weg von der Finalchance und machte sich auf seinem Stuhl Luft, nachdem er es im vierten Satz versäumte, seine Führung mit eigenem Aufschlag auf 3:0 auszubauen. "So geht es nicht, so kannst Du nicht gewinnen. Du bist zu schwach. Zu viele Fehler, du gehst nicht ans Netz. Ich hab' keinen Bock mehr. Für wen mache ich die ganze Sch... außer für mich? Ich bezahl die Leute für absolut nichts - damit ich mich aufrege", schimpfte Haas und schloss seinen Monolog: "Du bist ein Vollidiot, aber Du gewinnst das Match. Fighte!"
Haas setzte das Vorhaben in die Tat um und musste anschließend über sich lächeln: "Ich weiß gar nicht mehr, was ich gesagt habe. Man sollte nicht darauf hören. Die sollten einfach das Mikrofon ausschalten." Der in Deutschland lebende Dawidenko bekam das eine oder andere mit. "Er ist ein bisschen durchgedreht. Das hat mich überrascht", sagte der Weltranglisten-Dritte.
Doch erst im entscheidenden Satz boten Haas und Dawidenko hochklassiges und sehr spannendes Tennis. "Das ist ein zäher Hund. Der spielt unmenschlich", sagte die deutsche Nummer eins anerkennend. Haas holte ein 1:3 auf und hatte beim Stand von 4:5 Glück: Dawidenko setzte bei seinem Matchball einen zweiten Aufschlag von Haas ins Netz. "Das war ein dummer Fehler", sagte der 25-Jährige und lobte Haas: "Er hat gut gespielt, ich konnte keinen Druck auf ihn machen."
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