von Lavamator am 07.04.2007, 09:28
Erstmal: Tolles Diskussionsthema!
Umweltbewußtsein und umweltbewußt waschen ist gar keine Frage: der Trockner läuft im Sommer so gut wie nie, die Fülladung der Maschine wird ausgenutzt und standardmäßig wäscht sowieso eine neue, relativ sparsame Maschine.
Meine alten Maschinen laufen nur selten, bei dem 200-Liter Lavamat lasse ich die letzten beiden Spülgänge weg (sind dann immer noch 3), ansonsten gibt's auch 1/2-Wassertasten.
Was aber Waschtemperatur angeht: die wähl ich meistens ziemlich hoch und ich fühle mich auch überhaupt nicht schlecht bei 95-Grad. Die Waschfunktion setzt sich aus 4 Dingen zusammen: Waschmechanik, Flottenverhältnis, Temperatur und Chemie. An der Waschmechanik kann man ned gar so viel ändern, Wasser hat man bereits ordentlich reduziert, bleiben also noch Temperatur und Chemie. Was ich an Temperatur einspare, muß ich irgendwie ins Waschmittel packen, also: mehr Chemie. Ich bin mir sicher, daß es wesentlich mehr Energie kostet, chemische Substanzen herzustellen, die bei 30 Grad wirken, als welche, die zusammen mit einer hohen Temperatur wirken können. Die Temperatur kühlt nach dem Aufkochen einfach wieder ab, alles Chemische muß erst abgebaut werden.
Deshalb verstehe ich nicht, wieso wir ohne große Gewissensprobleme, chemisch immer aufwendigere Produkte benutzten, aber problemlos nicken, wenn jemand sagt: schön brav mit niedriger Temperatur waschen. Temperatur ist das effektivste System zur Reinigung und vor allem zur Desinfektion. Gegen chemische Keulen werden Bakterien resistenz, aber das Ding möcht' ich sehen, das eine 95-Grad Kochwäsche überlebt.
Wenn's so einfach wäre, Wäsche in kaltem Wasser oder mit Silberionen zu waschen, dann würde ich das tun. Ist es aber nicht, und deshalb entscheide ich mich lieber für Temperatur als Chemie.