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pit91 - 05.04.2007, 14:27
Zylinder Überarbeiten
Technik: Steuerzeiten werden in Grad/Umdrehung gemessen - Eine Kurbelwellenumdrehung entspricht somit 360°. Öffnet ein Kanal z.B. bei 60° und schliesst bei 210° beträgt die Steuerzeit (richtigerweise Steuerwinkel) 210 - 60 = 150°. Nach der Zündung des Gemisches wird der Kolben über OT nach unten geschoben. Solange der Brennraum geschlossen ist wirkt die Kraft die das entzündete Gemisch erzeugt hat auf den Kolben. Bewegt sich nun der Kolben über das Auslassfenster lässt die Wirkung dieser Kraft schnell nach. Der Brennraum ist nun offen (Richtung Auslass). Erhöht man den Steuerwinkel des Auslass- Schlitzes (d.h. der Auslass wird nach oben erweitert) nimmt die Zeit in der das Gemisch die Kraft auf den Kolben erzeugt ab. Das Drehmoment wird geringer. Ab Werk sind diese Steuerzeiten so abgestimmt, dass ein Motor mit original Komponenten ein breites Leistungsband hat somit über ein breites Drehzahlband ein hohes Drehmoment produziert. Beim verändern der Steuerzeiten steht man vor der Wahl entweder die Leistung oder das Drehmoment in einem bestimmten Bereich zu steigern. Für einen Freestyle- Motor ist ein sehr hohes Drehmoment im unteren bis mittl. Drehzahlbereich erforderlich. Daher werden bei diesen Motoren Steuerwinkel nicht oder nur geringfügig verändert. Verantwortlich für das hohe Drehmoment ist i.d.R. die Steuerzeit (Winkel) des Auslasskanals. Für einen Freestyle- Motor werden überwiegend die Schlitzbreiten - somit der Füllgrad - verändert. Hierbei ist besonders auf die Führung des Frischgas - Stromes zu achten. Beim 2-Takt Abwärtshub wird über die Überströmkanäle Frischgas in den Zylinder geleitet und das Altgas aus dem Auslass hinausbefördert. Klingt einfach, ist aber in der Praxis ein komplizierter Vorgang. Gase verhalten sich Physikalisch gesehen wie Flüssigkeiten - sie fliessen. Trifft ein Gas- Strahl auf ein festes Hinderniss (Zylinderwand) so wird aus dem vormals vorhandenen Strahl ein dünner Film, der an dem Hinderniss entflangfliesst. Frsichgase werden so problemlos den Auslass erreichen, den sie dann unverbrannt Richtung Auspuff verlassen. Zusätzlich verbleibt noch das Altgas im Zylinder. Die einzige Möglichkeit den Motor optimal zu füllen ist den Gas- Strahl kompakt und "fest" (?) in den Zylinder zu leiten. Aber er muss ja irgendwann an der gegenüberliegenden Zylinderwand anstossen ? Eben nicht, denn von dort kommt ja über den gegenüberliegenden Überströmkanal ein weiterer Strahl !. Genau darin liegt das "Geheimniss" im Porting: Damit die Gasstrahle nicht zerfliessen müssen sie sich gegenseitig abstützen und den Zylinder füllen. Dies setzt folgendes Vorraus: Erstens müssen die Spülstrahle absolut symetrisch in den Zylinder einströmen damit sie sich treffen. Zweitens müssen die Strahle Zeitgleich die Überströmkanäle verlassen.
Wie ein Zylinder gespült wird kann man nach einigen Betriebstunden am Kolbenboden ablesen. Dort wo die Spülstrahle "kräftig" einströmen ist der Kolben sauber, dort wo Altgase auf den Kolbenboden treffen ist der Kolben verkokelt.
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