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holderhans - 05.04.2007, 00:40
Rette sich wer kann - egal wie!
Das kurze und schmerzlose Ende der rheinland-pfälzischen „Viererbande“
Nach dem verunglückten Vorspiel des Landauer „Mitgliedertags“ und dem ebenso paritätsfreien Desaster des Landauer Landesparteitags wurde die scheinbar so stabile „Viererbande“ um den Landesvorstand offenbar vom schnöden Schicksal ereilt und scheint in heller Auflösung. Dies kommt dann doch etwas überraschend, da manch einer im Lande wohl schon dachte, es bedürfe erst noch einer neuen maoistischen Kulturrevolution, um diesen Spuk zu beenden.
Viererbandenmitglied und Präsidentenberater Wolfram tönt jetzt vernehmlich „Haltet den Dieb“ und versucht wieder mal, seine Haut durch die Flucht nach vorn aus dem selbst angerichteten Chaos zu retten. Er wähnt sich wohl noch immer in der Illusion, die Parteibasis stünde geschlossen hinter ihm. Der Realität näher kommt aber allenfalls die Feststellung, dass er selbst es jetzt allmählich „hinter sich hat“.
Lauthals fordert unser Wolfram jetzt einen Sonderparteitag. Wahrscheinlich meint er, er könne den von ihm auf das sehnlichste gewünschten „Artenschutz“ für bedrohte Vorstandsmitglieder und selbsternannte Präsidentenberater auf diese Weise doch noch erreichen. In unfreiwilliger Selbstironie bezeichnet er seine Illusionen als Orientierung „an dem intelligenten Modell“ von Baden-Württemberg.
Sein kaum verklausulierter jüngsten Angriff auf die große Vorsitzende und Steuerfrau Margot ist wohl ein verzweifelter Versuch, seine eigene Verantwortung als Präsidentenberater für das von der Viererbande gemeinschaftlich angerichtete Desaster zu vertuschen. Nachdem er Margot monatelang mit der ihm eigenen feinfühligen Art „beraten“ und „unterstützt“ und dabei kein Fettnäpfchen ausgelassen hat, wendet er sich jetzt in wendiger Pirouette erneut frontal gegen seine bisherige Gönnerin. Nach alter „Demokrative“-Manier kehrt er nun zu seiner tief verwurzelten Urfeindschaft zurück. Wir alle haben sein noch nicht einmal ein Jahr altes Posting noch immer im Ohr: „Lediglich in den Disziplinen Mobbing und Intrige haben das hessische Ortsbeiratsmitglied Norbert Kepp sowie Margot Gudd gewisse Qualifikationen vorzuweisen“.
Offensichtlich hat er es nie verwunden, dass Margot ihn vor Beginn ihrer „wunderbaren und innigen Kurzfreundschaft“ schon einmal durch die Polizei vor die Tür hatte setzen wollen. Jetzt sieht er wohl die Stunde der Rache gekommen und will seinerseits Margot vor die Tür setzen. Hoffentlich fällt er nicht zusammen mit ihr durch eben diese Tür.
Von solch „wunderbarer Freundschaft“ will Wolfram nun plötzlich nichts mehr wissen. Im Gegenteil – zu allem entschlossen distanziert er sich und sucht sein Heil wieder einmal in groteskem Selbstmitleid, indem er sich selbst als „armes Opfer“ eines angeblich von Margot höchst persönlich veranstaltetem „handgreiflichem Eingriff“ in sein illusionäres Biotop aufmotzt. Folgerichtig wird er sicher als nächstes behaupten, er selbst habe mit Planung und Durchführung der „mehr als rüden Parteitagsinszenierung“ in Landau nie das Geringste zu tun gehabt – überhaupt sei er das eigentliche Opfer und nur unter Androhung massiver körperlicher Gewalt monatelang in Margot rechtem Ohr gefangen gehalten worden. Nur deshalb sei er so lange selbst dazu gepresst worden, auf „eine fundierte Antragsdiskussion“ zu verzichten. Man sieht förmlich schon die Schlagzeilen der Boulevardpresse: „Zu allem entschlossene Domina verhindert fundierte und würdevolle Antragsdiskussion in der rheinland-pfälzischen PDS.“
Mit genügend Sinn für Skurriles kann man sich Wolframs O-Ton auf der Zunge zergehen lassen:
„Meine eigenen Versuche, einen die Nominierung betreffenden Passus als Änderungsantrag zum Initiativantrag 11 einzubringen, sind dabei allerdings ebenso wie überhaupt eine fundierte Antragsdiskussion einer mehr als rüden Parteitagsinszenierung zum Opfer gefallen. Dies ging soweit, daß die Landesvorsitzende meinen Antragstext, den ich in den an den Beamer angeschlossenen Laptop einzutippen begonnen hatte, durch handgreiflichen Eingriff in die Tastatur wieder herauslöschte - als könne so die konkrete Ausgestaltung der auf dem Parteitag anhand des Leitantrages des Landesvorstandes so oft beschworenen „Würde“ aussehen.“
Man stelle sich das nur vor: auch noch "durch handgreiflichen Eingriff in die Tastatur" hat Margot diese Untat vollbracht. Welche Niedertracht liegt doch darin - eine Tastatur auch noch mit der Hand zu bedienen! Was hätte das für ein Gaudi gegeben, und es wäre den Parteitagsdelegierten sicher nicht verborgen geblieben, wenn Margot sich für diese Untat auf den Kopf gestellt und die Notebook-Tastatur mit den Füßen bedient hätte.
Er ist schon ein wahres Unschulds- und Opferlamm, unser Wolfram. Aber wie wir ihn kennen, wird sicher bald noch stärkerer Tobak folgen. Der andere Präsidentenberater in der Viererbande Mathis befindet sich zwar nach dem „Schock von Landau“ zurzeit noch immer auf Tauchstation, dies wird aber sicher höchstens bis zum nächsten Kurzbesuch aus Berlin anhalten. Im Partei-Underground sollen angeblich bereits Wetten abgeschlossen werden, ob die mit Sicherheit durch Mathis erfolgende moralisch empörte Replik auf Wolframs Freischussversuch wieder einmal esoterisch „erblühen“ oder eher auf eine Neuauflage der „Schläge in der Nacht“ hinauslaufen wird. Ich selbst tippe da schon eher auf „Schläge am hellen Tage“.
Was die Forderung nach einem Sonderparteitag angeht, kann man mit großer Gelassenheit abwarten. Es scheint eher fraglich, ob es ihm überhaupt gelingen kann, die notwendigen siebenundzwanzig Delegiertenunterschriften zusammen zu kratzen. Auch selbst scheint er eher pessimistisch gestimmt; denn warum sollte er sich sonst zu so waghalsigen Interpretationskunststückchen der Verschmelzungsvereinbarung hinreißen lassen. Mir ist bei der Lektüre des vereinbarten Textes jedenfalls an keiner Stelle auch nur der Verdacht gekommen, es gäbe darin auch nur Andeutungen eines so weitgehenden Konsenses, wie ihn Wolfram fabuliert. Aber vielleicht gibt es ja doch geheime Nebenabsprachen, die sich nur ihm ganz persönlich offenbaren konnten.
Für die Erfüllung des Quorums wird jedenfalls sehr viel davon abhängigen, ob die graue Eminenz aus Neuwied, die auch schon bisher im Hintergrund der „Viererbande“ die Fäden gezogen hat und auch noch in Landau höchst persönlich mit chaotisiert hat, sich auch weiterhin im Bündnis mit Sondermann bemühen kann, den Ruf der rheinland-pfälzischen Partei vollends zu ruinieren.
Wenn es stimmt, was die Spatzen im Norden unseres Landes seit Wochen von den Dächern pfeifen, haben Margot und ihr ganz persönlicher Präsidentenberater ihre Pferdchen längst schon in der brandenburgischen Provinz nahe der Berliner Stadtgrenze angepflockt, und den schäbigen Rest der Viererbande elend im südwestlichen Sumpf im Stich gelassen. Wenn dies tatsächlich so ist, stehen dem übrig gebliebenen Präsidenten und Steuermann Claus-Dieter und seinem speziellen Präsidentenberater Wolfram allerdings noch schwere Zeiten ins Haus. Es ist bestimmt kein wirkliches Vergnügen, für die restlichen der PDS verbleibenden Monate auch noch auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen der Neuwieder Grauen Eminenz angewiesen zu sein. Da Claus-Dieter aber auch bisher schon trotz der Orientierung seines hervorragenden Präsidentenberaters Wolfram „an dem intelligenten Modell“ von Baden-Württemberg kaum selbständige Entscheidungen getroffen hat, wird die Parteibasis möglicherweise keinen Unterschied zu bisher bemerken.
Die große Vorsitzende und Steuerfrau Margot lebe hoch - heraus zum nächsten Landesparteitag!
Es lebe die Kulturrevolution - auf zum Ernteeinsatz in den Hunsrück!
Boshafte, proletarische Grüße,
Euer Holderhans.
Karl Hesse - 16.06.2007, 14:58
Nette Belletristik per Lach-Benchmarking ?
Wer so hübsch formulieren kann, sollte seine Fähigkeiten besser nutzen!
Hohn und Spott sind sicherlich immer der einfachste Weg.
Irgendwelche INHALTE zu zu pointieren, wäre sicherlich mit etwas mehr Arbeit aber auch Sinn behaftet.
Angesichts des heutigen Gründungsparteitags erscheint es mir naheliegend, um etwas mehr Rücksicht gegenüber Personen und um völlige Rücksichtlosigkeit ggü. Mißständen zu bitten.
Mißgriffe im Organisations- und Machtgerangel will ich nicht beschönigen. -Aber sollen sich die Taktiker und Intriganten selbst ans Kreuz nageln:
INHALTE, Inhalte, Inhalte: Die zu entwickeln und demokratisch zu vertreten, wird die Spreu vom Weizen trennen. - Davon bin ich fest überzeugt. - Und die Aktionsfähigkeit und Motivationsfähigkeit derer, die Funktionen in der LINKEN beanspruchen, wird ein Übriges tun ...
Wer am besten diffamiert ODER wer am besten agiert und Politik organisiert: Auch in Rheinland-Pfalz wird diese Frage ab heute eine neue Rolle spielen.
Einfach wird dies angesichts der kleinkarrierten und manchmal ideosynkrasischen Egomanie mancher Leute in RLP nicht. - Wer aber weiter Intrigantenstadel statt Sachpolitik machen will, wird über kurz oder etwas länger von seinem Olymp purzeln. - Über den Selbstkannibalismus gegenseitiger persönlicher Angriffe haben WASG und Linkspartei in RLP viel zu lange neue Mitglieder abgeschreckt. - Das ist nicht weiter hinnehmbar. - Kein Mitglied sollte sich weiter gefallen lassen, von Egomanen vertreten zu werden!
Ratschlag statt Totschlag.
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