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Re: Schwizertütsch
ghostblast - 27.01.2007, 16:45Schwizertütsch
chwizertütsch
Das "kleine Einmal-eins" für den Schweiz-Besuch (...aus einem dt.
Reiseführer)
Allgemeines:
· Wenn die Welt untergeht heisst das noch lange nicht, dass das die
Schweiz auch betrifft. Sie wollen nämlich mit dem Rest der Welt
nichts zu tun haben.
· Ironie und schwarzer Humor wird im Zweifelsfalle eher gar nicht
verstanden. Darum sicherheitshalber immer wieder erklären, dass es
"nur als Spass gemeint" war.
· Schweizer lachen niemals über Schweiz-Witze oder über sich selbst.
Sollten Sie also mal einen Witz erzählen, so tauschen Sie immer das Wort
"Schweizer gegen Österreicher" aus.
Sprache:
· Der 'Deutschschweizer Dialekt' als Ganzes ist mit dem Hochdeutschen
etwa so eng verwandt wie ostfriesisches Platt mit der niederbayerischen
Mundart.
· Die Pflicht, sich im Auto anzuschnallen, heisst Gurtenobligatorium.
· Die Ständerlampe ist eine Stehlampe und keine Genitalbeleuchtung.
· Lassen Sie bleiben, was Sie zu beherrschen glauben, klingt in
Schweizer Ohren übel: Grützi, grüüzi oder grüzzi! Bleiben Sie bei 'Guten
Tag', bis Ihnen jemand für Ihr Grüäzi die Prüfung abgenommen hat. Oder
wenden Sie den Verschlucktrick an und sagen Sie ~-zi. Das machen
auch viele Schweizer so.
· Ein Harass ist kein Schäferhund, sondern eine Getränkekiste.
· Wenn von einem Mödeli Anke die Rede ist, so ist kein Mädchen
namens Anke gemeint, sondern ein Stück Butter.
· Und wer Sie fragt, ob Sie ein Zältli möchten, der will Ihnen keine kleine
Campingausrüstung aufschwätzen, sondern ein Bonbon anbieten.
· Chriesi sind keine Krisen, sondern Kirschen.
Bluffen:
· Bestellen Sie in einer Kneipe (Schpunte, Beiz, Chnelle) ein Tschumpeli
Dohl. Das Risiko dürfte sich lohnen. Wenn alles glatt läuft, bekommen
Sie ein Gläschen Rotwein (Dôle). Erwarten Sie nicht zu viel, wenn Sie
eine Stange bei der hübschen Bedienung bestellen, sie bringt Ihnen
dann doch nur ein Bier.
· Wenn Sie in der Schweiz ein Müsli bestellen, grinsen Ihre Gastgeber in
sich hinein, denn Sie scheinen eine kleine Maus verspeisen zu wollen.
Die in der Schweiz von Dr. Bircher entwickelte
Frucht-Joghurt-Flockenmischung ist hierzulande nämlich ein Müesli.
Schmeckt keinem, doch alle essen es.
· "spargeln" ist in der Schweiz kein Verb (ich habe gespargelt), sondern
schlicht die Mehrzahl von Spargel, wie sie in Deutschland nicht existiert.
Telefonieren:
· Die putzigste Eigenart des Schweizers beim Telefonieren: Wie kurz
auch immer Ihr Schweizer Telefonpartner das Gespräch unterbrechen
muss, er wird es mit diesen Worten wiederaufnehmen: 'Sind Sie noch
da?'
Antworten Sie mit einem schlichten 'Ja', und wundern Sie sich nicht. Es ist nun
einmal eine Redensart am Telefon, und die ironische Antwort: 'Nein',
Sie hätten sich gerade eben in Luft aufgelöst, würde Ihren
Gesprächspartner nur unnötig befremden.
Wenn ein Engländer Sie mit 'How do you do?' begrüßt, erklären Sie ihm ja
auch nicht, wie Sie es am liebsten treiben. Ebenfalls geht der
Verabschiedung -vorallem in Berner Regionen- immer ein gedehntes
Aaauusoo voraus und deutet somit an, dass der Gesprächspartner das
Telefonat beenden möchte.
· Wenn die Schweizer jemanden anrufen, dann "machen" sie ein
"Telefon":
"I ha geschter no ä huufe telefon gmacht" (Ich habe gestern noch viele
Anrufe getätigt).
Wenn man jemanden darauf hinweist, dass man sich wieder telefonisch
meldet, wird ein "telefon gegeben": "I gib dr de später no es telefon"
(Ich ruf dich dann später nochmal an).
Einkaufen:
· Für die Papiertüte im Supermarkt müssen Sie 30 bis 50 Rappen
bezahlen.
Das ist kein hinterhältiger Angriff auf Ihren Geldbeutel, sondern eine
erzieherische Massnahme, um die Wegwerfgesellschaft zu bekämpfen.
Wenn Sie also einen Schweizer mit einer leeren Papiertüte antreffen, ist
er vermutlich auf dem Weg zum Einkauf.
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