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Krümel - 01.01.2007, 14:19
Die Manns
Voltaire hat folgendes geschrieben: Ich oute mich dann hier einmal als "Thomas-Mann-Nichtgutfinder" Zwink .

Für mich immer total überschätzt, hat dieser Autor in meinen Augen wirklich nur ein großartiges Buch geschrieben und das war "Der Zauberberg".

Die "Buddenbrooks" sind eine ganz nette Familiengeschichte, mehr aber nicht. In der heutigen Zeit hätte wahrscheinlich Rosamunde Pilcher für ein solches Buch verantwortlich gezeichnet.

Mir ist nach wie vor völlig unverständlich, wieso Heinrich Mann immer nur als "der Bruder" bezeichnet wird, obwohl sein Werk das Werk von Thomas Mann in meinen Augen um Längen schlägt.

Sehr lesenswert sind aber die "Thomas-Mann-Tagebücher" - deren Lektüre kann ich wirklich nur jedermann und jederfrau empfehlen.

So, dass musste mal raus..... Zwink

Hi, Voltaire, zunächst einmal hoffe ich, du bist nicht sauer wenn ich dieses Zitat von dir aus einem anderen Forum zitiert habe.

Aber ich würde dir gerne meine Meinung dazu schreiben.

Ich bin fast deiner Meinung, denn den "Zauberberg" finde ich auch sein bestes Werk, allerdings habe ich noch lange nicht alle Werke von ihm gelesen, da fehlen noch die Joseph Brüder, Königliche Hoheit und Doktor Faustus, sowie viele Erzählungen und Novellen.

Dass Th. Mann den Nobelpreis für Literatur explizit für die Buddenbrooks bekommen hat, kann ich auch nicht nachvollziehen :roll: Ich finde dieses Buch als sein schwächtes. Nach der Lektüre habe ich ganz dumm geschaut: Das war alles :?

Aber "Der Tod in Venedig", das Werk finde ich auch genial!

Zu Heinrich Mann, wobei ich bis jetzt nur "Der Untertan" gelesen habe. Heinrich kommt nicht an die Sprachgewalt von Thomas heran. Aber die Thematik und die Ironie war hervoragend.

Ich denke mal, dass es wirklich die Sprache von Thomas ist, die seine Werke unsterblich machen.

Dieses Jahr werde ich mich an Henri Quatre heranwagen :idea:
Anonymous - 01.01.2007, 15:02

Hi Krümel,

das du meinen Beitrag aus einem anderen Forum zitierst, finde ich völlig in Ordnung.

Thomas Mann ist sicher ein fantastischer Formulierer gewesen, aber inhaltlich haben mich seine Bücher nicht sehr überzeugt. Die Joseph Brüder habe ich gelesen, Doktor Faustus natürlich auch. Die Köngliche Hoheit habe ich wieder weggelegt. In diesem Buch versucht er sich in altdeutscher Sprache - es hat mich, ganz offen gesagt, genervt.

Neben dem Zauberberg habe ich allerdings auch Tod in Venedig gern gelesen, zeigt es doch auch die homoerotische Veranlagung von Thomas Mann.

Heinrich Mann dagegen hat einen ganz feinen Humor, vom Inhalt finde ich seine Bücher intelligent und engagiert. Ihm kommt es auf die Botschaft an, sein Bruder Thomas Mann dagegen hört sich halt selbst gern reden.

Die "Manns" übrigens ein hochinteressantes Thema. :D

btw und OT:
Aber wer bist du denn in dem anderen Forum????? :D :D
Krümel - 01.01.2007, 16:05

Voltaire hat folgendes geschrieben:
Aber wer bist du denn in dem anderen Forum????? :D :D

Ich bin jetzt im Literaturreport :D Buchkrümel

Da hast du mir einiges voraus Voltaire Ich muss noch vieles lesen um mir ein richtiges Allgemeinbild machen zu können.

"Der Zauberberg" hat mich vor ca. 10 Jahren absolut vom Hocker gerissen, ein solches Buch hatte ich vorher noch nie gelesen, die Sprache, die Atmosphäre, die Figuren, Mann oh Mann, ich war sprachlos. Seit dem ist es mein absolutes Lieblingsbuch, wobei Thomas Mann zwar viele Sonderpunkte bei mir besitzt, aber kein Gott ist :mrgreen:
Rein menschlich gesehen mag ich ihn noch nicht einmal :lol: Schrecklicher Mensch!

Ich würde mich freuen, wenn dieses Thema viel kommentiert wird :thumleft:
wolves - 01.01.2007, 20:45

:oops: Ihr erinnert mich da an eine weitere Buchlücke, die es noch zu füllen gilt. Vor Jahren hatte ich mal "Der Zauberberg" angefangen, aber es war wohl leider nicht der richtige Zeitpunkt. Mein zweiter Versuch hat mich zwar ein Stückchen weiter gebracht und ich hoffe, das mein dritter Anlauf besser laufen wird. Ich war wohl bis jetzt noch nicht bereit für dieses Buch. Aber wenn ihr mich fragen würdet, warum ich abgebrochen habe, könnte ich es noch nicht einmal sagen. Vielleicht waren mir die philosophischen Anspielungen und Teile zu hoch? :grübel2:
Heute bin ich der Meinung, dass ich nicht alles von einem Buch verstehen muss, damals war ich wohl der Meinung, dass es so sein sollte. Deshalb wird es ein dritter Start mit dem "Zauberberg" geben.
Von Thomas Mann habe ich noch "Der Tod in Venedig und andere Erzählungen" hier liegen, die "Buddenbrooks" sind auch abgebrochene Jugendsünden (ein Wiederversuch ist auch hier geplant).
Von Heinrich Mann habe ich nur "Professor Unrat" (noch ungelesen) in meinem Besitz.
Pippilotta - 01.01.2007, 20:56

ja, die Manns!
In der Schule sträflich vernachlässigt hatte ich dann vor einem Jahr, motiviert durch Krümel :wink: , ersten "echten" Kontakt zu Thomas Mann.

Wir lasen im Rahmen der KLR den "Zauberberg" und meine Meinung darüber ist etwas zwiespältig. Es war wohl der falsche Zeitpunkt, ist doch der Dezember für mich ein sehr stressiges Monat und hatte ich deshalb sehr wenig Zeit und auch wenig Muße, mich dem Zauberberg zu widmen. Ehrlich gestanden hätte ich ohne die Leserunde das Buch wohl zur Seite gelegt.
Sehr beeindruckt war ich vom sprachlichen Ausdrucksvermögen des Thomas Mann, das ist wirklich unbeschreiblich, wie er - mitunter auch mit feinem Humor - Menschen charakterisieren und Situationen beschreiben kann.
Um mir ein besseres Urteil bilden zu können, bedarf es doch weiterer Mann-Bücher.

Von Heinrich Mann habe ich bisher nur "Der Untertan" gelesen, welcher mir aber gar nicht gefallen hat.

Vom "Menschen" Mann habe ich doch - aufgrund des 3-teiligen Films "Die Manns" kein recht gutes Bild, im Gegenteil. Rein menschlich ließ er wohl zu wünschen übrig :-(

Karthause - 01.01.2007, 20:56

Ich bin ja auch eher Heinrich Mann Freund. Allerdings habe ich von ihm nur die Werke die zur Kaiserreich-Trilogie (1. "Der Untertan", 2. "Die Armen" und 3. "Der Kopf") gehören und "Professor Unrat" gelesen. Henri Quatre I. und II. stehen dekorativ im Regal. Von Thomas Mann habe ich die "Buddenbrooks" und "Doktor Faustus" gelesen. "Königliche Hoheit" habe ich abgebrochen, das hat mich nur genervt. :roll: "Der Zauberberg" steht angelesen - noch mit Lesezeichen - im Regal. Das werde ich mit Krümel 2015 lesen. :mrgreen:

Voltaire hat folgendes geschrieben: Heinrich Mann dagegen hat einen ganz feinen Humor, vom Inhalt finde ich seine Bücher intelligent und engagiert. Ihm kommt es auf die Botschaft an, sein Bruder Thomas Mann dagegen hört sich halt selbst gern reden.

Das kann ich nur unterschreiben, denn besser kann ich es auch nicht schreiben. Es spricht mir aus der Seele. :thumleft:
Katia - 01.01.2007, 21:19

So, dann beginne ich mit meiner Mann-Bilanz:

Thomas: Die Erzählungen (Gesamtausgabe, etwa halb gelesen, Tod in Venedig noch nicht
Buddenbrooks
Königliche Hoheit
Der Zauberberg
Lotte in Weimar
und auf dem SUB: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Heinrich: Professor Unrat
Die kleine Stadt
Der Untertan

Klaus: Mephisto

Voltaires Charakterisierung trifft es gut, allerdings ist mein Fazit daraus anders, ich fühle mich dem Sprachkünstler Thomas eher zugehörig, als Heinrich und Klaus, die Inhalte transportieren wollen. Der Zauberberg war für mich nicht der absolute Lesegenuss, wenn er auch immer wieder durch absolut brillante Stellen überzeugt - dazu interessieren mich die philosophischen Diskurse zu wenig. Die Buddenbrooks habe ich zweimal gelesen und zweimal genossen. Vom Untertan war ich eher enttäuscht, hier fehlte mir eine klare Linie in der Handlung, die beiden anderen Bücher von Heinrich habe ich in guter Erinnerung, es ist allerdings schon länger her, dass ich diese gelesen habe.
Neben dem subenden Felix Krull ist Henry IV ebenfalls auf meiner inneren "will ich lesen"-Liste, ob es noch mehr Bücher von den Gebrüder Mann werde, weiß ich im Moment nicht.

Katia
Anonymous - 01.01.2007, 22:23

Hallo,

ich muss vorweg schicken, daß ich von "den Manns" bis jetzt wenig gelesen habe: von Thomas Mann noch nichts :oops:, von Heinrich Mann immerhin "Der Untertan" und von Klaus Mann: "Mephisto" und
"Der Vulkan". Nachdem ich mir aber die bekannte Serie im Fernsehen angeschaut habe, reizte mich auch eine Biographie über die Familie.
Es ist hier so oft über "Der Zauberberg" gesprochen worden. Man müsste einwerfen, daß die Ehefrau anscheinend einen nicht geringen Beitrag zum Gesamtwerk geliefert hat - und das nicht nur weil sie dort zur Kur weilte. Ihr Mann konnte ja über die Vorgänge in einer Kurklinik gar nicht auf dem laufenden sein, da er seine Frau ja immer nur kurz besuchte. Sie muss ihm wohl viel erzählt bzw. geschrieben haben.
Zum anderen schrieb jemand, daß er Thomas Mann menschlich nicht mag. Ich fand es äußerst faszinierend, daß Thomas Mann in der damaligen Zeit seiner Verlobten über seine sexuellen Neigungen reinen Wein einschenkte oder es zumindest überdeutlich andeutete.

Mein bisheriges Fazit über die Familie: einfach unglaublich fazinierend aber im Hinblick auf die Kinder auch tragisch.

Viele Grüße
Leseratte
Krümel - 01.01.2007, 23:55

Stimmt Leseratte Zitat: Zum anderen schrieb jemand, daß er Thomas Mann menschlich nicht mag. , das sage ich immer :mrgreen:
Wenn man seine Biographie gelesen hat, und ihn nur ansatzweise ein wenig näher kennen lernt, dann ist es kein sympathischer Kerl von nebenan, sondern ein pedantischer Korinthenkacker. Der von seiner Familie viel abverlangte, und sie mehr oder weniger alle unglücklich gemacht hat.
Anonymous - 02.01.2007, 01:19

Vielleicht kann man die "Buddenbrooks" auch hier noch einmal gemeinsam lesen - ich weiß gar nicht, ob das nicht irgendwo sogar schon vorgeschlagen wurde. Und dann anschließend vielleicht den "Untertan"?

Nur mal so als Vorschlag.... :D
wolves - 02.01.2007, 12:18

Voltaire hat folgendes geschrieben: Vielleicht kann man die "Buddenbrooks" auch hier noch einmal gemeinsam lesen - ich weiß gar nicht, ob das nicht irgendwo sogar schon vorgeschlagen wurde. Und dann anschließend vielleicht den "Untertan"?

Nur mal so als Vorschlag.... :D
Da wäre ich gerne dabei :D
Krümel - 02.01.2007, 13:36

Die "Buddenbrooks" würde ich mitlesen, aber den "Untertan" nicht wieder, den haben wir letztes Jahr erst gemeinsam gelesen. Da wäre ich eher für Henri Quatre, da diese Bände eh für eine Leserunde anstehen :idea:
Anonymous - 02.01.2007, 14:39

Hallo Krümel,

"Henry Quatre" würde ich auch mitlesen obwohl ich mit der KLR im Büchertreff schon hinterhinke.

Viele Grüße
Leseratte
Welf - 02.01.2007, 14:47
Thomas Mann
Voltaire hat folgendes geschrieben: Vielleicht kann man die "Buddenbrooks" auch hier noch einmal gemeinsam lesen -

Da würde ich mich, sollte es zu einer LR mit den Buddenbrooks kommen, auch gerne anschließen.
Ich schleiche schon so seit einiger Zeit um das Thema "Thomas Mann"herum, habe mich aber irgendwie nie so richtig herangewagt, zumal die "Buddenbrooks" als auch "Der Zauberberg" seit einiger Zeit meinen SUB bevölkern.

Gruß
Richard
Anonymous - 14.02.2007, 16:07
Thomas Mann
Thomas Mann – Eine gewollte Provokation

Am 6. Juni 1875 wurde in Lübeck Thomas Mann geboren. Sein älterer Bruder hörte auf den Namen Heinrich und damit beginnt für mich ganz persönlich eigentlich schon mein „Thomas-Mann-Problem-zum-Anfassen“.

Den Bruder Heinrich nannte man immer nur abwertend „den Bruder“ – obwohl Thomas Mann nie das menschliche, moralische und auch schriftstellerische Format seines Bruder besessen hatte. Ein solcher Geniestreich wie „Der Untertan“ wäre Thomas Mann nie gelungen. Dazu hatte diese Personifizierung des Egoismus ganz einfach nicht das Können.

Thomas Mann hatte zeitlebens einen fürchterlichen Dünkel. Nur fragt sich da der Betrachter: Wieso und warum? Was hat dieser Mensch denn Außergewöhnliches geleistet? Okay, er hat ein paar Bücher geschrieben, Bücher, die viele andere auch und dann sogar besser hätten schreiben können.

Sicher, es gibt einige lesenswerte Dinge in seinem Gesamtwerk. „Der Zauberberg“ beispielsweise ist ein sehr beeindruckendes Buch. Einige Erzählungen von Thomas Mann sind auch lesenswert, der „Tod in Venedig“ gehört meines Erachtens dazu, trotzdem ist gerade diese Erzählung so oft Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Vielleicht dann mal dieser Satz:
Thomas Mann ist nur deshalb so großartig – weil niemand diesem Mythos widersprechen mag!

Ein Egoist ist er, einer der verlangt, dass sich ihm alles unterordnet. Seine Kinder hatten riesige Probleme mit diesem „Über-Vater“. Alles und jedes hatte nur für ihn dazu sein – ihm zu huldigen. In fast allen seinen Büchern findet man Anspielungen auf seine homoerotischen Neigungen, aber offen bekannt hat er sich dazu nie, auch nicht in seinen Tagebüchern, die zu lesen allerdings ein wahres Erlebnis ist. Sie sind zum Teil ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument und zum anderen Teil sind sie der Prototyp der peinlichen Selbstbeweihräucherung.

Thomas Mann wurde durch die Nationalsozialisten aus dem Land getrieben, aber viele seiner Biographen sind der Meinung, dass er durchaus bereit war, sich mit dieser braunen Brut zu arrangieren. In seinem Wesen war Thomas Mann ein völlig unpolitischer Mensch – er diente nur einem Götzen, und dieser Götze war er selbst.

Und dieser Mensch erhielt 1929 den Nobelpreis für Literatur. Für sein Buch „Buddenbrooks“. Man glaubt es nicht! Dieses Buch ist der Vorläufer der „Soaps“ schlechthin. Ein ganz netter Unterhaltsroman mit Defiziten in der literarischen Tiefe. Nichts was es verdient hätte, auch nur ansatzweise mit dem Literaturnobelpreis in einem Atemzug genannt zu werden.

Und was kam dann da noch so alles? „Königliche Hoheit“ – ein gescheitertes Experiment mit der altdeutschen Sprache. „Lotte in Weimar“ – einfach nur daneben. „Doktor Faustus“ ein Spätwerk voller kruder Gedanken, nicht unbedingt gut verständlich. Okay, einiger seiner Essays durchaus lesenswert – andere wiederum einfach nur zum in die Tonne treten.

Thomas Mann, überschätzt, auf einem Sockel stehend der ihm nicht zusteht – eigentlich müsste er „der Bruder“ sein. Thomas Mann ein guter Schriftsteller, ein guter Schriftsteller unter vielen, mehr nicht!

Thomas Mann starb am 12. August 1955 und seitdem gibt es diesen absolut nicht verständlichen Hype um ihn.
Krümel - 14.02.2007, 16:27

Zunächst einmal Voltaire, hier ist es ja rein privat, aber könntest du dir vorstellen, dass deine provokativen Worte im Blog erscheinen?

Zu deinem Artikel:

1. Ja, Thomas war menschlich ein Ar...loch!
2. Sicher hat Heinrich darunter gelitten, seine Werke waren dadurch gehemmt, sind weniger beachtet worden.
3. Sein Gesamtwerk von der Thematik her ist eigentlich spärlich, allerdings habe ich noch nicht alles gelesen.

4. Warum Thomas Mann mein Lieblingsautor ist, hängt zum größten Teil damit zusammen, weil m. M. n. kein Buch an den "Zauberberg" herankommt. Er der Autor ist, den ich bislang am intensivsten gelesen habe. (Hesse verrückt nach und nach diese Position.) Und weil Thomas Mann für mich die schönste, gepflegteste, intensivste und brillanteste Sprache besitzt!

Eine Frage, warum hast du dich eigentlich so intensiv mit dem Gesamtwerk Thomas beschäftigt :?: Wenn Heinrich d. M. n. besser war, hätte ich die Zeit in dieser Richtung genutzt. (Persönlich kenne ich von Heinrich zu wenig, dazu kann ich mich nicht äußern.)
Anonymous - 14.02.2007, 16:40

Krümel hat folgendes geschrieben: Zunächst einmal Voltaire, hier ist es ja rein privat, aber könntest du dir vorstellen, dass deine provokativen Worte im Blog erscheinen?


Eine Frage, warum hast du dich eigentlich so intensiv mit dem Gesamtwerk Thomas beschäftigt :?: Wenn Heinrich d. M. n. besser war, hätte ich die Zeit in dieser Richtung genutzt. (Persönlich kenne ich von Heinrich zu wenig, dazu kann ich mich nicht äußern.)


Das was ich hier schreibe, kannst du gern alles in den Blog stellen.


Ich habe mich mit Thomas Mann sehr intensiv beschäftigt, weil mich dieser widersprüchliche Mensch sehr interessiert. Und in diesem Zusammenhang habe ich auch sehr viel von Heinrich Mann gelesen. Sein "Professor Unrat" eines der besten zeitgenössischen Romane überhaupt. Anstoss für das Beschäftigen mit Thomas Mann war, als ich mit einem Freund über die Tagebücher gesprochen hatte. Naja, da habe ich sie mir gekauft - und dann musste ich halte vieles nebenher von ihm lesen um die Tagebücher auch zu begreifen.

Und das Thomas Mann habe ich schnell als Scharlatan empfunden. Seine Sprache hört sich wirklich sehr schön an, sagt aber nichts aus. Ein Wortspieler, der es aber nicht schafft, die Worte in einen emotionalen Zusammenhang zu stellen.
wolves - 14.03.2008, 11:44

wolves hat folgendes geschrieben: Voltaire hat folgendes geschrieben: Vielleicht kann man die "Buddenbrooks" auch hier noch einmal gemeinsam lesen - ich weiß gar nicht, ob das nicht irgendwo sogar schon vorgeschlagen wurde. Und dann anschließend vielleicht den "Untertan"?

Nur mal so als Vorschlag.... :D
Da wäre ich gerne dabei :D

Die Leserunde kam dann ja leider nicht zustande, aber ich habe jetzt fast die "Buddenbrooks" beendet. Nun kann ich ja schon "fast" mitsprechen :mrgreen: .
Warum jetzt ausgerechnet Thomas Mann mit diesem Buch seinen Preis bekommen hatte, keine Ahnung. Geschmäcker sind halt verschieden, Entscheidungen werden getroffen über die man sich wundert, aber so ist es halt.
Vielleicht ist es jetzt kein Meisterwerk, was man auch immer darunter verstehen mag, aber ich würde es garantiert nicht nur als dröge Familiengeschichte lesen. Da hat es einfach zu viel an Gedanken bei mir freigesetzt. Und das würde mir bei Pilcher garantiert nicht passieren :P

Mir gefällt bei meiner Erstlektüre eines Romans von Thomas Mann, einfach sein Spiel mit der Sprache. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass wenn man mehrere Sachen von ihm liest, es wohl langweilig werden könnte? Aber geht das einem nicht auch so bei anderen Autoren, wenn man mehrere Bücher von ihnen liest?

Auf jeden Fall werde ich noch "Der Tod in Venedig und andere Erzählungen" von ihm lesen und mich irgendwann an einen dritten Versuch vom "Zauberberg" ranwagen. Das war es dann aber auch vorraussichtlich.

Sodele, dann steht noch sein Bruder Heinrich Mann auf meiner Leseliste. Da möchte ich ja schon einen Vergleich haben. Auf meinem SuB befindet sich "Professor Unrat" und "Die kleine Stadt". Mal sehen welches von beiden ich als erstes lesen werde.
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