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Re: Die Verwendung von Holzkohle

manuxenia - 02.09.2004, 15:07
Die Verwendung von Holzkohle
Die Verwendung von Holzkohle

Bei Holzkohle (keine gepreßten "Eierkohlen" wegen ihrer giftigen Inhaltsstoffe verwenden) benötigt man eine etwas größere Menge, damit die Glut sich selbst erhalten kann. Prinzipiell geht man vor wie beim Grillen. Man schichtet die Kohlen zunächst zu einem kleinen Hügel auf. Dazu empfiehlt sich natürlich auch eine etwas größere Feuerschale aus Eisen, die mindestens etwa 25 cm Durchmesser haben sollte und die ebenfalls zu drei Vierteln mit Sand, Asche oder Kies gefüllt wird. Nie so viel Kohle verwenden, daß beim Einsturz des Hügels glühende Kohlenstücke über den Schalenrand rollen können.

Zum Anzünden empfiehlt es sich in geschlossenen Räumen, die Kohle mit ein wenig (!) Brennspiritus oder hochprozentigem Alkohol zu beträufeln. Sehr gut eignet sich auch Isopropylalkohol, der wesentlich weniger gefährlich als Spiritus ist. Ein paar Tropfen oder maximal einen Teelöffel voll (eher weniger) in die Mitte des Hügels genügen. Dies läßt man eine halbe Minute lang in die Kohle einziehen. Mehr sollte man nur nehmen, wenn man Erfahrung damit hat.

Vorsicht, beim Entzünden (am besten mit einem langen Span oder einem Stiel-Feuerzeug) können die Flammen zunächst sehr plötzlich recht hoch sein, also nur von der Seite her entzünden und das Gesicht nicht darüberhalten. Selbstverständlich sollte man die Behälter mit der Brennflüssigkeit vor dem Anzünden in genügenden Abstand wegstellen und darauf achten, daß nichts davon auf die Umgebung der Schale, Kleidung oder Hände getropft ist.

Niemals Brennflüssigkeit nachgießen, auch dann nicht, wenn die Glut scheinbar erloschen ist, dann lieber erst einmal ein neues Kohlenstück tränken und mit einer langstieligen Zange vorsichtig dazulegen und erneut entzünden.

Bei Brennspiritus und Alkohol sind die Flammen bei Tageslicht oft nicht zu sehen. Um also zu prüfen, ob es schon oder noch brennt, von der Seite schauen, ob die Luft über der Kohle flimmert, vorsichtig mit in genügender Höhe schnell darüberfahrender Hand auf Hitze prüfen oder ein paar Körnchen Kochsalz hineinwerfen (diese färben die Flammen gelb).

Der Umgang mit diesen Zündflüssigkeiten ist zwar gefährlicher als mit anderen Anzündern, aber sie verbrennen geruchsarm, ohne zu qualmen, und schadstoff- und rückstandsfrei und eigenen sich für geschlossene Räume doch besser als feste Grillanzünder, Esbit oder Flüssiganzünder auf Petroleumbasis, da diese stark qualmen, riechen und gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Bei der Verwendung von Holzkohle sollte man während des gesamten Brennvorgangs gut Lüften.

Durch leichtes Fächeln oder vorsichtiges Blasen wird der angeglühten Kohle, wenn die Flammen erloschen sind, Luft zugeführt bis sie durchgeglüht ist. Bei Holzkohle entsteht weiße Flugasche, die durch zu starke Luftbewegungen durch den Raum wirbelt, was zu vermeiden ist. Diese kann mit einem Metallstab vorsichtig abgeschabt oder abgeklopft werden, und mit einem kleinen Metallröhrchen kann man den Kohlenhügel recht effizient von innen vorsichtig anblasen und so zu starker Glut bringen.

Vorsicht, bei zu starker Luftzufuhr entsteht Funkenflug, und außerdem können einzelne Kohlen zerplatzen und glühende Teilchen umherspritzen. Abzuraten ist davon, die weiße Asche mit einem Staubsauger o.ä. von der Kohle abzusaugen, da auch Glut eingesaugt werden und sich im Staubbeutel entzünden kann (es gibt tatsächlich solche "Experten").

Natürlich sollte man Löschmittel (Sandeimer, Wasser, Löschdecke, Feuerlöscher etc.) in Griffweite haben, vor allem in geschlossenen Räumen oder bei Ritualräucherungen im Freien, wenn die Umgebung sehr trocken ist. In letzterem Falle sollte man unbedingt auf eine nicht brennbare Umgebung achten oder im Zweifel besser auf das Räuchern verzichten.
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