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manuxenia - 29.08.2004, 07:38
Helle und dunkle Naturgeister: Alben und Zwerge
Helle und dunkle Naturgeister: Alben und Zwerge
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Wie die Jöten teilen sich auch die Alben (nordisch: Álfar) in zwei Gruppen, die in der Edda Lichtalben (Ljósálfar) und Schwarzalben (Svartálfar) genannt werden. Die Lichtsymbolik bezieht sich auf ihre förderliche oder schädliche Wesensart. Die Alben wurden von den Göttern geschaffen, um den Bau der Welt zu unterstützen. Ihr jeweiliger Wirkungsbereich ist eng, sowohl seiner Art nach als auch räumlich, z.B. fördern sie in einem bestimmten Wald das Wachstum der Bäume.
Auch die Schwarzalben sind im System des Kosmos wichtig. Sie sind chthonische (unterirdische) Wesen, die im Verborgenen wirken und daher als hinterlistig und oft boshaft, bildhaft als häßlich beschrieben werden. Sie sind meist gemeint, wenn man von Zwergen (nord. dvergar, althd. gizwerc) spricht. Menschen, die sie sehen können (und mit entsprechend geöffneten Sinnen kann das jeder, wenn sie gesehen werden wollen), nehmen sie meist als kleine Wesen wahr, denn klein ist ihr Wirkungsbereich, und so wirkt ihre Gegenwart auch auf uns.
Die Lichtalfen dagegen sind sehr schön, von sonnigem Gemüt und ehrlich. Sie zeigen sich auch als großgewachsene Erscheinungen, denn ihre förderliche Art strahlt aus und läßt sie in den Augen anderer Wesen wachsen. Lichtalben sind respektgebietende Lichterscheinungen, deren Anblick Freude und ein Gefühl der Geborgenheit in der von ihnen bewohnten Natur vermittelt. Wie die Zwerge sind sie scheu und entziehen sich gleich wieder der Wahrnehmung, aber sie üben eine große Anziehungskraft aus. So berichten besonders keltische Überlieferungen, daß Menschen in Ausnahmesituationen den Feen und Elfen, die in vielem den Alben gleichen, in die Anderswelt folgten und nicht wieder zurückfanden.
Alben in Mythen und Heldensagen
Da die Alben die Geheimnisse der Natur kennen und anwenden, werden sie in Mythen und Heldensagen als geschickt, kunstreich, zauberkundig und weise beschrieben. Besonders die Schmiedekunst, die ihre Werkstoffe aus dem verborgenen Alben-Wirkbereich im Erdinneren holt, ist ihnen nahe: Schmiede sind albische Menschen, Alben sind Schmiede. Sie fertigen für Götter und Menschen Schätze und magische Gegenstände, die sie aber oft nur widerstrebend hergeben. Helden, die Alben oder Zwergen Schätze abringen, sind historisch gesehen "Kulturheroen", d.h. ihre Sagen erinnern an die Ursprünge der Kulturtechniken, die aus der Auseinandersetzung mit den Naturbereichen der Alben entstanden. Mit ihren Schätzen – Gold, heute auch Uran oder Erdöl – muß man vorsichtig sein, denn sie sind von ebenso zwiespältiger Art wie die Alben selbst. Oft liegt ein Fluch auf ihnen.
Vom Mythos zum Märchen
Aus den Jöten und Alben wurden die Riesen und Zwerge der Märchen, die sehr plakativ auf einzelne Merkmale wie die Roheit der Riesen und die Kleinheit der Zwerge reduziert sind. Manche Märchen sind Reste alter Mythen, die in christlicher Zeit ungenau nacherzählt wurden, manche aber pure Fantasy, die es früher genauso gab wie heute. Wer die Märchen kleinen Kindern erzählte, mußte sie natürlich ihrem Niveau anpassen, sodaß die Stereotypen von Riesen und Zwergen immer kindlicher wurden. Wenn man das berücksichtigt, kann man aus echten Märchen, die aus alten Mythen entstanden sind, durchaus etwas lernen. Auch die Edda enthält, wie jede mythische Dichtung, märchenhafte Elemente, die einfachen Menschen den Zugang zu den tieferen Inhalten erleichtern.
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