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lichtbruecke - 06.11.2006, 08:18
Heidentum
Geschrieben Sonntag, Januar 22, 2006 @ 11:22:52, von Morgausse

Ja, es gibt uns noch - wirkliche und wahrhaftige Heiden und Heidinnen!

Nicht, daß ihr uns verwechselt: Heiden sind keine Atheisten. Ganz im Gegenteil.

Deshalb vielleicht zunächst einmal eine Klärung des Begriffs:

im Frühen Mittelalter war die Christianisierung Europas noch mitten im Gange. Gleichzeitig entstanden immer mehr Städte. Und da die Stadtbevölkerung sich gerne als fortschrittlich und modern sah, tendierte sie mehr und mehr zu der neuen und modernen Religion des Christentums. Um sich abzugrenzen sprach man dann verächtlich von den (dummen und rückständigen) Landbewohnern - den "Bewohnern der Heide"; eben von den "Heiden".

Der Begriff findet sich in vielen Sprachen: lateinisch=paganus / englisch=pagan / französisch=payans - immer abgeleitet von dem jeweiligen alten Wort für "Land".

Später wurde das Wort "Heide" von der Kirche dann auf alle "Nichtchristen" angewendet: weise Frauen, sogenannte Hexen und Ketzer - aber auch auf alle anderen Religionen (Islam, Buddhismus usw.)

Ich selbst nun fühle mich dem alten germanischen Glauben zugehörig - wobei ich statt "Glaube" die Bezeichnung "alter Weg" oder "alter Pfad" bevorzuge.

Viele von euch kennen diese Religion allenfalls nur aus dem Geschichtsunterricht. Deshalb versuche ich im folgenden eine Darstellung.
- es ist eine sogenannte "polytheistische" Religion - d.h. ich glaube an viele Götter und Göttinnen. Manche von ihnen mögen euch namentlich bekannt sein ( Anmerkung: ich schreibe zuerst immer die nordischen Namen, weil ich diese bevorzuge ) wie Thor-Donar/Odin-Wotan. Und es gibt auch weibliche Göttinnen, wie Freyja (meine persönliche Göttin - doch dazu später mehr), Frigga, Idun usw.

- es ist eine "Naturreligion" in dem Sinne, daß ich davon überzeugt bin, daß die ganze Natur von Wesen beseelt ist, bzw. Wesenheiten in ihr leben. Deshalb ist die Bewahrung der Natur auch eines der Hauptanliegen des Heidentums.

- es ist eine "Erfahrungsreligion". Ich bin fest davon überzeugt und habe es persönlich auch schon häufig erlebt, daß die Götter und Göttinnen, die Wesenheiten und Kräfte sich uns mitteilen wollen und können. Sie sind Realität und erfahrbar; wenn wir es denn zulassen.

- Heidentum war und ist allerdings keine "Missionsreligion". Ich kann zwar ( und tue dies auch gerne ) mit Anderen darüber sprechen; aber ich kann sie nicht "missionieren". Erfahrungen kann ich nicht lehren, diese muß jeder selbst machen. Deshalb ist das germanische Heidentum z.B. in Deutschland relativ gering vertreten - es werden wohl noch nicht einmal eintausend Menschen sein, die sich letztlich dazu zählen.

- mit einem Vorurteil muß allerdings strikt aufgeräumt werden: Heidentum hat nichts, aber auch gar nichts mit rechtem Gedankengut zu tun. Die Nazis haben versucht, ihre Ideologie mit germanischen "Glaubens-Brocken" zu untermauern - dies war aber ein reiner Mißbrauch. Genauso wie es heute noch ein Mißbrauch ist, wenn unverbesserliche, rechte Idioten einen "Thorshammer" (das heilige Zeichen des Gottes Thor) an einer Kette um den Hals tragen!
Soweit zunächst einmal - wenn ihr Fragen habt, stellt sie ruhig.

Morgausse

[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:08:05]
[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:23:35]
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Denn alle Götter sind ein Gott
und alle Göttinnen sind eine Göttin.
Und es gibt nur einen Gott, mit dem alles begann.
Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Wahrheit
und auf den Gott, der durch sie spricht.
Aus: "Die Nebel von Avalon"
lichtbruecke - 06.11.2006, 08:21

Geschrieben Sonntag, Januar 22, 2006 @ 13:18:05

Liebe Morgausse,

danke für deinen Beitrag :)


Zitat: - es ist eine "Erfahrungsreligion". Ich bin fest davon überzeugt und habe es persönlich auch schon häufig erlebt, daß die Götter und Göttinnen, die Wesenheiten und Kräfte sich uns mitteilen wollen und können. Sie sind Realität und erfahrbar; wenn wir es denn zulassen.

- es ist eine "Erfahrungsreligion". Ich bin fest davon überzeugt und habe es persönlich auch schon häufig erlebt, daß die Götter und Göttinnen, die Wesenheiten und Kräfte sich uns mitteilen wollen und können. Sie sind Realität und erfahrbar; wenn wir es denn zulassen.

Dass Wesenheiten und Kräfte sich uns mitteilen, kann ich nur unterstreichen Womit ich persönlich ein wenig "Probleme" habe, ist die Bezeichnung "Gott/Göttin". Da bin ich wohl zu sehr dem christlichen Glauben verhaftet, da gibt es eben nur EINEN (laut Esoterik Vater/Mutter Gott). Hm... ist der Begriff Gott/Göttin eine Art "Titel", den ihnen der Mensch zugedacht hat? So gesehen wäre z.B. Erzengel Michael im Heidentum Gott Odin (oder wie auch immer)?

Jessas, ich hoffe, ich trete mit meiner dämlichen Frage nicht ins Fettnäpfchen :mrgreen:

Mit Licht und Liebe
lichtbruecke - 06.11.2006, 08:23

Geschrieben Sonntag, Januar 22, 2006 @ 14:28:59, von Morgausse

Will doch mal schnell darauf antworten -

ich hab immer wieder feststellen müssen, daß die allgemeine Meinung in unserer Gesellschaft folgende ist: der Übergang von vielen Göttern zu einem Gott ist ein Fortschritt und ein Zeichen von Zivilisation.

Dem möchte ich aber widersprechen. Ich denke vielmehr, daß dies in der Vergangenheit eine ganz bewußte "Meinungsmache" der christlichen Kirchen war. ( Kurze Anmerkung: ich unterscheide ganz bewußt zwischem dem christlichen Glauben, den ich hoch schätze - und, ja nun dem, was die Kirchen daraus gemacht haben )

Und, könnte es nicht auch sein, daß die Menschen mit nur einem, einzigen Gott - der zudem noch vielleicht recht fern erscheint - unbefriedigt sind? Dies könnte z.B. der Grund sein, warum sich neben Jesus in der katholischen Kirche die Gestalt der Maria, der Heiligen und auch der Engel ( hier lächele ich jemand ganz bestimmtem zu - sie weiß, daß ich dies nicht als Angriff meine ) etabliert haben.

Schließlich: nein, wenn ich von Göttern und Göttinnen spreche, dann sind dies für mich (!) nicht "nur" unterschiedliche Namen oder Aspekte des einen Gottes. Es sind reale, existierende Wesenheiten, die Macht haben und uns Menschen wohlgesonnen sind - eben Götter und Göttinnen.
Doch dazu demnächst mehr von mir - wenn ihr wollt.

Eure Morgausse

[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:06:52]
[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:23:48]
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Denn alle Götter sind ein Gott
und alle Göttinnen sind eine Göttin.
Und es gibt nur einen Gott, mit dem alles begann.
Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Wahrheit
und auf den Gott, der durch sie spricht.
Aus: "Die Nebel von Avalon"
lichtbruecke - 06.11.2006, 08:26

Geschrieben Sonntag, Januar 22, 2006 @ 20:55:22

Hallo Morgausse :)

Zitat: der Übergang von vielen Göttern zu einem Gott ist ein Fortschritt und ein Zeichen von Zivilisation.

Hm, hab ich eigentlich nie so gesehen. Für mich ist Gott einfach der Ursprung von allem. Was nicht heissen soll, dass ich Götter nicht akzeptiere und respektiere.

Zitat: Und, könnte es nicht auch sein, daß die Menschen mit nur einem, einzigen Gott - der zudem noch vielleicht recht fern erscheint - unbefriedigt sind? Dies könnte z.B. der Grund sein, warum sich neben Jesus in der katholischen Kirche die Gestalt der Maria, der Heiligen und auch der Engel ( hier lächele ich jemand ganz bestimmtem zu - sie weiß, daß ich dies nicht als Angriff meine ) etabliert haben.

*Lächel, Morgausse, du darfst ruhig meinen Namen nennen, kein Problem :)

Eine kleine Erklärung vielleicht: Ich bin im evang. Glauben gross geworden, da sind Gott bzw. Jesus Christus die einzigen, die angebetet/verehrt werden (wahrscheinlich hab ich deswegen so eine Mini-Aversion gegen den Begriff Gott/Göttin *g). Es wird weder Maria angebetet noch irgend welche Heiligen, und von Engeln haben wir nie etwas gehört. Finde ich übrigens schade, sonst hätte ich mich vielleicht leichter getan :)

Aber was ich eigentlich wissen wollte.... hm. hab mich wohl bisschen ungeschickt ausgedrückt, sorry... ob Götter bzw. Göttinen eigenständige Lichtwesen sind oder ob es dieselben Lichtwesen wie Engel sind, nur eben als Göttin "sowieso" bezeichnet *neugier.

Mit Licht und Liebe
lichtbruecke - 06.11.2006, 08:35

Geschrieben Montag, Januar 23, 2006 @ 12:31:19, von Morgausse

Liebe s.,

es könnte sein, daß meine Antwort etwas länger ausfällt - wobei ich mich doch sonst immer "so kurz" fasse *lächel

Zunächst aber vielen Dank, daß man Beiträge auch ausdrucken kann. Ich schreibe einfach meine Gedanken nieder und es ist schön, daß frau diese dann aufheben bzw. nochmal nachlesen kann. Eine Wissensfrage noch: wie mach ich das mit der "Quote"?

Aber zurück zum Thema:

Meiner Auffassung nach sind die germanischen Götter und Göttinnen absolut eigenständige Wesenheiten - so wie auch die Engel eigenständige Wesen sind. Obwohl sie ja nach den Infos der Bibel Gott untergeordnet sind ( eine Art "dienstbare Geister" - Engel kommt ja auch von griechisch "angelos" - Bote ) und am Ende der Zeiten sogar dem Menschen untergeordnet wären.

Einige Unterschiede zwischen meinen Göttern und Göttinnen und dem christlichen Gott sind allerdings gravierend - ich nehme hier den obersten Gott Odin ( = Wotan ) als Beispiel:
Er ist - genauso wie die anderen - nicht allmächtig. Er hat viel Macht und diese wird ergänzt durch die Macht der anderen. Aber seiner Macht sind Grenzen gesetzt. Er kämpft immer wieder und mit viel Erfolg gegen das "Böse"; weiß aber, daß er es letztlich nicht besiegen kann. Erst am Ende der Zeiten ( genannt "Ragnarök" ) wird das "Böse" überwunden und eine neue Welt enstehen.

Odin ist nicht allwissend. Er weiß sehr viel - z.B. indem er Magie ( das sogenannte "seidhr" ) und Runenkunde erlernt hat. Aber da alle Wesen und auch die Menschen frei in ihrem Denken sind, sind auch seinem Wissen Grenzen gesetzt.

Odin ist nicht unsterblich. Er hat ein sehr langes, für uns Menschen unendlich langes Leben. Aber in der letzten Schlacht von Ragnarök wird er im Kampf sterben und andere an seine Stelle treten.

Jetzt könnte frau/man sich natürlich folgendes fragen: nicht allwissend? Nicht allmächtig? Nicht unsterblich? WIESO sollte ich dann überhaupt solche Wesen als "Gott" bezeichnen???

Nun - auch hier teilt sich die Menschheit in verschiedene Lager. Die Anhänger der "monotheistischen", der Ein-Gott-Religionen ( Christentum, Judentum und Islam ) gehen davon aus, daß ihr Gott eben alle diese absoluten Eigenschaften hat. Die Befürworter der polytheistischen ( siehe oben ) Religionen ( Shintoismus, tibetische Religion, Hinduismus, Naturvölker usw. ) billigen ihren Göttern und Göttinnen diese Eigenschaften nicht zu.
Es wäre natürlich Unsinn, hier irgendwelche Mehrheiten gegeneinander aufzurechnen - was wäre vielmehr, wenn beide Parteien irgendwie Recht hätten?

Dazu ein paar Gedanken von mir: ich bin der Überzeugung, daß es so etwas wie "den absoluten Gott", "das absolute Sein" gibt.
Alles ( das ganze Universum, unsere Erde, alle Wesen und Lebewesen ) sind aus ihm und durch ihn entstanden. Und "ES" lebt und wirkt auch in allem und in jedem.
Nur, wenn es dieses absolute Sein gibt, dann ist es zu groß, zu umfassend, zu unbegreiflich, als daß wir Menschen es jemals verstehen oder mit ihm kommunizieren könnten. Ein - vielleicht ein wenig dummes - Beispiel: eine Ameise könnte nie uns Menschen begreifen, verstehen oder mit uns sprechen - sie ist einfach nicht dafür geschaffen.

Aber dieser "absolute Gott" ist für mich kein unpersönliches Ding, keine leblose Vollkommenheit. Vielmehr hat er/sie (?) Interesse an seiner Schöpfung.
Was wäre nun, wenn "ES" eine Möglichkeit gefunden hätte, mit seiner Schöpfung, mit uns zu kommunizieren? Könnte es nicht sein, daß je nach Epoche, je nach Gesellschaft, ja vielleicht auch je nach dem einzelnen Menschen "ES" Gottheiten, Götter und Göttinnen, Wesenheiten etc. quasi aus sich herausfließen lässt, die dann dem Menschen als ansprechbares Gegenüber begegnen?

Diese Gottheiten ( Jesus, Odin, Allah, Krischna, Zeus ....... ) wären dann keine Scheinwesen, keine Illusionen - da sie ja mit "IHM" verbunden sind. Aber wir Menschen könnten sie verstehen, mit ihnen reden - und dadurch letztlich auch mit "IHM".

Schön an diesem Gedanken finde ich, daß dann alle Religionen gleich wären. Es gäbe keinen Grund mehr für Mission und schon gar nicht für Fanatismus oder gar Religionskriege.

Jetzt will ich aber erst einmal innehalten - sonst verliere ich mich noch in den "unendlichen Weiten" dieses Threads * smile

Eure Morgausse

[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:05:56]
[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:24:03]
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Denn alle Götter sind ein Gott
und alle Göttinnen sind eine Göttin.
Und es gibt nur einen Gott, mit dem alles begann.
Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Wahrheit
und auf den Gott, der durch sie spricht.
Aus: "Die Nebel von Avalon"
lichtbruecke - 06.11.2006, 20:48

Geschrieben Dienstag, Januar 24, 2006 @ 07:58:35, von Morgausse

Entschuldigung,

wenn ich diesmal keine Antwort abwarte und schon wieder etwas Neues schreibe. Aber es ist 06.00 Uhr früh am morgen; ich habe noch etwas Zeit und will diese nutzen.

Was ich bisher schrieb, war wohl eher religionswissenschaftlich, bzw. religionsphiloso- phisch - also eher theoretisch. Vielleicht gelingt es mir ja, das Ganze mehr auf eine Art praktische Ebene zu bringen.

In der nordischen Mythologie gibt es zwei Familien von Göttern und Göttinnen: die Asen und die Vanen. Beide stehen gleichberechtigt der Welt der Menschen ( Midgard ) und ihren Bewohner gegenüber.

Die wichtigste Göttin überhaupt ist FREYJA, was übersetzt "hohe Dame" oder einfach "Herrin" heißt. Sie ist ursprünglich eine Vanin, lebt aber seit langem in der Welt der Asen, in Asgard.

Freyja ist meine persönliche Göttin - sie hat mich von Beginn an ( d.h., seit ich mich dem germanischen Glauben zugewandt habe ) fasziniert und angesprochen. Sie ist die Verkörperung der "Frau an sich"; vor allem, wenn frau/man sie unter ihren vier Aspekten betrachtet und zu verstehen versucht - denn Freyja ist die Göttin der Liebe, die Göttin der Sexualität, die Göttin der Magie und des Heilens und die Göttin des Kampfes.

- als Göttin der Liebe verkörpert sie die Liebe in all ihren Schattierungen. Sie steht für leidenschaftliche, sich hingebende Liebe; aber auch für den Schmerz und die Sehnsucht, den/die frau empfindet, wenn sie von dem Liebsten getrennt ist. Sie ist die Beschützerin aller Liebenden und bereit, uns Energien der Liebe zu schenken, damit wir sie in unserem Leben Wirklichkeit werden lassen können.

- als Göttin der Sexualität lebt sie uns vor und lehrt uns, daß an der körperlichen Liebe nichts, aber auch gar nichts Verwerfliches, Minderwertiges oder gar Schmutziges sei.
Sexualität gehört zum Leben aller Menschen und wenn die Menschen diesen Bereich - aus welchen Gründen auch immer - ausklammern, dann verstümmeln sie sich selbst. Dann zerbricht die gewollte Einheit von Körper-Seele-Geist, die uns von der Schöpfung her vorbestimmt ist.

- als Göttin der Magie und des Heilens vermittelt uns Freyja, daß wir dem Leben und dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert sind. Sie praktiziert "seidhr", eine Form der Magie, mit der man die Schlüssel zu anderen Welten und ihren Möglichkeiten erhält und Weisheit und Wissen durch Trance- oder Seelenreisen erhält. Dieses "seidhr" lehrte sie z.B. auch dem obersten der Götter - Odin.

Als Göttin des Heilens will sie uns in zweierlei Hinsicht helfen - sie will uns in unserem Sein und in unserer Persönlichkeit Heil schenken und uns heil machen. Ebenso ermuntert sie die Menschen, sich nach Formen des Heilens auszustrecken; sei es durch Kräuterkunde, spirituelles Heilen usw.
- schließlich ist sie auch Göttin des Kampfes, wobei sie unter diesem Aspekt vor allem uns Frauen ansprechen will.

In der Mythologie ( dies alles ist niedergeschrieben in den Schriften der "EDDA", wobei die Edda allerdings für uns Heiden nicht die Qualität einer heiligen, unfehlbaren Schrift hat, wie z.B. die Bibel für die Christen ) wird davon berichtet, daß die Götter gefallene Krieger in ihr Reich aufnehmen, um sie für den letzten Kampf gegen das "Böse" zu bewahren. Vielleicht bekannt ist hier Odin mit seiner Halle Walhalla, in der die Krieger leben und trainieren, bis der Tag des Ragnarök ( siehe oben ) gekommen ist.

Kaum bekannt ist allerdings, daß Freyja auch Krieger in ihrer Halle Volkwang aufnimmt. Sie ist die Königin der Walküren, der Kriegerinnen, die die gefallenen Kämpfer nach Asgard geleiten. Und Freyja hat interessanterweise die erste Wahl - sie darf sich zuerst die Hälfte der Krieger erwählen; den "Rest" erst bekommt dann Odin.

Als Göttin des Kampfes lehrt sie uns Frauen allerdings auch Selbstbewußtsein, Stolz und Freude darüber, daß wir Frauen sein dürfen. Seit Tausenden von Jahren leben die Frauen in einer Männergesellschaft, wurden und werden als minderwertiger angesehen und allzu oft an den Rand gedrängt - woran leider die Kirchen und ihre Auslegung der Bibel hauptschuldig waren und auch heute immer noch sind.

Freyja sagt mir, daß ich als Frau in keiner Art und Weise geringer bin als ein Mann - im Gegenteil, eine Frau ist dem Mann in manchen Punkten überlegen; so wie er in anderen Punkten der Frau etwas voraus hat. Deshalb sehe ich meine Göttin als "Verfechterin" einer Form von Gleichberechtigung: nur wenn Mann und Frau sich gegenseitig als Ergänzung annehmen und sich über diese Möglichkeit der Ergänzung freuen; dann nur können wir Menschen und kann unsere Gesellschaft wieder "heil" werden.

Danke, daß ihr mir zugehört habt.

Eure Morgausse

[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:04:18]
[geändert von Morgausse am Dienstag, Januar 24, 2006 @ 12:24:18]
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Denn alle Götter sind ein Gott
und alle Göttinnen sind eine Göttin.
Und es gibt nur einen Gott, mit dem alles begann.
Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Wahrheit
und auf den Gott, der durch sie spricht.
Aus: "Die Nebel von Avalon"
lichtbruecke - 06.11.2006, 20:51

Geschrieben Donnerstag, Februar 2, 2006 @ 08:53:55

Hallöchen :)


Zitat: Odin ist nicht unsterblich. Er hat ein sehr langes, für uns Menschen unendlich langes Leben. Aber in der letzten Schlacht von Ragnarök wird er im Kampf sterben und andere an seine Stelle treten.

Hm... Dass Odin nicht allwissend/allmächtig ist - gut, ok; klingt nachvollziehbar. Aber dass er sterben wird (sich opfert)... hm... die Seele ist unsterblich. Hm... muss ich so stehen lassen, wird von der heidnischen Religion eben so gelehrt.

Zitat: Aber dieser "absolute Gott" ist für mich kein unpersönliches Ding, keine leblose Vollkommenheit. Vielmehr hat er/sie (?) Interesse an seiner Schöpfung.
Was wäre nun, wenn "ES" eine Möglichkeit gefunden hätte, mit seiner Schöpfung, mit uns zu kommunizieren? Könnte es nicht sein, daß je nach Epoche, je nach Gesellschaft, ja vielleicht auch je nach dem einzelnen Menschen "ES" Gottheiten, Götter und Göttinnen, Wesenheiten etc. quasi aus sich herausfließen lässt, die dann dem Menschen als ansprechbares Gegenüber begegnen?
Diese Gottheiten ( Jesus, Odin, Allah, Krischna, Zeus ....... ) wären dann keine Scheinwesen, keine Illusionen - da sie ja mit "IHM" verbunden sind. Aber wir Menschen könnten sie verstehen, mit ihnen reden - und dadurch letztlich auch mit "IHM".
Schön an diesem Gedanken finde ich, daß dann alle Religionen gleich wären. Es gäbe keinen Grund mehr für Mission und schon gar nicht für Fanatismus oder gar Religionskriege.

Aber dieser "absolute Gott" ist für mich kein unpersönliches Ding, keine leblose Vollkommenheit. Vielmehr hat er/sie (?) Interesse an seiner Schöpfung.
Was wäre nun, wenn "ES" eine Möglichkeit gefunden hätte, mit seiner Schöpfung, mit uns zu kommunizieren? Könnte es nicht sein, daß je nach Epoche, je nach Gesellschaft, ja vielleicht auch je nach dem einzelnen Menschen "ES" Gottheiten, Götter und Göttinnen, Wesenheiten etc. quasi aus sich herausfließen lässt, die dann dem Menschen als ansprechbares Gegenüber begegnen?
Diese Gottheiten ( Jesus, Odin, Allah, Krischna, Zeus ....... ) wären dann keine Scheinwesen, keine Illusionen - da sie ja mit "IHM" verbunden sind. Aber wir Menschen könnten sie verstehen, mit ihnen reden - und dadurch letztlich auch mit "IHM".
Schön an diesem Gedanken finde ich, daß dann alle Religionen gleich wären. Es gäbe keinen Grund mehr für Mission und schon gar nicht für Fanatismus oder gar Religionskriege.

"Er/sie" passt, Morgausse Die evang. Kirche schweigt zwar den weiblichen Aspekt tot, aber ich denke mittlerweile, er ist auch in Gott sehr wohl enthalten. Auch in den Channelings lese ich immer wieder von Vater/Mutter Gott.

Engel, Götter/Göttinnen, die verschiedensten Wesenheiten - sie alle haben ihre ganz speziellen Aufgaben mit dem "Ziel", uns Menschen auf unserem Weg zu unterstützen, uns zu helfen. Um es mal so, vielleicht ein wenig "kindlich", auszudrücken: Gott ist der "Oberboss der Firma". Und wie jeder Firmenchef hat auch er seine "Abteilungsleiter". Wenn Mensch nun ein Anliegen hat und mit (s)einem Engel darüber spricht, übergibt der Engel dieses Anliegen Gott. Engel sind Mittler zwischen Gott und Mensch. Ich denke, das verhält sich mit den Göttern im Heidentum auch so.
Meiner Meinung nach sind im Prinzip alle Religionen gleich, alle haben denselben Ursprung. Dass die "Regeln" in dieversen Gottesbüchern (Bibel, Koran, etc.) so verschieden sind, denke ich, liegt an den unterschiedlichen Auffassungen und Interpretationen der Menschen, die die Botschaften "zu Papier" gebracht haben. Und dabei ist sicherlich der eine oder andere "Fehler" passiert.

Dass es nach menschlicher Zeitrechnung irgendwann wieder eine Einheits- bzw. Ursprungsreligion gibt, ist für mich eine durchaus realistische Vorstellung. Der "Sitz" dieser - nennen wir es mal Kirche - soll dann nach meinen Informationen in Südamerika sein.

So, jetzt erstmal genug *uff.... bis später!

Mit Licht und Liebe
lichtbruecke - 06.11.2006, 20:53

Geschrieben Sonntag, September 10, 2006 @ 09:36 am

So, der Antwort zweiter Teil... :)

Liebe Morgausse, an dieser Stelle erstmal herzlichen Dank für deine Ausführungen :) Der praxisbezogene Text ist für so geistig unbedarfte Wesen wie mich leichter verständlich ;) :)

In einigen Punkten finde ich Bestätigung meiner Ansichten, und der letzte Absatz klingt besonders stimmig für mich:

Zitat: Freyja sagt mir, daß ich als Frau in keiner Art und Weise geringer bin als ein Mann - im Gegenteil, eine Frau ist dem Mann in manchen Punkten überlegen; so wie er in anderen Punkten der Frau etwas voraus hat. Deshalb sehe ich meine Göttin als "Verfechterin" einer Form von Gleichberechtigung: nur wenn Mann und Frau sich gegenseitig als Ergänzung annehmen und sich über diese Möglichkeit der Ergänzung freuen; dann nur können wir Menschen und kann unsere Gesellschaft wieder "heil" werden.

Leider werden Frauen auch in unserer modernen, "zivilisierten" Gesellschaft teilweise noch sehr unterdrückt; nicht nur im Privatbereich, sondern auch in vielen beruflichen Bereichen. Gott sei Dank ändert sich das Bewusstsein nach und nach.

Zum Bereich "Sexualität" in deinem Posting kann ich nur zustimmend nicken, ich sehe dies genauso. Sexualität ist ein Geschenk an uns Menschen, und wir dürfen dieses Geschenk mit Freuden annehmen. An dieser Stelle möchte ich auf das Channeling von Maria Magdalena verweisen (unter: Noch mehr Channelings...), welche im Grunde genommen dasselbe sagt. Finde ich toll, dass wir unserer sexuellen Bedürfnisse nicht schämen müssen!

Mit Licht und Liebe
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