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sangria - 06.11.2006, 15:52
MIA


BIOGRAPHIE

http://www.youtube.com/watch?v=w03t8ZNYO-4
Mia

Als Mia im Sommer 2002 ihr erstes Album "Hieb Und Stichfest" veröffentlichen liegen Hass und Liebe in der Popwelt nah beieinander. Abgefeiert als grandioser Live-Act und perfekt in Szene gesetztes Image von den Befürwortern; verhasst, verdammt, zerissen von den zahlenmäßig überlegenen Feinden. Unter Blutsfeinden war großes Abkotzen über eine hysterische Selbstdarstellung von Sängerin Mieze angesagt. Die Teens hingegen, und sogar der ein oder andere wichtige Kritiker, attestierten den Electro-Punks mit Hang zur Hysterie jedoch eine neue Reinkarnation der Direktheit. Böse, angepisst und bereit zu explodieren. Vorhang auf: Mia aus Berlin.
Sie wuchten nicht allein. Ein Jahr nach ihrer Gründung 1997 trifft die Band um Mieze (Gesang), Andi (Gitarre), Ingo (Gitarre), Robert (Bass) und Gunnar (Schlagzeug) auf das Berliner Label R.O.T.. Ein Image-Plan wird schnell erstellt und ein Künstlerkollektiv aus Visuals (Pfadfinderei), Design (Anne Schnuller, Olli 77), Label und Band feilen von nun an am Produkt Mia.

Die erste Single "Sugar My Skin" wird 1999 über R.O.T. veröffentlicht, doch von Planerfüllung kann keine Rede sein. Mia gehen zwar auf Deutschland-Tour, verpuffen mit ihren leichten Indie-Pop und englischen Texten aber doch recht belanglos im Indie-Untergrund. Ihre erste richtige Single "Factory City" (2001 auf V2 Records) macht das trotz Remixen nicht unbedingt besser. Mia sind immer noch Indie-Pop-Mittelklasse.

Als im Frühling 2002 aber die erste Single ("Alles Neu") zum ersten Album erscheint, hat die Welt sich gehörig weitergedreht: Mia sind kaum mehr wiederzuerkennen. Mit Lifestyle-Berater im Gepäck springen die Fünf voll auf den angesagten NDW-Revival-Zug und motzen sich mit elektronischen Gefiepse und brachialen Gitarrenriffs musikalisch auf, während Mieze (oder ist es doch Anette?) dazu die hysterische Zicke für den Vordergrund spielt.

Das scheint alles so kalkuliert, dass man selbst ohne einen Ton von Mia zu kennen, seine neue Hass-Band gefunden hat. Mit dem heißumstrittene Album "Hieb und Stichfest", eine eher durchschnittliche Melange aus deutschem und englischen Texten, ist dann der Gipfel des Hickhacks um Gut und Böse endgültig erreicht.

Vier Monate später ist das ganze Style-Gerede etwas abgeflacht und Mia koppeln genau im richtigen Moment die dritte Single "Kreisel" aus. Sogar der Meckerer vom Dienst muss eingestehen, dass der Song ein ziemlich gelungenes Stück Gute-Laune-Pop darstellt. Man hat kapiert was Mia ist und selbst ein grässlich überzogener Spruch wie "Ich bin die Zukunft" wirkt jetzt stimmig im Bandgefüge der Selbstüberschätzung.

Auf der Single "Was Es Ist" (September 2003) beweisen Mia dann ein weiteres Mal, dass in ihnen doch ein enormes Pop-Potenzial steckt. Textzeilen wie "fragt man mich jetzt woher ich komme / tu ich mir nicht mehr selber leid" schockierten allerdings manche Fans, die sich selbst eher in einem popkulturell linken Kontext sehen. Und auch das folgende Album "Stille Post", das im März 2004 erscheint, spaltet die deutsche Popwelt wieder in zwei Lager.

Aber immerhin ist ihnen Aufmerksamkeit allenthalben sicher. Eine Steigerung erfährt das, als bekannt wird, dass sich die Band mit dem Song "Hungriges Herz" für den Eurovision Song Contest Vorentscheid bewirbt. Zwar können sie sich letztendlich nicht gegen Max Mutzke durchsetzen, aber ihr Auftritt verschafft ihnen einige Sympathien, auch wenn Mieze in einem Fummel über die Bühne hüpft, den heutzutage nicht einmal mehr Zweijährige im Modenotstand anziehen würden.

Mia sind danach immer wieder aller Orten live auf der Bühne zu sehen. Nach den ausgiebigen Touren zu "Stille Post" wird es aber wieder ruhig um das Quintett. Erst im Frühjahr 2006 dringt die Kunde in die Welt, dass die Arbeiten an einem neuen Album kurz vor der Vollendung stehen. Im Mai erscheint mit "Tanz Der Moleküle" der Vorbote des dritten Mia-Longplayers "Zirkus". Schon die Promotion-Bilder zeigen eine runderneuerte Band. Mieze und Co. erweisen sich als wandlungsfähig, was Ästhetik und Stil betrifft. Die Musik hingegen liefert zwar nichts revolutionär Neues, muss sie aber auch nicht.
_karin_ - 06.11.2006, 21:27

da style von da mietze is leiwond *g*

und "hungriges herz" is einfach voi da partykracher *gg*
noizal - 06.11.2006, 21:53

_karin_ hat folgendes geschrieben:

und "hungriges herz" is einfach voi da partykracher *gg*

jawohl.
bin letztens mit meine beiden cousinen mit ernan mini
auto mitgefahren. könnts euch vorstellen wie des bei
der netten lautstärke abgangen is. jeder hat mitgsungen ;)
sangria - 07.11.2006, 17:09

jo des kau i ma vorstelln... MIA geht voi ab...
i hab aber leider nu ned des neiche album... (hab ma aber a boah lieder scho herrunter gladdn:) )
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